Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 102 (24.12.1937)
- Date
- 1937-12-24
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 102, 24. DEZEMBER 1937 SPOR t י* . __J Die Wintersport ■Meisterschaften des Deutschen Mattkabi• kreises finden Ende Januar in Grumvald (Kreis Glatz in Schlesien! statt. In Grumvald ist ein ideales Gelände vorhanden, das für die Durchführung in jeder Beziehung geeignet ist. Soio: »uu.b; Meldeschluß: 10• Januar (nur für Mitglieder des Makkabi) HIIIIIIIIIII!l!1m1!lll!llll!|ll!llll||l1m1ll!lllllm1lllllll!llllll[!lll!l!IMIMIIIIII!ll!!IHIII!lllllllMII!ll1mlllll1m!lll|l!lll!IMIIIIIIIIII>lll Bar Kochha gewinnt argentinische Tischtennis - Meisterschaft ln Buenos Aires fand die Entscheidung um die Gruppenmeistcrschaft im Rahmen des ,,Campeonato Metropolitano“ s־tatt Fm Endkampf standen sich zwei jüdische Vereine gegenüber: Makkabi Buenos Aires gegen Bar Kochba Buenos Aires. Die Tum- und Sportgruppe Bar Kochba, die sich zum ersten Male an dieser Meisterschaft beteiligt«, liatte die besten Spieler ihrer ersten Mannschaft eingesetzt. Nach sehr schönem und hartem Kampf gelang es Bar Kochba, seinen Gegner zur Niederlage zu zwingen. Mit dem Ergebnis 3 :2 errang Bar Kochba die Gruppenmeisterschaft und gelangte somit in den Besitz des Fokales sowie von sechs Medaillen. _ Außerdem fand das Finale um die argentinische Einzelmeisterschaft i!n Tischtennis statt. Erwin Kohn vom Bar Kochba Buenos Aires, dreimaliger Tischtennis-Meister von Oesterreich, kämpfte sich, nachdem er den vorjährigen Meister mit großer Ueberlegeriheit besiegen konnte, bis zur Schlußrunde durch. Der Saal war dichtgefüllt, die ״Gruppe deutschsprechender Zionisten“ war durch ihren Präsidenten vertreten und zahlreiche Bar Kochbaner hatten sich eingefunden. Die beiden Meisterschaftsanwärter Diez (Tischtennis-Meister von 1936) und Kohn (Bar Kochba Buenos Aires) stellten sich zum Kampf. Es gelang dem Bar Kochbaner, seinen Gcgner nach überlegenem Spiel verhältnismäßig leicht zu schlagen und alle drei Sätze haushoch zu gewinnen. Erwin Kohn spielte mit Sicherheit und Ruhe. Er war dauernd im Angriff, servierte seinem Gegner unhaltbare Schinetterbälle und setzte seine Bälle haargenau auf die Kante, für Diez fast unerreichbar. Die entscheidende Ueberlegcnheit Kohns ist am deutlichsten aus dem Ergebnis der drei Sätze ersichtbar, die er wie folgt gewann: 21:7, 21 :10, 21 :11. r— MAGISTER KIRSCHgute llkAf Magister-Likörfabrik, München VII Die Handball-Rundenspiele Vor Interessanten Kämpfen Nachdem die Vorspiele der handballtreiberiden Vereine des Berliner Spielausschusses nun bis auf ein Spiel ihr Ende erreicht haben, läßt sich ein Rückblick auf die stattgefundenen Kämpfe und ein Vorbericht über die beginnenden Rückspiele geben. Der jetzige Stand der Tabelle der ersten Männerklasse sieht wie folgt aus: Bar Kochba-Ilakoah -I- 11 - 1 Box-Club Berlin 8 2 JSK. JSC. 33 9 - 3 12 — 4 Die Tabelle zeigt, daß alle vier Mannschaften nahezu f leichwertig sind. Der Bar Kochba-Hakoah, der an der pitze steht, konnte gegen den JSK. lcdiglicli ein Unentschieden erzielen, während die anderen DvTi!