Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 87 (2.11.1937)
- Date
- 1937-11-02
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 87, 2. NOVEMSER 1937 7 t ז r י r t 1 r 1 i r 1 t r s 2 T> T a a a a a a 0 e! 0 e 3 v a c y t r r ו * ) ג 1 1 t Die jüdische Staatsreife Die Vortragsreihe des Jüdischen Lehrhauses über das Problem des Judenstaats fand eine ausgezeichnete Fort- Setzung in dem Vortrag von Dr. Max Wiener itber ״Eigaung und Reife der Juden zur Siaatsbildung“. I>r. Wiener vies einleitend darauf hin, daß die Aufgabe,_ vo«r die wir estellt sind, nicht zu vergleichen ist etwa mit den Staatsilditngcri im vorigen Jahrhundert, wo es sich stets darum handelte, Völkern, die bereits seit langem auf ihrem Boden saßen, eine neue organisatorische Form zu geben; unsere Zerstreuung über die Welt schafft hier eine einzigartige Lage. Andererseits ist der Vorgang nicht ohne Beispiel in unserer. Geschichte, in der sich die Juden stets Reste einer Staatsgesinnung bewahrt haben. Das Exilarchat und die Autonomie in Babylonien sind Residuen einer Staatsgesinnung. Das religiöse ideal, das im Messiartische« gipfelte, sah am Ende der Tage den Gottesstaat. Die Lehre wurde von den Halachisten immer unter dein Gesichtspunkt einer Rückkehr nach Palästina und eines Neuaufbaus des jüdischen Staates weiterentwickelt. Die Autonomie der Juden in Polen mit der Vier-Liinder-Synode an der Spitze ist ebenfalls ein Zeichen noch erhaltenen Staatsdenkens; und sogar in den Gemeinden nach der Emanzipation kann man noch solche Reste finden. Das Problem ist darum mich Wieners Ansicht nicht: wie schaffen wir einen Staat nach 2000jähriger Staatslosigkeit, sondern: nach 150 Jahren Assimilation mit allen ihren Folgen. Es war der ausgesprochene Zweck der Emanzipation, das jüdische Gemeinwesen aufzulösen. Die ,,Konfession“ sollte die Juden zusammenfassen; aber sie wurde zugleich ihres Inhalts entleert. So haben diese 150 Jahre Emanzipation mehr von der nationaljiulisehcn Substanz fortgenommen als 2000 Jahre Galuth. Lind wenn wir heute noch ein Volk sind, dann sind wir ein Volk von Individualisten; unter solchen Voraussetzungen läßt sich kein Staat bauen. Die entscheidende Frage ist darum, ob die Juden dieses (nicht angeborene, sondern durch die Enianzipationszeit anerzogene) Uebcl des Individualismus werden überwinden können und ob sie zu einer normalen Bcrufsstruktur zurückkehren werden. Um• Schichtung der Berufe wie der Seelen ist die Aufgabe, die uns gestellt ist. ״Awodah‘1 (Arbeit) muß einen neuen Platz in unserem Denken und auch in der Religion erhalten, und die Halachah muß eine neue Fortbildung erfahren, die auf die Bedingungen des Lebens Rücksicht nimmt. Es steht in unserem freien Willen, uns unsere Zukunft zu formen. Die Schwierigkeit des jüdischen Staates wird nicht so sehr im Problem der Regierenden als vielmehr der Regierten liegen. Die seelische Verbildung des Juden macht es ihm schwer, fast unmöglich, sich unterzuordnen. Elternabend der Theodor-Herzl-Schule. Da die Eltern der Thcodor-Herzi-Schule um den Genuß der Sinichath-Thora- Aufführungen ihrer Kinder gekommen sind, hat die Schule sich entschlossen, das Versäumte liei einem Elternabend nachzuholen. Die Stücke sind selbstverständlich nicht als schauspielerische Leistungen zu betrachten, sondern als ein Teil des Unterrichts, sei cs in den Fächern des Hebräischen, der Palästinakimde, des Deutschen oder der Geschichte. — Bei solchen Zusammenkünften tut man