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Jüdische Rundschau · 1937-10-19 · Heft 83 (19.10.1937) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 83 (19.10.1937)
Date
1937-10-19
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 83 19. X. 1937 I ö D IS CHE RUNDSCHAU Seife 7 Tschechoslowakei und P alästinaproblem Von unserem Korrespondenten Prag, 15. Oktober ln diesen Tagen weilte das Mitglied der Zionistischen Exekutive Dr. Goldmann in Prag. Am 13. Oktober wurde er vorn Präsidenten der Republik, Dr. Eduard Bencs in einer längeren Audienz empfangen. Dr. üoldmann sprach den Dank der Jcwish Agency dafür aus, daß der Vertreter der Tschechoslowakei als Sprecher der Staaten der Kleinen Entente in der sechsten Kommission des Völkerbundes bei der Beraturig des Palästina-Problems der wohlwollendsten Sympathie mit der Entwicklung der jüdische« nationalen Heimstätte in Palästina Ausdruck gegeben uni die jüdischen Wünsche so nachdrucksvoii unterstützt habe. Die Unterhaltung wandte sich sodann der neuen Phase in der Entwicklung des Palästina- Problems zu, Dr.Goldinann winde auch vom Außenminister Dr. Krofta empfangen. Dieser Zusammenkunft wohnte Abgeordneter l>r. Angelo O o Id s t e i n bei. im Verlaufe der Unterredung wurden die neuen Aspekte des Palästina-Problems besprochen, wobei Dr. üoldmann die zionistische Auffassung besonders im Hinblick darauf zu!n Ausdruck brachte, daß auch in der kommenden Völkerbundperiode ein Vertreter der Staaten der kleinen Entente Berichterstatter für Mandatsfragen sein wird. Anläßlich der Anwesenheit Dr. Goldmanns in Prag veransfaltete das Prager zionistische Disfriktskomitce eine Pressekonferenz, an der zahlreiche Journalisten in- und ausländischer Zeitungen, u. a. auch der Presseattache der polirischen Gesandtschaft teilnahmen. Dr. Goldmann erklärte, daß der Peel-Bericht in seinen Teilungsdetails als überholt zu betrachten sei. Man könne sich vorstellen, daß für den Fall einer Einigung Englands mit den Juden der eine der projektierten Staaten, der Judenstaat, gegründet werde, wiihrend England im arabischen Teil Palästinas so lange die M a n d;11 s r e g i e r u n g fortführen werde, bis die Araber sicli zur Uebernalime ihrer eigenen Regierung entschließen werden. Fs erscheine jedoch undenkbar, irgendein Staatsprojekt darclmifiihrcn. wem! keiner der beiden Partner zustimme. Wenn die politische Entwicklung nicht durch atifierordentliche Ereignisse gestört werden sollte, so sei damit zu rechnen, daß sich der Völkerbund im Mai 1938 mit den neuer! und konkreten Vorschlägen Englands beschäftigen werde. — Am 13. Oktober sprach Dr. Goldmarin auf einem großen zionistischen Meeting im überfüllten Saale der Produktenbörse. Am 26. und 27. Dezember findet in Mähriscli-Ostrau der Delegiertentag des zionistischen Zentralverbandes für die Tschechoslowakei statt. Die Jüdische Partei veranstaltet ihren Parteitag am 31). und 31. Oktober in Brünn. Der Distriktslag des zionistischen Distriktskomitees für Böhmen findet am 21. Oktober in Prag statt. Bei dieser Tagung werden an alle jene Prager Zionisten, die der Organisation seit dem I. Zionistcnkongreß angchören, Erinnerungsplaketten ־vorteilt werden. Neue Lehrlarxn 1n Holland Von unserem Berichterstatter RL, Den Haag, 8. Oktober In Gouda wurde die Jugeiicifarm ״Catharina“, die der Ausbildung im Gartenbau dienen soll, in Gegenwart von Vertretern der Stadtgcineindcverwaltung und des jüdischen