Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 100 (17.12.1937)
- Date
- 1937-12-17
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2651273-2653625-2653720--31660-2686284- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seife 10 1---:- Schaukeln. In den nächsten Monaten werden die Bootsleute von Jaffa nicht müßig in ihren Kaffees sitzen und Über das Anwachsen des Hafens von Tel Aviv brüten: sie haben Besseres zu tun. Und in Tel Aviv gönnt man es ihnen.) Das ״Orangen-Band des Mittelmeers" Punkt fünf Minuten nach zwölf Uhr Mitternacht des Tages, an dem die Verschiffung von Orangen freigegeben ist, tuten in Haifa, Tel Aviv und Jaffa die Sirenen beladener Dampfer zur Abfahrt. Und dann beginnt das Rennen, ähnlich jenem, das die berühmten australischen ״Windjammers“, die letzten großen Segelschiffe, unternehmen, wenn sie die australische Wollernfe nach England bringen. Am 1. Dezember tritt dort der ermäßigte Zoll für Pal :isti!1a-Ora ngen in Kraft, und jedes Schift will das erste sein, das nach diesem Termin seine Ladung in Liverpool löscht, um die besten Preise zu erzielen. Ganz Erez, Israel wartet auf die Nachricht von der Ankunft des ersten Orangcndainpfcrs in England (und auf di«, hoffen Wir, günstige Preisnotiz). Von der Mastspitze des Dampfers, der die ersten Palästina-Orangen in England löscht, flattert gleichsam fiir jeden von uns das ,,Orangenband des Mittelmeers“.., Der neue High Commissioner Anerkennung für BaMershlll Anläßlich der Ernennung des neuen High Commissioners weist die ״Palestine Post“ darauf hin, daß das Geheimnis in diesem Falle sehr gut gewahrt worden ist, so daß die gesamte ()Öffentlichkeit durch die Ernennung überrascht wurde. Sir Harold Mac.Micliael, der das arabische Volk gut kennt und darüber mehrere Bücher geschrieben hat, wird sich gewiß auch mit den fiir ihn bisher neuen Problemen des Ziouismtis vertraut machen. Die ״Palcstinc Post“ weist darauf hin, daß auch ein neuer ,Mann, der die Besonderheiten Palästinas bisher nicht kennt, unter Umständen sieh als sehr geeignet hei der Bewältigung der palästinensischen Aufgaben zeigen kann. Dies habe der neue Cliefsckretiir -Mr. Batt e r s 11 i 1 I bewiesen, der kurz nach seiner Ankunft infolge des Urlaubs von Wancbope die Regierung zu leiten hatte und sieh bei den einschneidenden Maßnahmen des!.Oktober (Verbannung der Araberführer) als energischer und entschlossen(■ 1■ Mann erwies. Sir Harold Mac.Michael ist ein Neffe des verstorheuen Lord Curzon, des ehemaligen Vizekönigs von Indien und späteren Ai!Uh-11 ministers i 111 ersten Kabinett Baldwill. (Lr ist demnach ein Vetter der verstorbenen Frau von Sir Oswald Mosley.) Es wird hervorgehoben, daß Mac Michael ein besonderes Interesse fiir Kunst und Liter;1 111 1 J1.it, eine Eigenschaft, die er mit seinem Vorgänger und einigen anderen früheren hohen Beamten der Palästina- Regierung teilt und die eine besondere Chance für bessere Beziehungen zu der jüdischen Gesellschaft bietet, da ja die ,Juden in Palästina auf künstlerischem (z. B. musikalischem) und geistigem Gebiete besonders rege sind. Zwei Todesurteile Zwei arabische Dorfbewohner wurden vom Kriminalgerichf in Jerusalem wegen Mordes an einem Juden hei einem Ueberfali im vergangenen Februar zum Tode verurteilt. Ein Araber wurde von dem Militärgericht in Na za• reth wegen Besitzes von Munition zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Am Mittwoch wurde wegen Waffen- Besitzes zum erstenmal eine Frau verurteilt, und zwar zu 10 Jahren Gefängnis. Sie hat durch ihr Geständnis ihrem Mann zum Freispruch verholten. -- Außerdem erhielten zwei Araber, darunter ein löjähriger Beduine, Gefängnisstrafen wegen Waffenbesitzes. Toscanini kommt am 22. März Rronhl.iV H u b e r in a n, der die Folgen seines Flug- Unfalls in Niederläiuiiseh-lndien überwunden hat, passierte auf dein Wege nach Europa Port Said lind erklärte, daß Toscanini am 22. .Marz, nach Palästina kommen werde. Die Höhle Machpelah Von Arnold Wiener, Edithen (O.