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Jüdische Rundschau · 1937-12-10 · Heft 98 (10.12.1937) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 98 (10.12.1937)
Date
1937-12-10
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr 98, 10 XII. 1937 JOOlSr-HP RIIKinPCHAll Seite 3 Der jüdische Staatsmann Chaim Wcizmann, Reden und Aufsätze 1901—1936 Jlusgcwählt und eingeleitet von Gustav Krofankcr, lei Aviv 1937 Wir Juden haben wenig Erfahrung auf dem Gebiete der Politik. In den meisten Perioden unserer Geschichte waren die Menschen, die man als jüdische ״Politiker“ bezeichnen könnte, d. h. die durch Aktionen bei den politischen Miichteil der Weit die Lebensbedingungen der Juden zu erleichlern versuchten, nicht organisch mit dem Volk verbunden, sondern verdankten ihre Rangstellung den Leistungen oder der Position, die sie außerhalb des engeren Volkslebens errungen hatten. Kürzlich wurde hier wieder die alte Streitfrage erörtert, ob Moses ein Aegypter war; schon die Frage- Stellung ist charakteristisch. Auch in späteren Epochen unserer Geschichte gehörten jüdische Führerpersönlichkeiten mehr dem Kulturkreis der Umwelt an als dem jüdischen. Dies gilt bis in die neueste Zeit. Auch Theodor Herzl kam nicht aus dem jüdischen Volksleben, sondern kehrte zu ihm zurück. Mit ihm aber vollzieht sich die Wende. Durch den Zionismus ist der jüdische Staatsmann im eigentlichen Sinne, der staatsmännisch denkende, über die momentanen Nöte des Tages hinaus ,richtunggellende Politiker möglich eworden. Wir besitzen ihn heute in Chaim W e i z m a ח n. r ist der Repräsentant des jüdischen Volkes vor der Welt der Gegenwart. Zu dieser Funktion gehört mehr als Klugheit und Aktivität. Das Entscheidende ist die Magie der Persönlichkeit, das ״Charisma“, die unmittelbare Ueberzeugungskraft. Wir kennen genug Zeugnisse von nichtji'uli* sehen Zeitgenossen, besonders von Engländern, die bezeugen, wie Weizmann auf Menschen wirkt. Dabei sind seine Rede, seine Ausdrurkswcise und seine Gedanken keineswegs intellektualistisch, überspitzt oder demagogisch, er spricht ganz schlicht und einfach, auch unpathetisch und meist mit leiser Stimme, und zwingt doch jeden Hörer in seinen Bann, so daß der Saal, sei es nun ein leidenseliaFt-durehwühltcr Zionistenkongreß oder ein vornehmes Pack-tl eaghs.lier Lords, lautlos dasitzt und zuhört. Seine Rede hat etwas Elementares und Ungekünsteltes, sie greift ans Herz. Es war ein guter Gedanke der H i t a c 11 d 11 th OI e j Ge rmania (Vereinigung von Einwanderern aus Deutschland) in Tel Aviv, eine Sammlung von Reden und Auf- Sätzen Chaim Weizmanns in deutscher Sprache hcrauszugeben. Es ist ein stattliches Buch von 334 Seiten geworden, zu dem Gustav Krojanker eine Einleitung schrieb, deren Hauptteil in der ,,Jüdischen Rundschau“ Nr. 60 d. J. noch vor dem Erscheinen des Buches ver iiffentlicht war. Das Buch umfaßt den Zeitraum vom Jahre 1901 bis 1036, 35 schicksalsreiche Jahre. Es hat, sofern man es als Bild der Persönlichkeit Weizinanns nehmen will, insofern einen gewissen Nachteil, als Aeußerungen verschiedener Art nebeneinanderstehen: Diskussionsreden und Ansprachen, die unmittelbar und spontan gesprochen wurden, und sorgfältig ausgearbeitete politische Dokumente, bei denen man annehmen muß, daß sie, wie bei jedem verantwortlichen Politiker und ״Minister“, von den zuständigen Sekretären ausgearbeitet und vorbereitet wurden, also nicht den persönliehen S'if Dr. Weiznianns haben. Diese Feststellung soll keine Kritik des Buches sein, sondern nur ein Hinweis für den Leser; denn die Herausgeber wollten ja ein politisches, ja ein geschichtliches Buch bieten, und da ist es selbstverständlich, daß sie beide Arten von Aeußerungen vereinten. Wer dieses Buch der Reden und Schriften Weizmanns durchliest, der wird sich