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Jüdische Rundschau · 1937-12-03 · Heft 96 (3.12.1937) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 96 (3.12.1937)
Date
1937-12-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
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-612133? Nr• 96 / Jahrgang 42 Preis 25 Rpf, JÜDISCHE RUNDSCHAU tadaktlon* Varlag and 4n»tg«Dverw«ltoa;1 Berlin W15, M©!n©k«»tr. 10 Vsnurmlg 919031,!,•!«;ramm ■Adresiei Oargblp. - Bezu^prei* «*tnschlie&Udi Bacitllfftid j® Monat RM 2,—, je Vierteljahr RM $,75, bei Abholung RM 1,88 bzw. KM 5,39. — Poatachedk Konten der Vertriebs י Abteilung Berlin 71573 (für Groß - Berlin), Berlin 173 92 (für daa übrige Reich). In Fallen höherer Gewalt besteht kein Anspruch auf Nachlieferung oder Erstattung etwa schon gezahlter Besegsgebühren. — Erscheint Jeden Dienstag and Freitag• BERLIN ב״ט כסלו תרצ״ח FREITAG, 3, DEZEMBER 1937 Gültig: Aazelgenpreleliate Nr• 5• Die 12 gespaltene mm •Zeile 20 Rpf., für Familien Nachrichten 15 Rpf. Für die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Aufgaben oder an bestimmten Plätzen wird keine Gewahr geleistet. Gelegenheit*- anzeigen nur gegen Vorauszahlung auf Poatacheck Konto Berlin 71618 oder bar Montag big Freitag 9—18 Uhr. Annahmeschluß für di© Dienst©? - Ausgabe Montag 10 Uhr, für die Freitag - Ausgabe Mittwoch 13 Uhr. (Für Familien-Anzeigen am Tag vor Erscheinen 13 Uhr) Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. (Baseler Programm) fetzt ist Zeit zu reden Grenzen der Vollstreckung־ Die politüche Lage / Interview mit Siegfried Moses Wir haben den bisherigen Vorsitzenden der ZVfD., Dr. Siegfried Moses, der diese Woche aus Palästina im Zusammen• hang mit der Organisierung der Auswanderung von Juden aus Deutschland in Berlin eintraf, gebeten, uns für die ״Jüdisehe Rundschau" seine Eindrücke von der gegeruvärtigen politischen Lage im Lande milzutviien. Wir geben nachstehend die Fragen und die Antworten Dr. Moses’ wieder. (Red.) Rat man in Palästina die Empfindung, daß wir seit den Züricher Tagungen der Lösung des Palästina-Problems näher gekommen sind? Auf den ersten Blick könnte es scheinen, daß die schweren Zeiten, die das Land jetzt durchlebt, die Aussicht auf einen Ausweg verschlechtert haben: Terror hat fast die ganzen letzten Monate geherrscht, und zuweilen schien er uneinschränkbar zu herrschen; die wirtschaftliche Lage hat sich zweifellos verschlechtert, und manche Anzeichen konnten vielleicht dahin gedeutet werden, daß die Leistungsfähigkeit der palästinensischen Wirtschaft verringert sei. So ist es verständlich, wenn manche sich die Frage stellten; Wie kann aus solcher Wirrnis das jüdische Palästina neu erstehen, wie wir cs hoffen? In Wirklichkeit hat gerade diese schwere Zeit Faktoren geschaffen, die die Aussicht auf eine tragbare Neuordnung verbessern. Gerade das Leid, das der Terror über das Land gebracht hat, erhöht die Chance, daß nunmehr alle Teile sich einer Lösung beugen werden, die die Mandatsregierung wirklich will und durchführt; daß gegenüber einer vollzogenen Tatsache auf den Widerstand verzichtet wird, dessen bittere Folgen für alle sich gezeigt haben. Die Unhaltbarkeit des bisherigen Zustandes ist evident geworden. Nicht nur, daß selbstverständlich jeder die gegenwärtige Zeit des Terrors und der Wirtschaftsdepression als unhaltbar empfindet; sondern auch eine Rückkehr zu den politischen Verhältnissen, wie sie bis zu den Unruhen von 1936 bestanden haben, erscheint niemandem möglich. Das hat die Wirkung, daß es im Lande stiller