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Jüdische Rundschau · 1937-11-30 · Heft 95 (30.11.1937) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 95 (30.11.1937)
Date
1937-11-30
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JQDISCHE RUNDSCHAU Nr. 95, 30. XI. 1937 Ein Chasaren - Roman Oskar Baum: Das Volk des harten Schlafs. — R. Löwlt Verlag, Wien. Das ״Volk des harten Schlafs“ sind — nach einer iesaia-Stelle — die Juden. Im Lauf der Geschehnisse des lomans ,,erwachen“ sic zur Kraft und setzen sich und ihren Glauben innerhalb des frühmittelalterlichen Reiches der Chasaren am Kaspischen Meer durch — zwischen dem christlichbyzantinischen Kaisertum und dem islamischen Kalifat. Das ist uns durch den Briefwechsel des Chasdai Ibn-Schaprut (915 bis 970) mit dem damals regierenden Chasaren-Künig Josef überliefert und findet, etwa anderthalb Jahrhunderte später, in Juda Haie vis unsterblichem ״Kusari“, dem ״Buch des Beweises und der Argumentation zur Verteidigung der geschmähten Religion“, wie der Untertitel dieses Werkes lautet, seine geistesgeschichtliche Ausdeutung. Etwa zweiundeinhalb Jahrhunderte hat das Chasarenreich zwischen dem Kaspischen Meer und den Karpathen unter jüdischer Führung, aber zugleich auch dank seiner Duldung der christlichen, mohammedänischen und sogar heidnischen Glaubensansprüche geblüht. Im elften Jahrhundert ging es unter, Damals setzte die Niederlassung der Juden in Polen ein. Die Annahme liegt nahe, ohne daß sie allerdings bis heute beweisbar wäre, daß das polnische und russische Judentum sich auch aus liüchtenden Resten des Clusarenreiches rekrutiert habe, also aus Nicbtscnüten. Denn die Chasaren waren ein finnisch-tür- Irischer V’oiksstamm. Oskar Baums Roman, der diese (ziemlich unsicheren) Tatbestände der Geschichte — zurück- und vorgreifend, zum Teil auch in Vornotizen und Nachbemerkungen zu der Erzählung — mit großer Akribie darstellt, schildert den Sieg des jüdischen Gottes über den heidnischen der Chasaren und über die• christlichen und mohammedanischen Bekehrungsversuche. Ein erst unglücklich verlaufender, dann aber durch das Eingreifen eines jüdischen Kriegsinaiines glorreich beendeter Krieg entscheidet den Sieg des Judentums. Aus dem Glück der Waffen entsteht erst die Beglückung durch den Glauben. Es ist nicht verwunderlich, daß sich gegen diese Chronologie und Kausalität aus der Mitte der Juden in dem Roman Linwände erheh#n. Der Dichter war klug genug, auf diese Weise an seiner eigenen Konzeption Kritik zu üben. Er stellt in die Mitte seines Romans einen jungen Juden, Sohn eines aus Byzanz vertriebenen und nur! verarmten Kaufmanns, der schon als Knabe den Cheder verläßt und sich dem ungebundenen Leben eines Jägers und Kriegers hingibt. Erwachsend, sammelt er gleichaltrige und gleichgeartete Genossen um sich, die mit einem (geringen) Rest an jüdischem Glauben — hier spielt auch die gleichzeitige Kariierbewegung herein — und mit viel makkabäischem Trotz und Mut sich und ihm allmählich eine gewisse Macht im Chasarcnstnat erkämpfen. Sie sind eine Art ,,Freischar“, eine Schützt rtippe der auch hier und besonders in der weiteren Umwelt bedrohten Juden. Ihrem jungen Führer gibt Oskar Baum den Namen B u 1 a n. So aber hat nach der