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Jüdische Rundschau · 1937-11-09 · Heft 89 (9.11.1937) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 89 (9.11.1937)
Date
1937-11-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
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jüdische Rundschau Nr. 89, 9. NOVEMBER 1937 I'ÄSITI ali JK1 m Tendenzen der Wirtschaft Von unserem palästinensischen Korrespondenten Nachdem unser palästinensischer gl.-Korrespondent in den beiden letzten Ausgaben die politische Lage, die nach der am 1. Oktober erfolgten Absetzung der Araberführer entstanden ist, analysiert hat, folgt heute eine Darstellung der wirtschaftlichen Situation. (Redaktion) ElnfluB der Politik Es ist im Laufe des letzten Jalires zu einem Axiom geworden, daß die Depression in der jüdischen Wirtschaft in Palästina eine Folge der komplizierten politischen Lage ist. Und niemand wird leugnen wollen, daß in dieser Behauptung ein sehr großer Kern Wahrheit steckt. In einem Lande, in dem die Befruchtung der Wirtschaft zu einem großen Teile von dem Import von Kapital und Menschen abhängt, in dem alles auf Veränderung, Erweiterung und Entwicklung eingestellt ist, muß cs sich empfindlich fühlbar machen, wenn dieser Import stark sinkt, und da die Ein- Wanderung und das sie begleitende Geld zu einem hoben Grade mit von politischen Faktoren beeinflußt werden, ergibt sich zwangsgemäß der stärkste Einfluß der Politik auf die Wirtschaft. Man darf jedoch in diesem Zusammenhänge nicht übersehen, daß z u scharfe Herausarbeitung dieser These auf Abwege führt, und daß sie sich psychologisch nachteilig auswirken kann. Sie ging nämlich so weit, daß man sich gelegentlich bei politischen Entwicklungen wunderbare Wir- Kungen aut die Wirtschaft versprach, und es ist im Lande last zu einer Massenpsychose geworden, daß nur die Aenderung in der Politik auch eine Aenderung auf ökonomischem Gebiete mit sich bringen kann. Im Anfang des Sommers zum Beispiel prophezeiten auch ernsthafte Leute itn Lande einen ״Boom“ für den Augenblick, wo der Peel-Report erschiene und damit die ersten Umrisse des Judenstaates am Horizont auftauchten. Man erzählte bereits von vertraulichen Telegrammen, die zu raschen Bodenkäufen in dem Gebiet des geplanten Judenstaates aufforderten (I). Als dann dieser erwartete Boom ausblieb, stellte man sich ein neues Datum für den großen Nctibeginn des ausländischen Kapitalinteresses, das Kommen der von England angekündigten Koinmission. Und als es durclisickerte, daß auch das noch ein Weilchen dauern würde, da schob man wieder den Beginn der neuen Autschwtingsperiode um ein paar Wochen und Monate hinaus. Nun hat jedoch aktive Wirtschaftspolitik einen ganz anderen Charakter als das Abwarten bestimmter politischer Entwicklungen. Die Richtung, Ordnung und Ankurbelung der palästinensischen Wirtschaft ist eine Sache des Jetzt und Hier. Es eht aut die Dauer nicht an, daß sich die Mentalität ausreitet, erst müsse die große politische Wendung kommen, vorher sei •ökonomisch nichts zu machen. Denn diese Mentalität wird selbst zu einem ökonomischen Faktor, sie hält das vorsichtige private Kapital zurück, sie vermindert bei den öffentlichen Fonds die Gebefreudigkeit, sie produziert eine Atmosphäre der Laschheit und Inaktivität, die durch die realen Verhältnisse nicht gerechtfertigt ist. Es hat sicher keinen Sinn, die wirtschaftliche Lage rosiger zu färben als sie ist, um eventuell schlecht Informierte zu neuen Invistitionen anzulocken; cs hat andererseits ebensowenig Sinn, wie gebannt auf das politische Feld zu schauen und damit das Publikum zu veranlassen, das gleiche zu tun, anstatt sich mit den Mitteln einer sofortigen, wenigstens teilweisen Abhilfe zu befassen. Das einfache Abwarten ist um so