Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 103 (28.12.1937)
- Date
- 1937-12-28
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 2 JODISCHE RUNDSCHAU Nr 103 28. XII. 1937 tung der Juden in der Welt begründet ist. Zu neuen Ufern? Nein, in alte Irrtümer! Wir sind mit schwerer Sorge für die Zukunft erfüllt. In diesem Frühjahr werden wieder einige Tausend ,jüdischer jugendlicher von den Schulen entlassen werden. Was wird aus diesen? Sollen sie in kaufmännische Lehrstellen geschickt werden? Will inan sie zur Fortsetzung ihrer Schulbildung in Gymnasien, Pensionatc und sonstige Institutionen gleicher Art des Auslandes schicken? Oder sollten wir nicht alle Kräfte an spannen, die Masse dieser Jugend* liehen unabhängig von dem Ziele ihrerWanderung insolche Berufe zu bringen, dieihnendas Leben überall in der Welt später auf produktive Art ermöglicht? Nicht allein Berufsum- Schichtung von Menschen, die schon einen anderen Beruf hatten, kamt uns helfen, sondern eine Berufsausbildung zu neuen Berufen, die in einem Alter einsetzt, wo es noch möglich ist, den Menschen ganz anders in seinem Beruf zu verwurzeln, als dies in späterem Alter möglich ist. Wir kennen alle die Einwände — daß nicht jeder für eine körperliche Arbeit tauglich ist, daß man den Begabten helfen müsse. Nachdem wir Hunderte von Jahren einen Weg des Irrtums gegangen sind und nur in einem schwierigen und schmerzlichen Prozeß die Fehler einer Vergangenheit• wieder gutmaclien können, dürfen wir cs uns einmal erlauben, auf unsere Begabten weniger Rücksicht zu nehmen. Wenn es uns gelingt, an Stelle von matrics, Diplomen und Zeugnissen, Titeln und akademischen Graden eine echte jüdische und charakterliche Bildung zu setzen, Mensehen zu bilden, die kraftvoll mit beiden Beinen in ihren neuen Berufen stehen, Juden, die in einer für sie schwer zu ertrageiulen Welt mit Ruhe und Sicherheit von ihrer 1fände Arbeit leben können, dann wird cs nicht zweifelhaft sein, welchen Weg wir zu gelien haben. Lin gesättigtes Bürgertum konnte sich den Luxus erlauben, seine Kinder .,etwas Besseres“ werden zu lassen. Lin Judentum an der Schwelle des Abgrundes hat dafür zu sorgen, daß aus seinen Kindern ein arbeitendes und hartes Geschlecht wird, das überall in der Welt, wo es seinen Platz finden wird, ein produktives Element wird. Anfechtung einer kinderlosen Mischehe An die Juden in Deutschland! I« dem nunmehr beginnenden Kalenderjahr 1938 kann der Zentralausschufl für Hilfe und Aufbau bei der Reichsvertretung der Juden in Deutschland auf eine Tätigkeit von 5 Jahren zurückblicken. In dieser Zeit hat er sich auf den 5 Hauptgebieten seine» Wirkens« Wanderung — Berufsausbildung und -Umschichtung Schulwesen — Wirtschaftshilfe — Wohlfahrtspflege zu der zentralen Planstelle entwickelt, die als öffentliche Hand aus der wirtschaftlichen und sozialen Hilfsarbeit für die Juden in Deutschland nicht mehr wegzudenken ist. Der Auflösungsprozeß der Judenheit In Deutschland setzt sich fort. Etwa ein Drittel des früheren Bestandes der jüdischen Bevölkerung hat Deutschland bereits verlassen, viele stehe□ vor ihrer Auswanderung, viele weitere müssen folgen. Die Notwendigkeit, diesen Vorgang zielbewufit durch zweckmäßige Berufsausbildung und durch geeignete Wanderungsplanung in geordnete Bahnen za lenken und durch planmäßige Aufbauarbeit den Weg in die Zukunft zu ebnen, besteht weiter. In