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Jüdische Rundschau · 1933-01-27 · Heft 8 (27.1.1933) · p. Seite 37

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 8 (27.1.1933)
Date
1933-01-27
Page
Seite 37 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 8, 27.11933 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 37 Die Vorgänge un Aerzfebund Aus Kreisen der zionistischen Aerzteschaft wird uns geschrieben: ״Aerzte 1 tn Kampf“ — so überschreiht eine Bcrliner Tageszeitung ihren Bericht über die beiden Mitglieder- Versammlungen des Groß-Berliner Aerztebundes, die zur Beratung der neuen Satzungen der kassenärztiiehen Organisation einberufen waren. Soweit die Beratung diesem Gegenstand galt, hatten wir keine Veranlassung, hier dazu Stellung zu nehmen. Zum Verständnis der nachfolgenden Ausführungen will ich mir erwähnen, daß vor kurzer Zeit sich die ״Schutzgemeinschaft Oroß-Berliner Amte“ gebildet hat, die sich vor allem durch die kassenärztliche Bestimmung des Regelbetrages für die Arzneiverordnung und des möglichen Kegresses bei Ueberschreitung dieses Regelbetrages in eine scharfe Oppositionsstellung zu der Majorität und damit zum Vorstand der ärztlichen Kassenorganisation gedrängt fühlt. In dieser Oppositionsstellung nun begegnet sie sich mit der Gemeinschaft der nationalsozialistisehen Aerzte. Die Forderung dieser Gruppe darf ich als bekannt voraussetzen: Deutsche sollen nur von Deutschslämmigen behandelt werden dürfen, jüdische Aerzte sind von der kassenärztiiehen Behandlung atiszuschließen, d. h. diese Gruppe hat die Entrechtung der jüdischen Aerzte zu ihrem Programm gemacht. Diese vereinigte Opposition, bestehend aus heterogenen Gruppen wie Schutzverband. Nationalsozialisten und einigen Splittern, hat in der ersten Mitgliederversammlung des Aerztebundes einen Beschluß auf Neuwahl des Aus- Schusses und geheimen Wahlmodus durchgesefzt. Die zweite Mitgliederversammlung stand im Zeichen dieser Auseinander- Setzung. Es war kennzeichnend für die Situation, daß Herr Dr. Hans Cohn, der Vorsitzende der ״Schulzgemeinschaft“, es für notwendig hielt, zu betonen, daß er sich als aufrechter Jude fühle, daß er aber nach seiner Deberzeugung jedem eine andersartige politische Einstellung gestatte, d. h. daß die Betätigung einer Gruppe im Sinne des nationalsozialistisehen Programms für ihn kein Hindernis ist, mit dieser Gruppe zusammenzugehen. Wie aber sehen die Bundesgcnossen aus? Ihre Einstellung kann ich nicht besser wiedergeben, als es der ״Völkische Beobachter“ in seinem Bericht über unsere Versammlung vom 22. 1. 33 tut: ״Trotz inneren Hemmungen gegenüber einer Berliner Aerzteschaft, deren Zusammensetzung und Führung fast ausschließlich jüdisch bestimmt ist , . und weiter: ״Die Nationalsozialisten beendeten unter Führung des Landtagsabgeordneten Pg. Dr. Conti diese denkwürdige Mitgliederversammlung der Berliner Aerzteschaft mit einer leidenschaftlichen Kampfansage an das Judentum, wo immer es sich herausfordernd breit mache, und schlossen den Abend mit dem Horst-Wcssel-Lied,“ Daß dieser Bericht auch sonst in dem in diesem Blatte üblichen Ton gehalten ist, versteht sich von selbst. Es war interessant, zu beobachten, wie der Halbitaliener Leonardo Conti unter Assistenz des Hugenotten Villain den Berliner Aerzten