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Jüdische Rundschau · 1937-10-26 · Heft 85 (26.10.1937) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 85 (26.10.1937)
Date
1937-10-26
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 3 Nr. 85, 26. X. 1937 JÜDISCHE RUNDSCHAU 0ildtScKer Uergaytg enKeit Aus der Reihe der mannigfaltigen Gestalten unserer dreitausendjährigen Geschichte wollen wir ati dieser Stelle eine Auswahl treffen: wir wollen die Persönlichkeiten hervorheben, von deren seelisch-geistiger Eigenart die Geschichte ein mehr oder weniger prägnantes Bild aufbewahrte, und deren Werk die jeweilig im jüdischen Volksleben waltenden Kräfte zu einem klaren und gewissermaßen ״typischen“ Ausdruck brachte. Sie repräsentierten ihr Zeitalter in zweifacher Hinsicht: als höchste Produkte einer in ihnen selbst ausladenden Vergangenheit und als Urheber neuer Entwicklungen. Die Einzigartigkeit ihrer Erscheinung ist bedingt sowohl durch ihre starke Individualität als auch durch die tiefe Verbundenheit mit dem ewigen Wege des jüdischen Volkes. Unsere Aufsatzreihe hat nicht eine erschöpfende wissenschaftlich-biographische Darstellung zur Aufgabe, sondern hezweckt belehrende Information. Die lebensgeschichtlichen Und charakterologischen Momente sollen mir in knappen Ziigen Umrissen werden, soweit es zum Verständnis der Eigenart der Menschen und ihrer Zeit nötig ist. Für diejenigen, die ein tieferes Eindringen in die historischen Probleme anstreben, sind kurze Hinweise auf die allgemein zugänglichen Quellen und Literaturwerke (in deutscher Sprache) bestimmt. Als allgemeine Nachschlagcbiicher werden die bekannten Ueschichtswerke von G r a et z, I)!1 h 11 o w, Elias Auer b a c I! (״Wüste und Gelobtes Land“), Rudolf K i 11 e 1 (״Geschichte des Volkes Israel“ und ״Gestalten und (iedanken in Israel“), Ernst Sellin (״Geschichte des israelitisch-jüdischen Volkes“) lind die j ü d i- }scheu Lexika (Fincvclopacilia Judaica, Bd. I.X; Jüdisches Lexikon. 5 Bände) benutzt. Wir empfehlen unseren Lesern, die einzelnen Veröffentlichiingen aiifzubcvvahren, um auf diese Weise allmählich ein Gesamtbild des Stoffes zu erhalten. I. MOSE Leben. An der Schwelle der jüdischen Geschichte tritt uns die gigantische Gestalt von Mose (liebr.: Mosche) entgegen. In der nach ihm genannten heiligsten Urkunde des Judentums (Sefer Thorat Mosche wei-ung Moses‘‘) ist das Leben und Wirken dieses Mannes in engster Verflechtung mit der Geschichte vom Auszug der He■ bräersläniine aus Aegypten und iiirer vierzigjährigen Wiistenwanderung dargestelit. Nach dem biblischen Bcrieht wurde Mose in der schlimmsten Zeit der ״ägyptischeu Knechtschaft“ geboren (wohl unter Pharao Ramses II. im Anfang des 13. Jahrhuriderts f. Chr.), auf wunderbare Weise vom Tode durch Ertränken gerettet und am Hofe Pha- Taos erzogen. Er blieb dennoch seiuem unterdrückten Stamme treu, ging — groß geworden — zu seinen leidende« Brüdern Und ״er sah ihre Lasten“. Die Mißhandlung eines s ״Das Buch der Ani,csser Urc: (An! dem J1i<: Moses mit den Gesetzes• tafeln ■ l-.cn Lexikon, Band I, Jiidi- 