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Jüdische Rundschau · 1937-10-26 · Heft 85 (26.10.1937) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 85 (26.10.1937)
Date
1937-10-26
Page
– (sequence 9)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 85, 26. OKTOBER 1937 Gemeinsamer Auftakt Eröffnung der Lehrhausarbeit Wiederholung der Bar Kochba ־ Hakoah ~ Revue Zum zweiten Male konnte der Bar Kochba-Hakoah im Brüdervereinshaus vor allsverkauftem Haus seine Revue ״Rarkodibanalitälen“ zur Auf Hillrungbringen. Was an Humor, an Witz, an befrei• endem Lachen geboten wurde, war überwaitigend. Weit den Rahmen eines Turn- und Sportklubs sprengend, machte man uns vertraut mit den Anfängen der 7ionislisehen Bcwegung in Deutsch• lati«.', z igte ei en Oemeindcvorstand, der glaubte, die jüdische Renaissancc-ßcwegütig ersticken :׳u können, wenn er seine Turnhallen sperrte, führte uns die ״Rratcst-Rabbiner“ vor und zeigte die schon in den Anfangs- Zeiten au.treten• den Schwie igreizende Sportbilder aus vergangenen Zeiten; lustige Karikaturen der alten Turner wechseln mit frisch-fröhlichen Tänzen junger Mädcheti ab. In einem turnerischen Schlußbild, das den hohen Stand der Bar Kochba• Arbeit zeigt, klingt die Revue aus, Es gab viel Beifaii und Fröhlichkeit. R. H, Einweihung des Almemors In der Synagoge Münchener Straße, ln der Synagoge Münchener Straße fand am 16. Ok> tober die Einweihung des neu gestifteten A I m c nt 0 r s statt. Damit ist erstmalig in einer konservativen Synagoge Berlins die Rückkehr zur traditionellen Stilform des Innenraums des jüdischen Gotteshauses vollzogen worden. Der Almemor (der erhöhte Platz der Tlioravorlcsung) befindet sich nunmehr im Einklang mit der als zweitausendjahrig bezeugten, erst in dar Emanzipationsepochc preisgegebenen Tradition wiederum in der Mitte der Synagoge. Rabbiner Dr. Alf manu legte in seiner Predigt den Sinn dieser synagogalcn Stilfornt nach der religionsgcsetzlichen und theologischen Seite dar. Im Namen des Gemeindevorstandes unterstrichen als Redner Dir. Stahl, Dr. Klee, Adolf Schoycr, namens der Repräsentanz Dr. A; Loeb und namens des Rabbinerseminars Dr. Maximilian Landau die Bedeutung der Feier. Einleitend hatte im Namen der Svnagoge Martin B u c 11 h o I z den in der Form außerordentlich ansprechenden Almemor, der eine Stiftung des Herrn Martin Kastan ist, der Gemeinde als Eigentum übergeben. Mit einem dreimaligen Umzug von 18 Thoraroilcn um den Almemor fand die eigentliche Feier, die vor dem Verlesen aus der Thora stattfand, ihren Ausklang. Die Synagoge ״Llppmann-Tauss“, eine der ältesten Synagogen Berlins, beging am 22. und 2'3. Oktober die Einweinung ihrer neuen Synagogenriiumc in der Friedenstr. 3. Rabl). Dr. Singerman 11 weihte das ״Ncf Tamid“. Beim Festakt am Schabbat richtete der Vorsitzende Adolf Q o I d stein einen Appell an die Anwesenden, die ״Lippmann* Tauss-Synagoge“ zu erhalten. Dr. Alfred Klee sprach der Synagoge im Namen des Gcmeindevorstandes herzliche Wünsche aus. Rahb.-Kand. Kurt Klapp holz überbrachte die Glückwünsche der Jugend. Rabb. Dr, Singermann hielt die Festpredigt. K. Die Gemeinde übernimmt das Israelitische Heimathaus. Das IsradiüHhc Heimathaus und die Volksküche, Gormann* Straße 3, 1862 von Hermann und Johanna Abraham gegründet, wird jetzt von der jüdischen Gemeinde übernommen. 