gleichem Umfange verbleibt die Verpflichtung, der Not des Tages zu begegnen und für die Zurückbleibenden zu sorgen. So ist es nötig, daß die Juden in Deutschland ihr großes konstruktives Werk ferner erhalten und festigen. Mit der gleichen Entschlossenheit und dem gleichen Selbstvertrauen, mit dem alle helfenden und aufbauenden Kräfte in den verflossenen Jahren das Werk geschaffen und getragen haben, muß die Lösung der verbliebenen Aufgaben in Angriff genommen werden. Die Arbeit hierfür soll im Jahre 1938 unter der Parole ״Fünf Jahre Hilfe und Aufbau“ fortgeführt werden. Diese Parole soll verpflichtend mahnen, die Energien wach zu halten, sich keiner unberechtigten Verzweiflungsstimmung hinzugeljen und nicht über den persönlichen Sorgen die Sorge für das Schicksal der Gemeinschaft zu vergessen. Erneut rufen wir die Juden ln allen Gemeinden und ln allen Gruppen auf, sich dessen bewußt zu bleiben, was diese Ihre Gemeinschaft von ihnen fordern darf und weiter fordern muß. Was uns ״Hilfe und Aufbau“ in S Jahren war, muß jüdisches Verantwortungsbewußtsein und jüdischer Opfersinn aufrecht erhalten and aasbauen. Fünf Jahre Hilfe und Aufbau! Helft weiter! Die rassische Zugehörigkeit eines Menschen ist nach der Rechtsprechung als eine persönliche Eigenschaft anzusehen, ein Irrtum über die Bedeutung der Rasse\erschic(lenhcit berechtigie heim Vorlieben der 'sonstigen Voraussetzungen zur Anfechtung einer Mischehe, für die die gesetzliche Frist von sechs Wochen ein/.uhalten war. Die Erkenntnis der Rassenfrage batte sich, wie che Gerichte wiederholt ausgesprochen haben, bereits Ende 1913 durchgesetzt. Die Nürnberger Gesetze haben an diesen Grundsätzen der Gerichtspraxis nichts geändert, so daß die im Hinblick auf die Gesetze erhobenen Anfechtungsklagen wegen Fristablaufs erfolglos blieben (vgl. hierzu ,Jüdische Rundschau“ vom 19. Mai 1936, 14. und 28. Juli 1936). Ein neuerdings bekanntgewordenes Urteil des Landgerichts Rudolstadt vom 22. Februar 1937 hat demgegenüber eine Anfechtung einer kinderlosen Mischehe im Einverständnis des rassefremden E 11 eteils auch nach Ablauf der Anfechtungsfrist durchgreifen lassen. Es handelte sich um eine im Jahre 1931 geschlossene Ehe einer Arierin mit einem Volljuden. Die Eheleute, die in einer evangelischen Kirche getraut worden waren, hatten sich Anfang 1935 getrennt. Die Klägerin stützte die Anfechtungsklage darauf, daß sie erst durch die Nürnberger Gesetze die Kenntnis davon erhalten habe, daß ihr Mann als Volljude ein Mensch anderer Rasse sei. Der Beklagte wandte gegen die Klage nichts ein. Das Landgericht hat die Ehe wegen begründeter Anfechtung für nichtig erklärt. Die Gründe fuhren aus, daß in diesem Falle die Vor- Schriften der §8 1337 11, 1339 BOB. über Bestätigung der Ehe und Ablauf der Anfechtungsfrist der Rechtswirksamkeit der Anfechtung nicht entgegenstehen. Belange von K i ndem an der Aufrechterhaltung diese Ehe fallen fort, da aus der Ehe keine Kinder hervorgegangen sind. Die AH gemein heit hat. wie das Urteil darlcgt, ebenfalls kern Interesse am Fortbestand dieser Ehe, wie aus dem Mischehenverbot und dem Verbot des außerehelichen Verkehrs zwischen Juden und Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes in der Nürnberger Gesetzgebung vom 13. September 1935 hervorgelie. Belange des Ehemanns fallen ebenfalls fort, da er sich mit der Nichtigkeitserklärung der Ehe