Uebcrlieferung der heidnische Chasarenfiirst geheißen, der nebst der führenden Ober- Schicht etwa um die Mitte des neunten Jahrhunderts den jüdischen Glauben angenommen haben soll. Im Roman wird der jüdische Rulan schließlich König (״Chagan“), nachdem der alte aut der Schwelle zur Erkenntnis des jüdischen Gottes durch die sehr romanhaft dargestellte Schuld seiner heidnischen Gattin gestorben ist. Hier liegt die zweite Schwäche der dichterischen Konzeption des Buches. Es geht an dem geistigen Sieg des Judentums vorbei und überläßt fast ganz dem weltlichen den Raum und Ruhm, fn diesem Punkte aber ist die jüdische Geschichte empfindlich. Denn hier wurzelt ihr schicksalhafter und wesensentscheidender Gegen- Satz zur Geschichte des Christentums und des Islams, die Weltlichkeit und Ueherveltlichkeit, Herrschafts- und Glaubensanspruch vermischt haben. In Baums Darstellung wird die Befassung des heidnischen Königs mit dem Geist der jüdischen Religion zu einem fast spielerischen Akt, und die Entscheidung des Sieges des Judentums geschieht fast ganz du ich die Waffentaten des Juden Rulan. Das könnte den Ereignisse.־• «ach richtig sein, in der Idee des Judentums aber stimmt es nicht! Das ist, insbesondere, nicht das Erwachen aus dem von Jesaia gemeinten ״harten Schlaf“. Diese (leicht tendenziös gefärbte) Richtung des Romans hat aber ihren tieferen Grund in der Auffassung und Dar- Stellung, die der Dichter vom Volk und Staat der Chasaren gibt. Er läßt diese in Kultur und Zivilisation bedeutend rückständiger sein, als sie damals, im nennten Jahrhundert, wahrscheinlich waren. Nach den (mir bekannten) Quellen — die der russischen Geschichtsschreibung sind mir leider nicht zugänglich — haben die Chasaren statt Jagd, Viehzucht und Raub schon im vorhergehenden Jahrhundert Ackerbau und Handel getrieben und der! drei bei ihnen eingedrungenen Wclfreligioncn gegenüber Duldung geübt. Das letztere kommt auch in der?)arstellung des Romans zur Geltung. Dagegen kommt nicht oder viel zu wenig zur Geltung, daß dies alles einen Kulturzustand voraussetzt, den man, in jener Zeit und in jenem Raum, einen fortgeschrittenen nennen muß. Zu diesem Punkt gibt es zwar kaum Quellen, aber gerade deshalb hätte hier die dichterische Phantasie des Autors cinsctzcn müssen. Da sie hier versagte, war eben die Mittelsperson des jüdischen Bulan und auch die degeneriert verspielte Hilfsfigur des letzten heidnischen Königs notwendig. ln dieses leicht brüchige und schattenhafte Gefäß einer mehr umspielten als umschriebenen Welt gießt Oskar Baum eine Fülle romanhaften Geschehens und romanhafter Figuren ein. Darin entfalten sich seine sympathischen erzählerischen Qualitäten. Er wirkt nie langweilig. Er schafft und löst Spannungen und dichtet sie psychologisch aus. Es wachsen ihm, auch jenseits der überlieferten, eine Fülle von Figuren zu; manche davon sind von einem, man möchte sagen: zarten und zärtlichen Judentum erfüllt, das den jüdischen Geist des Dichters selbst auffängt und zurückstrahlt. Dies macht das Buch liebenswert. Der Vorteil davon ist das die Lektüre begleitende, oft erregende Gefühl, daß in einen fast luftleeren Raum der menschliche Atem eines Dichters einbricht.,■ Hermann Sinshelmer Manfred Sturmann: Palästinensisches