überzeugen, daß es kein Zufall ist, wenn Weizmann zur führenden Figur des Zionismus wurde. Von den frühesten jugendlichen Anfängen ist in ihm etwas von dem Ingenium und Temperament des Staatsmannes, jenes Träumerische, das nach weitgesteckten Zielen greift und sich nicht durch die Erkenntnis der Unmöglichkeit abhalten läßt. Zugleich aber weiß dieser Mann, daß man nicht nur nach vorwärts greifen darf, sondern zugleich auch nach rückwärts verankert sein muß. Für jede der großen Fahrten in die Welt und in das Reich des Unmöglichen bedarf es der nährenden Kraft durch die Berührung mit dem Mutterboden des Volkstums. Dieser Zweiheit gilt der Kampf seiner Jugendjahre. Seine ersten Reden, die in' dem Buche enthalten sind, aus der Zeit des V. Kongresses, sind von einer scharfen Kritik an der damaligen zionistischen Bewegung erfüllt. Er durchschaut die Oberflächlichkeit des Betriebes, vor allem in Rußland, er analysiert diese Zustände in einem Briefe an Herzl, er wendet sich gegen das Prinzip der zionistischen Schönfärberei, die den Gegnern die Kritik überläßt und betont, daß die Ehre, unsere Kongrosse zu kritisieren, ein Privileg der zionistischen Jugend sein muß. Nur so kann man weiterkommen, damals wie heute, Mit seinen Gefährten von der ״Fraktion“ kämpft er für eine Vertiefung und Verinnerlichung des Zionismus, bis seine historische Rede auf dem VIII. Kongreß (1907) den Sieg dessen vorbereitet, was er mit einem seinem Fachebiet, der Chemie, entlehnten Ausdruck den ״synthetischen ionismus“ genannt hat. Diese ersten Reden sind aber nur der Auftakt, sozusagen das Vorspiel zu dem Drama. Die eigentliche Handlung beginnt nach der Balfotir-Deklaration, in Weizmanns — mit einer vierjährigen Unterbrechung — einen Zeitraum von fast zwanzig Jahren umfassender Präsidentschaft der Zionistischen Organisation. Es ist eine erfolgreiche und tatenreiche Laufbahn, aber auch ein Leidensweg. Wir sehen die Gestalt eines Führers, der nach außen gegen fast unübersteigliche äußere Hindernisse kämpfen muß, ohne Armee und Flotte, wie er einmal sagt, nur gestützt auf die Ucbcrzeugungskraft einer Idee, und zugleich auch immer wieder mit den eigenen Anhängern in Konflikt gerät und eine fast tragische Kette von inneren Kämpfen zu bestehen hat. Mißverständnisse und Unverständnis von außen und von innen. In seiner klaren Erkenntnis, daß nur reale Positionen in Palästina den jüdischen Anspruch sichern können und daß eine bloß abstrakte Berufung auf Versprechungen zu nichts führt, erzwingt er gegen Widerstände aller Art die praktische Siedlungsarbcit, sammelt persönlich in allen Weltteilen die finanziellen Mittel, aber zugleich muß er immer wieder das Volk vor Illusionen warnen, muß nach innen ernüchternd wirken, wird nicht gehört, wird angefeindet. Weizmann weiß, daß es eine schwere Aufgabe der Juden selbst ist, die Realitäten Palästinas auf nolitisebem und wirtschaftlichem Gebiete zu bezwmgon. Er kennt ah<*r nur zu gut die Mentalität der ״Träumer des Ghettos“, die an Wunder glauben wollen und meinen, durch die Deklaration hätte England den Juden ein Land geschenkt, imgeachtet dessen, daß andere in diesem Lande leben. Immer wieder versucht er in seinen Reden, den wahren Sachverhalt klarzumachen. Den Höhepunkt erreicht diese Auseinander- Setzung im August 1930 (in der Berliner A.-C.