Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 84 (22.10.1937)
- Date
- 1937-10-22
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 84, 22. X. 1937 JODIS<־HF RUNDSCHAU Seife 3 In schwerer Stunde / Von ZIONI Im Zionismus zeigt sich bei vielen kritischen Stationen seines Weges jene eigentümliche Vermischung von Politik und Propaganda, die bei einer Bewegung verständlich ist, die einerseits in der realen Welt der Politik zu wirken hat, andererseits ihre gesellschaftliche Basis nur durch freiwilligen Zusammenschluß sichern kann. Wenn in der gegenwärtigen schweren Stunde, in einer Krise der zionistischen Verwirklichung, die von niemand erwartete Ausmaße angcnommen hat, Stimmen zu hören sind, die mit aller Ernsthaftigkeit und ohne Beschönigung den Versuch machen, die Dinge beim rechten Namen zu nennen und uns selbst Rechenschaft über den Stand und die Aussichten unserer Bewegung in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht zu geben, so werden ihnen mit einem gewissen Reciit die Notwendigkeiten der Propaganda cntgegengehalten, die davon ausgehen, dal! der Mut des Volkes nur allzu leicht durch die Kenntnis der Tatsachen in ihrer ganzen Sjjwere herabgemindert weiden könnte. Hinzu kommt die gelegentlich geäußerte Meinung, daß der politische Gegner, mit dem wir zu rechnen haben, und der Partner, auf den es ankommt, wenn wir in dem grollen Kampf um Palästina erfolgreich bestehen wollen, durch die Darstellung der negativen Seiten unserer Position gestärkt bzw. in seiner Ein- Schätzung der jüdischen Kraft erschüttert werden könnte. All diese Argumente haben ohne Zweifel etwas richtiges an sich. Dennoch werden sie von der Notwendigkeit überschadet, das jüdische Volk und insbesondere seine aktivsten im Zionismus vorhandenen Kräfte von Illusionen freizuhalten und die letzten moralischen und materiellen Anstrengungen aus ihm herauszuholen, wenn es gilt, eine Brücke über den Abgrund zu schlagen, an dessen Rand wir heute zu stehen scheinen. Vielleicht darf man die Verhäliuisse, die sich in Palästina ergeben haben, noch nicht mit dem so schwerwiegenden und inhaltsreichen Wort ״Krieg‘1 bezeichnen. Dennoch ist der Kampf, der im Lande geführt wird und in dem die ganze Initiative des Angriffs auf der arabischen Seite zu liegen scheint, nicht mehr weit von diesem Zustand entfernt. Wir sind daher genötigt, auch solche Begriffe und Maßstäbe anzuwenden, wie sic einem Kriege entsprechen. Es ist die große Lehre aller Kriege der Vergangenheit, der erfolgreichen und noch mehr der mit Niederlagen beendeten, daß man Kriege poli״ tisch führen muß. Die Waffen der kriegerischen Auseinandersetzung sind Mittel, die einen neuen Friedenszustand herbeiführen sollen, der möglichst günstige Bedingungen bringt. So gilt es auch jetzt, in den schwersten Stunden der Wirrnisse in Palästina, von denen wir noch nicht wissen, ob sie den Höhepunkt darstellen oder auch nur einen Ansatz zu weiterer Verstärkung der Unruhen, an den Frieden zu denken, der mit Not- Wendigkeit früher oder später kommen muß. Dieser Friede wird, wie es selbstverständlich ist, in der Hauptsache zwischen England und den Arabern geschiossen werden, da diese die beiden Hauptfaktoren sind, die auf dem Kampffeld auftreten. Gewiß sind die Juden dabei ein wichtiges Element, dennoch wäre es eine falsche Ein- Schätzung, wenn wir uns im gegenwärtigen Stadium des Konfliktes als den Hauptträger des Kampfes betrachten würden. Unsere Aufgabe ist es in dieser Stunde, Englands Festigkeit zu stärken und an die britische Regierung und an die Mandatsvcrwaltung die Forderung zu stellen, alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel anzuwenden, um den arabischen Widerstand zu brechen