-S.) Vir Ireen jni Wochen;( Iw! bnitt dieser Woche, Jakob sagte auf dem Sicrbchette: ״Mi werde eingetan zu meinem Volke. Begrabet niwli bei meinen Vätern in der Hohle auf dem Felde Fphmns des Ghitti ... Dort haben sie den Abraham und sein Weil! Lara begraben, dort halten sie den Isaak und sein Weib Rebekka begraben, und dort: habe ich Lea begraben.“ Ob die־ Moschee in Hebron, von der behauptet wird, sie sei der ״')' זerbau über der I!olde Machpelah, auf diesen Ruhm Anspruch hat, muß bezweifelt werden. Viele Ruinen und Grabsteine gibt es im Lande Israel, die man mit den großen Figuren unserer Giewhielne /usanmienbringen will. Dünn gesät sind die Leute, u •׳״!ehe den 1 )ingeii kritisch gegenüberstehe 11 und mit den Fremdenführern um Einzelheiten streiten. Aber ganz klein ist die Anzahl der Reisen den, welche hei jeder Sehenswürdig- Reit, oder w as ihnen als solche vorgeführt wird, sich die Frage verlegen, wieviel daran Wahrheit sein kann, und was bestimmt Dichtung ist. Bei der Frage der Höhle Machpelah und ihrer Verbindüng mit der Moschee in Hebron kann außerdem noch ein Stück Natkmal-Ehrc auf dem Spiel stehen. Wenn man zusah, wie in der Reisezeit manchen Tag Hunderte von jüdischen Fremden nach diesem mohammedanischen Bauwerk drängten, dort zuerst einmal ihren Obolus erlegten und glücklich waren, wenn die arabischen Torwächter sie bis zur siebenten Treppenstufe heniritergehen ließen, dann wird man davon peinlich herührt. Die Reisenden besitzen das Recht, durch ein tiefes Loch in der Mauer Zettelchen herunterzuwerfen. Wenn ein Jude den Versuch macht, über die siebente Treppenstufe hin• aus vorzudringen, dann gibt es eine Schlägerei. Als vor zwei Jahren der Gerer Rebbe mit seiner Umgebung, einen solchen Versuch machte, sind die Chassidim mit ausgerissenen Bärten und Peoth an ihren Ausgangspunkt zurück-gekehrt. Im vorigen Frühjahr gab es einen Tumult mit jüdischen jungen L.cuten, die in der erwähnten Art vordringlich werden wollten; sie haben von den Tempelwächtern mächtige Prügel bezogen und zuletzt sind ihnen noch von dem englischen Polizeirichter Geldstrafen zudiktiert worden, Warum wir eigentlich den arabischen Schwindel stützen, daß sich dort in der Moschee die Höhle Machpelah befinde, ist mir bei der gänzlich unkritischen Verfassung des Großteils der jüdischen Reisendem zwar verständlich, aber «das könnte doch durch Aufklärung• geändert werden. Wie ernst dieses ״geschichtliche Denkmal“ zu nehmen ist, sieht man an der ״Grabkaromer Josefs“, die gleichfalls in dem Gebäude gezeigt wird, wiewohl Josefs Grab nach dem bestimmten Berichte im Buch« Josua sich in Sichern befunden hat. Daß einmal eine Höhle Machpelah existiert hat, dafür ist das Schriftwort Bürge, aber was daraus im Laufe der Jahrtausende geworden ist, kann niemand mehr wissen. Vielleicht JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 100, 17. XII. 1937 ץ Jüdische Verhandlungs ־ Bedingungen gl. Tel A v i v, 9. Dezember Der Leiter des politischen Departments der Jewish Agency gab in einem Presseempfang der Auslandsblätter einige wichtige Aufklärungen über die Verhandlungsbereit- Schaft der Juden mit den Arabern. Schertok teilte mit, es hätten bei verschiedenen Gelegenheiten Aussprachen mit arabischen Politikern stattgefunden, eine davon kurz vor Publikation des Berichts der Kgl. Umtersuchungskommission. Die Basis der Juden war in erster Linie die Forderung nach Einwanderung, entsprechend der ökonomischen Fassungskraft