Tagebuch. — Brandussehe Verlagsbuchhandlung. Jüdischer Buchverlag, Berlin 1937. Diese Aufzeichnungen von einer Reise, die der Dichter Manfred Sturmann im vergangenen Winter nach Palästina emacht hat, zeichnen sich durch ihre angenehme Zurückaltung und durch die Schlichtheit in Sprache und Darstellung aus. Gerade dadurch gewinnen die Aufsätze gegenüber manchen Darstcl'ungen von Palästina, die eine Uebersteigcrutig zeigen, bei der die Wahrhaftigkeit zu leiden beginnt. Es gelingt Sturmann, das Typische in der Vielfalt der Erscheinungen, die ihm im Lande begegneten, zu zeigen, Philo von Alexandrien Zu Edmund Steins Philo-Monographie Den Zeugnissen des jüdischen Geistes im hellenistischen Zeitalter blieb infolge der strengen, aut die jüdische Herkunftsreinheit der Lehre bedachten, fast exklusiv zu nennenden Haltung der großen Ucberliederer der unmittelbare Eingang in das Lehrhaus, Schrifttum und Denken des Volkes versagt. Die Korrelation von Kanonisierung und Apokryphmachung war sowohl .der sie herausfordernden Krise als auch dem Niveau der von ihr zu schützenden Werte adäquat. Inzwischen hat sich jedoch manches gewandelt. Da die Bildung von heute weder Isolierschichten noch eine irgendwie geartete Exklusivität kennt, die Problemlagen sich überdies verschoben und die geistigen Unruhezonen verlagert haben, wäre es recht und billig, die Ausschließung der Zeugnisse des hellenistisch-jüdischen Lebens einer Besinnung■ und Prüfung zu unterziehen. Es wäre allerdings leichtsinnig und der historischen Tragweite unwürdig, dieses Problem nur de facto lösen zu wollen. Nicht nur die Frag« nach der Möglichkeit einer sauberen Kristallisation des genuin Jüdischen wird in diesem Zusammenhang zu erörtern sein. Schon das Motiv für das erwachte Interesse an diesem Schrifttum bedarf — soweit es über die Grenzen der freien wissenschaftlichen Forschung hinausgeht —, soll in der Folge Verwirrung vermieden werden, einer eindringlichen Klärung. Die Idee der ״Sammlung“ oder der Heimkehr, die, das zeitgenössische jüdische Geschlecht anzugehen scheint, richtet sich ja nicht nur auf die gegenwärtige Zerstreuung, sondern auch auf die geistigen Reste der vergangenen Diaspora, ja sogar auf diejenigen Splitter, die sich jenseits des Volksgedächtnisses erhalten haben. Eine so verstandene ״Sammlung der Zerstreuung“ kann nur sinnvoll sein und gelingen, wenn das sie hervorrufende machtlose messianische Motiv auf ein sehr eindeutiges mcssianischcs Ziel ausgerichtet ist. Edmund Stein, Dozent am ״Institut für judaistische Wissenschaft“ in Warschau, der durch zahlreiche Einzelunter- 1111111n11111111111!1111u1!1m11111111111111111m111111M1!1m11m11111111111n11111)111111111HU1!11111n111111111n111!111!1111111!11m1n11m1i1111 Schüsse in der Nacht / von WERNER kraft Singe, Herz, wenn Menschen töten, Treu das bräutliche Erröten Vor der Nacht! Singe, ivenn die Kugel traf, Herz, des Knaben Herz im Schlaf, Das Erwachen! Singe, Herz, schlägst du dich hange, Mit den Zimbeln in der Zange, Diesen Tag! 111a!1111111u!1111!!1111n111!11m11w11mM111111111nH1ummm111mn11m111m1111111111111111mm!11!111111111111n11111!11111111111!!11111111 suchungen über Probleme der jüdisch-hellenistischen Literatur die Wissenschaft des Judentums bereichert hat, ist der Verfasser