Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 101 (21.12.1937)
- Date
- 1937-12-21
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 101, 21. XII. 1937 Südende — auf Umwegen, es gellt nur durch Radi» und das ist nichts iiir gewöhnliche Sterbliche. Nach zwei knappen Tagen Wüste kam uns die Stadt •allerdings verwirrend und sinnlos vor. Es war das Naturliehe, in der Wüste heruiii/u/iehen, wenn auch Vorzugsweise mit dem Auto und nicht auf Kamelen; aber wahrscheinlich würde man auch den Wagen bald für sinnlos halten und zu den alten Sitten zurückkehren. Die Weite und Stille der Wusle, ihre Zeit- und Ziellosigkeit hatte uns nach so kurzer Zeit schon gepackt. ״Zwischen Beerscheba und dem Südende des Toten Meeres wurde eine zweitrangige Straße fertiggestellt ..." Beerscheba und Totes Meer: ja — aber alles andere doch sehr zweifeihaft. Immerhin verdanken wir der kleinen Zeitungsnotiz viel. Es sei ihr alles verziehen. * Wer sich für die Fahrt interessiert und sich über Tat- Sachlichkeiten des Weges unterrichten will, wende sich an den Palestine and Egvpt Lloyd in Jerusalem, wo wir einen ״Wegweiser“ deponiert haben. Gefechte bei Tulkerem und Dschenin Eine aus Polizisten und einer kleinen Abteilung des Royal Ulster Regimentes bestehende Patrouille stieß in den Bergen bei Tulkerem auf eine 30 Mann starke bewaffnete A r a b e r ba 11 d e. Die Patrouille griff die Freischärler an; im Laufe des Gefechts wurden drei Araber getötet und einer verwundet. Ein Soldat erhielt unwesentliche Vcrletzungeii. Als das Gros der Truppen näher kam, ergriff die Bande die f lucht. Polizei und .Militär haben in den Bergen um Dschenin eine -10 .Mann starke Bande umzingelt und im Laufe eines Gefechtes 111 obrere de:׳ Freischärler getötet. Der bei Tulkerem verwundete mul gelaugt 11 genommene Araber hatte eine löste bei sich, auf der die Namen der anderen Mitglied(;!• der Bande sowie die Ausgaben für Besoldungen und Proviant verzeichnet sind. Todesurteil in Jerusalem Das Kriegsgericht in Jerusalem verhandelte gegen eine zchiiköpfige Aralurf.-umiie a׳:s Gaza wegen unerlaubten Waffen besitze־■. Das (ierielit sprach ein Todesurteil ans, A c!1 t A 1! g ״ ה!;•! •׳ t e wurden zu h'hcns- I;1 n g I i c 11 c 111 t i e t ä!1 g 11 i s \c.;!!:eilt, wahrend ein Angeklagtrr em Jahr (icLinpiiierhielt. Generalmajor Wavell hat die Urteile b e s t ri t i g t. Aus der Beamtenschaft Anläßlich der I nieiiiitiug von Keith R o a c 11 zum Distr1ktsk״m!niss,11״\ •ןו Jerusalem wird ui englischen Zeitnngen daran erinnert, daß Keith Roach während des Weltkriege» im Verwahiingsdieust des neu ernannten High Comitiissioners Sir I larc.hl .Mac.Midiae! im Sudan war. Er hat auch an der von Mac.Micha ei geleiteten 1);1 r f 11 r - E x p e d ifion (militärische Operation während des Weltkrieges) im Sudan teilgenoniineii. Aulier der Versetzung von Keith Roacli nach Jerusalem und der Ernennung des neuen Polizeichefs Saunders werden noch eine Reihe von administrativen Veränderungen im Stabe der Palästina-Regierung gemeldet. Der Direktor der Handels- und Zollabteilung der Regierung, K. W. S t e a (I, ist z u r ü c k g e t r e t c n, und der Direktor dir Abteilung itir öffentliche Arbeiten P 11 d s e y soll gleichfalls in der nächsten