Palästinas. Die Verhandlungen sind resultatlos geblieben. In diesem Zusammenhänge beantwortete Schertok eine Frage, ob die Agency bereit wäre, in die Unterhandlungen Vertreter der umliegenden arabischen Staaten mit einziiheziehen, positiv, unter der Voraussetzung, daß tu haben in den guten Fachgeschäften § W." ׳׳«/</• it/t/m/ir. %natHrqemsse(jfä TmbekUidmt} die Besprechungen auch die Arbeitsmöglichkeiten in diesen Staaten mit einbez.iehen. Durch diese beiden Mitteilungen bestätigt Schertok offizidl, was bereits gerüchtweise bekannt war, nämlich daß die Agency Verhandlungen mit der arabischen Führung versucht habe. Zugleich wird auch für die Zukunft diese Verhandlungsberertschaft betont, unter bestimmten Umständen auch die Vermittlung der umliegenden Staaten in Rechnung gezogen. Da sjch in den letzten Monaten die Nachbarländer stärker als je für die palästinensische Frage interessiert haben, auch mit der aus Palästina entfernten oder geflüchteten arabischen Führung in engem Kontakt stehen, haben die Mitteilungen eine erhöhte aktuelle Bedeutung. Freilich bestehen Aussichten für irgendwelchen Erfolg von Verhandlungen nur dann, wenn sich neue Formulierungen finden, die beiden Seiten einen Ausweg aus der heute bestehenden Sackgasse versprechen. Ob jedoch solche neuen Plattformen bestehen oder erwogen werden, darüber verlautet weder von der jü-dischen noch der arabischen Leitung etwas. Die Gegner des Teilungsplanes beginnen in den letzten Wochen stärkere Aktivität zu zeigen. Besprechungen und Vorbereitungsarbeiten sind beendet, und zum ersten Male traten in diesen Tagen die ״Neinsager“ als Gruppe in einer Volksversammlung in Tel Aviv vor die Oeffentlichkeit. Ussischkin, in Palästina als das Haupt der Teilungsgegner angesehen, präsidierte. Als Redner fanden sich Vertreter verschiedener Parteien zusammen, SoI oweitschik als ״Allgemeiner Zionist“, Barth von Misrachi und Kaplanski als Vertreter der Arbeiter. Diese Zusammen- Setzung der Rednerliste spiegelt von neuem die schon auf dem Kongreß deutliche Tatsache wider, daß in der lebenswichtigen politischen Frage ״Teilung oder nicht“ der Riß durch sämtliche Parteien geht und die Antworten jenseits der sonst üblichen Gegnerschaften nach dem Gewissen des Einzelnen gegeben werden. Es strömten Tausende zusammen, so daß der große Saal nicht alle fassen konnte, ein Beweis ist die Höhle einmal durch «in Erdbeben in eine unerreichbare Tiefe hinuntergerissen worden. Josephus und die Lehrer der Mischna haben die Höhle Machpelah nicht mehr gesehen. Josephus gedenkt in seinen Antiquitates Buch I Kap. 14 eines Feldes in Hebron, wo einmal die Erzväter begraben worden sind. Von einer Höhle, die sich dort noch befindet, weiß er nichts zu berichten. Dabei ist Josephus, dieser vorbildliche Historiker und Altertumsforscher, sicher einmal an Ort und Stelle gewesen, denn Hebron ist nur knapp 35 km von der Hauptstadt entfernt und Josephus hat viel« Jahre in Jerusalem gelebt. Ebenso gellt es mit den Rabbinen. Rab und Samuel, die ältesten Anioräer, streiten sich im Traktat Erubin, in welchem Sinne Machpelah als ״Doppelhöhle‘‘ zu verstehen sei. Der eine sagt, eine Höhle in einer Höhle, der andere sagt, eine Höhle von zwei Stockwerken. Was brauchten sie aber zu streiten, man konnte doch einmal nachsehen. Sie konnten auch Juden befragen, die schon einmal in Hebron gewesen sind und deren Anzahl ging gewiß in die Hunderttaiiseride. Da sie weder das eine noch das andere taten, ergib{ sich mit mathematischer Gewißheit: man hat zu jener Zeit von der Höhle Machpelah weder etwas gesehen noch aus persönlicher Ueberlieferung etwas gewußt. Rab und Samuel, obwohl sie aus Babvlon waren, haben viele Jahre in Erez Israel gelebt und studiert. Bestimmt