Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1937-12-07 · Heft 97 (7.12.1937) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 97 (7.12.1937)
Date
1937-12-07
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2651273-2653625-2653717--31613-2686234
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

V־«!»!;׳,׳, %!!•״ Seite 6 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 97, 7. XII. 1937 I Ein Wirtschaftsrat für Palästina Mord-Ueberfall in Jerusalem Ein Jude getötet Jerusalem, ■I. Dezember. (Palcor.) Eine Gruppe von 13 jungen Leuten kehrten heute abend singend von einem Besuch in Talpiofh nach Jerusalem zurück, als sie plötzlich an der Bahnstation aus dem Hinterhalt überfallen wurden. Sechs Schüsse wurden auf sie abgefeuert, die den 20jährigen Abraham Hahn Perl!11 a!1 tüteten und Malka Jacubowitz (17 Jahre) und Yona Kiobler (16 Jahre) verwundeten. Terror-Akte auf dem Lande Zvi Shtark; r, ein öSjähriger Jude, wurde am Dienstag abend bei einem Angriff auf einen jüdischen Omnibus, der von der Neschcr-Sicdlung nach Haifa fuhr, durch Schüsse verwundet. Der Angriff wurde in der Nahe des Dorfes Balad Eshsheikh am Karmel au־;geführt, eine Stelle, die bereits mit dem Spitznamen ״Hinterhalt-Ecke“ bezeichnet wird. Polizei- Hunde wurden auf die Spur der Angreifer gehetzt, die zu dem Dorf SI1 uni führten, wo zahlreiche Soldaten und Polizisten Haussuchungen Vornahmen. Der Muchtar, in dessen Haus Schu(iwaffen gefunden wurden, sowie ein anderer Araber im Besitz von Feuerwaffen wurden verhaftet. Auf dem Rückweg stießen die Truppen in den Bergen auf sechs Araber, die sich in verdächtiger Weise benahmen. Sie vvurden getan gen genommen," da man annimt, daB es sich wahrscheinlich um Terroristen handelt, die ihre Waffen versteckt haben. ln der Nacht zum Sonnabend wurde Afuleh sowie die Landwirtschaftliche Schule für Mädchen in Nahalal heftig beschossen. Aus Afuleh wird gemeldet, daß die Angriffe von allen Seiten ausgeführt wurden. Ohaffirim und Polizei erwiderten das Feuer mit Maschinengewehren und schlugen die Angreifer zurück, die — wie man annimmt — einer arabischen Terroristenbaude, die sich hauptsächlich im Norden betätigte, angeboren. Die Borge um Nazareth wurden von Militärtruppen umzingelt und in den Dörfern umfangreiche Haussuchungen vorgenonnnen, b״i denen in einem Dorf Schußwaffen ge- {um!eil wurden. Eine Anzahl Araber wurde verhaftet. ln den nördlichen Bergen werden von Polizei, Militär und Flugzeugen tiinfam!reiche־ Suchaktionen angestellt, da angeblich syrische 13 a n 11 c 11 nach der palästinensischen Grenze unterwegs sind, um in das Fand ein Zufällen. Truppen fanden in der Nähe von Safed das arabische Port AiiJur verlassen vor. Ein Araherknabc teilte mit, daß all)■ Männer im Dorf zu einer arabischen Bande gestoßen und nur fünf zurückgeblieben seien. Diese fünf Araber wurden v e r h a f t e t. In den Bergen bei Akko wurde der Leichnam eines erschossenen Arabers aufgefunden. Mari nimmt an, daß cs sich um das Mitglied einer Terroristenbande handelt, das wählend eines Gefechtes getütet wurde. Großfeuer in Tulkerem Fünf Araber verbrannt In einem Asphalt-Lagerhaus, das zu der Abteilung für Oeftcnthche Arbeiten in Tulkerem gehört, brach in der Nacht vom Montag zum Dienstag ein großes Feuer aus. Es stellte sich heraus, daß das Lagerhaus von Arabern in Brand gesteckt