-Sitzung) und darauffolgend auf dem XVII. Zionistenkongreß im Juli 1031. In diesen Reden, die gerade mit Rücksicht auf die neueste Wendung der Dinge sehr wichtig und aktuell sind, beschäftigt sich Weizmann mit der Frage, ob ein Judenstaat in Palästina möglich ist. und formuliert dabei die zionistische Be- Ziehung zu den Arabern Palästinas. Er sagt dazu (1930): ״Es gibt heute eine heranwachsende arabische Jugead in Palästina, die in ihrem Sinne genau so gut zionistisch ist wie wir, und es wäre lächerlich zu sagen, wir ignorieren diese Kraft und verschanzen uns in diesem Glauben. Wir dürfen nicht so sprechen, daß die Araber es so emnfinden müssen, wie wenn man uns sagte, wir hätten kein Recht auf Palästina. W i r haben ein Recht, und s i e haben ein Recht. Beide Völker sind gleichberechtigte staatsbildende Eiement«. So müssen wir zusammen arbeiten, und wenn wir einmal die Majorität werden, dann werden wir sie nicht majorisieren, so wie wir nicht inajorisiert werden wollen.“ Diese Auffassung fand keine Mehrheit irn Kongteß und Weizmann wurde gestürzt. Es ist wohl die größte Tragik in der politischen Laufbahn dieses Mannes, daß er infolge der Widerstände im Innern nicht die Möglichkeit hatte, rechtzeitig eine großzügige Politik des Ausgleichs mit den Arabern zu betreiben, wie sic schon in seiner (heute wieder sehr lesenswerten) irn Frühjahr 1913 im Hause des Gouvcrncurs Storrs in Jerusalem gehaltenen Rede an di« Araber vorgezeichnet war. Seine Begegnung mit Feisal 1918 blieb GLAS / PORZELLAN alfred schaeffer M.d.J, G. ßflH'n, M,1u»rstr, f R ao dar l?10210*»! Sir. eine Episode. Heute stehen wir vor einer anderen Situation, aber das Problem als ganzes ist nicht verschwunden, wed es zu den Gegebenheiten Palästinas gehört. Weizmann aber ist wieder der Sprecher und Präsident des Zionismus geworden und hat in seiner großen Rede vor der Kgl. Kornmission, zeitlich das letzte in dem Buche abgcdmrkte Stück, ci״ jrr0R׳>rfigpS r>״|) 1,י;י1*ד.וז״r iii׳|:s׳:hen läge und der jiklischeu Forderungen gegeben. Dem Kenner der zionistischen Geschichte sind viele dieser Weizmann-Redcn noch in lebendiger Erinnerung. Es ist aber gut, diese Erinnerung aufzufrischen, nicht nur wegen des Mannes, sondern auch wegen der Sache. Die zionistische Jugend kann hier an Hand von Reden die Entwicklung verfolgen, die Grundgedanken herausschälen, auch der Jugend Palästinas wird das nicht schaden. Zu oft wird unsere Jugend mit Phantasien ge üBcrt und hält das für einen besseren Zionismus. Das Buch enthält aber nicht nur Politik. Die Politik ist nur di« eine Seite der Sache. Auf der anderen Seite steht das unaufhörliche Werben um die Seele und um die Mitarbeit des jüdischen Volkes. Unter 'Weizmann ist der Zionismus weit über die Parteischranken hinausgewachsen. Er selbst ist eine überparteiliche Persönlich- Werfe! über ״Glückseligkeit“ Von unserem Berichterstatter J. R. W i e n, 8. Dezember Nach langer Zeit sah man wieder Franz Werfel am Vortragstisch. Als Gast der österreichischen Völkerbundliga sprach er über die ״Glückseligkeit der Menschen“. Der Dichter entwarf nicht nur ein zeitkritisches Gemälde, sondern zeigte auch in dichterisch vollendeter Form die W'urzeln auf, die die Grundlage der Gegenwart bilden. Der Unterschied zwischen dem Menschen von heute und dem des archiiischcn Zeitalters bestehe darin, daß in jenem ״goldenen Zeitalter“ die Menschen noch den Göttern näher wohnten. Dieses große ,,Kindesalter des Menschengeschlechtes“ sei das Zeitalter der Seher gewesen, die nicht nur mit erhellten Augen schauen konnten, für die das Seiende nicht nur etwas war, sondern darüber hinaus auch etwas bedeutete, die nicht anders als in Gleichnissen sehen und denken konnten. Diese Fähigkeit sei dem modernen Menschen von heute abhanden gekommen. Denn für uns sind die Dinge bloß vorhanden, aber sie bedeuten nichts mehr. Damit aber sind wir auch schon Opfer des Zerfalls des Seelenliaftcn geworden. 