wären sie der interessanten Frage aut den Grund gegangen, wenn es damals noch möglich gewesen wäre. Die Höhle Machpelah muß damals schon seit vielen Generationen vom Erdboden verschwunden gewesen sein, andernfalls hätte sich im Gedächtnis der Nation noch eine glaubwürdige Ueberlieferung darüber befunden, wie dieses höchst verehrungswürdige Heiligtum eigentlich ausgesehen hat. Jedenfalls besteht nicht die mindeste Veranlassung dafür, auf das Zeugnis von byzantinischen Mönchen, oder wundertätigen Derwischen die Geschichtlichkeit der in Hebron gezeigen Erzvätergräber anzunehmen. Wenn diese Menschen mit der gleichen Ueberzeugungskraft sich für das Josefsgrab in Hebron einsetzen, wenn sie uns das Grab von Mosche in einer Moschee in West-Palästina zeigen, so ist über die Beweis Würdigkeit ihrer Traditionen kein Wort mehr zu ver- Heren, Wie die Dinge liegen, wird in Hebron nicht die Gruft, sondern nur ein Denkmal für die Erzväter gezeigt. Aber so ein Denkmal brauchen wir nicht. Der Talmud Jeruschalmi spricht im Traktat Schekalim: ״Man errichtet keine Denkmäler für die Zaddikim. Ihre Persönlichkeit sichert ihr Gedenken.“ Wir werden eine Teilung von Erez Israel, wenn sie kommen sollte, leichter ertragen, wenn wir das Gefühl haben, daß wir dort nicht die Gräber der Erzväter und der Erzmiitter in arabischer Hand zurücklassen müssen. (Auf dem Züricher Zionistenkongreß wurde von einigen Rednern, darunter Berl Kaznelson und Ussischkin, die Höhle Machpelah als eines der Argumente angeführt, weshalb die Juden dem Teilungsplan nicht zustimmen könnten. — A.d.R.) für die leidenschaftliche Anteilnahme des Publikums an den zur Debatte sichenden politischen Fragen. Die Argumente, die gegen die Teilung und gegen den Juden- Staat vorgebracht wurden, sind jedem, der den Züricher Kongreß und die Auseinandersetzungen vorher und nachher verfolgt hat, nicht neu. Besonders bemerkenswert war das Auftreten von Kaplanski, der sich nicht mit einer negativen Kritik des Pccl-Planes begnügte, sondern die Schaffung von drei Kantonen vorschlug, wobei der englische den Süden umfassen und der jüdischen Siedlung offen stehen sollte. Dem vorgeschiagenen ״Staatenbund“ zieht Kaplanski einen ״Bundesstaat“ vor. Auch über diesen Vorschlag der Kantone sind die Meinungen natürlich ebenso geteilt wie über den Peel-Plan. Nichtsdestoweniger muß man Kaplanski dankbar sein, da er zeigte, daß es auf positive Vorschläge ankonimt. Wer den Peel-Plan ablehnt, muß nicht nur beweisen, warum er es tut, sondern zu gleicher Zeit «ine ander« Lösung vorlegen. Dementi der Jewish Agency Die ״Paicor“ teilt mit: In der arabischen P1%se werden die (von uns bereits erwähnten; Red.) Gerüchte über arabisch-jüdische Ver- Handlungen und Ucbcreinkommen, die kürzlich in der arabischen Zeitung ,,Feiestin“ veröffentlicht wurden, lebhaft diskutiert. ״A) Islamia“ leugnet, daß jemals Verhandlungen stattgefunden haben, und erklärt, daß nur private Gespräche zwischen der ״Brit Schalom“-Gruppe und unverantwortlichen arabischen Elementen geführt würden. Die Jewish Agency veröffentlichte im Zusammenhang mit den ״Felestin“-Berichten eine Erklärung, in der nachdrücklieh festgestellt wird, daß alle Gerüchte über Verhandhingen und Vertragsentwürfe, denen die zionistischen Führer angeblich ihre Zustimmung, gegeben haben, unwahr sind, daß ferner keine Vorschläge irgendwelcher Alt von den Arabern unterbreitet worden seien und daß alle Gerüchte betreffs einer angeblichen Zustimmung des Präsidenten oder der Exekutive der Jewish Agency sowie Gerüchte über andere Vorschläge jeder Grundlage entbehren (vgl. den Leitartikel der heutigen Nummer). Die Zeitung ״Felestin“ hat inzwischen selbst df men• t i e r t, daß es zu einem Abkommen