wurde. Acht Araber wurden durch die Feuersbrnnst verletzt, wovon fünf inzwischen ihren Wunden e 11 ־ a r e ri. Polizisten - Mord bestätigt Jerusalem, 30. November. (Palcor.) Die Erruordüng von zwei der vermißten arabischen Polizisten durch eine bewaffnete Araberbande (über die wir in der vorigen Ausgabe berichteten — Red.) hat sich bestätigt. Per'überlebende Polizist ist ein Mohammedaner, während die zwei Opfer christliche Araber waren. Er verdankte seine Rettung dem Umstand, daß das Mohammedanische Gesetz die Ermordung eines anderen Mohammedaners im Rainadhan- .Monat verbietet. Polizei machte sich sofort nach dem von dem Araber besrh:!ebenen Tatort auf, wo die zwei Leichn a m e g e f u ti d e!1 wurden. Urteile des Militärgerichts Jerusalem, 2. Dezember. (Palcor.) Der 32jährige Araber J 11 s s c i M 0 11 a 111 111 e d Surs y wurde vom Militärgericht in Jerusalem wegen des Besitzes von Munition, einschließlich 'Patronen, Gewehrteilen, Schießnulver und Zündhütchen, tlie in seinem Hans gefunden wurden, zu sieben j a h r e n G e f ä 1■ g n i s verurteilt. Das Militärgericht in Jerusalem verkündete ferner den Urteiisspruch über die beiden Brüder Ali, die unter der Anklage standen, im ßi.itz von Revolvern gewesen zu sein. Der ältere 25 jährige Bruder wurde wegen Verleitung seines 20jäflrigeii Bruders Mabmoiid zum Tragen eines Revolvers zu sieben 1 ähren Gefängnis verurteilt, Dem Jüngeren, den das 'Gericht als geistig zurückgeblieben betrachtete, wurde c i n J a 11 r 0 e f ä 11 g n i s auferlegt Die Urteile wurden von Generalmajor Wavell bestätigt. jedoch milderte er den über Mohammed Sursy verkündeten Urtdlssprueli von sieben Jahren Gefängnis auf fünf Jahre, und die dem älteren Ali auferlegten fünf Jahre auf z w e i Jahre. Ein neuer Freischarführer? Nach Berichten aus Palästina spielt dort der Name eines neuen Freischarführers eine Rolle. Danach soll eine Bande von 300 Mann unter der Führung von Dr. Etnin Rawcihas stehen. Dieser soll ein Freund Fauzi Buy Kaukjis sein. Er ist in Sy rien geboren, jetzt 38 Jahre alt, studierte in Deutschland wahrend des Krieges Medizin und ließ sich nach dem Kriege in Alexandrien "nieder. Im Jahre 1925 war ex beim Aufstand des Sultans El Atr.isch gegen die Franzosen auf seiten der Aufständischen im Sanitätsdienst tätig. Nach dem Zusammenbruch des Aufstandes floh er und kehrte nach Aegypten zurück. Im Jahre 1928 wurde er von Ihn Saud nach Mekka zur Organisierung des sanitären Dienstes berufen. Später wurde er Chefarzt an einem ägyptischen Regiertmgshospital. Im Jahre 1933 erhielt er das Amt des Chefarztes im neuen Militärkrankenhaus in Bagdad. Im Frühjahr 1937 fiel er in Syrien unter die dortige Amnestie. In einem gewissen Widerspruch zti dieser Darstellung steht ein Bericht des Bagdadcr Korrespondenten der Londoner Zeitschrift ״Great ßritain and the East“ (2. Dezember), wonach die irakische Regierung soeben die Erlaubnis zur Bild u n g e i 11 e r n e u e n Partei im Irak gegeben hat, die die Sache der palästinensischen Araber unterstützen soll. Man erwartet, daß die Partei, die von Sajid Naji as-Suwaidi geführt wird, demnächst ihr Programm veröffentlichen wird. Die Nachrichten, daß Araberbanden in Palästina wieder von Fauzi Kaukji und Emin al-Ruwaiha geführt würden, bezeichnet der Berichterstatter als ״völlig falsch“, da beide Männer sich seit mehreren