einen Blick In die pädagogische Arbeit, die sich bemüht, vom Spieltrieb her das Kind an den Lernstoff lic-ranzubringen. Am reizendsten wurde dies wohl deutlich in der Darstellung von Eliesers Brautwerbung durch die 8. Klasse; hier wurde von Auch stelle man sich vor, welche Schwierigkeit eine Ein- \vanderungsrcgelung seitens des Juden staats machen wird. Wenn dieser Staat nicht zu einer Wohlfahrtsinstitution herabsinken will, wird er nicht ohne Härte auskommen, und unsere Menschen werden lernen müssen, sich einer Autorität — um Veranstaltungen der Bezirke und GrupDen der BZV Zantrum-Nord Zum 20. Jahrestag der Ba< our-oeklaration Dienstag, 2, November, 20 30 Uhr BZV-Heim, Rosenthaler Str. 44 Dr. Hans Capell, Dr. |osef Burg: Von der Balfour-Deklaratlon 2um Teilungsplan Wllmaradorf Mittwoch, 3. November, 20.10 Uhr Ballcnstedter Str. 2 Dr, Alexander Besser? Der Judenataat» wirtachaflljchr lind politische Voraussetzungen Stldoot Donnerstag, 4. November, 20-30 Uhr BZV-Heim, Briickenstr. 0 Dr, Han* Friedcnthals 20 Jahre nach der Balfour- Deklaration Schäiifberg WUtenbergplatz Sonnabend, 6. November, 2(1.30 Uhr BZV-fleim, Ooltzstr. 21 Feier zum einjährigen Bestehen des Heims. Ansprachen: Benno Cohn» Dr. David Schloßberg Zentrum-Nord Sonnabend, 6. November BZV-Heim, Rosenthaler S1?, 44 18 Uhr: KindernEchmlttaj (mit Spielen und Liedern) 21 Uhr: חוג עברי Charlottenburg Sonnabend, 6. November, 20-30 Uhr BZV-Hcim, Kantstr. 54 אדי1ז ליבמו: המצב הכלכלי בארץ der Gemeinschaft willen — zu beugen. Diese Erziehung zur Gemeinschaft dürfen wir nicht nur der Zeit überlassen, die uns durch die Not zusammenschweißt, sondern sie muß eine Sache der Freiwilligkeit sein. Wir müssen wieder die Bindungen zum Gemeinschaftsleben finden, wie sie bis zur Emanzipation noch vorhanden waren. Zum Schluß wies Dr. Wiener nochmals aut die Notwendigkeit einer Anpassung der religiösen Vorschriften an das Leben hin: das religiöse Leben im jüdischen Staat müsse gleichsam autark werden. Die Religion des Ghettos ist jedenfalls nicht geeignet, ein staatsbildendcr Faktor zu sein. Lebhafter Beifall dankte dem Vortragenden für seine Ausführungen und für den Mut, mit dem er das Problem beim rechten Namen zu nennen verstand. N. den Sechsjährigen biblische Geschichte in einer dem Kind gemäßen Form vielleicht nicht nur gespielt, _ sondern auch erlebt. Die Kostümierung der Kinder — in allen Darbietungen — war mit besonderer Sorgfalt und sehr stilgemäß erfolgt und erregte mit Recht das Entzücken aller Zuschauer. Von den hebräischen Kenntnissen gaben die 6. Klasse mit dem Handwerkerlied und die Klasse 2a mit der Darstellung der Geschichte der Kundschafter gute Beispiele. Schließlich brachte das 9. Schuljahr Szenen aus Shakespeares ״Der Widerspenstigen Zähmung“ zur Aufführung, bei der man manche begabte Darsteller bemerken konnte. Die Kulissen und Kostüme hatten die Schüler in langer Arbeit mit großem Geschick stilgerecht angefertigt, —nn. Ankündigungen Hebräische Kurse der BZV. Donnerst:!20 .״ Uhr. Kuntstr. 54 (Dr. Kateko), Kurs für Anfänger mit geringen Voric erinfnis.-en (drei bis vier Monate Lehrzeit). Teilnehmer können noch aul^eiiaiiunen werden. Meldungen beim Kurslciter vor Beginn des Unterrichts. — Der Dienstag-Kurs von Dr. Kalck« für Anfänger kann keine ־weiteren Teilnehmer mehr atifnchmcn. — ln dem Montag. 19.30 Uhr, KantfitraSe 54, stattfindenden hebräischen Kurs für Weitfort^cAchriitcnc (Dr. Kalcko) können nach Te!lnd1mer .