Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 88 (5.11.1937)
- Date
- 1937-11-05
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 88, 5. XI. 1937 Zur Lage der Juden in Oesterreich Von unserem Berichterstatter % J. R., W i e n, 3. November In größerem Rahmen als sonst wurde die Jahreskonferenz des Österreichischcn Keren Kajemeth eingeleitet.. Das Militärkasino am Schwarzenhergpiatz war von Delegierten und Gästen dicht besetzt, als der Präsident des österreichisehen Keren Kajemeth, Adolf Böhm, die Versammlung eröffnete. Als erster in der Reihe der Begrüßungsredticr ergriff der Präsident der Wiener Gemeinde, Staatsrat Dr. Friedmann das Wort; er benutzte die Gelegenheit, um über die augenblickliche Situation der Juden in Oesterreich wichtige Erklärungen zu machen. ״Es gibt Augenblicke“ so begann der Redner, ״wo das Schweigen gebrochen werden muß. Wir haben hier lange genug geschwiegen. Dieses Schweigen lastet Briefmarken Fritz Le^m auf uns allen. Die Situation erheischt ein offenes Wort. Wir müssen den Dingen ins Auge sehen können, um den richtigen Weg zu finden.“ Der Redner schildert das Elend der Wiener jüdischen Bevölkerung. Ein großer Teil der Wiener Judenschaft stelle schon heute ein amorphe Masse dar, die nur dic bittere Sorge um das tägliche Brot und das Obdach vor Augen, hat, daß sie für keinerlei andere Vorgänge, mögen sie noch so wichtige sein, Teilnähme aufztibringen vermag. Ein anderer Teil wieder, von ähnlichem Schicksal verschont, denke nur an die Erhaltung des eigenen sozialen Status. Das sei der innere Zustand. .Aber nun kündigen sich auch von außen her Tendenzen an, die die weitere Grundlage der jüdischen Existenz zu erschüttern drohen. Der Redner erklärte im Zusammenhang mit den von höchster Rcgicrungsseite gemachten Acußerungen, daß die homogene Bevölkerung dieses Staates das Recht habe, den. Rahmen zu wählen und zu bestimmen, der ihr entspricht. Allein auch die Juden hätten ihr gutes Recht, in diesem Rahmen die Möglichkeit eines eigenen kulturellen jüdischen Lebens zu verlangen. Das heiße jüdisch-nationales Leben in all seinen geistigen, kulturellen und sozialen Aeiißcrungen. Das bedeute aber auch die Teilnähme am öffentlichen Geschehen dieses Staates, nicht führend und nicht hindernd, aber im Rahmen der Wahrung der jiidisehen Rechte und Interessen. Man möge die Juden hier nach ihren Eigenwerten beurteilen und nicht nach geographischen Begriffen. Die Judcnschaft werde nie ihre Zustimmung geben zu jener Abgrenzung, mit der sich ein gewisser Teil der Wiener Juden anscheinend abzufinden bereit ist. ״Wir werden“, erklärte Staatsrat Dr. Friedmann, ״nie jene Abgrenzungstendenzen akzeptieren, die einen Teil des jüdischen Volkes gegen den anderen auszuspielen versuchen.“ Die diesjährige Keren Kajc-metli-Konfercnz steht, wie alle hiesigen zionistischen Veranstaltungen der letzten Zeit, im Zeichen des Ende dieses Monates fallenden Todestages des (pberrabbiners Professor Dr. Zwi Perez C h a j e s. Diesem Gedenken gilt eine große Aktion des Keren Kajemeth, die von Dr. E. M. Zweig, Jerusalem, geleistet werden wird. Einen begeisterten Bericht über Palästina erstattete der nichtzionistische Vertreter der Österreichischen Juden in der Jewish Agency, Direktor Emil Kraus. Adolf Böhm sagte in seinem Referat 11. a.: Die Zukunft se! ungewiß und zugleich hoffnungsvoll. Eine Fülle von Auf• gaben, insbesondere auf dem Gebiete der Bodengesetzgebung, harrt des neuen jüdischen Staates. Das Bild des neuen jüdischen Staates werde durch Gesetze, die seine Entwicklung bestimmen werden, geformt werden. Die Bodengesetze werden all jene im Nationalfonds begründeten theoretischen Grundsätze sich zu eigen machen. Es werde eine große Wasserforsehung und richtige Wasserverteilung durchgeführt werden müssen. Dies sei um so wichtiger, wenn