Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 97 (7.12.1937)
- Date
- 1937-12-07
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 97, 7. DE2EMBER 1937 PALÄSTINA-BI Die Bodenfrage im Judenstaat Qjg Lagg der Juden aUS Deutschland Von unserem palästinensischen Korrespondenten 9 Von Dr. Franz Meyer, Mitglied der GeachSftslflhrung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland gl. Tel Aviv, Ende November Die Perspektiven für die Gründung eines Juden• Staates, wie sie durch den Peel-Plan heraufbeschworen wurden, haben in weiten Kreisen des Publikums unrichtige Ideen über die durch die Neuorientierung der palästinensischen Politik ermöglichten veränderten Arbeitsmethoden aufkommen lassen. Die Diskussionen für und gegen den Judenstaat sind in vielen Fällen auf rein theoretischer und prinzipieller Basis geführt worden, ohne daß grundlegende Tatsachen in Betracht gezogen wurden. Vielfach lagen diese grundlegenden Zahlen und Berechnungen noch nicht vor und wurden erst nach und nach von den Forschungsstellen im Lande in großen Zügen zusammengestellt. Wenn auf der einen Seite die Gegner des Judenstaates seinen Umfang und seine Möglichkeiten bagatellisierten und damit häufig das gegebene Maß der Kritik und Warnung überschritten, so waren die Anhänger der Teilungsideen auf der anderen Seite oft in Gefahr, die mit dem Judenstaat entstehenden Möglichkeiten weit zu überschätzen. Insbesondere machte sich eine Neigung bemerkbar, den Aktionsradius Oer neuen jüdischen Regierung zu weit zu ziehen, sich von der Illusion hinreißen zu lassen, daß wir mit der Staatsmacht in Händen heute groß erscheinende Hindernisse mit Leichtigkeit überwinden könnten. Dabei wurde die entscheidende Tat- Sache in den Hintergrund gedrängt, daß der projektierte Judenstaat eine sehr große arabische Minorität enthält, mit der die jüdische Politik wird rechnen müssen und für die die zukünftige jüdische Regierung die Verantworfung tragen muß. Niemand wird leugnen wollen, daß die Regierung der Judenstaates von manchen Hemmnissen sich wird befreien können, die heute mit dem Mandatssystem verbunden sind, aber auf vielen Gebieten wird dte Siedlungsarbeit unter ähnlichen Bedingungen weitergeführt werden wie bisher. Ausführungen Granowski* Jede objektive Klärung der im neuen Judenstaat gegebenen Möglichkeiten und der Vergleich der dort ent• stehenden Bedingungen mit denen der bisherigen Arbeit ist zu begrüßen. Wir sind für die Formung unserer zukünftigen Politik, für die Information des Publikums und die Erziehung des Volkes für die Aufgaben der nahen und ferneren Zukunft darauf angewiesen, uns mit der Realität vertraut zu machen und die Instrumente unserer Arbeit dieser Wirklichkeit anzupassen. Unter diesem Gesichtspunkt hat sich Dr. Granowski, einer der führenden Männer des Keren Kajemeth, ein Verdienst erworben, als er in einer kürzlich in Maabaroth einberufenem Pressekonferenz (über die wir in Nr. 92 bereits berichteten — Red.) auf die Frage der Bodenpolitik im Judenstaat einging und der Oeffentlichkeit zum ersten Male die grundlegenden Ziffern vorlegte, die für die Beurteilung dieses wichtigen und schwierigen Problems notwendig sind. Die Ausführungen von Granowski haben um so größere Bedeutun״, ais sich vielfach im ln- und Auslande Anschauungen hören ließen, daß mit der Gründung des Judenstaates die Bodenfrage mit einem Schlage einer Lösung näher rücke, weil die geplante jüdische Regierung dann In den Besitz, riesiger Bodentlächen gelange, so daß der harte und kostspielige Kampf um jeden Dunam, wie wir ihn seit Jahrzehnten führen, dann vorüber sei. Wieviel