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Jüdische Rundschau · 1937-12-14 · Heft 99 (14.12.1937) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 99 (14.12.1937)
Date
1937-12-14
Page
– (sequence 5)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 99, 14. DEZEMBER 1937׳ Englands Rücksicht auf die Araber Ueberwindung des Stillstandes? Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl. Tel Aviv, 5. Dezember 1937 Neue Männer am Steuer Die Nachricht von der Ernennung von Sir Mac Michaeis als Nachfolger des gegenwärtigen High Comir.issioners hat in Palästina größtes Interesse gefunden. Bei den zahllosen Gerüchten, die über die irn Kolonialamt zur Wahl stehenden Persönlichkeiten umliefen, war dieser Name nie gefallen, und das Luid empfindet die Ernennung daher durchaus als Ucbcrraschung. Die Tageszeitungen sind unter diesen Umständen in ihren Kommentaren sehr zurückhaltend, niemand kann sich ein positives oder negatives Urteil bilden, da man sich vorläufig auf nichts anderes stützen kann als die äußeren Umstände einer Laufbahn. Zwei Dinge werden indes auch jetzt hervorgehoben: Palästina erhält zum ersten Male wieder seit den Tagen Chancellors einen High Commissioner, der nicht aus den Reihen der Militärs stammt, sondern aus dein Kolonialdienst. Und dieser Gouverneur von Tanganyika mit seiner langjährigen sudanesischen Erfahrung ist ein Kenner der afrikanisc 11 en Araber. Ehe noch der ,,Expert“ für Terrorbekäntpfung, Sir Charles Tegart, hier cingetroffen ist, arbeitet Militär und Polizei mit Gründlichkeit an der Terrorausrottung. Die Militärgerichte funktionieren, sie führen ihre Prozesse keinesfalls summarisch, sondern mit Hilfe von Anwälten und zahlreichen Zeugen, aber sie wickeln sie nichtsdestoweniger rasch ab. Schon heute erweist sich die abschreckende Wirkling dieser Gerichte und der verstärkten Aktivität der Poli- 7.ei. Obwohl die Terroristen weiter tätig sind, erscheinen sie bereits isoliert, manche Dörfer versuchen sie abzuschiitteln, cs zeigen sich leise Anzeichen einer Kooperation der arabisehen Masse mit den Behörden. Dr. Weizmann ist vor ein paar Tagen in Palästina eingetroffen und hat in seinem neuen Hause in Rechowoth Wohnung genommen. Das Interesse, mit dem ihn dieses Mal das jüdische Palästina empfängt, fließt neben der starken Anteilnahme für seine Person auch aus den brennenden politischen Fragen. Daß sich Weizmann jetzt für längere Zeit hier niederlälit (er arbeitet bereits im Sielf-Institut in Rechowoth), wird als ein Zeichen dafür ausgelegt, daß sich der politische Schwerpunkt von neuem von London nach Jerusalem verschiebe. Weizmann hat sich bisher öffenflieh nicht geäußert. Je mehr aber der Winter vorrückt und die Terroristen vor der Regierung zurückweichen, klärt sich auch die Atmosphäre für die Arbeit der erwarteten neuen Kommission (deren Abreise nach den im Unterhaus gemachten Mitteilungen wieder fraglich ist. —- A. d. Red.). Wirtschaftsinteresse ln führenden jüdischen Kreisen ist man — eine bcgrüßenswerte Tatsache — von der reinen Konzentration auf di« Politik etwas abgekommen und die Aufmerksamkeit sammelt sich in hohem Grade auf wirtschaftlichem Gebiete. Wirtschaftsthemen dominieren in der öffentlichen und halböffentlicher! Diskussion, die Mitglieder der Exekutive erstatten dem Publikum häutiger und in breiterem Rahmen als früher Rechenschaft über die ökonomische Lage und skizzieren die Mittel zur Abhilfe. Daß die Politik ihren allumfassenden Griff um die Gehirne etwas gelockert hat, liegt daran, daß sie im Moment — außer den täglichen Aufgaben — keine speziellen Angriffspunkte liefert. Andererseits verlangt die Wirtschaft