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Jüdische Rundschau · 1937-11-23 · Heft 93 (23.11.1937) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 93 (23.11.1937)
Date
1937-11-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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«׳• Seite 6 Erwachen der Vernunft? Von unserem palästinensischen Korrespondenten Ausbrüche der Barbarei gl. Tel Aviv, 15. November In dem Polizeihulletin, das nach den Vorgängen vom 14. November in Jerusalem ausgegeben wurde, ist nichts von der ungeheuerlichen Erregung, die gestern durch Jerusalem lief, nichts von der schweren Stimmung, die über der Stadt lastete, nachdem bereits vor fünf Uhr alle i|1re Straßen verlassen dalagen, auch nichts von der unerwarteten Neuartigkeit des Geschehens. Bisher war der Terror in Palästina eine Sache der Araber gewesen. Selten, sehr selten hatten jüdische Einzelganger sich auf den gefährlichen Pfad ihrer Gegner locken lassen und Gewalt mit Gewalt beantwortet. Die große Masse der Juden aber hatte trotz aller Provokationen und aller Nervosität ihre ruhige Haltung bewahrt. Dieses Mal zogen die Schüsse der Terroristen eine Massen panik nach sich. Es kam zu Schlägereien zwischen jüdischen und arabischen Arbeitern bei einem Bau; die Straßen in den Vierteln, wo sich die Attentate abspielten, waren gedrängt voll von Mensehen, es schien für eine kurz,e Zeit, als ob jede Kontrolle und Herrschaft über die erregten Haufen abhanden gekommen sei. Erst nach etlicher Mühe gelang es der Polizei, die Straßen zu säubern, die Ansammlungen auseinander zu treiben und die Ruhe wiederherzustellen. Aber so groß war der Schock der vielgeprüften Stadt, daß dieses Mal kaum die Aufforderungen der Polizei, die Sperrstunde cinzuhaltcn, notwendig waren. Noch vor der Dunkelheit lagen die Straßen verlassen und schweigend da, Wie groß die Widerstandskraft der Be Volke* rung und ihr Wille, das normale Leben weiterzuführen, auch heute noch ist, zeigt sich in der rasch wiedergewonnenen Disziplin uml in der Beschränkung der Vorfälle auf Jerusalem, Zur selben Zeit, als in der Hauptstadt alle Straßen verlassen lagen, glitt eine endlose Reihe von Autos durch die Hauptstraßen von Tel Aviv, um das zweite Konzert des s y t!1 plion ienreh cstc rs nicht zu versaumen. Die int tiefsten ablehnende Reaktion aller Kreise gegen jede Art des (iegenterrors wird überall deutlich, sowohl in der Tagespresse, die den Terror aufs schärfste verdammt, ganz gleich von welcher Seite er geübt wird, wie auch in allen privaten Gesprächen. Die Heftigkeit der Erschütterung, die Jerusalem durch die gestrigen Akte erfuhr, bestärkt alle in der Ansicht, daß Gewalt nichts anderes erwirken kann als eine Verstärkung des Schreckens und daß mit jedem undisziplinierten Schritt Kräfte entfesselt werden, die nur mit schweren Opfern wieder zu bändigen sind. Diese einheitliche, ungewöhnlich starke Reaktion der jüdischen Oef(entliehkoit ist der große Trost in der gegenwärtigen schweren Situation. Dese Haltung• gibt Hoffnung, daß die jüdische ()Öffentlichkeit imstande sein wird, alle ihre Elemente in Zukunft noch stärker als bisher unter Kontrolle zu halten und damit fürchterliches Unglück zu verhüten. Die gestrigen Ereignisse sind ein neuer Beweis dafür, wie dringend eine baldige Bereinigung der Situation im Lande ist. Es ist ja iin Grunde verwunderlich, daß solche Ausbrüche einer Massennervosität, wie sie sich bei den Schüssen zeigten, nicht schon früher vorgekommen sind, wenn man bedenkt, unter welcher fürchterlichen Spannung Palästina und besonders Jerusalem seit vielen Monaten leben. Wenn man jedoch jetzt durch Erfahrung festgestellt hat, daß nicht nur die Gefahr vereinzelter Schüsse droht, sondern mit