gefährlicher, als wir durchaus nicht sagen können, wann sich die politischen Nebel lüften, so daß sich die hiesige Wirtschaft darauf wird einrichten müssen, eine bcstimmte, vielleicht nicht kurze Zeit, sich auch gegen politische Widerstände zu halten. Das SuBere Bild — Vergleich mH 1927 Bei der letzten großen Krise, die über Palästina hinging und deren Höhepunkt jetzt zehn Jahre zurückliegt, war es kaum nötig, Umfragen zu machen oder Statistiken nachzuprüfen, um ein Bild über die wirtschaftliche Lage zu erhalten. Ein Gang durch die Straßen von Tel Aviv, das auch damals der Hauptstrompunkt der neuen Einwanderung gewesen war, war beredter als jede Statistik und jede menschliche Klage. In den Geschäftsstraßen standen die Läden massenhaft leer und Schilder, die Liquidation wegen Auflösung der Firma anktindigten, fand man überall. Die nackte Not war sehr viel stärker spürbar, Palästina sali zum ersten Male die Auszahlung von Arbeitslosenunterstützung, die es seither nicht wieder erlebt hat. Daß die Auswanderung die Ein- Wanderung weit überstieg, gab der psychologischen Depression einen besonders scharfen Stachel. Das äußere Bild, insbesondere von Tel Aviv, ln dem sich auch heute die Depression am stärksten fühlbar macht, ist weit günstiger. Leere Liiden, Anzeichen von Liquidation, sind relativ selten. Obwohl es viele leere Wohnungen gibt, sind die Schilder, die sie anzeigen, viel seltener als in jener Zeit. In den Häusern und auf den Straßen hat sich die Zahl der Hausierer, die mit dem Verkauf irgendwelcher Kleinigkeiten ihr Leben zu fristen suchen, vermehrt, aber sie ist der äußeren Schätzung nach nicht so hoch wie in vieien der europäischen Großstädte. Alles an dem äußeren Bild deutet daraut hin, daß die Verhältnisse viel besser liegen als 1927. Gleichzeitige Wirkung erschwerender Faktoren Man spricht in der Regel heute von der ״Krise“ (wobei es eine Diskussion der Fachleute gibt, ob man von ״Krise“ oder ״Depression“ sprechen sollte) und wirft in diesem Ausdruck sämtliche ökonomischen Schwierigkeiten zusammen, unter denen die Wirtschaft leidet. Es wird jedoch vielfach übersehen, daß wir es iin Moment mit verschiedenartigen Faktoren zu tun haben, die gemeinsam auf eine Verlangsamung des Wirtschaftsablaufes hinwirken, jedoch nicht alle mit . dem gleichen Maß zu!messen sind. Wir haben einerseits eine Verringerung der Einwanderung und des sie begleitenden Kapitalimports auf ungefähr ein Drittel des Umfangs von 1930. (Dabei muß bemerkt werden, daß die Kapitalisteneinvvandcrung auch in diesem Sommer die gleiche Proportion beibehielt, wie in den Zeiten der Prosperity. Es ist nicht so wie in der Krise vor zehn Jahren, wo das Kapital im Vergleich z.ur Arbeit zu sehr zusammengeschrumpft war und sich so ein Mißverhältnis ergab, das sich auf dein Arbeitsmarkt unmittelbar rächte.) Die zur Zeit einfließenden Kapitalien sind jedoch ungenügend, utn die bestehende Wirtschaft, die einen großen Umfang angenommen hat und auf relativ hohe Neuinvestitionen eingestellt war, von neuem anzukurbeln. Diese Verringe* rung der Einwanderung von Geld und Men• sehen ist einer der Hauptgründe der Krise. -- —. Daneben geht, jedoch von ganz arideren Momenten bestimmt, die Krise in der Orangenwirtschaft. Sie hat wenig mit den innerpalästinensischen Dingen zu tun, die sonst für die Krise verantwortlich sind, auch nicht mit dem so beliebten Sündenbock der Politik (auch wenn sie zum Teil politische Mittel zu ihrer Lösung benötigt) und sie hat auch nichts zu tun mit dem Absinken der Einwanderung. Es ist ein unglückliches Z ti s a m tri c n t re t f e n, daß die Orangenkrise mit der allgemeinen zusammenfällt, ein Zusaminentreffen, das die Verwobenheit des palästinensischen Wirtschaftslebens mit ausländischen Entwicklungen der Politik (spanische Orangen), den Devisenkontrollen und den allgemeinen Marktverhältnissen auf der Welt demonstriert. Schließlich werden in schwierigeren Zeiten innere Mängel der Wirtschaft, die in der Prosperity vom allgemeinen Strom überdeckt werden, offensichtlich und vertiefen die allgcmeine Krise. Das gilt für manche Felder der Industrie und des Handels ebenso, wie für die Verteilung der Berufe. Umfang und Hauptsfellen der Depression Am stärksten wirkt sich die gegenwärtige Depression att der Stelle aus, die während der Prosperity den stärksten Auftrieb zeigte, also auf dem Bau markt. Nach den letzten Statistiken ist die Baubewegung in diesem Sommer im Vergleich zu 1936 um ungefähr ein Drittel gesunken (wobei inan in Betracht ziehen muß, daß der Sommer 1936 bereits einen Rückgang gegenüber 1935, dem Höhepunkt der Konjunktn rwelle, autwies). Hier finden wir den Punkt der stärksten Ausstrahlung aut den Arbeitsmarkt (Freisetzung von Arbeitern), auf die Löhne, die stark gesenkt wurden, lind damit auch aut die allgemeine Kaufkraft. Ein Teil der int Bau beschäftigten Arbeiter kommt in anderen Zweigen unter, jedoch zu niedrigeren Löhnen und vielfach sind die in Arbeit Stehenden nur Kurzarbeiter mit einer Beschäftigung von drei Tagen in der Woche. Vom Bau aus strahlt die Depression hinüber in jenen Teil der Industrie, der mit ihm verbunden ist. Eine Einwirkung der Orangenkrise auf die Industrie besteht mir insoweit, als die Neupflanztingcn seit etlicher Zeit (de facto noch vor dem eigentlichen Beginn der Allgemeindepression) aufgehört haben, daß also keine Neuinstallationen in nennenswertem Umfange durch geführt werden. Im übrigen Mordanschlag auf ln der Nähe der Tierklinik in Jerusalem sind am Freitag abend aut dem Wege vom Lager des Black Watch Regiments zur Altstadt zwei britische Soldaten angeschossen worden. Einer war auf der Stelle tot, der zweite wurde so schwer verletzt, daß er tags darauf starb. Sofort nach dem Ueberfall wurden die Gittertore, die vor kurzem an den Eingängen zur Altstadt angebracht worden sind, geschlossen, und eine gründliche Durchsuchung der Häuser in der Umgebung der Mordstelle begonnen. Obwohl die Schüsse aus unmittelbarer Nähe abgegeben worden sind, konnten die Täter nicht gefunden werden. Der Mordüberfall erfolgte 200 m von der Stelle entfernt, an der Avinoam Yellin erschossen worden ist. Augenzeuge der Tat war ein jüdischer Hilfspolizist, der sich aber in so weiter Entfernung befand, daß er die Mörder, die sofort flüchteten, nicht mehr cinholcn konnte. Er konnte nur noch angeben, daß die Täter die Richtung zum Ztonsbcrg eingeschlagen haben. Am Sonnabend wurde die Verfolgung der Mörder der beiden Soldaten mit Spürhunden aufgenommen. Die Spur führte zu dem Dorf Silvvan bei Jerusalem. Att der Dorfgrenze wurde die durch Militärabteilungen verstärkte Polizei mit einem Stcinbombardement empfangen. Die Polizei war genötigt, eine Salve abzugeben. Der Araber Achmed Chaniajet‘wurde dabei erschossen. Ein zweiter Araber wurde schwer verwundet, als er aut der Flucht über eine Felsrampc sprang. Es wurden in Silwan Waffen- und Munitionslager entdeckt. Die Häuser, in denen die Waffen gefunden wurden, sollen zerstört werden. Für die Ergreifung der Täter ist ein Preis von 1 00 0 Pfund ausgesetzt worden. Mehrere Araber wurden verhaftet. Uebcr Silwan ist der Ausnahmezustand verhängt worden. Vom Eintritt der Dunkelheit bis zum Morgen ist der gesamte Straßenverkehr eingestellt. Bei der Obduktion der Leichen der beiden britischen Soldaten ist ein Geschoß gefunden worden, das den in Silwan beschlagnahmten Patronen entspricht. Ausnahmezustand in Jerusalem aufgehoben Der Ausnahmezustand in der Altstadt von Jertisalem wurde wieder aufgehoben, wodurch es den Mohammedanern ermöglicht wurde, das