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Jüdische Rundschau · 1937-10-19 · Heft 83 (19.10.1937) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 83 (19.10.1937)
Date
1937-10-19
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 83, 19. X. 1937 IN ALLER KURZE Postschlüsse nach Uebersee Bei der am 17. Oktober durchgcführten Neuwahl des Vor- Standes der Jüdischen Gemeinde Rom konnte ein Wahlkampf, der die innere Geschlossenheit des italienischen Judentums gefährdete, im letzten Augenblick vermieden werden. Den Bemühungen des Oberrabbiners von Rom, Prof. David Prato, ist es gelungen, die verschiedenen Gruppen für ein gemeinsames Programm zu gewinnen, so daß eine Einheitsliste von Zionisten und Nichtzionisteti zustande kam. Im Alter von 60 Jahren ist in Livorno die jüdische Schriftstellerin und I )raniaturgin Mary Rosselli gestorben. Sie war die einzige Frau, die im Jahre 1919 in Mailand an der Versammlung ,,aut der Piazza San Scpolcro“, der Gründungs־ Versammlung der Faschistischen Partei, teilgenonamen hat. Die Leitung der Zionistischen Frauenorganisation Amerikas Hadassah teilt mit, daß sie in dem am 1. Oktober 1937 zu Ende gegangenen Finanzjahr 6 5342 6 Dollar zur Erhaltung der Institutionen der Hadassah nach Palästina gesandt hat. Der Rat des Weltvcrbandes jüdischer Aerzt« hat beschlossen, den zweiten Weltkongreß jüdischer Aerzte für Ende 193S nach Paris einzuberufen. Das Büro zur Vorbereitung des Kongresses wird demnächst in Paris eröffnet werden. Das Kaufhaus Kahn in Reutlingen ist in arischen Besitz übergegangen und wird ' unter der Firma Törber & Co. weitergelührt. Eine i!1 Paiis neugegründete Filmgesellschaft läßt unter dem Titel ,.Kol N i d r e•‘ einen Film drehen, in dem der Tenor Joseph Sch m i d t eine tragende Rolle übernimmt. Der Film wird unter der Regie von i)r. Robert Wie ne bergestellt, der auch der Regisseur des Films ״Dr. Caligari“ ist. Der Film wird Bilder von der jüdischen Kolonisation in Palästina und eindrucksvolle .Massenszenen zeigen. Nach der Aufführung des Stückes von Franz Werfel ״In einer Nacht“ am Josephstädtcr Theater in Wien hat sich Max Reinhardt’, der dieses Stück inszeniert bat, nach Paris begeben. Fr trifft dort Vorbereitungen zu dem neuen Film .,!)er Spider“, den er in Hollywood inszenieren wird. Nach lair/em Aufenthalt in Paris ist Reinhardt nach New ■York abgefahren. Die neue Spielzeit der Vereinigten deutschen Theater in Brünn wurde durch eine Masarvk-Gedcnkfeier cingeleitet, in deren Rahmen die chorisclu־ Dichtung ״Requiem für T. ü. M.“ von Felix Langer zur Uraufführung gelangte. Die Uraufführung einer Kantate für Alf, Streichorchester utul Kesselpauken von Wolfgang L'raenkel findet mit Frau Prof. Salomon (Paula l.indbcrg) als Solistin in Haarlem (Holland) am 9. November statt. In Minsk-Ma/owieek ist Frau Lea F a r h ni a n n im Alter von 106 Jahren gestorben. Frau Farbmann war die älteste Frau in der Warschauer Wojwodschaft. Sic hat sich bis zu ihrem Lebensende rüstig erhalten. Im Woodbronke-College