Boden gibt es in dem Judenstaal? Wir stellen im folgenden die wichtigsten von Granowski gegebenen Daten und Ansichten zusammen. Nach der im Peel-Plan vorgesehlagenen Teilung ward der Judenstaat gegen 4 884 000 Dunam umfassen. Davon sind im ganzen 125 000 Dunam Regier 11 tigsland, und nur dieses würde automatisch in den Besitz einer jüdischen Regierung übergehen. Nicht alle diese Regie!ungsböden sind kulturfähig. Daneben haben wir an 350 000 Dunam Boden, die für Aufforstung zur Verfügung stehen. Von diesen (ohnedies beschränkten) Flächen hat die Regierung nur für einen kleinen Teil die Besitztitel (Kuschans), bei dem Rest sind zum Teil die Besitzvcrhaltnisse noch ungeklärt, manche Strecken noch nicht vermessen. Von der Gesamtfläche des projektierten Judenstaates kämen also nicht mehr als 9 "i als Regierungslündereien in Betracht. Alle anderen Böden bleiben im Privatbesitz, und darunter sind christliche und moslemische Kirchengüter, also Böden, die kaum zum Verkauf gelangen, ferner Besitz von Ausländern (z. B. deutsche Siedler). Die restüclien Böden gehören mittleren und kleinen Grundbesitzern. Große Landstrecken, die einem einzigen Besitzer gehören, wie die Ebene Jesreel, die wir von einem Syrer erwarben, bestehen in diesem Gebiete nicht mehr. Der Boden im projektierten Jfudenstaat verteilt sich also roh gerechnet auf 460 000 Dunam Staatsländereien, von denen der größere Teil, wie oben angegeben, für Aufforstung in Betracht kommt. 1 220 000 Dunam in jüdischem Besitz (gegen 25 סי׳) und 3 200 000 Dunam in nichtjüdischem Besitz. Mehr als die Hälfte dieses Bodens in uichtjüdischem Besitz ist in Händen von Fellachen. Man muß weiter kaufen! Diese Zahlen genügen bereits, um zu zeigen, daß die künftige jüdische Regierung als solche nur wenig kultivierbaren Boden für Siedlung in Besitz haben wird. Was weiter an Land benötigt wird, muß genau wie es heute unter der Mandatsverwaltung der Fall ist, von den Juden erworben werden. Es ist einleuchtend, daß die weitere Entwicklung des Landes mit der Ausbreitung der von den Juden eingeführten modernen Bearbeitungsmethoden zu einer weiteren Intensivierung führen muß, so daß — wie schon seit längerer Zeit — den Arabern die Möglichkeit gegeben wird, mit einem kleineren Bodenanteil sich zu ernähren und damit freies Land für weitere Siedlungen zu schaffen. Daß eine jüdische Regicrung für die arabischen Pächter und Fellachen in ihren Grenzen die volle Verantwortung trägt, also dafür sorgen muß, daß der arabische Bauer genügend Land behält, um sich und seine Familie zu ernähren, daß die durch die Intensivierung für den Verkauf freigemachten Teile abgegolten werden müssen, ist selbstverständlich. Granowski setzte sich in einem weiteren Teil seines Referates mit den finanziellen Möglichkeiten des neuen Judenstaates auseinander, die ebenfalls vielfach überschätzt werden. Ein kleiner Staat, dessen einer Bevölkcrungsteil, nämlich die Araber, keine Steuerkraft besitzt, der vor die Aufgabe gestellt ist, einen eigenen Administrationsapparat neu aufzubauen, für seine Verteidigung zu sorgen, wird nicht noch die zusätzliche Aufgabe bewältigen können, den Boden für neue Siedlungen zu kaufen. Man kann auch das immer von neuem ins Feld geführte Allheilmittel der Staatsanleihen nicht ohne Grenze benutzen. <Nach einem Gespräch) Der Zweck meiner diesmaligen Palästinareise war die Einholung von Informationen, die in gleicher Weise den Siedlern im Lande als auch den Auswanderungsbedürftigen in Deutschland zu Nutzen kommen sollen. Es kam mir insbesondere darauf an, festzustellen, welche Bedürfnisse heute die Siedlungen