einer kürzlich erschienenen, dem Leben und Denken Philos gewidmeten Monographie in hebräischer Sprache (Philon ha-Alexandroni, Verlag Sztybel, Warszawa). Die direkten Nachrichten über das Leben Philo« fließen sehr spärlich. Die eigenartigen Persönüehkeitswerte, die den Menschen Philo ausgezeichnet haben, lassen sich allerdings deutlich vernehmen. Edmund Stein hat durch eine glückliehe Auslegung phiionischer Selbstäußerungen und mittelbarer Zeugnisse einen wertvollen Beitrag zu einer wissenschaftliclien Zeichnung der menschlichen Erscheinung Philos eieistet. Durch den Einblick in Umwelt und Erziehung, ildungsgang, Lebenslauf, Charakter erhalten wir ein tnosaikartiges Bild des inneren und äußeren Lebens Phi los. Nachdem die einzelnen Schriften Philos inhaltlich skizziert und literarkritisch besprochen sind, wendet sich der Verfasser der jüdisch-hellenistischen Auslegungsmethode zu und weist auf den ethisch-religiösen Aspekt und die relative Hintieigutig zum Wortsinn als aut die Momente hin, durch die sie sich von der griechischen Allegoristik unterscheidet. Mit großer Klarheit werden daraufhin die Hauptzüge der philonischen Lehren von Gott, dem Logos, der Welt und der Sitt* lichkeit dargestellt und philosophiegeschichtlich eingeordnet. Der Verfasser ist besonders bemüht, die Gedanken Philos in Beziehungen und Parallelen zu den Ansichten und Lehren der Aggadah und der jüdischen Philosophie des Mittelalters zu setzen. Diese Sicht erweist sich als überaus fruchtbar und wird zweifellos dazu beitragen, dem jüdischen Leser die Gedankenwelt Philos näher zu bringen. Die Wissenschaftliehe Exaktheit bewahrt den Verfasser vor einem wertenden, relativierenden Perspektivismus. In der Konfrontierung mit dem jüdischen Schrifttum hätten allerdings die Divergenzen noch stärker betont werden müssen. Aber auch die Fest- Stellung■ der Parallelität mit philosophischen Tendenzen des Mittelalfens, die nicht immer genuin-jüdisch verlaufen sind, Ist von sich aus einer geistigen Koordination bedürftig. Mit der Herausgabe dieses Buches will der um die moderne hebräische Literatur außerordentlich verdiente Sztybel-Verlag seine Publikationstätigkeit erneuern, ein Vorhaben, das angesichts der Agonie, der das hebräische Verlagswesen außerhalb Palästinas verfallen ist, überall begrüßt werden wird. Abraham H esc hei Ein Inder filier Indien H. Manzooruddin Ahmad: Geheimnisvolles Indien? Indien von einem Inder gesehen. Mit 90 Bildern, nach Aufnahmen des Verfassers. —. Deutsche Verlagsgesellschaft m. b. H., Berlin ,1937. Dieses Buch eines Inders enthüllt uns vieles Ober das geheimnisvolle Land. Der Verfasser versucht Indien so darzustellen, wie er es als Inder sieht, und löst dadurch viele Rätsel, die uns das Land aufgibt. Welch eine Kraft lebt in jedem einzelnen Inder, eine Kraft, die, wie alle Lebensäußerungen Indiens aus dem religiösen Empfinden stammt, das Ursprung und Kern des ganzen indischen Wesens bildet. Wir lernen in diesem Buch viel Neues über das Kastenwesen Indiens, seine verschiedenen Formen, den Reichtum der Fürsten und über das Familienleben, die Kunst usw. Die aktuellen politischen Fragen werden vom Verfasser nur gelegentlich gestreift; der Schwerpunkt des Buches liegt vielmehr in der Schilderung der