geworden ist, um jenen Teil der sogenannten Nein-Sager, die nur Nein sagen. Die öffentliche Auseinandersetzung findet in erster Reihe statt zwischen denjenigen, die ״trotz allem Ja“ sagen und denen, die für eine Aufrechterhaltung des Mandates auf Grund einer Verständigung mit den Arabern eintreten. Gibt es denn Anzeichen, daß der Gedanke, zu Verhandlungen mit den Arabern zu kommen, nickt völlig aussichtslos ist? Es hat jetzt immerhin zum erstenmal eine Einigkeit der jüdischen öffentlichen Meinung mit beachtlichen Teilen der arabischen öffentlichen Meinung gegeben: darüber, daß der Terror aufhören muß, weil er beiden Völkern schadet. Diese Ueberzeugung hat sich im jüdischen Jischuw־ besonders elementar und eindrucksvoll geäußert, als der ״schwarze Sonntag“ in Jerusalem bei der überwiegenden Mehrheit der jüdischen Bevölkerung die tiefe Besorgnis auslöste, ein Ueber-?reifen des Terrors auf den jüdischen Bezirk könnte dem ischuw moralisch und politisch den Boden unter den Füßen wegziehen. Bei den Arabern äußerte sich die gleiche Ueberzeugung — überraschenderweise im gleichen Zeitpunkt — ebenfalls elementar, wenn auch zaghafter. Obwohl nach den letzten Berichten diese Note in der öffentlichen Meinung der Araber verstummt ist und obwohl man nur über etwas Negatives einig war, so darf man doch vielleicht — ermutigt auch durch Berichte über p r i - vate Gespräche mit Arabern — die Hoffnung haben, daß an die übereinstimmende Erkenntnis der beiden Völker von der Unhaltbarkeit des Terrors und damit der jetzigen Lage positive Ueberlegungen anknüpfen können. Diese Erkenntnis muß bei weiterem Nachdenken zu der Bereit- Schaft führen, über die Zukunft des Landes sich auseinanderzusetzen. Und wenn die Haltung der Regierung keinen Zweifel daran läßt, daß Lösungen ansscheiden, die eine Vergewaltigung des einen oder des anderen Bevölkerungsteiles bedeuten, so ist der Entschluß, überhaupt Verhandlungen zu führen, wahrscheinlich identisch mit dem Entschluß, über die allein verbleibende Alternative zu verhandeln: gibt es eine Möglichkeit, sich über die Aufreehterhaltung des!Mandats zu verständigen? Oder kann und will man gemeinsam an einen Neuaufbau auf neuer Grundlage gehen? Rechnet man in Palästina damit, daß in absehbarer Zeit die füdischen Instanzen offizielle Verhandlungen mit den Ara• hem einleiten? Man sollte erwarten können, daß solche Verhandlungen beginnen, sobald auf der Gegenseile sich eine Bereitschaft dazu zeigt. Der Beschluß der Züricher Tagung der Jewish Agency, daß zunächst der Versuch einer Verständigung mit den Arabern unternommen werden müsse, wurde allgemein begrüßt — ausgenommen nur diejenigen, die geneigt sind, zu dem Gedanken der Teilung des Landes um jeden Preis Ja zu sagen, und diejenigen, die auf jeden Fall Nein sagen wollen. Wenn jetzt die Möglichkeit zu Verhandhingen praktisch akut wird, so darf nicht etwa die Auffassung vertreten werden, daß jener Beschluß nur als bequemer Ausweg aus einer schwierigen parlamentarischen Situation akzeptiert wurde; der Beschluß muß ernst genommen werden, nicht nur, weil wir unsere Beschlüsse" ernst nehmen sollen, sondern vor allem deshalb, weil der Wunsch, zu Verhandlungen mit den Arabern zu kommen, im tiefsten sachlich berechtigt ist. Freilich darf der Gedanke, den die Jewish Agency-Tagung zum Beschluß erhoben hat, nicht anders gedeutet werden als er gemeint gewesen ist. Die Jewish Agency hat die Ver- Handlungen mit den Arabern nicht als die einzige Antwort auf die durch den Peel-Bericht geschaffene Situation beschlossen, sondern der Beschluß