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Jüdische Rundschau · 1937-11-02 · Heft 87 (2.11.1937) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 87 (2.11.1937)
Date
1937-11-02
Page
– (sequence 5)
Language
German
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m יויו״*י»יי»ווי ipjpn Nr. 87,2. NOVEMBER 1937 JÜDISCHE RUNDSCHAU «•;n m m m eul n- >rirle enin 1t# l) hstelie d. a-;r in u-?e hbe eien en er en nfß en :0zu ch iszu eit 5r ‘K; as ne :nnd ie- 1 e an en ־fc rtjfnit de tnen jeen ng 1er für les 1er an ire m- >er tes eil en d‘* ich ch;es Llt- 2n, mfür erstinre. >re at״ It eit na :cn ich ich d - m;ei ge in 33, fniees cn!er nd Politische Konstellationen Von unserem palästinensischen Korrespondenten Wir haben unseren, palästinensischen gl.-Korrespondenten beauftragt, nach seiner Rückkehr nach Palästina einen umfassenden Uelerblick über die politische und ökonomische Lage im Lande zu geben. Der nachstehende erste Teil dieser Artikelserie analysiert die politische Situation, wie sie sich von Palästina aus darstellt. Der Aufsatz ist noch vor dem Rücktritt von Sir Arthur Wauchope abgesandt. (Red.) gl. Tel Aviv, Oktober Umweg über London Eine genaue Uebersicht über die Situation in Palästina, die Kenntnis der politischen Stimmungen, das Ueberblicken der täglichen offenen und unterirdischen Geschehnisse, eine der Realität entsprechende Gegenüberstellung der verschicdenen Lager im Lande, kurz, wahre und soweit als maglieh, objektive Darstellung, war vielleicht niemals so wichtig wie jetzt. Und bestimmt niemals so schwierig. In Palästina hat es seit jeher ״mehr Probleme als Platz“ gegeben. Der Kontakt zwischen Arabern und Juden und zwischen Engländern und Juden war niemals leicht, die Beeinflussung der allgemeinen Stimmung durch Gerüchte, die sich wie Lauffeuer verbreiteten, sehr häufig, eine den Tatsachen entsprechende Abschätzung der gegeneinander wirkenden Kräfte war keineswegs üblich oder einfach. Obwohl sich also der palästinensische Beobachter daran gewöhnt hat, niemals dem bloßen Augenschein zu trauen und einfache Sachverhalte als kompliziert zu erkeinen, ist doch die Lage wie sie heute ist, durchaus ohne P r ä 7 e - denztall. Sie ist ungewöhnlich undurchsichtig und weder die Regierung noch auch die zionistischen politischen Instanzen — die Araber stehen in diesem Zusammenhang auf einem anderen Blatt — haben es vermocht, oder nicht einmal versucht, Licht in das Dunkel zu bringen. Die Ursachen des Nebels, der heute den politischen Horizont völlig hedeckt, sind mehrfach: die palästinensische Regierung ist stumm, noch stummer als sie es sonst schon ist. Die wenigen Aeußerungen, die einen Rückschluß über die Linie der Mandatarmacht gestatten, kommen aus London, aus den Antworten aut die im Parlament gestellten Anfragen und aus der Londoner Presse. Der Jerusalemer erfährt letzten Endes am sichersten was in Jerusalem vorgellt, auf dem Umweg über London. Aus Jerusalem selbst wird er nur sehr wenig hören. Um nur ein kleines, aber typisches Detail zu nennen. Wenn man um neun Uhr abends die Radionachrichten abhört, so ist man keineswegs sicher — und alle sind sich darüber klar! —, daß der Jerusalemer Sender wirklich berichtet hat, was im Lande passiert ist (das heißt, wo geschossen worden ist). Und jeder Zeitungsbericht am nächsten Morgen bestärkt diese Auffassung. Aber nicht uin diese nackten Tatsachen geht es natürlich, denn das Pfeifen der Kugeln ist ja nur ein Ausschnitt aus der Gesamtsituation. Es gibt von der Regierung aus nicht die geringste politische Führung oder Versorfung der öffentlichen Meinung, ein Mangel, der gerade eute besonders