ihnen auch die von Straßenansarnmlungcn und unkontrollierbarer Massenpani k, so ist eine Beschleunigung der Befriedungsaktion mit allen Mitteln die dringendste Forderung der Stunde. Man hofft, daß nach Beginn der Funktion der Militärgerichte der Terror weichen wird. Bewahrheitet sich diese Hoffnung, so wird das Feld frei für den noch wichtigeren Prozeß, den ein Freund der Araber, der Quäker Oliver, in seinem letzten Artikel als ,,geistige Abrüstung“ bezeichnet. Fühlbarer Umschwung gl. Tel Aviv, 17. November Der ״Schwarze Sonntag" am R November hat das Publik tun, das jüdische und das arabische, tiefer aufgerührt als die früheren Attentate, und es will scheinen, als ob dieser große Schock eine wohltätige Wirkung ausztiiiben beginnt. Es geht wie ein Erwachen durch die erstarrte Menge, die, ohne etwas Entscheidendes gegen die Terrorwelle tun zu können, die Dinge hinnahm, auf die Aktionen der Regierung wartete und unterdessen sich in den Schrecknissen so gut einrichtete, wie es eben ging. Die Deklaration der Jewish Agency, die, ohne Zeit zu verlieren, sofort in schärfster Weise gegen (Jen jüdischen ״Gegenterror“ Stellung nahm, nach außen die Haltung der jüdischen Führung über jeden Zweifel klärte', nach innen in überzeugender Weise zur Besonnenheit aufrief, tat viel, um die Atmosphäre zu klären. Es folgte ein im gleichen Sinne gehaltener Aufruf des Waad Letimi, in einer Versammlung beschlossen, die für alle Kreise der palästinensischen Judcnlieit repräsentativ war. Die jüdische Presse stützte die Haltung der nationalen Institutionen in einheitlichem Chor, und der ,,Haarez“ wandte sich an das Presseamt der Regierung mit dem Vorschlag, eine gemeinsame Versammlung der jüdischen und arabischen Journalisten im Lande einzuberufen, um sich über die Mithilfe der palästinensischen Zeitungen bei der Terrorbekämpfung zu besprechen. Diese Konferenz., so betont die Zeitung, soll keinen politischen Charakter haben, aber sie soll die jtidisehen und arabischen Journalisten an einen Tisch bringet!, Um gemeinsam über ihre Rolle bei der Befriedung des Landes zu verhandeln. Die arabische Presse hat auch — ziemlich zum ersten Male seit den Unruhen — in unmißverständlicher Weise gegen den Terror Stellung genommen. Sowohl ״El Dschamija el Islamije“ wie auch ״Adifa'a“ schreiben in den letzten Tagen gegen Akte der Gewalt, von welcher Seite sie auch kommen mögen, weisen darauf hin, wie das Land unter den unruhigen Zuständen leidet und verlangen die Hilfe der Bevölkerung bei Herstellung der Ruhe. Der aus Juden und Arabern zusammengesetzte Stadtrat faßte nach ausführlicher Diskussion *inen Beschluß, die Bevölkerung der Hauptstadt aufzufordern, Ruhe zu wahren und sich gegen Gewaltakte zu wenden. Jüdische und arabische Kaufleute verhandeln, um eine Form zu finden, sich in gleichem Sinne an das Publikum zu wenden, mit dem Hinweis auf die schwe- JPDISCHE RUNDSCHAU____Mr, 93, 23. XI. 193 7 Das Neueste in Kürze Die Militärgerichte nahmen am 18, d. M. ihre Tätigkeit auf. Zunächst ist je ein Gericht in Jerusalem und H a i t a eingesetzt worden. Ein Militärgerichts-Sachverständiger in der Person von Major Stoker, der aus England unterwegs ist, wird General Wavell und die Tribunale in Rechtsfragen beraten. Gegen das Urteil der Gerichte, das der Bestätigung seitens des Oberbefehlshabers der Militärkräfte General f aveil unterliegt, ist keine Berufung möglich. Eine Delegation der jüdischen Kolonien des Süddistrikts unter Führung des Bürgermeister von Tel Aviv, Rokach, protestierte beim Distriktskommissar gegen die Verhaftung der Revisionisten. Auch die Stadtverwaltung von Tel Aviv protestierte gegen die Verhaftung. Die hebräische Tageszeitung ״Dawar“ wurde vorige Woche von den Behörden für fünf Tage