immer dringlicher nach Intervention und Hilfe, und in fast allen Kreisen hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, daß bei entsprechendem Eingreifen diese Hilfe geleist et werden kann. Man ist sich auch klar darüber, was zu tun ist. Die Durchführung öffentlicher Arbeiten verschiedenster Art ist notwendig, man könnte gut und gern Hunderttaiiscndc von Pfunden hier investieren und würde doch nur notwendige Dinge unternehmen, die für die weitere wirtschaftliche Entwicklung gebraucht werden, nicht etwa künstliche Unternehmungen, die nur wegen der Arbeit unternommen werden, die sie bieten. Die Schwierigkeit ist jedoch, daß diese Hunderttausende nicht da sind. Trotz der Antwort von Ormsby- Gore im Parlament, daß die Regierung Mittel für öffentliehe Arbeiten freimachen werde, hat sich im Schatzamt in Jerusalem wenig oder gar nichts gerührt und bei den Juden im Ausland ebenfalls wenig. Di« Arbeiterschaft im Lande ist mit erstaunlichem Opfermut und großer Selbstverständlichk«it von neuem darangegangen, ihren Arbeitslosenfonds, der bereits in den letzten Jahren für die Wirtschaftsankurbelung vieles getan hat, neu aufzufüllen, und es wird jetzt überall mit allen Mitteln um die Spenden der Arbeiter geworben, und mit Erfolg. Eine derartige auf einen Sektor des Jischuw beschränkte Aktion muß jedoch ungenügend gegenüber den großen Anforderungen der Gegenwart bleiben, und sie müßte durch eine alle umfassende Besteuerung in irgendeiner Form ergänzt werden. Der Keren Hajessod im Lande bemüht sich, die bürgerlichen Schichten mehr als früher lieranztiziehen, die Exekutive und führende Kreise der Geschäftswelt (unter anderem Hooficn, der Leiter der A. P. B.) unterstützen diese Versuche, und vielleicht können sie auch gute Resuttäte liefern. Sie sind um so wichtiger, als der Wirtschaft durch Zuführung neuer Arbeiten bald aufgehoifen werden kann, aber di« Ankurbelung wird schwerer, je länger sie auf sich warten läßt. Bisher ist cs ge- Jungen, eine Verschärfung der Lage zu vermeiden, jetzt müssen sich die Kräfte finden, sie bald und gründlich zu verbessern. Für und gegen Teilung Bei der Konferenz des Verbandes Allgemeiner Zionisten (Gruppe A) wurde die Frage der Teilung Palästinas diskutiert. Die Mehrzahl der Redner sprach sich zugunsten einer Teilung aus. Es feam jedoch zu keinem Be- Schluß in dieser Frage. In Tel Aviv fand ein Treffen der Gegner einer Teilung Palästinas statt. Unter den Rednern befanden sich M. Ussischkin, Dr. Barth, Dr. Soloweitschik und Kaplansky. In einem Leitartikel stellt die Londoner Wochenschrift ״Great Britain and tbe East“ vom 9. Dezember Betrachhingen über das Verhältnis der Araber zum britischen Empire an, Sowohl in England wie in Frankreich sei man sich der Tatsache bewußt, daß die arabische Welt in B c w eg 11 11 g geraten sei und dali als ein Hauptmotiv ״Palästina“ iicrausklinge. Audi die Probleme des eigentlichen Arabiens zwischen dem Suezkanal und dem Persischen üoit beschäftigten die Gemüter. Die Freundschaft!nit der arabisch sprechenden Welt ist für das englische Volk nicht mir natürlieh, sondern auch ein Lebensinteressc des Empires. Im Augenblick sei aber diese Freundschaft getrübt. Es sei eine lebhafte Propaganda am Werke, um die engiisch-arabischen Beziehungen zu unterminieren. Aber dennoch sei die Trübung der Freundschaft nicht durch diese Propaganda erfolgt, sondern durch die Behandlung der Palästina-Frage. Wäre diese Wunde geschlossen, so würden die englischarabischen Beziehungen sicherlich wieder herzliche sein. Hier gehe es, so schreibt das Blatt, nicht 11m Sympathie oder Antipathie in der Sache des Zionismus. Der Zionismus sei ein