schwer wiegt. Man muß sich dabei vor Augen halten, daß Palästina heute keine echte Presse besitzt. Niemand wird in der bestehenden Situation, wo seit bald einem Jahre die Frage, Iob das Kriegsrecht erklärt werden soll oder wird, aktuell geblieben ist, mit einem doktrinären Schrei nach ״Pressetreiheit“ kommen. Es kann in einer Situation, wie sie hier besteht, wo man niemals weiß, ob die Flammen des Aufrahrs nur glimmen oder brennen, selbstverständlich keine volle Freiheit geben. Es muß aber klargemacht werden — und viele im Lande sind sicli dieses Punktes gerade nicht bewußt — wie ungewöhnlich ein Zustand ist, in dem einerseits die Zensur herrscht, manchmal strenger und manchmal schwächer, in dem andererseits von der Regierung kein Versuch unternommen wird, von sich aus eine öffentliche Meinung zu formen und wo schließlich gerade von der Bildüng der öffentlichen Meinung entscheidendes ablüingt, weil ja nicht nur Ruhe geschaffen werden, sondern auch eine Lösung der Fragen, die die Unruhe erzeugen, herbeigefiihrt werden soll. Die Meinung im Lande bildet sich — in Ermangelung von etwas besserem — auf Grund der ungenügenden, durch die Presse und das Gerücht verbreiteten Nachrichten. Die relativ kleinen Kreise, die außer der inländischen auch die englische Presse lesen und damit mehr Klarheit zu gewinnen suchen, kommen dennoch nur schwer ans Ziel, aus dem einfachen technischen Grunde, daß die englische Presse, wenn sie hierher gelangt, fast eine Woche alt ist. Die tehlende Führung der öffentlichen MeLnung und das Fehlen einer umfassenderen getreuen Berichterstattung über die anderen Lager (also Engländer und Araber, bzw. Engländer und Juden) macht die ohnehin unklare Situation noch undurchsichtiger, verursacht häufig schiefe Betrachtung des täglichen Geschehens und noch mehr der in die Zukunft wirksamen Tendenzen. Die Stimmung Ein Situationsbericht hat sich heute in erster Linie mit der ״Stimmung“ zu beschäftigen. Der psychologische Faktor spielt jetzt in Palästina eine große Rolle, vermutlich eine noch größere als sonst, er ist sowohl politisch wie auch wirtschaftlich (beides hängt ja gegenwärtig eng zusammen) von großem Gewicht. Aeußerlieh gesehen macht das Land einen ״normalen“ Eindruck, wenn man unter normal das IBild der ״ruhigen Zwischennerioden“ seit dem Beginn der Unruhen 1936 versteht. Die Wege, vor allem die neue Straße Haifa—Tel Aviv und die Chaussee Jerusalem—Tel Aviv, werden normal befahren, es gibt keine Convoys wie in den Zeiten des Streiks. Man sieht kaum Militär auf dem Chausseen, man fährt im Land herum, ohne viel Aufhebens davon zu machen. An Tagen, wo gerade ein Ueberfall passiert ist, schwillt der Verkehr stärker als normal ab, um bald wieder anzuschwelien. Natürlich fährt man im Lande nur, wenn es notwendig ist und vermeidet, wenn möglich, auch die Reisen *ach Einbruch der Dunkelheit. Im ganzen genommen herrscht gerade in diesem Punkte erstaunlich wenig Nervosität, es nat sich eine Art voi ruhigem Fatalismus entwickelt. Und der letzte grausige Fa'l von Yellin in Jerusalem bestärkt gerade diese Haltung, Wenn man auf dem Wege ins Büro (und zwar ein Regierungsbüro!) am hellen Tage angeschossen werden kann, so erscheint jede Vorsicht lächerlich. Also geht man seiner Arbeit nach, als ob nichts geschähe. Nicht überall ist die Stimmung gleichmäßig. Tel Aviv, I das in den ,,fetten“ Jahren den Löwenanteil der Prosperity 1 schluckte, spürt heute einen stärkeren Rückstoß der 1 Depression als andere Städte. So herrschen hier auch die wirt- 1 schaftlichen Probleme vor, während die politischen stiminungsmäßig nicht so sehr sichtbar werden. Tel Aviv ist