Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 96 (3.12.1937)
- Date
- 1937-12-03
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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HP י',׳־״'־.' ־• ־" — ן- T.r -r Nr. 96 3 XII 1937 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seit« 5 Fünf Jahre ״Hilfe und Aufbau“ Ein Dokument jüdischen Opfersinns und Lebenswillens Welchem Juden wäre die blaue Beitragskarte nicht bekannt, in die Monat um Monat bunte und hübsch illustrierte Marken geklebt werden? Die blaue Beitragskarte ist — dies kann man wohl sagen — sehr populär geworden, und in wenigen Wochen kann sie ihren fünften Geburtstag feiern, dem zu Ehren der Zentralausschuß für Hilfe und Aufbau eine sehr reich illustrierte Broschüre herausgegeben hat, in der in knapper Form Rechenschaft gegeben wird, was mit dem aus diesen Sammlungen eingegangenen Geld angefangen wurde. Wanderung, Berufsumschichtung, Schul- und ErziehungsWesen, Wirtschaftshilfe und Wohlfahrtspflege waren die Gebiete, auf denen es zu helfen galt. In den fünf Jahren des Bestehens des ״Hilfe und Aufbau“-Fonds sind 41/2 Millionen Mark für Wanderung aufgewandt worden, durch die etwa 70 000 Menschen — d. h. ungefähr die Hälfte der jüdischen Gesamtauswanderung seit 1933 — zur Niederlassung in Palästina oder anderen Ländern verholten werden konnte. Der Berufs Umschichtung flössen 3 Mi’l onen Mark zu, durch die über 15 000 Menschen in die Iiaiularbeitenden Berufe übergeführt werden konnten. Zur Zeit gibt es 65 Arbeits- und Ausbikhmgsstätten mit insgesamt 2100 Plätzen. Das jüdische Schul werk erhielt 2 750 000 M. aus dem Zentralfonds; es konnten über 170 jüdische Schulen mit etwa 1300 Lehrkräften gefördert und erhalten werden. Der Wirtschaftshilfe wurden fast eine Million Mark zugeführt; T,ausenden von Menschen ist durch Darlehen und Kreditgewährung Hilfe geleistet worden, ln die Wohlfahrtsarbeit gingen 1750 000 M., durch die mehr als 80 000 Menschen vor schwerster Not bewahrt wurden. So sind z. B. zu 2000 Plätzen in jüdischen Altersheimen im Jahre 1033 bis heute 1100 neue Plätze hinzugekommen. Insgesamt hat die Reiehsvertretung in diesen fünf Jahren etwa 13 Millionen Mark für die erwähnten Aufgaben- .gebiete ausgegehen. Zur Aufbringung dieser Summe haben der Joint, der Central British Fund, der Council for German Jcwry und die Ica entscheidend beigetragen; aber auch die Opferwilligkeit der Juden in Deutschland darf nicht unerwähnt bleiben: sie haben durch regelmäßige Beitragsleisfungen der Gemeinden und Landesverbände an die Reichs- Vertretung, durch die Beteiligung breitester Schichten an der ״Blauen Karte“ und die Zeichnung freiwilliger Spenden ihren Teil zum Gelingen des großen Hilfswerks beigetragen. Die Aufgaben, die vor uns stehen, sind gewiß nicht kleiner geworden; es besteht die dringende Notwendigkeit, das lebenswichtige Hilfs- und Aufbauwerk der Juden in Deutsch-!and zu erhalten. Helft weiter! 