Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1937-11-12 · Heft 90 (12.11.1937) · page 16

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 90 (12.11.1937)
Date
1937-11-12
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2651273-2653625-2653710--31508-2686122
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Seile 16 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 90, 12. XI. 1937 Verleumdung gegen Col. Kisch Oberstleutnant Hutchison, der Führer einer judenfeindlichen Gruppe, gegen den das frühere Mitglied der Zionistischen Exekutive, Oberstleutnant Frcderick Herrnan Kisch, eine Klage wegen Verleumdung «ingebracht hatte, hat die gegen Kisch erhobenen Beschuldigungen bed i 11 g 11 n g s 1 o s zurückgezogen und ihm Abbitte geleistet. Nachdem von den Anwälten der beiden Gegner vor einem Londoner Gericht unter dein Vorsitz von Lord Hewart entsprechende Erklärungen abgegeben worden waren, wurde das Verfahren gegen Hutchison und die mitangcklagte Druckerfirma H. F. Lucas & Co. eingestellt. Der Vertreter von Oberstleutnant Kisch, R.-A. B. B. St en h a m, führte ans, sein Klient sei nach hervorragender Kriegsleistung in den Jahren 1017 und IQ IS dem Stab des Kricgsministeriums zngcteilt worden, der sich mit der Unter■ Stützung gewisser Operationen gegen die bolschewistische Revolution durch die Britische Regierung zu befassen hatte. Als dann Oberstleutnant Kisch Verbindungsoffizier zwischen dem britischen Oberkommando und der jewish Agency in Palästina wurde, erschien eine Broschüre, in der ln■- hauptet wurde, daß die Hilfe Englands für die weißrussischcn Generale scheiterte, weil Oberstleutnant Kisch Jude ist. Es sei somit behauptet worden, daß Oberstleutnant Kisch gegen seine Pflicht gehandelt habe, weil er Jude war, Tatsache aber sei, daß Oberstleutnant Kisch ein Gegner des Bolschewismus war mul heute noch ist. Die in der Broschüre enthaltene Beschuldigung wurde in einer arabischen Zeitung Palästinas wiederholt und dem Kläger dadurch erheblicher Schaden zugefügt. Nunmehr aber habe Oberstleutnant Hutchison jegliche Unterstellung unzweideutig zuriiekgezogen und wolle erklären, daß nicht die geringste Begrün (I u n g für diese vorhanden war. Für Oberstleutnant Hutchison gab R.-A. Neil Lawson die Erklärung ah, sem Klient sehe ein, daß keinerlei Anlaß für die Bemerkungen über Oberstleutnant Kisch vorhanden war. Er biete Oberstleutnant KEch eine umfassende und unzweideutige Entschuldigung an. Er und seine Mitangeklagten, H. E. lucas fk Co,, legen vor dem Gericht das Versprechen ab, die Verleumdung nicht zu wiederholen. Die Londoner Gefallenen-Gedenkfeier Noch dem Gefallenen׳,׳ edenkgottesdienst der jüdischer, Frontkämpfer Englands und dem Aufmarsch /.um Grabmal des En bekannten Soldaten (siehe ״Jüdische Rundschau“ vom 9. Nn\ .1, wobei KnegMtiinwter Lcslie H 0 r e - B e l i s 1! a an der Spitze des Zuges der 7000 jüdischen Kriegsteilnehmer schritt, iancl in der Albert Mall in London unter dem Vorsitz von Lord Bearsted ein Kameradschaftstreffen statt. Der Earl o f A 111 I 0 n e, der die Parade über die jüdischen Frontkämpfer abgenommen hatte, nahm an dieser Vcranstaltung als Ehrengast teil. Den Toast auf den Earl of Athlonc brachte Lord Bearsted aus. Der Earl of Athlonc, dem die Ver- Sammlung eine stürmische Ovation bereitete, dankte für den ihm bereiteten Empfang und sprach sich mit hohem Loh über den Gottesdienst und die Parade aus. Die jüdischen Front• soldateil täten recht daran, auch weiterhin einen Tag dem Andenken an ihre gefallenen Kameraden zu widmen. Dieses FESTA SfrUiDpie. stricHuiaren wasche, Handschuhe 1 Bin.