Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 85 (26.10.1937)
- Date
- 1937-10-26
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Anfänge des Flugwesens Von C. Z. K! o e tz e 1, Jerusalem*) Palestine Airways Ltd. Wenn man über die Entwicklung eines jüdischen Flug• Wesens in Ercz Israel spricht, begegnet man oft zwei Ein* wänden. Die einen sagen: ,,Haben wir wirklich keine arideren Sorgen?“, die anderen meinen ,,Aber Ire/ Israel ist doch zum Fliegen viel zu klein!“ Beide Entgegnungen enthalten einen im Kern nicht unberechtigten Einwand. Beide werden widerlegt durch die einfache Tatsache, daß es heute nicht nur eine jüdische Flugbewegung in Erez Israel gibt, sondern auch eine jüdische Fluglinie. Der Jischuw hat zu den vielen Sorgen des Aulbaus auch noch diese an sein Herz genommen. Und wenn Erez Israel klein ist und vielleicht noch kleiner werden wird, so ist Fliegen nicht an die Grenzen des eigenen _ Landes, sei es groß oder klein, gebunden. Seit einigen Monaten hat die erste jüdische Fluglinie, die Palestine Airways Ltd., ihren Dienst aufgenommen. Sie fliegt vom Zentralfughafen Lydda nach Haifa und veranstaltet Rundflüge über Tel Aviv und Haifa, um das jüdische Publikum ans Fliegen zu gewöhnen. Das ist ein »ehr bescheidener Anfang und ist als solcher nur vernünftig. Aber die Linien einer langsamen, stetigen und zielbewuöten Entwicklung sind dieser Gesellschaft deutlich, vorgezeichnet. P a 1 e s t i nc A i r w a y s Ltd. wurden im Dezember 1936 >1$ die erste Gesellschaft ihrer Art in das palästinensische Regierungsregister eingetragen. Ilir Vorstand ist rein jüdisch; leitender Direktor ist Herr Idelsohn, der seine organisatorische Begabung und insbesondere seine Zähigkeit in der Erreichung schwieriger Ziele bereits in der Leitung der Levante-Messe unter Beweis gestellt hat. Indessen bestehen starke Beziehungen zwischen der ersten palästinensischen Fluggeseiischaft und am Flugwesen interessierten Kreisen in Engfand. Die Verbindung geht über Dr. P i 11 c h a s Ruthenberg, den Leiter der Palestine Electric, der die treibende Kraft zur Gründung der Palestine Airways Ltd. war. Ein großer Teil der Shares dieser Gesellschaft wurde übernommen von einer Londoner Gründung, der Palestine Air Transport Ltd. Die Aktienmehrheit dieser Gesellschaff ist wiederum in jüdischen Händen, aber ein erheblicher Teil wurde von englischen Interessenten am Flugverkehr im Nahen Osten übernommen. Daß ein ehemaliger Kolonialstaatssekretär, Mr. Anicry, det Vorsitzende dieser Gesellschaft ist, hat wohl nicht mir symbolischen Charakter. Diese starke Verknüpfung zwischen jüdischen und engfischen fducint cressen erscheint nicht nur als durch die politischen Verhältnisse bedingt, sondern auch als objektiv sehr vorteilhaft. Die Entwicklung eines Flugwesens ist überall eine kostspielige Angelegenheit, die eine lange Anlaufszeit verlangt. Die Verbindung mit nicht mir sachverständigen, sondern auch interessierten und kapitalkräftigen englischen Kreisen, hat der jüdischen Fluggesellschaft zunächst einmal die nötigen Ka- Italien gesichert, um die Versuchsperiode überstellen zu Önncn. Beziehungen zu Imperial Airways Es bestehen aber außer diesen finanziellen auch noch andere, direktere Beziehungen zwischen Palestine Airways Ltd. und dem englischen Flugwesen, Zunächst einmal sind die beiden Flugniaschincn, mit denen die Linie ihren Dienst eröffnet hat, britisches Fabrikat. Es sind sogenannte Short Sc io 11 J 11 n i o r - .Maschinen, Monoplane, bei denen die Flügel oberhalb des Rumpfes angebracht sind, gänzlich *US Metall gebaut und ausgerüstet mit je zwei Urobjoy Niagara lll-Motoren zu je 95 hp. Diese Flugzeuge können fünf Passagiere aufnehmen und entwickeln eine Reisegescliwindigkeit von 180 Stundenkilometer. Den gleichen Flugzciiglyp, nur viermal so groß, bilden auch die riesigen Flugboote der Imperial Airways, die in den letzten Wochen und Monaten die Versuchsflüge für den regulären Passagierverkehr England — Amerika erfolgreich durchgeführt haben. Zu Imperial Airways hat Palestine Airways die engsten Beziehungen dadurch aufgcnoinincn, daß sie dieser größten Fluggesellschaft der Welt die Organisation ihres eigenen Flugdienstes übertragen hr!t. Es liegt auf der Hand, daß eine jüdische Fluggesellschaft in Palästina zunächst nicht jüdisches Personal von der Erfahrung finden kann, die jenen Grad von Sicherheit und Leistungsfähigkeit gewährleistet, die absolut notwendig sind, um das Vertrauen des reisenden Publikums z» gewinnen. Palestine Airways tun recht daran, van vornherein in dieser Hinsicht an sich selbst die hochsten Anforderungen zu stellen. Die Verbindung mit Imperial Airways, die sowohl die Piloten wie die Bodenorgani• sstiön stellen, sichern der jungen palästinensischen Fluggeseiischaft das gleiche Renommee in bezug auf Sicherheit und Zuverlässigkeit, das die britische Gesellschaft sich in jahrzehntelangem Aufbau errungen hat. Entwlcklungsmögllchkeiten Die Enlwicklungsmöglichkciien der Palestine Airways liegen in zwei Richtungen. Einmal ist der Ausbau eines innerpalästinensischen Flugnetzes geplant, z.T. als Zubringerdienst zu den internationalen Fluglinien nach Lvdda. Dieser Flugplatz, ist (außer von Haifa) heute nur durch Automobilfahrten zu erreichen, und die Anfahrt von Jerusalem z. B. dauert mehr als eine Stunde. Zwischen Tel Aviv, Jeru- Salem, Tibcrias, Afuleh und Haifa ließe sich wohl ein Fingverkehr, wenn auch nur in bescheidenen Grenzen und bei sehr niedrigen Preisen, entwickeln. Die Hauptschwierigkeit ist der Mangel an Flugplätzen. Tel Aviv hatte in dieser Hinsicht vor der Gründung von Lydda sehr weitreichende Pläne. Heute arbeitet man dort an dem Projekt, der Stadt ein kleines Flugfeld zu schaffen, das immerhin groß genug wäre, um auch den großen Maschinen der intcrnationalen Linien das Anfliegen zu ermöglichen. Daß LOT — aber wahrscheinlich auch MISR — einen Flugplatz in unmittelbarer Nähe von Tel Aviv dem fast 20 km davon entfernten Lydda vorziehen würden, ist sicher. Und mindestens ein Zubringerdienst nach Jerusalem (wo aber die Flugplatz- }rage am schwierigsten zu sein scheint) dürfte sich lohnen. Wie vorsichtig man aber auch dfe Entwicklung eines 11t n e r p a 1 ä st i n e n s i s c h c n F’ugwesens beurteilen mag, so kann doch nicht geleugnet werden, daß eine palästinehsische Fluggesellschaft sowohl das Recht wie die Möglichkeit hat, sich in den internationalen Verkehr mit ihrem Lande einzuschalten. Mehr als irgendein anderes Verkehrswesen ist der Flugverkehr auf Infcrnationalität und Reziprozität aufgebaut. Wir haben in Ercz Israel das beste Beispiel hierfür vor Augen, da Imperial Airways und KLM einen großen Teil ihres asiatischen Flugdienstes auf derselben Strecke und in Wettbewerb miteinander fliegen. Es ist also nicht einzusehen, warum eine palästinensische Fluggesellschaft nicht überall dorthin fliegen sollte, von woher Palästina angeflogen wird. Diese theoretische Möglichkeit wird