Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 84 (22.10.1937)
- Date
- 1937-10-22
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 84, 22. X. 1937 JÜDISCHE RUNDSCHAU ־ ׳ Seite 9 Die panarabische Bewegung Die Religion im Kibbuz ״Vermittelnzwischen Religion und modernem Leben“ Ein Mitglied der alten Kwuzah Tel-Jossef, der längere Zeit in der neuer! Siedlung des Misrachi ״T i r a t Z w i“ elebt hat, gibt seine Eindrücke wie folgt wieder: Das eben dort ist religiös, die Männer tragen den Kopf bedeckt, rasieren sich nicht, man betet, ifft nur erlaubte Speisen und kocht nicht am Schabbat. Der Bau einer Synagoge wäre eine Notwendigkeit. Auch Frauen beteiligen sich Denn Gebet und beim Singen der Schabbaflieder und die verheirateten zünden am Freitagabend Kerzen an. Trotzdem würde der Außenstehende nicht merken, daß er in einer orthodoxen Kwnzah ist. Viele der Mädchen gehen in kurzen Hosen, und das kulturelle Leben dieser Menschen ist abeschen vom Religiösen nicht von dem unser!! unterschieen. Es ist zu bedauern, daß sie alle abgetrennt von der allgemeinen Kibbuzbewegung leben, trotzdem diese Anstrengungen gemacht hat, auch orthodoxe Mitglieder anzuziehen. Es ist kein gutes Zeichen für uns, daß wir keine Anziehungskraft für diese Menschen haben. Trotzdem wir uns soziologisch und in vielem auch ideologisch so nahe stehen, sind wir durch einen Abgrund voneinander getrennt, und die religiösen Chniu/im suchen Schutz und Stütze bei einer Partei, die ihnen in wichtigen Bezirken ihres Lebens anz ferne steht. Ls gab «i!1e Zeit, wo die Are i t e r sieh im Gegensatz zur Religion b e - fanden. Aber jetzt ist das seit langem vorbei und unseren Gewerkschaften gehören Hunderte religiöser Mitglieder an. Auch die Ehern der Mitglieder unserer Kibbuzim führen bei uns ein Lehen entsprechend ihren religiösen Anschauungen. Aber natürlich ist diese duldende Haltung nicht zu vergleichen mit jener des Misrachi, der mit allen Mitteln der Organisation für die Erhaltung und Verbreitung der Religion cintritt. Den religiösen Gruppen erwachsen aus ihrem Festhalten an der Religion schwere Probleme. So ist eine Milchwirtschaft unmöglich, wenn man das Kühlen und Entrahmen der Milch am Schabbat nicht vornehmen darf. Und jetzt kommt auch noch das S c h m i 11 a - J a 11 r, dessen Einhaltung völlig unmöglich ist, schon wegen der Steuern und fälligen Wechsel, die auf dem Besitz liegen. Die nichtreligiöse Arbeiterschaft kann ohne Bedenken nach den An- Weisungen des Rabhinats ihm eine Vollmacht zum Verkauf des Bodens gehen und so die religiöse Vorschrift um gellen. Aber können diese Menschen, die eine lebendige Beziehung zur Religion haben, einer solchen Umgehung zustimmen? Es gibt unter ihnen viele, die davor zurückschrecken. Der Wachtdienst mit der Waffe und das Bedienen des Scheinwerfers wird auch am Schabbat geleistet wegen der Lebensgefahr, die die Vernachlässigung dieser Dinge mit sich bringen könnte. Auch viele andere Problcme bringt ihre neue Lebenstonn noch mit sich. Sie furchten, den Boden des Gesetzes zu verlassen, überlassen alle Entscheidungen dem Rabbitiat und meiner! mit der kleinsten Abweichung das Ganze zu gefährden. Aber sic werden sich ihrer großen Aufgabe nicht auf die Dauer entziehen können: zu vermitteln z w i s c 11 e!1 Religio n u 11 d moder• nem Leben, nicht im Sinne des Rdonnjudentiinis, das die Assimilation erleichtern wollte, sondern in einem neuen Sinne, um als Juden ein werktätiges, selbständiges, vom Nichtjuden unabhängiges