allerdings nach Schluß der offiziellen Versammlung, eine Vorlesung über ״Deutschstämmigkeit“ unter dem Beifall seiner Pgs. hielt. So verliefen die Verhandlungen der beiden Tage. Auch Herr Hans Cohn mit seinem Anhang mußte sehen, daß die Contigruppe nur n a t i o n a 1 s a z iälistische Parteipolitik und nicht ärztliche Standes- Politik treiben wollte, am Anfang getarnt, dann immer offener. Als dann Dr. Friedrich Brodnitz unfer Betonung der Tatsache, daß die Contigruppe 1'm ärztlichen Ausschuß keine sachliche Arbeit geleistet habe und erst in der Mitglicderversammlung den Augenblick für die ״sachliche“ Arbeit, wie Conti sie auf faßt, gekommen sah, wird er durch Lärmen an seinen weiteren Ausführungen gehindert. Herr Conti will sich — mit Rücksicht auf seine Kampfgenossen von der ״Schutzgemeinschaft“ — nicht offen erklären. In die Enge getrieben, bringt er seinen im nationalsozialistisehen Sinne sachlichen Antrag ein: ״Die Versammlung mißbilligt das Hineintragen von Tagespolitik“. Der Antrag wird von der Versammlung einstimmig angenommen. Dr. L ö w y - Hattendorf stellt in richtiger Erkenntnis der Situation den Zusatzantrag ״in die Deutsche Aerzteschaft“, gleichzeitig beantragt Herr I.oivy, daß der angenommene Antrag mit Namensnennung des Antragstellers Conti der Tagespresse zur Veröffentlichung übergeben wird. Gm sich nun aus diesem für die nationalsozialistische Fraktion unmöglichen Zustand zu retten, wußte diese kein besseres Mittel als zu lärmen. Eine Abstimmung war unmöglich, die Versammlung flog auf. Daß den Aerzten ein beschämendes Schauspiel des tätlichen Angriffs erspart blieb, war nur der besonnenen Haltung der älteren, vor allem jüdischen Mitglieder zu danken. Mein Bericht verfolgt den Zweck, den jüdischen Aerzten Berlins den ganzen Ernst unserer Situation vor Augen z u führen. Wir haben es nicht nötig, unsere jüdische Weltanschauung, unsere jüdische Abstammung, unser jüdisches Selbstbewußtscin einer Contigruppe gegenüber zu verteidigen, vor allem nicht in einem ärztlichen Gremium, das ärztliche Standesfragen zu erledigen hat und kein Forum für rassepolitische oder politische Fragen überhaupt ist. Wo wir aber zur Stellungnahme gezwungen werden — und wo Nationalsozialisten sind, wird es immer der Fall sein — werden wir unseren Standpunkt verteidigen. Wir werden uns nicht vor! der 11 ationalso/iaiistischen Gruppe den Willen ziiiti Handeln nehmen lassen oder die Art unserer Entschlüsse vorschreiben lassen. Die inneren Hemmungen der Nazis, mit Juden zusammenzuarbeiten, wurden von diesen zur Erreichung ihrer Programmforderung schon bei einer früheren Versammlung zurückgestelit: Nach Schluß des offiziehen Teils sah man die Fahrer der Contigruppe zusammen mit den jüdischen Führern der ״Schutzgemeinschaft“ den verlassenen Vorstandstisch besetzen. Die Berliner Aerzteschaft steht geschlossen da, sie wird wie bisher sich dafür einsetz.cn, daß ärztliche Ethik, daß ärztlichcs Standesbewußtsein über politische Verhetzung siegt. Das zu erkennen und danach zu handeln, ist Pflicht der jüdischen Oeffentlichkeit und unseres zionistisch eingestellten Kreises, fm ״Deutschen Aerztcblatt“, dem Organ des Deutschen Aerztebundes, wird folgende Kundgebung des Vorstandes des Bundes veröffentlicht: ״Mit größter Besorgnis verfolgt der