Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 90 (12.11.1937)
- Date
- 1937-11-12
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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14 «'*‘י• 5 JÜDISCHE RUNDSCHAO Nr. 90, 12, XL 1937 Aus der Wirtschaft Terror und Abwehr Es bestätigt sich, daß an den Terroraktionen der letzten Zeit nlchtp alästinenstsche Araber wesentlich beteiligt sind. Das Dorf Huiiiel Fachmeh bei Akko wurde von einer 20 Mann starken fast durchweg aus Syrern bestehenden Bande angegriffen. Die Eindringlinge requirierten Nahrungsmittel und flüchteten dann in die Berge. Eine 15 Mann starke bewaffnete Bande drang in das Dorf Luban ein und trieb eine Herde von 300 Rindern fort. Auch in Seisil bei Hebron wurden 35 Stück Vieh von einer Bande fortgetrieben. lieber das Dorf Silwan, wo die Mörder der am Freitagabend erschossenen britischen Soldaten Hutchinson und Milton gesucht wurden, ist nach neuerlichen Zusammenstößen der Ausnahmezustand zunächst für einen Monat verhängt worden. Der größte Teil der Bewohner des Dorfes Ist in die Berge geflohen. Bei den letzten Zusammenstößen wurden zwei Araber getötet und siebzehn verletzt. In das Dorf wurde strafweise ein Posten von zwanzig Polizisten gelegt, die Bewohner müssen sich täglich bei der Polizei melden. Die Bestattung der beiden Soldaten hat unter militärischer! Ehren in Ramleh stattgefunden. Die Militärmann• Schäften haben den Befehl erhalten, die Lager nicht unbewaffnet zu verlassen. Außerdem haben sie bestimmte Stadtteile und Gaststätten zu meiden. Zwischen Kenjamina Und PardcB Channa ist ein jüdisches Auto beschossen worden. Der Lenker des Wagens wurde verletzt. In H e b r o n erlitt ein arabischer Knabe schwere Verletzungen, als eine primitive Bombe, die er gerade füllen wollte, vorzeitig explodierte. Zum Schutz der arabischen Arbeiter, die bei dem Bau der neuen, durch die |erusalemer Stadtviertel Mea Sehearim führende Straße beschäftigt sind, wurden sechs jütiische Hilfspolizisten kommandiert. Ebenso werden die arabischen Arbeiter beim Bau der verlängerten Agrippa-Straße durch zwei jüdische Hilfspolizisten bewacht. Die Ausstattung der Polizei mit R a d i o s t a t i <0 n e n, die auf Autos fahrbar montiert werden, schreitet fort. Der Sender der Haifaer Polizeistation ist auf ein Kilowatt verstärkt worden. Die Einrichtung eines neuen Polizeisenders in Jaffa steht unmittelbar bevor. Gegenwärtig gibt cs in Palästina 30 Polizei- Funkstationen; es werden Vorbereitungen getroffen, um weitere Stationen zu schaffen. Man rechnet damit, daß in nächster Zeit bereits 70 Funkstationen zur Verfügung stehen werden. Der Distriktskommissar von Nablus, .Mr. Foot, bat mit den Führern der in diesem Gebiet operierenden britischen Truppen eine zweistündige vertrauliche Beratung abgehalten. Einer Meldung des ״Haboker“ zufolge werden zur Sicherung der Transporte der Palestine Pot asb Company die Autokolonnen auf der Straße Jerusalem—Jericho in Zukunft durch .Militärflugzeuge begleitet werden. Der Leiter der Regiernngsabteilung für öffentliche Arbeiten in Tiberias, Hassan Saleh H a m a d, ist im Schlafe überfallen und schwer verletzt worden. Im Krankenhaus erklärte er, er verdächtige der Tat drei Araber, die er aus dem Dienst entlassen mußte, in einem militärischen Feldlager bei Sarafnnd brach Feuer aus, das jedoch sofort gelöscht werden konnte. — Ein Araber, der petroleumdnrchtränkte Lumpen bei sich hatte, wurde in der Nähe der Brandstelle verhaftet. Ein Araber wurde bei dem Versuch, über den Zaun eines militärischen Feldlagers bei Haifa zu klettern, von einer Militärpatrouille überrascht, die ihn, als er ihrem Anruf nicht Folge leistete, tötete. _ Die Lage in Transjordanien Dem ״Daily Telegraph״ wird von seinem Berichterstatter in Jerusalem gemeldet, daß die Frage der Teilung Palästinas gegenwärtig im Mittelpunkt der Beratungen des