nach wie vor eine Welt für sich, es sicht aulier den wenigen Polizisten keine Engländer und wenig Araber, es ist nach wie vor der sicherste Platz im Lande und hat daher keine s'ehr starke ״Nase“ für die politischen Entwicklungen, die es natürlicherweise aus der Perspektive der kompakten Zusammenballung von 150 000 Juden sieht. In Jerusalem liegen die Dinge umgekehrt. Hier ist die Wirtschaftsdepression weniger zu spüren, weil hier ein großer Beamtenstamm lebt und sich um die besser fundierten Kreise des Mittelstandes konzentrierte. Dagegen ist das politische Barometer der Hauptstadt sehr empfindlich. 15er Araber ist hier eine sehr ins Auge springende Tatsache (in Tel Aviv ist er auch heute noch vielfach ״Theorie“), man lebt sozusagen in schärferem Kontakt mit der politischen Realität des Landes. An Abenden, wo Sperrstunde (״Curfew“) ist, sinkt die Laune in der Hauptstadt besonders stark; wenn sie aufgehoben wird, steigt sie, aber die Straßen sind deswegen nicht viel lebendiger als an den ״gesperrten“ Tagen. Die Trennung der jüdischen und arabischen Viertel ist noch weiter vorgeschritten, Kontakt zwischen Juden und Arabern gehört heute geradezu zu den Seltenheiten. Das hängt nicht nur mit der Politik, sondern au-ch mit dem Terror zusammen; wir werden auf diesen Punkt noch zu sprechen kommen. Die Stellung der Engländer Ueber die Absichten der Engländer für die nächste und fernere Zukunft wird im Lande unter den Juden viel spekulierl. Man dürfte sie folgendermaßen skizzieren: Die Wendung des 1. Oktober, die in London beschlossen und in Jerusalem ausgeführt wurde, und zur Entfernung der bisherigen arabischen Führer führte, beruht keineswegs auf einer ״projiidisehen“ Schwenkung der Administration, sondern auf der Erkenntnis, daß die bisherigen Maßnahmen fehlgcschlagen haben und man es mit anderen Mitteln versuchen müßte. Dabei geht die Administration auch heute noch den Weg im Zickzack. Auf der einen Seite das bisher noch nicht dagewesene scharfe Vorgehen gegen die Araber, auf der anderen das neue Immigrationsgesetz, das einen Zustand, wie er im letzten Halbjahr de facto herrschte, also die Fest- Setzung der Einwanderung auch nach politischen Gesichtspunkten, zum Gesetz erhebt. Die Reaktion auf die Veröffentlichung dieses Gesetzentwurfs war unter den Juden im Lande sehr scharf. Die sonst in der Regel gemäßigte englische ״Palestine Post“ veröffentlichte einen überaus scharfen Leitartikel, in dem die Engländer angeklagt werden, ihr in Genf gegebenes Versprechen gebrochen zu haben. Der ״Dawar“, der ähnlich geschrieben hatte, wurde auf eine Woche verboten, was die Stimmung unter den Juden nicht gerade verbessert hat. Was an diesem neuen Gesctzesvarschlag besonders erstaunt, ist die politische Kurzsichtigkeit, die aus der Maßnahme spricht. Für die Juden ist sie vor allem psychologisch ein besonders schwerer Schlag. ״Wollen uns die Engländer“, so wird gefragt, ״mit aller Gewalt für die jetzt kommenden politischen Vorschläge mürbe machen?“ Auf der anderen Seite empfinden die Araber diese Imtnigrationsverordnung im Augenblick keineswegs als eine nennenswerte Konzession, die sie zu einer Schwenkung bestimmen könnte. Es ist charakteristisch, daß ein Teil der arabischen Presse die ganze Sache verschweigt, ein anderer kurz darüber hinweggeht. Vor einem Jahre hätte vielleicht eine Aendcrung in der lmmigrationspoiitik eine Schwenkung im arabischen Lager verursacht, neide ist $as ausgeschlossen, und die Juden fühlen sich brüskiert und an ihrer empfindlichsten Stelle getroffen. Wie dieser Gesetzentwurf mit den Erklärungen des englischen Außenministers in Genf in Einklang zu