einverstanden erklärt hat. Grundsätzlich ist /war eine solche Erklärung in Ehesachen unerheblich, jedoch ist sie in diesem Falle beachtet worden, weil ein Interesse der Allgemeinheit am Weiterbestehen der Ehe nicht vorliegt. Was alles möglich ist. Die Große Strafkammer des Leipziger Landgerichtes hatte sich mit folgendem Fall zu beschuftigen. Auf der Anklagebank saß der in Berlin geborene, 28 Jahre alte llalbjude Morst S. Er schrieb im März 1934 aus Maile an eine antisemitische Musikzeitschrift in München und bot sich ihr als Abonnentenwerber, Anzeigen- Werber und Berichterstatter :111. Auf die Anfrage des verantwortlichen Schriftleiters, oh er Arier sei, fand S. folgende Antwort: ״Zu Ihrer gefälligen Orientierung teile ich Ihnen mit, daß ich katholisch und katholischer Abstammung bin...“ ln der Folgezeit betätigte er sich nun als Mitarbeiter dieser Zeitschrift. Erst später kam heraus, daß S. Halbjude war. Er wurde wegen Betruges in zwei Fällen zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. £ebzte Sft>d#beicf+1is£e■ Frankfurt. Fußball: Bar Kochba Frankfurt l gegen Jtus Nürnberg I 3:0; Bar Kochba Frankfurt fl gegen Jtus Nürnberg II 1:4. — Hockey: Hakoah Köln gegen Bar Kochba Frankfurt 3: 2. Palästina. Fußball: Nach Beendigung der Meisterschaften im Fußball gab es eine Reihe von Freundschaftsspielen mit den ins Lana gekommenen englischen Regimentern. Da diese über eine erhebliche Spielstarke verfügen, mußte die Mannschaft des Makkabi Tel Aviv dem North-Staffordshire- Regiment einen 2:1-Sieg überlassen, während Hapoel Tel Aviv sich der gleichen Mannschaft mit 2:6 beugen mußte. — Handball: Die erste Runde der Makkabi-Meisterschaften ist nahezu beendet, und an der Spitze liegen Amal Tel Aviv, Makkabi Pctach Tikwa vor Makkabi Jerusalem. - Oesterreich. Die Wiener Gau-Schwimm-Meisterschaften brachten den Hakoah-Schwimmern mehrere Erfolge. Im 100 m Crawl für Damen belegte Fräulein Pick mit 1:19,3 Minuten den dritten Platz, während Fräulein Kreindler die 100 in Rücken in 1:26,9 Min. als Zweite beenden konnte. Ellbogen siegte in 2:53,2 Min. im 200-m-Bnistschwimmen, während die 3 X 100-m-Damen-Lagcnstaffel der Hakoah in 4:24,3 Min. nur knapp geschlagen wurde. In der Gesamt• Wertung liegt die Hakoah mit 218 Punkten an B. Stelle, Berlin, Ende Dezember 1937 Reichsvertretung der Juden in Deutschland Jüdisches aus Frankreich Von unserem Berichterstatter K. Paris, im Dezember Die Arbeit des Reiisgiö-Hilfskomitees. Das Pariser ״Comite d’Assistance aux Refugies“ erläßt einen neuen Aufruf um Unterstützung seiner Arbeit durch die französischen Juden. Er teilt mit, daß jede Spende durch den American Joint verdoppelt wird. Der Aufruf gibt außerdem einen Ueberblick über die Arbeit des Komitees seit seiner Umformung im Juli 1936. In der Zeit von seiner Umgründung bis Oktober 1937 hat das Komitee 15 957 Besucher empfangen, 6298 Personen eine sofortige Hilfe gewährt und 4617 Personen die Existenzgründung in Frankreich ermöglicht. Die Ausgaben des Komitees beliefen sich in dieser Periode auf 1,696 Millionen Francs, von denen 1,372 Millionen Frcs. zur Existenzgriindung und 185000 Francs für unmittelbare Hilfe verwandt wurden. Die administrative Situation von 598 Personen wurde geregelt, wozu weitere 100 000 Francs erforderlich waren. Es wurden Flüchtlinge in folgenden Berufen etabliert: 108 Kaufleute, 78 Schneider, 48 Modesalons, ferner Restaurateure, Lebensmittclhandlungen, Landwirtschaften usw, Berufsumschichtunfi;. Es ist eine verstärkte Aktiv!