Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 96 (3.12.1937)
- Date
- 1937-12-03
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 96, 3. XII. 1937 Dazugchören! / Eindrücke von einer Reise arabischen Teil Palästinas und der arabischen Umwelt wie auch Innenpolitisch in der Frage der Beziehung zu den im Judenstaat verbleibenden Arabern akut. Wir sind gewiß ent• schlossen, der Gewalt nicht zu weichen und unter allen Umständen unseren Anspruch auf Leben und Entwicklung in Palästina durchzusetzen. Aber wir sind zugleich der nOchternen Ueberzeugung, daß ein großes jüdische» Werk in Palästina, auch ein Judenstaat in diesem Lande für alle Zukunft nur dann gesichert werden kann, wenn es gelingt, elneVerständigung mit dem arabischenVolke herbeizuführen. Wenn unsere Beziehungen zu ihm auf Gewalt beruhen und nur auf Gewalt, so befürchten wir, daß daraus eine unendliche Kette der Gewalttätigkeit entstehen muß, die letzten Endes zu einem allgemeinen Chaos führen könnten. Unter diesem Gesichtspunkt gilt es in einer schweren Stunde wie der jetzigen, die Maßnahmen zu prüfen, die in der Auseinandersetzung mit den Arabern und bei der Pazifizicrung des Landes ergriffen werden. Gewiß ist eine feste Hand dazu nötig; aber es darf kein Graben aufgerissen oder noch mehr vertieft werden, der so breit würde, daß für alle absehbare Zeit ein unüberwindlicher Abgrund zwischen den beiden Völkern entstehen muß. Schon aus diesem Grunde sind wir dagegen, Vergeltungsmaßnahmen von jüdischer Seite aus zu üben, die zumeist unschuldige Araber treffen und eine Saat der Verbitterung in ihren Herzen hinterlassen müssen (abgesehen davon, daß die Zahlenverhältnisse sich gegen uns selbst auswirken müßten, wenn der Gedanke gegenseitiger Vergeltung konsequent zu Ende geführt würde.) Aus dem gleichen Grunde aber sind wir davon überzeugt, daß die Schaffung von Märtyrern und die Methode des Henkers letzten Endes für Palästina nicht praktikabel sind. Hinzu kommt, daß niemand wissen kann, ob sich nicht morgen oder übermorgen diese Methode gegen uns wendet, obwohl die Juden in der Situation der Verteidigung sind, aber auch dabei einmal gegen formale Gesetzesvorschriften verstoßen können. Was soll dann geschehen, wenn wir jetzt nichts tun, um die in Bewegung geratene Maschinerie der Justiz rechtzeitig abzustoppen? Jetzt äst vielleicht die Stunde gekommen, um eine starke und eindrucksvolle Geste der Versöhnung zu machen. Mehr als eine Geste, eine wirkliche Tat. Es scheint uns, daß es heute die Aufgabe unserer besten Männer im Lande wäre, in dieser Sache voranzugehen und den Mut aufzubringen, auch g.egen den Willen der jüdischen Straße ihre Meinung zu sagen und trotz, aller Bitternis, die sich in unseren Herzen angesammelt hat, ein menschliches Wort zu sprechen. Wir denken an das Beispiel des alten David Y eil in, des Vaters eines der Ermordeten, der vor kurzem eindrucksvolle Worte dieser Art fand. Darüber hinaus muß die Frage gestellt werden: Wo bleibt in dieser Stunde unsere Jugend, die noch nicht nach den Grundsätzen der Parteitaktik gebunden ist? Gerade sie, die den Beweis erbracht hat, daß sie sich gegen Gewalt zu verteidigen weiß, könnte heute mit besonders starkem moralischem Nachdruck auftreten und ein Wort an das andere Volk richten, dessen Sinn nicht überhört werden könnte. Wir verstehen bei vielen Gelegenheiten so gut zu protestieren und zu demonstrieren und unsere Stimme zu Gehör zu bringen. Warum nicht heute in einem Augenblick, der vielleicht ein Wendepunkt in den Beziehungen der beiden Völker Palästinas werden könnte? Eine völlige Entfremdung, ein Bruch, der' bis in die Tiefe des Herzens geht, kann zwischen den beiden Völkern Palästinas von uns aus nicht gutgeheißen werden. Wir dürfen es nicht, weil wir bestimmte sittliche Vor- Stellungen über unsere nationale Renaissance vertreten, die wir gerade jetzt in kritischer Zeit