man natürlich nur insoweit ausrmtz.cn. als es wirtschaftlich ratsam erscheint. Aber hier liegen Eritwicklungsmöglichkeiten vor, die im eng- »ten Zusammenhang mit der politischen und wirtschaftlichen Zukunft Erez Israels stehen, und für deren Ausnutzung daher nicht nur ein legaler, sondern auch ein moralischer Anspruch gegeben ist. Ein nationales Flugwesen kann nur da wirklich gedeihen, wo es eine vom Volk und insbesondere von seiner Jugend *) Siehe den ersten Artikel in Nr. 74/75. Der Mufti Arabische Erklärungen Dem Pariser ״Petit Journaf'* zufolge werden zwlsehen der britischen und der französischen Regierung Verhandlangen über das künftige Schicksal des Mufti geführt, Es hat hierüber eine Unterredung zwischen dem engfischen Außenminister Eden und dem französischen Botschafter in London, Cor bin, stattgefunden. Manche Blätter glauben, daß diese Verhandlungen zur Ausweisung des Mufti aus Syrien führen werden, andererseits soll verhindert werden, daß der Mufti sich in einen der arabischen Nachbar- Staaten Palästinas oder nach Indien begibt. Der Sonderberichterstatter des Londoner ״News C h r 0 - nicle״ Arthur Köstler, berichtet aus Beirut; Ich habe den Mufti von Jerusalem gesehen. Er wohnt im Hause des bekannten Beiruter Chirurgen Dr. Fakhourv. Der Mufti hat es mit der Begründung, daß er die französische Gastfreundschaft nicht mißbrauchen wolle, abgelehnt, Erklärungen abzugeben. Ich wurde jedoch von dem Mitglied des Obersten Arabischen Komitees, Alfred Rock, empfangen, der, da er zur kritischen Zeit sich in Genf aufhielt, der Depor- Herlingnach den Seychellen entgangen und mit dem Mutti in Beirut eingetrofferi ist. Ich sah in dem Hause auch Emir Shekib Arslan und Emir Emil Arslan, die ehemaligen Führer der arabisch-syrisch-palästinensischcn Delegation in Genf und zwei der hervorragendsten Führer der panarabisehen Bewegung. Ferner traf ich den Neffen des Mufti, Mohammed H u s s e i n i, der heute morgen aus Palästina eingetroffen ist. ln der Unterredung mit Köstler erklärte Alfred Rock, die Araber Palästinas würden bis zum letzten Blutstropfen gegen die Teilung kämpfen. Gleichzeitig aber verurteilt« er den Terrorismus, der die Sache der Araber nur kompromittiere. Der Mufti und das Oberste Komitee, sagte Rock, sind für diese Taten nicht verantwortlich. Warum verhaftet nicht die Palästina-Regierung die Handvoll Terroristen, statt die Häuser Unschuldiger zu sprengen? Für die Katastrophe sei in erster Reihe die P a I ä s t i n a v e r - w a 11 u n g verantwortlich, die sich als unfällig er- -wiesen habe, mit den Problemen des Landes fertig zu werden und sowohl Araber wie luden schädige. Er fügte hinzu, das Oberste Arabische Komitee sei bereit, an einer Round Tahle-Konferenz von Engländern, Arabern und Juden teil zu nehmen, doch müsse der Grund- *atz der Unverletzlxhk^lt der arabischen Mehrheit in Palästina anerkannt werden. Daß die palästinensischen Araber vom Ausland — außer den arabischen Nachbarländern, die einige tausend Pfund zu den Kosten der Propaganda des Obersten Komitees beigestcuert haben — unterstützt werden, stellte Alfred Rock in Abrede. Von dem Stab des Mufti wurde dem Berichterstatter weiter mitgeteilt, daß der Mufti ein ihm vo>n der französischen Regierung angobotencs Asyl in Paris ahgelehnt habe. Frankreich werde dem Mufti erlauben, sich dauernd im Libanon oder in Syrien aufzuhalten, nicht jedoch in Damaskus, da man in dieser leicht erregbaren Stadt Unruhen befürchtet, Eine endgülige