Ocmeindevorstandes eröffnet. Der Vorsitzende des Vcrwaltungsrats riet Stiftung Jüdische Vereinigung für Gartenbau, Viehzucht und Milchwirtschaft, J. H. Kan!! (u. a. gehören auch S. van den Bcrgh, Prof. L>r. D. Cohen und Mr. Dr. L. E. Visser diesem Verwaltungsrat an), wies in seiner Er- Öffnungsansprache darauf hin, <1.18 die Vereinigung bereits im Jahre 1910 begründet worden sei, aber erst jetzt durch ein Legat der verstorbenen Catharina van Zon die Möglichkeit erhalten habe, einen eigenen Betrieb einzurichten. Der Bürgermeister der Stadt sprach den Wunsch aus, daß die Schüler das, was sie hier gelernt haben, nützlich in Palästiua änwenden mögen und sagte die volle Unterstützung der Gemeindeverwaltung zu. — Die Farm hat ein Terrain von 24י Hektar zur Verfügung mit Treibhäusern und einem Wohngebäude, das sehr ansprechend und praktisch eiligerichtet ist. Im ersten Jahre können zehn Schüler aufgenoniinen werden, später kann die Zahl verdoppelt vverden. Auf der Amsterdamer Konferenz der Jugend-AIijah, die unter Vorsitz von Frau C. Wijsenbeek-Franken abgeh alten wurde, berichtete u. a. Lady Read in g über ihre persönliehen Eindrücke in Palästina und würdigte das Wirken von Miß Szold. Lady Reading hielt auch eine allgemeine Pressebesprechung ab und sprach in Amsterdam und Den Haag über die Bedeutung der Jugend-AIijah. Bei Ri gier in Den Haag wird eine Ausstellung der Jerusalemer Gold- und Silberschmiedin F.rnmy Roth veranstaltet. Der Maler Prof. Kurt Tuch zeigt zur Zeit bei Kleykamp in Den Haag Landschaftsaquarell(! aus Italien, Blumenstöcke, Frauenuiul Kinderporträts sowie ein Porträt des Dirigenten F. v. Weingartner. Der Pianist Stefan Askenase, der seit einiger Zeit als Lehrer am Rotterdamer Konservatorium für Musik tätig ist, gab gelegentlich des zwanzigjährigen jubilännts dieses Instituts ein Konzert, das ihm stürmischen Beifall des überfüllten Saales brachte. Der große Erfolg, den Dr. Ludwig Berger mit seiner holländischen Verfilmung von Shavv's ״Pygmalion“ nicht nur beim holländischen Publikum, sondern auch beim Autor errungen hat, hat dazu geführt, daß Shaw ihm auch das Verfihnungsrecht für ״Candida“ übertragen hat und daß Berger mit der Verfilmung von ״Pygmalion“ in französischer und italienischer, wenn möglich auch in englischer Fassung beauftragt wurde. Die kürzlich errichtete holländische Filmproduktionsgesellschaft ״Neerlandia“ hat Dr. Berger die gesamte künstlerische Leitung übertragen. _ Uri Ber Günzburg Im 74. Lebensjahre ist am 13. Oktober nach schwerem Leiden einer der ältesten Pioniere des zionistischen Gedankens, Uri Ber G ii n z b n r g, in Berlin gestorben, Fr gehörte mit zu den ersten Chowewe-Zion und fand durch Herz!, mit dem ihn Freundschaft verband, den Weg zum politischen Zionismus. Er wirkte in der Stille, aber aktiv. So war er einer der Mitbegründer der Kolonie Jessttd Hamaalali. Ebenso beteiligte er sich an der Gründung des hebräischen Verlags ״Achiassaf“ und der Kolonisationsgesell־ Schaft ״Gcula“. An den ersten zehn Zioriistenkongresses hat Gunzburg als Delegierter teilgcuommen. In Riga hat er sich um die Schaffung hebräischer Schulen bereits um die Jahrhundertwende verdient gemacht. Mit ihn! ist wieder einer der noch wenigen Lebenden aus der ersten zionistischen Generation dahingegangen, deren Idealismus über alle Wider- *fände hinweg die Kraft fand, zur Tat zu werden. Wanderungspolitik Referat Max Warburgs Im Hilfsverein Bei der