Gesetzgebenden Rates von TransJordanien stehe. In Transjordanien würde man die Eingliederung des Landes in einen größeren arabischen Staat begrüßen, da hiervon verbesserte Entwicklungsmöglichkeiten zu erwarten wären. Aus nationalistischen Gründen aber sei man gegen «die Errichtung eines besonderen Judens t a a t e s. Die Meldungen über eine Revolte in Transjordanien entsprechen, wie dem ״Daily Telegraph“ weiter berichtet wird, nicht den Tatsachen. Richtig sei aber, daß kleinere Gruppen radikal-nationalistischer Elemente aus Syrien heimlich nach Transjordanien gekommen sind, um sich mit Wafienschmuggel nach Palästina zu befassen. Diese Banden hätten versucht, Unruhen hervorzurufen. Ihre Bemühungen seien jedoch m i iS 111 ת ge n. in amtlichen Kreisen werden die Nachrichten über revo- Iutionäre Unruhen in Transjordanien auf das Entschiedenste dementiert. Alle derartigen Meldungen seien frei erfunden. Araber für neue Politik In Jerusalem trafen eine Anzahl gemäßigter Araberführer, Unter denen sich Bürgermeister ur!d Anwälte aus mehreren Orten befanden, zusammen und beschlossen, sich von der Radikalpolitik des Mufti loszusagen und in Zukunft neue Baiinen rinziiPchlngen. Die Anhänger des Mufti riefen sofort zu einem Cicgentreffcn auf, um Maßnahmen gegen die gemäßigten Araber zu beschließen. Indisch - Mohammedanische Abgeordnete und Palästinafrage Die mohammedanischen Abgeordneten des Indischen Parlaments haben zur Lage in Palästina eine Erklärang veröffentlicht, in der es heißt; Unsere arabischen Brüder besitzen unsere volle Sympathie in dem gegen eine große Uebermacht geführten schweren Kampf um den Schutz ihrer legitimen Rechte und die Rettung des Heiligen Landes vor dem Angriff der Zionisten. Eine Teilung Pal ästinas ist undenkbar; der Plan empört die moliammedairische Welt aufs tiefste. Wir verlangen, daß ganz Palästina <dan Arabern, die Söhne seines Bodens sind, übergeben und das Mandat in derselben Weise beendet werde wie im Irak. Den Arabern muH Selbstbestimmung und die Möglichkeit, Ihre eigene demokratische Regierung zu bilden, gewährt werden. Die Stellung Ghandls Die arabischen Zeitungen Palästinas hatten im September nach einem Besuch des Mitglieds des Indischen Nationalkongresses Dr. Bietern Roy gemeldet, dieser habe im Auftrag Oha n dis den Arabern Palästinas eine Sympathiekundgebung der indischen Nationalisten überbraebt und sie in ihrem Kampfe gegen die Verwirklichung der Baitour- Deklaration ermutigt Nunmehr hat Ghandi eine Erklärung veröffentlicht, in der entschieden in Abrede gestellt wird, daß eine solche Sympathie-Kundgebung Jemals erlassen wurde. Diesem Dementi schließt »Sch auch Dr. Roy, wa» »eine persönliche Stellungnahme betrifft, aa Kein PessimismusI Palästinas Wirtschaft Ist gasund Im Oktoberheft der Zeitschrift ״Palestine and Middle East“, die in Tel Aviv erscheint, finden wir einen Aufsatz von Rita H i n d e n über das Thema ״Einwanderung und Verarmjtng“, in dem gegen eine zu pessimistische Auffassung der wirklichen Lage Palästinas Stellung genommen wird. Es wird dargelegt, daß in Palästina in aen letzten 10 Jahren ein Wirtschaftskörper entstanden ist, der den Marktschwankungen wie alle anderen Länder unterliegt, und in dem aut Depressionen Konjunkturen und umgekehrt folgen — ohne Rücksicht auf die Einwand erungslage oder den Kapitalimport. Natürlich bildet die Einwanderung einer! wichtigen Faktor; aber nur einen zusätzlichen Faktor zu den normalen Kräften des inneren wirtschaftlichen Lebens. Aut sie müsse man vor allem den Blick lenken, um die Ereignisse zu verstehen. Wenn Palästinas Wirtschaft von der Einwanderung und dem Kapitalzustrom abhängig wäre, so hätte die Konjunktur auch noch über das Jahr 1935 hinaus dauern müssen. Aber äullere Ereignisse, wie etwa der italienisch-abessinische Krieg, haben das Oefiige erschüttert, Was außergewöhnlich in der palästinensischen