haben, die von Immigranten aus Deutschland besetzt sind, welche Anfangs- Schwierigkeiten sie zu überwinden hatten und haben, was sie weiter für ihre Entwicklung brauchen. Zu gleicher Zeit lag mir daran, mich mit der Lage der Mittelständler in der Stadt näher vertraut zu machen und an den schwebenden Transfertmd Zertifikatsverhandlungerl teilzunehmen. Zur Lage in den Siedlungen. Wenn auch der allgemeine Eindruck, den die meisten von aus Deutschland eingewanderten Siedlern gebildeten Punkte machen, von den großen Schwierigkeiten bestimmt ist, die heute überall — ebenso wie im allgemeinen, so in der Landwirtschaft — sieh häufen, so findet man überall auch Menschen, die die Dinge in der richtigen Perspektive sehen, sich von den äugenblicklichcn Komplikationen nicht verblüffen lassen und auf dem Wege sind, die' Mittel zu finden, um sie zu überwinden. Es gibt Menschen, die von der gegenwärtigen Lage völlig irritiert sind, aber sie sind nicht die Mehrheit und nicht die Rege!. Wenn ich die Bilanz meines Besuches in den Siedlungen ziehen soll, so kann ich ungefähr folgendes sagen: die materiellen Sorgen sind sehr groß, aber behebbar. Die psychologische Krise, die im Anschluß an die letzten Entwicklungen eingetreten ist, wiegt weit schwerer als die materiellen Sorgen selbst. Es rächt sich jetzt überall der Fluch der Prosperity, der die Menschen dazu hinriß, sich die Umstellung und den Neuaufbau eines von ihrem früheren völlig verschiedenen Lebens leichter vorzustellen als sie in Wirklichkeit sind. Der Desillusionierungsprozefi, der eingesetzt hat, ist schmerzhaft und kostet viel Leiden. Er ist nicht nur daraus zu erklären, daß die Juden aus Deutschland nicht genügend mit dem Lande vertraut waren, sondern au;h daraus, daß Palästina die Juden aus Deutschland mit ihrer besonderen Mentalität nicht kannte. Die Juden aus Deutschland glaubten steif und fest an Rechnungen und Voranschläge, die man ihnen lieferte, sie nahmen Preise für Kühe, Absatzberechnimgen für Gemüse und Orangem usw. für feststehend und sind heute schwer enttäuscht über falsche Rechnungen, die sie gemacht haben oder die man für sic gemacht hat. Die Juden aus Deutschland waren das, was ich als ״Prospektgläubige“ bezeichnen nnöchte und sie führen heute einen erbitterten Kampf gegen den Prospekt. Unter diesen Umständen ist nicht nur die Lösung der aufgetauchten technischen Fragen wichtig, sondern auch der Austausch von Erfahrungen, die Schaffung einer Plattform, auf der diese stattfinden kann. (Die Hitachduth Olej Germania hat in der vorigen Woche eine Konferenz einberufen, an der Mitglieder aller mit Juden aus Deutschland besetzten Siedlungen vertreten waren. Es wurde dort über Absatz- und Kreditfragen konferiert. Diese erste Besprechung stellt den Anfang einer Reihe von ähnlichen Konferenzen dar, die in bestimmten Zeitabschnitten stattfinden sollen, Dr. F. Meyer nahm au dieser Beratung teil. — Red.) Die Siedler spüren, daß sie in den letzten Jahren viel gelernt haben, sie wollen jetzt selbständig werden, von Es wird also auch in Zukunft die Aufgabe der Judenheit sein, die Mittel für den Ankauf neuer Siedlungsböden bereitzustellen. Die Aufgabe der Judenheit Die Darstellung von Granowski ist so einleuchtend, daß ihr kaum etwas hinzuzufügen ist. Es muß immer und immer wieder betont werden, daß eine Ausbreitung der Siedlungsarbeit (nicht die Erhaltung des Bestehenden, die ja nur die Voraussetzung der weiteren Entwicklung ist) in allen poiitischen Konstellationen, mit oder ohne Judenstaat, ein« Angelegen heit aller Juden bleibt. So wie der Jischuw in Palästina nicht für sich