1111 Zeitalter des mythischen Menschen lagen die großen Urwahrheiten und die Quellen der Glückseligkeit, — Glückseligkeit aller sei nach dein Beispiel und Gleichnis der Mythen nichts anderes, als alle i!1 uns eingepflanztcn Scelenkräfte zur vollen Entfaltung bringen zu können. Der Typus, der uns als Produkt des ״Aufstiegs“ des Menschengeschlechts mit seinem mächtigen Drang nach Rekorde״, Bezwingungen mul Höchtleistungen in Technik und Sport als Repräsentant von heute entgegentritt, konnte nur um den Preis einer seelischen Verarmung, einer inneren Leere erkauft werden. Das Streben dieser Rekorden nach jagenden Menschen ist eine krampfhafte Bemühung um die Gestaltung ihres Lehens. Allein da sie nur die Zeit zu vertreiben wünschen, bleibt ihnen das entspannte, gelöste und heitere Erlebnis der Glückseligkeit versagt. Werfel aber beschränkt sich nicht auf die Diagnostik allein, sondern weist auch die Thcrapeutik, die aus dem Zeitalter unserer Tage in lichtvollere Zeit zu führen vermag. 111 der Kunst sieht Werfel die Helferin zur Glückseligkeit. Nur die Kunst kann wieder die ״Geistessichtigkeit“ bringen. Denn ״Kunst istdas Gegenteil von Zeitvertreib“. Gottesbewußtsein und Kunst sind die sichersten und zuverlässigsten Begleiter, um die verlorene frühere Glückseligkeit des Menschengeschlechtes wiederzufindeii. Die in uns versprengten und erloschenen Seelenkriifte wieder zu entfalten und zur vollen Flamme zu bringen, das sei die Aufgabe unseres Zeitalters, um aus dein technischen Fortschritt zur Beseelung und Gottesnähe zurückzufinden. — Die Ausführungen des Dichters hinterließen stärksten Eindruck, der sich in minutenlangem Beifall löste. Jüdisches im Pariser Herbst-Salon. Bei deT K anslaus■ Stellung, die gegenwärtig im ״Salon d’Autoinne“ in Paris stattfindet, befinden sich unter den 950 (mit 2136 Werken) vertretenen Künstlern 62 Juden, davon neun Bildhauer. 35 sind in Frankreich (davon vier in Französisch-Nordafrika) geboren, acht in Polen, sechs in Rußland tisw. Zu nennen sind: Jean Dreyfus-Stern (Fresken), Andre Strauß, Joseph Hecht, Kleinmann, Eugen Spiro, Andre Hambourg. Grunsweigh und Simone Bium zeigen Bilder aus dem Pariser Ghetto, Smadja eine Beschneidungsszene, Bernard Smol polnisch-jüdische Chassidim, Moses Levy das Judenviertel in Tunis. Unter den bildhauerischen Arbeiten ist vor allem die monumentale ״Eva“ von Loutchansky zu nennen. Die Arbeiten der jüdischen Künstler haben sich vor der Kritik durchaus behauptet, doch enthält die Ausstellung, wie berichtet wird, wenig den guten Durchschnitt Ucberragendes. In der Schocken-Bücherel sind als neueste Bände soeben erschienen: N. N. Glatzer, Geschichte der taimudisehen Zeit (Dojipelbändchen) und Mendeie Mocher Sforim: ״Die Fahrten Benjamin des Dritten“, übersetzt von Efraim Frisch. So spridit Gott der Herr: Sieh, idi nehme die Kinder Jisrael mitten aus den Völkern, dahin sie gezogen, und sammle sie ringsher und bringe sie aut ihren Boden. Und ich mache sie zu einem Volk im Land, aut Jisrae's Bergen, und e i n König soll ihnen allen König se 11, und nicht mehr sollen sie zu zwei Völkern werden und nimme׳mehr sich lorian spalten zu zwei Reichen. Und sie sol'en sich nicht mehr beflecken mit ihren Götzen und Scheusalen und allen ihren Missetaten; und idi will ihnen Hille schallen an allen Ihren Wohnstätten, an denen sie gesündigt, und will sie reinigen, undsie sollen mir zum Volk werden,und ich will ihnen Gott sein. .47.1 fj׳-r Haftarah für Sdiahbaf, den 7/. Dezember Jt'dieskt'l, Kap. 37, 21-21. Uehcts. v. H. lorczyncr keit geworden, auch von Nichtzionisten als führende Figur und als Autorität anerkannt. Die parteimäßigen Anfänge, aus denen der Zionismus hervorgewachsen ist, verlieren ihre Bedeutung gegenüber der Größe der Sache, die tief in das Leben jedes Einzelnen und in die ganze Struktur der jüdischen Existenz, unserer Zeit eingreiit. Weizmann hat immer größere Perspektiven gehabt, hat immer ober den engen Horizont hinausgesehen, neue Menschen und neue Kräfte für das Ziel einzuset/cii verstanden. Hinter der äußeren Ruhe verbirgt sieh ein Herz von stärkster Leidenschaftlidrkeit, hinter der schlichten Rede ein Pathos