100 Jahre Synagoge zu Speyer Am 24. November bestand die Synagoge zu Speyer 100 Jahre. Die Gemeinde gab aus diesem Anlaß eine von Reinhold Herz verfaßte, illustrierte ücdenksclirift an alle im ln- und Ausland lebenden Speyercr Juden heraus, in der ״Die Jüdische Gemeinde Speyer von ihrer Wicdcrentstchung um die Wende des 18. Jahrhunderts bis auf die Gegenwart“ behandelt wird. Die Speyercr Gemeinde, die zu den ältesten und ehemals bedeutendsten in Deutschland gehört, ist urkundlieh zuerst im Jahre 1084 erwähnt. Außer der von der Gemeinde heraiisgegebcncn Gedenkschritt ist eine Sondernttmmer des ״Jüdischen Gemeindeblattcs für das Gebiet der Rheinpfalz“ erschienen, in der nach Geleitworten des Sy 11agogenrats der israelitischen Kultusgemeinde Speyer und des Vorsitzenden des Verbandes der israelitischen Kultusgemeinden der Pfalz, Kommerzienrat Albert Joseph, Landau, die ältere Zeit der Gemeinde durch Reinhold H e r z, ihre neuere Zeit durch Lehrer Siegmund Marx, Speyer, dargestellt wird. Bezirksrabbiner Dr. Ernst S t e c k e 1 m a c 11 e r, Ludwigshafen, schreibt einen Beitrag ״Meine Glückwünsche für die Gemeinde Speyer“. Die feierliche Gedenkstunde anläßlich des 100jährigen Jubiläums der Synagoge fand unter Beteiligung dreier^ Rahbincr, der Leitung des Verbandes der israelitischen Kultusgemeinden der Pfalz und von Vertretern vieler pfälzischer Gemeinden am 28. November in der Synagoge statt. Sie wurde durch drei musikalische Darbietungen cingelcitet• ein Präludium, gespielt von dem Organisten Felix Hildesheimer, Speyer, das Ma town, gesungen von Kantor Benno Grünberg, Speyer, und Psalm 91, gesungen vom Synagogenchor Speyer unter Leitung von Oberlehrer a. D. Leo Waldbott. Danach hielten Begrüßungsansprachen: der Vorsitzende des Synagogenrats Speyer, Albert M ü h 1 h a u s e r, der Vorsitzende des pfälzischen Gemeindeverbandes, Kornmerzienrat Joseph, Landau, und der Vorsitzende des Rabbinatsbezirks, Ludwig Strauß, Bad Dürkheim. Bezirksrabbincr Dr. Steckelmacher hielt die Festrede, in der besonders die alte Zeit der Gemeinde und die aus ihr hervorgegangenen Gelehrten dargestellt wurden. Nach dem Psalm 150 sprach Lehrer M a r x, der u. a. mitteilte, es bestehe die Absicht, einen Zusammenschluß aller nach Nordamerika ausgewanderten Juden aus Speyer herbeizuführen, der den Zusammenhalt der Ausgewanderten und ihre Verbindting mit der Heimatgemeinde stärken soll. Den Abschluß der Feier bildete eine synagogale Instrumentalmusik ״Kol Haschana“, Sammlung jüdischer Melodien des Jahres von Karl Haas, früher Speyer, ausgeführt von Mitgliedern des Kulturbimdorchcstcrs Mannheim (Liederkranz) unter Orgelbegleitung von Alfred Kahn, Speyer, geleitet von Werner S e I i g m a n n, Speyer, lind ein Postludium. Rein 11 old Herz Samuel Lifschitz. Drei Züge sind cs vor allem, die uns im Charakterbild von Samuel Lifschitz, der eine Arbeit im Ralmien des Hilfsvercins vor kurzem beendete, wesentlich erscheinen. Der erste ist allgemein bekannt, ja er bestimmt das Bild, das viele Tausende von ihm haben: seine immerwährende Bereitschaft und außerordentliche praktische Begabung zur Hilfeleistung. Wie viele Menschen mögen Lifschitz in seiner mehr als 30jährigen Tätigkeit als Auswandererberater beim Hilfsverein gegenübergesessen haben, wie viele Klagen und Nöte mag er mit immer wachem Verständnis und offenem Herzen in sicli aufgenommen haben und wie oft hat er wohl in schwierigsten Fällen einen Ausweg ersonnen? Keine Statistik gibt