Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 99 (14.12.1937)
- Date
- 1937-12-14
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 99, 14. XII. 1937 Das polnisch - jüdische Emigrationsproblem 311n schlummern, und vor uns die Aufgabe sehen, diesen Kräften gegenüber den Elementen des Zerfalles, die sein Antlitz entstellen, zum Durchbruch zu verheilen. Mensch und Geschichte Jene, die ihres Lebens, so wie es ist, überdrüssig sind, erleben mit voller Wucht das Problem, das in unseren Tagen weit über den jüdischen Bezirk hinaus besteht, wenn es sich auch für uns in besonderer Form offenbart, nämlich das Verhältnis des Menschen zur Geschichte. P״ Wunsch, in irgendeine ״Region höherer Art“ zu entfliehen, ist eben das Verlangen, der Wucht der Geschichte zu entgehen. Hierzu hat sich erst vor kurzem ein Denker der russischen Emigration, Nikolai Berdiaeff, in einer inter* essanten kleinen Schrift ״Die menschliche Persönlichkeit und die überpersonlicheii Werte“ geäußert, indem er sagt, daß es ״heutzutage kaum noch möglich sei, sich der Geschichte zu entziehen, sich vor ihr zu verstecken, wie •dies in früheren Epochen möglich war“. Diese Feststellung, die ganz allgemein gilt, hat naturgemäß für uns Juden besondere Bedeutung. Wir müssen allerdings die Frage stellen — deren endgültige Beantwortung an dieser Stelle unterbleiben soll —, ob Juden jemals in ihrer ganzen langen Diasporageschidrte sich ״vor der Geschichte verstecken“ konnten? Lins scheint, daß die Geschichte sie auch in den entlegensten Schlupfwinkeln aufstöberte, wenn sie diesen Versuch machten, und daß man weite Partien jüdischer Historie vielleicht erst tmter dem Gesichtspunkt eines solchen Wechselspiels recht Verstehen kann. Das, was im Menschen den Wunsch wach werden läßt, sich den Kräften der Geschichte zu entziehen, ist das Gefühl, daß die Geschichte ihre Ziele, die dem!einzelnen nicht Irnrner erkennbar sind, und die über den Bezirkdes persönlichen Lebens, ja vielleicht sogar über das ganze menschliche Dasein hinausgreifen, in der Weise verfolgt, daß sie den einzeltieu Menschen zu einem Werkzeug ihres Willens rn.'idit Und dagegen sträubt sich der menschliche Geist mit Recht, denn in ihm liegt der Wille zur Persönlichpc זי, die gerade dadurch charakterisiert wird, daß sie eben nicht Mittel zu etwas ist, sondern etwas in sjcli Vollendetes oder — besser gesagt -- etwas, was sich im Leben allmählich der Vollendung zu nähern bemüht. Audi dieses Problem wird von Berdiaeff in der genannten Schrift erörtert und insbesondere die frage nach der Beziehung der menschlichen Persönlichkeit zum Volke gestellt. Dabei wird die Meinung vertreten, daß das Volk wie viele andere gesellschaftliche Kategorien nichts an sich habe, was man als ein״ ״Kolleldivpersönüchkeit“ bezeichnen könne; es gehöre vielmehr in den Bereich des natürlichen Lebens, in dem es gewiß Individuen gebe, niemals aber die nur dem ״Reiche der Freiheit“ angehön'ge und nicht der Naturgesctzliclikeit unterworfene Persönlichkeit, die als ein geistiges Gebilde aufgefaßt wird. »JSdjscfrer Nationalismus Uns scheint, daß für das jüdische Volk ein solcher Gegensatz nicht besteht. Das jüdische Volk, dessen konstitutives Element ein geistiges Prinzip ist, mögen wir nun ganz konkret im Bereich des Religiösen sehen oder in. anderen geistigen Kriterien, kann keinesfalls nur als eine Ordnung der Natur betrachtet werden, und es kann daher auch niemals jener Gegensatz zwischen dein Volke und der einzelnen Persönlichkeit, die ihm angehört, entstehen. Uns scheint vielmehr im Begriff des jüdischen Volkstums bereits das Element enthalten zu sein, das für das Wesen der menschliehen Persönlichkeit bestimmend ist, nämlich die Fähigkeit zur sittlichen Entscheidung. Für das jüdische