verboten. Man nimmt an, daß eine Beschreibung der Geschehnisse in Jerusalem am vergangenen Sonntag das Verbot hervorgerufen hat. Die umfangreichen militärischen Streifzüge im Norden auf der Suche nach arabischen Banden wurden fortgeführt. Verschiedene Truppen-Abteilungen besetzten arabische Dörfer sowie die ringsum gelegenen Berge. Während militärischer Operationen in den Bergen um Safed sind zwei weitere Angehörige von Räuberbanden getötet worden. Ein arabischer Häftling, der die Polizeihunde in Ra mich betreute, wurde neben den Ställen erschossen aufgefunden. Einer Meldung zufolge sind die Anführer der Al-Kass a m - Bande vor einigen Tagen in Haifa verhaftet worden. Somit ist diese berüchtigte Terroristenbande aufgelöst. Infolge des Mordes an einem arabischen Polizisten am vergangenen Montag wurde der Stadt Akko eine Geldbuße auferlegt. Ferner wurden zehn Hilfsnoüzisten auf Kosten der Einwohner in der Stadt postiert. Eine Bande von 10 Arabern, die von der transjordanischen Polizei gefangen genommen wurde, gestand ein, daß sie an den Unruhen in Palästina teiigenommen habe. Ein junger Jude, der in Zusammenhang mit den Vorfällen im Beth-Isracl-Viertel in Jerusalem verhaftet worden war, wurde auf freien Fuß gesetzt. Eine Anzahl von Mitgliedern der Kwuzah Hassadeh im Beisan-Gehiet, die unter der Anklage standeh, zwei arabische Schafhirten angeschossen zu haben, als diese ihre Herden auf jüdischen Boden trieben, wurden vom englischen Richter in Tiberias freigesprochen. Aus dem Tatbestand ergab sich, daß die Juden von den Arabern mit Steinen beworfen wurden und zur Selbstverteidigung schießen mußten. Der Richter erklärte in seiner Urteilsbegründung, daß er in Anbetracht der Umstände die Juden freigesprochen hätte, auch wenn sie mit Vorbedacht zum Gewehr gegriffen hätten. Aus Syrien wird berichtet, daß eine Anzahl von Terro* risten, die aus Palästina zurückgekelirt sind, sich über die ihnen zuteil gewordene schlechte Behandlung seitens der palästinensischen Bauern beklagen, diese hätten sich aus Furcht vor den strengen Sparmaßnahmen der Regierung geweigert, ihnen Hilfe zu gewähren. D s c h e m a 1 H 11 s s e i n i, eines der geflüchteten Mitglieder des Obersten Arabischen Komitees, traf von Beirut in Damaskus ein. Auni Bey Abdul H a d i, der Sekretär des Obersten Arabischen Komitees, der aus Palästina verbannt wurde, aber wegen Abwesenheit der Deportierung entgangen war, traf in Kairo ein. Mr. Batters 11111 empfing eine Delegation von arabischen Frauen, die ihm ein Memorandum wegen der bei den Unruhen am 14. November erschossenen zwei Araberfrauen übergaben mit der Bitte, es dem Kolonial-Ministerium weiterzuleiten, Ferner drängte die Gesandtschaft auf Freilassung der internierten Araber. Die arabische Zeitung ״Felestin“ berichtet, daß die britische Regierung Frankreich ersucht haben soll, den Vertrag mit Syrien so lange nicht zu ratifizieren, bis das Palästina-Problem geregelt worden ist. Nach einem Bericht des ״Haaretz“ aus Amman wurde eine Reihe von Notabeln unter den! Verdacht des Konlottes gegen Emir Abdullah verhaftet. Sämtliche erhafteten wurden nach Akaba verbannt, darunter Rashid Pascha, mit dem Dr. Weizmann im Jahre 1935 Vorhandlungen führte. Der offizielle Orangenexport begann am 20. November. Die Regierung genehmigte einigen arabischen Pflanzern aus dem Gebiete südlich von Gaza, mit dem Versand bereits vor dem 20. November zu beginnen, weil die Frucht dort früher reif wurde. Die Gesuche' zahlreicher anderer arabischer Exporteure, ihnen die Ausfuhr schon vor dem 20. November zu gestatten, wurden von der Regierung abgelehnt. Eine Gedenkfeier für Felix M. Warburg fand an der Hebräischen Universität statt; die Gedenkrede hielt Dr. Magnes. Von den