letzten Mitgliederversammlung des ״HilfsVereins der Juden in Deutschland“ am 14. Oktober in Berlin hielt Herr Max War bürg ein Referat, in dem er sich mit der Auswanderungssituatiou befaßte und die Arbeit des Hilfs- Vereins würdigte. Ausgehend von der Verlagerung der urspriinglichen Aufgaben des Hilfsvereins, der früher hanptsächlich Dttrcliwanderer unterstützte, auf das Gebiet der Auswa n de rerber a 11! n g und A u s w a 11 d c r e r h i 1 f e t ii 1׳ Juden in I) e u t s c h 1 a n d, wies er auf den Ausbau der gesamten Organisation des Vereins hin. Der Redner wandte sich sodann der Palästinafrage zu und sagte hierüber u. a. folgendes: ״Ich kann mir aus der Gedanken- und Gefühlswelt eines jeden Juden beute Palästina als eine nationale Heimstätte nicht mehr tortdenken. Die Juden haben unter dem Mandat der Britischen Regierung bcgönnen, ein nationales Heim in Palästina auf/ubaucn, und die Juden in Deutschland und auDerhalb Deutschlands haben ein Lebens iiiteresse daran, daß dieses unter so großen Opfern begonnene jüdische Werk in Palästina fortgeführt werden kann. Palästina kann aber, wie auch die Zukunft werden wird, nur eine begrenzte Zahl von Juden aufnehmen. Deshalb darf eine bewußte jüdische Dia spora -Politik nicht disqualifiziert ־werden, zumal auch sie mittelbar Mitarbeit am Palästinawerk bedeutet. Von den seit 1933 aus Deutschland ausgewanderteu 120 000 Juden ist fast ein Drittel nach Paliisfina gegangen. Wir werden aber damit rechnen müssen, dafl von den Juden, die 1937 Deutschland verlassen, höchstens der vierte, vielleicht nur der fünfte oder sechste Teil in Palästina einvvamiern kann. Wir wollen hoffen, daß es gelingt, den Terror in Palästina ausntsehalten, damit die Resolution, die die Jevvish Agency in Zürich vor wenigen Monaten gefaßt hat, eine Round Table-Konferenz zwischen Engländern, Juden und Arabern stattfinden zu lassen, ausgeführt werden kann.“ Aut die jüdisch-arabische Zusammenarbeit im Mittelalter hinweisend, betonte Max Warburg, daß es keine u 11 - ii b e 1־ b r ii c k b a r e n G e g e 11 s ä tze z w i s c 11 e n A r 1 - berri und Juden gehe und fuhr dann fort: ״In Palästina haben die Juden von neuem bewiesen, daß sie konstrukti v e Arbeit auch mit dem Spaten leisten knnnen. Aber auf der anderen Seife müssen wir klar sehen, und die beschränkten Mittel, die für die gesamte Auswanderung zur Verfügung stehen, so verteilen, wie es die Tatsachen erfordern. Gerade auch diejenigen, die jetzt nicht nach Paliistina, sondern in andere Länder wandern, werden damit i 11 - direkt II elfer am Wiederauf b au Palästinas sein. Vielleicht werden auch ans des verschiedenen Ländern später wieder Juden nach Palästina wandern. Die jüdische Wanderungspolitik kann nur eine universale sein.‘‘ Im Hinblick auf die besonders bedeutsame Frage der Unterstütz 11 ngsleistungen begrüßte es Max Warbürg, daß von ausländisch,eil Juden jetzt Unterstützungen an luden in Deutschland in sogenannter Haavara-Mark bezahlt werden können. Er sprach die Ritte aus, daß bei Spenden ausländischer Juden die Haavara-Mark möglichst viel benutzt werde. Fiir wie wichtig die maßgebenden Kreise beim Hilfsverein die Frage der Auswanderung von luden nach Palästina halten, gehe daraus hervor, daß sie clem Paliis t i n a t r a 11 s f e r zunächst den Vortritt vor Transaktionen für Auswanderer nach anderen Ländern gegeben haben. Im vergangenen Jahr sei es gelungen, eine sozial begründete Erleichterung