Volk besteht kraft seiner Konstitution die Möglichkeit, sich das Gewissen, das das Volk als So/ialgefiige besitzt, in glrieher Art und mit gleicher Tendenz wie das Gewissen der einzelnen Persönlichkeit zu denken. Für diese Vorstellung bat es in der jüdischen Qesclrchte verschiedene Ausprägun- Kc‘n gegeben, denken wir t. B. an die Idee vom ״Gottes- Staat“, (Hier sei auch auf eine Schrift des allzu früh verstorbC'iicn David K o i g e n verwiesen, die unter dem Titel ״Der mondUciie Gott“ sich teilweise auch mit diesem Probl cm kr eis auscinniuiersctzt.) In jüngster Zeit ist in Paläsh na, wo der Versuch gemacht wird, dem Volke wieder zu den natürlichen l.ebensgnmdlagc'ii zu verhelfen, auch hierfür eine neuartige Formulierung gefunden worden, wenn ein Mann wie A, D. Gordon von! ״Mensch-Volk“ (Am-Adam) sprach, d.11. einem Volke, dessen Gewissen und dessen nationale Sittlichkeit nicht anders beschaffen ist als Gewissen und S i t* I!. 11 k •ei t der ein/ehien Persönlichkeit, die ihm angehört, so daß also kein Zwiespalt zwischen dem sittlichen Handeln des Einzelnen und den Taten des Volkes entstellen kann. Gerade in dieser Sphäre zeigt sich ja die B e s o n d e r h e i t des j ü d i sehe 11 Nalio- 11 a 1 i s ri'i 11 s, die ihn vor eigenartige Aufgaben stellt, zugleich aber gerade denen unter uns, die nicht bereit sind, den Weg des l'nfcrt,-Indiens in einem großer! Kollektiv zu beschreiteri, die Möglichkeit der bewußten Einordnung in das nationale Leben und dadurch eines tieferen Verständnisses unseres jüdischen Daseins gibt. Ls ist eine alte zionistische Auffassung — besonders auch der Ausprägung, die er im Judentum Deutschlands schon vor dem Kriege gefunden hat —, daß vor uns nicht so sehr die Wahl zwischen Gut und Böse liegt als die Wahl zwischen verschiedenen Werten. Darin liegt gerade die besondere Schwierigkeit des menschlichen Lebens lind unser ethisches Problem. Wer könnte dies 1-eugneu, wenn er auf sein eigenes Leben zurückblickt, aut die Entscheidungen, die er getroffen hat, und auf die Schwächen, die er in sich selbst spürt? Diese Wahl zwischen der! Werten, die den Juden gegenübersteben und die sic in ganz verschiedene Sphären des Lebens hineitui;hen können, je nachdem, welche sie als die für sie verbindlichen aneikennen, begründet den Unterschied zwischen den im jüdisehen Leben vorhandenen Menschenfypen. Das Ziel der nationalen Renaissance Wir haben stets in der Hauptsache einen entscheiden- Öen Wert für uns anerkannt und erstrebt: das ist die Idee der Freiheit. Darunter verstehen ■wir nicht die Freiheit Von Bindungen überhaupt, auch nicht die Losgelöstheit des •einzelnen Juden von sozialen Verpflichtungen, sondern die Chance für das jüdische Volk als solches, sich nach den ihm innewohnenden Kräften in der Welt zu entfalten — eine Chance, die dem Volke in all den Jahrtitmderten der Diaspora gefehlt hat, wie immer die äußere Lage Tatsachen und Illusionen Von unserem Berich terstatter Warschau, 10. Dezember Entgegen den Meldungen mancher französischer Blätter, die im Zusammenhang mit dem Besuche des Außenministers Delbos in Polen Beratungen mit jüdischen Vertretern über Ansiedlungsmögüchkeiten in Madagaskar geführt worden seien, muß festgestellt werden, daß dies nicht der Fall war. Minister Delbos hat aus eigenem Antrieb die hiesige Judenfrage überhaupt nicht erörtert. Sie kam lediglich zur Sprache, a!s der polnische Außenminister Beck dem Vertreter der französischen Regierung die Postulate Polens in bezug auf das Kolon ial problem mitteilte. Während man in der polnischen Presse und sogar im Parlament noch immer das polnische Emigrationsproblem unter dem Aspekt der Judenfrage behandelt und das Problem der Auswanderung meistens als Mittel zur Liquidation der jüdischen Minderheit