man bedenkt, daß die Mandatarmacht diesen lebenswichtigen Fragen der Kolonisation fast 17 Jahre lang fast keinerlei Aufmerksamkeit geschenkt hat. Es werde eine raschere Kolonisationstätigkeit einsetzen müssen. Der jüdische Staat werde den Keren Kajemeth nicht überflüssig machen. Die Funktion und die Aufgaben des Keren Kajemeth werden erst recht zur Geltung kommen. Denn der neue jüdische Staat werde, mit Rücksicht auf die Steuerkraft seiner Bevölkerung, arm sein. Sein Aufbau werde zu einem großen Teil von der Höhe der einfiießenden Mittel aus der Diaspora abhängig sein. Als letzter Redner hielt der Direktor des Chajes-Real• gymnasiums, Dr. Viktor Kellner, die Gedenkrede auf Cliajes, dessen universeller Geist auch die von ihm ins Leben gerufene und seinen Namen führende Schule erfüllt, * Todesfälle. Kürzlich ist auf dem Jüdischen Friedhof unter Teilnahme zahlreicher Mitglieder der Wiener Gerichte Oberlandcsgerichtsrat Dr. Alfred Pick beigesetzt worden. Der Verstorbene, der seiner Güte und seines Humors wegen zu den populärsten Wiener Strafrichtern der Vorkriegszeit gehörte, war der Sohn Gustav Picks, des Verfassers des bekannten ״F i a k e r I i e d es״, das, als Ausdruck urwüclisi• gen Wiener Humors, weit über die Grenzen Wiens hinaus Berühmtheit erlangt hat. — Oäjährig verstarb Rechtsanwalt Dr. Wilhelm Knöpf ei in ach er, einer der bekanntesten Vertreter des Wiener Barrcaus. Sein Sohn Dr. Hugo Knöpfelmacher ist als Uebersetzer von Werken Bialiks und Achad Haams hervorgetreten. Daränyl hat gesprochen Von unserem ungarischen Berichterstatter Budapest, 31. Oktober 1037 In der ersten Herbstkonferenz der Partei der Nationalem Einheit äußerte sich Ministerpräsident von Daränyi in groß angelegter Rede über sämtliche Fragen der Innenlind Außen- Politik, die zur Zeit an der Tagesordnung sind. Wie wir schon berichteten (siehe ״Jüdische Rundschau“ Nr. 85), wurde besonders •der Stellungnahme des Regierungschefs zu der in letzter Zeit stark überlianduchmcndcn rechtsradikalen Presse- und Straftenpropaganda mit größter Ungeduld und Erregung■ entgegengesehen. Die Erklärungen Dr. Daränyis hierzu lauteten wörtlich: ״Die Regierung wird auch in Zukunft nicht bereit sein, wie immer geartete Agitationen zu dulden, die in ihren Zielen oder Methoden ungesetzlich sind.“ Gegen die Winkel Zeitungen, ״die die Lücken des in Geltung befindliehen Prefigesct/cs ausnützend die regierungsbehördliche Erlaubnis umgehen und die öffentliche Ruhe, die Volkswirtschaft und den Kredit gefährden“, stellt der Ministerpräsident einen kurzen Gesetzentwurf in Aussicht, der die Vorlegung der Pflichtexemplare vor dem Erscheinen bei der Staatsanwalt- Schaft und eine Beschleunigung des Verfahrens enthalten soll. Zusammenfasscnd wiederholte der' Redner: ״Ich erkläre mit voller Entschiedenheit, daß ich nicht geneigt bin, unter dem Titel der Bekämpfung extremer Tendenzen, die Richtung der Regierung auch nur um Haarbreite nach links zu verschieben. Ebensowenig bin ich geneigt, den Bestrebungen unverantwörtlicher politischer Dilettanten und Phantasten Zugeständnisse zu machen, selbst wenn sie sich unter nationalistischer Parole zu Worte melden." Von der Juden frage ist im Text mit keinem Worte die Rede, bloß' in einem Passus über die polizeiliche Notwendigkeit der Verschärfung der Grenzkontrolle gegen unerwünschte Elemente ist diese in ihrer administrativen Bedeutung nntinbegriffen. Innerjüdische Lethargie Während die Juden frage, das Verhältnis zwischen Judentum und Umwelt im Bremipunkt des politischen Interesses und Geschehens steht, befindet sich das inner jüdische!..eben sozusagen in einem Schlummerzustand der Interesselosigkeit, der — allerdings durch materielle Sorgen bedingt, — geistige Energien und Zielsetzungen vermissen laßt. Nicht als ob es am Programm fehlte! I