Monaten in Bagdad aufhalten. Im ״Haare 2‘־ tritt, wie uns aus Tel Aviv geschrieben wird, M. Smilanski für die sofortige Schaffung eines Wirtschaftsrates bei der Jewish Agency ein. Dieser Antrag steht bei uns schon lange auf der Tagesordnimg, ist aber nicht verwirklicht worden, vielleicht weil einzclnc Kreise bei uns befürchteten, bevormundet zu werden, sicherlich aber auch deswegen, weil unter den bisherigen politischen Umständen ein solcher Rat kein eigentliches Wirkungsfeld haben konnte. Jetzt aber hat sich das Bild geändert, die endgültige Lösung der Palästina-Frage durch die Teilung muß kommen und wird kommen. Jetzt muß der Wirtschaftsrat gebildet werden und sofort an die Arbeit gehen. Die Arbeit wird zunächst in der vorbereitenden Klärung prinzipieller Fragen bestehen müssen. Als Bcisniel führt Smilanski die Land frage an. Von seiten der Vertreter des KKL ist bei einer Pressekonferenz (über die wir heute an anderer Stelle noch ausführlich berichten — Red.) kürzlich gesagt worden, daß für den Ankauf des Bodens im künftigen Judenstaate 25—30 Millionen ',*und notwendig sein werden. Solche Zahlen bedürfen einer sorgfältigen Nachprüfung. Es ist noch eine offene und zu studierende Frage, ob der ganze Boden aus nationalen Fonds zu kaufen sein wird und nicht auch von privaten Käufern. Es muß auch untersucht werden, ob nicht durch Landkäufe im arabischen Nachbarstaate oder den arabischen Nachbarstaaten Boden gewonnen werden kann für einen gewissen Bevölkerungsaustausch und ob nicht dadurch die Gesamtsumme herabgesetzt werden könnte. Die Bodenfrage im künftigen Judenstaate und den Nachbarländern muß jetzt schon Von der Woche Die arabische Tageszeitung ״Felestin“ berichtet, daß der High Commissioner mit Arabern und Juden in Verhandlungen getreten sei, um eine Verständigung zwischen den beiden Bevölkerungsteilen auf Grund der Vorschläge von Lord Samuel herbeizuführen. Die Zeitung fügt hinzu, daß gewisse Araberführer sich hiermit einverstanden erklärt haben unter der Voraussetzung, daß die verbannten Mitglieder des Obersten Komitees zurückgerufen werden. (Eine Bestätigung dieser Nachricht liegt nicht vor. — Red. ״J. R.“.) Die Bemühung der arabischen nationalen Partei (Naschaschibi), eine neue arabische Führung zu schaffen, hat nach einer Meldung der ״Times“ aus Jerusalem keine Aussichten, da die Majorität der Araber dabei beharre, das verbannte Oberste Arabische Komitee als ihre Leitung auzusehen. Der High Commissioner besuchte in Begleitung von Generalmajor Wavell die Klagemauer und besichtigte die vor kurzem fertiggestellte Straße, die an den Toren der Altstadt vorbeifuhrt. Sir Arthur Wauchone gab der Hoffnung Ausdruck, daß diese Straße viel benützt werden wird. Sir Arthur Wauchope empfing Rabbi Blau von der Agudas Jisroel. Sir Charles Tegart, der zum Berater der Palästina- Regierung in Polizeiangelegenheiten ernannt worden ist, traf am 3. Dezember in Palästina ein. Die Regierung verbot der palästinensischen Presse, den Namen von Scheich Farhan es Saadi (der am 27. November hingerichtet wurde) zu nennen. Die Regierung erließ eine Warnung an die arabischen Eisenbahnarbeiter, daß Sabotageakte unter die Oerichtsbarkclt der Militärgerichte fallen. Wie die palästinensische Presse meldet, hat die Regierung angeordnet, ein zweites Konzentrationslag ct zu errichten, da das Gefängnis in