in Polen hinstellt, haben die verantwörtlichen Leiter der polnischen Außenpolitik bereits eingesehen, daß sowohl vom internationalen Standpunkt als auch vom Standpunkte der realen Interessen Polens es zwecklos ist, die Emigrationsnotwendigkeiten mit den Sorgen um die Lösung der Juden frage zu begründen. Minister Delbos, der . auch diesen Standpunkt vertritt, hat es also nicht nötig gehabt, den polnischen Außenminister davon zu überzeugen. Dagegen war es von Nutzen für die polnische Oeftentlieh k eit, daß sie bei dieser Gelegenheit von autoritativer und maßgebender Seite erfuhr, welche Aspekte und Möglichkeiten in der nächsten Zeit für die Lösung des Auswanderungsproblems vorhanden sind. Leider kamen die dies bezugliehen Aeußerungen und Erklärungen der französisclicn Regierung erst auf Umwegen — über die französische Presse — nach Polen und es ist kaum zu erwarten, daß eine Er• seiner zerstreuten Teile auch war. Wir wissen dabei, daß der Wunsch nach Freiheit, die nottut, damit wir als Volk unsere Kräfte regen und entwickeln können, noch nicht das letzte Wort ist, das wir zu sprechen haben, und daß, wenn sie bis zu einem gewissen Grade errungen ist, wiederum eine Wahl zwischen verschiedeneu Werten von jedem Juden und vom Volk als Ganzem getroffen werden muß. Nichts haben wir ja so sehr zu fürchten, als daß ein Wert, den wir für uns akzeptiert haben, zu einem ״Oötzen“ wird, den wir sklavisch anbeten, und daß wir um seinetwillen nach innen und nach außen neue Unfreiheit zu säen beginnen. Wir wissen vielmehr — und kennen es aus eigenster Erfahrung während unserer langen Geschichte —-, daß erst nach Akzeptierung einer Grundidee die Frage auftaucht, wie sie sich nun in der Welt verwirklicht, sowohl in bezug auf uns reibst, die Menschen unseres eigenen Volkes, die nicht einem Idol unterjocht werden sollen, wie auch gegenüber der Umweit, mit der wir es, auf dem Wege unserer Sclbstbefrciung zu tun haben. All dies aeigt sich heute bereits, wenn wir beobachten, wie die ersten Schritte auf dem Wege der Befreiung des Volkes in Palästina getan werden. Dort wird ein Kampf darum geführt, daß die Idee der Selbstbefreiung nach innen nicht alle anderen kulturellen Kräfte erdrückt. Daß die gleiche Frage jn bezug auf unser Verhältnis zur arabischen LI ni weit besteht, wird heute in einer Zeit des offenen, von der arabischen Seite begonneneu Kampfes vielleicht weniger deutlich, kann aber dennoch nicht übersehen werden, da dieses Problem in naher Zukunft wieder stärker hervortreten und dann eine klare Stellungnahme verlangen wird. Wenn Freiheit zu nationaler Entwicklung unser Ziel ist, so muß ein gewisses Maß an innerer Freiheit bereits am Anfang unseres Lebens stehen. Auch diese Erkenntnis ist der nationalen Renaissanccbewegttng des jüdischen Volkes nicht unbekannt. Stets wurde sie von dem Gefühl geleitet, daß die innerlich geradesten Juden, die ungebrochensten und selbstbewußtesten sich zusamnienfinden müßten, uin den Bau des neuen Lebens zu begründen, daß sie gerade gut genug seien, um das Volk als Ganzes zu seiner Erneuerung zu führen. Wir erinnern in diesem Zusammenhang an Achad Haans Kritik am Judcntuin des Westens in seinem Aufsatz: ״Aeußere Freiheit und innere Knechtschaft“, in dem er die richtige Be- Wertung der Lebenstatsachen zu sichern suchte. Wenn wir auf die jüngste jüdische Geschichte zurückblicken, so sehen wir, daß in der Tat immer wieder ein Kern von Menschen vorhanden war, dessen Gefühl für verletzte Würde, für die Eigenart ihrer menschlichen Persönlichkeit sie elementar dazu trieb, die Freiheit des jüdischen Menschen und des jüdischen Volkes auf ihre Fahne zu schreiben und zu ihrer Lebensaufgabe zu machen. Darum gilt es, auch in dieser für alle unsere Be- Strebungen so