Zeit zurücktreten. Nachfolger sind noch nicht bekanntgeigeben. Weiter wird gemeldet, daß R. Poston, der mehrere Jahre Privatsekretär des High Commissioners war, als stellvertretender Leiter des palästinensischcn Rundfunks ernannt wurde. Hataie - Premiere; Martin Rost: ״Hajinu KMholmim“ Die neue Matate-Revii׳: Tel Aviv, Anfang Dezember diskutiert humorvoll die Freuden und Leide n, ü; u Möglichkeiten und Unmöglichkeiten, mit denen wir ־ in tii nun selb ständigen, aber ach so kleinen palästinen: isch-ji. all mhun Sta at zu rechn en hätten. — Die neue Landcsgrci;1 litt mi durch ein Haus 1 p Zügen, teilt Familien in La- und Nt in- Sa mr, in jü״; dische Stau; sküiger und Ausl linder, und die ״ an/ \ 'or •׳ichtiueii bleiben zunächst auf dem Roden des Mand .ats* im — \,kb onidor". Wir empfangen einen Komment;! »־, wn s diu Ib1£־! lunler eigin itlicl: unter ,,Heiligen Stätten“ \ 'crstui k־n , und s'!ehe, es 11; uulelt sich nicht um l'cmpclplat ׳/, K ha cmaiR'r und (iehur tskirche, sondern um Haifa, Ak n ha 1 ׳11' 1 das T ״te Meer. Die Umsiedlung von Arabern 11 mi Ja fit■ l w׳u!r י: ui i ciJitiid :■:eit bewältigt; freilich nicht ganz nn S um <’ (.!ln Pu 11־ I Malles, d ein; die Araber wollen it! judisch es (i ubi et, um von einer neu zu erwartenden Prosperity /!! [ in; ■iliil-JYil, wahrend d ie Juden Bodenpreise und Arbeit >11( ׳ nn!; ׳ ur!111 an «hr-cllei! Tei 1 eischwinglich finden. Für die Ih ■Gj/G, dur Mau ־terpostell S clilägt man hier schon Lösungen \ur 1 in« 1 der irts/ls ernannt e Außenminister fährt snfüit in ״uin •;r un־ ' \!mel( gcilheitcll 11 ach -- Karlsbad. Alle Prohh me, die f .!ni ■<:I1 Muh, 1:1mg der Sc 11 abhat-Geset 1 e entstellen, v.a rt:1 d 1!r> .Ti einen Roboter m iihclos beseitigt, wenn sich nicht in (K ־1 Atrappe < ein < )rtlmdi wer vi rivrgen würde, dem es - - :1U uh elendigem Chasnn — - zur Gewohnheit geworden ist, am Svhabbat zu ״fungieren‘׳. Die hier ausgemalten leiden, die ein auswärtiger K>>nw;t des Jiideiu taates zu erdulden hat, dürften kaum zur Bewerbung um diesen Posten ermuntern. Es h'uditet ein, daß der P'.at/mangcl dazu führen wird, unter der Erde, unter Wasser und in der Luft zu siedeln — ״fliegende Jischiiwim“. Auch die Umrcdigierung traditioneller Literatur ist eine rechtzeitig gegebene Anregung, damit an der englischen Zollschranke das ,,Im kommenden fahr in Jerusalem“ nicht zur Beschlagnahme der Peßach- Naggadah als illegaler Propagandasrhrift fuhrt. Man sieht, es fehlt weder an Stoff noch an Witz, Martin Rost, dem wir zum zwei teil :11111 als Malaie-Autor Begegnen, hält sich, soweit es die Form betrifft, ganz an die Matate-Tradition. Die Regie wird diesmal mit viel Tempo von den Matate-Kiinstlera selbst besorgt. Sie werden aut das hervorragendste unterstützt durch den Bühnenbildner Luft glas, der mit feinstem Geschmack und Farbensinn, mit nie versagender Phantasie die reizvirilsten — und witzigsten Dekorationen «iil'baut, die :11:111 je auf der palästinensischen Bühne sah. Schauspielerische Höhemmkte: der Dialog der zwei Wachtsoldaten (London und 1, a v i u s c h) vor dem Ministcriumsgebäude und die Szene im auswärtigen K011sulat mit C 11 u r g a 1 als vieigeplagtem Repräsentanten des jüdischen Staates, Rose 1. i c h t e 11 s t e i 