Vorstand die immer schärfer in die Erscheinung tretenden Zusammenschlüsse großer Aerztegruppen unter politischer oder konfessioneller Parole, die zugleich eine Spaltung der Aerzteschaft bedeuten und allmählich die aus dem Wesen des Arz.ttums fließenden beruflichen Ideale mit ihrer einigenden Kraft gefährden müssen.... Es erscheint dem Vorstand nicht; mehr angängig, dem Fortschreiten dieser Entwicklung untätig zuzusehen. Wenigstens soll durch eine offene Stellung* nähme auf die für die berufspoiitir-che Einigkeit wie für die Bewahrung des Arztideals gleich verhängnisvolle Wirkung dieser Zeittendenzen in geeigneter Form hingewiesen werden, um die sicher große Zahl derjenigen, die mehr gedankenlos und der Gefahr unbewußt mitmachen, zur Selbstbe* sinnung aufzurufen, ehe die organisatorische Einheit der ״״ ״,1'״1־״'־״A •l:י׳״ ״ י ic•—״i,״״k״u—ui,.״- — Auch Sirasscr ist ,Jude" Das Wort ״Jude“ ist im Munde der Nationalsozialisten längst jedes verantwortbaren tatsächlichen Inhaltes beraubt, ausschließlich zur Bezeichnung des jeweiligen Gegenspielers geworden. Daß Sozialisten, Kommunisten, deutsche Arbeiter, selbstverständlich der gesamte Liberalismus und jeder Liberale, von der nationalsozialistischen Presse schlechthin als ״Juden“ bezeichnet werden, war man schon gewöhnt In der letzten Zeit aber, seitdem der politische Hauptkampt nicht mehr zwischen Rechts und Links, sondern innerhalb der Gruppen der Rechten ausgefochten wird, werden auch alle kurz zuvor als völkische Kampfgenossen anerkannten Personen, sobald sie vom orthodoxen Hitlertum a!)fallen, zu ״Juden“ oder Judenknechten. Papen war Judenkneclrt, Hugenberg ist durch und durch verjudet, Schleicher ist der.Exponent der jüdischen Gemeinde, und nun erleben wir das Schauspiel, daß Gregor Strasser, bis vor kurzem gefeierter ״Reichsorganisations- Leiter“ der NSDAP, und der erste Mann nach Hitler, als ״J u d e“ entlarvt wird. In der Gauführertagung in Weimar hat (nach Otto Strassers ״Schwarzer Front“; Dr. Goebbels behauptet, ״Strassers jüdische Abstammung sei einwandfrei erwiesen“. Damit soll offenbar dein Rivalen der entscheidende Todesstoß versetzt werden. Wir Juden sind dabei in einer seltsamen Situation: wir müssen zuschauen, wie unser Name zu einem lädierliehen Mittel primitiver Politik herabgewürdigt wird.... Daß nach dem großen Aufmarsch der NSDAP, am Biiiowplatz am vergangenen Sonntag in der Nazi-Presse jeder Gegner gleichfalls zum ״Juden“ promoviert wird, bedarf kaum der ausdrücklichen Erwähnung. Die Zeitungen wie ״Angriff“, ״Völ- Irischer Beobachter“ usw. überschlagen sich geradezu in Besch impf ungen des Judentums. Leider muß man annehmen, daß diese Auslassungen trotz ihres offenkundigen Widersinns ihren suggestiven Einfluß auf die Leser dieser Blätter nicht verfehlen. Der ״Völkische Beobachter“ schreibt in einem ״Die a 11 j iid i sc h e Einheitsfront“ überschriebenen Leitartikel: ״Viele Kritikerder nationalsozialistischen Beurteilung der jüdischen Politik haben immer wieder erklärt, es sei doch absurd, den Juden sowohl die Unterstützung des Kommunismus als auch der weltkapitalistischen Finanzpolitik zuzuschreiben. Die letzten Tage haben allen noch aufnahmefähigen Deutschen und Ausländern die gesamte alljüdische Einheitsfront gegen den deutschen Gedanken, ja gegen unser primitivstes Selbstbehauptungsrecht eindeutig erwiesen...