schweren Stunde nicht unsicher zu werden und die Erkenntnis zu bewahren, daß die innerlich Freiesten und damit auch Besten sich um uns sammeln müssen, daß sie ein immerwährender ״Ver sacrum“, der heilige Frühling des jüdischen Volkes sind, und daß sie durch das, was sie tun, uns allen, jedem einzelnen Juden, wo er auch leben mag, den Sinn der Zeit und den Wert jüdischer Existenz selbst unter den schwersten äußeren Bedingungen offenbaren. Und das Fazit? Gespräche unter Juden. — Sie sind heute nicht ״fcicht“, weder ihrem Inhalt nach noch im Hinblick auf ihre praktische Bedeutung, spiegeln sich doch in den Worten, die zwischen Jen Menschen hin- und hergehen, die Sorgen des Tages und die Not der Seele. Gerade darum sind diese Gespräche aber beute nicht zu entbehren. Sie sind vielleicht manchmal ungeklärt, nicht immer werden die richtigen Worte für die Einpiindungeti gefunden, aber sie stehen der Wirklichkeit im materiellen und im seelischen Bereich viel näher, als es in Vorträgen geschieht, bei denen jemand zu einer größeren Zahl von Menschen spricht. Das Gespräch besitzt ja überhaupt gegenüber dem zum Zuhörer gesprochenen oder gar Verantwortlicher Redakteur! Dr. Kotiert Waltsch, Berlin-CharL 9!«ich vertut wo! dich für die Au •! > •<r von Bildern). Stellvertreter! Kurt Loewenstein, Bciliu \\ 1־ ‘!•/oigenleiter und verantwort-!ich für den Inhalt der Am ■! ״ann F i n n, Berlin W 15. ('•ültig Anrcigen Preisliste 5 um l \|>!il 1938. Verlag und Anreigenverwaltung! Jüdische Rtn K > au, Berlin W18, Meinekestr. 10, D.A.III/1937 28604.— Druck: Sicgüiid Scholem, Berlin-Schöneberg. nüchterung in dieser Hinsicht in der polnischen Oeffenflichkeit so rasch eintreten wird. Die jüdische Oeffentlichkeit nimmt bei dieser Gelegenheit gegen jede Art erzwangen er Emigration Stellung, und auch die jüdische Presse äußert sich sehr skeptisch zu dem angeblichen Madagaskar-Projekt, das keine Lösung der polnischen Judenfrage bringen kann. Eine Boykott - Aktion In Krakau wurde eine großangelegte Aktion gegen die jüdische Kaufmannschaft begonnen. Eine spezieh hierfür gegründete Organisation entwickelt in allen Städten eine lebhafte Agitation, um die polnischen Konsumenten von Einkäufen bei Jaden abzuhalten. Am 8. Dezember fanden in den größeren Städten Demonstrationen statt, bei welchen antijüdisclie Parolen verbreitet wurden. Obwohl die Behörden offiziell den jüdischen Vertretern versichert haben, diese Aktion nicht zu unterstützen, muß man leider für die nächsten Wochen einen verschärften Kampf von dieser Front befürchten. An der Hochschulfront hat sich die Situation dadurch verschlimmert, daß die nationaldeniokratischcn Studeuten beschlossen haben, die Juden überhaupt zu den Vorlesungen und Uebungen nicht zu zu lassen, nachdem sie gesehen haben, daß der Widerstand der stehenden jüdischen Hochschüler nicht zu brechen sei. An der Handelshochschule in Warschau kam es in den letzten Tagen zu Mutigen Kämpfen. Mehrere Juden wurden verwundet. Herr Wawelberg hat sein Vorhaben ausgeführt und an das Bildungsministerium eine notarielle Aufforderung gerichtet, die Bedingungen des im Jahre 1919 mit dem Ministcrium geschlossenen Kontrakts über die Wawelbcrgsche Hochschule in Warschau (s. ״J. R.