des Transfers Insoweit zu erreichen, daß Aus- Wanderer mit Vermögen bis höchstens 8000 RM. einen bis auf 50% verbesserten Transfer erhalten; eine gewisse Frhöhung der Vermögensgrenze stehe in Aussicht. Man werde bald vor die Frage gestellt werden, Auswanderer, die über kein eigenes Vermögen verfügen, mit den nötigen Mitteln zum Transfer auszuriisten. Max ■Watburg stellte fest, daß der Versuch, Ausw a וו d e r e r i n Europa unterz «bringen, m i ß! u n g eu ist. Die erneut notwendig gewordene Wanderung bereits Ausgewanderter hat die Ncuansvvanderung belastet. Deshalb hat der Hilfsverein in Zusammenarbeit mit der Reichsvertretung der Juden in Deutschland die Voraussetzungen für die Unterbringung von Juden aus Deutschland in überse eischert Ländern an Ort und Stelle untersuchen lassen. Warburg betonte weiter die Notwendigkeit des Ausbans der überseeischen Lokalkomitees. Sie mit Mitteln und tüchtigen Mitarbeitern zu versehen, sei eine sehr wichtige Aufgabe. Als die solideste Form der Auswanderung bezeichnet« Max Warburg״ die Auswanderung einzelner Personen und einzelner Familien, die Pionierarbeit leisten mfissen; erst wenn diese erfolgreich ist, körnte die Gruppen- Siedlung folgen. Neben der Ein/elauswanderung, der der Hilfsverein in erster Linie sein Augenmerk zuwendet, werden von ihm aber auch S i cd I 1111 gs p 1 ä 11 e größerer Art sorgfältig geprüft. Fs haben sich jetzt die fünf an dieser Frage, hauptsächlich interessierten Organisationen in Deutschland, nämlich der Hilfsvereiu, die Reichsvertretnng. die Berliner Jüdische Gemeinde, der Central-Vercin und der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten in der Jüdischen Landarbeit ü.m.b.H. (ILA) zusammengesrblossen, um alle Projekte einheitlich zti bearbeiten. Der Redner schilderte die bestellenden A 11 s 11 i 1 d 11!1 gs - stiitten für Auswanderer. Pr bemerkte hierzu, daß diese Lehrstatten allein nicht genügen: nur wenn in den Finzelbetrieben in der Landwirtschaft und im I land werk (ieiegertheit zu gründlicher Ausbildung gegeben wird, sei erfolgreiche Auswanderung möglich. Der Redner berührte sodann die Frage einer Ausbildung im Ausland, 110h die Wichtigkeit der Kenntnis der Sprache des Eiiiwamlertingslandes hervor und wies auf 'die vom Itilfsverein eingerichteten Sprachkurse Ihn. Zum Schluß hezeiehnete Max Warburg es als die Aufgäbe des jüdischen Auswanderer .י, sicli seiner P fl i eilten gegen ii ber d e r (i e m e i 11 s c I) a f t 11 e r j u d e 1! s f e 1 s bewußt m sein. Sein Veilirtu» im Einwamlenmgsl:111d könne das (icsamtinteresse der jiicINche״ Auswanderer ״mistig oder tm günstig beeinflussen. Pr müsse die Vorgefundene Staatsordnung achten und — soweit ihm hier/u (ielcgenheit gegeben wird — am Staatswohl mitarbeiten. Pr müsse in der neuen Heimat auch wieder Anschluß an die jiidische G 1• m e i n s c 11 a 11 suchen und, wo eine Gemeinde noch nicht besteht, einen Zusammenschluß in die Wege leiten. Der Hilfsverein werde in diesem Sinne dem Auswanderer Geleitworte, eine Art Vademeeiini, mit auf den Weg geben. Auf die Eiuzelfragen der Wanderung ging dann noch Dr. Mark W i s c 1! 