nahe Birmingham fand Alice ,Jacob-Loewtnson mit einem Vortrag über Wesen und Entwicklung der jüdischen Musik einen ungewöhnlich warmen Empfang. Woodlirookc ist das führende Quäkcr-Hochschul- Institut der Welt und kann unter seine Gäste Namen wie Gandhi, Albert Schweitzer, Tagöre ebenso wie viele der bedeutendsten Theologen und geistigen Politiker der Gegenwart zählen. Unter den Zuhörern war neben Professoren der Universität auch Dame Elizabeth Cadbury, eine der wenigen Frauen Englands, die den besonderen Ehrentitel einer ״Dame Commander of ttie Order of the British Empire“ führen, eine angesehene und tatkräftige Vorkämpferin für religiöse und nationale Verständigung. Henry Cadbury und mehrere anwesende Theologen druckten ihr« besondere Freude darüber aus, wie durch die Darbietung von Frau Jacob-Loewcnson ihnen neben dem Wort durch die Musik ein neuer, höchst willkommener Zugang zuin Wesen des Judentums erschlossen worden sei. b. (Ohne Gewähr) Die angegebenen Zeiten sind die Abgangszeiten der Züge bzw. Flugzeuge aus Berlin. Die Sendungen müssen in Berlin so rechtzeitig aufgegeben werden, daß sie diese Anschlüsse erreichen, d. h. sie müssen 1—1** Stunden vor Abgang bei der zuständigen Kahnhofspostanstait (Flugpost beim Postamt SW 11) vorliegen oder unmittelbar zu der! angegebenen 2ügen oder Flugreugen gebracht wer• den. Anschluß im Reich entweder bei Durchgang der Züge bzw. Flugzeuge oder durch Sendung nach Berlin oder direkt an die Zwischenstationen. Bei der Aufschrift empfiehlt sich die Anbringung von Leitvermerken. P 11 8* t In a: 18. Anh. Bhf. 21.58 n. Nürnbg. Anh.Bhf. 22.12 n. Frkf./M, 21. Brindisi (.,Galilei“) 25. Haifa 20. Anh. Bhf. 21.58 n. Nürnbg. via Belgrad—Istanbul—Aleppo 26. Haifa 22. Anh. Bhf. 21.58 n. Nürnbg. via Belgrad—Istanbul—Aleppo 27. Haifa 24. Anh. Bhf. 21.29 11. Leipzig via Belgrad—Istanbul—Aleppo 29. Haifa 26. Anh. Bhf. 21.58 n. Nürnbg. Anh.Bhf. 22.12 n. Frkl./M. 28. Brindisi (״Gerusalemme“)l.ll. Haifa Luftpost: Jeden Dienstag, Donnerstag und Sennsbend Flug 8.30 n. Rom 11.25 München an Lydda n. 2 Tagen (Linie Amsterdam—Bandocng über Neapel) Jeden Sonntag Flug 8.30 11. Rom 11.25 München an Gaza n. 2 Tagen (Linie London—Singapore I über Rrindri) Vereinigte Staaten von Nordamerika: 19. Chbg. 11.20 n. Hannover 20. Cherbourg (,.Bremen“) 20. Chbg, 11.20 n. Hannover 21. Le Havre (,,Manhattan“) 21. Chbg. 11.20 n. Hannover 22, Cherbourg (״New York“) 26. Chbg. 11.20 n. Hannover 27. Cherbourg (״Europa“) 25. N. Y. 28. N. Y. 29. N. Y. 1. 11. N. Y. Südamerika■ 20. Anh. Bhf. 22.12 n. Frkf./M, 22. Neapel (״Occania•‘) 3. 11. Rio , 7. 11. B. A. 21. Chbg. 23.58 n. Hannover 23. Boulogne (.,Ilighl. Patriot“) 8. 11. Rio 12. 11. B. A. L u f t p o s t: 20. Poslschl. S'V 11 21.00 21. 5.00 Frkf. M, 23. Rio 24 B. A. (D. Lp.) 23. Postschi. SW 11 9.30 14.55 Köln 26. Rio 27. B. A. (Fr. Luttp.) Südafrika: 21. Friedrichs(!•. 