Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 94 (26.11.1937)
- Date
- 1937-11-26
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 94, 26. XI. 1937 Von der Woche Das Oberrabbinat von Palästina veröffentlichte ein von Oberrabbiner Dr. Herzog und Rabbiner Dr. Jacob Meir gezeichnetes M anif e st, das den Jischuw aufruft, sich nicht zu Vergeltungsmaßnahmen hinreißen zu lassen, sondern die sittliche Reinheit der Thora und die Moral Israels zu bewahren. Weiter wendet sich der Aufruf an alle Rabbiner des Landes mit der dringlichen Bitte, bei der Beeinflussung des Jischuw in diesem Geist zu helfen. Die Nashashibi-Partei veröffentlichte eine Er* klärung, ire der sie ableugnet, jemals dem Plan einer Teilung Palästinas zu gestimmt zu haben. Ferner stellt sie in Abrede, sie stene mit der Regierung zwecks Qriindüng eines neuen Arabischen Komitees in Verhandlung oder hätte jemals solche geführt. Hassan Sidkey Daiani wendet sich in einer Erklärung im ״Felestin“ gegen den Aufruf der Stadtverw a 1־ tung Jerusalem zum Frieden. Er sagt, daß die Sitzung der Stadtverwaltung, in der dieser Aufruf beschlossen wurde, nicht offiziell war. Auf den britischen Sergeanten Aiec Pringle, einen der Beamten, dem die Spürhunde unterstehen, wurden in der MAX WEISSL6SI BiRLIN W, nur KlalststraBe 12 Enorme Auswahl — Bill. Preis•! Mlnltl, Pal*t., FUehso, Ca»«», Krawall , all. Feile,, herrl. Modelle. - Firma bargt fOr Qualität* Nähe des Hauptpostamtes in Jerusalem Schüsse abgefeuert, die ihn jedoch nicht trafen. Eine Abteilung britischer Polizei durchsuchte daraufhin das Postamt, da man annafim, daß der Angreifer sich im Postgebäude versteckt halte. Sergeant Pringle hat einen Araber als Angreifer identif i z i e r t. Ein Lastwagen, der der Regierung gehört, würde auf der Landstraße Hebron— Bcr Schceba durch die Explosion einer La ti dm ine beschädig•(, wälirend die Insassen unverletzt blieben. Araber aus der Ortschaft Shfaraam wurden verhaftet und nach Jerusalem gebracht unter dem Verdacht der Teilnahme an dem Mord an Bezirkskominissar Andrews. Zur Verhinderung des Waffenschmuggels von Syrien nach Palästina hat der britische Oberkommissar die syrischen Behörden gebeten, die Grenzposten zu verstärken. Nach Berichten aus Mekka will Ihn Saud fm Verlaufe der eben begonnenen mohammedanischen Pilgerzeit einen a l i i s I a m i s c h e n Kongreß ein berufen. Wie der Bagdader Korrespondent von ״Great Rritain and the East“ berichtet, wird dort Nuri Pascha als künftiger Gesandter des Irak in London genannt. Der Generalsekretär der Pica, Robert Gottlieb, trat in Palästina 7u einem kurzen Besuch ein. Der Td-Aviver Stadtrat bat beschlossen, dem Palästina- Symphonie-Orchester ein Grundstück in der Nähe des neuen Habmiah-Theaters zu schenken, auf dem ein Philharmonie-Gebäude errichtet werden soll. Jacob <!oitein 70 Jahre. In der geplant gewesenen, leider bisher nicht erschienenen Geschichte der ersten vierzig Jahre des Zionismus in Deutschland hätte man davon erzählen müssen, wie in den Ideengängen der Zionisten der ersten Jahrzehnte die Namen mancher Ortsgruppen in Deutschland fest verbunden waren mit Namen einzelner Träger des Zionismus in Deutschland. So ist mit dem Begriff ״Zionistische Ortsgruppe Frankfurt a. M.