Ramadhan-Fasten einzuhalten. Kurz darauf wurde «ine Bombe in den Hof des Betar - Klubhauses in der Altstadt von Jerusalem geworfen, die jedoch kein Unheil anrichtete. Der Terror Den Dörfern Tireli und kakun wurde von den Behörden wegen Schießens auf jüdische Siedlungen eine Geldbüße von 250 Pfund auferlegt. Einem Bericht im palästinensischen Amtsblatt zufolge sind 19 Araberdörfer in dem Bezirk von Safed mit Geldbußen bestraft worden. Mr. Batters 11 i 11, der den abwesenden High Commissioner vertritt, veröffentlichte einen Erlaß, in dem Ishak Darwish, ein Neffe des Mufti und früherer Kontrolleur des Wakt, auf Grund der Ausnahme-Gesetzgebung aus Palästina verbannt wird. In Ain Hakerem bei Jerusalem wurde die Leiche eines Arabers gefunden. Es steht nicht fest, ob es sich um ein Opfer von Terroristen handelt oder ob der Araber während eines Kugelwechsels mit der Polizei erschossen wurde. Drei bewaffnete Araber versuchten, in ein arabisches Haus in der Nähe von Bethlehem einziidringen. Hilfspolizisten feuerten auf sie, und ein Araber wurde getötet. Die zwei anderen ergriffen die Flucht. Die jüdische Siedlung Cherut, die im Scharon-Gebiet an der Straße Haifa—Tel Aviv liegt, ist beschossen worden. Auch muß man in der Industrie zwischen jenen Werken unterscheiden, die für die Befriedigung der ersten Bedürfnisse arbeiten (also Eliwaren usw.) und solchen, die andere Waren produzieren (Bekleidung usw.), deren Ankauf in schlechten Zeiten von allen Seiten eingeschränkt wird. Bei etlichen Industriezweigen ist cs gelungen, die Schrumpfung des inncren Marktes durch Export wettzumachcn, teils durch eine teilweise Umstellung des Verkaufes, teils durch die Besserung der Weltmärkte in Aufnahmefähigkeit und Preisen. Es gibt außerdem Unternehmen, die in der Konjunktur gegründet worden sind, und jet/t erst produktionsreif werden, und unter den interessanten guten Zeichen der Wirtschaftsläge ist die weit erc E r h ö h 11 n g im E 1 e k t r i z i t ä t s v e r - brauch, sowohl in Betrieben wie in Privathäusern zu nennen, litt Zusammenhang mit den Schwierigkeiten in der Industrie muß noch ein Faktor erwähnt werden, den wir trüber andeuteten, daß in den heutigen schweren Zeiten Fehler in Anlage und Aufbau des Unternehmens stärker sichtbar werden und sich rächen. Mangelnde Facltkenntnisse, zu wenig Kapital, falsche Organisierung sind an verschiedenen Stellen i!1 Betrieben zu finden und es hat keinen Sinn, gerade diesen Punkt zu vertuschen. Derartige Fehler einzelner Unternehmungen wirken sieh zwar in der Gesamt- Inge aus, sind jedoch in dieser nicht verwurzelt und nicht typisch für die hiesige Industrie. Gerade wenn die Schwierigkeiten eines Unternehmens nicht so sehr von den objektiven als von den subjektiven Faktoren der Leitung abhängen, bestehen Möglichkeiten einer Besserung durch Neu- Organisierung, Zuführung von Kapitalien, Anpassung an die gegebenen Verhältnisse usw. Plantagen und gemischte Landwirtschaft lieber die O r a n g c!1 w i r t s c 11 a f t halten wir kurz gesprochen und darauf hingewiesen, daß sie als Export- Wirtschaft auf einem besonderen Blatte steht, lieber die Lage in der ״g c m i s c 11 t e!1 I. a 11 d w i r t s c 11 a f t“ haben wir bereits früher zusammcnfasscml berichtet. Hier sei zur Abrundung des Bildes nur nochmals darauf hingewiesen, daß die gemischte Landwirtschaft, zwar in anderer Art, aber docli ähnlich wie die Industrie einerseits an einer Schrumpfung des inneren Marktes und den damit zusammenhängenden Preissenkungen, andererseits an den heute schärfer zutage britische Soldaten bet Natania wurden Schüsse auf ein jüdisches Auto abgegeben. An der Eisenbahnlinie zwischen Dcir es Scheich und Betir bei Jerusalem explodiertet!, kurz bevor der Zug an die Stelle kam, zwei Minen. Der Verkehr war eine zeitlang unterbrochen. Einem Polizeibericht zufolge wurden aut die Polizeistation in B eis.an 25 Schüsse abgefeuert und eine Bombe geschleudert. Es wurde jedoch niemand verletzt. Nachts wurde ein arabischer Obmann der Abteilung für Ocffcntliche Arbeiten in seinem Haus in Safed von drei bewaffneten Arabern angegriffen, die auf ihn schossen und ihn schwer verletzten. 