lofrat Saume! Stern und sein Mitarbeiter- Stal) trachten die fugend in Kartotheken /usainmenzuschreiben, in Be/irksverbäiidcn m organisieren. Ihrer Wissenschaftlicli-üternrischen Weiterbildung, vor allem ihrer gesellscliaftlich-soziakm Bewährung dient nach die neue Zeitschrift: Jobb jövö (Bessere Zukunft); andererseits wird von seiten der Jugend selbst immer ci 11 dוi 1 ו:ichcr der Ruf nach einem die anze Problematik der heutigen Jungen umfassenden Jugendongrefl erhoben, wobei Umschichtung und Auswanderung ebenfalls zur Sprache kommen miißien. In der Jahrcsvcrsammlung des VI. (icmeindedistrlktes, die dieser Tage unter Vorsitz Hofrats S. Stern tagte, betonte auch dieser die Notwendigkeit, für Palästina zu sorgen. ״Das größte Problem des heutigen Gesamtjiidcütums ist die Palästinafrage. Und wiewohl der geplante ludenstaat für diejenigen, die in ihm eine neue Heimat für die in Europa heimatlos gewordenen Juden erwarteten, eine sehmer/liche Enttäuschung bedeutet, müsse er das neue Gebilde dennoch begrüßen, da es die Möglichkeit neuer Weiterentwicklungen in sich berge und die daran geknüpften Hoffnungen voraussichtlich erfüllen werde.“ Inzwischen hat die Zionistische Landesorganisation ihre Winterarbeit mit einem Zyklus von Vorträgen aufgenommen, in denen Dr, F. Fried, Dr. E. Neu mann und Dr. Th. La n tos in Arbeitsgemeinschaften den Peel-Bcriclit besprechen wollen. Auch die freien Volksuniversitätskurse der Pester Israelitischen Gemeinde haben begonnen, ebenso das ,.Pädagogium der Eltern“; aber obwohl diese Kurse die verschiedensten jüdischen Kulturgebiete umfassen und die Vortragenden ihr Bestes bieten, ist es bisher seit Jahren nicht gelungen, die Intelligenz der Hauptstadt, vor allein ihre Jugend, neranzuziehen. Fs scheint, als ob bloß Festakte und Festessen, Jubiläen, persönliche Huldigungen größere Mengen in Bewegung bringen könnten. Allgemeinen Kulturbestrcbungen mangelt es an Schwung und Wärme. Dabei vergeht kaum eine Woche, in (!er die Judcnhcit nicht in ihren Empfindlingen verletzt wird. Eine orthodoxe Gemcinde sucht um Verschiebung ihres aut Schabbat fallenden Jahrmarktes an. Das Handelsministerium fällt ־- trotz gesetzlieh anerkannter Rezeption der jüdischen Konfession — die prinzipielle Entscheidung, dal; jüdische Feiertage keinen Grund Herren- und Dam ert- Ausstattungen Berlin SW, Iriedridtstrafte 50-51 für Verlegung von festgesetzten Marktterminen .־ingeben können. In einem änderet) Orte werden Gemeindevorsteher und Vor- Standsmitglieder in polizeilichen Gewahrsam genommen, weil ein zehnjähriger Junge behauptet hatte, sie hätten ein Attentat gegen ,die Pfeilkree/ier verüben wollen. In all diesen Gegenden und Ortschaften handelt csich nicht um ״Ostjuden‘׳, die man gern gegen die assimilierten Juden auszuspiclcn pflegt, sondern um ״Ungarn israelitischer Konfession“. Aber die Gegenpartei kennt niemals t intersehiede zwischen Juden und Juden, sie differenziert auch nicht nach ihren Handlungen. Dr. A.F. Steinhardt-Ausstellung in Paris. Unser Pariser K.-Bcrichterstatter schreibt uns: Der Maler Jacob Steinhardt, der zur Zeit in der Pariser Galerie Rillet, die sich um die Propagicrung jüdischer und palästinensischer Kunst in Paris große Verdienste erwirbt, ausstellt, ist für die in Deutschland lebenden Juden kein Unbekannter. In seinen Bildern und Holzschnitten hat er eindringlich das Leben des jüdischen Menschen, die jüdische Legende usw. geschildert. Steinhardt war bereits ein reifer Mann und geformter Künstler, als er aus [Deutschland nach Palästina iibersiedclte. Aber auch dem fertig gebildeten, seiner künstlerischen Wirkungen sicheren Maler sind die palästinensische Landschaft, die Sonne des Südens, die bunten orientalischen Menschen zu •einem neuen tiefen malerischen Erlebnis geworden. Man kann an Hand der