“ unlösbar und für alle Zeiten verbunden Jacob O o i 4 e i n, der am 30. November 70 Jahre wird. Das klingt zwar kaum glaublich, denn wir sehen ilin heute noch so, wie wir ihn vor vierzig Jahren bei irgendeiner der ersten zionistischen Tagungen zurr! ersten Male begegneten. Zwar äußerlich etwas angegraut, aber immer noch so temperamentvoll, immer in Bewegung, immer aktiv, immer ein Apostel des zionistischen Gedankens wie ehedem, Daneben auch «in Apostel des traditionellen Judentums, tief religiös, ein wiirdiger Nachfahre eines altberühinfer! Rabbiner-Geschlechts, aber dabei, was ihn besonders aus/eichnet, immer tolerant. Er leimte für sich die parteimäßige Verknüpfung von Religion und Politik stets ab und blieb immer der ,,allgemeine Zionist“. Er hat die Frankfurter Ortsgruppe ins Leben gerufen und zu der Bedeutung gebracht, die sie stets hatte, wobei gerade dort und gerade ihm, dem religiös Konservativen, nicht zu wenig sachliche und persönliche Widerstände sieh entgvgcnstellfen. Aber ihnen zu begegnen, war gerade recht nach dem Sinne und der Veranlagung Jacob Goiteins. Und er blieb schließlich der Sieger. Er nahm schon an clcr ersten zionistischen Konferenz in Deutschland, in Bingen im Juli 1807 teil und wenige Wochen darauf am ersten Kongreß in Basti. Seine Ortsgruppe delegierte ihn selbstvcrstündlich zu einer langen Reihe der weiteren Kongresse und Delegicrtcntage, bei denen er gewiß nie ein stummer Gast war, sondern immer ein wertvoller sachlicher Mitarbeiter. — Heute lebt Jacob Goitein in seinem schönen otium cum dignitate in Haifa. Im Kreise alter Freunde führt er oft Klage darüber, daß es in Erez Israel immer noch keine vernünftige Zionistische Organisation gäbe, und daß man sie schleunigst schaffen müsse. Täglich absolviert er seine Schitirim, alles mit jugendlichem Temperament und Feuer, so daß man wirklich nicht an die 70 Jahre glauben kann, und danach ihm jedenfalls eine gute Prognose für die nachsten 50 Jahre stellen muß, die ihm alle, die ihn kennen und schätzen, in der bisherigen Frische und Lebendigkeit von ganzem Herzen wünschen. Hille! Die Samaritaner heiraten wieder. Wie der ״Times“ aus Jerusalem gemeldet wird, ist es dem Hohepriester der Samaritaner in Nablus gelungen, wirksam in den Ehestreik einzugreifen, der seit dem Jahre 1922 bestand Und schließlich drohte, diesem interessanten religiösen und nationalen Volkssplitter, dessen Gesamtzahl kaum 200 beträgt, das Lebenslicht auszublasen. Infolge gewisser Familienstreitigkeiten hatten sich die heiratsfähigen Männer und Frauen während der letzten 15 Jahre geweigert, in den Ehestand zu treten, und obwohl es einige Außenseiter gab, die diese allgemeine Auffassung nicht anerkannten und sich Frauen von auswärts holten, blieben die übrigen beim Zölibat. In der letzten Zeit jedoch sind die jungen Männer, etwa 30 an der Zahl, immer unruhiger geworden; aber ihr« Ehehoffmingen wurden enttäuscht, da die Eltern der Mädchen hohe Geld- Forderungen stellten. Es ist anzunehmen, daß der Hohepriester seine Macht als Schiedsrichter zur Beilegung des Streits benutzte, und so werden demnächst sieben Hochzeiten vollzogen werden können. -MAGISTER KIRSCH—ן Dar gut« llkftr Magister-Likörfa brlk, Münch en VII Pflichten des Geistes Aus der