Leben führen zu können. Ihnen fällt auch die Aufgabe zu, die freidenkenden und die religiösen Juden im Geiste gegenseitiger Toleranz einander zu nähern. ^Ahrornund^Do^a Eliasberg Ein Stück unseres eigenen Lehens — und nicht das Ichlechtcste — wurde heute mit dem treuen Freunde zu urabe getragen. Der Tod Ahron Eliasbergs wird in vielen Ländern bei Hunderten von Zionisten ein schmerzliches Echo erwecken. Als junger Student kam er vor mehr als vier Jahrzehnten nach Deutschland und bildete als!.einziger Universitäts- Student zusammen mit Martin ßuber und anderen dort die erste zionistische Gruppe. Er hat uns selbst mündlich und in der ,,Jüdischen Rundschau״ (zuletzt anläßlich des 40jährigen Jubiläums der Z.Vfl). in Nr. 48 d. J.) wiederholt in reizvoller Weise diese Anfangszeit des Zionismus geschildert. Nach Beendigung seiner Studien versuchte er verschiedenes, war auch »bereits vor dem Kriege zum ersten Male in Palästina gewesen und heiratete 1911 Dora Weißbretn aus Insterburg, eine der feinen, stillen, von edelster Menschlichkeit erfüllten Zioiiistinnen, die zu jener Zeit eine besonders wesentliche Funktion im Zionismus ausübtcii. Sie haben wir vor zwei Tagen begraben. Selten waren zwei Menschen harmonisch so wunderbar aufeinander abgestimmt, wie Ahron und Dora Eliasberg. Kurz nach seiner Heirat übernahm Eliasberg die Leitung des ״Jüdischen Verlags“ in Berlin, dem er einen neuen Impetus gab; er gründete später, als er nach dein Kriege infolge der veränderten Verhältnisse ausschied, den ״W e 11 v e r 1 a g“. Eine große Zahl, zum Teil sehr wertvoller jüdischer Werke ist in den beiden Verlagen erschienen, die nicht nur ihr Erscheinen, sondern auch die, meist äußerst geschmackvolle Form der gestaltenden, von universeller Bildung fundierten Kraft Eliasbergs danken. Eliasberg war ein wirklicher Liebhaber des Buches und er ist einer der Mitschöpfer des guten jüdischen Buches in Deutschland. Vor vier Jahren kam Eliasberg mit seiner Familie nach Palästina, seit etwa zwei Jahren war er im Hauptbüro des Keren Hajessod tätig. Eliasberg gehörte einer der vornehmsten jüdischen Familien von Pinsk an, jener Stadt, aus der auch Chain! Wcizmann stammt, mit dem ihn Freundschaft verband. Am Grabe von Ahron und Dora Eliasberg trauern nebst der großen Zahl der Freunde zwei Söhne. In unserer Erinnerung wird dieser herrliche Zionist und Mensch für immer fortlebcn! Jerusalem, 15. Oktober. Adolf Pollak Irak-Oeffelfung nicht beschädigt. Die ״Iraq Petroleum Company“ teilt mit, daß die Nachricht, nach der die Oelrohrleitung• in der syrischen Wüste mehrfach gesprengt worden sei und brenne, nicht den Tatsachen entspreche. Es sei lediglich an einer einzigen Stelle der Versuch zu einer Sprengung unternommen worden. Dabei sei geringer Schaden entstanden, der noch am gleichen Tage habe behoben werden können. Das Konservatorium Tel Aviv (Leitung: Harry Blumberg, Dr. Else Lewertoff) hat die Absicht, in Zukunft Dirigentenkurse cinztiführen. Es soll zunächst mit den vorbereitenden Studien (Partiturspiel, Instrumcntcnkundc) begonnen werden. H. W. Steinberg hat sich bereiterklärt, in regelmäßiger Folge einen Zyklus solcher Kurse zu übernehmen, die von den Voraussetzungen des Dirigicrcns ihren Anfang nehmen. Anmeldüngen für den ersten Zyklus werden im Konservatorium Trumpcklorstr. ■10 entgegengenommen. Berichtigung. Das bei einem Angriff auf die jüdische Siedlung Ness 'Zionah getrolfenc jemenitische Kind ist getötet worden. Der Name des Kindes lautete