111 dem Heim befinden sich viele ältere Insassen. Zur Zeit wird das Heim von Dr. I'erls geleitet; Direktor Stahl hat den zweiten Vorsitz, innc. Am 21. Oktober fand im Briidervcrcinshaus die Eröffnung des Wintersemesters statt, in dem zum erstenmal das Jüdischc Lehr haus und die Lehrstätte Biafik der B Z V'. gemeinsam ein Programm durchführen. In der repräsentativen Donnerstag-Reihe wird das Zcntralthcma des jüdisch-politischen Lebens unserer Tage behandelt; die Schafftmg eines jüdischen Staates. Dieser erste Abend war dem Thema ״Der Judenstaat und die Juden der Welt“ mit Hr. Robert Weltseh als Referenten gewidmet. Einige Begriißungen gingen dem Referat voraus, Dr. Alexander sprach den Dank des Kuratoriums des Lehrhauses an die Gemeinde, an die Dozenten und an die Leitung des Lehrliauscs aus und appellierte an die Hörer, nicht in ihrer Mitarheit nachzulassen. Der Redner hob die neue Gemeinschaft mit der Lehrstätle Bialik hervor und gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß das I.ehrhaus eine Stätte des gemein• samen Lernens für alle sein müsse. Für die Berliner Zionistische Vereinigung wünschte Dr, Hans Friedcnthal ein gedeihliches neues Semester, wobei er ausführte, daß eine dringende Aufgabe unserer Zeit sei, daß die Menschen wieder aus ihrer privaten Sphäre herauskämen und sich stärker dem Gemeinschaftsleben eingltedcrn. Die Tatsache, daß beide Lehrhäuser sich zusammengefunden haben, sollte beispielgebend für die gesamte Arbeit in der Berliner Jtidischcn Gemeinde werden, deren Ziel die Konzentration afl«r Kräfte sein muß. Dr. Wcltsdi nies in seinem Vortrag einleitend auf die Weltbedeutung der Judenfrage und die Abhängigkeit ihrer Beurteilung von den jeweiligen Zeitideen hin und wandte sich dann einer historischen Darstellung der Entwicklung der Judcnstaatsidee zu. Das Wort ist durch das Weißbuch der englischen Regierung vom Juli d. J. zum erstenmal in die Terminologie offizieller Staafsdokumente eingeführt worden. Schon im 16. Jahrhundert gab es Judenstaatsprojekte, die aber ebenso wie die Ideen Herzls bei den Juden auf Ablehnung stießen. Herzl hatte von der konkreten Gestaltung eines Judenstaats ״in Palästina oder Argentinien“ (wie es in Herzls ״Judcnstaat“ heißt) noch keine konkrete Vorstellung, und nach der Gründung der Zionistischen Organisation verschwand Ankündigungen Jüdische! Lehrhaus und Lchrstätte Bialik der ÖZV. Donnerstag• Reihe: ,.Der fu<!cnM ,uif, am 23. ()kt ober, 20.30 Ihr, Brüdcrvernnshau>, M;1\ Wiener: um! Ruin: der Juden zur clun£'\ ־-- Mon ui”; ■Keil 1c : .,Kinhihi u r!^:v Vorlesungen*‘ (J mich im;st Haler Straße 13). am 1. November, 20 1*111־, Baniberger: Gcsriuditsvvuvcn« AM DIENSTAG, DEM 26. OKTOBER, 16.30 UHR, IM NEUEN WIZO-HEIM REGENSBURGER STRAS5E 26, ERDG* KURT LOEWENSTEIN DUDEN ZWISCHEN OST UND WEIT UNGARISCHE REISE-EINDRUCICE FRAUENARBEnSGEMElNSCHAPT fOR PALÄSTINA (WtZOj ,«־hitU; 21 Flir׳, Fup-U'in: Sozioln!׳!,-. —- Vortcim^en: bic־n-ug, Si'liloCheig: (״0׳Vieh!c de- 111 itiwhrn 1 mj>f!sutuKant.tr. 54, 20.30 t in; 6,1(1: Jiidwiu■ .-1 (ä,1u>;1:1!le1. Fwanewlr. 80, 17.30 ( hr. Mi’tuCK'h, John J.ti'oli-o'in: JmiFclie Kulituu-Ik. 1',1-i.inrn.U. 80, 20,30 L hr. — Feiler Arheii >eCmu ni.Tinl'len .-iviic den Lehrplan. Hcbräi.che Kurse der BZV. Ilonner.1;t!!. 20 Flu־. K.mtsir. 54 (Dr. Kalhkoj. Kui.- inr Anl.inger mit (׳etittuco Vorke1111t;1i־s.