und das Land zu pazifizieren. So klar diese Forderung ist, bei deren Vertretung vvir mit wichtigen Kräften in der öffentlichen Meinung Englands seihst einig gehen, wie die letzten Aeußerungcn der englischen Presse zeigen, so einleuchtend ist es doch jedem, der sich unvoreingenommen Rechenschaft gibt, daß England in Palästina keinen ewigen Krieg führen kann und will. Jeder Krieg soll zu einem Ende geführt werden — warum nicht dieser? Und wir müssen uns auch fragen, wofür, für welchen Preis England einen solchen Krieg, der das ganze Gefüge seiner vorderasiatischen Politik aufs tiefste erschüttern würde, auf sich nehmen sollte. Gerade wenn wir die Festigkeit der militärischen und zivilen Behörden in Palästina im gegenwärtigen Augenblick fordern, gerade dann müssen wir erkennen, daß es sich dabei immer nur um einen Augenblick handeln kann, um eine gewisse Zeitspanne, in der die Waffen des Krieges zu sprechen haben, die aber wieder durch eine neue Periode der Verhandlungen und des friedlichen Ausgleichs der Interessen abgeiöst werden müssen. In dieser Meinung wird man noch bestärkt, wenn man die bisherige Haltung Englands den aufständischen Arabern gegenüber beurteilt. Nicht anders jedenfalls kann es verstanden werden, als daß England an diese den Waffenlärm beendende Zelt denkt, wenn z. B. dem Mufti gegenüber eine sonst nicht begreifliche Zurückhaltung seitens der britischen Mandatsverwaltung geübt worden ist, die sogar soweit geführt hat, daß man sein Entkommen zumindest nicht verhindert hat. Wenn auch wir an diese Zeit rechtzeitig denken, so steht vor uns die Frage; Wer wird die Rechnung bezahlen? Gewiß wird auch in Palästina ein großer Teil dessen, worin nachgegeben werden kann,«von seiten der eigentlichen Kriegführende^ beglichen werden müssen. Besonders die arabische Seite wird sicher nicht das erreichen, was sie wünscht. Dennoch müssen wir wissen, daß wir im Augenblick des Ausgleichs ein Faktor sind, auf dessen Kosten man geneigt sein könnte, einen großen Teil der anfgelaufenen Rechnung zu begleichen. Wir müssen darum Vorsorgen, daß der Beitrag, den wir zu den Kosten des Friedensschlusses zu leisten haben, nicht unser Leben als solches erstickt! Wir sind gewiß bereit, sehr Vieles und Bedeutsames dazu beizutragen, daß die Völker Palästinas in Frieden und Eintracht miteinander auskomtnen, und daß ihre politischen Aspirationen sich auf einer mittleren Linie treffen. Das Recht auf Leben jedoch, auf Entwicklung unserer Positionen im Lande muß uns unter allen Umständen auch dann erhalten bleiben! Der Vorschlag der Teilung Palästinas, der bis heute auf der arabischen Seite eine so leidenschaftliche und zu neuen Ausbrüchen des Terrors führende Ablehnung gefunden hat, erscheint vielen unter uns heute bereits als ein M a x i m u n! dessen, was wir erreichen können oder — umgekehrt — als ein Minimum desjenigen Anteils an den Kosten des Kampfes, de!1 wir zu tragen haben. Wie fern dünken uns heute die Diskussionen des Zionistenkongresses, wie fern auch die Erörterungen in Genf, wenn wir an die Wirklichkeit Palästinas denken, die mit der Stimme der Waffen eindringlicher spricht als das Gerassel der Parfeimaschinerie, die sich bei uns zunächst der Dinge bemächtigt hat! Gerade in diesem Moment wird maueher, der den Glauben an den Wert der Parteidiskussionen und der mehr oder weniger ausgetüftcltcn staatsrechtlichen Erörterungen besaß, in diesem Glauben schwankend geworden sein. Gewiß ist England nicht von den Vorschlägen des Peel- Berichtes ahgeriiekt, und wir hoffen, daß es seine Festigkeit weife!