• Konkurrenten von ihm geschlagen wurden. Die JSG. dagegen mußt« bereits zweimal die Punkte abgeben, so daß sie unter diesen vier Spitzenanwärtern an letzter Stelle steht, während der Box- Club erst ein Spiel verloren hat und so als harter Konknrrent für den Makkabivercin an zweiter Stelle steht. Wenn auch alle Mannschaften jedesmal mit einem Punkt getrennt sind, und der Unterschied zwischen dem Tabellenersten und dem Vierten bereits drei Punkte beträgt, so steht es doch von vornherein fest, daß die Kämpfe erst dann entschieden sind, wenn die Rückspiele beendet sind. Und diese Rückspiele werden wohl das Interessanteste sein, was wir im hiesigen Uaiidball-Rundenspielhetrieb erlebt haben. Erhalten doch alle Mannschaften, bis auf die des Bar Kochba-Hakoah, für die zweite Hälfte eine Verstärkung, so daß die Spielstarke erheblich über der liegen wird, die in den Vorspielen als Maßstab gewertet werden konnte. Beim JSK. wird der ehemalige Bar Kochbaner Erwin Spandau einen Zuwachs bilden, der ausschlaggebend für den Ausgang der Pflichtspiele sein kann. Die JS(1. wird durch den außerordentlich guten Spieler Chuizcn verstärkt werden, während die Mannschaft des Box-Clubs in I lenoeh eine wesentliche Stütze erhält. Ueber den Ausgang der zu erwartenden Spiele ist nichts zu sagen. Aber es stellt außer Zweifel, «laß sie durchweg spannend, hart und schön sein werden. Wer am Ende der Saison die Spitze der Tabelle einnehmen wird, das wird an den kommenden Sonntagen auf dem (irmiewald-Sportplatz entschieden werden. Was bringt der Sonntag? Frankfurt a, M. Sportplatz Sondershauser Straße, Freundschaftsspiele. Fußball: 14.15 Uhr: Bar Kochba Frankfurt 1 gegen Jtus Nürnberg I; 12.30 Uhr: Bar Kochba Frankfurt 11 gegen Jtus Nürnberg II. Hanau. Freundschaftsspiel. Fußball: 14 Uhr: JJB. Hanau 1 gegen Bar Kochba Mannheim I. Karlsruhe. Freundschaftsspiele. Fußball: 12.00 Uhr: Hakoah Karlsruhe Jugend gegen Bar Kochba Offenbach Jugend; 13.45 Uhr: Hakoah Karlsruhe I gegen Bar Kochba Offenbach I. — Handball: 13.00 Uhr: Hakoah Karlsruhe Damen gegen Bar Kochba Offenbach Damen. — Tischtennis: 16—19 Uhr: Klubkampf Hakoah Karlsruhe gegen Bar Kochba Offenbach. Auch in Leipzig wird geboxt Der Bar Kochba Leipzig, dessen Box-Abteilung ain vergangenen Sonntag mit einer gelungenen Veranstaltung vor die Oeffentlichkeit trat, bewies, daß die Breitenarbeit, die jetzt das wichtigste Gebot der Stunde (larstellt, auch von Vereinen gepflegt werden kann, denen nicht immer die nötigen Voraussetzungen dazu gegeben sind. Die Kämpfe brachten durchweg guten Sport, darüber hinaus einer Reihe von Naehwuchs-Boxcrn Gelegenheit, ihr ausgezeichnetes Köunen unter Beweis zu stellen. Besonders die jugemlboxer des Fliegen- und Papiergewichtes sorgten für interessante und abwechslungsreiche Kämpfe. Im Federgewicht siegt« gegen Isaksohn im Vorkampf O. Lieser, der auch den Endkampf um die Vereinsmeisterschaft gegen Gradus I nach Punkten gewinnen konnte. Die übrigen Begegnungen brachten folgende Ergebnisse: Jugcnd-Papiergcwicht: Singer schlägt Schärfling n. P.; M. Lieser schlägt Seerock n. P.; Jugend- Fliegengewicht: Seßler schlägt Neufeld k. o. in der dritten Runde, Gradus II schlägt Süßkind I n. P. Weltergewicht: Glaser siegt gegen Nudelmann durch Disqualifikation, dritte Runde. Schwergewicht: Spiegel schlägt Prinz n. P., Eisler schlägt Spiegel n. P. Die Leipziger Boxer bewiesen durch diese Kämpfe, daß sie für die im Januar stattfindenden Boxmeisterschaften, an denen sich alle Mitteldeutschen Makkabi-Vereine beteiligen, gut gerüstet sind. Makkahisport im Mainkreis Bei den wenigen Freundschaftsspielen des letzten Sonntags im Mainkreis kam es zu überzeugenden Makkabisiegen. Im Frankfurter Fußball gab es an der Sondersfiauser Straße ein wahres ״Schützenfest". Der JSpV. Offenbach konnte cs im Kampfe gegen die ersatzgesehwächte Mannschaff des Bar Kochba Frankfurt nicht einmal zu einem Ehrentreffer bringen und zog schließlich mit einer 0 : 13 (0 :8)-Niederlage nach Hause. — Einen einwandfreien 6:2 (3 :1)-Sieg errang auch Bar Kochba Offen bach f gegen Bar Kochba Frankfurt II. Sport - Allerlei Auf den Anfang des kommenden Jahres stattfind enden Tischtennis- W e 1 t 1!1 e i s t e r s e 11 a f t e n werden u. a. Finkelstein und Finbcrg Palas,ina vertreten. Finkeistein placierte sich bekannt!!.,! in W ien bei den letzten Weltnieistcrschaften an 5. Stelle, während Finberg lettischer Meister ist und Sieger auf der II. Makkabiah war, ♦ Die vom Deutschen ,Makkabikreis eingesetzte Kommission, die die Vorfälle anläßlich des Fiißhall-Makkabi-End- Spieles am 5. Dezember auf dem (irunewald-Sporfpiatz zum Anlaß einer Untersuchung nahm, bat die schuldigen Spieler, die die Zwischenfalle bei diesem Spiel herbeiführten, bestraft. Die Bezirke Berlin-Brandenburg und Mitteldeutschland im Deutschen Makkabikreis werden im Januar den gemeinsamen Rundenspiel betrieb im Handball und Fußball eröffnen. Am 9. Januar wird Bar Kocliba Dresden in Berlin zu Gast weilen, um gegen die Mannschaften des Hagihor anzutreten. Am gleichen Tage spielt Bar Kocliba Hakoah in Leipzig gegen den dortigen Bar Kochba. Eine Woche später finden in Dresden die beiden Spiele zwisehen Bar Kochba Dresden und Bar Kochba Leipzig statt, während am 30. Januar der Bar Kochba Leipzig Hagibor Berlin zu Gast hat. (Die Spielansetzungen für den .Monat Februar folgen.) Die Jugend-Alijah aus Deutschland in Deganiah, Afikim und Kincreth treibt außerordentlich viel Sport. Es werden die verschiedensten Sportarten mit Unterstützung der Kwuzoth getrieben. Hand- und Fußball, Korbball, Leichtathletik, Gymnastik, Schwimmen, Tischtennis und Boxen werden in großem Umfange gepflegt. Besonderes Interesse herrscht für Handball und Fußbali. So konnte z. P>. die Mannschaft von Deganiafi B nach hartem, schönen und fairen Kampfe Afikim mit 9:5 schlagen. Audi in den anderen Sportarten werden laufend Kämpfe ausgetragen. Basket-Ball In Alexandrien gelang es dem Makkabi, die Mannschaff ״L’Ibrahimieh S. C.“ mit 31 :23 zu schlagen. Die B a s k c t b a 1 I - M a n 11 s c h a f t des Makkabi Tel Aviv schlug Makkabi Rechowoth mit 43 : 14. Makkabi Tel Aviv hat zur Zeit keinen ernsthaften Gegner, der ihn gefährden könnte. Der Makkabi Ncss-Zionah konnte die Mannschaff des Makkabi Chederah mit 12:8 abfertigen. In Kairo wird zur Zeit um den ״C 11 e r b i n i - P 0 k a 1“ gespielt. Die Hakoah d'l ieiiopolis konnte bereits sowohl die ägyptische Nationalmannschaft als auch die Polizei schlagen. yt in da WeU Die Jüdische Rundschau hilft Adressen suchen (Unter dieser Rubrik veröffentlichen wir Anfragen aus unserem Leserkreise betreffend den Verbleib vermißter Freunde. Jeder Anfrage sind zwei Briefmarken (bzw. aus dem Auslande zwei internationale Antwortscheine) beizulegen. Diejenigen Leser, die über den Verbleib der Gesuchten Auskunft geizen können, werden um Mitteilung ersucht.) Nr. 41. Frau Rosa Kaplan, geb. Horwitz (aus Ostrowo), Berlin, Köpenicker Str. 29, sucht Morris Simon und dessen Söhne Langford und Emanuei, zuletzt New York, Katharina- Street 80; ferner Anna Scliampain, geb. Weber, aus Winterthur, Nathan Kaplan, New York, sowie Louis und Simon Mcrzhach, New York, und Helene Prinz und Nachkommen, New York. Nr. 42. Frau Julie Bach, Berlin N 58, Swinemünder Straße 112, sucht Adolf Bach, geboren 13. 3. 