kleinen Bilderfolge, die Steinhardt zur Zeit in Paris zeigt, deutlich verfolgen, wie ihn dieses malerische Erlebnis immer mehr erfüllt und wie sein malerischer Stil freier und leichter wird. Die künstlerische Persönlichkeit Steinhardts bietet eine Gewähr dafür, daß er seiner malerischen Begeisterung für die neue Heimat auch mit einer soliden, handwerklich sicheren Technik Ausdruck zu geben vermag. Besonders sind die in farbiger Einheit gesehenen und dargestellten Gesamtansichten Jerusalems hervorzuheben. Eine andere Probe von der Kunst dieses Malers bekam man gleichzeitig mit der Ausstellung durch die Aufführung des Dramas ״Traum des Golem“ von Lcvik durch die ״Hammah“ in Paris, zu dem Steinhardt die Bühnenbilder geschaffen haf. Gemeindeprobleme ist Sao Paulo Von unserem Berichterstatter S5o Paulo, im Oktober Dr. M i b a s h an, der Sonderdelegierte der Jewish Agency für Südamerika, weilte einige Tage in Rio und Säo Paulo. In beiden Städten fanden eine Anzahl gut besuchter Vcr- Sammlungen statt, in denen dieser ausgezeichnete Redner die aktuellen Fragen der jüdischen Politik behandelte. Die An- Wesenheit Dr. Mibashans in Rio hat dort zur Aktivierung des zionistischen Lebens beigetragen und zu der Schaffung einer Zweigstelle der Jewish Agency geführt. Auch in diesem Jahre fanden hier zu den hohen Feiertagen Gottesdienste nach askenasischem Ritus statt Die Veranstalterin der Gottesdienste war die vor etwa einem Jahre gegründete deutschsprachige Gemeinde Säo Paulos. Die mustergültige Vorbereitung und Durchführung dieser Gottesdienste wird sicherlich viel dazu beigetragen haben, den aus Deutschland eingewanderten Juden ein neues Heiinatsgefühl zu vcrmittein. Die junge deutschsprachige Gemeinde hat sich mit dieser Tat ein beachtliches Verdienst erworben. Die vor einiger Zeit mit viel Energie eingeleiteten Be- Strebungen zur Schaffung einer'die gesamte Pamistaner Judenheit umfassenden Großge mcinue haben mit einem bedauerlichcn Mißklang ein vorläufiges Ende erfahren. Der Plan zur Schaffung dieser Großgemeinde hatte anfangs die begeisterte Unterstützung fast aller jüdischen Gruppen lind Landsmannschaften gefunden. Sämtliche Zionistischen Organisationen hatten sich zu diesem Zweck spontan zu einem ״Nationalen Block“ zusammengeschlossen, um das Gewicht der in ihrer Mehrheit zionistisch orientierten jüdischen Bevölkerung Sao Paulos diesem Vorhaben in seinem ganzen Umfange zugute kommen zu lassen. Im Laufe der entscheidenden Vorbesprechungen zur Schaffung dieser Körperschaft kam es aber zu starken Unstimmigkeiten, die ihre Ursache vor allem in der Unnachgiebigkeit der nichtzionistischen Vertreter gegenüber den zionistischcn Forderungen hatten. In völliger Verkennung der Mehrheitsverhältnisse in der Pakistaner Judcnhcit glaubte man sich über die zionistischen Forderungen mit einer gewissen Nonchalance hinwegsetzen zu dürfen. Man war nicht bereit, der zionistischen Forderung auf Vornahme der Wahl zur vorläufigen Repräsentanz nach dem Proporz-List er. Wahlsystem stattzugeben, es kam zu einem Bruch, und der ״Nationale Block“ entzog diesem Vorhaben seine Unterstützung. Das Ausscheiden des zionistischen Flügels hatte zur Folge, daß an der Wahl zur provisorischen Repräsentanz nur 188 Menschen tcilnahmen. Die Bedeutung dieser Zahl wird erst Har, wenn man berücksichtigt, daß der Aufruf zur Schaffung der Großgemeinde nicht weniger als 1300 schriftliche Zustimmung?