1!, die hier einen Sonderapplaus erzielt, und London als altem Juden, der das Konsulat nur betritt, um einmal auf dem Boden Erez. Israels zu stehen, I inen Sondererfolg errang die junge und ebarrnante jemenitische Sängerin Esther Gamiieli. In der Vertonung eines von ihr gesungenen Liedes trifft Lavri den Charakter orientalischer Folklore. Manfred Geis Konferenz der jüdischen Landwirte J e r u s a I e m, 16. Dezember. (Palcor.) Vorgestern abend wurde in Tel Aviv die Konferenz, der Landivirte-Organisation unter großer Beteiligung eröffnet. 321 Delegierte in Vertretung von insgesamt 4000 Landwirten waren anwesend. Grüße von Sir Arthur Wauchope und Dr. W e i z m a nn wurden verlesen und enthusiastisch akkiamiert. _ Die Jewish Agency, die zum erstenmal zu der Konferenz offiziell eingeladen worden war, wurde von Ben Our ו an vertreten, dem große Ovationen dargebracht wurden. Ben Gurion gab seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß die Landwirte allmählich ihre Beziehungen zu der Zionistischen Organisation und dem Waad Leumi verbessern. Mosche Smilansky ging in seiner Ansprache auf die politische Situation des Landes ein und sprach sich begeistert f it r den Plan eines Judenstaates ans, in dem seiner Meinung nach der Schlüssel für eine Verbesserung der wirtschaftlichen Bedingungen des Landes liegt. Er sei voll Zuversicht, daß die Grenzen des Judenstaates erweitert wiirden und gab der Annahme Ausdruck, daß der Negcw wahrscheinlich unter britischer Kontrolle bleiben werde, ferner führte er aus, daß seiner Ansicht nach der Judenstaat in Palästina innerhalb der vorgeschiagenen Grenzen noch 2 Millionen Juden aufnehmen könne. Mr. Johnson, der Schatzmeister der Palästina-Regierung, hielt bei der Konferenz eine Ansprache. Er nahm Bezug auf Artikel 18 des Palästinamaudats, der das Prinzip der ״offenen Tiir“ in Palästina enthält, und erwähnte die Anstrengungen, die seitens der Jewish Agency sowie von Smilansky unternommen wurden, um für Palästina gute Handelsbeziehungen zu sichern; er versprach seine vollste Unterstützung in dieser Richtung. Smilansky wandte sich darauf an Mr. Johnson als Vertreter der Palästina-Regierung mit der Bitte, eine Anleihe von .C '2500 00 für tandwirtschaftliche Zwecke zu gewähren. Nach einer Nachtsitzung wurde die Konferenz geschlossen. Unter dem Eindruck der Minderheit hat die Versammlung den vom Pcrmanenzausschuß unterbreiteten Resolutionsantrag betreffend die grundsätzliche Akzeptierung des J u d e 11 s t a a t c s abgclehnt. Dagegen wurde die von Smilansky geführte neugewählte Exekutive beauftragt, auf der Wacht zu sein, wenn die Frage des politischen Status des Landes zur Entscheidung kommt, und sich an den von der Jewish Agency eingesetzte« Kommissionen zur Prüfling der mit dem Judenstaat verbundenen Fragen zu beteilie n. Es wurden Beschlüsse angenommen, in denen die ewaffmmg des Jischinv zwecks Selbstschutzes sowie die Abänderung des Artikels 18 des Mandats gefordert werden. Tm Laufe der Debatte über landwirtschaftliche Arbeit stellten die Mitglieder der Vereinigung Nationaler Landwirte die Forderung auf, daß 100 «,0 i g e jtidische Arbeit eingeführt werden soll, während von anderer Seite darauf gedrängt wurde, daß die Arbeiter zu nur 