9! in Tarnow, ab 1913 in New York. Nr. 43. Jakob Sachs, Berlin-Halensee, Kurfürstendamm 92, sucht Isja Jawolinsk., geb. 1908 in Odessa, seit 1923 in New York. Nr. 44. Leni Sonnenfeld, geb. Kaphan, Berlin W15, Joachimsthaler Str. 28, sucht Erna Schwarz, geb. Ledermann, verheiratet gewesen mit David Kaphan, zuletzt in Chikago, sowie Gertrud Kaphan, verh. Locker. Nr. 45. Frau Rosa Plawner, geb. Kleiner, Sosnowice, jetzt Bad-Cannstatt, Ludwigstr. 39, sucht Tinka und Jettei Podolski aus Sosnowice, geboren in Kieferstädtel (Ober- Schlesien), ausgewandert 1889 nach New York. Nr. 46. Frau Jite Schwartz, geb. Sczour, Leipzig C 1, Humboldtstr. 35, sucht ihne Schwester State Pitochik, zuletzt New York, 195 Second Street, und ihren Bruder L. Rosenthal, zuletzt Bronx, New York, 485 E 72nd St. Nr. 47. Dr. Maximilian Aschkenase, Lwow, Kopernica 3, sucht Hermann Feilschuß aus Stanislau, ausgewandert 1905 nach Amerika. Nr. 48. Siegfried (Fritz) Weil, Jerusalem, P, O. B. 195, sucht seine Schwester Sidonie (Siddi) Weil, 1905 nach Amerika ausgewandert. Nr. 49. Julius Katzenstein, M.-Gladbach, Staufenstr. 14, sucht Herrn Raschkow, der beim 2. Garde-Rcscrve-Regimcnt während des Krieges im Westen kämpfte. Nr. 50. Hermann Finn, Berlin W 15, Lietzcnburger Str. 13, sucht Dr.-Ing. M. Fischer, letzte Adresse in Cech. Teschen, jetzt angeblich in Palästina. Nr. 51. Willy Fleischmann, Leipzig C 1, Nordstr. 49, sucht seine Tante Yente Zwilling, geb. Fleischmann, oder deren Kinder, vor 20—25 Jahren aus Tarnopol nach New York ausgewandert. Nr. 52. Eva Silbermann, geb. Wildstein, aus Gorlice, Leipzig C 1, Walter-Blümeistr. 11, sucht ihren Bruder Simon Wildstein, seit 40 Jahren in New York, dessen Frau oder dessen Kinder. Nr. 53. Beno Silbermann, früher Sulzbach-Saar und L>üsseldorf, Leipzig C 1, Walter-Blümeistr. 11, sucht Otto Frankel, bis 1925 in Saarlouis, 1926 in Düsseldorf, jetzt angebfich in Paris. Juden und Jüdisches im Rundfunk. X Am Freitag, 24. Dezember: Mailand (369), 16: Violinkonzert Nathan Milstein. — Am Sonntag, 26. Dezember; Brüssel (322), 19: ״Der einsame Weg", von Arthur Schnitzler. — Am Montag, 27. Dezember: Paris (432), 19.30: Kom- Positionen von Daniel Lazarus. ANTWORTEN DER REDAKTION L. R., Breslau. Es ist richtig, daß die Jewisli Agency in Jerusalem sich an den Sammlungen für die Opfer der furchtbaren Ucberschwcmmungskatastrophe im benachbarten Syrien mit einem Betrag von 1000 syrischen (etwa 200 paläst.) Pfund beteiligt hat. Dies wird jeder billigen, der den Wunsch hat, daß nicht jeder Rest menschlicher Solidarität durch Politik erstickt wird. Ueberdies ist das betroffene Gebiet auch durch vielfache Wirtschaftsbeziehungen mit der Juden heit Palästinas verbunden. Sicherlich ist niernand auf die Idee verfallen, daß diese Spende von jüdischen Kreisen zu Zwecken innerjüdischer Demagogie ausgebeutet werden könnte. Philipp Silberpfennig, Allenstein. Ihre Polemik gegen die Meinung von Arnold Wiener trifft nicht das Wesentliehe. Wiener hat nicht bezweifelt, daß es eine Höhle Machpclali gibt, sondern nur in Frage gestellt, ob diejenige Stelle unter der Moschee in Hebron, die die Mohammedaner heute als die historische Höhle Machpelah bezeichnen, auch tatsächlich mit dieser identisch sei. Solche Zweifel bei Be- . «. MELIER 6, Ruo de Vaugirard, Paris VIe Stimmung uralter historischer Plätze sind häufig, auch an anderen Stellen Palästinas. Sicherlich hat Herr Wiener nicht die Absicht gehabt, an der religiösen Ueberlieferung zu rütteln oder gar, wie Sie vermuten, einen aktuellen politischen Zweck verfolgt; denn, wie Sie richtig schreiben, werden die Gräber der Erzväter, wo immer sic sein mögen, auf alle Fälle nicht in dem Gebiet liegen, das für den luinftigen Judenstaat vorgeschlagen ist.