Auskunft über den Umfang der Arbeit, den hier ein einzelner Mensch — und zwar ein im Grunde einfachcr, mit seinem ganzen Wesen der Masse der Ratsuchenden nahe verbundener Mensch — geleistet hat. Die zweite Seite seines Wesens kennt nur ein beschränkter Kreis von Personen. Lifschitz besitzt als persönlicher Freund ganz besondere Qualitäten, die ihm im Verein mit seinem persönlichen Charme die langjährige Freundschaft einer Reihe von Männern eingetragen haben, deren Namen im ganzen jüdischen Volk mit Liebe und Verehrung genannt werden: Scholem Alejchem, Perez, Morris Rosenfeld und Reisen, Dinesohn, Motzkin und zahlreiche andere Persönlichkeiten sind oder waren Lifschitz in enger Freundschaft verbunden. Besonders intime Beziehungen verbanden ihn mit Schmarya Lewin. Flüchtigere Berührung verband Lifschitz auch mit Männern wie Max Nord au und Simon Dubnow. All diesen bedeutenden Köpfen hat Lifschitz ungeachtet seiner Einfachheit, ja gerade wohl durch sie etwas zu sagen und zu gehen gewußt. Endlich sei liier noch ein wichtiger Zug hervorgehoben. Lifschitz war seit seiner Jugend Zionist, lind er ist in seiner Treue zum zionistischen Ideal nie schwankend geworden. Andererseits hat er sich mit voller Hingahe seit Jahrzehnten der Förderung und Betreuung der Ucberseewanderung gewidmet. Mit richtigem Instinkt hat Lifschitz von jeher empfunden, daß hier kein Gegensatz vorliegt, sondern daß das Wanderungshedürfnis der jüdischen Massen so groß ist, daß neben der Ein- Wanderung in die unvergleichliche und unersetzliche nationale Heimstätte die Wanderung nach aufnahmefähigen Ucbci■- seeländern von außerordentlicher Bedeutung bleibt. A. P. Oppenheim Das bekannte Spezialhaus für Kleiderstoffe Charlottenburg, Wilmersdorf er Str. 115-116 Wollstoffe — Samt — Seidenstoffe IN ALLER KURZE Der französische Kolonialminister M out et hat die Mitglieder der polnischen Madagaskar-Kommission empfangen. Im Verlauf der Besprechung brachte der Minister seine positive Haltung gegenüber dem Plan einer Kolonisation auf Madagaskar durch polnische Immigranten zum Ausdruck. Die Kommission unter dem Vorsitz von Lepocki soll bereits konkrete Pläne allsgearbeitet haben. Das Zentral-Comitee der jüdischen Einzclhänd!erverbände in Warschau proklamierte den Monat Dezember als Monat der Abwehr gegen den antijüdischen Boykott. Massen Versammlungen sollen in allen jüdischen Zentren in dieser Zeit abgehalten werden. Eine Reihe von Professoren der Wilnacr Uni vorsität haben erklärt, daß sie sich nicht der Anordnung des Rektors fügen wollen, Ghettobänke einztiführen. Der Rektor der Wilnacr Universität lehnte cs ab, eine Delegation der jü* disdieu Studenten zu empfangen, die gegen die öhettoverordnung protestieren wollte. Die Universität von Lemberg und alle höheren Schu« len in der Stadt wurden wegen der Unruhen geschlossen, die im Zusammenhang mit der Agitation für die Einführung von Ghettobänkeii entstanden waren. In Brüssel fand eine Versammlung statt, die gegen die Einführung von Ghettobänken an eien polnischen Universitäten Stellung nahm. Bei dieser <ielegcnlieit hielten eine Reihe belgischer Professoren und Politiker Ansprachen. Das polnische 1' lug/11 ׳! g, das im bulgarischen