70 bis 80 »0 Juden sein sollen; es wurde auch die Herab- Setzung der an Juden zu zahlenden Löhne gefordert. * Die Konferenz der jüdischen Landwirte brachte eine Reihe interessanter Ergebnisse. Bekanntlich stand die ״Hitachduth Ha־lkarim“, die die Mehrheit der jüdischen Pflanzer in Palästina umfaßt, bis vor kurzer Zeit den offiziellen zionistisehen Kreisen, die von der Jewish Agency und dem Waad Leumi repräsentiert werden, in einer gewissen Opposition gegenüber. Dies ging soweit, daß der Pflanzerverband Wahlen boykottierte und z. B. nicht im Waad Leumi vertreten ist. Unabhängig von den politischen Streitfragen mußte dies bedauert werden, handelt es sich doch hier um eine Gruppe von erheblichem wirtschaftlichem Schwergewicht, die bei einer Gcsamtvcrtretung der Judenhcit Palästinas nicht übersehen werden kann. Nunmehr ist es gelungen, diesen Konflikt a u s z u gleichen. Die Jewish Agency wurde zum ersten Male zu einer Konferenz des Verbandes eingeladen, und ihrem Vertreter Ben Gurion (der gleichzeitig Repräsentant der jüdischen Arbeiterschaft des Landes ist) wurden lebhafte Ovationen dargebracht. Die Ueberwindung eines solchen Streitfalles gibt Hoffnung, daß es unter dem Eindruck der außenpolitischen Sorgen gelingen wird, die innere Einheit des Jischuw weiter zu festigen. Die Entspannung, die auf diesem Gebiet eingetreten ist, zeigt sich auch darin, daß die ״Vereinigung der nationalen Landwirte“, die sich vor einigen Jahren von dem Hauptverband abspaltcte, wieder in diesen zurückgekehrt Ist, so daß die Einheit der Organisation hergestcllt werden konnte. Eine Entscheidung über die von dieser Gruppe vertretene Forderung, daß in den jüdischen Pflanzungen die gesamte Arbeit zu 100 Prozent von jüdischen Arbeitern durchgeführt werden soll, wurde von dieser Konferenz nicht getroffen. Es handelt sich hierbei ja in der Tat um eines der tiefgehendsten Probleme nicht nur der palSstinensischen Wirtschaft und Sozialpolitik, sondern auch im eigentlich politischen Sinn, das für die Zukunft Palästinas, insbesondere auch nach der Schaffung eines Judenstaates, von allergrößter Bedeutung sein wird. Aus den Reden, die bei dieser Konferenz gehalten wurden, ist eine Bemerkung S in i 1 a n s k y s hervorzuheben, die der Annahme Ausdruck gab, daß der Negew »׳ahrscheinlich unter britischer Kontrolle bleiben werde. Es ist nicht bekannt, auf welchen Informationen diese Annahme aufgebaut ist, da ja bekanntlich im Vorschlag des Peel-Berichtes der größte Teil des Ncgcw-Gebietes zum arabischen Staat gehören soll und nur eine Enklave bei Akaba als britisches Mandat reserviert wird. Doch sind solche Gerüchte schon seit längerer Zeit im Umlauf, und unser palästinensischer Korrespondent berichtete schon vor einigen Wochen, daß die Negew-Fragc neu erörtert wird. Es wäre zweifelsohne ein erheblicher Fortschritt gegenüber dem ursprünglichen Plan, wenn diese Annahme Smilanskys, dessen gute persönliche Beziehungen zum gegenwärtigen Oberkonimissariat ja bekannt sind, zurecht bestünde, insbesondere da man erwarten darf, daß in diesem Fall die Möglichkeit jüdischer Arbeit im Süden des Landes auch weiterhin gegeben bliebe. Von der Woche Der arabische Polizist, der während des Angriffes auf einen jüdischen Omnibus am 12. Dezember bei Nahalal schwer verwundet wurde, ist seinen Verletzungen erlegen. Die jüdische Presse hebt seine Tapferkeit während des Ucbcrfailes hervor. Den übrigen bei dem Ueberfall Verwundeten geht es besser. 