allein und für seine eigene Erhaltung kämpft, sondern um die Möglichkeit einer Weiterführung der Arbeit für die Juden, die draußen leben, so kann er seine Arbeit nur weiterführen und ausdehnen, wenn das Judentum ihm weiter zur Seite steht und die Mittel liefert, ganz gleich ob ein Judenstaat geschaffen wird oder nicht. Die Zukunft fordert also von den Juden eine Wciterführung der Arbeit, unabhängig von der politischen Konstellation. Darüber hinaus ist der heutige Moment entscheidend wichtig für neue B 0 d c n k ä 11 f e. Eine Beeinflussung der projektierten Grenzen durch bestehende Siedlungen ist nicht ausgeschlossen, und es bestehen gerade jetzt Möglichkeiten von Arrondierungen und Neuerwerbungen, wenn die nötigen Mittel vorhanden sind. Man hat sich mit Recht im Lande daran gewöhnt, über die laufenden Bodeukäufe zu schweigen, um nicht zu den bestehenden Hindernissen noch neue zu fügen. Heute aber ist der früher latente Kampf auf diesem Gebiete so offen, daß Kaufprojekte offener behandelt werden als früher. Und wenn auch die Angst vor dem Terror unter den Arabern groß ist, so fehlen doch nicht Verkaufsan geböte, weil vielfach unter den Arabern der Eindruck besteht, daß nach einer prinzipiellen politischen Entscheidung ihre Aussichten, den überflüssigen Boden abzustoßen, geringer sein werden als jetzt. Bodenreform und Gesetzgebung Eine Uebersicht über die Bodenpolitik fm projektierten Judenstaat bleibt notwendigerweise fragmentarisch ohne die Berührung zweier wichtiger Punkte: eine eventuelle Bodenreform und die Modernisierung der bestehenden Gesetze. Auf die Frage der Bodenreform ging Oranowski kurz ein, mit dem besonderen Hinweis, daß eine solche Maßnahme nicht allein von nationalen Gesichtspunkten anzusehen sei, Man muß dieser Ansicht völlig beipflichten, jedoch ist die Möglichkeit nicht von der Hand zu weisen, daß im Zusammenhang mit einer von sozialen Grundsätzen ausgehenden Bodenreform, die das Los des kleinen jüdischen wie arabischen Bauern verbessern soll, auch Böden für neue Siedden ■entscheidenden Instanzen mitgefragt werden und tun damit ihren ersten wichtigen Schritt zur Selbsthilfe. Vielleicht wird es nach und nach gelingen, den geeignetesten Typ einer Wirtschaft des Mittelständlers zu finden, der selbstverständlich je nach Gegend, Marktbedingungen, Bodenbeschaffenlieit usw. variabel sein muß. Neue Kolonisation muß in erster Reihe die Auffüllung bzw. Vergrößerung der alten Siedlungen, die vielfach zu klein sind und daher große Verwaltungs- und Allgemeinkosten zu tragen haben, ins Auge fassen. Absatz und Kredit verlangen dringend eine gründliche und zentrale Bearbeitung. Eine gleichmäßigere Entwicklung der einzelnen Wirtschaftszweige tut not, wobei die Lage ebenfalls je nach den Bcdingungen der verschiedenen Siedlungen (Ausbau der Wege, bessere oder schlechtere Planung usw.) verschieden ist. Der allgemeine Eindruck. Wer das Land wie ich seit 1935 nicht gesellen hat, ist besonders stark becindruckt durch die große Entwicklung, die auch seit jenem Höhepunkt der Prosperity noch in Palästina vor sich gegangen ist. Ucherall in den Siedlungen wie in den Städten findet man eine Fülle von neuen Erscheinungen, ln Tel Aviv ist nicht nur die Ausdehnung, sondern auch die Besserung in der Qualität erstaunlich. Man lernt auch hier bauen und planen, besonders hat der Nordteil der Stadt nacli dem Jarkon zu und die neue Siedlung im Süden, Kirjath Awodah, einen großen Eindruck auf mich gemacht. Eines der schwierigsfen Probleme, denen ich auf der Reise begegnet bin, sind die M i 11 e 1 s t ä n d I e r, die in den Städten sitzen