richtig: Joseph Saadi. Die ״Times“ vom 20. Oktober bringt, von einem Leitartikel begleitet, eine ausführliche Darstellung über ״Panarabismus“, die sich mit der nach der Konferenz von Bloudhan entstandenen Situation befaßt. Der Panarabismus, so wird ausgeführt, ist wenigstens äußerlich jetzt im Aufstieg und hat eine negative Haltung gegenüber dem Zionismus eingenommen. Seit dem gelungenen ״Aufstand in der Wüste“ lebt der Traum von der geeinten arabischen Welt fort. Die Araber betrachten die Juden, die sich nicht arabisieren lassen wollen, als ein Hindernis für diese Einheit und die vorgeschlagene Teilung Palästinas als Diebstahl an dem Oroß-Arabien der Zukunft. Andererseits gebe es jedoch noch keine Anzeichen für eine positivere Entwicklung des. Panarabismus. Die Beziehungen zwischen einigen der arabischen Länder sind weniger freundlich als früher, und auch «in Plan für einen arabischen Staatenbund, der Aussicht auf Annähme hätte, ist noch nicht ansgearbeitet. Im Irak ist die panarabische Propaganda durch den Mord an Bekr Sidki beträchtlich ausgeweitet worden. Eine Erklärung für die Haltung des Irak sieht der Verfasser in der inneren Situation des Landes. Der Staat hat wohl die Armee in der Hand, aber die Beziehungen zwischen den religiösen Richtungen der Schiiten und Sunniten sind nicht besser geworden; auch König Gliazi hat an Prestige verloren. Der irakische Panarabismus erstreckt sich nicht auf Transjordanien. Emir Abdullah, der von der Teilung Palästinas am meisten gewinnen würde, ist von der irakischen Presse so angegriffen worden, daß inan annehmeit konnte, die Panaraber hätten gehofft, d:1Ii England zuvorkommenderweise den vorgeschlagencn arabischen Staat in Palästina der Regierung in Bagdad übergehen würde. In Syrien entwickelt sich eine Lage, die England lind Frankreich einige Verlegenheit bereitet. l)ie Franzosen haben die syrische Regierung sich selbst überlassen, und die Ergebnissc sind für die Franzosen angenehmer als für die Syrer. Die Autorität der Regierung ist außerhalb der Gebiete ־von Damaskus. Homs und Hama schwach. Aber ihre inneren Schwierigkeiten haben die syrische Regierung nicht davon zurückgehaltcn, den Panarabismus zu cTmutigeii und ihm offiziöse Unterstützung hei dem Kongreß in Bloudhan zu leihen. Die Erklärung dieses Verhaltens ist einfach: unverantwortliehe und unerfahrene Politiker, die ihren Anhängern das Blaue vom Himmel herunter versprochen haben und keine Möglichkeit seilen, es zu erfüllen, versuchen, ihren Schwierigkeiten dadurch zu entgehen, daß sie das Palästina-Problem in den Vordergrund schieben. Diese Politik soll die patriotischen Gefühle der syrischen Masse erregen und sie ihre Unziifriedenheit vergessen machen. Ein panarabisches Zentrum in Damaskus würde die gefährlichen Energien der beschäftigungsloser! Propagandisten anderweitig ableiten, so daß die an der Macht befindlichen Männer ruhiger schlafen können. Der Libanon hat an der Konferenz in Bloudhan kein Interesse genommen. Sein Premierminister hat scharfe Kritik bei den syrischen Nationalisten wegen seiner Weigerung gefunden, eine parteiische Haltung zum Zionistenprohleni einzunehmers. Es ist möglich, so schließt der Aufsatz, daß die Libanesen es in ihrem Interesse finden, enge und freundschaftliehe Beziehungen mit dem jüdischen Staat, sollte er ent- Stehen, zu unterhalten. Im Augenblick ist freilich die stärkste Gefahr, daß die arabischen Terroristen . aus Palästina eine neue Basis in Syrien errichten und die syrische