zu bewähren haben; wir wollen es nicht aus Gründen konkreter politischer Erwägungen, und wir können es nicht, weil die machtpoliti* sehen Verhältnisse, in deren Mittelpunkt Palästina steht, einen solchen Bruch nicht zulassen. So wenig wir uns selbst von Gewalt erschrecken lassen, und so gewiß es ist, daß wir uns auch in Zukunft verteidigen werden, wenn man uns angreift, so klar ist es doch dem unvoreingenommenen Blick, daß diese A b wehr keine Lösung des Problems bringen kann, um das cs in Palästina geht, und daß sich dahinter erst die Frage unserer wirklichen Sicherheit im Lande, der Sicherheit zu einem schöpferischen Aufbau erhebt. Blicken wir auf die letzten fünfzehn bis zwanzig Jahre zurück, so kann man feststelien, daß die Erkenntnis der Bedeutung dieser!Tage in manchen zionistischen Kreisen immer wach war. Zugleich aber ist diese Geschichte eine Chronik der versäumten Gelegenheiten, hat man doch stets gegenüber den verschiedenen Vorschlägen die Antwort bereit gehabt, ״heute“ sei nicht der Zeitpunkt für ihre Verwirklichung. Uns scheint, daß diese Versäumnisse im Grunde darauf zurückzuführen sind, daß die innerzionistische Partcien-Situation von jeher eine schwierige war, so daß die verantwortlichen Männer vor den Forderungen der Straße und ihren demagogischen Exponenten zurückwichen. Ein Beispiel dieser Art ist aus der neueren Zeit jene Abstimmung auf dem Luz.erner Kongreß (1935), als das Projekt des L e g i s I ative Council einstimmig abgelehnt wurde und in der ganzen zionistischen Weit so gut wie keine Stimme laut wurde oder laut zu werden wagte, •die diese Sache unterstützte, weil sie wenigstens eine Idee zur Neufornumg der palästinensischen Verhältnisse war, die schon damals unerträglich gespannt waren. Heute kann man gewiß nicht leugnen, daß die Voraussetzungen einer Verständigung besonders schlecht sind. Dennoch weiß niemand, ob sie nicht in einem Jahre noch weit schlechter sein werden, und darum scheint uns das Argument falsch, jetzt sei nicht die Stunde zur Diskussion der mancherlei Projekte privaten und halbprivaten Charakters, die es auf diesem Gebiet gibt. Es ist stets die Stunde, etwas zu tun, wenn man nur will, wenn man erkennt, worum es geht, und wenn man den Mut hat, auch das zu vertreten und zu tun, was bei der großen Masse, die das Gesamtproblcm nicht überschaut, nicht ohne weiteres populär ist. Wie könnte dies auch sein, geht es doch hier um Abstriche und ״Verzichte“ gegenüber den Idealvor- Die. Zahl der Menschen unseres Lebenskreiscs, die an den aktuellen Fragen der jüdischen Gegenwart als Zeitungsleser, Versammlungsbcsucher, Gesprächspartner Anteil nehmen, ist gewiß nicht gering. Man wird den Prozentsatz derer, die ganzlieh an allem Vorbeigehen und bei der Ausschließlichkeit des Privatlebens verharren, sehr niedrig veranschlagen dürfen. Allein Gerede von Versaminlungsmüdigkeit, wachsender Unlast gegenüber dem öffentlich-jüdischen Leben, ja vo'.lkommcner Apathie zum Trotz beweist jede Reise ins Reich, daß Veranstaltungen gut besucht sind, daß das Bedürfnis nach Information und Orientierung so lebhaft ist wie nur immer. Ternpo und Umfang des Liquidationsprozesses kennzeichnen eine Vogelstrauß-Politik Einzelner, wo sie überhaupt noch bisher geübt worden sein sollte, mit unüberbietbarer Deutlichkeit als das, was sie ist. Wanderungspolitische Konjunktur- Schwankungen lenken den Strom der Vortragshörer hier und da in seltsamen Kurven; daß der Rut zur Besinnung aufs Große und Grundsätzliche teilnahmslos verhallt, wäre falsch zu behaupten. Erst auf einer anderen Ebene beginnt das Problem: es beginnt dann, wenn der Einzelne den Vortragssaal verläßt; wenn er die Zeitung ausgelesen zur Seite legt; wenn er sich von einem Gesprächspartner verabschiedet; wenn er in die blaue Büchse seine Spende geworfen, wenn er den Zeichnungsschein des Keren Flajessod unterschrieben hat. Dann