111 der Nähe von Abu- Gosch auf der Jerusalem—Tel Avivcr Chaussee wurde auf einen Autobus der Egged-Oesellschaft mehrfach geschossen. Der Fahrer und ein Fahrgast erlitten leichte Ver* letz itn gen. Die Oelkiliing wurde im Bezirk Beisan angebohrt und in Brand gesteckt. Dank den neuen Sicherheits- Vorkehrungen wurde das Feuer sofort entdeckt mul konnte rasch gelöscht werden. Die Polizeiposten an der Nordgrenze wurden von einer Abteilung berittener Polizei aus Jaffa verstärkt. Die Behörden haben in den Bezirken von (i a z a und Dschenin aut Kosten der Einwohner Sonderwacht« Posten eingerichtet, deren Aufgabe es ist, die Teleplionclrälitevor Beschädigung zu schützen. Ein eisernes Tor wurde am Eingang des jüdischen Viertels in der Altstadt von Jerusalem angebracht. Gleichzeitig wurden Polizisten dort postiert. Die Polizei erhielt für ihren Radiodienst neue Ausrüstungen. Dadurch ist die Uebertragung von Befehlen an Polizeiposten im ganzen Lande durch Radio möglich geworden. Aut die Polizei- Station in Naz aretii ist eine Bombe geworfen worden. Es scheint jetloch die Ordnung vollkommen wiederlicrgestellt zu sein, da der über Nazareth verhängte Ausnahmezustand wieder aufgehoben worden ist. In R a m a 11 b e i A k ko wurde der Muchtar durch einen Schul! schwer verwundet. Der Angriff auf den Muchtar ist angeblich erfolgt, weil er den Behörden Mitteilungen über Bandenbewegungen in Nordpalästina gemacht hat. Der Muchtar des Dorfes Tire ist ebenfalls durch einen Schuß leicht verwundet worden. Ein Araber, der in dem an Tel Aviv angrenzenden M a n s c 11 i e-Vie r t el eine Bombe werfen wollte, ist durch vorzeitige Explosion des Sprengkörpers zerrissen worden. Ueher das Dorf Jagur bei Haifa, wo vor einer Woche jüdische Schulkinder beschossen worden sind, ist eine Kollektivstrafe verhängt worden. Wegen eines auf die Eisenbahn bei Ras el Ain am 14. Oktober verübten Sprengstoffanschlages sind die sieben Aeltesten des arabischen Dorfes R e 111 i c bei Petach Tikwah in das Konzentrationslager van Akko gebracht worden. Arabische Orangcnexportcurc in Jaffa haben Briefe erhalten, in denen sie unter Todesdrohung aufgefordert werden, Beifrage zu der Kollektiv strafe zu leisten, die vor kurzem der Stadt Lydda auferlegt worden ist. Der Schuppen einer jüdischen Bootsreederei itn Gebiet des Hafens von Tel Aviv ist durch Feuer vernichtet worden. Es bestellt der Verdacht, daß der Brand von arabischen Terroristen gelegt wurde, die einen Anschlag auf den Hafen beabsichtigten. Aus Trans Jordanien wird berichtet, daß auch dort Unruhen und Sabotageakte fortdauern. Zwischen Jcrasch und Amman ist die Teiephonieitung durchschnitten worden. Einer der einflußreichsten politischen Gegner Emir Abdullahs, Reschad Pascha, ist verhaftet worden, angeblich, weil er mit der Organisierung arabischer Terrorbanden in Zusammenhang stellt. Pressemeldungen zufolge werden jetzt im Kampf gegen die Terroristen in Palästina Flugzeug a b w e h r - eschütze verwendet. Den Terroristen stehen zwar keine lugzeuge zur Verfügung, die Abwehrgeschütze aber bewähren sich wegen des steilen Feuerwinkels bei dem Kampf in dem von tiefen Schluchten zerrissenen Gelände. Insbesondere auf der Straße Jerusalem—Tel Aviv können Angreifer mit Hilfe solcher Geschütze, die auf Lastkraftwagen montiert sind, erfolgreich bekämpft werden.

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