13.58 n. Hannover 22. Southampton (״Dtinnotar C“) 8.11. Kapstadt 25. Chbg. 23.58 n. Hannover 27. Southampton (״Pretoria“) 11.11. Kapstadi Luft po s t: Jeden Dienstag und Sonnabend Flug 8.30 n. Rom 11.25 München an Kapstadt n. 7 Tagen (Linie London—Kapstadt ülser Brindisi) Italien und die Araber. Unser Römischer Korrespondent schreibt uns: Die italienische Presse brachte dieser Tage in großer Aufmachung den Wortlaut eines Briefes, den der König• des Jemen at.s Anlaß der Erneuerung des italienisch-jemenitischen Frcundschaftspaktes an Mussolini gerichtei hat. Der König des Jemen bringt darin seinen tiefgefühlten Dank zum Ausdruck für die freundschaftliche Politik der italienischen Regierung gegenüber dem Jemen und allen anderen Ländern des Islam und spricht die Hoffnung aus, daß diese Haltung Italiens, die der italienischen Freundschaft das Herz des gesamten Islam gewonnen habe, auch in Zukunft andauern und erfolgreiche Fortschritte machen möge. — Das Interesse an den Vorgängen in Palästina ist in ltalien zur Zeit ganz außerordentlich und die italienische Presse berichtet ausführlich über die dortigen Geschehnisse. Eine eben veröffentlichte Meldung aus Tripolis besagt, daß alle muselmanischen Notabein Italienisch-Lybiens eine Kundfelnmg an Mussolini gerichtet haben, in der sie ihre absolute olidarilät mit den Arabern in Palästina versichern, ״zumal nach den Ereignissen, die sich dort in den letzten Tagen abgespielt haben infolge der von der Mandatsmacht ergriffenen Mannahmen“. Jubiläen in Ungarn. Unser Budapcster Dr. A. F.-Bcrlchterstatter schreibt uns: Am 4. Oktober waren es 60 Jahre, daß das Budapesfer Rabbinerseminar eröffnet wurde. Bekanntlich verdankt diese Anstalt ihre materielle Grundlage einer Entschließung des Königs Franz J o s e f I., der die von General H a y n a 11 der patriotisch gesinnten ungarlündisfhen Judenbeit auf erlegte Kriegskontribution von Fl. 1 200 000 für einen Jüdischen Kulturfonds bestimmte, aus dem Rabbinerseminar und Lehrerpräparandie bis heute erhalten weiden sollen. Einen Monat nach ihrer Eröffnung besuchte der Monarch schon di« Anstalt, die seither auch seinen Namen führt. Das Seminar, das anfangs unter der Leitung des Rabbiners Moses Bloch stand, dann Prof. W. Bacher, Prof. L. Blau und jetzt Prof. Michael G u 11 in a 11 n zu seinen Rckforen zählt, hat in den 60 Jahren mehr als 200 Rabbiner des ln- und Auslandes herangebiklet. — Einer seiner Zeiglinge, derzeit Mitglied seines Prülungskuratoriums, Dr. Alexander Büch I er, Rabbiner in K es/.the ly, feiert arn 17. Oktober das vierzigjährige Jubiläum seiner Amtstätigkeit. Biichler, der seit Jahrzehnten Dozent für jüdische Geschichte an der Budapcster Universität ist, hat sich besonders um die Erforschung: der Jtideiisiedlung in Ofen, Aitot'cn und Pest große Verdienste erworben, hat aber auch viel Interesse für das orientalische Judentum, dein er im Vorjahre eine palästinensische Studienreise widmete, — Der Vorsitzende der Fester Kadiseha, Oberregierungsrat Max Kramer, wird dieser Tage 85 Jahre alt. Aus diesem Anlaß ließ der Verein ein Sefer Thora aut seinen Namen schreiben, das in der Tabaksynagoge eingeweiht