Rektoratsrede von Professor Hugo Bergmann bei der Eröffnung des Wintersemesters 5698 der Universität Jerusalem Mit dem Beginn des neuen Schuljahres will ich hier zunächst in gedrängter Kürze Rechenschaft abgeben über das, was unsere Universität während des letzten Jahres auf dem Gebiet der Erziehung und des Unterrichtes geleistet hat. Im eben abgelaufenen Jahr erreichte die Universität einen Höhepunkt in bezug auf die Zahl ihrer Schüler. Wir hatten in diesem Jahr 779 Studenten, davon 731 reguläre Studenten und 4S Forschungsstudenten gegenüber 674 regulären und 45 Forschungs- Studenten im vergangenen Jahr. Nach ihren Herkunftsländern verteilen sich die ordentliehen Studenten i!1 folgender Weise: 433 aus Polen, 150 aus Palästina, 49 aus Deutschland. 17 aus Lettland, 18 aus Litauen, 17 aus* Rumänien und einzelne Studenten aus Syrien, Irak, Persien, Mandschuko, Türkei, Aegypten und noch weiteren zwölf anderen Staaten. In der Zusammensetzung des Lehrkörpers sind einige Veränderungen eingetreten. Professor H. Alb eck begann mit dem Unterricht der Geschichte der Haiacha. Außerdem sind in diesem Jahr mehrere außenstehende Persönlichkeiten für die Abhaltung von Ergänzungskursen in bestimmten Fäehern herangezogen worden. So wurde Dr. A. Bonne von dem bei der Jewish Agency bestehenden Archiv für Wirt- Schaftsforschung clngeladen, einen Kurs über Soziologie und Ekonomik des Nahen Ostens in der Gegenwart abzuhalten. Dr. N. Brill las für die Studenten der Pädagogik einen Kurs über Psychologie der Erziehung. Herr A. Mcndelow beann mit dem Unterricht in der englischen Sprache. Dieser 11 rs wurde durch das in England bestehende Komitee zur Gründung eines Lehrstuhles auf den Namen von Sir Moses Montefiore eingerichtet. Für die Lehrkanzel selbst, an welcher englische Literatur und Kultur unterrichtet werden sollen, ist bisher kein passender Kandidat gefunden worden. Das Fach ,.Oekonomie der Landwirtschaft“ ist in diesem Jahr als Nebenfach für Prüfungen bestätigt worden. Dr. D. S. B a n eth wurde an Stelle des verstorbenen Dozenten Billig zum Lehrer für das moderne Arabisch ernannt. Dr. Magties hat bereits die neuen Lehrer» die in diesem Jahr zu wirken beginnen werden, begrüßt. Ich möchte noch euch begrüßen, neue Studenten, die ihr mit dem Beginn dieses Jahres zu uns gekommen seid. Wenn ich eure Reihen vor mir sehe, fühle ich die große Verantwortung, die uns mit Eurer Ankunft hier auferlegt wurde, Verantwortung gegenüber Euch, gegenüber dem Volk und der Menschheit. Es ist eine große Aufgabe und Verantwortung, ein neues Geschlecht zu erziehen, und sie ist besonders groß in dieser Zeit. Ein Teil von euch ist aus den Ländern gekommen, in denen der jüdische Student Zurücksetzungen ausgesetzt ist. Wir waren während der letzten Wochen Zeugen des. Kampfes des jüdischen Studenten um seine Rechte an den Universitäten einzelner Linder. Wir wollen die festliche Stimmung dieser Stunde nicht durch Proteste stören. Unser bester Protest wird darin bestehen, daß wir an diesem Ort die Ideale des Mensehen — des ״Menschvolkes״) ״Am-Adam“) — und die Ehre der Wissenschaft verteidigen. Ich hatte im vergangenen Jahr die Gelegenheit, die Universität in verschiedenen Ländern der Diaspora zu repräsentieren und fühlte die grenzenlose