-sch&nahg. Gfunewalditr. 56 I. Bar.PI. T.l. 713113 große Gefühl der Kameradschaft sei für alle Im Kriege ein wunderbarer Gewinn gewesen, an dem man festlialten solle. Es habe tiefen Eindruck auf ihn gemacht, Männer aus Schottland, Wales und Irland hier mit ihren Kameraden vereint zu sehen. Seid dessen eingedenk, so schloß der Redner, daß wir alle Söhne des gleichen Vaterlandes sind, welchem Bekenntnis wir auch angehören mögen. Chief Rabbi Dr. J. H. Hertz wies auf die besondere Bedeutung der Feier im Krömingsjahr hin. Der Schatzmeister der Britkh Legion, Major J. B. Brunei Cohen, sprach die Hoffnung aus, daß die jüdischen Kriegsteilnehmer sieh in die British Legion cinglicdern werden. Lord Bearsted verlas den Wortlaut eines Huidignngstclcgramms, das an König ('1 c o r £ VI. abgesandt worden war, und die darauf von dem Körnig eingetrofferne Antwort, in der er seinen Dank für die Trtiickundgrbmig der jüdischen KriegstcilfH'hmer nimsprioht und versichert, daß er ihre Glück- Wunsche hoch schätze. Habimah in Belgien Von unserem Berichterstatter B r ii s s el, 10. November Nach Beendigung ihres erfolgreichen Pariser. Gastspiels hat die 1 lühimah ihre Tournee in Belgien fortgesetzt und in Brüssel und Antwctpc n eine Reihe von Vor- Stillungen ׳״.'geben. Die zionistische Federation Belgiens hat an dem Zustandekommen des Gastspiels erheblichen Anteil. Dem _tutk 1r;if!i״en Eingreifen ihres Präsidenten N. Torczy• ner ist es gelungen, die finaii/idlcn Garantien zu beschaffen, die atigtsöliis der kleineren Verhältnisse des Landes gegeben vertj( 11 mußten. Auch lag die gesamte propagandistische Vorbereitung in den I landen der Federation. Der ..I) v h b 1t k“ wurde in Antwerpen vor ausver• kauf fern llaus gespielt, aber auch der ״Ewige Jude“ und Golems Traum“ fanden starken Beifall. Die Kritiken der belgischen Fresse zeigen durchweg den tiefen Eindruck der Kunst der flabimah. f!1 besonders interessanter Weise würdigt die katholische ״La libre Belgkjue“ die Bedeutung׳ des jüdisehen Theaters. P. R, Keine Unterstützung unüberlegter Auswanderung. Der Hilfsverein teilt mit: Die ausländischen jüdischen Ilill'skomitees fuhren darüber Klage, daß an sie häufig das Ansinnen gestellt wird, für die Folgen unüberlegter Auswanderung durch Gelduntcrstützung oder dergleichen einzustehen. Die Hilfskomitees lehnen es grundsätzlich ab, solche Hilfe zu gewähren. Es wird deshalb ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die Vorbereitung jeder beabsichtigten Auswanderung nach den nichtpalästinensischen Ländern durch die für die Heiinatgcm finde des Auswanderers zuständige Beratungsstelle des Hilfsvereins durchgdühri werden muß. Niederlassung von