und während der Jahre, die sic hier sind, nicht haben Fuß fassen können. In diesen Kreisen hört man ganz besonders viel Klagen, und sie wiegen um so schwerer, als man hier — anders als in den Siedlungen — kaum eine befriedigende Antwort für die Zukunft zu geben vermag. Das Bild wird um so düstere r, als man vielfach darauf aufmerksam gemacht wird, daß die vorhandenen Reserven sich dem Ende nähern und es keine Vorschläge gibt, die diesen Gruppen neue Perspektiven öffnen. Man wird die hier gemachten Erfahrungen auch in Zukunft nicht übersehen dürfen. U e b e r f ü h r » n g von Anstalten. Ich möchte zum Abschluß noch auf eine Reihe von Plänen eingchen, die ich hier mit verschiedener! leitenden Stellen besprechen konnte und die vielleicht für die Zukunft sowohl für Palästina wie für die Juden in Deutschland von Bedeutung sein können. Es handelt sich um die Verpflanzung von heute in Deutschland befindlichen gemeinnützigen Anstalten nach Palästina. Verschiedene Kassen und Stiftungen, Waisenhäuser, Heime für pensionierte Beamte, Altersheime usw. können unter bestimmten Umständen nach Palästina transferiert werden. Man wird sie eventuell an bestehende palästinensische Institutionen anschließen, sie wahrscheinlich sowohl Juden aus Deutschland wie aus dem Lande zugänglich machen können. Ucbcr die Art der Verpflanzung, die vermutlich stufenweise vor sich gehen muß, kann heute noch nichts Genaues gesagt werden, aber das Gebiet, um das es sich handelt, ist bedeutend genug und verdient eine gründliche Untersuchung und Bearbeitung. Es ergeben sich in diesem Zusammenhang auch Möglichkeiten für die Stärk u n g und den Ausbau des palästinensischen S 0 z i a 1 a p p a r a t e s, der durch Ueberfiihrungen von Institutionen aus Deutschland bereichert werden kann. Dr. Joseph Lurie Jerusalem, 3. Dezember. (Palcor.) Dr. Joseph Lurie, l.eiter der Erziehungsabteilung des Waad Leinni, ist im Laufe der Nacht plötzlich verschieden. Der Verstorbene, der 71 Jahre alt war, genoß hohes Ansehen als Pädagoge und Publizist. Vor dem Kriege gab er das offizielle Organ der Zionistischen Organisation Rußlands heraus. Lurie gehörte zu den ersten, die schon vor Jahrzehnten die Tragweite des arabischen Problems erkannten und war einer der Gründer des ״Brith Schalom". Arcli lung frei werden. Und was die Anpassung der teils sehr komplizierten, teils den Bedingungen nicht entsprechenden Bodenverkauf sgesetze an die den Juden und Arabern gemeinsamen Bedürfnisse betrifft, würde eine reformwillige Administration ein weites Feld für ihre Arbeit finden. Gerade in einer Bodenreform und einer Modernisierung der Verkaufsgesetze wären einer jüdischen Regierung betrachtliehe Möglichkeiten gegeben, die Sicdlurigsbedingungen zu verbessern, ohne den im jüdischen Staat lebenden Arabern irgendwelchen Schaden zuzufügen. Eine Klärung der hier angedcuteten Fragen zeigt uns auf einem Einzelgebiet eine wichtige Aufgabe unserer Gesamtarbeit: wir haben uns darauf cinzurichtcn, unsere Arbeit weiterzuführen, wie sich auch immer die politischen Dinge gestalten mögen. Ob Judenstaat oder nicht, die Siedlung geht weiter. Die palästinensischen Juden arbeiten so wie sie vor den Unruhen 1936 gearbeitet haben. Aber sie werden nur durchhalten können, wenn die Juden inderüaluth ihnen weiter zur Seite stehen, ohne sich von bestimmten Illusionen dazu verführen zu lassen, die Hände in den Schoß zu legen. _ יזו ,Wauchopes Erbe“ Bel dem unter diesem Titel erschienenen Artikel in der vorigen Nummer der ״Jüdischen Rundschau“ ist versehentlich die Unterschrift des Verfassers Erich Cohn, Jerusalem, weggeblieben.