der Seele, hinter der betonten realpolitischen Nüchternheit eine stets neu entfachte luiäative und ein immer neu belebter Glaube an d,1׳s Unmögliche. Aus diesen Reden und Schriften weht ein heißer Atem, zugleich zeigen sie dein Leser das beglückende Bild eduen jüdischen Stolzes und einer Würde, die der Selbsttäuschung nicht bedarf, weil sie in sich selbst gefestigt ist. Dieses Buch ist kein abschließende? Buch. Weitere Bände werden ihm folgen, denn die Tätigkeit des Staatsmannes und Redners Chaim Weizmann ist nicht beend(■t. Dieser russische Jude, der 111:1 e in \V ׳., n.׳ ,״; vi, v> 11;׳,7׳lt ist und die undankbare Aufgabe hat, die versclrcdemirtigcn Welten des Ostjudentums und der englischen Politik einander anzimiiliern und gegenseitig zu interpretieren, hat oft das Schicksal gehabt, daß man das Angenehme von ihm entgegennahm, das l'nangenelimc aber überhörte oder nirückwies. Man winde wünschen, daß dieses Buch — eine hebräische Sammlung seiner Reden und Schriften ist, wie vor einiger Zeit hier berichtet, vorangegangcii — zu Weizmanns Populankit auch eine Vertiefung der zionistischen Einsicht hinzufügen hilft. Die überaus rege und produktive Tätigkeit der H i t a c 11 d 111 11 ( ) I e j (i e r m;1 ח j a, der wir erst kürzlich das ausgezeichnete kleine Bu '! von Alfred Bonne über den Neuen Orient zu verdanken hatten, hat durch diese Publikation der gesamten zionistischen Welt «inen wertvollen Dienst erwiesen. W. Hinweis auf den jüdischen Charakter eines Unternehmens im Wettbewerb Nach der Rechtsprechung des Reichsgerichts ist der Hinweis auf den jüdischen Charakter eines Unternehmens als Wettbewerbs fremde unzulässige Werbung auzusehen — auch wenn die Angaben wahr sind —, sofern dieser Hinweis dazu dienen soll, den eigenen Wettbewerb auf Kosten M. M. WARBUR6 & CO. GEGRÜNDET 1797 HAMBURG FERDINANDS75 ,?)׳!׳ BERLINER BÜRO; TIERGARTENSTR. 2b des angegriffen׳■!! Mitw! t hew1׳׳ bars zu fordern, Diese Ansicht hat das Reichsgericht in einem Urteil vom 12. Januar 1937 ausdrücklich auiiechterhaiLu. (Vgö ״Jüdische Rundschau“ vorn 30. April l';37.) Ein Ui teil des Landgerichts Tübingen vom 27. Oktober 1937 gellt demgegenüber davon mm, daß es einem Wetibewcrher nicht 1m:cr.-agl werden kann, auf den jüdischen Charakter einer Konkiirr׳ n/.i:ina hin/uweis׳. n da es sich insoweit mir um eine Aufklärung über eine nicht wctilmvorbsfrcmde Tatsache handelt, die in der heutigen Zeit vom kaufenden Publikum gewünscht wird. _ Pre'sgekt ö!er Roman. Die ״Jewish Publication Socieiv״ (Jüdische Verl:1g\׳:ese!׳M lieft) in Amerika teilt mit, daß der ״Edwin Wolf-Preis" für den h.-sten Roman jüdischen Inliclts von 250'J Dollar B! a.rice B i s n o, New York, für ihren ersten Roman: ״Das Brot von morgen“ z »gesprochen worden ist. Dem Preis- 1 ichierkolL gl um gehörte u. a. Fannie Hurst an. Der Roman spielt im Milieu der russiseh-jüdisclun Ein wand •rer nach Amerika, die Ende des vorigen Jahrhunderts unter furchtbaren Bedingung gen in den sogenannten ״Schwitz - Höllen“ der Schneiderwerkstätten arbeiteten. Die Verfasserin, in Chicago geboren, interessierte sich während ihres Studiums besonders für amerikanische Arbciterfragen und war dann selbst innerhalb der A.•heiler bevcgiing als ScknUann der Kleiderniacher-GewerkscIiaft tätig. Später gab sie diese Berufsarbeit auf, um drei Jahre lang an ihrem Roman zu schreiben. Inzwischen war sic auch, während verschiedener Reisen als Mharbeiterin von amerikanischen Zeitschriften tätig, Der Preis, der ihr zuteil wurde, ist von Morris Wolf und Frau Isidore Kolm in Philadelphia auf den Namen ihres Vaters der Jewish Publication Society für den besten englisch geschlichenen Roman jüdischen Inhalt; zur Verfügung gestellt worden. ßeat/ice Bisno Amt«nd«|»loto >Ä::

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