Regierung nicht bereit oder fähig sein wird, Umtriebe zu vernindem, die die Franzosen in Verlegenheit setzen und die Engländer beunruhigen. Während der letzten Unruhen haben die französischen Behörden alles getan, um den Waffen- Schmuggel über die palästinensische Grenze zu unterbinden. Aber die Interessen der beiden Länder sind so eng ver- Von der Woche Die jüdischen Kolonien in der Scharon-Ebene sind vom Distriktskommissar darauf aufmerksam gemacht worden, daß sie für Sabotageakte, die in der Nähe von Kolonien verübt werden, verantwortlich gemacht werden sollen. Von den Kolonien wurde geantwortet, uali sie mit Sabotageakten nichts zu tun hätten und eine Schuld nicht anerkennen könnten. Vier arabische Stadträte in Jerusalem faßten den Entschluß, ihr Amt «icderziilogcn, wodurch sie die Regierung zwingen, entweder andere Stadträte zu ernennen oder eine Stadtkommission zu bestimmen, da der Sladtrat augenblicklich durch das Ausscheiden von vier Mitgliedern nicht beschlußfähig ist. Am Mecresstrand bei Kissaria (Caesarea) ist die l.eiche des 35jährigen aus Deutschland cingewanderten Oskar Strauß gefunden worden. Es konnte bisher nicht lestgestellt werden, ob es sich um Mord oder Selbstmord handelt. Im Namen der Agudath Jisrael haben Oberrabbiner 1) u - s c h i!1 s k y und Rabbi Mosche Blau dem stellvertretenden High Commissioner, Battcrsliill, eine Anzahl von Fordern!!- gen unterbreitet. In erster Reihe verlangten die Vertreter der Agudah, daß die Regierung die Sicherheit in! Lande gewährleiste. Sie forderten weiter, daß die Regierung für die agudistischcn Schulen einen der zahlenmäßigen Stärke der Agudah entsprechenden Zuschuß leiste und daß die agudistiäche Gemeinde von der Regierung anerkannt werde. Für die nächsten Tage wird das Eintreffen des Leiters des politischen Departments der Jewish Agency, Mosche Scliertok, erwartet. Ende der Woche soll auch der Vorsitzende der Palästina-Exekutive, Ben G u r i o n, wieder in Jerusalem eintreffen. Der vor einiger Zeit gemeldete Rücktritt des arabischen Staatsanwalts Musst! el Alami wird von der Regierung dementiert. Die Einnahmen der Palästina-Regierung in den ersten fünf Monaten des laufenden Finanzjahres haben 2012 876 Pfund betragen, gegenüber 1 535 523 Pfund in derselben Zeit des vorangegangenen Finanzjahres. Die Ausgaben betrugen 1‘)15 431 Pfund (im vergangenen Jahre 1615 16‘) Pfund). Der Verwa’tungsüberscbuß, der zu Beginn des Finanzjahres 4 835 129 Pfund betrug, ist auf 4932 574 Pfund gestiegen. Einer offiziellen Meldung zufolge soll am 1. November mit der Erforschung von Wasser in ö g 1 i c h k c i t c n i m N'egew und im J o r d a n t a I begonnen w erden. Palcor erfährt, daß eine große jüdische Pinna die Regierung bei diesen Arbeiten unterstützen wird. Aut Veranlassung der Histadruth haben sich sämtliche A u t o b u s - K o o p e r a t i v c n N 0 r d - P a 1 ä s t i n a s in einer Zentrale zusammcngeschlossen, die 250 Mitglieder zählt. Der Stadtrat von Tel Aviv hat einstimmig beschlossen, den Vertrag zwischen der Stadtverwaltung und der Baukommission des Habimah-Theaters über die Garantie der 30 000 Pfund-Anleihe für die Errichtung des neuen Theatergebäudes zu bestätigen. flochten, daß mehr als eine gelegentliche Zusammenarbeit erforderlich ist, falls die panarabische Bewegung zeitweilig eine fremdenfeindliche Form amieluuen sollte. Auf französischer Seite ist inan der Auffassung, daß politische Beratungen zwischen den beiden Mandatsregierungen manche Fehler in der