Wirtschaftsgeschichte dieser Jahre war, ist dies: daß trotz der politischen Schwierigkeiten nicht nur keine Wirlschaftskatastrophe entstand, sondern die normale Tätigkeit des Landes — ausgenommen die Streikmonate — in überraschend hohem Maße erhalten blieb. Ueberraschend ist auch, daß der Gesamtkonsum überhaupt kaum beeinträchtigt zu sein scheint. Hier gewinnen allerdings wieder Einwanderung und Kapitaleinfuhr ihre Bedeuhing, die zur Aufrechterhaltung der Kotisumhöhe beigetragea haben. Auch ist bemerkenswert, daß das Kapital nicht müßig gewesen ist, sondern daß• viel Geld im letzten Jahr investiert worden ist. Die Gesamtkaufkraft ist durch das Hereinströmen neuer Menschen und Kapitals erhalten geblieben, und das wirkliche Zeichen der Depression muß in dem Absinken der Kaufkraft pro Kopf gesucht werden. Die Verfasserin kommt zu dem Schluß, daß Palästinas Wirtschaftsorganismus Unabhängigkeit und Stabilität besitzt und in der Lage ist, unabhängig von der Einwanderung eine selbständige Existenz zu führen. Die Konjunkturschwankungen dürfen weder mehr noch weniger ernst genommen werden als das entsprechende Aut und Ab in anderen Ländern. Die Bedeutung des Hereinströmens von Menschen und Kapital liegt in der belebenden Wirkung, die sieh bis zur Auf- Hebung der schlimmsten Wirkungen einer Depressionsperiode auswirken kann, aber nicht an sich die Ursache von Prosperitat oder Depression ist. Die Aussichten der Zitrussaison Im ״Bustenai“ analysiert M. Smilatiski die Aussichten der Zitruswirtschaft für das gegenwärtige Jahr: Das große Unglück der vergangenen Saison war das Faulen der Früchte. Dieser Ähaden wirkte sich sowohl für die Pflanzer wie für die Händler aus. Es bestand die Gefahr, daß sich die Abnehmer in diesem Jahr zurückhalten und keine feste Bestellungen machen würden. Dies hat sich in der Tat für England Bewahrheitet, glücklicherweise aber nicht für den europäischen. Kontinent Der europäische Markt scheint sich in diesem Jahr zu erweitern, die Preise sind zwar niedrig, aber fest ln England gibt es in diesem Jahr wegen der großen Verluste des Vorjahres weniger feste Besteller, aber die Aussichten des dortigen Marktes sind trotzdem optimistisch zu beurteilen. Die Wirtschaftliehe Lage bessert sich dort langsam, abeT stetig, und der Verbrauch an Früchten steigt. Wenn der Winter nicht allzu kalt wird, wird der Verbrauch an Orangen dort groß sein. Dabei ist in diesem Jahr der Zustand m spanischen Plantagen schlecht, denn die politische Lage machte die nötige Bearbeitung unmöglich und es fehlt an Verpackungsmaterial und an sicheren Transportrnöglichkeiten. Falls der Kampf in das Gebiet von Valencia getragen wird, wird der Ausfall noch größer sein. Das Disaster des letzten Jahres sollte uns eine Lehre sein und uns veranlassen, alles zu tun, um den guten Namen unseres Produktes 7>! wahren und nur erstklassige Früchte aut den Markt zu bt.ngen. Hätten wir damals die dritte Sorte nicht geschickt, so wären wir vor vielem Schaden bewahrt geblieben. Diese dritte Sorte brachte nicht nur keinen Gewinn, sie fraß auch den Verdienst der anderen Früchte zu einem großen Teil. Zwei Dinge müssen wir in Zukunft beim Fruchtversand beachten: Daß die Früchte gesund und saftig sind, und daß sie gangbar im Handel sind, d. h. — klein. Wir haben im begreif• liehen Stolz aut die edle Jaffaorange übersehen, daß diese Fruchtart große Nachteile hat. Sie ist eine Frucht für reiche Leute, una solche gibt es jetzt immer weniger: sie ist groß, sie ist teuer, sie ist nur während zweier Monate saftreich und wohlschmeckend. Vor Januar ist sie sauer und nach März trocknet sie ein. Als die Frucht noch in relativ geringer Zahl aut den Markt kam, führten diese Nachteile nicht zu Absatzschwierigkeiten, jetzt, wo sie zum Massenartikel werden soll, sind sie fühlbar geworden. Es ist deshalb ratsam, überall, wo es noch möglich ist, sich der Valencia-Orange