Liebe, welche das jüdische Volk in allen Lindern unserem Institut entgegenbringt. Oft, wenn ich geradezu beschämt die stürmischen Aeußerungefi dieser Liebe erlebte in Krakau und in Lodz, in Minneapolis und in Buffalo, fragte ich mich: wie sind wir zu dieser Liebe gekommen? Wir hier konnten doch in wenigen Jahren nicht viel Großes leisten. Die Antwort aiif meine Frage ist mir im Laufe meiner Reise Mar geworden: die jüdischen Massen fühlen, daß sie ihren sicheren Weg verloren haben. Sie suchen W egweiser und hoffen — mit Recht oder Unrecht —, daß ihnen von diesem Ort aus solche Wegweiser kommen werden. Im Angesicht jedes fohlenden, an den Sorgen seines Volkes teilnehmenden Juden steht die Frage geschrieben: was wird mit dem kommenden Geschlecht? Und diese Frage betrifft nicht nur die wirtschaftliche Zukunft, sondern vor allem unsere geistige Zukunft, Und es besteht wahrhaftig Grund für eine solche Sorge, trotz unserer nationalen Erneuerung während der letzten Generation. Die Zentren der hebräischen Kultur in Osteuropa sind im Laufe weniger Jahre vernichtet worden. In den westlichen Ländern haben wohl die Vorgänge der letzten Jahre zu einer Verstärkung des jüdischen Bewußtseins geführt, aber diese hat noch nicht hingereicht, um die Söhne in das geistige Erbe ihrer Väter einzusetzen. Zwar sind in diesen Jahren große Werke brüderlicher Hilfe errichtet worden. Ich sah auf meiner Reise großartige Zeugnisse des Woliltätigkeitssinnes unserer Brüder im Westen, aber ich habe mich immer gefragt: wenn dies ihr ganzes Judentum ist, kann ein solches Judentum standhalten in einer Epoche der Um- Wertung der Werte? Die jüdische bubstanz wird mehr und mehr verdünnt und als Kompensation gegen die um sich greifende Unwissenheit in jüdischen Dingen dient eine u ebertreibung in der Bewertung jüdischer Werte, die jeder wahren Kenntnis und jeder Selbstkritik entbehrt und schmerzhaft ist in ihrer leeren Ruhmredigkeit. Wie gut wäre es, könnten wir diesem düsteren Bild des Zustandes in der Diaspora ein erfreuliches Bild des Kulturzustandes in unserem Land entgegensetzen. Zu unserem Leidwesen können wir dies nicht, auch bei uns Ohnmacht und Versagen. ״Tausende von Kindern des Jischuw bleiben in diesem Jahr ohne Erziehung'1 berichten die Zeitungen. In Jerusalem, dem Orte der Hebräischen Universität, stieg — so schreibt «ine Sachverständige — die Zahl der Bewohner in den letzten fünf Jahren vonjiOOOO auf 75 000, aber keine jüdische Schule ist in dieser Zeit hinzugekommen. Es gibt in der Stadt große Viertel, wo die kinderreichen Familien der orientalischen Juden wohnen, und sie haben keine Hoffnung, ihre Kinder einzuschuleu. Das jüdisehe Volk macht in allen Ländern der Diaspora riesenhafte Anstrengungen, 11m seinen Kindern das hebräische Alphabet beizubringen, und hier im Lande, wo das Kind ohne besondere Anstrengungen hebräisch spricht, lassen wir es ohne das Alphabet, verschließen ihm unsere geistigen Schätze und geben es als Mensch, als Bürger und als Jude preis. Ich habe mir erlaubt, an dem Tage, an dem unser neuer Kollege, der Professor für Pädagogik, Dr. M. Kaplan, seine Antrittsvorlesung hält, diese schmerzliche pädagogische Frage zu berühren. Denn dies ist wahrlich eine Angelegenheit der Universität. Die