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Jüdische Rundschau · 1937-11-19 · Heft 92 (19.11.1937) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 92 (19.11.1937)
Date
1937-11-19
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 92, 19. XI. 1937 . Förderung der jüdischen Aus- Wanderung durch Kapital - Transfer An dem T r .־» n s f e r v e r f a 11 r e n, das auf Anordnung der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung über die Allgemeine Treuhand-Stelle für die jüdische Auswanderung (Altreu) Gesellschaft mit beschrankter Haftung, Berlin W 35, Potsdamer Sfr. 72, nhgewickdt wird, können in Zukunft gemäß einer dieser Treuhand-Stelle von der Reichssteife für Devisenbewirtschaftung erteilten Genehmigung jüdische Personen teiliielimen, deren Vermögen bei Einzelauswanderung 30000 RM , bei gemeinschaftlicher Auswanderung von zwei Personen -IIHKH) RM., bei gemeinschaftlicher Auswanderung von drei und mehr Personen 50 000 RM. nicht übersteigt. Die hei Einleitung des Verfahrens zu berücksichtigenden Einzelheiten sind aus einem Merkblatt der Altreu zu ersehen, welches auf Anforderung vom I lilfsverein der Juden in Deutschland, Berlin W 35, Ludemloi ffstr. 20. und dessen Zweigstellen, vom Palästina-Amt, Berlin W 15, Mcinekcstr. 10, und dessen Zweigstellen sow ie■ von der Altreu an Interessenten kostenlos abgegeben wird. Diese Stellen sowie die Altreu erteilen auf Wunsch auch Auskunft über die Höhe der erzielbarcn Transfersätzc. Förderung der Auswanderung minderbemittelter Juden Die Re ichs Vertretung d e r J u d e n in Deutschland teilt: mit: Zur Eörderung der Auswanderung minderbemittelter jüdischer Personen ist die Re'chsvcrtretung der Juden in Deutschland in der Lage, Darlehen zum Z w ecke der 1) u r c 11 f ü h r u n g der Aus w snderung zur Verfügung zu stellen, sofern nachweislich die Auswanderung nur durch Bereitstellung solcher Darlehen vollzogen werden kann, Ein/1 Hielten sin,! liiiem Merkblatt zu entnehmen, das bei dem Hilfsverein der Juden in Deutschland, Berlin W 35, I.tidemlüi ffstr. 20, und dessen Zweigstellen, sowie beim Palästina-Amt, Berlin W 15, Meinckestr.!0, und dessen Zweigstellen erhältlich ist. Wanderfürsorge-Konferenz Von unserem Berichterstatter J. R., V i e n, 17. November Aon 15. November fand in der Wiener Kultusgemeinde eine Tagung für j ü d i s c 11 e W a n deru 11 d E m i g rauten- Fürsorge statt, an der Vertreter der Wanderf״rsorge-Organisationen aus Frankreich (1״ iias-ica"), Polen, Ungarn, Tschechoslowakei E.Hireni" 1, SHiwei/ und Oesterreich teilnahmen. Di«: Konteren/, auf deren Tacemnlritmg die Zusainmcnfassun g und Vemnlu:!l׳ehnn־r dir interten itmialeu Wandcriur-uri’.et.iligkcit, die sciion jetzt eine Reihe von Ländem um fallt, stand, wurde vom Obmann der Zcntralkommissior» für So/i,de I ursorge der Wiener C iemeinde, Dr, Leo Laud a 11, begrabt, worauf Präsident Dr, Friedman n in seiner Ansprache die Tragik der jüdischen Flüchtlinge schilderte und auf die Notwendigkeit einer geregelten Fürsorgctiitigkeit hinwies. Ein sehr aufschlußreiches Bild von der gegenwärtigen Situation der jüdi-chrn Emigranten entwarf der Direktor der ״Hicctn“ in Paris. Dr. James Bernstein, in einer mit sTimt m.W. KAUFMANN .