zuzuwenden, die in Palästina besser als irgendwo anders gedeiht. Manche Märkte würden steh uns dann öffnen. Der französische Markt z. B. ist aufuahmebereit bei einer Größe von 180 Stück die Kiste anfangend. Aehnli-ch steht es mit den skandinavischen Lindern. Orangen, von denen 80—100 Stück in eine Kiste gehen, sind viel Herren- und Dem *n-Auaaieitungen Berlin 5W, Friedrichstrafte 30-51 schwerer verkäuflich, und sogar 120 Stück in einer Kiste sind keineswegs gangbar. Unsere Grapefruit hingegen hat das richtige Größenmaß (80—96 Stück pro Kiste), sie entspricht auch allen Ansprüchen an Farbe und Geschmack und leidet eben nur darunter, daß Grapefruit im allgemeinen schwer verkäuflich ist, was aut Orangen nicht zufrifft. Hier müßten also ganz andere Methoden zur Verbesserung der Lage angewandt werden: der Versand der Grapefruit müßte mit Vorsicht organisiert werden, um den Markt allmählich zu vergrößern. Es ist ganz sinnlos, den Markt mit der doppelten Menge zu beschicken, die er fassen kann, und es kann nur zu Verlusten führen. Es Ist besser, nur eine Kiste zu verschicken und für sie drei Schilling am Baum zu bekommen, als zwei K'isten zu senden und für jede drei Piaster zu erhalten, Um die Märkte zu halten und zu erobern, wäre es nötig, zu festen, bindenden Abmachungen unter allen örapetrult-Pflanzem in Palästina za kommen. Barmhirali-Termln 1 Am 13. November (9. Kislew): Mcmkchai Fuh- ז«!, Sohn von Sigmund Führer, Tel Aviv, Rechow Hagalü 17. — Shgbat Ltvl) Sohn im Morte Leri, Rtrooth Haathawifn. Der hohe Lebensstandard Aus Tel Aviv wird uns berichtet: Als einen Beitrag zur Diskussion über die Höhe des Lebensstandard der Juden in Palästina und seinen Einfluß auf die Krise schreibt ein Siedler im ״Dawar״: Die Siedler in allen Zweigen der Land- Wirtschaft, die städtischen Arbeiter und die Landarbeiter sowie die Beamten klagen über nicht ausreichenden Verdienst. Dabei sind diese Menschen noch gut daran gegenüber den Arbeitslosen oder den Teilbeschäftigten. Aber selbst wenn man das günstige Beispiel eines Siedlers iiinimt, der eine ausgebaute Wirtschaft sein eigen nennt, so ist es klar, daß er die laufenden Ausgaben nicht bestreiten und für die Erziehung seiner Kinder nur in ungenügender Weise Sorge tragen kann. Er ist schwer verschuldet und häufig unter ungünstigen Bedingungen. Dabei ist sein Besitz jetzt z. T. niedriger im Werte als zu der Zeit der Prosperity, als er ihn sich erworben hat, so z. B. sein Haus und seine Kuh. Er muß seine Lebensbedürfnisse also aufs äußerste einschränken oder neue Schulden aufnehmen. Die von der Wirtschaft produzierten Lebensmittel sind freilich im UeberfluB da und auch die Ertraghöhe der einzelnen Wirtschaftszweige ist auf das äußerste gestiegen. Trotzdem kann ein« solche Wirtschaft weder ihren Besitzer ernähren noch den Verbraucher zu einem erschwinglichen Preise mit ihren Produkten beliefern. Der Erzeuger erhält häufig nur ein Viertel des Verkaufspreises, und dabei kann er nur einen Teil seiner Produktion absetzen. So erwächst in dem Erzeuger das Gefühl, daß er weder sich selber noch einem anderen durch seine Arbeit nützt. Man hat die Gründe für diesen Zu- —MAGISTER KIRSCH- Oer gute Likör MaglStar-LlkOrfabrlk, MQnchan VII. In Berlin zu bezieh, durch die Wolngroßhandlung Gernhard Brauer, BurgelraBs 3 / Rul: 51 43 40 stand in schlechter Verkaufsorganisation gesucht. Man glaubte auch, daß die mit dem Vertrieb der Erzeugnisse beschäftigten Beamten der Tnuwa zu hoch bezahlt würden. Etwas Wahres mag in beiden Argumenten stecken. Aber schließlich ernährt sich ein Beamter, «der £ 15 Monatsgehalt bezieht, und das ist schon ein seltener Fall, angesichts der vielen Abgaben und Verpflichtungen nur unter Schwierigkeiten. Die wahre Ursache für den absurden Zustand Ist der hohe Lebens- Standard im allgemeinen. Die landwirtschaftlichen Produkte müssen eben spekulative