-e11 (drei bis vier Mon.nc l.chizvit). Teilnehmer kön1R־n noeli mitgenommen werden. Meldungen beim Kuideiter vor He״iun de. Fnlerrielits. — Der Dicn״lu״-Kurs von Dr. K.deko iür Anlüngcr kann keine weiteren Teiinelimer mehr uiiloriuncn, —• In dem ,Montag. 19.30 Fhr, Kantstrulk54 ׳, stall! 11«kmden helmiio lirn Kur- 1.11' \S ciifortgeschriilcne (l)r. Kal'1,0) können iiorh Teilnrl.mcr 4! werden. Pro- (׳ramm: I.ekiur<1 (Agnon. Tetim 11. Zeil 11 uyeu). Koiivcrwition, Reifrate. —• Sonnabend, 17.30 Flu. Ka11t.tr- 34. wird der Kursus dir moderne l.itctantr (Dr, Kalekn) wcilcrgeiiiltrl. Näehsic Lektüre) Burla, lös «Olden Itoeli U'eiilort^e.rlititienc aulgenotnmcti. —• Demuächit im Programm der Begriff Judenstaat und wurde durch die Forderung der ״öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte“ ersetzt. Der Redner führte dann aus, wie der Gedanke der Souveränität über ein Territorium sich wandeln mußte, als *ich herausstelltc, daß Palästina kein leeres Land ist. Schon *ehr früh nach der Balfaur-Deklaration ist darum die Idee des ״biiiaiionalcn Staats“ in Palästina verfochten worden, die jedoch nicht zur herrschenden Ansicht iin Zionismus zu werden vermochte. Seit dem Jahre 1633 sind durch das zahlenmäßige Anwachsen der Juden in Palästina die Voraus- Setzungen für eine veränderte Betrachtung gegeben. Es gibt ausgesprochen jüdische Gebiete iin Lande, und der Peel- Bericht stellt fest, daß die Teilung des Landes und Schaffung eines Judenstaates nötig ist, weil cs eine gemeinsame Staatsidee der beiden Völker nicht gibt und daher ein Gesamtstaat Palästina nicht errichtet werden kann. Der Vortrag behandelte dann die Fronten innerhalb des Judentums und ihre Argumente gegen den Judenstaat und setzte sich vor allem mit der Befürchtung auseinander, es könnte ein Konflikt der Loyalitäten entstehen. Es müsse von vornherein klargcstcllt werden, daß an dem Prinzip der Staats treue für jeden Juden nicht gerüttelt werden kann. Die Befürchtung, daß von übelwollender Seite eine derartige Kollision unterstellt werden konnte, sei nicht stichhaltig, weil ja für derartige Konstruktionen immer irgendein Material gefunden wird — dagegen gibt es keinen Schutz. Andererseits würde die Existenz des Jiidenslaats eine legitime Vertretung der Judeuheit vor der Welt bedeuten und gäbe auch Gelegenheit, authentische Deklarationen ah/ugehen, wo die jüdische Haltung in Zweifel gezogen wird. Durch die Schaffung eines jüdischen Staates, so schloß der Redner, werden der Judenheit große Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten aufcrlcgt. Als Eimvanderungszentrum, ala Kulturzentrum, ־aber auch einfach als Träger des jüdischen Namens wird der Judenstaat in Beziehung zur Judenheit stehen. Er wird der Maßstab für die Beurteil 11 ng der jüdischen Dinge in der Welt werden; darum müssen alle Juden bestrebt sein, diesem Staat eine Gestalt zu geben, die dem Judentum zur Ehre gereicht. N. beginnen woiltic A 1d;ingn kursr: n) im Vi-.ini. Mciirche-ti10 .־ (Ch. B. I.üwi): KanUir. 54 (Dr. M. firo.-r). b) Zentrum. Fand.beiger Straße 87 < P. Schächter): Brrn kcn'iiußc 9 (Pr, J. I׳'i«chcP. — Neue Teilnehmer können no! 11 attfgr1j0!nmen weiden in die hebräi.fhen Ktir.-cs Montag, 20 Fhr, NcukuÜn. Jagcwir, 8 (Pr. 10. Stern). Meldüng beim Kuraleiter vor Beginn det 11(11 rn in.. ■ - Neuer Kur. iür Fortge-chmlene <lcmn!uh,t KastiiU54 .