׳ bewahren wird, dennoch aber empfindet wohl jeder, daß ihre Durchführung nur unter außerordentlichem Ausmaß an Energie im Kampf gegen die arabische Opposition möglieh wäre. In der letzten Zeit sind einige Alter nativ-Vors c 111 ä g e gemacht worden, die an die Stelle des Peelschen Schemas treten könnten. Zu erinnern ist an das hier veröffcntlichtc sehr bedeutsame Projekt von Leonard Stein, das eine Teilung grundsätzlich akzeptiert, jedoch für den Sektor, der der jüdischen Arbeit weiter Vorbehalten bleibt, die vorliiu- Briefmarken Fritz Lewin Lützowstr. S1A fige Fortdauer des Mandats in Aussicht nimmt. Auf der anderen Seite sind in der Presse Palästinas, wie in der ״Jiid. Rundschau“ gemeldet worden ist, Vorschläge wieder aufgegriffen worden, von denen bekannt ist, daß sie im vergangenen Jahr Gegenstand von Verhandlungen waren mit dem Ziele, die Einheit des Landes zu erhalten, zugleich aber einen jüdisch-arabisehen Vertrag für einen gewissen Zeitraum zustande zu bringen, durch den die Entwicklung der jüdischen Arbeit im Lande gewährleiste! wird, zugleich aber durch Begrenzung nach der quantitativen Seite hin und durch Schaffung von Selbst- Verwaltungseinrichtungen die hauptsächlichsten arabischen Befürchtungen zerstreut werden sollen. Heute ist es gewiß, daß die arabische Seite, in deren Reihe die Extremisten immer mehr die Oberhand gewonnen haben, Vorschläge dieser Art nicht zu akzeptieren bereit ist. Jene arabischen Gruppen, die geneigt wären, im Interesse des Friedens einen solchen Weg zu beschreiten, können es nicht wagen, aus ihrer Reserve heratiszutreten, wenn sie nicht dem inneren Terror unterliegen sollen. Dennoch wird der Moment kommen, der den Weg zu Verhnndlungen erschließt, und dann wird es sich zeigen, welche Basis für diese Verhandlungen gewählt wird. Wir müssen alles dazu tun, von England zu erreichen, daß es seine Machtmittel gegenüber dem arabischen Widerstand cinsetzt, um den Augenblick zu beschleunigen, in dem der physische Widerstand zusammenbricht. Diese Beschleunigung ist aus politischen Gründen notwendig, dem! jeder Tag, den die Araber im Aufstand verharren, stärkt ihre Position England gegenüber; sie ist aber auch aus Gründen der ökonomischen Situation zu wünschen, die Palästina sonst einer Krise entgegenführt, über deren Ausmaß wir uns heute noch kein rechtes Bild machen können, die aber nicht nur für Tausende und Zehntausende die größten Gefahren in bezug auf ihre Existenz mit sich bringen, sondern auch unsere politische Stellung im Lande untergraben müßte. Darum ist in unserem Kreise die Erörterung IN ALLER KURZE Die Teilnehmer einer von der Vereinigung jüdischer Akademiker in London einberufenen Versammlung wurden von dem Vorsitzenden des Board of Deputies, Nevillc Laski, und von dem Leiter der Aufklärung^- und Abwehrkainpagne gegen die judenfeindliche Propaganda in London, C. M. Picciotto, aufgefordert, sich als Redner und Organisatoren in den Dienst dieser Aktion zu stellen. Seit einiger Zeit finden in London zionistische Versa m m hingen 11111 e r f r c i c m Himmel statt, t! eien Organisierung dem Mitglied der Exekutive der British Zio-!!ist Federation, Paul Horowicz, übertragen worden ist. Die Versammlungen werden im Hycle Park abgehalten und dauern, nach der Art solcher Veranstaltungen oft sehr lauge, manchmal von 3 Uhr nachmittags bis 9 Uhr abends. Ferner wurden auf dem Finslniry Square und dem Tower Hill Versammlungen unter freiem Himmel zur Mittagsstunde abgehalten. An Bord der ״Queen Marv“ ist der Chefredakteur des ״Dawar“, Bert Kaznclson, in New York eingefroffen. Da hei der rasrenpolitischeu Atifklärungs- und Vorbereitunsrsarbeit 11 es Rasse!!politischen Amtes der NSDAP. Rechtsfragen auftreten, hat sich der Leiter des Amtes. Dr. Groß, entschlossen, hierfür eine besondere Rechtsstelle zu bilden. Sie weist mehrere