Acrzten. Wie der Hilfsvercin der luden in Deutschland ruittcilt, veröffentlicht das British Medical Journal vom 25. September!037 eine Zusammen- Stellung der in Großbritannien, in den britischen Dominien und Kolonien gültigen Bestimmungen für die Niederlassung von Aerzten aus Deutschland. Die Einzelheiten der Bestimnntngen sind durch den Hilfsverein zu erfahren. Briefe an die Redaktion ״Botschaft aus Granada“ Karlsbad, den 8. November 1937 Sehr geehrte Redaktion! In der Ausgabe vom 2. 11■ ers bien eine Besprechung nteincs Romans ״B o t s ch a f t au -s Granada". Erlauben Sic mir, eine unrichtige Anitas:,ung Ihres Rc7ensen1en ai.Guh Öt! en. Das Referat erwähn! lianito Gareia un!! nennt ihn das ,.!rar nicht existie-.cnde Opfer eines gleich als fromme Legende erfundenen Ritual Moides“. Diese nicht ohne weiteres veratändlichc I'otmulienmg laßt den Leser atmchnicn, ich halte die fromme legende vom Ritualmord an dent Knaben von L*. Guardia ebenso erdichtet, wie den hauptsächlichsten!leidendes an diesen ״erfundenen" Ritualmord geknüpften Prozesses. Der Prozeß Garria gehört in allen von mir geschilderten Ein- «•!heiter! der Geschirhtc an. Will man nicht auf die schwerer erreichbaren Quellen zurück■ greifen, wie Loeb: ״Le saint enfant de la Guardia“; Rio: ״llistoria de los Judos des K. p.tti r i Portugal“; oder Lea; ״flistory of Ute Inquisition ot Spaiti“, so genügt 0<, Dubrtow: ״I)!e Geschichte de, jüdischen Volks in Kunipu“. Berlin 1927, narhz tisch lagen, wo im V, Hand auf Seite 400—402 über den Prozeß gegen Benito Garcia alles Wissenswerte kurz mitgeteilt wird, Dubnow schildert das Urteil gegen Garcia und seine Mit• angekhigien als die Vorausset■ zung des Aus: reibung.scdiklcs. das oitne das Ergebnis des Pro• zesses gar nicht denkbar gewesen wäre. Damals bestand wirklich kaum erst ״der Schatten eines Volks“. Der heutigen Art vonGcschichtsbetrafhtung bleibt es vorbehalfeit, moderne Anschauungen über Volksbewußtsein. ja S hiagworte der jüngsten Gegenwart in eine ganz anders denkende und emplindende Vctgangcnlteit hincintuprojizieren, welche Methode allerdings leicht dazu verhütet, in dem Versuch einer gewissenhaf- Berlin, den 7. November Sehr geehrte Redaktion! Ans den recht interessanten Ausführungen von Dr. Weltmann über Abraham Berliner in Nr. 87 könnte frei manchem Leser die Meinung entstehen, daß A. Brrliner nur dieses eine Werk geschrieben hat. In Wirklichkeit gehört Berliner zu den produktivsten Gelehrten, die je gelebt haben. Berliner, der im Mai 1933 hundert Jahre alt geworden wäre, hat 37 abgeschlossene Werke hin- (erlassen und zahllos sind seine Beiträge in wissenschaftlichen Zeitschriften. Berliner hat ein Hebt ätsch geschrieben, das man als klassisch bezeichnen kann. Seine Raschl-Ausgabe und sein Targum, das heute völlig vergriffen ist, gilt in Gelehrtenten Tatsachenschilderung einen ״Konstruktionsfehler“ zu מblicken. Hochachtungsvoll Ernst Sommer kreisen als unübertroffen. Das von Dr. Weltmann besprochene Werk ist von einem Anonymus ins Hebräische übersetzt worden (Warschau 1900), Man vermutet Dr. Bernfcld. Seine Randbemerkungen zum Gebetbuch (2 Bände, Berlin 1900) haben seiner Zeit wegen der freimütigen Aeußerungen über *0 mandies alte Getret größtes Aufsehen erregt, Berliner hat nie eine Schulbank gedrückt und war trotzdem I)r. h. c. und Professor. Größer als alle seine geistigen Leistungen war der Adel seines Herzens. Seine Hörer, wozu auch ich mich zähle, haben ihn wie einen Vater geliebt. 