scheint es manchmal, als ob das Interesse, solange wachgehalten, UfffSR ■kl Glockengasse 2 (8 Min.vomHauptbM.) IVVkn Die gepflegte füdische Gaststätte Cafe-Restaurant Silberbach Kalte und warme Speisen — Alle Getränke und Konditorwaren erkaltet; als ob in dem Moment, in dein die Sacke der Allgemcinheit nicht mehr vernehmlich ist, die Stimme der individuellen Notlage und darum des persönlichen Zweifels an den Dingen der Gemeinschaft sehr deutlich spricht. Dann kommt die Frage, die nicht bösem Willen entspringt, ״was man nun davon habe“. Das ist die Frage, aut die geantwortet werden muß. Sie ist verständlich, und gerade Menschen, die ihre Tätigkeit einer jüdischen und zionistischen Aufgabe hauptamtlich widmen können, müssen sich dessen bewußt sein. Begeisterte Hingabe, ergebener Dienst an einer idealistischen Bewegung sind zwar in einer Zeit, die sich von Wanderungs- und Existenzsorgen nicht bedrängt fühlte, auch nicht leicht zu erwecken gewesen. Aber manchmal scheint es, als ob es leichter gewesen sein muß, im Namen der zionistischen Idee gegen Behaglichkeit und Ruhegefühl anzukämpfen und sie zu überwinden, als Menschen in Not und Schwierigkeiten zu einer Tätigkeit zu führen, dre in persönlich-unmittelbarem Sinne niemals ״lohnend“ sein kann. Dennoch: es ist nicht möglich, und es ist nicht zu verantworten, sich mit einem Zustand abzufinden, der in der Tat nur in Hoffnungslosigkeit für alle enden kann. Die Zionistische Vereinigung für Deutschland erhebt aufs neue ihre Stimme und fordert die Judenheit auf, durch Beitritt zu ihren Ortsgruppen sich in eine Gemeinschaft einzureihen, die im Angesicht der drängendsten Judenfrage die jüdischen Kräfte zu einer eigenen Anstrengung aktiviert. Es genügt nicht, zu hören, zu lesen, zu spenden; es ist notwendig, dazuzugehören, mitzuarbeiten, mH tätig zu sein, über das eigen« Schicksal hinaus das des Volkes zu sehen, das nicht weniger gefährdet ist. Man kennt den alten Spruch: ״Was wird sein mit Klal Jisroel, das wird sein mit Bar Jisroel.“ ln diesem Wort ruht die Lebenserfahrung eines alten Volkes, das in allen Wechselfällen seines Galuthschicksals dieses Eine immer wieder bestätigt fand, daß der ״Bar Jisroel‘‘, der einzelne Jude, letztlich das Gleiche erfährt wie alle anderen, die gleich ihm geboren sind. Jahrhunderte hindurch mag dieser Spruch daneben den Grundzug der Resignation und des Fatalismus im jüdischen Leben ausgedrückt und seinerseits bestärkt haben. Er mag manchem unruhigen Geist entgegengehalten worden sein, der ehedem an den selbstgewollten Grundlagen des alten Judenlebens rütteln wollte. Mit dem Stellungen, in denen wir alle übereinstimmen, und ist es doch klar, daß ein Volk, das Verluste materieller Art und schwere Blutopfer für eine große Sache ertragen hat, nur ungern in der gleichen Minute Konzessionen an die Wirklichkeit macht. Dennoch glauben wir, daß es darum geht, diese Stunde nicht verstreichen zu lassen, sowohl auf dem Gebiet der politischen Diskussion wie auch dann, wenn die Stimme der Menschlichkeif ertönen soll, die vielleicht für die Zukunft eine noch größere Bedeutung hat als dieses oder jenes konkrete Projekt. Werden wir diesen Moment erfassen? Es ist an uns selbst, an unseren führenden V rperseliaften und an der Bewegung als ganzer, die sie moralisch stützt, mit dem richtigen Instinkt und dem rechten Takt des Herzens in dieser, einer schweren Stunde zu handeln. Empfang beim chilenischen Präsidenten Von unserem Berichterstatter ׳ Santiago, 16. November Das jüdische Leben in Chile stand in den letzten Wochen ganz im Zeichen des Besuches des Vertreters der Jewish Agency für Südamerika, Dr. Abraham Mibaschan, der Chile ja bereits im Vorjahre einen Besuch abgestattet hat. Während der Anwesenheit Dr. Mibaschans, der sich hier die allergrößten Sympathien erworben hat, fand eine zionistische Tagung in Santiago statt. Während der Tagung war