bringen ist, versteht man hier ebenfalls nicht. Die Engländer sind überzeugt, daß sie jetzt mit keinem Aufstand zu rechnen haben, "wie cs von einigen Seiten bei der Abschaffung des Arabischen Rates und der Amtsenthebung des Mufti befürchtet wurde. Daher auch der friedliehe äußere Anblick des Landes, in dem das Militär nicht demonstrativ sichtbar ist, außer an den Punkten, wo Strafexpeditionen vorgenommen werden. Dagegen ist man sich in Kreisen der Administration darüber klar, daß die Unterdriiekung des Terrors keineswegs beendet ist, und es bestehen auch keine Illusionen darüber, daß es sich dabei um ein langwieriges Geschäft handeln kann. Die Beseitigung des Terrors und die politischen Aktionen hängen natürlich eng mitein- 11u11111111(M11111i1111N!nu11!:11!1!1fM11111111(11111!!1111111111n)11!!111H111n11(11i1111t1111n111111111m1n1111111!11(111n111t111111111t11111(!11 Mitglieder der Wakf-Verwaltung Die Palästina-Regierung hat, wie wir in Nr. 83 berichteten, die Verwaltung der Wakf-Gelder selbst übernommen. Das Bild links zeigt Sheik Hussein Ah-Din Efjendi Jar-rallah, ein Mitglied des Erziehungs-Departements der Palästina-Regierung, der zum Mi'glied der Verwaltung des Wakf ernannt wurde. Das Bild rechts zeigt den Richter Green vom Jerusalemer High Court, der gleichfalls Mitglied der Wakf-Verwallung wurde. Fotoi; H. 0r«»n1״. J.ru««1em ander zusammen, und so ergibt sich in großen Zügen der folgende Aktionsplan der Engländer: Die Absetzung des Arabischen Rates und des Mufti, die damit verbundenen zahlreichen Verhaftungen haben die politische Führung der Araber im Lande für die nächste Zeit außer Gefecht gesetzt. Mit der obersten Führerscliicht ist die politische Direktive verschwunden. Unter den Verhafteten sind viele, die an den einzelnen Orten mit den Terroristen in Zusammenhang standen, so daß auch in dieser zweiten Schicht starke Lücken entstanden sind. Da die Aktionen gegen den Terror zum größten Teile heute in den Händen der englischen und nicht mehr in denen der arabischen Polizei liegen, ist ein weiteres großes Hindernis auf dem Wege zur Befriedung des Landes aus dem Wege geräumt. Und schließlich hat die Regierung die nötigen Schritte unternommen, um dem Terror die Geldquellen abzuschneiden. Das Publikum denkt in diesem Zusammenhang natürlich in erster Linie an die Uebernahme der Verwaltung des Wakf (der moslemischen Kirchengüter) durch die Regierung unter Vorsitz eines englischen Richters. Es ist jedocli wahrscheinlich, daß der Mufti so vorsichtig war, diesen Teil seiner Fonds nicht direkt für terroristische Zwecke zu verwenden, sondern eher seine politische Stellung zu konsolidieren und ausz.11bauen. Für terroristische Zwecke standen noch andere Quellen zur Verfügung und hier hat heute die Regierung den Zufluß, wenn vielleicht auch nicht völlig abgeschnitten, so doch sehr erschwert. Auch unter all diesen Voraussetzungen, die völlig neu sind und im Verlaufe der IQ Jahre, seit Beginn der Unruhen niemals bestanden, hält die Regierung die Bekämpfung des Terrors keineswegs für leicht, beginnt jedoch diese Aufgabe im Ernst. Die Frage, die heilte im Lande immer wieder gestellt wird, lautet: Will die Regierung je'zt wirklich dem Terror zu Leibe gehen? Man muß dieser Frage eine zweite zufügen: wird sie es können und durchiialten? Die erste ist fraglos mit Ja zu beantworten. Nach den Beschlüssen in London, der Stellung eines grollen Teiles der verantwortlichen englischen Presse, die das scharfe Vorgehen der Regierung entschlossen stützt, und nach der Entsendung von Sir Charles Tegart scheint die Absicht klar. Es bleibt jedoch die Frage bestehen, wie lange