Gebirge zerschmettert atifgefumlen wurde, verkehrte auf der Linie Warschau -Palästina. Besatzung und Fluggäste kamen hei dem Unglück ums Lehen. Die drei getöteten Passagiere sind Juden. Der i t a I i e 11 i s c!1 e R u 11 d f 11 11 k wird seine- Sendungen in fremden Sprachen vermehren. Sendungen auf Arabisch, die es bisher mir einmal oder zweimal wöchentlich gab, werden jctz.t zum täglichen Programm von zwei Sende- Stationen. Oberrabbiner Ruhen S e r 11 s s i in Ikrna (Cyicnaica) ist im Alter von 85 Jahren gestorben. In Uruguay fand eine eindrucksvolle jüdische Massen- Versammlung zu Ehren des Präsidenten von Uruguay, Dr, Gabriel Terra, statt. Bei dieser Gelegenheit sprach der Außenminister Casar B a d a, der der jüdischen Bevölkerung im Namen des Präsidenten dankte. Die Reden wurden durch die Radiostation der Regierung übertragen. In S c!1 a n g h a i fand zu C I! a 11 tikka 11 eine Versamm« hing der jüdischen Gemeinde statt, bei der zwei junge Leute, die während des Bombardements unter Lebensgefahr neun Thorarollen gerettet hatten, durch Lbrendiplome ausgezeichnet wurden. Lord M e 1 c 11 e 11, der Ehrenpräsident des Makkabi-Welt- Verbandes, eröffnete in London ein M a k k a b i - f 1 a 11 s, das als Zentrale des Makkabiverbamles in London dienen wird. Aus der ״jüdischen Rundschau״ v. 29. 11.1912 00 0 * t ln letzter /.eit sind in Jaffa sechs jemenitische Fami- Um cingctroffett. Die Unterbringung hot I;eine Schwierig* keilen, da der Jüdische Salionaifonds eine lloizharacke als provisorische Herberge eingerichtet hat. ln J e r u s u I c m wird demnzichsl ein Fachmann eine Fabrik für Dachziegel errichten. Die Wahl zum :16. Kongreß der Union (Vereinigte Staaten) ergab die Wahl von fünf Juden. Jüdische Musiker in London London, Ende November Die diesjährige Konzertsaison in London hat mit einem starken Auftakt eingesetzt. Allem Anschein nach dürfte das Jahr 1937/38 mit seiner Fülle von musikalischen Veranstaltungen einen Rekord aufstellen. Deir Anteil des jüdischen Künstlerelcmcnts an diesem intensiven Musikleben der englischen Hauptstadt ist ein sehr wesentlicher und erstreckt sich auf alle Gebiete. Aus Raumgründen kann unser Bericht allerdings nur auf wichtigste Veranstaltungen eingehen. Die Reihe der Klavierabende wurde eingeleitet von Vera Benenson, deren Begabung immer deutlicher in die Richtung einer außerordentlichen Klangphantasie und eines dynamisch sehr differenzierten Spiels weist wie in Dehtissys Suite ״Pour le piano“ oder Schumanns ״Faschingsschwank“. — Ein neuer Name für London ist Vlado Perle mutter. Sein Programm mit Bachs ״Italienischem Konzert“, Beethovens ״Appassionata“ und Chopins H-Moll-Sonate zeigte die Anforderungen, die dieser junge Pianist an sich stellt. Perlemutter ist eine exzeptionelle Begabung, die von einer großangelegten Konzeption her musiziert, im Gestalten des Lyrischen jedoch noch eine durch die jugendlichen Jahre bedingte Unreife verrät. — Der Abend von Julius Iss erlis mit den Paganini-Variationen von Brahms und der großen B-Moll-Sonate von Chopin im Mittelpunkt sowie Kleineren eigenen Kompositionen hinterließ den Eindruck eines mit feinster Spielkultur begabten Musikers. — Arthur Schnabel, Solist in