wurde. — Dr. Ignatz Pfeifer, Prot, an der Technischen Hochschule, langjähriger Vorsitz.ender der Pro Palestine Vereinigung, feiert seinen 70. Geburtstag. — Die Königliche Aerztegesellschaft, an dcren Gründung und Entwicklung auch Juden teilgenommen haben, feiert das hundertjährige Jubiläum ihres Bestehens in Yerbindung mit dem ersten internationalen Kongreß der Balncologen, die ihre Sitzungen im Palais der Akademie der Wissenschäften unter Vorsitz. Erzherzog Josefs abhalten. Auf dem Programm stehen Vorträge des Wiener Dozenten Alois Strasse r, Präsidenten der dortigen balneologischen Vercinigung, des Kurarztes Dr. Bela M o I nur aus Karlsbad, Dr. Altred Lustig aus Franzensbad, Prof. Giinzburg aus Anvers u. a. Der Kongreß bekränzte auf seinem Ausfluge nach Balatonfured die Gedenktafel eines jüdischen Arztes, Dr. Josef Manes Oesterreicher, der dort als der Begründer dieses Plattenseebades gewürdigt wird. Offene Auslandsstellen, (Genehmigt durch das Landesarbeitsarnt Brandenburg.) Es werden gesucht: 1. Für USA. ein erstklassiger jüdischer Bandagist zur Herstellung von Prothesen, nur selbständig arbeitender Fachmann. — 2. Für Litauen eine jüdische Erzieherin zu einem 5jährigen Jungen. Da das Kind mutterlos ist, kommt nur eine kinderliebe, intelligente Kraft in Frage, die mit moderner Erziehungsweise vertraut ist. Sprachlcenntnisse und Musikkenntnisse erwünscht. — 3. Für Ungarn für einen 14jährigen Schüler ein jüdischer Student von 18—22 Jahren, mit den Hauptfächern Deutsch und Französisch. Neben der perfekten Erlernung beider Sprachen wird Wert auf die Vermittlung einer guten Allgemeinbildung gelegt — 4. Für Lima (Peru) für eine Goldminen-Oesellsehaft tüchtiger jüdischer Chemiker, der firm in Gold- und Silberuntersuchungen sein muß, aber auch alle sonst vorkommenden Metalianalyscn beherrscht. Die Mine liegt ca. 3500 m hoch in gesundem Klima. Gehalt 600 Soles (ca. 150 Dollar) und freie Unterkunft. — 5. Für Cali (Columbien) ein jüdischer Schleifer für Spiegel und Kristallglas. Bewerber, die gleichzeitig Kenntnisse in Bilderrahmen haben, bevorzugt, ln Frage kommen nur ledige Bewerber von 20 bis 30 Jahren. — 6. Für Columbien ein jüdischer Uhrmacliergehilfe; mir tüchtiger Fachmann, Anfangsgehalt 100 bis 150 Peso. Reisekosten werden nicht vergütet. — 7. Für Ecuador gut ausgebildeter jüdischer Konditor; 6 Arbeitsstunden, Anfangs-Monatsgehalt 120 Sucres, bei freier Station. — 8. Für Barranquilla (Colombia) ein jüdischer Chemiker zur Herstellung von Margarine und Fett; ein jüdischer Chemiker zur Herstellung von Wasserstoff und Sauerstoff; ein jüdischer Elektrotechniker für Fabrikanlagen. — Ausführliche Bewerbungen aut Dünnluftpostpapier sowie Zeugnisabscliriften, Lebenslauf und Paßphoto werden weitergeleitet durch die Jüdische Gemeinde, Berlin SW 19, Lindenstr. 48 50. n | Altpapier II Adolf Naftaniel N 65, Am Nordhalan 5 / 46 26 05 kauft mit Einstarmpf - Garantie 1 Asphaltierungen Ptiasf*ru 11 Qen Robert Woilers W iS. 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