1er Vc!lag, Berlin) ner Brüder durch einen Aegypter vergalt er, vom Jähzorn ergriffen, durch den Tod und ging aus Aegypten in das Gebiet aut der Sinai-Halbinsel, wo er die Herde seines Schwieger- Vaters, des midjanitischcri Priesters Jilro, weidete; dort erlebte Mose am althciügen Berge Choreb eine göttliche Offenbarung im brennenden und nicht ve׳ brennenden — Dornbusch: der Gott seiner Vorfahren gab sich ihm mit dem — den Erz- Vätern noch unbekannt gewesenen — Kamen des ״Immerseienden“ kund, und berief ihn, sein Volk von dem Joche Pharao« zu befreien. .Mose vollzog zusammen mit seinem Bruder Aharcri das Werk der Befreiung. Er vermittelte sm Berge Sinai die Btmdcssehlicßimg zwischen Gott und seinem Volke und führte die Kinder Israels nach Kanaan — dem Lande der Verheißung. In der Oase Kadeseh, die Während der Wüsten Wanderung lange Zeit Lagerplatz der Israeliten war, gründete Mose eine Kult- und Gerichts- Stätte und verkündete dem Volke göttliche ״Gesetze und Rechtssprüche". Unter seiner Führung drangen die israclitisehen Stämme in das Ost jordangebiet eilt. Das Gelobte Land selbst zu betreten, war ihm nicht bcschieden: er starb, hundertzwanzig Jahre alt, nachdem er das Führeramt seinem Jünger Josua übergeben und vom Gipfel des Berges Nebo noch das ganze Land überschaut hatte. Wertung. Die Meinungen der Bibelf-orscher über den ge- Schichthöhen Wert des überlieferten Berichtes gelten weit auseinander. Aber, während noch Anfang des 10. Jahrhunderts viele Gelehrte geneigt waren, die historische Wirklichkeit von Mose überhaupt zu leugnen, und manche in seiner Gestalt nur eine Spiegelung ägyptischer Göttermythen sahen, setzte sich in letzter Zeit in immer stärkerem Maße die Ucberzeugiing durch, daß der biblischen Erzählung eine Realität zugrunde liegt. Darauf deule bereits der iigvptische Name (Mcs — Kind) hin. Das aus der Bibel uns entfegenlretende plastische Charakterbild und das ganze, «ineitlich geschlossene und zugleich lebendig wechselvolle Tun Und Wirken des Mannes zeugen unzweifelhaft für die Tat- Sachlichkeit dieser gewaltigen Persönlichkeit. Ein Mann von unbändiger Energie und unbeugsamem Willen war dieser zum Führer Geborene, ganz erfüllt vom Bewußtsein seiner hohen Berufung. Er iibte sein Amt aus, ohne menschliche Gewalt zu besitzen, kraft seiner geistigen Autorität — nicht als Herrscher, sondern als ״Vater des ganzen Volkes“ — mit der verzeihenden Geduld eines gütigen Lehrers und Er- Ziehers. Ein ursprünglich heftiges Temperament vereinigte sich in ihm mit hohem Gerechtigkeitssinn und mit demütiger Bescheidenheit, die ihn — nach den Worten der Heiligen Schrift — vor allen anderen Menschen auszcichncte. Als Religionsstiftcr und Gesetzgeber ist Mose eine der markantesten Gestalten der Weltgeschichte. Die durch ihn verkündete Gottes- und Gesetzeslefire wurde die Grundlage des jüdischen nationalen Lebens: er kann daher als der Schöpfer der jüdischen Nation bezeichnet werden, Wirkung. Der taimudisch-rabbinischen Tradition gilt Mose als der größte unter den Kündern des Willens Gottes; er war der einzige, dein Gott