Universität wird nicht in leerem Raum gebaut, sondern in diesem Land, in diesem Volk, und der Zustand des Volkes hier und in der Diaspora bestimmt die Aufgaben der Universität und formt ihr geistiges Gesicht. Die Universität ist die Universität des Volkes für das Volk. Sie ist nicht in erster Linie ein Institut für <lie Ver« leihung akademischer Titel, und ich möchte es wagen zu sagen, daß auch die fachliche Ausbildung nicht ihre entscheidende Aufgabe ist. Für unseren akademischen Bürger P" gäbe ist uns auferlegt durch den Zustand des Volkes im Land und in der Diaspora. Wir leben in der Zeit eines furchtbaren Ueberganges. Das jüdische Volk ist an materiellen Gütern verarmt, und es besteht die Gefahr, daß es auch an geistigen Gütern verarmt. Wir müssen uns in die Bresche stellen. Schwere Aufgaben sind uns auferlegt worden und vor allem euch, der neuen Generation. Möget ihr an der Hebräischen Universität, in den Jahren eures Studiums bei uns die richtige Anleitung finden, die Wegweisung für die, die selbst einmal ihrem Volk Wegweiser zu werden bestimmt sind. Wauchope in Jerusalem Sir Arthur Wauchope ist am Mittwoch von London aus in einem Militärflugzeug aus Port Said in Jerusalem eingetroffen. Aus Naharlah wird uns geschrieben: Zum erstenmal auf jüdischem Boden wird aus dem Strandgebiet Nahariahs Sif- S i f (der zum Hausbau unerläßliche Betonmauersand) gewonnen. Dieser Sif-Sif-Sand findet heute schon fast in ganz Nordpalästina Verwendung. Die Erschließung dieses neuen jüdischen Erwerbszweiges ist darum besonders bedeutsam, weil bisher dieses wichtige Material fast ausschließlich von arabischen Unternehmern gewonnen wurde. Trotz der krisenmäßig bedingten Unlust auf dem Baumarkt wurden in den letzten Monaten acht neue Steinhäuser in Nahariah fertiggestellt. Außerdem wurden sieben weitere Steinhäuser in der Siedlung und vier Steinhäuser im Strandgebiet Nahariahs in Arbeit gegeben. Auch mit dem Bau eines neuen großen Koooerativgebäudes wurde begonnen. — Ein neuer Landwirtschaftszweig des jfldisehen Palästinas: die Ziegenzucht entwickelt sich in Naharlah ausgezeichnet. Es wurden bisher mit der Ziegenzucht außerordentlich gute Resultate erzielt. Die Ziegen, die in der Hauotsache aus dem Damaszener Gebiet stammen, geben pro Kopf und Jahr bis zu 600 Liter Milch. Da ihr Futter fast ausschließlich aus Gemüseabfällen besteht, so bedeutet ihre Zucht keine wesentliche Belastung für den Siedleretat, «Die Produkte (Frischmilch und Käse) haben in Nahariah gilbst und in Haifa bereits einen guten Absatzmarkt gefunden. ־— Um der schulentlassenen Jugend Nahariahs die Möglichkeit zu geben, sich weiter fortzubilden, ist eine Fortbildungsschule eröffnet worden. Das Blalik-Museum. Wie uns mitgeteilt wird, wurde auf Initiative des Schriftstellerverbandes und der Stadtverwaltung Tel Aviv ein Verein für das Bialik-Museum in Tel Aviv gegründet, dessen Aufgabe es ist, das Gebäude zu einem Volksbesitz auszugestalten, die wertvolle Bibliothek des Dichters zu erhalten, ein spezielles Institut für hebräische Dichtung in dem Hause zu schaffen und das Museum aus zugestalten. Der Verein appelliert an die Oeffentlichkeit und wirbt um Mitglieder, die durch Zahlung eines Beitrages das große Kulturwerk tragen helfen. Hebräisches