“ (!; Daß die nationalsozialistische Verhetzungskampagnc auch vor hochangesehenen deutsch-arischen Persönlichkeiten nicht halt macht und sich durch erstaunliche Roheit auszeichnet, wurde dieser Tage von einem der berühmtesten deutschen Gelehrten, dem Soziologen Ferdinand Tönnies, in einem Leitartikel der ״Vossischen Zeitung“ angekreidet. Tönnies hatte sich gegen den Nazi-Terror im Falle Cohn- Breslau ausgesprochen und war darum von der Nazi-Presse angegriffen worden, die kein besseres Argument kannte, als sich über das Alt,er des Gelehrten lustig zu machen. ״Ein Greis ist seinem■ Wesen nach eine absterbende Erscheinung ... Es wäre zuweilen gut, wenn Ihr in einigen Eurer Professoren nichts weiter als sehr alte Männer sehen würdet.“ (Das ״würdet“ ist, nebenbei gesagt, falsches Deutsch.) In sehr feiner Weise erteilt Tönnies den Rohlingen, die ihn durch einen Hinweis auf den ״Kaufmann von Venedig“ widerlegen wollen, eine Lektion über die Figur des S h y 1 o c k und ihre Rolle in Shakespeares Drama. Es ist wohltuend, einen Mann von wirklicher Bildung und Geistigkeit als Diskussionspartner der Demagogie zu vernehmen. Oh aber seine Worte bei denen, auf die es ankommt, gehört werden, ob diese überhaupt noch denken wollen, muß man bezweifeln. Als stereotype Antwort brüllt ein unsichtbarer Sprechchor sein ״Jude!“; im günstigsten Falle müssen war annehmen, daß seit seinem AHikel ״Sjiylock“ auch Prof. Tönnies zum ,.Juden“ ernannt wird, wenn dies nicht schon früher der Fall gewesen sein sollte. Was gehen uns die Hotters an? Die Affäre des zusammengekrachten Theaterkonzerns der Gebrüder Rotter findet in der Oeffentlichkeit größte Beachtung, wie es nun einmal bei allen Vorkommnissen, die mit dem Theater Zusammenhängen, der Fall zu sein pflegt. Des langen und breiten wird untersucht, wie es kam, wie es war, und wie es schloß. Man entdeckt plötzlich, daß sich hinter den Rotters die ehemaligen Brüder Schaie verbergen, jüdische Studenten aus' der Provinz, die vor Jahrzehnten nach Berlin kamen, um die Reichshauptstadt zu ״erobern“. Das ist ihnen im Laufe der Zeiten, nachdem sie Namen und Vergangenheit, wie man so sagt, ״richtiggestellt“ hatten, gelungen. Mit einem Seitenblick auf die Konkurrenz, Max Reinhardt, begannen sie, unterstützt von Brahm, ihre Karriere. Nach dem Kriege, als das amerikanische Beispiel auf allen Gebieten des Lebens, in Wirtschaft und auch in Kunst, nachgeahmt wurde, schufen sie nach dem Muster der großen ״Traumfabriken“ in Hollywood ihren Mammutkunstbetrieb in Berlin. Es ist hier nicht der Ort und auch nicht unseres Amtes, in die Frage hineinzuleuchten, in welehern Maße die Richtung Rotter das Kunstlcben der Reichs* hauptstadt Berlin gefördert oder geschädigt hat. Daß Autstieg und Wirkung der Brüder Rotter möglich wurden, lag nicht nur — das kann man wohl ruhigen Gewissens be* haupten — in den persönlichen oder ״jüdischen“ Eigen* schäften der beiden, sondern war durch die allgemeinen Verhältnisse einer materiellen und geistigen Inflation, einer amerikassierten, durch den Krieg haltlos gewordenen Großstadtkultur bedingt. Nun sind die Brüder Rotter pleite und der Staatsanwalt fahndet nacli ihnen. In allen Gazetten herrscht maßlose Autregung, und auch solche