sich unmittelbar und nicht nur in Traumvisionen sporadisch und in einer bestimmten Lebens- Periode, sondern dauernd und bis zu seinem Ende offenbarte. Er allein wird daher ״Unser Meister“ schlechthin (Rabbenu), ״Vater und Haupt der Propheten“ genannt. Das jüdische Volk hat im Laufe seiner ganzen Geschichte die Gestalt seines ersten Lehrers in seiner Erinnerung lebendig erhalten. Unzählige Sagen schmücken die ' ■11 *־ . .. . -.I ...m Der Dschebel Musa int Sinaigebirge (Aus dem Jüdischen Lexikon, Band V, Jüdischer Wring, Berlin) ■•'Nfc&.w V.; 1 ■» -ifeM ä r? iibi Geburt, das Leben und den Tod Moses aus (sie sind gesammelt enthalten in den Büchern von Micha Joseph ben Gorion: ״Die Sagen der Juden“ und ״Der Born Judas“ — beide neu herausgegeben in je einem Bande vom Schocken Verlag). Auf Grund dieser in der talmudischen Literatur zerstreuten Geschichten unternahm es der jüdischfranzösische Dichter Edmond F 1 e g, das Leben Moses, ״so wie Israel es im Laufe der Zeiten sich vorstellte, deutete und empfand“ nachzuerzähien (deutsch: Moses, 1920). A c h a d H a a m widmete der größten Gestalt der jüdischen Geistesgeschichtc einen seiner bedeutsamsten Aufsätze: er sieht in ihr den höchsten Ausdruck der jüdischen Volksseele selbst, ein Idealbild, das — unabhängig von der geschichtlichen Tatsächlichkeit der Person — durch seine Dauerwirkung in der Geschichte eine historische Realität in höherem Sinne wurde. Literatur. Von den kritisch-wissenschaftlichen Monographien über Mose und sein Werk sind die von Hugo Ureßmann (1913), Ernst Sellin (1922) und V. Zapletal (München 1925/26) hervorzuheben. Dr.J.H. Lehrerfortbildung In Düsseldorf. Die Fortbildungsarbeit der jüdischen Lehrerschaft hat in den letzten Jahren neue Wege eingeschlagen. Sie begnügt sich nicht mehr mit wissensehaftUchen und pädagogischen Vorträgen, sondern sie bezieht auch die Schüler als Klass'engemcinschaften ein und erprobt sich im praktischen Unterricht. In diesen Wochen waren mehrere derartige Fortbildungstagungen. Einen bemerkenswerten Verlauf nahin die Tagung in Düsseldorf, weil sie ihr Profil durch die Darbietungen der Privatvolksschule der Düsseldorfer Synagogengemeinde erhielt und durch deren Lehrerkollegium, an dessen Spitze Dr. Kurt Herz steht. Ihm und dem Vorsitzenden des Vereins jüdischer Lehrer und Lchrerinnen Rheinlands und Westfalens, Rektor Wilhelm Buchheim, oblag die Vorbereitung der auch von der Schulabteilung der Reichsvertretnng und dem Preußischen Landcsverband mitgetragenen Tagung. Sie wurde nach einer kurzen Ansprache Buch hei ms eröffnet durch einen von Erwin Palm gut geschulten Knaben- und Mädchenchor, der die Zionshymne von Darius Milhaud und hebräische Gesänge vortrug. Nach den Begrüßungsworten des Gemeindevorsitzenden, Herrn Felsenthal, sowie von Rabbiner Dr. Klein referierte Kurt Herz über Aufbau und Gestaltung der Schule einer jüdischen Mittelgemeinde. Dabei ging er auf die Problematik jüdischer Erziehungsarbeit ein, namentlich auf die Frage nach dem Bildungsziel, das er in der ״Heranbildung der jungen Menschen zu sich einsetzenden und