11 ochachtuvtgsvoll Rabb. Dr. Rosenwasser Abraham Berliner Ankündigungen aus dem Reich Aschaffenburgt Am 18. November, 20.30 Uhr. Kulturbund - Saal, Schmaltonfilm: ״Weg in die Wirklichkeit“. — Breslau! Zion. Vereinigung. Am 18, November, 20.30 Uhr, Restaurant Wnlff, Trtuenfziensiraße 12. Genera’Versammlung. —■ Am 18. November, 20.30 Uhr, Restaurant Glogovrski, Hebräischer KHib. — Darmstadt t Am 20. Novemher, 20.30 Uhr, BJcich.s'r. 15, Srhinaltorifllm: ״Weg in die Wirklichkeil“. —■ Frankfurt am Main: Clnig Jtvri, Escher.-hciiner I.nnd-tr. 65. Am 13. November. 16 Uhr, Dr. Rami: ,,Aus Mosche Stnibnskis Werken“. — Gleis*!'!?,: Erweiterte Vorstandssitzung des Zion. Gruppen- Verbandes Obersdtlesien am 14. November, im Gemeindehaus, Kreide!- Straße 16. Beginn! 11 Uhr: ,,Die zionistische Arbeit 1m Bezirk“. Aussprache der OrtsgruppenvoistMtide, Beratungen der Interessenten für Mittelstandssiedhing unter Leitung von Walter Tempel (Berlin). Nachmittags! Referat Dr. Georg Lubinskl: ״Die aktuelle Bedeutung des Zionismus für die Judenheil in Deutschland“. — Karlsruhe: Am 13. November, 20.30 Uhr, am 14. November, 17 Uhr und 20.30 Uhr, Kriegastr. 154, Sehmaltonfilm: ״Weg in die Wirklichkeit“. — KBIn: Zion. Vereinigung. Per für den 18. November nngi-ldindigte Vortrag von Lucie Ee-vv-Zobel wird verschoben. Stattdessen Arbeitskreis- Sitzung um 20.45 Uhr im Davki-Wolffsohn-Hehn. Gäste willkommen. — Mainz! Am 18. November, 20,30 Uhr, Grmcindesaal, Schmaltonfilm: ״Wog in die Wirklichkeit“. — Mannheim: Arn 21. November, 20.30 Uhr, Qu, 2-18, Schmaltoniilm: ״Weg m die Wirklichkeit“. — Pforzheim! Arn 15. November, 20.30 Uhr, Zerrenner Str. 28, Schmaltonfilm: ״Weg in die Wirklichkeit“. — Stettin! ZOG. Am 20. November, 20.30 Uhr, Synagoge Rosengarten, Rabb. Richter: ״Von der Balfour-Deklararion zum Judenstaat“, Famälien-Machrichten Herr David Abraham (früher \V.-Elberfeld), zur Zeit Buer i.W., Hagenstr. 37, begeht am 18. November den 80. Geburtstag. Frau Friederike Schwenk, Ilabelschwcrdt, begeht am 12. NovembcT den 75. Geburtstag. Herr Josef Tuner und Frau Sofie, geh. Tramer, Breslau, Ilöfchen- Straße 3, begehen am 17. November die goldene Hochzeit. Barmizwah-Tertnln 1 Am 27. November (23. Ki.Tew); Werner Ordnebäum, Sohn von Bernhard Grünebatim, Frankfurt arn Main, Röderbergweg 41. Offene Auslandssfeilen (genehmigt durch das Landesarbeifsamt Brandenburg). Es werden gesucht: 1. Für Teheran (Iran) ein perfekter jüdischer Automobil-Lackierer, der mit Kompressor arbeiten kann und langjährige Erfahrung hat. — 2. Für Columbien ein jüdischer Koch. Lückenloser Lebenslauf und langjährige Zeugnisse Bedingung. — 3. Für Italien eine jüdische, selbständige Stütze. Der Haushalt bestellt aus vier Zimmern, drei erwachsenen Personen; nicht rituell; bürgerliche Küche. — 4, Für ein Altersheim in der Schweiz