Zeitungen, die jahrelang fette Annonceii der Firma Rotter zu schlucken und die Reklame* trommel für den Rotter-Konzern zu rühren pflegten, rümpfen jetzt die Nase. Es ist, wie in Heines Gedieht von der Frau Gudelfcld. Solange sie Geld hat, beeilen sich Herzogin und Prinz, mit ihr leutselig zu sein; als Madame Gudclfeld jedoch nichts mehr hat, heißt es, sie stinkt nach Knoblauch. Solange die Brüder Rotter auf der Höhe eines vermeintliehen Erfolges und eines laut ausposaunten Ruhmes wamlelten, rühmte man sich ihrer Freundschaft, und sie selbst taten sich mit ihren guten Beziehungen zu hohen und höchsten Stellen groß. Nun ist das Karten- oder Theaterhaus zusammengestürzt, und man erinnert sich plötzlich; daß die Rotters eigentlich Schaies und kleine Provinzjuden sind. Nichts ist geblieben als der Ausblick auf einen Skandalprozeß und eine neuerliche Belastung des jüdischen Kontos in der Oeftent« lichkeit. Und hier ist der Punkt, wo man sich als Jude ge- Zwungen fühlt, ein paar Worte zu sagen. Was gehen uns die Rotters an? Wirken una Treiben der Rotters war eine Privatangelegenheit, die mit Judentum und jüdischer Gemeinschaft wenig zu tun hatte. Die Rotters waren keine Exponenten jüdischer Betätigung, sie waren auch kein Ausdruck spezifisch ״jüdischer“ Begabung. Erfahrungsgemäß wissen wir jedoch, daß der stolze Satz ״Alle Juden sind für einander verantwortlich“, der in einem gante anderen Sinne als Maxime geprägt wurde, leider auch in solch« Fällen gilt. Der Nachweis nützt nichts, daß eine Verbindung zwischen Judentum und Rotter-Skandal nicht ge* geben ist. Das Faktum bleibt bestellen, daß uns durch diese Affäre eine Last aufgeladen wird, an der wir schwer zu tragen haben. Gerade wir Nationaljuden dürfen uns freimütig zu der Sache äußern. Wir lehnen es grundsätzlich ab, die Existenzberechtigung des Judentums aus Leistungen herzuleiten, die Menschen jüdischer Abstammung auf Gebieten, die außerhalb des Judentums liegen, vollbringen. Wir waren stets skeptisch gegenüber derartigen apologetischen Zusammcnsfdlungen. Wieviel redete man in assimilatorischen Kreisen von der ״jüdischen“ Leistung auf dem Gebiet des Berliner Theaters! Wir denken anders. Wir verkennen nicht, daß da und dort ״jüdische“ Eigenschaften mitspielen, aber es fehlt jede jüdische Verantwortung und jüdischer Geltungswille. Weder ist Rotters ״Ruhm“, solange es gut geht, ,,jüdischer" Ruhm, noch ist ihr Zusammenbruch der Untergang eines jüdischen Systems. Daß die Affäre antisemitisch ausgebeutet wird, versteht sich heute fast von selbst. Man wird sich aber gewöhnen müssen, nur das dem Judentum zuziirechnen, was sich der jüdischen Verantwortungsgemeinschaft einglicdert. Dies zu bewirken, ist Ziel einer jüdischen Politik, Erster Wizo- und KKL-Bazar in Riga. Chanukkah, den 2723 ״. und 29. Dezember, hat in Riga der erste gemeinsame Bazar der Wizo und des KKL stattgefunden, der einen überaus glänzenden Verlauf genommen hat. Die schöne Deko,- ration, die interessanten Kioske (Wizo, KKL, Shani, Handarbeiten hiesiger Frauen), eine reich beschickte Palästinaausstellung und nicht zuletzt die allgemein zugänglichen Preise, lockten täglich große Scharen von Besuchern herbei, denen in anschaulicher Weise die Bestrebungen des Zionismus nähergebracht wurden. Wizo und KKL können mit