bewährenden Juden“ erblickt. Die Lehrproben zeigten den Wandel, den die Auswahl der Unterrichtsstoffe und ihre methodische Bewältigung erfahren hat. Dr. Siegfried Braun (Köln) behandelte in einem sechsten Knabenschuljahr den Siloa-Kana! und die Siloa-lnschrift. Fräulein Eichelberg (Düsseldorf) erarbeitete mit Knaben und Mädchen des dritten Schuljahres ein Stück aus der Neierschen hebräischen Fibel. Die unbekannten Wörter und fremden grammatischen Formen wurden den Kindern unter Zuhilfenahme von Gesten und mimisehen Darstellungen zum Verständnis gebracht. Kurt Bcrgel (Düsseldorf) behandelte in seiner Lehrprobe mit Kindern des sechsten und siebenten Schuljahres ein Kapitel aus der Palästinakunde. Auch diese an sieh weit mehr Schwierigkeiten enthaltende Lehmrobe wurde ausschließlich in hebräischer Sprache durchgeführt. Fräulein Dr. Strauß (Düsseldorf) hielt in dem der Volksschule eingegliederten Berufsschulkurs eine Stunde über das Thema ,,Betriebsordnung“. Rektor Buchheim demonstrierte in einer Physikstunde den Schülern des achten Schuljahres an Hand von Modellen, die in der Stünde zusammengesetzt wurden, Anwendungsmöglichkeiten des Elektromagnetismus. Den Abschluß der praktischen Arbeit bildete eine Stunde Biologie mit dem Thema ״Die Stechmücke als Erregerin der Malaria“, gegeben von Studienrat Dr. Harth (Köln), wohl zugleich auch als ein Kapitel Auswanderung?künde und Palästinakunde gedacht. Einen interessanten Einblick in die Arbeitsweise der Düsseldorfer Schule gab auch die Aufführung von Stücken in hebräischer, englischer und französischer Sprache, die zum großen Teil im Unterricht von den Schülern selber durch Dramatisierung von Lesestücken zusammengestellt waren. Dies in Verbindüng mit einer natürlichen Darstellung zeigte die Art, wie versucht wird, den Sprachunterricht lebendig zu gestalten. — Eine Ausstellung von Zeichnungen, Werk- und Nadelarbeiten und von Proben aus dem Kochunterricht zeigte, welchen Platz die künstlerischen und die praktischen Fächer in der Schule einnehmen. Das von den Schülerinnen des neunten Schuljahres zubereitete Mittagessen mit Kaffee und Kudien überzeugte die von der Schule zu Tisch geladenen Lehrer, daß cs die Mädchen wohl verstehen, schmackhaft zu kochen und die Mahlzeit gefällig anzurichten. Siegfried Braun, Köln ANTWORTEN DER REDAKTION Mehrere Hamburger Hausfrauen. Wir können anonyme Zuschriften grundsätzlich nicht beantworten und litten um Ihre Adresse, Briefe an die Redaktion Souveränität und Kapitulationen Wien, den 22. Oktober Sehr geehrte Redaktion! Die Souveränität des in Pulästina neu zu schäftenden jiidi• sehen und arabischen Staates .soll nach den Vorschlägen der Peel-Kommission und des Veil• kerbundes für eine gewisse U ebergangseeit stark fingeschränkt werden, zum Teil wird sie sogar illusorisch gemacht. Eine weitere Einschiänkung droht dieser Souveränität durch das Palästinamamiat selbst. f!1 den vom ehemaligen türkis heil Reich losgelösten Mand.Usgebicten Syrien und Palästina sind die Kap itulationen nicht aufgehoben worden, sondern ihre Anwendung ist nur für die Zeitdatier