111 Lifta wurde ein Araber verhaftet, der unter dem Verdacht stand, am 12. Dezember Sclüomo Baum in der Nähe des Betli Hakercm-Viertels in Jerusalem angescliosscn zu haben. Zwei Araber wurden verhaftet, die unter dem Verdacht stehen, den Angriff auf Eliahu Giladi aus Ramat Rachel ausgeübt zu haben. Die Militäraktion im Norden des Landes wurde fortgesetzt. In einem arabischen Dorf, wo vor kurzem ein Rauer ermordet worden ist, wurden zwei Häuser zerstört und sechs Personen verhaftet; außerdem wurde dem Dorf eine Kollektivstrafe in Höhe von C 200 auferlegt. In zwei Dörfern bei Akko wurde je ein Araber ermordet, einer von ihnen ein Mukhtnr. Beide Opfer wurden aus ihren Häusern auf die Straße gerufen; als sie aus der Tiir traten, wurden sie erschossen. I« Jerusalem wurde ein Ueberfall auf Tewfik Bey K h a I i 1 verübt, den Bruder von 'Ibrahim Bey Khalil, der vor kurzem getötet worden ist. Tewfik Bey ist ein bekannter Gegner des Mufti. Die arabische Zeitung ״Adifaa“ dementiert alle Gerüchte über jüdisch-arabischcVerhandlungenundAbkommen. Das Blatt erklärt, das äußerste, was die Araber den Juden zugestchen könnten, sei die Existenz des J i s c h 11 w in Palästina in seiner jetzigen Groß e, jedoch nur unter der Voraussetzung, daß die Juden sich verpflichten würden, keine weiteren Forderungen zu stellen. Dazu wird gemeldet, daß der Mufti jegliche Verhandlungen mit den Juden ablehnt. Dr. Isaak T a n n u s, ein christlicher arabischer Führer, der aus Europa über Syrien zurückkehrte, wo er mit den geflüchteten arabischen Führern zusammengetroffeii war, ist von Sir Arthur Wauchope empfangen worden. Er wird demnächst wieder nach Europa reisen, um eine Propagandatour durch eine Reihe von Ländern zu unternehmen. In Nablus fand eine Versammlung statt, an der 3000 Einwohner der Stadt sowie Araber aus de« umliegenden Dörfern teilnahmen, um den Bürgermeister anläßlich seiner Rettung vor einem Mordanschlag zu beglück• wünschen. Es wurden Reden gehalten, in denen der Terror aufs schärfste verurteilt wurde. Die revisionistische Zeitung ״Hajarden“ wurde auf drei Mortale verboten. Wie verlautet, sollen in der p a I ä s t i n c 11 s i s c 11 e 11 Po- I i z e i - O r g a n i s a t i ח ס auf Vorschlag von Sir Charles T 0 - gart eingreifende Veränderungen vorgenommen werden. Melirere höhere Polizeioffiziere aus England sollen sich auf dem Weg «ach Palästina befinden. Zwischen der Histadruth und den dem Weltverband Allgemeiner Zionisten (Gruppe B) angeschlossenen Arbeitern ist ein Uebercinkommen getroffen worden, wonach gemeinsame Arbeitsämter geschaffen werden sollen. Die Jewish Agency hat zusammen mit dem Rat für Marineangelegenheiten einen Plan ausgearheitet, demzufolge eine Marineschule im Anschluß an das Haifaer Technikuni ins Leben gerufen werden soll. ln Jerusalem starb Samuel jechiel Jelikowsky im Alber von 78 Jahren, der zur ältesten Gruppe der zionistischen Bewegung gehörte. Drittes Steinberg - Konzert In Anwesenheit des High Commissioners sowie ,eines auserlesenen Auditoriums