Akko überfüfft ist. Die königliche Polizeimedaille für Tapferkeit wurde an Evelyn Thomas Turton, einen palästinensischen Polizisten, für seine Haltung bei dem Ueberfali auf einen Zug der Strecke Haifa—Ludd am 14. Oktober verliehen. Nach Meldung aus arabischen Quellen beabsichtigt der frühere irakische Außenminister Nuri Pascha demnächst nach London zu reisen, um in politischen Kreisen und mit dem Colonial Office im Interesse der palästinensischen Araber Fühlung zu nehmen. Der Verband Jüdischer Landwirte und die Vereinigung Nationaler Landwirte haben sich zu einer gemeinsamen Organisation zusammengcschlossen. Diesem Schritt sind langwierige Verhandlungen vorausgegangen. Sprachkenntnisse der Beamten Abg. Locker-Lampson fragte im englischen Unterhaus den Kolonienminister, ob ihm bekannt sei, daß von 270 englischen Beamten in der ersten Abteilung des Zivildienstes in Palästina 106 arabisch und nur 6 hebräisch spreeben können, und welche Schritte er zur UebeTwindung dieser Diskrepanz zu unternehmen gedenke. Ormsby-Gore erwiderte, daß der Anfrager die Tatsache übersehen habe, daß es auch 20 englische Beamte gebe, die sowohl arabisch wie hebräisch sprechen. Er glaube, daß in der augenblicklichen Lage, wo die Mehrheit der Araber nur arabisch versieht, die Kenntnis dieser Sprache für englische Beamte nützlicher sei als die Kenntnis des Hehrä Ischen; aber er werde der Angelegenheit eine weitere Prüfung zuwenden. — Auf eine Anfrage des gleichen Abgeordneten, der sich über die Schritte erkundigte, die unternommen werden könnten, um den Hafen von Haifa auszubauen, damit er den neuen Notwendigkeiten der Flotte im Mittelmeer gerecht werden könne, antwortete Duff- Co oper, daß die Admiralität keine Erweiterung des Haifaer Hafens beabsichtige. _ 10000 Einwanderer bis November Bei einer Pressekonferenz, die in den Büros der Jewish Agency in Jerusalem stattfand, wurde festigestelit, daß die Anzahl jüdischer Emigranten, die seit Anfang des Jahres bis 30. November 1937 nach Palästina kamen, mehr als 1 0 0 0 0 beträgt. Do bk ln von der Einwanderungsabtcihmg der Jewish Agency teilte auf eine Frage über die Rechte der Revisio nisten bezüglich Einwanderungszertifikaten mit, daß die Jewish Agency mit den Revisionistenführern in Palästina ein Uebereinkommen abgeschlossen habe, wonach den Revisionisten eine gewisse Anzahl Zertifikate unter der Kontrolle des Palästina-Amtes zugeteilt werden wird mit der Bedingung, daß 'die Revisionisten ihre Mißbilligung der Angriffe aut die Büros der Jewish Agency in Jerusalem ausdrücken. Ferner müssen sich die Revisionisten verpflichten, bei den Einwanderungskandidaten keine Personen vorzuschlagen, die an Unruhen Teilnahmen oder für Gewalttätigkeiten gegenüber dem Nationalfonds verantwortlich waren. Die Exekutive der Revisionisten in London weigerte sich jedoch, diesem Uebereinkommen zuzustimmen, Dobkin fügte hinzu, daß einzelne Revisionisten auch weiterhin das Recht haben, nach Palästina einzuwandern. studiert werden. Smilanski glaubt nicht an eine Evakuation in großem Malistahe,,aber wenn diese nicht erfolgt, ist: der zu erwerbende Boden nicht auf drei Millionen Dunam zu schätzen, wie dies die Berechnung des KKL tut, sondern auf die Hälfte. Der zu schaffende Rat müßte auch die gesamte Frage der Bevölkerung studieren. Zchntauscnde von Arabern werden als Minorität bei