einem der Courtauld-Sargent Concerts erwies sich wieder mit den Konzerten in Es-Dur von Mozart und Beethoven als ein Meister klassischer Interretation. Unvergeßlich, mit welcher Poesie Schnabel das erühmte Andante im Beethoven-Konzert gestaltete. — Seitene Vollendung im Ensemblespiel auf zwei Klavieren zeigten Victor Babin und Vitya Wronsky. Aus dem interessanten Programm nennen wir das ״Concerto für zwei Klaviere“ von Strawinsky lind Debussys ursprünglich für vierhändiges Spiel auf einem Instrument geschriebene ״Six Epigraphcs Antiques“, Werke, die in rhythmischer und klanglicher Hinsicht höchste Anforderungen an die beiden Kirnstler stellten. —• Von neuen in London debütierenden Geigern fiel der junge Amerikaner Jacques Margolies auf, der mit Bachs Solosonate in A-Moll und der D-Moll-Sonate von Brahms Beweise einer weit über das durchschnittliche Niveau stehenden Leistung lieferte, — Mischa El man, dessen teclinische Meisterschaft über allen Zweifeln steht, enttäuschte diesmal durch eine stilistisch ziemlich verfehlte Wiedergabe von Sonaten von Händel und Mozart. — Eine der besten Kammermusikvereinigungen jüngeren Datums ist das Curtis String Quartett aus New York. Die vier Künstler zeigten in Mozarts ״Jagdquartett“ und einer Novität des Amerikaners Samuel Barber eine bewunderungswürdige Homogenität des Klanges, verbunden mit einer ins Detail durchgearbeiteten Enseinblekunst. — Mit Lili Heinemann debütierte eine grundmusikalische Sängerin von lebendiger und kluger Interpretation, Allerdings fehlt ihrem Sopran für Lieder breiter, lyrischer Melodik die nötige Substanz und Volumen. Ihre Stärke liegt zweifellos in der Koloratur und im leicht pointierten, flüssigen Liedstil. Von treuen Werken jüdischer Komponisten nennen wir ein Ballett ״Le Lion Amoureux“ von Karol Rathaus, das von den ״Balletts Russes“ im Covent Garden uraufgeführt wurde. Zu einer grotesk-kornischen Handlung, die auf eine Fabel La Fontaines zurückgeht, hat Rathaus eine witzige, von plastischen melodischen und koloristischen Einfällen erfüllte Musik geschrieben, die, wenn auch einer starken persönlichen Note ermangelnd, in jeder Hinsicht gute Ballettmusik ist. — Im zweiten Philharmonischen Konzert unter der Leitung von Sir Thomas Beecham kam nach längerer Pause Ernest Blochs ״Schelomo“-Rhapsodie für Cello und Orchester mit Piatigorsky als Solist zur Auffiihrung. Trotz lebendiger Wiedergabe fehlte doch irgendwie sowohl dem Solisten wie auch dem Orchester jene letzte Inbrunst und Ekstase, ans der das Werk geboren wurde. Dr. M. C a r n e r Ernest Bloch-Society in London. Soeben hat sich in London eine Gesellschaft konstituiert, deren Ziel die Verbreitung und Förderung der Werke Blocks in England ist. Seit langem hatte der Komponist in der Person des bekannten englischen Kritikers und Musiksdrriftstellers Ernest New man einen begeisterten Vorkämpfer und es ist nicht zuletzt auf Newinan zurückzuführen, daß es jetzt in London zur Gründung einer Bloch-Society gekommen ist. In den nächsten Wochen finden bereits drei große Werbekonzerte hauptsächlich mit Kamtnermusikwerken des Komponisten statt. Eine Broschüre über Blochs Leben und Schaffen mit genauer Bibliographie ist in