des Mandates außer Kraft gesetzt. Frankreich hat auf das Fortbestehen der Kapitulationen in Syrien bestandet! und die Vereinigten Staaten von Nordame-rika haben die Aufrechterbaitung in Palästina verlangt, obgleich England mit der Aufhebung einverstanden gewesen wäre. Mit Erlöschen des •Mandates treten die Kapitulationen daher wieder in vollem Umfang in Kraft. Im PalästinaMandat heißt *5 hierüber in Artikel 8: ״Die Freiheiten , und Vorrechte von Ausländern einschließlich der Vorrechte der Konsulargerichtsbarkeit und des konsularischen Schutzes, die sie früher auf Grund der Kapitulationen oder des Gewohnheitsrechtes im ottömanischen Reich genossen ,haben, sollen in Palästina nicht anwendbar sein. Wenn ■die Mächte, deren Staatsangehörige am 1. August 1914 die vorerwähnten Freiheiten und Vorreihte genossen haben, nicht vorher auf das Recht ihrer Wiedcrcinführung verzichtet oder ihrer Nichtanwendung während einer festgesetzten Zeitdauer zugestimmt halsen, sollen diese Vorrechte und Freiheiten nach Ablaut des Mandates sofort wieder cingefiihrt werden, und zwar in vollem Umfange oder mit solchen Einschränkungen, auf die sich die in Frage kommeriden Mächte geeinigt haben.“ Bei den Verhandlungen der Jewish Agency mit England bzw. dem Völkerbund wird sie daher Sorge darauf verwenden müssen, daß diese Bestimmung für den jüdischen Staat aufgehoben wird •und der künftige jüdische Staat voll« Souveränität in seinem Staatsgebiet erhält. Es ergäbe sich sonst die groteske Situation, daß nicht nur nicht-jüdische Ausländer,sondern auch einwandernde Juden, die die jüdische Staatsbürger- Schaft noch nicht besitzen, aut Grund der Kapitulationen Sonderrechte genießen würden oder beanspruchen könnten, die der heimischen jüdischen Bevölkerung nicht zustehen. Schaiom! Dr. Curt Rosenthal Postschlüsse nach Uebersee (Ohne Gewähr) Die angegebenen Zeiten sind die A b g a n g s Zeiten Her Züge bzw, Flugzeuge aus Berlin'. Die Sendungen müssen in!Berlin so rechtzeitig aufgegeben werden, daß sie diese Anschlüsse erreichen, d. h. sie müssen 1—1'', Stunden vor Abgang bei der zuständigen Bahnhofspostanstalt (Flugpost beim Postamt SW 11) vorliegen oder unmittelbar zu den angegebenen Zügen oder Flugzeugen gebracht werden. Anschluß im Reich entweder bei Durchgang der Züge bzw. Flugzeuge oder durch Sendung nach Berlin oder direkt an die Zwisrhenstationen. Bei der Aufschrift empliehlt sich die Anbringung von Leitvermerken. Palästina: 26. Anh. Bhf. 21.58 n. Niirnbg. Anh. Bhf. 22.12 n. Frkf./.M., 23. Brindisi (״Oenisa!.“) 1.11. Haifa■ 27. Anh. Bhf. 21,58 n. Niirnbg. via Belgrad-Islanbul-Aleppo 2. 11. Haifa 29. Anh. Bhf. 21.58 n. Niirn-hg. via Tielgrnd-IsurvbubAleppo 3. 11. Haifa 30. Anh. Bhf. 21.58 n. Niirnbg. 2.11. Piräus 5.11. Haifa 31. Anh. Bhf. 21.29 n. Leipzig via Belgrad InstanbuI-AIcppo 5.11. Haifa 2. 11. Anh. Bhf. 21.58 n. Nün>bg. Anh. Bhf. 22.12 n. Frkf./M. 4.11. Brind. (״Gal,‘*) 8.11, Haifa Luftpost: Jeden Dienstag, Donnerstag. Sonnabend: Flug 8.30 nach Rom, 11.25 München, an Palästina nach 2 Tagen (Linie Amsterdam—Handorng über Neapel). Jeden Sonntag: Flug 8.30 nach Rom. 11.25 München, an Palästina nach 2 Tagen (Linie London—Slngaporc I über Brinsidi). Vereinigte Staaten von Nordamerika! 