Befriedigung einem guten materiellen und glänzenden moralischen Erfolg verzeichnen. Kongreß ־ Schekel - Sammlung Wir bitten alle Orts-Schekel-Kommisslonen und Schekel- Vertrauensleute davon Kenntnis zu nehmen, daß die Verteilung der Schekelblocks bisher noch nicht stattfinden konnte, weil unsere Verhandlungen mit der Zionistischen Exekutive bezüglieh der Festsetzung des Schekelpreises noch nicht abgeschlossfn sind. Sobald dies erfolgt sein wird, werden wir die Schekelblocks sofort zum Versand bringen. Di8 Landes ■Scnehelhcmmisslon ln aller Kürze Der Völkerbundsrat hat in seiner Sitzung vom 24. Januar den Bericht der Mandatskommission über ihre letzte Session im November 1032 sowie die Bemerkungen (observations) der Mandatskommission zu den Berichten der Mandatare zur Kenntnis g e n o m m e 11. Der Berichterstatter im Völkerbundsrat, der tschechoslowakische Außenminister Dr. Bene?, gab in seinem mündlichen Bericht die von uns bereits veröffentlichten Konklusionen der Mandatskommission wieder. Dr, Beneg fügte seinerseits nur hinzu, er sei siciier, daß der Völkerbundsrat an diesen Bericht den Wunsch knüpfen wird, daß die Bemühungen der englischen Mandatarmacht, die besonderen Probleme Palästinas einer Lösung ziizuführen, von Erfolg gekrönt sein möge. ln Berlin ist zu einem zweiwöchigen Aufenthalt Rabbi Abba Hille! Siiver, Rabbiner am israelitischen Tempel zu Cleveland, der jetzt zweitgrößten liberalen Gemeinde der Vereinigten Staaten, eingetroffen. Rabbi Siiver, geboren 1393 in Litauen, ist Mitglied der Exekutive der Zentralkonferenz amerikanischer Rabbiner, des Komitees für jüdischen Unterricht der Union amerikanisch-jüdischer Kongregationen und des Kuratorimns des Hebrew Union College. Er ist ein führender Zionist, ehemals Mitglied der Brandeis-Gruppe, auch von den Zionistenkongressen bekannt, und einer der beliebtesten Redner Amerikas. Die polnische Zentraleinfuhrkoimnission hat ein Kompen* sationsgeschäft polnischer Holzexportcure mit sechs paiästi« nens ischen Frucht ii and eisfirmen getätigt, in dessen Rahmen die palästinensischen Firmen Kistenholz aus Polen beziehen und dagegen Jaffa -Orangen nach Polen liefern werden, welch letztere zu den Minimalzöücn verzollt werden sollen. Das Berufungsgericht hat die arabischen Ansprüche auf tausende Dunam Keren Kajemeth-ßoden an der Haifa* Bucht endgültig z u r ü c k g e w i e s e n. Im Budgetausschuß des tschechoslowakischen Abgeordnetenhauses sprach der jüdische Abgeordnete Dr. Angela G o 1 d s t e i n über die Schulforderungen der jüdischen Minderheit in Karpathorußland und erklärte, daß die Juden in Karpathorußtand als nationale und sprachliche Minderheit berechtilgt seien, zu verlangen, daß ihr Schulwesen, das hebräische Gymnasium und das hebräische Volksschulwerk, aus staatlichen Mitteln erhalten werde. Lord Melchett an Dr. Leiewer. Aus Anlaß des Abschlusses seiner großen Makkabi-Rcise sandte Lord Melchett aus Palästina an Dr. L e 1 e w e r nach Berlin das folgende Telegramm; ״Meine erste Makkabi-Totirnee habe ich in Tel-Awiw beendet, Ich bin von den Makkabi-Leistungcn begeistert. Ich beglückwünsche Sie zum Aufbau dieser großartigen Organisation und werde mit ihnen und der Exekutive dieses Werk energisch fortführen,“

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