Ufern •des Toten Meeres wird eine Ucberschwemmring gemeldet, die mehrere Hütten unter Wasser setzte, *o daß ihre arabischen Einwohner in Booten gerettet werden mußten. Die Werke der Palestine Pofash Company blieben dank •dem Vorhandensein wirksamer Kanalisationsvorrichtungen von der Uebersehvvemtnung verschont. ren Schäden, die Handel und Wandel aus den unsicheren Bedingungen erwachset!. Der Ruf nach Beherrschung, die Verdammung des Terrors, wird also zum ersten Maie nicht nur unter Juden, sondern auch unter Arabern, von führenden Institutionen, von der Presse und von einzelnen Verbänden erhoben. Das Ist ein großer Schfitt auf dem Wege zur Umkehr, Ohne Frage ist der Wunsch nach Ruhe unter den arabischen Massen, die in den letzten Jahren schwer gelitten haben, weit verbreitet, und die ersten Versuche der arabischen Führung und arabischen Presse, den Kampf auf friedliche Bahnen zu lenken, dürften viel Zustimmung finden. Daß die Initiative von Jerusalemer Kreisen ausgeht, liegt mit daran, daß die Hauptstadt gerade in der letzten Zeit mehr als jeder andere Punkt unter dem Terror gelitten hat, daß die immer wiederkehrende und scharf angewandte Sperrstunde — zeitweise wurden die Straßen schon um fünf Uhr nachmittags geräumt! — die Geschäfte schwer geschädigt hat, so daß sich gerade hier immer mehr die Stimmen mehrten, daß wieder normale Zustände unter Kooperation aller geschaffen werden müßten. Die Militärgerichte, die in diesen Tagen zu funktionieren beginnen, geben den Friedensaufrufen ihren besonderen Nachdruck. Alle sind sicli darüber im klaren, daß weitere Terrorakte sich blutiger als bisher rächen werden. Die Geschichte der letzten zwei Jahre hat uns im Lande gelehrt, sehr vorsichtig zu sein und keine vorschnellen Schlüsse aus vereinzelten Ereignissen zu ziehen. Trotz der Abwendung der Geister von der Gewalt, die sich nicht nur in einem, sondern in einer ganzen Reihe von Aufrufen an/eigt, können weiter noch Attentate Vorkommen. Denn gerade die Elemente, die den Terror unter den Arabern tragen, werden vermutlich über die Friedensermalmungen die Achseln zucken, sie als Verrat anseherr, und unberührt von Erwägungen der Vernunft ihren Weg weiter zu gehen suchen. Wenn der geistige Umschwung jedoch anhält, wird es möglich sein, diese Elemente rascher zu isolieren, und man darf darauf hoffen, daß sich eine engere Kooperation zwischen der Bevölkerung und der Regierung gegen den Terrorismus entwickelt. Die Jewish Agency ist entschlossen, noch stärker als bisher für die Disziplin unter den Juden zu sorgen. Nach dem ausgezeichneten Aufruf, der nach den Ereignissen des letzten Sonntags erschien, beginnt sie mit einer Aufklärungsarbeit, die sie mit einer Versammlung aller Jerusalemer Lehrer eröffnet. Durch die Lehrer soll die Jugend erfaßt werden, die gerade in diesen gespannten Zeiten mehr als je eine klare und wohlabgewogene Anleitung nötig hat. Bei der allgemeinen Unterstützung, die die Kampagne der Exekutive findet, darf man ihres vollen Erfolges sicher sein. Wenn also alle Anzeichen nicht trügen, stehen wir an einer Wendung der Dinge zum Besseren. Wird cs gelingen, in kürzerer Zeit und ohne viel Verluste den Terror stiUzulegen, so ist der Weg für die ruhigere Behandlung der politischen Fragen sehr erleichtert. Verteilung der Zertifikate Jerusalem, 18. November. (Palcor.) Das Immlgrations-Departement der Jewish Agency hat beschlossen, die neuen Einwanderungszertifikate auf folgende Weise zur Verteilung zu bringen: Ueber zwei Drittel sind für Chaluzim reserviert, während der Rest für geiernte Handwerker und andere Kategorien bestimmt ist. Polen erhält fast die Hälfte der vorhandenen Zertifikate, Deutsch- 1 a n d 17 °,0, Rumänien 9 0/0, andere osteuropäische Länder