11 i t z c r in einem wohlabgewogeiien Referat ein; auch er betonte den Vorzug, den die Ein/ehvanderung heute hat. Die Ica-Sictllungen bieten eine Art Kombination zwischen Einzel- und üruppenwanderung. Von besaitderem Interesse waren seine Mitteilungen über die Ans- Wanderung von Kindern zwischen 6 und 14 Jahren, von denen bisher über 300 nach Nordamerika gegangen sind; man hofft, für diese Wanderung noch weitere Möglichkeiten erschließen zu können. — Der Rechmmgsberielit wurde von Herrn Willy Dreylus erstattet, worauf dem Vorstand Entlastung erteilt wurde. Religiös - zionistische Jugendtagung Zum erstenmal in der Geschichte der religiös-zionistisehen Jugendbewegung in Deutschland war für Chol Hainoed Sukkoth in Leipzig eine Mom einberufen, die die führenden Menschen der gesamten Tenuat Thora tvaawodah in Deutschland Zusammenkommen ließ. Während bisher Tagütigen des Bachad, des Zcir« Misrachi oder des ßtifh Hanoar gesondert durehgeführt wurden, ist dieses Mal bewußt ein einheitlicher. Rah m e n gewählt worden: Die Mittleren-Hachscliarab, mit ihrem Erziehungswerk hier und den Fragen ihrer Einordnung in Erez Israel, ist eine Aufgabe, die gleicherweise den Bachad als chalu/iscltc Organisation wie den Brüh Hanoar als: Jugciidbund berührt, in vielen Orten wird die Kulturarbeit des Bachad und des Zeire Misrachi gemeinsam geleistet, so daß aus der Arbeit des Alltags ein engerer Zusammenschluß als früher entstanden ist. Nach einleitenden Worten von Josef Burg, der die inner/ionisiisrheii und erzieherischen Aufgaben der Maezah umriß, bebaust Secw Berlin per, Romsdorf, sein Referat über Erzichungsfragen der Midicren-Hachscharah. Von den praktischen Erfahrungen ausgehend, gab er unter Hinweis auf das Besondere der seelischen Entwicklung des jüdischen Jugendlichen eine Art ,,Typerlehre“ der Chawerim der Mittleren-Hachscharah. In der Diskussion wies Mosche Cohn, Geringshof, .־ruf die grundsätzlichen Unterschiede hin, die zwischen der Aelteren- und Mittlercn-Hachscharah bestehen. Rosen wasser, Frankfurt, forderte, daß die .lesdmvah in das Erzie!111n״swerk eingebaut wird. Im weiteren Verlauf der Diskussion wurde daraut hingewiesen, daß wir nicht nur fragen dürfen: ״Was verlangen wir vom Chawer“, sondern auch dem zu <1!1t- Worten haben, was der Chawer von uns verlangt. Arich Händler sprach über den inneren Aufbau der jugendalijali und die Zusammenarbeit der TenuatTliora waawodah mit der Jugendhilfe und der Arbeitsgemeinschaft für Jugendalijali. Die' religiöse Jugendalijali hat seit ihrem Bestehen über 250 Jugendliche in religiösen Gruppen zur Alijali gebracht, nachdem zuvor in zehn Lagern 3(15 Jugendliehe aut ihre Eignung geprüft worden waren. Er wies auf die Leistung der Kwu/ath Arich i!1 Chcderah hin, die sich aus 45 ausgebildeten Chawerim der religiösen Jugendalijali zusammenset/t. Fiir d«'e nächste Zeit ist geplant, die Alijali von 25 Jungen nach Mikweh Israel und 10O Jugendlicncn nach dem Kfar noar dati und in das Iwdi-Hcim in Jerusalem durchzuführen. Joset Burg berichtete von der Jiigcndalijali-Konferenz in Zürich. Er wandte sich gegen den Plan, jetzt die Arbeit der jugendalijali aut andere Länder zu erweitern. Es sei wichtiger, den jugendlichen, die bereits im Lande sind, eine gründliche dreijährige Ausbildung zu geben, als den Kreis der betreuten Jugendlichen zu erweitern und es bei einer nicht ausreichenden Ausbildungszeit zu belassen. Er forderte längere Vorbereitung-Hager, die eine bessere Auswähl der zur Jugendalijali kommenden .Menschen er in ögliehen sollen. Dieselbe Frage, wie sie fiir die Jugendalijali besteht, ergibt sich auch für die Mittlercn-Hachscharah. Auch hier muß die Ausbildungszeit von zwei Jahren als nicht ausreichend bezeichnet und im Interesse der beruflichen