Vergangenheit hätten vermeiden können. Französische Kritiker halten cs für falsch, daß man den unabhängigen arabischen Staaten erlaubte, sieh in die Angelegenheiten der Mandatsgebiete ein/umischen; sie werden dies in jedem Fall zu niemandes Vorteil außer dem eigenen wieder zu tun versuchen; und wenn sie einmal darin ermutigt sind, ist kein Ende für die Unruhen in den Mandatsgebieten abzusehen. Weder die Franzosen noch die Engländer sind Feinde des arabischen Fortschritts oder der Zusammenarbeit; aber die französischen Sachkenner wissen (und die englischen sollten es auch verstehen), daß die arabischen Wünsche so weit gehen und die Möglichkeiten politischer Intrigen und Wandhingen im Vorderen Orient so verlockend sind, daß jede vorzeitige Ermutigung des Paitarabistmts höchst unerwünschte Folgen haben kann. In ihrer redaktionellen Stellungnahme weist die ,,Times“ nochmals nachdrücklich auf die Haltung Syriens hin und sagt u. a., daß die syrischen Politiker, falls sie weiter mit dem Feuer spielen sollten, daran erinnert werden müßten daß der franz. ösisch-syrisc h e V c 1־ t r a g n 0 c h nicht ratifiziert ist. Andererseits könne man keine volle französische Zusammenarbeit in den Levanlelämlent erwarten, wenn die englische Politik dort keine Rücksicht auf die französischen Interessen nehme. (Eine Stellungnahme des französischen ״Tettips“ zu demselben Thema brachten wir in Vr. 8) der ״jüdischen Rundschau“. Es ist bemerkenswert, daß b e i d e ZciUuigcn, die trauzösischc und die englisch•.•, die Notwendigkeit einer engen e 11 g 1 i s c h - ( r a n z ö s i s c h e n Z 11 s a m 111 e 11 a r h e i t in den arabischen Ländern besonders betonen. — A.d.R.) Sir Ronald Storrs verlangt Round Tabie-Konferenz In einer Veranstaltung des .,Klubs 1912“ in London sprach der ehemalige Gouverneur von Jerusalem, Sir Ronald Storrs, über die Lage in Palästina. Er begann damit, daß er die Verbundenheit der Juden mit Palästina über zwei Jahrtausende hinweg schilderte. Er würdigte die Situation auch vom arabischen und englischen Standpunkt aus und erklärte, es handle sich nicht um Recht gegen lotrecht, sondern uni einen l all von Recht gegen Recht. Die Rage sei deshalb so schwierig, weil beide Teile ihre l hiahh.mgi'.d.cit!orderten. Er glaube, daß וו o c h n i c 111 g e n 11 g A n s! r c!1 g 11 11 g e 11 g e in a c h t w u r d e n, u!11 d a s P roh I c in o 1111 e I ei- 1 11 11 g / u 1 ös e 11. Er glaube nicht, daß die Lage so liolfnungslos schlecht sei, daß nicht irgend etwas unuei nonunen werden könne, um das Mandat dimTmiiülimi. Keine Seite könne 100 Prozent ihrer Forderungen c!halten. Die Araber könnten England nicht an der Ausführung seiner Versprechungen hindern, und die Juden es nicht zwingen, Einwanderer in einem Maße ins Land zu lassen, das den gegenwärtigen Zustand von Mord und Totschlag fortsctz.cn würde. Weder Araber noch Juden, sondern die englische Armee habe Palästina zurückerobert. Der Redner empfahl, daß jede Anstrengung unterno 111 111 e 1t wird, eine R o u n d T a b I c- Konferenz, unter ei n e m 11 n p a r t e i i s c 11 e 11 Vorsitzenden einzuberufen, bei der Juden und Araber ver* treten sein sollen. Es sei jetzt schwierig, nachdem die Dinge so weit gediehen sind. Noch vor zwei Jahren war es möglich. Wenn cs nicht dttrchznführcn wäre, so bliche nur Teilung übrig. Die Regierung sollte versuchen, diese Konferenz zustandczubringeii, indem beide Seiten Zugeständnisse machen. Gäste in der Kwuzah Aus Tel Aviv wird uns geschrieben: 