• tat der jüdischen Organisationen fcsizustcllen, die sich mit der Berufsumschichtung der jüdischen Jugend in Frankreich befassen. Bereits kürzlich konnte an dieser Stelle auf die Umwandlung der jüdischen Jugendherberge ln Chateau de Maule in ein Lehrgut des Hechaluz berichtet werden. Auf diesem Lehrgut wird vor allem Milchwirtschaft, Hühnerzucht lind Gartenbau gelehrt werden. Die von den Kreisen der jüdischen Gemeinde in Bordeaux 1936 gegründete ״Association potir le developpement de l’Agriculture parmi la jeunesse israelite de France“ ist jetzt nach Paris übcrgesiedelt, um ihrer Tätigkeit eine breitere Basis zu geben. Die Organisation will vor allem junge Auswanderer aus Deutschland in der Umgegend von Bordeaux ausbilden und eventuell ansiedeln. Darüber hinaus will die Vereinigung die Idee der Berufsurnschichtung in der Landwirtschaft unter der jüdischen lugend in Frankreich propagieren und außerdem den jungen Landwirten die Produktionsmittel bei ihrer Ansiedlung liefern. Die ,,Association“ wird ihr Büro in den Geschäftsräumen der jüdischen Gemeinde von Paris haben. Auch der ״ORT“ hat jetzt seine Tätigkeit in Frankreich in verstärktem Maße aufgenommen. Die Organisation des ״ORT“ ist jetzt dem Internationalen Bureau des technischen Unterrichtes (IJIET) beigetreten. Diese internationale Organisation war auf dem Kongreß des technischen Schulwesens, der anläßlich der Weltaussteilung in Paris stattfand, gegründet worden. In ihr sind 32 Regierungen und große internationale Organisationen vertreten. Schließlich sei noch auf die Diskussion hingewiesen, die in der ״Revue Juive de Geneve“ über die Ansiedlung von Juden in Frankreich geführt wird. Nach einem Vorschlag von Raoul Mourgues sollten Versuche mit der Ansiedlung von Auswanderern aus Deutschland, die bisher keine Existenz efunden haben, gemacht werden. Es ist allerdings nicht as erste Mal, daß dieser Vorschlag in der französischen Oeffentlichkeit gemacht wird, und es hat auch — besonders zu Anfang der Emigration — an wohlmeinenden Versuchen in dieser Richtung nicht gefehlt. Bisher haben diese Siedlungsversuche, von denen man allerdings sagen muß, daß sie großenteils unter unzureichenden Voraussetzungen unter• nommen wurden, keine Erfolge zu verzeichnen genabt. Jüdische Kunst, Die Freunde des kürzlich verstorbenen Malers Ryback hatten bereits vor einigen Monaten eine ״Fondation Ryback“ gegründet, die ein Album zu Ehren des verstorbenen Künstlers herausgeben sollte. Dieses Album ist jetzt herausgekommen und wurde in einer Feierlichkeit der Witwe des Malers überreicht. Das Album enthält Reproduktionen der Bilder und der Keramiken des Künstlers und Beiträge bekannter Kunstkritiker in jiddischer Sprache. — Anfang Januar findet in dem Pariser Saal Gaveau ein Konzert jüdischer Volksmusik statt. Unter anderem wird ein Präludium für Orgel von dem jüdischen Komponisten Vladimir Dyck erstmalig aufgeführt werden. Isaak Feuer ring j Unmittelbar vor Redaktionsschluß erhalten wir aus Je• r us a lern die Trauernachricht, daß Sonntag Isaak Feuerring gestorben ist. Feuerring, der aus dem Herzi-Bund hervorgegangen ist, war in der Nachkriegszeit jahrelang an führender Stelle in der zionistischen Bewegung in Deutsch-!and tätig und hat auch längere Zeit dem