ging dahin, daß vor der Fortsetzung der Erörterungen über die Teilungsfrage dieser Versuch unternommen werden müsse. Nötig ist also ein ernstlicher Versuch zu Verhandlungen, aber zugleich auch ein Einvernehmen darüber, daß, wenn dieser ernstliche Versuch mißlingen sollte, alle Gruppen, die dem Beschluß der Jewish Agency zugestimmt haben, ebenso ernstlich sich darum bemühen, die Auseinandersetzung über die Teilung zu fördern. Dann aber und vor allem darf in den Beschluß nichts hineingelegt werden, was nicht in ihm enthalten war und ist. Wenn manche, die sich für Verhandlungen mit den Arabern einsetzen, erklären, solche Verhandlungen seien nur dann zweckvoll, wenn wir bereit seien, eine Minoritätsverpfiiehtung eitizugehen, so entspricht das nicht den Anschaumigen, die uns diesem Beschlüsse zustimrnen ließen. Eine Verpflichtung, daß die Juden Minorität im Lande bleiben oder jedenfalls keine Majorität werden solle 1, erscheint der überwiegenden Mehrheit der Zionisten nicht diskutabel. Riehtig ist, daß allgemeine Verhandlungen über die Zukunft des Landes — im Rahmen des aufrecht zu erhaltenden Mandates, oder auf der Grundlage einer Teilung — viel schwerer zustande zu bringen und viel schwerer zu einem Ergebnis zu führen sind als Verhandlungen, die mit einem Minoritätsangebot beginnen. Trotzdem dar! kein anderer Weg als dieser schwere Weg in Frage kommen, und er kann zum Ziele führen, wenn als Verhandlungsthema von vornherein nicht nur die Möglichkeit der Aufrechterhaltung des Mandates, sondern die Alternative: einvernehmliche Mandatsfortsetzung oder Teilung? aufgefaßt und behandelt wird. Welche Erwartungen hat der Jischuw politisch für die nächste Zukunfi? Feh hoffe und wünsche, daß der Jischuw mehr und mehr von der Fragestellung: was haben wir zu erwarten? übergeht zu der Fragestellung: was haben wir zu tun? Die schweren Monate, die das Land durchlebt bat, haben einen eindrucksvollen Anschauungsunterricht gegeben: sie haben die Schwierigkeiten und zugleich die Möglichkeiten aufgezeigt, die sich dargeboten hätten, wenn das jüdische Palästina nicht Objekt eines fremden staatlichen willens gewesen wäre, sondern selbst sein Schicksal hätte gestalten können. Solchen Anschauungsunterricht empfingen wir, als in diesen Monaten Einwanderungsfrageri, Sicherheitsfragen, wirtschaftliche Probleme zur Entscheidung standen. So hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, daß auf jeden Fall und unter allen Umständen ein Weg gesucht und gefunden werden muß, der dem jüdischen Palästina die Möglichkeit gibt, entscheidend auf die Gestaltung seiner Angelegenheiten einzuwirken — unabhängig fast von der Frage, ob und wann es zur Teilung kommt. Die Aufgaben, die sich hieraus ergeben, und die speziell auch in den Kreisen der Zionisten aus Deutsch- I a n d viel erörtert und als ernst und dringlich empfunden werden, kann ich nur andeuten. Es gilt, die Erkenntnisse in bezug auf unter allen Umständen nötige Aender un gen, die der Peel-Bericht enthält und deren Richtigkeit die schwere Zeit seit 1936 auch in den Augen der Mandatarmacht und der Weit klargestellt hat, als unverlierbare Ergebnisse dieser Periode zu sichern: daß die rechtlichen Grundlagen für eine aktive Wirtschafts־ und Handelspolitik geschaffen werden müssen; daß die Adininistration umgestaltet werden muß — in jeden! Falle; daß Formen gefunden werden müssen, die für die jüdische Bevölkerung das Recht und die Freiheit sicherstellen, das Leben des jüdischen Palästina zu gestalten. Es gilt, die Fundainente für eine Neuordnung durch intensives