{££״ Leipzig CI, Brühl 3440־ Jüdischer Bticnwertrist» MdfleZt'r zahlreichem statistischem Material belegten Schilderung. Ueber die VC'andcrfiirsorge in Oesterreich, über die allgemeine Emigration, sowie über die gesondert geführte Flüchtlingsfürsorge aus Deutschland referierten der Amtsvorstand der Fürsorge-Zentrale Find Engel und Abteilungsleiter Dr. א ah tim Blauer, An diese Referate schlossen siel'. Berichte der einzelnen I bnclo: 1'c'cw :׳■! um, sowie eine allgemeine Aussprache an. Die Konferenz hat lias von den Einherufern gesteckte Ziel erreicht: Die Zentraii-wrung der gesamten Tätigkeit auf dem Gebiete der jüdwehen Wamlertürsorge. Frankreich, die Schweiz, Oesterreich mul Ungarn wurd.-n nunmehr zu einer interterritorirllen Arliciisi/cuwiiwcliaft /usammengefaßt, der sich auch noch Jugoslawien, die Tschechoslowakei und Polen anschließen sollen. Am II. November fand in den Räumen der Wiener Kultusgemeind!■! :ne Sitzung dm Arbeitsgemeinschaft der Israelitisehen Knltusgrmeui'ien Oc-terrcirhs statt, zu der .16 Gemcimlen aus dem gesamten Bundesgebiet ihre Vertreter entsann! hatteu, (>,-r Pr s-i lent der Wiener Gcnu'indc, Staatsrat Dr. P r i e d m a n n, referierte über die gegenwärtige Lage der Juden in O! sternhell. Die Tagung, die noch über gemeinsamc Angele ranheiten der österreichisch-jüdischen Ciemeinden!!wie׳,, wurde mit einer Ansprache des Wiener Ober• rabbmt rs, Dr. T a c; licht, beendet. ' Kleine Nachrichten AD Re־׳,!!!!;!! dm• Abstimmung über die Image der Einführung gcticimti r Banke an der l.embcrgcr U n i ve r 5 i tat hat der Rektor ungeordnet. daß drei Kategorien von Bänken c־ingeführt werden. Eine Delegation nationalemokratischer Studenten forderte vom Rektor der Wilna er Univ e r s i t ä t die Eimühning von Ghettobänkeri. Der Rektor teilte mit, (laß ab 26. November derartige Bänke eingeführt werden sollen. Im jüdischen Krankenhaus in Warschau starb jetzt eirt 56jäl1riger Jude aus B r e s t - L i t o w s k, der bei den Aus- Schreibungen in Brcst-Litowsk verwundet worden war, an deren Folgen. In der Liste von Entscheidungen, die auf Grund des Gesetzes zum Schutze der nationalen Symbole ergangen sind, wird die Re/eichnung ״Haus Sanssouci“ für ein in j ü ■ dlschen Händen befindliches Fremdenheim als unmlässig aufgeführt. ln Los Angeles ist Marcus R. Brandler zum Assistant District Attorney (ein Posten in der Staatsanwaltschaft) ernatint worden. Todesfälle. Unser Wiener J. R.-Berichterstatter schreibt uns: Hier verstarb im 81. Lebensjahre der Rechtsanwalt Dr. Jakob Engel, einer der angesehensten Vertreter seines Staudes. Der V! /-h-.rhere gehörte 12 Jahre lang dem Vorstand der Wiener Kul׳usgcn'cinde an und bekleidete eine Zchlang auch das Amt eines Vizepräsidenten der Gemeinde, Ein halbes Jahrhundert lang wirkte Dr. Engel als Präsident im Tempelverein seines Wohnbezirkes Mariahilf, sowie in zahlreichen W'ohltätigkeitsvcscinigungen. — ln aller Stille wurde kürzlich der im 78. Lebensjahr verstorbene Justizrat Dr. Adolf Adler beigeset/t. Der Verstorbene war Mitglied der Prüfung«• Kommission für die Advokatenprüfungen und mehrere Jahre auch ilcs Wiener Kultusvorstandes. Jüdische