28. Chbg. 11.20 nach Hannover. 27. Cherlmirg (..Europa") 1. 11. New York, 28, Chbg., 11.20 nach Hann., 29. Cherb. (״Hamb.‘‘). 5. 11. N, Y, Südamerika: 28. Chbg. 23.58 nach Hannover, 30. Cherbourg (..Alcantara“) 12. 11. Rio. 16. 11. B. A.; 2. 11. Potsd. Bhf. 23.42 nach Kassel, 4. 11. Genua (״Aug.“) 16. 11. Rio, 20. 11. B. A, Luftpost: 27. Postsrhl. SW 11. 21.00; 28. 5.00 Frankf./M.; 30. Rio; 31. B. A. flitsch. Luftp.). 30. Postschi, SW 11, 9,30; 14.55 Köln; 2. 11. Rio; 3. 11. B. A. (Frz. Luftp,) Südafrika: 28. Fricdrichstr. 13.58 nach Hannover, 29. Southampton (״Arundel C") 12. 11. Kapstadt. Luftpost: Jeden Dienstag und Sonnabend: Flug 8.30 nach Rom, 11.25 München, an Kapstadt nach 7 Tagen (Linie London—Kap- Stadt über Brindisi). Juden und Jüdisches im Rundfunk Mittwoch, 27. Oktober! Wien (507). 17.30: Werke von Erich Wolfgang Koragolri. Der Komponist wird aus der Klaviersonate C-Dur spielen. — Sonnabend, 30. Oktober: Luxemburg (1304), 22: U. a. Paul Dukas ״Zauberlehrling“. Zum Tode von Lord Rutherford. Der Tod des großen englischen Physikers Lord Rutherford wird auch von der jüdischen Gemeinschaft betrauert. Lord Rtitberford ist als Wissenschaftler auch mit mehreren jüdischen Gelehrten in enger Verbindung und Zusammenarbeit gestanden. Der Verstorbene war aber nicht nur ein großer Gelehrter, sondern auch ein großer Mensch. Als 1933 zahlreiche jüdische Wissenschattier Deutschland verlassen mußten, gründete er mit cinigen anderen den ״Acadcmic Assistance Council“, dessen Präsiaent er wurde und dem er viel Arbeit widmete. Durch seine Energie haben zahlreiche jüdische Wissenschaftler wieder einen neuen Arbeitsplatz in der Welt erhalten. Lord Rütherford hat sich wiederholt mit großer Hilfsbereitschaft persönlieh Tür die Vergrößerung der betr. Hilfsfonds eingesetzt, Todesfall. Unser Stockholmer H. R.-Mitarbeiter schreibt uns: Nach schwerem Leiden verstarb hier der bekannte Buch- Verleger Dr. Nils Geber im Alter von 58 Jahren. Geber hat Außerordentliches auf dem Gebiete des schwedischen Buchwesens geleistet, und die gesamte Stockholmer Presse bezeichnet seinen Tod in ihren Nachrufen als schmerzlichen Verlust. Er war stellvertretender Vorsitzender im Verein der schwedischen Buchverleger, Vorsitzender der Schwedischen Buchhandelsgesellschaft sowie 1. Vorsitzender des Schwedisehen Reklameverbandes. In der jüdischen Gemeinde setzte er sich für die Ausbildung und das Studium unbemittelter jüdischer Jugcud ein, und hi He das Amt des 1. Vorsitzenden des ,,Israelitischen Jüngiiiigsverbaitdcs“ irme. Persönliches. Am 3. November begeht Rechtsanwalt a. D. Louis Wilk und Frau Rosa, geb. Klein, in Memel, früher Heilsberg, das Fest der silbernen Hochzeit. Rechtsanwalt Wilk gehört zu den ältesten Zionisten; gleich nach Gründung der Zionistischen Weltorganisation trat er dieser bei und hat sich in Wort und Tat für die Ziele des Zionismus eingesetzt.

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