Problem, das nicht im luftleeren Raum behandelt werden könne. Aber das Entscheidende in der Palästina-Frage sei das Verhältnis Englands zu der arabischen Welt. Ihr guter Wille muß gewonnen werden, weil dies eine Notwemiigkeit ist, ohne die die Zukunft des Empires wie auch Arahiens zweifelhaft sein muß. I) i e britische Politik muß im Einklang mit den britischen s t r a t e - gischen Interessen steilen. Durch unveränderliche geographische Ueherlegungen verlangt die Strategie ein gutes Einvernehmen mit der arabischen Welt. Es sei zu hoffen, daß der neue High Commissioner und der neue Oberbefehlshaber hierüber nicht hinweggehen werden. Das neueste Heft der Viertel Jahresschrift ״R o 11 n d T a b 1 c“ behandelt in einem Aufsatz das Problem ״Palästina und die arabische Weit“. Der Aufsatz faßt die gegenwärtige t.age dahin zusammen, daß zwar mit dem Teihingsplan Fortschritte in Gent erzielt worden sind, daß aber dennoch die Unruhe in Palästina wieder aufgeflammt ist. Jiidischerscits sei der Teilungsplan nach Ansicht des Autors ohne wesentliehe Modifikationen annehmbar: aber die Araber Palästinas und der ganze arabische Nationalismus bis .Marokko hinauf seien über die Vorschläge entsetzt gewesen. Die englische militärische Verpflichtung in Palästina hält der Verfasser für ״eine außerordentlich leichtfertige Vermehrung der Verteidigungslasten des Empires zu Lande“. Abgesehen vom politischen Faktor, wiirdetxlie Teilung das englische 13 jähriger Knabe erschossen Jerusalem, 9. Dezember. (Palcor.) Ein Araber in europäischer Kleidung warf heute Abend in Haifa im Mittelpunkt von Hadar Hacarmel eine Bombe, deren Explosion keinen Schaden anrichtete. Der Attentäter wurde von Juden verfolgt und feuerte zwei Schüsse ah, die den 13jäh- 1 igen Elimelech Gl um et schwer verwundeten. Der Knabe erlag später seinen Verletzungen. Sir Charles Tegart eingetroffen Jerusalem, 9, Dezember. (Palcor.) Sir Charles Te• gart, der mit der Mission betraut wurde, die Palästina• Regierung in Fragen der Reorganisierung der Polizei zu beraten, ist heute in Palästina cingetroffen. (Die in Nr. 97 gebrachte Meldung war also verfrüht. — Red.) Sir Charles Tegart ordnete die Schaffung einer ״flie• genden Polizeiabteilung“ von 150 Mann an, die nach dein Muster der bekannten fliegenden Abteilung von Scotland Vard (Londoner Polizeipräsidium) eingerichtet ist, Keith Roach Bezirks-Kommissar von Jerusalem Mr. Keith Roach, der bisherige Distrikfskommissar des Nord-Distrikts, ist als Nachfolger von Mr. Maclaren, der sich aus dem Dienst zuriiekzieht, zum Bezirkskominissar von Jerusalem ernannt worden. Keith Roach war schon vor Jahren unter Storrs Subgouverneur in jerusalem. Aus der Wirtschaft Export nach Aegypten Im ״Haarez1‘ untersucht, wie uns aus Tel Aviv berichtet wird, G. Rat die Perspektiven einer Vergrößerung des palästinensischen Exports nach Aegypten. Folgende Artikel kommen derzeit in Betracht: Rohseide, Trikot, Kerzen, Aluminiumgefäße, andere Metallgeräte, Schokolade, Marin«־ laden. Das wichtigste Hindernis für eine Entwicklung der Ausfuhr ist die starke Konkurrenz anderer Länder, und erst in zweiter Linie die Eigenproduktion des Landes, die durch Tarife geschützt ist und sich auf die Hilfe der Regierung und eine populäre Propaganda stützen kann. Der Hauptkonkurrent auf dein Gebiete der Rohseide ist Italien, infolge seiner niedrigen Arbeitslöhne und der hohen Export- Subvention der Regierung. In bezug auf die Wertschätzung der palästinensischen Aluminiuinerzeugnisse ist in der letzten Zeit eine erhebliche Besserung festzustellen. Es wird anerkannt, daß die palästinensische Ware mit der europäischer» durchaus