eine perfekte jüdische Köchin, nicht über 40 Jahre alt, die Diätkenntnisse hat. Der Betrieb ist streng rituell. Gehalt bei freier Station zirka 120 sfr. — 5. Für Lettland eine jüdische Erzieherin zu zwei Kindern (:Mädchen) im Alter von 11 und 9 Jahren. Die Dame muß Erfahrung in hebräischer und englischer Sprache haben und musikalisch sein. Der Haushalt ist rituell. In Frage kommen nur Bewerbcrinrien mH Erfahrung. Gehalt angemessen. — Ausführliehe Bewerbungen nur auf Dünnluftpostpapier, Zcugnisab- Schriften, Lebenslauf sowie Paßphoto werden vcitergcleitet durch die Jüdische Gemeinde, Berlin SW 19, Lindenstr. 48/50. Arbeitstagung der W1ZO ln Berlin. Im Anschluß an die Heren Hajcssod - Tagung findet eine Arbeitstagung aller WIZO-Gruppen aus dem Reich am 15. und 16. November statt. Gegenstand der Tagesordnung ist: die gegenwärtige Situation in Palästina und die hieraus sich ergebenden Forderungen für die WIZO-Arbeit. Harmy Berndt - Levy, eine junge Berliner Sängerin aus der Schule von Dora Bernstein-Börner, ist in Kapstadt durch ihre Konzerte im Radio populär geworden, Sie sang letztens Lieder und Arien der Berliner Komponistin Lena Stein-Schneider in englischer und italienischer Sprache mit großem Erfolg. Juden und Jüdisches Im Rundfunk, Am Sonnabend, 13. November: London, 20.10: Franz O.-born ttr.d Mn* Kostal spielen Werke von Beethoven, Debtwsv und Schubert. — Monte Oneri, 20.45: Komödie von Ladislaus Bus Fekete, icbSfiMtoßk U% dciltfetl Die Jüdische Rundschau hilft Adressen suchen Nr. 6. Käte Eckrnann, Frankfurt a. M.-Rddelheim, Reichsburgstr. 8, sucht Margot Ritter de Rhodin, zuletzt San Andres, Ayacuciio 574, Argentinien. IN ALLER KURZE Im Rahmen einer eindrucksvollen Feier fand die Eingliederung der Ortsgruppe Sheffield des Verbandes der jüdischen Kriegsteilnehmer in den Allgemeinen Britischen Kriegsteilnehtnervcrband, die British Legion, statt. Siebzehn Abteilungen der British Legion marschierten gemeinsam mit der Abteilung der jüdischen Kriegsteilnehmer vor dem Kriegerdenkmal im Barker’s Pool auf, wo Generalmajor B. G. Freyberg, Inhaber des Victoria-Kreuzes, den Vorbei« marsch abnahm. Sir Samuel Instone, ein bekannter englischer Reeder und Mitdirektor der Imperial Airways Fluggesellschaft, starb in London im Alter von 59 Jahren. Die amerikanische Vereinigung für Außenpolitik hat eine Erklärung gegen die geplante Teilung Palästinas veröffentlicht. Fünfhundert Studenten der New-Yorker Columbia- Universität haben eine Resolution gegen das Hochschuighetto in Polen gefaßt und ihre Solidarität mit den jüdischen Akademikern in Polen bekundet. Anläßlich der Columbns-Fcier hat das Jewish Theologlcal Seminary in New York ■ein im Jahre 1496 gedrucktes Buch astronomischer Karten des jüdischen Astronomen Abraham Ben Samuel Zacut (Zacuto) ausgestellt. Dieses Exemplar — im ganzen sind heute mir noch fünfzehn Exemplare des Werkes vorhanden — ist von Christoph Columbus aut seinen späteren Reisen benutzt worden. Präsident L e b r u n hat den Stand der Gesellschaft ORT im Internationalen Pavillon der Pariser Weltausstellung besucht. Der tschechoslowakische Ministerrat hat In seiner letzten