ein Abend für ein Referat von Dr. Mibaschan reserviert, der damit die Keren Hajessod-Aktion in Chile einleitete. Besonderen Verdienst an dem Gelingen der Keren Hajessod-Aktion unter den dqutschsprechenden Juden haben die Mitglieder der vor kurzer Zeit ins Leben gerufenen Arbeitsgemeinschaft deutschsprechender Zion i st en (C c n t־ro Cultural Sionista), welche die Kommissionen für die Sammeltätigkeit des Keren Hajessod bildeten. Im Rahmen der Keren Hajessod-Aktion wurde der von Dr. Mibaschan mitgebrachte Palästina-Film ״Das ist das Land“ vorgeführt. Die Vorführung im voll besetzten Teatro Victoria bildete ein gesellschaftliches Ereignis ersten Ranges. Der Vorführung wohnten der argentinische Botschafter Quintana, der spanische Botschafter Rodrigo S 0 r i a n o, der kubanische Gesandte Alfonso Hcrn&ndez Zionismus indessen hat für die jüdische Geschichte das Zeitalter der Moderne endgültig den Sieg davongetragen. Was einstmals an der Grenze von Erkenntnis und pseudomessianischer BFndheit Einzelne in ungeheurer Selbstüberspantiung wagten und verloren, das kann ein organisiertes Volk planmäßig durchfuhren und vollenden. Die Leiden der Zerstreuung vollends aufzuheben, mag menschliehe Kraft nicht ausreichen; die nationale Existenz des jüdisehen Volkes aus ihren Gefahren zu retten und zu erneuern, ist möglich — das beweisen vierzig Jahre zionfetischer Geschichte. Die Kraft der Zionistischen Organisation hat das heutige Palästina gebaut; viele andere Kräfte wirkten vor ihr dort und sind auch heute neben ihr tätig; den neuen Schwung, den großen Zug verdankt das Werk des Auf- Baus nur der Zionistischen Organisation. Nur sie wird imstände sein, den kommenden Judenstaat so zu gestalten, daß er zu den Lebensfragen der Judenheit in der Diaspora in positiver Beziehung stehen kann; aus ihrem Gedankengut werden staatsformende Kräfte in das neue Leben des jüdischen Palästina übergehen, fn diesem Judenstaat wird ״KI a i Jisroel“ sich dar stellen — und für keinen Juden irgendwo in der Welt wird es gleichgültig sein können, wie das geschehen wird. Ob in Europa oder in Uebersee — der einzelne Jude wird in einer ganz neuen Weise nach seiner Stellung zu Erez Israel efragt werden und sich selber fragen müssen, r wird gefragt werden — denn alle Weit wird das jüdische Leben im Judenstaat als repräsentativ und charakteristisch für jüdisches Leben überhaupt ansehen, und mit gutem Grund. Und in einer Welf, in der die fdee der Nationalität, unabhängig von allen Auseinandersetzungen, die sonst geführt werden, immer mehr als wesentlicher Richtpunkt aller Bc- Wertungen sich durchsetzt, wird kein Nichtjude es begreifen können, wenn etwa irgendwo Juden meinen, von diesem Judenstaat sich distanzieren zu sollen. Niemand möge glauben, auf irgendeinem Fleck der Erde das achtzehnte Jahrhundert im zwanzigsten wiederfinden zu können. Jeder wird vielmehr es für natürlich und ehrenhaft finden, wenn das jüdische Volk in der Diaspora einen geistigen und seelischen Mittelpunkt im Lande seines einstigen Ursprungs wiederfindet. Er wird sich selber fragen müssen — denn sein Schicksal als Jude, als Sohn seines Volkes und Erbe einer großen Ueberlieferung isf gefährdet, gerade in einer Umgebung wie den transatlantischen Ländern, in denen assimiliercncTe Kräfte wirksam sind wie selten in ■der alten Welt. Wer heute nach Kolumbien, nach USA., nach Australien geht und sich ernsthaft fragt, wie er sein Judentum sich und seinen Nachkommen erhalten kann in einer Form, die nicht erstarrt oder verkümmert ist, die mehr zum Inhalt hat als Pietät einer unverstandenen Vergangenheit gegenüber; wer ein Judentum zu bewahren, ja zu entwickeln sucht von einer Gestalt, die den auflösenden Mächten des Lebenskampfes und eines zutiefst fremdartigen Milieus Trotz bieten kann; wem Judentum etwas Lebendiges, Wirkliches und Wirkendes sein und bleiben soll — dann wird er