und wissenstnäßigen Vervollkommnung eine dreijährige Hachscharah gefordert werden. ln .seinem Referat über ,,Weg und Ziel der Tenuat Thora waawodah“ gab Ariel) Händler eine Analyse der inneren Entwicklung des Judentums in Deutschland während der letzten Jahre und zeichnete die Aufgaben, die sich für die Bewegung ergeben, ln der Eiii/elhachscharah besteht die Schwierigkeit, den Chawer ganz zu erfassen, 111 dieser Hinsicht gibt die kibbuzische Haclischarah bessere erzicherische Möglichkeiten. Bei ihr muß die fachliche Ausbildung־ mehr beachtet werden. Her Stand der Haclischarah- Arbeit und die Zahl der sich in Haclischarah befindlichen Chawerim ist gut. Besonders sei das Streben der Chawerim nach Erweiterung und Vertiefung des jüdischen lind allgemeinen Wissens hervorzuheben. Bedauerlich ist, daß die für die Tarbutharbeit zur Verfügung stehenden Mittel den Bedürfnissen nicht entsprechen. Nachdem Jakob S 70 bei über Plachsclmrali, Alijali und die Einordnung der (Mim des Bachad in Erez Israel!!(׳richtet hatte, entwickelte sich in der Diskussion zu dein Referat von Arich Händler ein scharfer Meinungskampf uni die Stellung derjenigen Chawerim, die sich, aus welchen Gründen auch i rinn er, nicht zur Hachsclinrah entschieden haben, ln diesem Zusammenhang wurde auch das Problem der lieberseewandtTuirg aufgerollt. Auch das Verhältnis der Bünde z׳um Misrachi lind den zionistischen Ortsgruppen wurde berührt. Isi Eisncr versuchte in einem umfassenden Schlußwort zur Klärung• dieser den Bund beschäftigenden Fragen brr zutragen. Bei allem Verständnis f«ir den Wunsch der llrith Hanoar-Fü lirer, ihre erzieherischen Ideale, die im Gedanken der Chaluziuth gipfeln, nicht zu verwässern, warnte er eindringlich davor, Menschen auszustoßen, die, wenn auch nicht als Chaliizim, so doch in einem anderen Rahmen für unsere Idee wirken können. Nach einem Bericht über die H altung d cs M israch! auf dem Kongreß vertrat fsi Eisncr den Standpunkt, daß jede Diskussion über, fiir oder gegen eine Teilung Palästinas jetzt, nachdem die Mandatskommission gesprochen hat, ihren Sinn verloren hat. Die Gründe der ״N'ein-Sagcr“ legte Max Spangent h a 1 dar; er betonte die Beziehung, die zwischen der Tragfähigkeit des chaltizisdu’ir Ideals und der Größe des für landwirtschaftliche Siedlung in Betracht kommenden Gebietes besteht. Es ergab sich in der Diskussion als die Meinung der Moeza, daß eine Debatte über den Vorschlag der Königlichen Kommission als nicht notwendig empfunden wird. Damit war eine Ueberleitung־ gegeben zu clem Referat von Josef Burg über den Judenstaat als Er/iehungsproblem. Er stellte diese Frage in den größeren Zusammenhang des Verhältnisses von ״Tradition und Bewegung“. Die Zionistische Vereinigung Leipzig veranstaltete aus Anlaß der Moczah am 22. September eine große Kundgebung, bei der die Kongreßdclegierteu Dr. Burg (Berlin) und Dr. l.ehrfreiind (Leipzig) über den Kongreß berichteten und zu den Pcel-Vorschlägen Stellung nahmen. Chöre des Rrith hanoar schel Zeire Misrachi umrahmten die Vorträge. Landget-Dir. i. R. Alteithiim (Leipzig) sprach zum Schluß der äußern identlieh gut besuchten und gelungenen Veranstaltung über die Aufgaben der Zionistischen Organisation in der nächster! Zeit. Bei einem öffentlichen O 11 e g Schabbat des Bachad, der besonders von den Bünden gut besucht war, sprachen Rabbiner Dr, Ochs und Isi Eisner.

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