sachliches Studium der politischen und wirtschaftlichen Probleme und durch Vorbereitrngserbeiten der verschiedensten Art zu schaffen. Es gilt, die Juden Palästinas mehr und mehr zu Trägern staatsbürgerlicher Gesinnung zu machen —- gleichviel, ob der Versuch einer Verhandlung mit den Ara- Fern gelingt un# wie er ausfällt: gleichviel, wie die endgültigen politischen Entscheidungen lauten. Weizmann in Palästina Haifa, 20. November. (Palcor.) Dr. Weizmann traf heute l!1 Haifa ein und wurde an Bord des Schilfes von Mosche Schertok und Elieser Kaplan begrüßt. Gegen Ansiedlung von Juden Schwierigkeiten der Ica-Siedlung in Brasilien ln London fand die Jahresversammlung der Jewish Co Ionisation Association (I c a) shitt. Bei dieser Gelegenheit richtete der Präsident der Ica, Sir Osmond d’Avigdor Goldsmid, eine Ansprache an die Versainmlung, in der er. sich ausführlich über das Problern der jüdischen Wanderung und Siedlung äußerte. Er ging in di!׳;״•!!! Zusammenhang u.a. auch auf Brasilien ein, wo die brasiiianische Regierung es ablehnt, die Ansicdhing von Juden aus Deutschland «ui den Ländern im Staate Rio de Janeiro, die der Ica gehören, zuzulassen. Er sprach die Hoffnung aus, daß die brasilianische Regierung in dieser Frage, die nicht allein eine Angelegenheit von wirtschaftlicher ßedeutung ist, sondern auch einen humanitären Aspekt hat, das letzte Wort noch nicht gesprochen habe. Wir brachten erst in der vorigen Nummer die Nachricht über drohende Ausweisungen aus Brasilien״, der Sachverhalt, den die jüdische Oeffentlichkeit nunmehr durch die Rede Sir Osmonds erfährt, zeigt noch viel krasser die Schwierigkeiten der Lage, denn hier bandelt es sich um die Besiedlung von Böden, die der Ica bereits gehören und damit auch um Entlastung der Städte und Ueberfülmmg von Juden aufs Land in einem riesengroßen Lande. Angesichts der Hoffnungen, die von manchen Seiten auf eine jüdische Massenkolonisation in Brasilien gesetzt wurden, wirkt die Mitteilung Sir Osmonds besonders ernüchternd. Von Z I 0 N I U'1> haben in der vorigen Ausgabe auf die Probleme hingewiesen, die im Zusammenhang mit dem ersten Todesurteil eines palästinensischen MiliUirg''r!chtes aujtratcn, und dargelegt, warum von indischer Seile nicht zugunsten des Verurteilten interveniert werden konnte. Der nachfolgende Artikel eines Mi' arbriters vertritt in dieser Truge wie überhaupt in bezug auf die Weiterentwicklung 11er ji> fischen Be- Ziehungen zu den Arabern einen sehr prägnanten Standpunkt, der natürlich in seinen Einzelheiten kontrovers ist. (Red.) Als die Nachricht aus Palästina eintraf, daß sich die Mandatsregierung nach dem furchtbaren Attentat in der Nähe von Kirjat Anawim dazu entschlossen!iahe, Militärgeri eilte cinzusetzen, denen die Aburteilung der Vergehen obliegt, die im Zusammenhang mit den Unruhen begangen werden, da empfand man diese Maßnahme trotz ihrer Schwere und trotz den zugleich angekündigten drakonischen Strafen als einer! Fortschritt. Es war von jüdischer Seite von Anfang an gefordert worden, die Regierung solle mit ganzer Schärfe gegen die Unruhestifter Vorgehen, um das Blutvergießen so rasch wie möglich zu beenden. Inzwischen ist das erste Urteil von einem .Militärgericht gefallt und entgegen manchen Erwartungen ohne jede Verzögerung vollstreckt worden. In diesem Augenblick melden siel! bei vielen von uns Bedenken gegen eine solche Praxis. Es ist in der heutigen Zeit vielleicht schwer und nicht besonders populär, aus humanitären Erwägungen gegen Hinrichtuiigen zu sein. Das menschliche Lehen gilt heute — wie in