zusammen 10 »0. Die für Chaluzim und gelernte Handwerker bestimmten Zertifikate werden an die Paßstina-Aemtcr in den erwähnten Ländern geschickt werden, während diejenigen, die für Industrie-Sachverständige und andere Sonderfälle reserviert worden sind, in Palästina ausgegeben werden sollen. Jude bei Tel Amal getötet Jerusalem, 18. November (Palcor). Yehuda S 11 p a - n 0 w aus der Kwuzah Tel Amal wurde, als er auf dem Felde nahe bei der Kwuzah am Bewässerungssystem arbeitete, angeschossen und schwer verwundet. Er erlag später seinen Verletzungen. Der Mörder wurde in einem Hause im Dorf Sakhneh bei Beisan entdeckt. Die Hausbewohner versuchten zu fliehen, machten jedoch Halt, als die Polizei Schüsse auf sie abfeuerte. Drei von ihnen sind verhaftet worden, Haussuchungen in Jerusalem Jerusalem, 18. November. (Palcor.) Heute morgen führte die Polizei gründliche Haussuchungen im Büro des Mufti in Jerusalem, in der Redaktion der _gegenwärtig wegen Geldmangels geschlossenen arabischen Zeitung ״A 11 iw a“ und in einem von arabischen Journalisten bewohnten Hotel durch. Man vermutet, daß die Polizei nach Exempiaren des Manifestes suchte, das vom Obersten Arabischen Komitee nach seiner Auflösung veröffentlicht worden ist. Die Haussuchung bei der ״Alliwa“ mußte hei Kerzenlicht durchgeführt werden, da der elektrische Strom abgeschnitten war. Ein Redaktionsangestcllter wurde verhaftet. Die Tätigkeit des Mufti Jerusalem, 19. November. (Palcor). Aus verläßlicher arabischer Quelle wird gemeldet, daß die in Palästina zurückgebliebenen Anhänger des Mufti sich auch weiterhin eifrig mit der Organisierung von Terroristen befassen. Die Banden werden aus Geldern besoldet, die den Organisatoren aus dem Auslande zugehen. Ein vom Obersten Arabischen Komitee gezeichneter Aufruf, der vor kurzem in den Städten und den arabischen Dörfern verteilt wurde, soll angeblich vom Kreis um den Mufti in Beirut geschickt worden sein. Kein neues arabisches Komitee Di« arabische Presse berichtet, daß die Versuche der Arabischen Reform-Partei (Nashashihi), ein neues arabisches Komitee zur öffentlichen Vertretung der Araber zu bilden, gescheitert seien. Aufruf des Jerusalemer Stadtrates Jerusalem, 16, November. (Palcor.) In einer Sitzung des Jerusalemer Stadtrates, die heute unter dem Vorsitz von Daniel Auster, dem fungierenden Bürgermeister, bei Teilnähme von drei jüdischen und drei arabischen Stadträten stattfand, wurde das Problem der öffentlichen Sicherheit diskutiert. Die Veröffentlichung eines Aufrufes wurde einstimmig beschlossen, der die Bevölkerung zur Beendigung der egenwärtigen Lage drängt, die nur Blutverlust und das eben von unschuldigen Menschen kostet, während gleichzeitig die wirtschaftliche Lage der Stadt ernsthaft gefährdet wird. Der Aufruf fügt hinzu, der Stadtrat sei davon überzeugt, daß alle Stadtbewohner eine Wieder he rstellung des Friedens herzlich begrüBen würden, und gab der Hoffnung Ausdruck, die Oeffentliclikeit würde der Regierung bei ihren Anstrengungen, Ruhe und Ordnung wiedernerzustellen, in weitgehendem Maße behilflich sein. Sämtliche hebräischen Zeitungen veröif entlichten den Aufruf. Von den arabischen Zeitungen veröffentllchte nur ״Fclestin“ den gemeinsamen Aufruf( Abdul Hamids Erben gewinnen Jerusalem, IS. November. (Palcor.) Ein Urteil» das als Präzedenzfall für die Entscheidung der weiteren An- Sprüche der Erben von Abdul Hamid (des vorletzten türkischen Sultans) dient, wurde heute vom Landgericht in Jaffa gefallt. Das Gericht sprach den Klägern 5400 Du 11 am Boden im Bezirk Oaza, die zum Krenbesitz gehören, zu. Außerdem hat die Palästina-Regierung die Gerichtskosten zu tragen. (Schluß des PalSstlnatefts)

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