zwischen arabischen und jüdischen Vertretern gekommen sei. Ueberfali auf Autobus JOdischer Polizist getötet Ein Autobus, der von Flaifa ins Emek Jesreel fuhr, wurde bei Jagur beschossen. Zwölf jüdische Passagiere wurden verwundet, davon vier schwer. Ein unbewaffneter arabischer Polizist, der unter den Passagieren saß, wurde gleichfalls verwundet. Mitglieder der Kwuzah Jagur leisteten die erste Hilfe. — Ein weiterer jüdischer Autobus wurde auf der Strecke von Jerusalem nach Tel Aviv beschossen, ohne daß Schaden angerichtet wurde. Noach Ziplowsky, ein 40jä!1riger Vorarbeiter der Eisenbahn-Werkstätten in Haifa, wurde in der Nähe des Bahnhofes angeschossen und schwer verwundet. Sehlomo Baum, ein 22jähriger Jude aus Deutschland, wurde nicht weit von Beth Hakerem, einer Vorstadt Jerusalems, angeschossen und schwer verwundet. Er erklärte, es sei dreimal auf ihn gefeuert worden. Zwei jüdische Polizisten wurden in der Nähe von Tiberias nachts überfallen; der eine von ihnen, Chaim B e r g e r, Wurde getötet. In der Nähe von T alpioth wurde der 35jährige Elijahu Gil’adi, einer der Gründer der Siedlung Ranrat Rachel, beschossen und gefährlich verletzt. ln der Nähe von Kerkur wurde ein toter Araber gefunden. Nachforschungen ergaben, daß er das Opfer einer arabischen Räuberbande war. Zwei Autos wurden von bewaffneten Männern ln der Nähe von Jerusalem angchaltcn und die Insassen beraubt. Einem Polizei-Bericht zufolge brachen acht bewaffnete Araber in Hilfspolizistcn-Uniformen in Häuser eines Dorfes bei Jerusalem ein, mißhandelten die Einwohner und raubten Oeld und Juwelen. Die Häuser des Bürgermeisters von Nablus, Suleiman Boy Tukan, Mitglied der Naschasehihi-Partei, und des arabischen Notabein Shakan wurden beschossen. Kurze Nachrichten Dr. Weizmann nahm letzten Sonntag an einer Konferenz der Exekutive der Jewish Agency, die in Jerusalem stattfand, teil. Der Zeitung ״Felestin“ zufolge zeigen König Ibn Saud sowohl wie die irakische Regierung aug_enblicklich ein größeres Interesse für die Lage in Palästina, und das Blatt gibt der Hoffnung Ausdruck, daß dieses Interesse eine den Arabern günstige Richtung einschlagen wird. Die palästinensische agudistische Arbeiter-Organisation Poale Agudas Jisroel veranstaltete in Tel Aviv ihre zweite Landeskonferenz Ende Kislew. Es beteiligten sich 70 Delegierte von 18 Gruppen. Eine 36gliedrige Leitung, an deren Spitze Dr. Breuer steht, wurde neu gewählt. Die erste Schiffsladung Kartoffeln und Tornaien, die von der Tnuva-Oesellschaft versuchsweise nach England und der Tschechoslowakei gesandt wurde, kam in gutem Zustand an den Bestimmungsorten an und wurde zu guten Preisen verkauft. Anläßlich des 25. Schriftsteller-Jubiläums von Avigdor Hamciri, einem der begabtesten der jüngeren palästinensischen Dichter, wird eine Gesamtausgabe seiner bisherigen Werke in zwanzig Bänden veranstaltet. Das Komitee veröffentlicht ein Programm mit Inhaltsverzeichnis der geplanten zwanzig Bände und appelliert an die Oeffentlichkeit, dieses kulturelle Werk zu unterstützen und dadurch zu ermöglichen, die Werke Hameiris in weiten Kreisen des Volkes in Palästina bekanntzumachen. Persönliches. In diesen Tagen beging Rabbiner Dr. Münz seinen 80. Geburtstag. Drei Jahrzehnte hat er sein Amt als Rabbiner in der Gemeinde Berent (bei Danzig) ausgeübt, lebte dann in Berlin und übersiedelte vor vier Jahren nach Erez Israel. Seine Maimonidesbiographie ist in deutscher und englischer Sprache erschienen und in einer hebräischer Kurzausgabe als Schulprämie in Tel Aviv verwandt worden. Von seinen anderen Arheiten seien noch erwähnt: ״Jüdisches leben im Mittelalter“, ״Jüdische Aerzte im Mittelalter“ und ״Stammtafel des Schemen Rokeach“, (Schluß des IPalSstinnfUls)