vielen vergangenen Perioden der Geschichte — in der Welt nicht allzu viel. Dennoch glauben wir, daß wir in dem Bezirk, wo w i r etwas zu sagen haben, wo es um unsere Sache geht, und wo wir die Pflicht haben, unseren Einfluß in, die Waagschale zu werfen, dagegen auftreten müssen. Mag der eine unter uns an die Heiligkeit des Lebens aus religiösen Gründen glauben, mag der andere aus den geschichtlichen E r f a h r u n_g e!1 des jüdischen Volkes, aus den Leiden, die es seihst erdulden mußte, und aus dem Schmerz seiner Märtyrer diese Lehre ziehen, in jedem Falle ist es für viele unter uns eine schwer erträgliche Vorstellung, daß selbst für Taten, die sich gegen uns richten, Märtyrer im anderen Lager geschaffen werden. Aber auch aus politischen Gründen zeigt sich an diesem Punkte die innere Begrenzung unserer eigenen Forderungen. Und darüber soll ein Wort gesagt sein. Niemand weiß, wie die endgültige Entscheidung über das staatsrechtliche Schicksal Palästinas ausfallen wird. Eines aber ist sicher: Daß im Lande als ganzem und auch in einem Judenstaat, der auf einem Teil seines Territoriums errichtet wird, zwei Völker für alle absehbare Zukunft neben- und miteinander werden leben müssen: Juden und Araber. Nicht aus einer theoretischen Wimsclivorstellnng heraus, sottdern im Hinblick auf die Lebenswirklichkeit wird dieses Palästina daher b i n a t i o n al sein und bleiben. Viele Juden stehen auf dem Standpunkt, daß die beste Lösung der Palästinafragc die wäre, wenn das Mandat in seiner bisherigen Form, nach Möglichkeit mit einer verbesserten Rc* gierungspraxis verbunden, auch in Zukunft bestehen bliebe. Der Begriff des ״Nationalheims" ist dem jüdischen Volk in seiner besonderen Lage sozusagen ,,nach Maß“ angepaßt. Er befriedigt seine kolonisatorischen und kulturellen Dedürfnisse und stellt auch für die Judenheit in den Ländern der Zerstreuung die zweckmäßigste Form der Schaffung eines Zentrums in Palästina dar. Vielleicht aber ist es für die Aufrechterhaltung des Mandates seihst mit gewissen Ab- Änderungen jetzt zu spät, und wir stehen vor der Periode der Staatsbildung. Ohne Zweifel droht 1ms dabei innerlich die Gefahr, einer Art von Staatsmystik zu unterliegen, d. h. in dem Staatsbegriff einen Fetisch zu sehen, der geeignet ist, alle Probleme zu lösen oder sie in den großen Abgrund der Vergessenheit fallen zu lassen. Es tut not, diese Illusion beizeiten zu zerstören, da auch dann, wenn der Staat konstituiert sein wird, alle heute akuten Fragen weiterbestehen, ja zum Teil verschärft auftauchen werden. Es gilt daher erst, wenn es zur Teilung und zum Judenstaat kommt, das Beste aus ihm zu machen, was in unserer Kraft liegt. Hier aber wird erneut das Problem der jüdischarabischen Beziehungen sowohl im Verhältnis zum ivsici Ue&etMUk Das Militärgericht in Jerusalem füllte ein Gefäng״ nisurteil gegen einen Araber wegen unbefugten Waffenbesitzes. Zwei arabische Polizisten werden vermißt; sie sollen ermorde! worden sein. Es kam in den letzten. Tagen zu zahlreichen U eberfällen, insbesondere auf Autobusse. Bei der Preisverteilung am Abschluß der Pariser Weltausstellung wurden für die Ausstellungsobjckle des Palöstinapavillons■ und die Leistungen der. Uahimah 28 Preise zuerhannt. Der chilenische Staatspräsident empfing eine zionistische Abordnung und bekundete s״in Interesse an Palästina. Zum Vorsitzenden der Re Präsentanten ver• Sammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde wurde Regierungsdirchtor a. D. Conrad Kaiser gewählt. k.

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