uns wohnen, und diese Minorität gibt uns außer allen politischen und kulturellen Fragen auch ein schwieriges wirtschaftliches Problem auf. Die Araber müssen bei uns nicht nur gleiche politische und kulturelle Rechte haben, sondern auch dasselbe Wirtschaftsniveau haben wie die jüdischen Bürger. Ohne gleiches Wirtschaftsniveau gibt es keine Gleichberechtigung. Im Juden- Staate wird cs unmöglich sein, daß der arabische Arbeiter die Hälfte des Arbeitslohnes des jüdischen Arbeiters erhält. Und dasselbe gilt vom arabischen Lehrer, Beamten und Arzt. Schon heute würden die jüdischen Pflanzer sich bereit finden, den arabischen Arbeiter dem jüdischen gieichzustelleii, wenn sie nicht mit der Konkurrenz der arabischen Produzenten auf dem Markte zu rechnen hätten. 1111 jüdischen Staate wird auch nicht die Besorgnis obwalten, daß der hohe Arbeitslohn die Einwanderung aus den Nachbarländern anlocken wird, denn wir werden unsere Grenzen selbst überwachen. Der zu schaffende Wirtschaftsrat wird auch sofort daran gehen müssen, eine Arbeitsgesetzgebung zu schaffen, welche Arbeitskonflikte im künftigen Judenstaate unmöglich machen wird. Dem Kapital müssen Profite ermüglieht werden, damit es zu uns kommt, und dem Arbeiter muß die Existenz gesichert sein. Jerusalemer Kunstbericht Zwei interessante Ausstellungen, die anläßlich des Chanukkahfestes stattfanden, erregen das Interesse der Jcrusalemer Kunstfreunde. Im Lichthof des Palestine Conservatoirc wird eine G r a p hi k ־ A u s s t e 1111 n g gezeigt, die Holzschnitte, Radierungen, Lithos und Aquarelle von bedeutendem Niveau vereinigt. Die in Florenz lebende Künstlerin Meta Cohn-Hendel erfreut durch Farb-Helzsclniittc von seiteuer technischer und künstlerischer Vollendung. Blumen und Bäume von südlicher Pracht erstehen in Blättern zartester Farbgebung. Ein Werk von großer Geschlossenheit und kiinstlerischer Konzentration sind die Holzschnitte zur Bibel des Münchener Künstlers Rudolf Ernst (auf die bereits vor einiger Zeit hier verwiesen wurde). Rudolf Ernst versteht es in knappstem Format, mit den einfachsten Mitteln tiefe nachhaltige Wirkung beim Beschauer auszuloseu. Diese schlichtinnigen, von großer Könnerschaft getragenen Holzschnitte zur Bibel werden viele Freunde finden. Maria Luiko (Kolm), München, ist mit Lithos und Radierungen vertreten. Sie ist eine Schildenn des Leides und der Schmerzen. Ihre Darstelhingen sind erfüllt von der jüdischen Idee der Gerechtigkeit, die sich gegen das Böse empört. — In vollendetem Gegensatz dazu stehen <lie anmutigen Aquarelle der Jerusalemer Zeichnerin Gabriclla Rosenthal, deren heiter-liebenswürdige Kunst unseren Lesern aus Beiträgen in der ״Kinder-Rimdschau“ vertraut ist. Gabriella Rosentlial zeigt neben Jcrusalemer Szenen von wahrhaft orientalischer Farbigkeit ״Monientaufnahmen“ vom Pariser jüdischen Trödelmarkt. — Unter dem Motto ״Die Dame ־und ihr LI ein!