Vorbereitung. Der aus den Mitgliedsbeiträgen geschaffene Fonds wird in erster Linie für die Anlage einer Bibliothek aufgewendet werden, die sämtliche bisher erschienenen Werke des Meisters und das Schrifttum über ihn enthalten soll. Schließlich ist auch an die Herausgabe von Sehallplatten und Studienpartituren der wichtigsten Werke gedacht. _ M. C. Der Wiener jüdische Pianist imd frühere Professor an der staatlichen Musikakademie in Wien, Ludwig Czaczkcs. wurde zum Professor an der Musikakademie in Ankara ernannt. Der Bassist Erich Fuchs (früher Berlin), wurde von der Großen Oper in Monte Carlo engagiert. Ein Viktor-Holländer-Abend in Los Angeles Los Angeles (Calif.), im November Es war nach einem Max I) er i - Vortrag über Rembrandt, als wir in einem Kreise von Eingewänderten Viktor Holländer erkannten. Wie sich der populäre Komponist, zum Pianospiel animiert, freute, hier eine Generation anzutreffen, die seine Lieder noch strophcnwclse mitsingen konnte und wie die Menschen, /um größten Teil in schweren Existenzsorgen steckend, sich gern zurückerimiertcn, kann jeder naclrfiihlen, der schon einmal an der anderen Ecke (oder Rundung) des Globus Bekannte oder Bekanntes artgetroffen hat. Sofort wurde der Beschluß gefaßt, demnächst einen Viktor-Holl änder-Abend zu veranstalten. Am 6. November fand dieser statt, unter Anteilnahme von Interessenten in unerwartet großer Anzahl. Viktor Holländer, der in seinen Jugendjahren bereits in USA. Orchesterdirigent an einem Theater in Milwaukee war, ist in Amerika bekannt und einige seiner Lieder sind in englischer Sprache populär. Er hat in letzter Saison in der Freiluftarena Hollywoods, der ״Hollywood Bowl“, dem Zentrum hiesigen Konzertlebens, seine Pantont ime ״Sumnrun“ (in Deutschland durch Max Reinhardt aufgefiilirt) dirigiert. Nun wurde Papa Holländer, heute ein rüstiger Siebziger, durch Ovationen eiirer Gemeinde geehrt, die sich bei den Klängen des ״Schaukellied“, der Schlager ״Am Manzanarcs“, ״Int Licbcsfalle“, ״Die Kirschen in Nachbars Garten“, ״Iler Vorschuß auf die Seligkeit“, ״Kasinolied“ ins Parkett des Berliner Metropoltheatcrs zurückversetzt glaubte. Dank der vorzüglichen Ansage von Walter Stahl (Master of Ceremonies) herrschte eine animierte Stimmung, wozu die Mitwirkenden ihr Bestes taten. Es waren dies die Damen Frieda Wolf (Sopran), Janeile Lame (Violine), Rutil Siprut (Sopran — englisch), Irene Rohan-Stahl (Chansons), die Herren Paul Levy (einleitende Worte), Wolfgang Zilzc-r (Chansons, am Piano der Komponist), Isi Hepttcr (Tenor), Fischer (Tenor). Am Schluß übertrug sich die Ehrung auf Viktor Holländers bestes Werk, nämlich seinen Sohn Friedrich Holländer (Paramount, Hollywood), der seine neuesten, in aller Munde und Ohren befindlichen Filmsdilagcr ״moonlight and shadows“, ״whispers in the dark“ vollendet zum besten gab. Als der junge Holländer dann in verhaltenem Spiel zu seinem ״Wir sind von Kopf bis Fuß aut Liebe eingestellt“ überging, glaubte man, daß dieser für ein anderes Milieu geschriebene Schlager die Liebe der Solidarität ausclrückett sollte. Unter den Zuhörern bemerkte man u. a. Dolly Haas, Hedi Scltoop, Ernst Vercbes, ferner Rabbiner Dr. Sonderling (früher Hamburg). Isi Hepnei