diese Aktion dauert und welche Formen <bufJ(efrtnüU)eit1 (jcMde/iVuijhtut __ __ KLEIDUNG FF nu üa/jen. SgenrMtitrthmci, Jahrs nitJ/ujt^huefir [kufililwaan BERLIN SW, SPITTELMARKT 11/13 sie annehmen wird. Die Geschichte des Terrors in anderen Ländern (Bengalen, Irland) hat uns gelehrt, daß Terrorbewegurigen dieser Art mit relativ wenig Menschen eine lange Zeit aufrecht erhalten werden können. Zu stoppen sind sie nicht durch militärische Mittel (man darf nicht Terror mit einem Aufstand verwechseln, der durch Militär zwar mit vielem Blutvergießen, aber in kurzer Zeit niedergeworfen werden kann), sondern durch ״Gegenterror“ der Regierung. Wird in Ltidd der Flughafen niedergebrannt, so sprengt die Regierung in der Stadt Häuser in die Luft, erklärt eine Sperrstunde von. 22 Stunden am Tag, erlicht Kollektivstrafen, treibt sic mit aller Härte ein, kurz, sie versucht der Stadt klarzumachen, daß jede Unterstützung und Bergung der Terroristen sie unerträglich viel kosten wird. De facto ist die Regierung im Lande an manchen Stellen bereits zu den ״türkischen Methoden“ iibergegangen, die sich der High Commissioner int vorigen Jaitre standhaft an zu wenden weigerte: Dörfer, die nicht zur Raison zu bringen sind, erhalten aut ihre Kosten Polizeitrupps einquartiert, die sie zur Vernunft bringen sollen. Wenn man rum die Frage stellt, ob die Eng- Linder diesen Gegenterror lange genug fortsetzen werden, um das Land völlig gefügig zu machen, so ist das keineswegs eine Frage nach der englischen Stärke — daß die Machtmittel dafür vorhanden sind, steht außer Zweifel —, sondern n ach der psychologischen F ä h i g k e i t, lange Zeit aut diese Weise vorzugehen. Diese Art der Aktion ist ein ungewöhnlich unangenehmes Geschäft, das den Engländern, sowohl denen, die es anbefehlcn, wie denen, die es ausfiihren, nicht nach dem Geschmack ist. Audi die englische Presse, die heute die starke Hand fordert und begrüßt, kann nach einer bestimmten Zeit wieder schwankend werden und vielleicht statt wie jetzt die Peitsche wieder den Zucker empfehlen. Ob dieser Umschwung kommt, ist freilich nicht vorauszusehen. Er scheint im Moment unwahrscheinlich, aber man muß sich darauf eiurichtcn, daß die Befriedungszeit nicht kurz sein wird und daß einfach durch die Länge der Zeit Schwankungen in der englischen Linie Vorkommen können. In diesem Zusammenhang wird selbstverständlich die Frage der Besetzung des Öberkoniniissariats diskutiert. Sir Arthur Wauchope ist auf Urlaub und soll nach den offiziellen Nachrichten nach einigen Wochen zurückkommen. Ob er jedoch nach der vorgegangenen eklatanten Wendung der Politik zurückkoinmen will und wird, bleibt eint offene Frage, (inzwischen ist Wauchopes Riicktritt im Unterhaus bekanntgegeben worden. — A. d. R.) Gelingt es in den kommenden Monaten das Land zu be״ ruhigen, so erhebt sieh die Frage nach der weiteren poli״ tischen Gestaltung. Die englische Administration muß neben der Terrorunterdrikkung ihre Augen auf eine Neuruppierung der arabischen Poiitik gerichtet alten. Nur wenn die Befriedung des Landes dazu führt, daß ein« neue arabische Gruppe sich bildet, die verbandlungsfähig ist, ist eine tragfähige Basis für weitere poli״ tische Aktionen gegeben. In dieses Schema paßt auch ausgezeichnet die Erklärung des Kolonialministers im Parlament, daß die neue Kommission erst nach Palästina kommen wird, wenn wieder Ruhe und Ordnung im Lande herrschen. Nicht so sehr die pfeifenden Kugeln machen heute eine Untersuchung der Situation und Verhandlungen im Lande unmöglich, als vielmehr das Fehlen einer arabischen Gruppe,

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