Kulturarbeit in England Von unserem Berichterstatter London, Mitte November Wer mit der spezifischen Lagerung der englisch-jüdisehen Verhältnisse einigermaßen vertraut ist, den wird es nicht Wunder nehmen zu hören, mit wieviel inneren wie äußeren Schwierigkeiten eine ziclbewußte jüdische Killtu rar beit schon immer hierzulande zu kämpfen hatte. Es würde zu weit führen, hier auf diese besonderen Umstände ausführlicher cinzugehen. Es soll nur gesagt werden, daß cs nie an ehrlichen Versuchen, eine starke jüdisch-bewußte Kulturtätigkeit zu entfalten, gefehlt hat. Sie sind aber mehr oder weniger an den äußeren Widerständen, an der Desinteressiertheit, ja Gleichgültigkeit, die man diesen Bestrebungen er1tg־eengebracht hat, gescheitert. Um so mehr wird man daher die emühungen zahlreicher Kulturorganisationen, die in der letzten Zeit besonders in London acht worden sind, begrüßen müssen, zumal sie den Gla.dra.1 führender jiidischer Persönlichkeiten an den Erfolg einer ziclbewußte:! Kulturarbeit vor Augen führen. Unter den vielen Organisationen und Gesellschaften, die wichtige Kulturarbeit leisten, soll die ״T a r b u t“ - O r g a - nisation, die unter der umsichtigen und tatkräftigen Leitung von Dr. S. Rawidowicz eine starke Belebung aufzuweisen hat, genannt werden. Es ist klar, daß die bisher erzielten Erfolge weit davon entfernt sind, ein durchschlagender Erfolg zu sein. Allein wer die vorhandenen, bescheidenen Möglichkeiten einer systematischen hebräischen Kul- Iura r beit, die keine irgendwie geartete geistige Einscitigkeit aufweisen soll, hierzulande berücksichtigt, der wird die bisherigen Leistungen als einen Anfang faktisch zu werten haben. Rawidowicz kennt die Schwierigkeiten des englischen Bodens und er versucht sic mit der nötigen Umsicht zu meistern. Er weiß, daß hebräische wie jede andere Kulturarbeit ein großes Maß von Hingabe, Glauben und viel Verständnis verlangt. Der Arbeit dienen die von ״Tarbut“ von Zeit zu Zeit veranstalteten öffentlirhen Versammlungen und Einzelvorträge, die das lebendige hebräische Wort in die Kreise der Jugend sowie der älteren Generation tragen. Stärkste Beachtung wird der Verbreitung der hebräischen Sprache unter der Jugend, besonders in den Bünden gcschenk1. Sprachkurse und Arbeitsseminare wurden zu diesem Zwecke geschaffen. Ein Novum auf dem Gebiet der hebräischen Arbeit sind die im Ausbau begriffenen Frauenklubs. Von besonderer Wichtigkeit sind die von der London C o u n t y Council (Londoner Stadtverwaltung) errichtefen Sprachkurse zur Erlernung des H c b r ä - i sehen. Der Unterricht ist frei, für jeden zugänglich und wird von den besten hebräischen Lehrkräften geleitet, Es existieren heute 14 solcher Sprachkurse und Klassen mit über 200 Schülern, unter denen zahlreiche Nichtjuden vorhanden sind, die dem Elebräisch-Unt-erricht mit großem Fleiß obliegen. Die Tarbut-Organisation selbst hat eine stattliche Mitgliederschaft aufzuweisen. Sie ist bemüht, ihren Mitgliedern ein tieferes Wissen über das Judentum zu vermitteln und die Frage unseres geistigen Standortes ins Zentrum der Jüdisches aus Prag Von unserem Korrespondenten Prag, 12. November 1037 Eine Rabbiner-Lehranstalt