bewies an diesem Jerusalemer Konzertabend der Dirigent H. W. Stein her g mit dem Paiäslina-Orchcster nun restlos seine hervorragende Eignung für moderne Musik und damit seine wesentlichste Aufgabe, die viel zu sehr an konventionelle Werte gebundenen Konzerthörer des Landes 2u ihr hinzufüliren. Wenn auch Mozarte ״Jupiter‘‘-Symphonie in ihrer selbstverständlichen Monumentalität das Konzert ideal einlcitcte, wenn auch Jacob Gimpel mit seiner geradezu vollkommenen, poetischen, dabei unsentimentalen Interpretation des Chopinschen F-Moll- Concertos ein Stück pianistischer Kultur vermittelte, so wird wohl auch der ärgste Feind neuer Musik zugeben müssen, daß Strawinskys ״Pctruschka“ nicht nur den Gipfel des Abends, sondern auch den unleugbaren Höhepunkt der Leistung Steinbergs in Palästina darstellte. Es gibt wohl kaum ein Werk neuer Musik, von dem eine ganze Generation so viel profitiert hat, wie von der ״Detruschka“. Selbst viele spätere Werke Strawinskys verblassen davor. Gerade dieser außergewöhnliche Konzertabend gibt uns die Hoffnung, daß das mit so vielen Opfern geschaffene Orchester, dessen ungewöhnliche künstlerische Kapazität diesma! wie selten zum Ausdruck kam, die energischen Bemiiliungeit des Dirigenten mehr und mehr in der eben geschilderten Richtung unterstützen wird. A. J.-L. Konzert in Rechowoth. Ein imisikalisches und gesellschädliches Ereignis war das erste Winterkonzert des Huberman-Orchesters am 8. Dezember in Rechowoth. Die Anwesenheit von Dr. Weizmann und Gattin, Mosche Schcrtok, Mosche Smilanski u. a. gaben dem Abend ein festliches Gepräge. Hans Wilhelm St ei 11 borg dirigierte zum ersten Male in Rechowoth, und man muß ihm dankbar sein, daß er gerade die von ihm in der letzten Saison in den Städten so erfolgreich interpretierte ״Hebriden“-()uvertüre spielte. Professor Bass er mann, der Solist des Abends, rechtfertigte den Ruf eines Geigers von ganz großem Format und zeigte bei der Wiedergabe des Tschaikowskyschcn Violinkonzertes eine vollendete Technik. Den Schluß des Abends bildete Mozarts Jupitersyniphonie. Seew Eisner Die Palästlna-Kammer-Oper (Direktion Benno Frankel) bringt in diesem Monat ״Die Nürnberger Puppe“ von Adam, sowie ״Die Verlobung unter der Laterne“ von Olfenbach zur Aufführung. Hebräische Uebersetzung: Ephraim Trochae, rnusikalische Leitung: Abraham Daus, Regie: Benno Frankel, Bühnenbild: lsa rlcrschkowitz, Mitwirkende sind die Damen: Breckmann, Schack ״und Vogel, die Herren: Gärtner, Sabarsky und Schulsinger. Vokallslcrungslehre. Im Verlag Bainbcrger & Wahrmann, Jerusalem, erschien eine zweite verbesserte Auflage des Büch-!eins ״Vokalisierungslehrc“ (Thorat Hanikud) von Chanoch Ja Ion. Das Büchlein ist besonders für den Schulunterricht bestimmt und von der Erziehungsabteilung der Knesseth Jisroel approbiert. Da die Vokalisicrung unpunktierter Texte aber auch Hebräisch lernenden Erwachsenen oft genug Sch wierigkeiten macht, kann das Büchlein auch außerhalb des Schul- Unterrichts Lernenden gute Dienste leisten. Berichtigung. Der in Nr. 98 vom 10. Dezember wiedergegebene Artikel aus dem ״Dawar“ unter der Uebcrschrift ״Grundgedanken einer jüdisch-arabischen Politik“ hat E. Liebenstein zum Verfasser. (Schluß des Paläsflnateils) 1 /