Unterabteihingen auf. Neben dem Lektorat besteht die Unterabteilung ״Gesetzgebung“'. Hierbei ist die Arbeit des all gemeinen jüdischen Referats in der neuen Rechtsabteilung von Interesse. Hier wird u. a. die Rechtsprechung der Gerichte in rassenpolitischen Fragen beobachtet und gesammelt. Nach einem Wettspiel des jüdischen Sportklubs Hakoah gegen den Fußhallortsvcrband in Schwechat bei Wien ist es zu judenfeindlichen Ausschreitungen gekommen; Zwei Spieler der Hakoah-Mannschaft wurden auf dem Spielplatz von einer Gruppe von Zuschauern niedergeschlagen und mißhandelt. Hakoah-Sportler kamen ihren Kameraden zu Hilfe; es kam zu einem Handgemenge. Weitere Zusammenstöße ereigneten sich auf der Strecke von Schwechat nach Wien. Zu Ehren der Habimah fand in Paris ein Empfang statt, bei dein der französisch-jüdische Diciiter Henri Hertz und der Theaterdirektor Gaston Baty die Mitglieder des Ensembles willkommen hießen. Die Aufführung eines Aktes aus dem ״Dybbuk“ durch die Schauspieler der Habimah wurde mit großer Begeisterung aufgenommen. Auf der vor kurzem gegründeten ״Jüdischen nationalen Bühne“ in Warschau wird demnächst eine Komödie von Sainmv G r o ncmjnn ,,lakob und Esau“ herauskommen. Oroncntanns Stück ist bereits bei ״Matate“ in Tel Aviv aufgeführt worden. Von dem ״Book of Jevvish Thoughts“ des britischen Oberrabbiners Hertz, von dem _ bereits Uebcrsetzungen ins Deutsche (unter dem Titel ״Jüdische Gedanken und Gedanken über das Judentum“), ins Polnische, Ungarische und Jiddische erschienen sind, ist soeben auch eine von Dr. Altred Yalotz in Kairo besorgte Ucbersetzung ins Arabische herausgegeben worden. Vielleicht sind tünfzig Bewährte anwesend drin in der Stadt, willst du die wirklich ralien? Willst dus dem Ort nicht trogen der fünfzig Bewährten wegen in ihrer M'tte? Weitab sei dir nach dieser Rede zu tun, den Bewährten mildem Frevler?,u töten, daß Gleiches dem Bewährten, Gleiches dem Frevler geschehe, weitab sei es von dir! Aller Erde Richter, soll der nicht das Recht tun? Aus dem WodienabsdiniX für Sdiabbat, 2 3. Oktober. i.Buch Moses, 18, 24-25. Uchers. v. Maitin Buber über das, was wir zu b i e t c 11 haben, wenn cs zur Stunde der Verhandlungen kommt, dringlich, weil wir 1ms klar darüber werden müssen, wo die (i r e!1 z e n d e s Kumjro• miss es liegen, die für uns erträglich sind, soll nicht alles bisher in Palästina Geschaffene umsonst gewesen sein. * Diese Erörterungen sind auch noch von einem anderen Standpunkt her für uns sehr lehrreich. Der Zionismus hat stets die Meinung vertreten, daß er ein Werk des Friedens ist, und daß er einen Beitrag zum Weltfrieden, auch zur Befriedung des Orients darstdlt. Manchmal überfällt lins vielleicht ein Zweifel daran, wenn wir die Wirklichkeit Palästinas sehen, die von Blut und Feuer gerötet ist. Es gibt unter den Juden Palästinas manche, die glauln•!־!, daß im Zeichen dieser beiden Mächte Juda aufer.-tehcii wird, ja eine kleine Gruppe hat sogar einen Wahlspruel! audiesen Erscheinungen gemacht. Welch eine Verkeimung der V! rküehkeit! Nicht Fortschritt auf dein Wege der nationalen Auferstehimg und der Wiederb ׳•■iedlmig dei :1 uledurch das jüdische Volk ist es, was in! Zeichen dir-cr Ai״.hu׳ vor sieh geht, sondern die ernsteste Gefährdung ua-ere- V. erb es, die überhaupt denkbar ist. Gewiß ist es ein Zeichen der Kraft, daß der jischmv sieh seihst zu verteidigen weiß, mul eiaß er über wehrhafte Männer verfug׳!, nie ummti rhroeheii durch Monate und fahre hindurch au i der Wacht stein•!! können. Aber es ist klar, dal! diese Wacht 11m! du sc Fälligkeit nur in den Grenzen wirksam werden körn!!di״ in ihnen selbst und in der Größe und der 1u:1 ierielleri kirn;1 unseres Werkes liegen, die auch