׳uifgenonimcn werden. Programm: Lektine (Agnon, Tennen. Zeitungen), Konversation, Heferate. — Sonnabend. 17.30 Uhr, Kants!r. 54. wird der Kursus für moderne Literatur (Dr. Kaleko) vveiiergcfühn. Niifhsie Lck-tilrc; Burla. Es werden noch WeitfortgcschriUene anigeaammen. — Demnächst beginnen weitere Anfangerkurse: a> im Westen. Memekestr. 10 (Cb. B. Löwi): Kantstr. 54 (Dr. M. ßroscr); b) Zentrum, Lambbcrger Straße 87 (P. Schlichter). - - - Neue Teilnehmer können noch suigeuom• men werden in die hebräischen lvtjr.se: Montag. 20 Uhr, .WukölJn, lagerstr. 6 (Dr. L. Stern). Meldung heim Kursleher vor Beginn des l'ntcrrrhts. —־ Xeucr Kurs für Fortgeschrittene demnächst Kant>tr. 54 (Dr. M. Broscr). Lehrstoff: Poe-ie der Bilxd, Vervoilkocnajnung m der <.Ira»n:natik. —־ Konversationk/irkcl (Leitung: Dr. Of. 15roser). Sonnabend, 19—20.30 Uhr, Kanistr. 54. Beginn Anfang November (Teilnehmerr.nl)! begrenzt). Neue* A nfängerkur.s Sudo-.(; Yorlxopreclnmg am 4. November, 20 Uhr, BZV.•! leim, Bruckcns'r. O. Anmeldnng: Knlturahteüung der tt'AV., W15, Meineke^r, 10 91 90 31 (Apparat 75. 79). Misrachi. An! 2. November, Cafö Wien, KurfUrstcndamsn 26, Teeabend anläßlich des 35i3hngen Bestehens des MisracJt! und des 20. Jahrestage» der Balfour-Dcktaration. Redner: Rabb. Dr. H.Levy, Dr. A. Lehmann, K. Klnpphok, Fraucn-ArbfUsgCfneinschaft für Palästina. Die Veranstaltungen linden jetzt ,1 hwcclwlnd im I!ci:u. KNgoiidmigrr Str, 20, und im ileim, Ro ׳•׳,ntlnlcr Str. 44. statt. An! 2. November. 20.3-0 Uhr, verans! ,iltet die Bruptx.' \o־d und 00־ g1־,.k!n־.!m ml: du־ . a!!;Ohch de 20 י. j ahmst ag*u der lO.hourd Okm i a1 am ־ mm Abu .•!. 1. - ,-׳!ץ■ eben: Dr.!Sans (hipedl, Dr. Jo-eph Hjh'r: .Aon der H.btour ■! hA.JUOäonj mtn i‘ei!ungvj>la!r״־ Ua>!c v.-idkomiiK-u. . Du־ lui.O:•־ Terinm des Wir j-Njebii'.in aga im Heim, Rcgenviuifger Str. 25. wiidnoeh bekami?.- gegclKH!. Fotogruppe T״rm1nah. Am 2. NnveinlxM20.30 ,־ Uhr, Ka:1״.stufje 51, Kurt. Strauß: ,.Mit der Kamera;vif 11;mhsAiurah'־. Lehrküche auf Palästina-Herden* Brak!Urne Kochübungm mit verßc’hiedeneu Systemen. Diätvortiage mit b־.׳sorvirvcr Bcrü rkv.ch׳ :gtmg der paUi*ime1־si-d1en YethiiUniw.*. Unentgeltliche U;1t1«!r:1um-Sprech• ■stunden Montags von 18 bis 18 Uhr. Hcnric-ttc AIbach, ,Wilmersdorf, Trantenaustr, 8 (87 25 28). Jüdisches Lehrhaus und Lehrstütfe Bialik der BZV. 1 )0,11111. tag- Reihe: ,.Der Judcu-taaf. am 4. November, 20.30 Uhr, Ibüdervereinshau;. Maiiinilan handau: ,,Der .alte jnMDhi.־ St,ui־׳. — Montag- Reihe: ״Fi a kiln ung.%-Vo! h!sung< n" (Joadiimohaler S!r. 13), Bumbergcr: (ie^eliicii!sw1>-e11sdu.tU (20 Uhi); Fpp3tcin: SozioUgie (21 Uhr). — Termin-Verlegungen. Der im der Arbeit^genieinsrluaften : Groß {PccbBeriehl) and ('ohn (WeLniaurwhe Real-Pulilik) muß auf Mitte Xovemlxir verlegt, werden. Der Termin wird 11׳>.h bekanntgegolten. — Fernei־ Kurse in Sprachen, kauimäumAehcr Fc*rtbüdu־J1g. Berichtigung• Versehentlich wurde Im Bericht ״Besuch 1מנ Atelier Hciko* von einem talentvollen Schüler gesprochen, der taubstumm ist. Der junge Mann (Frcdy Jacobsohn) ist, wie wir nachträglich erfahren, nicht taubstumm, sondern schwerhörig. Familien - Nachrichten Frau Agnes Da 11 zig er, Wilmersdorf, Motzstr. 82, begeht am 7. Xovciulxsr den 90. Geliuristag. Altpapier Altpapier-Udler N 54, Fehrbelliner Str. 20 / Ruf: 4435 52 stampft alles ein Ausräumung ■ Abholung Eisen III Metalle III Papier ||| Lumpen $|| SieuiPieu Feder. 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