Der Prager Ministerrat genehmigte in der vergangenen Woche die Errichtung einer Rabbiner-Lehranstalt i-n Prag. Mit diesem Beschlüsse Et die Voraussetzung eines wichtigen Postulates der tschechoslowakischen Judenbeit geschaffen worden. Seit vielen Jahren bemüht sich der Oberste Rat der Kultusgemeinden, den Mangel einer systematischen J3TSCÜ7 SUCHVEM •IEB BERLIN N4 1fc.T nr ■w-s. Oranienburger Strohe 20 * Ul: 42.00 04 CHANUKKAH~ Fürsorge für die Rabbiner hier/ufandc zu beseitigen. Er forderte darum schon vor über einem Jahrzehnt vom Staate die Errichtung einer Rabbiner-Lehranstalt. Als die Vorhandlungen damals noch kein positives Ergebnis zeitigten, entschloß man sich zu einem Provisorium. Es wurden hiesige Abiturienten an ausländische Rabbinerseminare, hauplsächlich nach Breslau, entsandt und vom Obersten Rate mit den entsprechenden Stipendien ausgestattet. Insgesamt wurde aut diese Weise 20 Rabbinerkandidaten das Studium ermöglicht; fast die Hälfte von ihnen wirken bereits in hiesigen Gemlinden. Wenn auch durch diesen Schritt den aktuellsten Bedürfnissen einigermaßen entsprochen werden konnte, so ergab doch dieser Zustand ständig eine Reihe von Hindernissen. Deshalb tauchte die Frage der Errichtung eines eigenen Rabbinerseminars in •der Tschechoslowakei in den vergangenen Jahren wieder aut, insbesondere seit der Audienz des Präsidiums des Obersten Rates bei Präsident Bene sch, dem diese Forderung vorgetragen wurde. Auf Grund der neuen Verhandlungen, die nunmehr vom Schulministerium mit den Spitzenverbänden der jüdischen Gemeinden geführt wurden, wurde der erwähnte Beschluß des Ministerrates erzielt. Das Rabbiner- Seminar, das nun errichtet werden soll, wird, was den inneren Aufbau anbelangt, einer Hochschule gleichkommen. Die Aufnähme setzt ein abgeschlossenes Mittelschulstudium voraus, der Lehrgang wird vier bis sechs Jahre dauern. Auch die Organisation der Lehranstalt wird einer Hochschule ahnlieh sein. I5cr Unterricht soll schon vom nächsten Studienjahre (Oktober 1638) an beginnen. Die Anstalt, die durch ein Kuratorium verwaltet werden wird, wird sich auch die Pflege der jüdischen Wissenschaften und Erziehung von jüdischen Religionslehrcrn zur Aufgabe steilen, wofür wahrscheinlich besondere Kurse in der Art des jetzigen Pädagogiums, das in vorzüglicher Weise von M. Woskin-Nahartabi geleitet wird, errichtet werden dürfte. Sic wird nicht nur für die Tscheche»־ Slowakei, sondern auch für andere Länder, besonders wird an Jugoslawien und die baltischen Länder gedacht, Rabbinernachwuchs zu stellen imstande sein. Keren Hajcssod-Drive Der Aufforderung der zionistischen Exekutive nach Durch• führung einer besonderen Keren Hajessod-Aktion kamen die tschechoslowakischen Zionisten mit Gewissenhaftigkeit nach. Wenn man auch allseits von den Schwierigkeiten weiß, die einer Finanzaktion heute entgegenstehen — wurden doch hierzulande im Laufe des vergangenen Jahres mit großem Erfolge der Mifal Bizzaron und die Huie-Aktion des KKL, aber auch eine Sammlung größeren Stils für die Hebräische Universität und eine Menge anderer ״mittlerer“ Sammlungen durchgeführt, — *o überwiegt jedoch über alle diese Er- Auseinandersetzung zu