“ Nr. 97) einzuhalten, widrigenfalls er das Ministerium verklagen werde. geschriebenen Wort den Vorzug der größeren Un mittelbarkeit. Es steht der Wirklichkeit der Dinge näher und trifft sie daher oft auch präziser. Dabei zeigt sich jene Stufenfolge der wachsenden Ablösung der Worte und der Darstellung von der Wirklichkeit, die mit ihnen gemeint ist. Der ״unausgesprochene“ Gedanke ist selbst ein Teil der Wirklichkeit, von ihr noch kaum geschieden. Das Wort, das den Gedanken formuliert, bringt bereits eine Loslösung von der Wirklichkeit mit sich, da es stets eine Vielfalt von Erscheinungen vereinfachend zusammenfassen muß. Und nun folgt über das Selbstgespräch, das Gesprach im eigentlichen Sinne, die Rede und die Schrift eine Stufenreihe der immer stärkeren Differenzierung zwischen der Lebenswirklichkeit und der aul sie bezogenen Darstellung — Quelle zahlreicher Mißverständnisse im individuellen und im öffentlichen Leben! Um so bedeutsamer ist das Gesprach gerade dann, wenn es um wichtige Entscheidungen geht. Dennoch können diese Gespräche nicht das Letzte sein. Sie sollen nur einen Anfang darstellen, einen Anstoß zum Entschluß, wenn es gilt, neue Lebensgnmdlagen für sich selbst zu schaffen, neue Wege der Existenzsicherung zu beschreiten, und nicht weniger, wenn es sich darum handelt, eine neue Bahn im Geistigen vorzubereiten. Worte sind nicht Taten — sie können aber Taten vorangehen, wenn hinter ihnen der ehrliche Wille steht, etwas zu beginnen. Auch wenn Sorge und UeberdruS über vieles, was wir in dieser Zeit erleben, aus unseren Worten spricht, kann gerade aus der Ratlosigkeit und Not des menschliehen Herzens der Aufschwung zum Handeln kommen, das eine neue Wirklichkeit schaffen soll. Darum brauchen wir die Gespräche, brauchen sie und ihre Lenkung in die Bahn, die zu neuer Schöpfung führt, nicht in ein Land der Utopie, sondern in eine nette und — wie wir hoffen — bessere, freiere Wirklichkeit des jüdischen Lebens. K. L. Ein Brief von Heines Eltern. Die Autographensammlung der Jüdischen Nationalbibliothek in Jerusalem (Sammlung Abraham Schwadron) erhielt einen in hebräischen Schriftzeichen geschriebenen Brief von Heinrich Heines Eltern, Samson und Betty Heine. Der Brief äst an den Philanthropen und Bankier Fould in Paris gerichtet und enthält eine Empfehlung für einen gewissen Jacob Heine, der später unter dem Namen Arniond in Paris ein großer Bankier wurde. Der Brief wurde der Bibliothek von dem südafrikanischen Zionisten Kirsehner geschenkt. Die Autograpliensammlung erhielt in letzter Zeit ferner eine Seite aus Mendelssohns Handschrift seiner Psalnien-Uebcrsetzung, auf deren Rückseite der Entwurf für einen Geschäftsbrief von Mendelssohn selbst notiert ist. fobzie. Spöiieuiynisse■ Berlin. Der Jüdische Box-Club Maecabi Berlin schlug Star Prag mit 6:4 Punkten. Im Bantamgewicht siegte Rüben über Kocman nach Punkten, Lewkowitz gewann gegen Jezek, Prag, durch Aufgabe in der ersten Runde, der Maceabi-Boxer Kronfeld mußte sich Nekolny beugl'n, Prossek, Prag, siegte über Joel, der in der zweiten Runde wegen Kopfstoßes disqualifiziert wurde, und Ncumann gelang es, den tschechisehen Meister im Gleichgewicht 1937 Kratil nach Punkten zu schlagen. Ungarn. Die ungarischen Landesmeisterschaften im Sterninen brachten den jüdischen Sportlern große Erfolge. Im Leichtgewicht siegte Gri'mfeld, der außerdem zwei neue Lan- Jesrekorde aufstellte, während sich Gere im Halbschwer-!;ewicht den Titel holte. Im Schwergewicht belegte Gere II den zweiten Platz. — Die Handballmannschalt des VAC. Budapest konnte die Landesmeisterschaft ohne Punktverlust erringen. Oesterreich. Bei den Wiener Schwimmeisterschäften konnten mehrere Schwimmer und Schwimmerinnen der Hakoah Wien Siege und Plätze erringen. Im 400-m-Crawl für Damen siegte Bak, Hakoah Wien, in 6:19,6 Minuten. Den 3. Platz belegte die Hakoah-Schwimmerin Lichtner, während Frl. Lustig, Hakoah, den 2. Platz im 200-m- Brustschwimmen belegen konnte. Das 400-m-Herren-Crawlschwimmen sah Dungier und Kulka auf dem 2. bzw. 3, I latz, während die 4 mal 200-m-Bruststaffel der Hakoah Wien gleichfalls einen zweiten Platz belegen konnte. Palästina. In Rechowoth fand das Treffen aller hockeytreibenden jüdischen Vereine statt. Makkabi Tel Aviv wurde nach einem Siege über Atid Turniersieger«