Entscheidung stehe unmittelbar bevor, Verhandlungen mit Araberführern Einer Meldung der arabischen Tageszeitung ״Felestin“ zufolge hat zwischen den Regierungsstellen in Jerusalem und London ein Meinungsaustausch über die von den vier noch auf freiem Fuß befindlichen Mitgliedern des Obersten Mos• lemisehcn Rates der Regierung für ihre Mitarbeit gestellten Bedingungen stattgefiimien. Die Mitglieder _ des Moslemitischen Rates haben verlangt, daß die in Akko internierten Richter des Obersten Religiösen Gerichtes, die Ulemas und die Beamten des Religionsfonds und des Obersten Moslemitischen Rates frcigelassen werden. Der zeitweilige Distriktskommissär für Galiläa, Kirkbride, hat auf diese Forderungen erklärt, er sei nicht grundsätzlich gegen die Freilassung der genannten Personen mit Ausnahme derjenigen, die unter dem Verdacht stehen, an der Terrorkampagne teilgenommen zu haben. Eine neue Partei Abdullahs D:m ״Haarez“ wird aus Amman berichtet, daß Emir Abdullah eine neue Partei gegründet hat, die Ver- Handlungen mit den palästinensischen Arabern über eine für alle Beteiligten annehmbare Lösung des Palästinaproblems führen und mit der neuen englischen Untersuchungskam• mission in Verbindung treten soll. Nach der Ansicht des Emirs ist jetzt die Bahn für die Verwirklichung dieser Ziele treige macht. Die neue Partei nennt sich ״Verbrüderungsverband in Transjordanien". Ihre Gründung wurde vorgenommen, weil die Mitglieder des jetzigen transjordanisehen Kabinetts nicht in der gewünschten politischen Riehtung gearbeitet haben; sie weigerten sich stets, eine Ko- Operation mit den Arabern Palästinas herbeizuführen. Die getragene F I ti g b e w e g 11 n g gibt. Alle Länder mit hochentwickelter Fliegerei bauen auf einer starken volkstümlichen Bewegung, die überall ihre spezifischen nationalen Züge hat. Th• Aero Club ol Palestine Die ersten Anfänge, eine palästinensische Flugbewegung in organisierter Form zu schaffen, gehen zurück auf das Jahr 1932. Damals wurde von Liebhabern des Flugwesem hauptsächlich polnischer Herkunft eine ״Club Hagamal ham’ofef“ gegründet, der sich die Popularisierung des Flugsports zur Aufgabe machte. Das ״Fliegende Kamel“ lebt heute als das Symbol der Tel Aviver Levante-Messe fort, der Club selbst tauschte diesen Namen später um für den des ״Club ha-artzi-israeli l-t’eufah“, ״The Aero Club of Palestine“, der, obwohl von Juden gegründet, statutenmäßig jedem Flugfreund im Lande offenstcht. Einen starken Impuls erhielt dieser Club im Jahre 1935, als zur Makkabiah eine Gruppe von Olim aus Deutschland eintraf, die weitgehende praktische Erfahrungen im Flugwesen hatten und zwei Gnmau-Baby-Ofeitflugzctige mitbrachten. Führer dieser Gruppe waren Dr. F ei ge, ehemaliger Leiter der Meteorologischen Station in Breslau und heute Chef-Meteorologe der palästinensischen Regierung, und der Flieger und Segelfluglehrer Rappaport, der sich zur Zeit in Polen befindet, um seine Fliegerlizcnz zu erneuern. Ferner chörte zu dieser Gruppe der Konstrukteur Pohorile, der amit beschäftigt ist, ein für die palästinensischen Verhältnisse besonders geeignetes Segelflugzeug zu bauen. Diese Gruppe trat in Berührung mit den Leuten vom ״Fliegenden Kamel“ bei denen die Herren Rechtsanwalt Kirschenbaum und Hai herstadt (Lehrer am Herzl-Gymnasiurn) die aktivsten Elemente waren, die überdies über praktische Erfahrungen bei der polnischen Fliegertruppe verfügten. So begann der ״Aero Club of Palestine“ bald aufzublühen. Er zählt