konkurrieren kann, sowohl im Geschmack wie in der Qualität. Doch ist hier der hohe Arbeitslohn ein Hindernis. In der Frage der Kreditgewährung ist große Vorsicht am Platze. Wechsel werden oft mit großer Verzögerung oder gar nicht bezahlt. Da aber andererseits der Markt lange Kredite verlangt, wäre eine Organisierung aller am Export interessierten Produktionszweige wünschenswert. Die seit langer Zeit mit der Ausfuhr nach Aegypten beschäftigten Firmen konstatieren ein stetiges Wachstum und stellen eine dauernde, wenn auch langsame Steigerung in Aussicht. Doch wird dieser Fortschritt nur bei genauer Kalkulation der Preise zu erreichen sein, Semüsebau In der Wirtschaftsbeilage bespricht H. W ertun die Aussichten des Gemüsebaues bei den Juden: Obwohl in d«n letzten Wochen die Preise des Gemüses sich gebessert haben, kann man doch nicht an der Tatsache Vorbeigehen, daß der Gemüsebau bei den Juden eine Krise durchmacht. Die Juden Militärproblem in Palästina erleichtern, aber es würde doch ein potentieller Feind (eine Viertel Million Araber im jüdisehen Staat) im Hintergrund bleiben. Ls sei daher unmöglich, ״einen Zeitpunkt vorauszusagen, zu dem das Militärproblem in Palästina auf eine Grenzfrage reduziert werden könnte, und um so mehr unmöglich voraus/iisebcn, wann die englische Armee in der Lage sein würde, die Pflicht der Grenzbewachung dem Heere eines konsolidierten jüdischen Staates zu überantworten“. Deshalb kann, so folgert der Verfasser, die Schaffung eines jüdischen Staates, ohne wenigstens •die passive Zus t i m m u n g d cs a r a b i s c h c 11 Volkes zu haben, kaum mehr sein als eine ״politische Verschlimmerung“. Es wird, dann die Frage aufgeworfen, ob der englische Imperialismus und der arabische Nationalismus notwendigerweise im Gegensatz zueinander stehen müßten. England müsse der Tatsache ins Auge sehen, daß das ״unerläßliche Minimum, auf dem wir in Palästina bestehen müssen, um unsere Verpflichtengen gegenüber dem Zionismus zu erfüllen, von einem intransigenten arabischen Nationalismus als Symbol unserer tödliehen Feindschaft gegenüber der arabischen Sache aufgefaßt werden kann“. Die Araber könnten dann sich mit alten Freunden in Europa ״für eine gefährlichere Gemeinschaft“ zusainmentun. Sie wurden, so fügt der Verfasser hinzu, schlecht beraten sein, wenn sic dies täten, besonders wegen der .,breitnenden, aber 7.u g I e i e I1 d o c 11 I o k a I e 11 11 ml begrenzteil Frage eines jüdischen Nauoiiallicims in einem Fünftel des kleinen Landes Palästina, das selbst nur ein kleines Stück des großen Patrimoniums des arabischen Volkes ist“. 1111 De/emberheft der Zeitschrift ,,Ninctecnth Century“ fordert Arthur M ertön in einem Aufsatz ״Palestine in November“ di« sofortige Entsendung der neuen Kommission zur Verhandlung mit Juden mul Araber» Anstatt der Tcilung schlägt der Verfasser ein verbessertes Mandat vor, wobei er betont, daß auch viele Juden gegen einen jüdischen Staat seien, Meiton befürwortet die Festsetzung eines Prozentsatzes zwischen Arabern und Juden, der einen ״Ueberschuß lür die jährliche Ein warnten mg“ zuließc. Zur Lösung der europäischen Judenfrage schlagt er die Reser vierung des N'egew mit unbeschrankter Einwanderung unter einem Charter vor. Im Grunde glaubt der Autor nicht an die Teilung als eine endgültige Lösung. Er ist vielmehr der Ansicht, daß unter einem verbesserten und energisch gchanöhabten Mandat ein palästinensischer Staat in etwa 15—20 Jahren errichtet werden könnte. Arbeit der Militärgerichte Ein Araber aus Nazareth wurde vom Militärgericht wegen des Besitzes von sechs Patronen zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Bei