“ ist im Hanse Sborowitz von Dr. Werner Senator eine Ausstellung von 11 Künstlern und Kunsthandwerkern eröffnet worden, die ein erfreuliches Bild von der modernen lleimkultur Palästinas vermittelt. Während die Proben der Graphikerin Franziska Baruch noch allzu sehr im Skizzenhaften verharren, zeigt Thea Hamburger Land-schaftsaquarellc von Erez Israel, die das Antlitz des Landes widerspiegeln. Die Kindcr-PIiotos von Barak, technisch wohlgehmgen, sind wohl für eine Ausstellung wie diese doch zu bescheiden. — Hingegen gibt der Kunstschmied Schlomo Ries erstaunliche Beweise seiner reifen Meisterschaft. Die Keramikwerkstätte ״Kad-Wo- Sefel“ ist nicht mit den besten Erzeugnissen ihrer Produktion vertreten. Vor allem wäre es an der Zeit, daß an Stelle des sinnlosen Chanukkah-Leuchters in Pferde form eine Fortführung der mannigfachen schönen Traditionen, die das jüdische Kunsthandwerk gerade auf dem Gebiete der Chanukkah-lampen kennt, träte. Bergers Keramiken, nach Wiener Muster, sind von verspielter Liebenswürdigkeit, Gediegene Arbeit stellen die Handwebereien von Fellheim er-Marcusv und die oft sehr originellen Bastarbeitein von Frau Annie Sborowitz dar. Die Lederarbeiten von Mirjam Antm ann 'und die Strickarbeiten von Toni Rosenthal, sowie Kleinmöbel von David S e g a 11 sind gute Leistungen, jedoch entsteht liier die Frage, ob dergleichen Ding« des täglichen Gebrauchs geeignete Ausstellungsobjekte sind. Reine Freude vermittein allen großen und kleinen Kindern die hübschen Spiel- Sachen von Lilli Brock und Ella Joffe. Plötzlich verschied in Jerusalem der Maler und Kunsthändler Dr, Rosenberg (Berg), der sich durch die von ihm begründete ״Galeriah hcchadaschah“ und seine Keramik- und Glaserzeugnisse große Verdienste um die Hebung des jungen palästinensischen Kunstiehens erworben hatte. Als Maler gehörte Berg zu den liebevollsten und originellsten Scliilderern der Jerusalemer Altstadt. Jerusalemer Veranstaltungen. Die Hitachduth OleJ Germania veranstaltete eine ״Iton cliaj“ (Qespr. Zeitung), in deren Rahmen die Herren Svvet, Dr. E. Kahn, Dr. F. Löwenstein und Dr. A. Wolff über Fragen des Terrors im Lande, der palästinensischen Wirtschaft, des neuen lmmigrationsgesetz.es und die Lage der Juden referierten. — In der Ben- Yehuda-Straße wurde im ״Kabinet Omanuth“ eine ständige Kunstgewerbeschau eröffnet. —- Anläßlich des Chanukkahfestes zeigt der ״Bezalel“ eine besonders reichhaltige Sa mm• lung von Chanukkahleuchtern aller Zeiten und Zonen. — Die religiöse Vereinigung ״Emet W’Eiruuia“ hat fiir die Wintermonate eine Reihe von Referenten gewonnen, die in hebräischer und deutscher Sprache anschließend an die Schabbat-Gottcsdienste kulturpolitische Themen behandeln werden. Hebräisches Seminar der Hitachduth Olef Germania Tel Aviv. Leitung: Jacob Sandbank. Ort: Tel-Nordau-Schule, Frischmannstraße. Vortragskurse: Sonntag, 8—9 Uhr: Aite Geschichte: Periode der Mischna und des Talmuds (J. Sandbank); Montag, 8—9 Uhr: Englische Politik in Palästina (M. Medzini); Dienstag, 8—9 Unr: Palästinakunde (J. Braslawski); Mittwoch, 8—9 Uhr: Geschichte der judiseh-arabischen Beziehungen in Palästina (M. Assaf); Donnerstag, 8—9 Uhr: Moderne hebräische Literatur (Dr. Percikowitz); Sonntag, 9—10 Uhr: Tcnach: Jertnijahu (Arb.-Gern.) j, Sandbank). Von der Ortsgruppe Klar Saba der Hitachduth Olej Germania wurde eine Bibliothek auf den Namen von Rudolf Rüben Strauß gegründet, der vor einem Jahr bei Kfar Saba efallen ist. Die Bibliothek wurde in einer Gedenkfeier für en Gefallenen für die Benutzung freigegeben. Berichtigung. Durch einen Druckfehler war in der vorigen Nummer das Datum des Eintreffens von l>r. W e i z m a n n in Haifa mit 20. November statt 30. November angegeben. (Schluß des Pa!3sfinateils>

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.