heute 180 Mitglieder, von denen etwa 70 aktiv als Flugschüler, Konstrukteure oder iiti .Modellbau tätig in Beirut bevorstehende Neuwahl des Gesetzgebenden Rates, soll dera Emir die Verwirklichung seiner Pläne ermöglichen. Der arabische Politiker N a d s c h al •S u w e i d i, ein Verwandtcr des irakischen Außenministers, hat nach Meldungen aus Bagdad eine große Anzahl führender Persönlichkeiten der panarabischcn Bewegung und die irakischen Vertreter, die an der Konferenz in Bludan teilgenommen haben, nach Bagdad eingeladen. Bei den Besprechungen wurde bcschlossen, eir.z Panarabischc Partei zu gründen, die vor allem die Aufgabe haben soll, die Interessen der Palästina-Arabcr wahrzunehmen. Ferner soll in Aussicht genommen sein, durch die neue Partei eine Organisation ins Lehen zu rufen, die in der Lage wäre, die Vorschläge der Bludan-Konferenz in die Tat umzusetzen. Die Agitation in Syrien Frankreichs Stellungnahme Unser Pariser K.-Berichterstatter hatte Gelegenheit, sich mit einer führenden französischen Persönlichkeit, die über die französische Levantepolitik besonders gilt informiert ist, über die durch die nationalistische Agitation in Syrien geschaffene Lage zu unterhalten. Dieser Gewährsmann wandte sich vor allem gegen die an der Haltung Frankreichs und der Regierung in Damaskus geübte Kritik. Die syrische Regierung habe sich bisher gegenüber den palästinensischen Unruhen sehr korrekt benommen und habe sich bemüht, die nationalistische Agitation einzudännucn. Hochkommissar de Märtel hat in seinen Berichten nach Paris diese gemäßigte Haltung der syrischen Regierung unterstrichen. Im Gegensatz zu den England nahestehenden Regierungen des Irak und Aegyptens ist es Frankreich gelungen, die syrische Regierung von einem offenen Eintreten für die panarabischc Bewegung und für die palästinensischen Araber zurück• zuhalten. Aut der anderen Seite sei es aber begreiflich, daß die syrischen Araber Sympathien für ihre palästinensischen Stammesgenossen fühlen und daß die außerhalb der Regierung von Damaskus stehenden nationalen Kreise die Diskretion der Regierung nicht immer enthalten. Die gemäßigte Stellung der Regierung und besonders ihres Leiters, Djemal Mer dam B e y, sei um so höher anzurechnen, als die Regierung mitgro- Ben inneren .Schwierigkeiten zu kämpfen hat uiu! eine offene Stellungnahme für die palästinensischen Nationalisten sicher• lieh am ehesten geeignet wäre, ihr eine weitgehende Popularität zu verschaffen. Die Regierungen in Damaskus und in Beirut bemühen sich im Einvernehmen mit dem französischen Hochkommissariat, die palästinensischen Flüchtlinge ebenso wie die kürzlich amnestierten arabischen Nationalistenführer an einer Wiederaufnahme ihrer politischen Tätigkeit zu verhindern. Sie sind über anderseits nicht in der Lage, das Asylrecht gegenüber politischen Refugies zu verletzen. Wie unberechtigt es ist, die Verantwortung für die palästinensischen Unruhen auch nur teilweise auf Frankreich abzuwälzeii, zeigt auch die Tatsache, «laß der englische Generalkonsul in Damaskus dem Hcclikonimissariat und der Reieriing den offiziellen Dank Englands für ihr orrektes Verhalten ausgesprochen hat. Frankreich bemüht sieh im Rahmen des Möglichen, in der Levante- Politik mit England zusammenzuarbeiten, es muß aber in erster Linie seine eigenen Interessen in der arabischen Welt berücksichtigen, ln welchem Malle Frankreich eine Einmischung Syriens in palästinensische Verhältnisse zu hindern wünscht, zeige