rücken. Wie weit das gelingen wird, ist eine Frage, die wir heute nicht beantworten können, Auf jeden Fall ist es erfreulich zu sehen, daß Bemühungen nach dieser Richtung hin gemacht werden. Es werden eigens da* zu bestimmte Arbeitsgemeinschaften ins Leben gerufen, die dem Kennonlernen der althebräischen Kultur, der Bibel, der Geschichte usw, dienen sollen. Auch die lebendigen Fragen jüdischen Lebens werden in den Kreis dieser Arbeit ein• bezogen. Es werden Referate über jüdisch-politische Pro• bleme, über die Kulturlage Palästinas, über die hebräische Literatur usw. veranstaltet. Als besonders begrüßenswerte Neuerung scheint uns in diesem Zusammenhänge der neuerdings von Dr. Rawidowicz ausgearbeitete Plan ein^r Erlernung der ji d d i - scheu Sprache und ihrer Literatur im Rahmen der Tarbut-Arbeit zu sein. Gerade heute müssen wir uns mehr denn je davor hüten, in eine geistige Enge hineingetrieben zu werden. Alles, was das jüdische Volk an großen Kulturgütern in1 Laufe seiner Geschichte geschaffen hat, verdient unsere Aufmerksamkeit. Auch auf dem Gebiete einer intensiven jiddischen Kulturarbeit lassen sich günstige Anzeichen wahrnehinen. Audi liier arbeiten seit längerer Zeit einige Organisationen mit mehr oder wenig gutem Erfolg. Neben Kursc-n und Arbeitsgemeinschaften finden von Zeit zu Zeit öffentliche Veranstaltungen und Vorträge statt. Es besteht auch eine jüdisch-weltliche Schule. Trotz der ־aufopfernden Hingabe der Schulleiter und der ganzen Lehrerschaft hat sie in den letzten Jahren kaum an Boden gewonnen. Sie ist nur eine Eintagsschule, wobei den Kindern nur am Sonntag Unterricht in verschiedenen Fächern der jüdischen Kultur, der jiddischen Sprache, der Literatur tmd Geschichte gegehrn wird. Neuerdings sind Bestrebungen im Gange, die Basis der Schule zu" verbreitern, und eine Abzweigung der Schule in einem anderen Teil Londons zu eröffnen. Fine erfreuliche Aktivität entfaltet neuerdings die Lon• doncr ״J i w o“ ־ G r 11 p p e (die englische Abteilung des Jiddischen Wissenschaftlichen Institutes in Wiltio), deren Präsident der hochverdiente Dr. M, Ga st er und leitender Sekretär Dr. J. Maitlis ist. Die englische Abteilung des ״Jiwo“ hat sich in der letzten Zeit eine stattliche Zahl von Freunden und Gönnern unter den englischen Juden erworben. Neben den wissenschaftlichen Vorlesungen aus dem Gebiete der modernen jüdischen Geschichtsforschung, der Literatur und der Folklore, werden auch öffentliche Ver- Sammlungen abgehalten, um den Gedanken der jüdischen Kulturarbeit in die breite Öffentlichkeit zu tragen. Zusagimen mit einer Reihe anderer Kulturgcsellschaften hat aer ״Jiwo“ vor einigen Tagen ein Referat des Dichters H, Leiw i k, der aus Palästina auf der Rückreise nach New York ist, über ״Gegenwärtige Kulturprobleme“ veranstalten können. Die Vorbereitungen, eine Ausstellung unter dem Motto 60״ Jahre jüdisches Kulturleben in England“, wobei die Entwicklung des jüdischen Buches, der Presse und des Theaterwesens in England in den letzten 60—70 Jahren gezeigt werden soll, ins Leben zu rufen, sind von der ״Jiwo“- Gruppe vor kurzem in Angriff genommen werden. J. M. wägungen der Gedanke, daß gerade im jetzigen