einer Sitzung des Militärgerichtes in Nazareth wurde ein arabischer Dorfbewohner, in dessen Besitz Munition gefunden wurde, freigesprochcn. Generalmajor Wavefi bestätigte den LJrtcilsspruch über den Sohn eines Arabers, der vom Militärgericht bei einem Termin in Nazareth zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt wurde, jedoch reduzierte er dasselbe über den Vater gefällte Urteil auf ein Jahr Gefängnis. Unwahre Verhandlungs ־ Gerüchte J e r u sa I c 111, 9. Dezember. (Palcor.) In» Zusammenhang mit der Meldung in der arabischen Tageszeitung ״Felestin“, in der behauptet wird, daß arabisch-jüdische Verhandlungen im Gange seien, werden heute in der arabischen Presse Gerüchte veröffentlicht, wonach ein Uebereinkomincn nvisehen Dr. Weizmann und dem Mufti von Jerusalem geschlossen wurde, das den jüdischen Bevölkerungsanteil in Palästina auf 35"״ der (iesamthcvölkcrung begrenzt, die Einrichtung eines Gesetzgebenden Rates vorsieht und ferner den Ankauf von Roden beschränkt. Es hei lit ferner, daß dem Abkommen gemäß der Mufti sich verpflichten muß, nach der Rückkehr nach Palästina seine politische Tätigkeit auf zugeben. Diese Meldungen sind nach ,,Palcor" absolut unwahr und entbehren jeglicher Grundlage. Ebenso dementiert die Regierung die arabischen Zeitungsmeldungen, sic habe einen Beamten nacii Syrien ־zu Verhandlungen mit den emigrierten Araberführern entsandt. haben die für Gemüsebau bestimmte Fläche von 2500 Dunam im Jahre 1935 auf ”000 Dunam erhöht, und gleichzeitig hat sich die arabische Produktion bedeutend vermehrt. Sie betrug 1933 15 000 t, und betrug KGö ■15 00() bis 51)000 t. In den neun ersten Monaten des laufenden Jahres haben die Araber den jüdischen Markt mit 40 000 t Gemüse beliefert, wahrend die jüdischen Produzenten in dieser Zeit 20 000 t lieferten. Während die jüdische Produktion jetzt eine Krise durchmacht, spürt die arabische nichts davon, ja neigt zur Erweiterung der Erzeugung. Während der letzten vier Jahre ist der jüdische Gemiisekonsum auf das Dreifache gestiegen, aber die jüdische Produktion beliefert nur 25 °» dieses Marktes. Die Araber produzieren viel billiger, sowohl infolge ihres niedrigen Lebensstandards, als auch, weil ihre Produktion eine extensive ist, die der Juden dagegen intensiv. Dazu kommt die Konkurrenz des syrischen Importes. Syrien hat ein besseres Klima, reichliche Wasse!mengen und überdies eine versteckte Exportprämie infolge des gesunkenen Francs. Trotzdem ist die Zukunft des jüdischen Gemüsebaues auf weite Sicht günstig zu beurteilen. Notwendig ist eine Organisierung der Produktion und des Verkaufes, die das Risiko des Einzelnen herabsetzt. Dann wäre cs möglich, das Angebot in den verschiedenen Jahreszeiten zu stabilisieren. Es sind in den letzten Jahren wertvolle theoretische Versuche in bezug auf Düngung, Krankheiten, Wahl der Arten gemacht worden, die aber nur hei verbesserter Organisation ausgewertet werden können. Fachleute beurteilen die Aussichten des Gemüseexportes aus Palästina gut. die landwirtschaftliche Versuchsstation in Rechobot glaubt, daß die Züchtung von Kartoffeln gute Aussichten bat. Wir brauchen eine festorganisierte Planwirtschaft auf dem Gebiete des jüdischen Gemüsebaus, welche solche Vollmachten haben wird, wie sie z. B. heute der organisierte Gemüsebau in Holland besitzt. In Tel-Aviv wurde ein neues Gebäude vollendet, das von der Jcwish Agency als Herberge für Ein wänderer, die im Hafen von Tel Aviv ankommen, benützt werden wird. Die Bauarbeiten, die £ 12 300 gekostet haben, wurden aus dem Nachlaß von Chirik Salomon (Süd-Afrika) Enarviert.

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