׳ (Dr. M. Bto'cr). LehreoH: Poe'ie der Bibel, Vervollkommnung in der (irammatik. —■ Konvertation.ztrkel (i.ciumg: Dr. M, Broaer). Sonnabend, 19.20.30 Für, Kant* «traßc 54, Beginn Antmig November (Teilnclmtert.v 111 begrenzt). Anfrage״ und Anmeldungen für »Ile Kurse: Kultiirabtrilung der BZV,, W 15, Mcinckcsw. 10 (91 90 31, Apparat 75 und 79). Llfdmbrnd Suunnt Landsberg, geh. Holllender am 27. Oktober, 20.15 t 'Irr. in der Schute. Joachim« halcr Str. 13. Am Flügel: Werirer Fabian. Mitwirkung: Wolfgartg Rose. Verein gesetrettreuer jttdl»cher Lehrer und Lehrerinnen Berlins. Vortrag Marlin Amolski: ״Wie dur!!!dringen wir den Profanunterricht mit jüdischem Inhalt?“, am 28. Oktober, 20.30 Fhr, Konditorei, Flensburger Straße 19. Jüdische Phllateliitllclie Gesellschaft. SiUung am 26. Oktober, 20.30 Fhr. Cntd Wien, Kurfürslciidmotn 26. Ernst Reinhardt über: ״Saar- Marken-‘, Gäste willkommen. Die Synsgoge LindenstraSe veranstaltet vom 30. Oktober ab im An: achlul) an den Gottesdienst einen Kiddusch tur die Jugend. Rabbiner Dr. Esra Munk 70 Jahre. Am 27. Cheschwan (1. November) wird Rabbiner Dr. Esra Munk in Berlin 70 Jahre alt. Seit 160(! wirkt er ununterbrochen an der Gemcinde Adass Jisroel in Berlin. Er ist einer der Führer der unabhängigen Orthodoxie, Gründer und Leiter der Reichszentrale für Schächtangclcgcnhcitcn und als Redner, Dozent am Rabbinerseminar und Gelehrter bekannt. Zu seinem Geburtstag bereiten •seine Schüler und Freunde eine Festgabe vor, die von Rabbiner lir. H. Klein in Berlin herausgegeben wird. Sic enthält Responsen und Entscheidüngen des Jubilars in religkmsgesef/Jichcrt Angelegenheiten, die aktuelle Bedeutung haben. Diskussion über die Balfour-Dehlaration Fatom Kurt Strauß, Berlin itlSm? |J&• t keiten der Assimilation. Dann wieder Veranstaltungen der Bezirke und Grunpen der BZV Hermannplats Dienstant 26. Oktober^ 20.30 Uhr * BZ V'f ieitn. S'tuköiln, /ägerstr. 6 Dr. Ernst Bcrentt Der Weg mw J11den*teat Frlodrlchahaln Mittwoch, 27. Oktober, 20.30 Uhr BZV-ficirn, Landsberga Str. 87 Jcttli• Levy•Steini Juden und Judentum in Amerika Spandau Mtttwoch, 27. Oktoberf 20.30 Uhr Undenufcr \2 (SyitagöoenRelHititfi) Dr, Hubert PolUck: Juden*U*t — Htusion oder Wirklichlteit? Oliva Mittwoch, 27. Oktober. 20.30 Uhr BZV-Htim, Kotititr. 54 Ge8procb*n« Zeitung! Dr. Erftik Bereut 1 Ws■ geht in Palistina vor? Siddy Goldschmidtt DU jQdUcke Sport• bewegUng 5 Rudolf Mellt*: JogendeHjah (mit Vorführung »!net nrurn Öildsireifpns) Hanaa Mittwoch^ 27. Oktober, 20,30 Ukr Konditorei Hansa, Flensburger Str. 19 Dr. David Schlotsberg i ürundlsgen de• modernen NationalSsmuB Steglitz- Schmargendorf Mittwoch, 27. Oktober, 20. W Uhr Friedenatt, ■uosehtr. 4 (Wohlfahrtsamt) Rabb. Isi Broch: Ge»etr — ReHgloilttt tU Faktoren der jOdisehen Wiedergeburt Zentrum-Nord (Jungte Mrilvkrtl«) (Vmlrka• Vnranaiallung) חוג עברי Sonnabend. 30, Oktober, 30.30 Uhr BZV-hrim, Kotenthaler Str. 4t Onrft Schabbat. A. Tobia•! Chiisidllmu. Somubend, 30. Oktober, 30.30 Uhr BZV-Hctm, Rosenthater Str. 44 Klclnkunatab-nd (t. Ahi.ift) Sonnabend, 30. Oktober, 31 l/hr RZY-Htim, Rosenthater str, 44 הרצאת עבריח Prlodrlehahaln Sonnabend, 30. Oktober, 20.45 Uhr BZV Heim, I nudsberocr Str. 87 Kltinkun«tabend (t. Antvijr«) Oberapree Sonnabend, 30. Ok aber, 20.30 Uhr Oberschöneweide, WUhelminenhefstr, l Oneg Scbabbat. Es spridit: Rabb. 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