konkreten Lebensvorgänge. Besonders schone Aufnahmen geben dem Buch einen wertvollen Rahmen. *-•chs. Der neue Orient Dr. Alfred Bonne: Der neue Orient, eine Einführung in das wirtschaftliche und staatliche Werden der Orientländer. Herausgegeben von der Hitacliduth Olej Germania, Tel Aviv 1937. Die Schrift von Dr. Bonne, der als Gründer des Forscliungsinstituts für den Mittleren Osten, das heute mit dem Ritppinschen Wirtschaftsinstitut in Jerusalem zusammenarbeitet, bekannt ist, soll insbesondere dem neuen Ein- Wanderer in Palästina dienen und will den Versuch machen, die Probleme der orientalischen Länder ihm nahezubringen. Der erste Teil beschäftigt sich mit den Grundzügen der gegenwärtigen Struktur des Vorderen Orients, die allen in Frage kommenden Ländern gemeinsam sind. Bonne behandelt die Neubildung der Gesell- Schaft, um sodann auf die Veränderungen der Wirtschaftsgesinnung des orientalischen Menschen überzugehen. Anschließend hieran wird das Wesen der neuen orientalischen Staaten, die in der Nachkriegszeit entstanden sind, behandelt. Ein letztes Kapitel erörtert die Einwirkung der neuartigen Verkehrsmittel auf die Erschließung und Ueberbrückurig der orientalischen Räume. Der zweite Teil der Schrift ist den einzelnen orientalischen Ländern gewidmet. Es werden jeweils die geographischen Verhältnisse, das Klima, die Bevölkerung, die Staatsform und die Entwicklung der Regierung, die Finanz- und Agrarverhältnisse sowie die Industrie behandelt. Bonne gibt derartige Uebersichten über Aegypten, Syrien mit seinen verschiedenen Teilstaaten, Trans- Jordanien, den Irak, die Türkei und Iran (Persien). Das Schlußkapitel ist Palästina gewidmet, soweit es selbst von den den gesamten Orient umgestaltenden Kräften berührt wurde, wobei auch die Grundprobleme, die durch die jüdische Einwanderung entstanden sind, gestreift werden. Ejn Literaturverzeichnis und statistische Angaben ergänzen die wertvolle Schrift, die als Einführung in die Problematik der Orientländer vorzügliche Dienste leisten wird. —n. ״ סופרינוSsolrejnu“, Schriftenreihe aus der neuhebrä- ׳ ischen Literatur, für Schulen und Selbstunterricht bearbeitet und mit deutschen Erläuterungen versehen von Dr. Kaldko. Verlag Kedem, Berlin. Heft 1: Perez, Heft 2: Bialik, Heft 3: Schalonn Aleichem, Heft 4: Tschertiichowski. Diese Heftchen sollen dazu dienen, die Hebräischlernenden, die bereits die ersten Kenntnisse der Sprache erworben haben, in die neuere hebräische Literatur einzufiihren. Jedes Heft ist einem Schriftsteller gewidmet und enthält neben einer kurzen Biographie eine Auswahl aus dein Schaffen des betreffenden Schriftstellers. Die Texte sind teils punktiert, teils unpunktiert und mit deutschen Erläuterungen versehen. Wie seinerzeit angekündigt wurde, hatte der Herausgeber die Absicht, eine Serie von etwa 15 Heftchen herauszubringen, die uns die Bekanntschaft mit der heutigen Generation hebräischer Schriftsteller vermitteln sollten, deren Schaffen selbst in den Kreisen der richtigen ,,Hebraisten“ nur sehr wenig bekannt ist. Und wenn die Ssofrejnu-Heftchen auch nur einen kurzen Ueberbliclt bieten und nicht für ein vertieftes Eindringen in das Werk des Schriftstellers gedacht sind geben sie doch ein Bild seines Schaffens und seiner