cs nur in der Sorge und der Tätigkeit für Erez Israel finden können, Mögen Teile unseres Volkes in der Formenwelt der Religion das Stärkende finden — die große Mehrzahl der Juden aus Deutschland wird nicht plötzlich fromm werden. Auch sie wird spüren und anerkennen, welche jüdischen Kräfte noch immer auch für sie in der gemeinsamen Glaubensübung liegen; die säkulare Entwicklung eines weltlichen Judentums wird nicht mehr rückläufig zu machen sein, und Liehe und Arbeit für die iiidische Wiedergeburt in Palästina wird seine Menschen zu Juden machen und als Juden erhalten. Wer das einsieht, ist Zionist, und muß es in aller Form werden. Niemals ist deutlicher gewesen als heute in der Zeit der Wanderung nach Uebersee, daß der Zionismus in Wahrheit die jüdische Bewegung ist. Schon mancher hat in seiner neuen Ficimat erkannt, was er liier zu bejahen sich scheute. Darum ist die Forderung' nach Eintritt in die Zionistische Organisation nicht abhängig von der individuellen Palästinachance, die der Einzelne für sich selber im Augenblick sicht oder vermißt. Es ist die nationale Forderung schlechthin, für alle, hier und überall. Dr. W׳ a i t e r Groß Catä, sowie in Vertretung des verhinderten englischen Botscliafters der erste Botschaftsrat der englischen Botschaft bei. Außerdem waren u. a. der frühere Senatspräsident Jose Maza anwesend, der im Hinblick auf die Staats- Präsidentenwahlen im kommenden Jahr als Kandidat genannt wird, und der Rektor der Staatsuniversität Juvenal Hernändez, sowie mehrere Deputierte. Am Vormittag des 2. November wurde eine Delegation, bestellend aus Dr. Mibaschan, Samuel Goren, Adolfo Rotter und Mat'iäs Schapiro, von dem englischen Botschafter Sir Charles Bentinck in einer Sonderaudienz empfangen. Wie im Vorjahr wurde Dr. Mibaschan auch bei seinem jetzigen Besuch von dem Staatspräsidenten Arfuro A 1 e s s a n dri Palma in einer längeren Sonderaudienz empfangen. Der Staatspräsident zeigte sich sehr interessiert an allen Palästinafragen und gab wiederholt seiner Bewunderung tür die von den Juden in Palästina geleistete Aufbauarbeit Ausdruck. * Der jüdische Dichter und Reiscschriftstcller Melech Rawicz bereist Chile im Aufträge des jüdisch-wissenschaftlichen Instituts in Wilna und hielt bereits einige interessante Vorträge. In einer Versammlung der Arbeitsgemeinschaft dcutschsprcchender Zionisten sprach Melech Rawicz sehr interessant über die Juden in Australien und China. Der jüdische Geiger Victor T e v a h gibt augenblicklich in Bolivien verschiedene Konzerte und hat einen Riesenerfolg. Die hiesige Presse veröffentlicht eine Kritik der Zeitung ״La Cronica“ in La Paz, in der Victor Tevah den größten Violinvirtuosen Südamerikas gleichgestellt wird. Was viele erhofft, aber doch etwas bezweifelt haben, ist eingetreten. Miguel Aronowsky, der hervorragende jüdische Boxer des Maccabi Santiago, ist Meister von Chile 1937 der Amateurboxer in der Weltergewichtsklasse geworden. Der Kampf um die Meisterschaft fand am 13. Norember im Estadio Chile vor 10 000 Zuschauern statt, die Aronowskv begeistert zujubelten. Er schlug seinen Gegner Alfonso Remis, den Meister 1935 und 1936, glatt nach Punkten, nachdem er in den vorangegangenen Ausschcidungskämpfen einen Gegner nach dem anderen erledigt hatte. Seinen besten Kampf lieferte Aronowsky im Vorkampf gegen Zfirate (Arica), der ein eisenharter Schläger ist und von 25 Kämpfen 24 durch k. 0. gewann. H. G. Verantwortlicher Redakteur: Dr. Robert Welt sch, Berlin-CharL 9 (auch verantwortlich für die Aufnahm* von Bildern). Stellvertreter: Kurt Loewcnstein, Berlin W 15. Anzeigenleiter und verantwort- Sich für den Inhalt der Anzeigen: Hermann F i n n, Berlin \V 15. Gültig Anzeigen Preisliste 5 vom 1, April 1030. Verlag und Anaeigenverwahung: Jüdische Rundschau, Berlin W 15, Mcinekestr. 10. D.A. 111/1037 28004. — Druck: Siegfried Scholem, Berlin-Schöneberg.