Augenblick ein Versagen der Kräfte in der Gallith verhängnisvolle Folgen auf allen Gebieten unserer Arbeit mit sich bringen könnte. Als daher vor kurzem im Aufträge der Exekutive Sprinzak und Dr. Krämer hier eintrafen, um mit den führenden Zionisten die Vorbereitung der neuen Aktion durchzuberaten, fanden sie von vornherein vollstes Verständnis. Bei einer Beratung in Prag wurde der Beschluß gefaßt, im Rahmen dieser Aktion eine Million Kronen aufzuhringen. Die Aktion, bei der auch Dr. Elias Auerbach aus Haifa mitwirkt, ist zur Zeit im vollen Gange. Wizo-Ta^mg Ende Oktober fand in ßriinn die Tagung der Landesorgantsation der Wizo statt, an der an 150 Delegierte teilnahmen. Es war eine Arhcitskonfcrcnz, in deren Beschlüssen sich die Stärke und Leistungsfähigkeit der tschechoslowakischen Wizo am besten zeigt- Im kommenden Arbeitsjahr wird die Wizo sowohl für Palästina als auch für ihre hiesigen Arbeitsgebiete erlichte Beiträge aufbringen. (,Für Palästina 2220 Pfund, für hiesige Hachscharahzwecke 36 000 Kronen, insgesamt ein Budget von über einer balben Million Kronen.) Zur Ehrung des verstorbenen Präsidenten Masarvk wurde beschlossen, im kommenden Jahre Wasscrquelicn in Nalialal zu erschließen, die mit dem Namen Masaryks verbunden sein werden. Die Zahl der Juden in der Welt Das vom American fewish Committee herausgegebene American Jcwish Yearbook für das Jahr 5698 enthält eine Zusammenstellung über die Zahl der Juden in den verschiedenen I ändern auf Grund der neuesten Statistik aus amtlichen Quellen. Von den rund 15 525000 Juden, die in der Welt!eben, entfallen 7 620 000 auf Osteuropa und das östliche Mittel• europa ([5ölen, Danzig;, Litauen, Lettland, Oesterreich, Tschechoslowakei, Ungarn, Rumänien und Teile des europaischcn Rußland, wie die Krim, die Ukraine und Weißrußland); in diesem Gesamtgebiet bilden die Juden fast 6 Eo der Gesaintbevölkerung. Ueber 4 400 003 Juden 1 eben in Nordamerika und West- Indien; die jüdische Bevölkerung inacht hier fast 3 ־״« der Gesamthevölkerung aus. In Palästina und seinen arabischen Nachha-Iä״<lern leben 503 000, in den arabisch sprechenden Ländern Nordafrikas 430 0(1) Juden (1,4 0׳״). In größerer Zahl leben Juden ferner noch in Holland (fast 2 ׳ in Siidostenropa —- Griechenland und europaischc Türkei — (1,74 0/0), in Südafrika, wo sie 1 der Gcsamtbcvöikcrung und fast 5 »» der europäischen Bevölkerung atismachen, und in Argentinien, wo sie über 2 «0׳ der Oesamtbevolkerung bilden, ln allen übrigen Ländern ist der Anteil der Juden an der Gesamthevölkerung niedriger als 1 r,0. West- und Südeurona hat eine jüdische Oesamtbevölkerung von nicht ganz 1603 00') Seelen. Knapp 200 000 Juden wohnen in Nordeuropa und den Teilen des europäischen Rußland außerhalb des früheren Ansiedlungsravo-ns. 27 000 Juden leben in Australien und Neuseeland. Oie Zahl der Juden in Kleinasien, Mitte!־ und Nordasien beträgt 225 000, die der Juden in Süd- und Ostasien, Zcntralafrika, Ozeanien und Mittel- und Südamerika außer Argentinien nur rund 140 000. Außerdem soll es i!1 Abessinien 51 030 Falaschas geben. -MAGISTER KIRSCH—! Magistttr-Mkörfabrlk,L MUnchan V,.

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