Sitzung die Errichtung einer höheren Lehranstalt in Prag zur Heranbildung von Rabbinern genehmigt. Das von der Regierung von Coehin eingesetzte Wahlre'orm-Komitee hat die Abschaffung des bisher für die luden reservierten Mandates vorgeschlagen. Das Komitee hat dabei betont, dal! dies mir mit Rücksicht auf die geringe Zahl der Juden (1151 bei einer Gesamtbevölkerung von 1 205016), keineswegs aber aus Verkennung der Bedeutung der jüdischen Bevölkerung geschehen soll. Gegenwärtig werden die Juden auf Grund des Kuricnsystcms durch einen eigenen Abgeordneten, Shabüai S. Koder, in der Gesetzgeben* den Versammlung von Cocliin vertreten. In der Mailänder jüdischen Zeitung ״Convegtio Ebraico'* veröffentlicht Adv. Carlo Alberto Viterbo, der im Auftrag des italienischen Kolonienministeriums Abessinien bereist hat, um die Lage der F al a s c h a s und ihre Bedürfnisse zu studieren, einen Aufruf au die italienische Jmlenhcit, zur Ausgestaltung des Schulwesens der Falaschas beizutragen. Der Professor der mathematischen Logik a 11 der Universität Genua, Alessandro Padoe, ist im Alter von 62 Jahren gestorben. Prof. Padoa war Vorsitzender der zionistisehen Ortsgruppe in Genua. Die Firma Leo Salomon & Co. in Tilsit ging in den Besitz von Alfred Hofer über. Brie! aus Jugoslawien Von unserem Berichterstatter J. H. Beograd, Anfang November Die großen jüdischen philanthropischen Organisationen ließen bisher Jugoslawien fast gänzlich außerhalb ihres Wirkungskreiscs. Die veränderten Verhältnisse in der Welt änderten auch diesen Zustand. Es erwies sich als notwendig, auch Jugoslawien in den Wirkungskreis dieser Organisationen einzubeziehen. So wurde vor kurzem in Zagreb «ine Zweigstelle der ״Hicem“ begründet und mit der Leitung Alcksa Klein, der Sekretär der Zagrebcr jüdischen Gemeinde, betraut. Auch eine andere große Organisation hat Jugoslawien in ihre Arbeit einbezogen. Dr. M. Lazarsohn vorn ״Ort-Ose“ weilte mehrere Tage in Beograd und begründete ein ständiges jugoslawisches Komitee. Das hiesige Konzertlchen begann mit zwei jüdischen Künstlern. Zuerst weilte in Beograd und anderen Städten Jugoslawiens die bekannte Filmsehauspielerin Gitta Alpar lind gab einige Konzerte. Das Publikum bejubelte bei allen Auftritten die Künstlerin. Das zweite jüdische Gastspiel gab Mise ha El man mit einem Konzert in Beograd. Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugend-Aüjah veröffentlicht jetzt in Form einer gedruckten Broschüre einen Bericht über die zweite Jugend-Alijah-Konferenz in Zürich Ende August, über die wir s. Z. in der ,,Jüdischen Rundschau“ ausführlich berichtet haben. Die Broschüre enthält die wichtigsten Referate, die bei der Konferenz gehalten wurden, ferner einen ausführlichen Finanzberi-cht und eine eindrucksvolle graphische Darstellung der Arbeit der Jugend-Alijah und der Verteilung der Jugendlichen int einzelne palästinensische Siedlungen. BERUFS/ NW 7, Friedrichstraße 91/2 STRI MPFUAIIS METZ«ER Sperialisten fft* Mrilmpff, Trik0tagen, Herren1rÄ>«ke, Diutivfttielie, Ntriekwartn, Ilandnohnhe NUR QUALITATSW AREN 111 f 111 f »M|ilW||Wm«HtMm

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.