Grundstück- und Baupreise, Schaufensterausstattung, Reklame, Miete und anderes mehr mitbezahlen. Und unter denselben Dingen leidet auch die städtische Produktion, sie belasten auch die jüdische Industrie. Die alte Losung: Zuerst die nötigen Wirtschafts־ gebäude in einfachster Form und dann erst die Wohngebäude! scheint längst überlebt zu sein, obgleich si« noch vor zehn Jahren ganz selbstverständlich schien. Auch die Meinung, daß die Wohnungen auf dem Lande einfach sein müßten, haben wir längst verworfen. Hier herrscht das Beispiel der Stadt. Reichten die öffentlichen Anleihen für solche Ansprüche nicht aus, nahmen wir hierfür private. Wir haben damit den Neueinwanderern ein schlechtes Beispiel geehen. Wir müßten alles daransetzen, sie zu warnen und ie Fortsetzung solcher Siedlungspolitik zu verhindern. — Die Höbe des Lebensniveaus hat uns vielfachen Schaden gel •9~ht. Sie hat die produktiven Berufe um den Ertrag ihrer Arbeit gebracht, sie hat es unseren Menschen unmöglich gemacht, sich in dem niedrig bezahlten öffentlichen Dienst zu halten, und sie erschwert für den Kapitalisten die Gründung einer Existenz. Natürlich wäre die Lage anders, wenn unser ganzes Volk im eigenen Lande säße, wenn nie!• wirklich große Reichtümer vorhanden wären, und die Erhöhung des Lebensniveaus breiter Schichten zu einer Belebung der Wirtschaft führen könnte. Von der Woche Die Zeitungen melden, daß Ende November weitere Truppenverstärkungen in Palästina eintreffen werden. Die Witwe des Arbeiters Slodnicki, der bei dem Ueberfall auf eine Autokolonne der Potash Company erschossen worden ist, hat einen Selbstmordversuch durch Einnehmen von Gilt unternommen. Die junge Frau, die Mutter von zwei kleinen Kindern ist, konnte gerettet werden. Die arabischen Arbeiter der Palästina - Kali - Werke veröffentlichten an ihre jüdischen Mitarbeiter gerichtete Beiteidsbezeugungen wegen des Mordes an diesem Arbeiter, Eine Nummer der arabischen Zeitung ״AI Ahram“ (Kairo) wurde von der Regierung beschlagnahmt, anscheinend wegen der in der Zeitung aufgestellten Behauptung, in Transjordanien sei ein Aufruhr ausgebrochen, was nicht den Tat- Sachen entspricht. Schertok führte bei einer Presse-Konferenz aus, daß sich die Exekutive der Jewish Agency in London und Genf eifrig bemüht hätte, um Palästina gegenseitige Handelsbeziehungen mit anderen Ländern zu sichern. Die Jewish Agency sandte der syrischen Regierung eine Summe von £ 1000, die für die Opfer der Ueberschwemmung bestimmt ist. Die Anglo-Palestine Bank hat eine ähnliche Summe zur Verfügung gestellt. Der Leiter der Palestine Jewish Coionisation Assoclation, Direktor Gott lieb, trifft demnächst in Palästina ein. Im Zusammenhang mit seinem Besuch wird die Inangriffnähme größerer Kolonfsationsarbeiten durch die Pica erwartet. Bef Wasserforschungen im Negew sind jüdische Gesellschaften, Techniker und Arbeiter beteiligt. Wesentliche Ermäßigungen der Eisenkahnfahrpreise dritter Klasse sind mit Wirksamkeit vom 4. November in einer Sonderausgabe des Amtsblattes bekanntgegeben worden. Der Rat der Landwirte von Petach Tikwa 11 beab« sichtigt, zwölf Kilometer Zweigstraßen zu bauen, die die Orangenpflanzungen mit der Bahnstation verbinden «ollen. Gegenwärtig wird über die Aufnahme einer in zehn Jahren rückzahlbaren Anleihe für diesen Zweck verhandelt. Die Stra- Ben sollen in drei Monaten fertiggestellt sein. Die Carmel Investment Trust Ltd., die das 6000 Dunam utnfassende Gebiet der Carmel-Wälder zwischen AtUt und Nesher besitzt, hat mit dem Bau einer Straße von Jasrot Hacarmel zur Chaussee Haifa—Tel Aviv bei Atlit begönnen. Nach längeren Verhandlungen zwischen Jewish Agency und Palästina-Regierung ist der Bau einer 3(4 km langen Chaussee von Kfar Sirkin über En Ganim nach Petach Tikwah bewilligt worden- Die Gesellschaft ״Bizzur“ hat ein Darlehen für den Straßenbau gewährt. (SchluB de! Paliatbntefls)