1111 ״I),־!war“ führt ein Mitglied der Kwuzah De Ran i a bewegliche Klage über die Gedankenlosigkeit der die Kwuzah besuchenden Gäste: Wenn man am Schabhat oder Festtag hungrig ist, so tut man gut, sich eine Viertelstunde vor der Mahl/eit zusammen mit den Gästen in der Nähe des Eßsaals aufzuhalten, ist man aber anderweitig beschäftigt und kommt später, so erhält man nur etwas Kartoffelbrei aus der Diätküche, und der Diensthabende erzählt sich reclitfertigcnd, die Suppe habe nur für die Hälfte der Essende:!;! ns o er eicht. Die Gäste hätten die kalte, wohlschmeckende Suppe sehr gelobt, und sie als Getränk gegen den Durst in grollen Mengen getrunken. —! Die Gaste sind ein besonderes Kapitel in unserem Leben, die lins während unserer ganzen Geschichte begleitet haben. Als es iiti Lande noch wenige jüdische Arbeiter gab und sie alla eine kleine brüderliche Gemeinschaft bildeten, kamen Arbeiter nach Degatiia, um ihre Gefährten kenuenzulcrnen. Es war ihnen ein seelisches Bedürfnis. Jetzt hat sich das!.eben verändert und entwickelt. Es kommt'!! nicht Einzelne, sondern Hunderte und ein menschlicher Brauch wird zur Quelle von Bitterkeit und zu einem Probien!. Wir wagen es noch nicht, eine Entscheidung zu treffen, aber wir fühlen; so kann es nicht w c i t c r g e 11 e!1! Denn außer der Bitterkeit und dem Geldverlust erleiden wir noch, einen seelischen Schaden: wir verlieren die innere Aufiialnii cbcmNchait für den Gast an sich. Und dabei wölben wir Gäste, unsere freunde, Bekannte und Verwandte, jahrelang scheu wir sie nicht, und machen sie sirh dann an einein Besttage frei, so finden sie uns in Ungemütlichkeit und Enge, und kommen zu der Meinurig, daß ihr Besuch uns unenvii lischt sein muß. Wir werdet! aufgesucht von Gästen aus dem Lande, Touristen und neue« Einwanderern. Sie alle haben ein aufrichtiges Bedürfnis, die Kwuzah keiinenz.ulenien, über die sie schon so viel gehört haben. Ihrer Zahl nach machen sic Hunderte aus. In ihrem Benehmen bei uns spiegelt sich die Vorstellung, die sie von unserer Lebensform haben. Manche denken, daß hier alles allen gehört und jeder von uns aut alles verzichtet hat. Man setzt sich nieder und ißt, und wenn noch etwas fehlt, holt man es sich aus der Küche. Jeder kann die Seife im Duschraunt nehmen, jeder kann hier Wäsche waschen, jeder kann in den Plantagen sich Grapefruit und Zitronen pflücken, jeder kann an einer Mitgliederversammlung teilnehmen. Ein Gast, den man in der Waschanstalt traf, suchte dort einen Badeanzug, um im Jordan zu baden. Diese Menschen aber sind noch harmlos. Es gibt auch solche, die im Pyjama im Eßsaai erscheinen, laut sprechen, besonderes Essen verlangen, au! den Rasen treten, Blumen pflücken und sich wie die Herren im Hause aufführen. Und dann gibt es natürlich auch solche, die wirklich das Leben hier kennenlernen wollen, still und bescheiden in einer Ecke sitzen, schweigen und zuhören. In den letzten Jahren ist noch die Einrichtung hinzugekommen, die P e ß a c h -1 e i e r t a g e in den Kwuzoth ztt verleben. So werden uns die t este statt zu einer Zeit der Muße, Konzentration und Ruhe zu c-inem Gegenstand des Aergers, der Aufregung und der Ermüdung. Auch ist die Wirkung solcher Zustände auf unsere Kinder nicht zu unterschätzen. Die neuen Chausseebauten im Lande geben an sieh die Möglichkeit, das Problem befriedigend zu lösen. Von Haifa, Afule und Tiberias aus kann man das Leben der Kwuzoth kemtenlerneii, ohne ihnen zur Last fallen zu müssen, (Schluß des Palästinateils)