Persönlichkeit und bilden einen starken Anreiz, sich weiter mit ihm zu beschäftigen. Ich kann es aus eigener Erfahrung bestätigen — und ich gehöre zu den Sündern, die erst 1933 angefangen haben, unsere Sprache zu lernen — ist es doch ein ander Ding, ob man das Bild eines Schriftstellers aus gelegentlicher Lektüre verstreuter, einzelner Lesestücke gewinnt, oder aus einer gut ausgewählten Zusammenstellung, die einen Einblick in alle Seiten seines Schaffens vermittelt — und sollten es auch nur Kostproben sein. Gerade jetzt, da die Einfuhr hebräischer Literatur aus Erez Israel so schwierig ist, ist es sehr zu bedauern, daß diese Serie bisher nicht weiter fortgesetzt wurde. Hoffen wir, daß es noch geschieht. Jedenfalls sollen die ersten vier Hefte jedem empfohlen sein, der unsere Literatur kennenlcrnen will. "דפים" Die erste Nummer der hebräischen Lesehefte "דפים" ist vergriffen. Heft 2 ist in Vorbereitung und wird demnächst erscheinen. in de* WeU Die Jüdische Rundschau hilft Adressen suchen (Unter dieser Rubrik veröffentlichen wir Anfragen aus unserem Leserkreise betreffend den Verbleib vermißter Freunde. Jeder Anfrage sind zwei Briefmarken (bzw. aus dem Auslände zwei internationale Antwortscheine) beizulegen. Diejenigen Leser, die über den Verbleib der Gesuchten Auskunft geizen können, werden um Mitteilung ersucht.) Nr. 13. Kurt Stein, Berlin, Duisburger Str. 10, sucht Stella Schweid, zuletzt Berlin, Düsseldorfer Str. 32, jetzt Prag. Nr. 14. Die Handelsbank Iwria, Leipzig C1, Postschließfach 545, sucht Dr. med. A. Much, früher Kiel, der nach Palästina ausgewandert sein soll. Nr. 15. Josef Cyzner-Groß, Berlin NO 18, Büschingstr. 2, sucht Mendel Pinkas aus Rymanow, der 1913 nach Quebeck (Kanada) ausgewandert ist. Nr. 16. Artur Kronthal, Rodenkirchen b. Köln a. Rh., Leyboldstr. 19,1, sucht seinen Vetter Kronthal im New York. Der Vater hieß Wolf Kronthal, gebürtig aus Obbach b. Schweinfurt i. Bayern. Nr. 17. Frau Chaje Sara Alperowitz, geh. Gurwitz, geboren in Rebsewitz bei Minsk, jetzt Frankfurt a, M., Obermain-Anlage 21/11, bei Jeret, sucht ihren Schwager oder dessen Kinder: Jizchok Jakob Lundin, später genannt Isaak Jakob Schapiroh, in New York, als Angestellter vor 40 Jahreu bei der Firma Cohn & Schlettstein, New York, 215—217 Greene Street. Nr. 18. Frau M. Gelbermann, geh. Klein, Berlin W30, Speverer Str. 22, sucht Herrn Kalman Weißberger; vor ca. 40 Jahren in Hoinono (Tschechoslowakei), jetzt Amerika. — Herr S. Gelbermatm sucht Eugen Gelbcrmann, geboren in Sighet (Rumänien), jetzt in Amerika. Nr. 19. Frau Minna Dratler, geb. Weinstock, Leipzig Cl, Proinenadenstr. 9, sticht die Schwestern ihres Vaters uerschon Weinstock, die eine verheiratet au A. Shapiro, zuletzt New York, 255 Henry Str., die zweite verheiratet an Hyman Margolis, zuletzt Philadelphia, 806 Federal Str. Nr. 20. Frau Rosa Hirschei, Breslau, Freiburger Str. 38, Gartenhaus I, sucht Dr. Eber, früher Pittsburgh (Penns.) Nr. 21. Abraham Goldfinger, Berlin SW 68, Ziinmerstr. 30, sucht Joe Goldfinger, in Krakau geboren, wohnhaft Chikago. Nr. 22. Philipp Hübner, Leipzig C 1, Sedanstr, 17, sucht die Nachkommen von Morris Schaffer, 9, Corringham Road, London, Polders Oreen.

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