• erklärungen gefunden hatte. Es ist zu hoffen, daß. damit in dieser Angelegenheit noch nicht das letzte Wort gesprochen worden ist. Die Schaffung einer die gesamte Paiilistaner Judcnhcit nach außen hin repräsentierenden Instanz ist eine gebieterische Notwendigkeit. Kleine Nachrichten Die jüdische Bevölkerung von Schanghai ist durch die kriegerischen Ereignisse in schwere Not geraten. Die Leiter der Jüdischen Gemeinde haben einet! Hilferuf an die Judenheit der Welt erlassen. Zu Chanukkah wird in () porto (Portugal) die von Sir Elie Kadooric gestiftete Synagoge der dortigen zum Judentum zurückgekehrten Marannen-Gemeinde cingeweiht In Tcplitz-Schönau starb der Badearzt und Internist Dr. Arnold Köhler plötzlich an einem Herzschlag. Dr. Köhler veröffentlichte eine Reihe Wissenschaftlicher Arbeiten, insbesondere über Nierenerkrankungen. Im Heidelberger Krebsforsehungsinstitut wurden auf Grund von Ideen Dr. Köhlers zur Krebsforschung Versuche angestellt. Schluß der Hadassah-Konferenz Mrs. Epstein Präsidentin Die jubiläumskonferenz der Hadassah hat beschlossen, einen War bürg-Gedächtnis fonds für Sozialarbeit unter der Jugend Palästinas zu schaffen. 25 0fK) Dollar wurden von der Konferenz für diesen Zweck bewilligt. Die Arbeit lies Fonds wird unter der Leitung von Miß Henrietta S z o I d stehen. Die!Delegierten verpflichteten sich weiter 100 000 Dollar ftir die Fertigstellung des medizinischen Zentrums in Jerusalem autzubringen. Es wurde beschlossen, 80 000 Dollar für den Jüdischen Nationalfonds zu sammeln. Die am Schluß der Konferenz vorgenommenen Wahlen ergaben die Wahl von Mrs. Epstein zur Präsidentin und von Miß Henrietta Szold zur Ehrenpriisidentin der Hadassah. Die bisherige Präsidentin, Mrs. Jacobs, die in die Exekutive der Jewish Agency gewählt worden ist, mußte ihr Amt wegen Ucberbürdüng niederlegen. Die Konferenz beschloß, zu Ehren der bisherigen Präsidentin in Palästina einen Ros e - J aco bs - W a 1 d von 10000 Bäumen zu pflanzen. Nach lebhafter Debatte wurde mit überwiegender Mehrheit eine Resolution angenommen, In der die Zionistische Exekutive aufgefordert wird, mit der britischen Regierung über eine konstruktive Politik zur vollständigen Durchführung des Mandates In einem ungeteilten Palästina zu verhandeln. Beratung katholischer KirchenSürsten In der Stadt des Vatikan ist der 87jährige chaldäische Patriarch von Bagdad, Emanuel Tootna, in Begleitung von zwei Bischöfen eingetroffen. In Besprechungen mit dem Papst und dem Staatssekretär des Vatikans, Kardinal Paccelli, soll der Patriarch über die Auswirkung der Lage in Palästina aut die Nachbarländer und über das Problem der heiligen Stätten im Falle der Teilung Palästinas befragt werden. Daß sich in Rom gleichzeitig auch der Patriarch der syrisehen Katholiken, Kardinal Aponaai, und zwei hohe Geistliehe aus dem Libanon aufhalten, wird als Bestätigung dafür angesehen, daß sich die vatikanischen Kreise eingehend mit dem Studium der Lage in Palästina befassen. Es verlautet, daß auch der Patriarch von Jerusalem, Mgr. Louis Barlassina, in den nächsten Tagen in Rom eintreffen wird. Au» der ״JÜDISCHEN RUNDSCHAU“ v. 1.11.1912 .. 0 0 Das Kollegium der 46 jüdischen Wahlmänner 1F ar scha n s hielt am 24. Oktober in Angelegenheit der Dumawahlcrt eine Sitzung ab, die von 9 Uhr abends bis 5 Uhr morgens dauerte. Auf Initiative des hebräischen Schriftstellers Jakob Rabinowitz haben sich mehrere Einwohner Pei ach T ikwahs entschlossen, die Gründung einer landwirtschaftlichen Mittelschule zu unternehmen.. Für das nächste Jahr haben bereits Dr. Mettmann (Jaffa), Eisenstein, Direktor Mugrabi sowie ein arablscher Lehrer ihre Mitwirkung zugesagt. Am 29. September fand in der Aula des Hebräischen Gymnasiums in Jaffa der erste Verlrctertag der jüdisehen Turnerschaft Palästinas statt. Wiesbaden: Unstreitig macht der Zionismus auch in Wiesbaden Fortschritte. Langsam, aber sicher geht er seines Weges, sein Ziel stets vor Augen und schließlich wird es ihm gelingen, in die Indolenz, durch die sich Wiesbaden besonders ״auszeichnet", eine Bresche sn schlagen. TEPPICHHAUS ZENTRUM AeuBerste Preise 10 r Teppiche ־ Gardinen - Läufer Berlin CS, Spandauer StraB« 8• an dar KönlgatraBa