heute noch begrenzt ist. Die Zukünii vier jüdischen Arbeit im Lande kann nicht im Zeichen des Krieges stehen, auch nicht des Guerillakrieges, der, wenn er sich auf eine r!icht im voraus meßbare Zeit erstrecken iriirde, unser Werk im Kern treffen würde. Es ist auch nicht denkbar, daß in einer großen weltpolitischen Auseinandersetzung, die einst kommen könnte und in die auch die Länder des Vorderen Orients verwickelt wären, der Jischmv Palästinas, mag er nun staatlich, organisiert sein oder nicht, sich seihst militärisch sichern könnte. So gewiß es ist, daß er in einem solchen Falle ein Faktor von Bedeutung wäre, so klar ist es doch, daß er den Schutz mächtigerer Faktoren braucht — wenn es ihm nicht gelingt, zu seinen Nachbarn, den arabisehen Völkern, trotz allen Erfahrungen dieser Zeit den Weg des Friedens zu finden. Dieser Weg wäre gewiß der vvünschenswertesle lind beruhigendere, denn wir wissen, daß Grenzen von Stacheldraht und von elektrisch geladenen Drahtverhauen die Sicherheit der Völker nicht so gut schützen können wie Einigkeit und der gute Wille, in den Werken des Friedens zu wetteifern. Von all dem sind wir heute noch fern. Dennoch wissen wir, daß in dieser Zeit die Grundlagen der künftigen Geschichte gelegt werden, und daß die Versäumnisse, die wir heute begehen, nicht wieder eingeholt werden können. Die Versäumnisse: wissen wir ja heule, was wir in den vergangenen 15 Jahren versäumt haben an Entwicklung des Jischmv zu wirtschaftlicher Kraft, an politischer Fundierung unseres Werkes, an Klarheit in der Erkenntnis der Gelahren, die uns bedrohen. Heute gilt es, den schmalen Pfad zu finden und zu verbreitern, der am Rande des Abgrundes vorbeiführt. Tun wir zu unserm Feile das, was not tut! Dann wird das Volk als Ganzes auch in schweren Stunden, die kommen mögen, und bei unpopulären Entschlüssen bereit sein, seinen f ühren! Gefolgschaft zu leister!. Neue Palästina-Kampagne in England (Telephonischer Bericht aus Fond an) Am Mittwochabend fand iin Clarulgc Hotel in London eine Veranstaltung in der Form eines Dinners statt, die der Eröffnung der neuen Miial Biz/aron-Kampagne in England diente. Lord M e I c I! e 11 präsidierte und Dr. VZeiz* mann gab einen Ueberblick über die politische Lage. Simon Marx schilderte die ökonomischen Schwierigkeifen und die Haltung des Jischuw in Erez Israel seit dem .Ausbruch der Unruhen. Mit besonderem Nachdruck betonte er die Bedeutung der neuen S i e d 111 n gs p u n k t e und forderte von den Anwesenden, sich an der neuen MiFü Bizzaron-Kampagne in England zu beteiligen, die in der Hauptsaehe dein Zweck der Sicherung dieser neuen Sie-Llungspunkte dienen soll. Der Betrag, der auf diese Weise in England aufgebracht werden soll, soll Sb 10000 0 Betragen, Simon Marx und seine Familie erklärten, sich mit einem Betrage von £ 1 0000 beteiligen zu wollen. Die itbrigen Gäste zeichneten eine Summe von £ 6 00 0. Weitere Veranstaltungen folgen. _ Jabotinskys Parole. Bei einer Revisionisten-Konferenz in Polen hielt Jabotinsky ein Referat, in dem er ausführlich gegen die Vorschläge des Peel-Berichtes polemisierte, Jabotinsky gab der Meinung Ausdruck, daß das Peel-Projekt schon ״tot“ ist und nicht verwirklicht werden wird. Jabotinsky ist der Meinung, daß Palästina beiderseits des Jordan in einem Gebiet von 100 000 qkm in sieben bis a c h t J a h re!1 eine jüdische Mehrheit schaffen kann, um dam! in diesem ganzen Gebiete einen Judenstaat zu gründen. Er fordciie seine Anhänger auf, Ausdauer zu bewahren und dieses Ziel zu erstreben und richtete heftige Angriffe gegen die Zionistische Organisation, weil diese auf ihrem Kongreß in Zürich zu Verhandlungen auf Grund des Peel-Berichtes sich bereit erklärt hat.