Geschäftsführenden Ausschuß der Zionistischen Vereinigung für Deutschland angehört. Einer Familie mit alter jüdischer Tradition verbunden, hat dieser Mann neben seinem anstrengenden Berufsleben systematisch jüdische Bildung betrieben und hat schon vor langer Zeit eine völlige Beherrschung der hebräischen Sprache und eine gute Kenntnis der alten und neuen hebräischen Literatur sich angeeignet. In allen zionistischen Fragen war sein kluges und besonnenes Urteil ebenso geschätzt wie seine konziliante persönliche Form. Wiederholt hat er bei zionistischen Delegiertentagen in entscheidenden Momenten eine aktive Rolle gespielt; wir erinnern nur an den Delegiertentag in Jena im Dezember 1929. Die Freunde, die Isaak Feuerring im letzten Sommer in Zürich beim Kongreß, den er von Palästina aus für kurze Zeit als Zuschauer besuchte, gesehen haben, nahmen den traurigen Eindruck mit, daß er unter einer schweren und gefährlichen Krankheit leidet. Dieser Krankheit ist er jetzt in Jerusalem zum Opfer gefallen. Ein großer Kreis von Zionisten in Deutschland und Palästina, eine große Zahl von Freunden trauern mit der Familie an der Bahre dieses viel zu früh Verstorbenen. ,Verantwortlicher Redakteur: Dr. Robert Weltsch, Berlin-Charl 9 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt Loewenstein, Berlin W 15. Anzeigenleiter und verantwortlieh für den Inhalt der Anzeigen: Erich Liepmann, Berlin W 15. Gültig Anzeigen - Preisliste 5 vom 1. April 1938. Verlag und An- *eigenverwaltung: Jüdische Rundschau, Berlin W15, Meinekestr. 10. DA 111/1937 28 804. — Druck: Siegfried Scholem, Betlin-Schönebefg. Die rumänischen Wahlen Die Jüdische Partei in Rumänien erreichte bei den Kammerwahlen 46000 Stimmen, d. h. 1,7 »0 der abgegebenen Stimmen. Es ist noch nicht klar, ob auf Grund dieses Ergebnisses jüdische Deputierte gewählt worden sind, da die Zuteilung der Wahlprämie mangels eines 40 ״,,eigen Erfolges einer einzigen Partei nicht erfolgen dürfte. Sollten daher auch auf die kleinen Parteien Mandate entfallen, so würden als Kandidaten der Jüdischen Partei in das Pariament einziehen: Dr. Theodor und Julius Fischer, Rabbi Zirelsohn und Dr. Mayer Ebner. PalMstina-VortrSge in Wien. Aus Wien wird uns berichtet: In den letzten Tagen weilte Dr. Elias Auerbach, der im Aufträge der Jewish Agency und des Direktoriums des Keren Hajessod eine Europareise absolvierte, auch in Wien, wo er bei einem vom österreichischen Keren Hajessod veranstalteten Presseempfang Informationen über die Situation in Palästina gab. Einen sehr interessanten Vortrag über das Thema ״Okzident — Altneuland — Orient“ hielt Dr. Auerbaeh in einer Versammlung der österreichischen Keren Hajessod-Zahler. Zuletzt sprach Dr. Auerbach in einem von der ״Gesellschaft der Freunde der Hebräischen Universität“ veranstalteten Vortrag über ״Die verlorenen zehn Stamm e“. Todesfall. Unser Wiener j. R.-Berichterstatter schreibt uns: Nach langjährigem Leiden ist hier im 59. Lebensjahr Naftali Meir Racker gestorben. Er war ein bekannter jiddischer Publizist und hat schon im Weltkriege^ aber insbesondere in den ersten Nachkriegsjahren als Schriftleiter der täglich erscheinenden jiddischen ״Wiener Morgenpost“ viel für die Verbreitung der jüdisch-nationalen Bewegung in Oesterreich geleistet. Die ״Wiener Morgenpost“ war die Vorläuferin der späteren deutschsprachigen zionistischen ״Wiener Morgenzeitung“. m ii