Theater leicht gemacht Uns wird geschrieben: Seit Wochen ״läuft“ in Tel Aviv sowie ia der näheren und weiteren Umgebung die letzte Vorstellung des ״Theatron Ivri“: ״Der Weibsteufel“, in der Inszenierung von Alfred Wolf. Ebenso wie bisher sämtliche auswärtigen Aufführungen dieser Inszenierung von der ״Wa’adath Ha’tarbut“ der ״Histadruth“ erworben und aufgeführt wurden, soll jetzt in Tel Aviv eine Sondervorstellung auch für die detitschsprechenden Einwanderer stattfinden. Termin der Aufführung ist der 2. Dezember, abends 8.45 Uhr: Ort der Aufführung: der pjascha Heifetz“-Saal. Die Aufführung wird vor jedem Akt m deutscher Sprache von Heinz Sarnow konferiert. Statistische Daten In den ersten 9 Monaten d. J., von Januar bis September, kamen 8683 jüdische Einwanderer nach Palästina. In der gleichen Zeit des Vorjahres betrug die Zahl der Einwanderer 26 528. Die Zahl der nichtjüdischen Einwanderer nach Palästina in dieser Zeit betrug 1428. In den ersten 9 Monaten d. J. erwarben '13 038 Juden die palästinensische Staatsbürgerschaft. In den ersten neun Monaten d. J. erwarben Juden 24625 Dunam Land. In den ersten 8 Monaten d. J. wurden 50>/2 Millionen Kilowatt Strom in Palästina verbraucht, das sind sechs Millionen mehr als in der gleichen Zeit des Jahres 1936. Palästinensische Herrenkonfektion. Zu dem ln Nr. 86 veröffentlichen Aufsatz ״Schafft Qualitätsarbeit“, in d«n eine Aeußerung des ״Haarez“ zur Tozereth Haarez-Bewegurig wiedergegeben war, übersendet uns die Herrenkonfektionsfabrik ״HaUfa", Tel Aviv, eine längere Zuschrift» in der gegen die Behauptung Stellung genommen wird, daß die in Palästina erzeugte Herrenkonfektion mit der ausländischen Ware nicht konkurrieren könne. Demgegenüber wird darauf hingewiesen, daß seit der Gründung der Halifa-Fahrik im Jahre 1933 der Import fertiger Herrenkleider von Jahr zu Jahr zurückgegatigen sei, woraus hervorgehe, daß die Landesroduktion in diesem Artikel sich durchgesetzt hat. Die irma behauptet* in der Lage zu sein, nachzuweisen, daß ihre Produkte durchaus mit der auswärtigen Ware konktirrenzfähig sind, nicht nur in Palästina selbst, sondern auch in anderen Ländern, wenn dort nicht die einschränkenden Quotensysteme und die nachteiligen Wirkungen des Artikels 18 des Palästina-Mandats den Export behinderten. Dagegen wurde bereits mit Erfolg der Export in die Länder des Nahen Orients begonnen. — Zu dieser Zuschrift möchten wir nur bemerken, daß gewiß jedermann mit großer Befriedigung zur Kenntnis nehmen wird, wenn in diesem oder jenem Zweige die Landesproduktion in Palästina sich günstig entwickelt. Der erwähnte Artikel hatte keineswegs die Absicht, die Inlandsprodukte Palästinas herabzusetzen, sondern wollte bloß darauf aufmerksam machen, daß im Interesse der Wirtschaft Palästinas eine ständige Verbesserung der Qualität der Waren für die Sicherung des Marktes notwendig sei, und daß es ein Fehler wäre, wenn die Produzenten sich auf die Wirksamkeit der ״Tozereth Haarez“-Parole verließen, da ausschlaggebend für den Absatz letzten Endes doch immer die Qualität sein wird. Familien - Nachrichten Herr Moritz Steinbruch und Frau Fanny, geh. Eichner, T«i Aviv (früher Berlin), begehen am 1. Dezember die silberne Hochzeit. (Schluß des Palüstlnateils)