auch die Tatsache, daß die französischen Behörden nach den vorjährigen Unruhen in Palästina einen engen. Grenzkordon an der syrisch-libanesisch-palästinensischen Grenze aufgestelit haben. “ Dieser besondere Grenziibcrwachimgsdienst wurde aber vom palästinensischen Oberkommissariat als vcrkclirhindernd und überflüssig bezeichnet und daher wieder aufgehoben. Auch jetzt bemühen sich die Iranzösischen und syrischen Behörden die Einwanderung von bcwaffneten Banden und den Waffcnschmuggcl nach Palästina zu verhindern. Die französische Syrienpolitik könne aber in ihren Grundztigen durch die Schwierigkeiten Englands in Palästina n i c h t beeinflußt werden. Frankreich wird auf seinem Wege einer schrittweisen Lockerung der französischen Herrschaft in Syrien fortschreiten. Der französisch-syrische und der französischlibanesische Bündnisvertrag sind bereits im Juli dieses Jahres von cler Regierung auf dem Büro der Kammer deponiert vvorden und das französische Parlament wird Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres über die Ratifizierung dieser Verträge zu beschließen haben. Der Weg der französischen Syrien- Politik ist durch diese Verträge vorgezeichnet. Frankreich hat nur die Möglichkeit diesen Weg, an dessen Ende die So 11 veränität des Libanon und Syriens stellt, fortzuschreiten. Anderenfalls ist mir die Rückkehr zu einem System der bewaffneten Gewalt möglich, zu dem Frankreich nicht bereit ist. Obwohl die Widerstände gegen den Syrienvertrag in Frankreich gewachsen sind, wird doch die überwiegende Mehrheit des französischen Parlamentes sicherlich der Ratifizierung der Verträge zustimmen. sind. Da ist ein bescheidener Anfang; aber je mehr der Club seiner Aufgabe entsprechen wird, jungen Menschen zum Fliegen zu verhelfen, um so mehr wird seine Anhängerschaft insbesondere unter der Jugend wachsen. JOdische Piloten? Bei all dem muß man vor einer palästinensischen ״Flug• begeisterung“ warnen, die aus Unkenntnis der Lage falsche Wege einschlägt. Man hört hier oft sagen, das Wichtigste sei die Gründung einer Motorflieger-ßcliule, auf der jüdische Piloten ausgebildet werden, damit die jüdischen Flugzeuge nicht von Fremden geflogen werden müssen. Dazu ist zunächst zu sagen, daß Ansätze zu einer solchen Schule bereits vorhanden sind. Die unter Beteiligung der Jcwish Agency gegründete Gesellschaft ״Awiron“ hat zwei Flugzeuge angeschafft und bei Afikim eine Fliegerschule eröffnet. Un* vorhergeschene Schwierigkeiten haben dazu geführt, daß der Schtiibetricb auf unbestimmte Zeit unterbrochen worden ist. Aber auch ohne das wäre diese Schule nicht in der Lage, Verkehrsflieger auszubilden. Denn an diese werden Aiishildungsanforderungen gestellt, die eine Schule allein nie erfüllen kann. So müssen die Flitgkapifäne der Imperial Airways tausend Flugstunden nach weisen können. Fast alle Verkehrsflieger der Welt sind daher ehemalige Militärflieger, die während ihrer jahrelangen Dienstzeit sich die Qualifikation zum Verkehrsflieger erworben haben. Wer über die Tatsache ungehalten ist. dal! das ״erste jüdische Flugzeug“ nicht von einem Juden gesteuert wird, dem sei zum Trost gesagt, daß unter den zahlreichen Flugkapitänen von MISR sich erst ein einziger Aegypter befindet, obwohl die Gesellschaft seit fünf Jahren existiert und ihre eigene Fliegerschule besitzt Barmiiwah-Tcrmln 1 Am 20. November (14. Ki.dc«•): Michael Bacher, Suhll von Max Bacher, Tel Aviv, Ben Jcliudastr. 123. *Schluß des Palästinateils)