Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 81 (12.10.1937)
- Date
- 1937-10-12
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 51,12. OKTOBER 1937 PALÄSTINA-BIAT Nashashibis Aufruf Begegnung־ mit Captain Andrews Von Captain Andrews habe ich einmal sprechen hören, und einmal bin ich ihm persönlich begegnet. Aber das kurze, zufällig erlauschte Gespräch über ihn und die einmalige, kurze Begegnung haben das Bild einer Persönlichkeit hinterlassen, die man auch dann nicht so bald vergessen würde, wenn das tragische Ende des Mannes nicht die Erinnerung an ihn besonders lebendig und schmerzlich machte. Das Gespräch fand in einer Kwuzah des Galil statt. Es war kurz nach den dortigen Unruhen, nach jener Zeit, in der das jüdische Safed wie eine belagerte Festung lebte und alle Landstraßen unsicher waren. Bei der jüdischen Be• völkerung des Gaiil herrschte Erbitterung; sie fand, daß die Regierung sie nicht genügend schützte und sich offenbar scheute, so scharf durchzugreifen, wie es zur Wiederherstellung der Ordnung und Sicherheit notwendig gewesen wäre. Es fiel manch hartes Wort über die englischen Beamten im Bezirk; vielleicht mit Unrecht, da sie an die Befehle der Regierung in Jerusalem gebunden waren. Nur über einen Mann war man sich im gegenteiligen Sinne einig: Captain Andrews war, wie er es selbst genannt haben würde: ״allright“. Er gab sieh die größte Mühe, sowohl vermittelnd m wirken wie seine Autorität als Spezialkommissar für die Sicherheit des Gebietes voll einzusetzen. Und im Zusammenhang damit wurde folgende bezeichnende Geschichte erzählt. Damals blieb, wer das Reisen vermeiden konnte, nach Mög• lichkcit zu Hause. Nur zwei Männer waren es, die zu jeder Tages- und Nachtzeit unterwegs waren: Captain Andrews Und der alte Schon!er H., der für die Sicherheitsmaßnahmen der jüdischen Siedlungen verantwortlich war. Eines Tages begegneten sich die beiden. Andrews stoppt seinen Wagen und sagt zu H.: ״Hören Sie, mein Lieber, Sie kutschieren mir zuviel in der Gegend herum. Alle Augenblicke begegne ich Ihnen. Eines Tages wird Ihnen was passieren, und was haben Sie dann davon?“ Der Schomer lächelte: ״Ich begegne Ihnen, Captain, so oft wie Sie mir. Eines Tages kann auch Ihnen was passieren, und was haben S i e dann davon?“ ״Dazu bin ich da, das ist meine Pflicht. Ich kann meinen Bezirk nicht per Telephon beruhigen.“ ״Und ich kann meine Kwuzoth nicht per Telephon sichern.“ Captain Andrews sah den Schomer einen Augenblick an, dann streckte er ihm die Hand bin: ״Right you arc! — Sie haben Recht!“ Und fuhr davon. Als ich selbst ihm begegnete, geschah es in einem Araberzelt in der Nähe der neuen Siedlung im Beisan, Beth Josef. Er präsidierte dort einem Friedensschluß zwischen den Siedlern und den umwohnenden Beduinen, denen ein Mann erschossen worden war und die daher in Blutrache mit den Leuten von Beth Joseph standen, die nach langen Verhandlungen, in denen Andrews eine bedeutende Rolle spielte, in eine Geldbuße umgewandelt wurde, nach deren Bezahlung die Beduinen den Frieden beschworen. Man hätte sich niemanden denken können, der die Rolle des Leiters dieser Zeremonie besser hätte ausfüllen können, sowohl in ihrem offiziellen Teil, wie später bei dem anschließenden Festmahl und den ״männlichen Vergnügungen“, die sich ihm anschlossen. Er war ein großer, athletisch gebauter Mann, und die Uniform eines Offiziers der berittenen Frontier-Force, von der eine Eskadron seine Eskorte bildete, stand ihm prächtig־. Es machte auf die Araber sichtlich Eindruck, daß er in fließendem Arabisch mit ihnen sprach, und sein ganzes Benehmen zeigte jene freie Würde, die bei primitiveren Menschen mehr Autoritätsgefiill hervorruft, als Amt und Titel. Sein Benehmen gegen die Stammesscheichs und gegen einen fransjordanischen Fürsten, der anwesend war, zeigte die größte orientalische Artigkeit, und doch war etwas an dem Manne, das zeigte, daß im Samthandschuh eine Eisenfaust steckte. Er vertrat die Regierung und ihre bewaflnete Macht — aber ■was uns allen an iltm so imponierte, war, daß er außerdem auch noch eine starke Persönlichkeit cinr.usetzen hatte. (Wir haben über diesen Friedensschluß in Nr, 54 berichtet.) Nach der offiziellen Zeremonie, als inan sich zum gemein- «amen Essen niedersetzte, kam etwas in ihm zum Vorschein, was besonders erfrischend war, weil man ihm in Palästina so selten begegnet: ein Mensch, der sich von ganzem Herzen seines Lebens freute. Andrews war kein Engländer; seine schottischen Vorfahren sind nach Australien ausgewandert, und ihr Enkel, der während des Krieges mit den ״ANZACS“ (Australian and New Zealand Army Corps) nach Palästina kam, hatte ein durchaus unenglisches Temperament. Wahrend er als Ehrengast an der Spitze der Tale( saß, ä l’orientale mit den Fingern speiste und dazu in vollen Zügen gutes jüdisches Bier trank, sprühte er von Geisi und Lebensfreude, erzählte auf Arabisch Witze, übersetzte sie gleich darauf ins Englische und versuchte denjenigen, die beides nicht verstanden, die Pointe auf Hebräisch zu erklären, wobei der Wille besser war als der Erfolg. Essen, Trinken und die guten Geschichten, die er erzählte, schienen ihn gleichmäßig zu erfreuen. Und ebenso war er in seinen» Element, als nach aufgehobener Tafel mit Pistolen nach Flaschen geschossen und Reitkünste gezeigt wurden. Und es lag der Stolz eines Mannes nicht nur, sondern auch die Freude eines großen Jungen in der Art, wie er uns zum Schluß die Schar seiner arabischen Rauhreiter in Parade vorführtv. So entschwand er meinen Blicken: auf seinem hochbeinigen Schimmel sitzend und mit dem blanken Säbel grüßend, als wir ihn auf der Landstraße mit dem Auto überholten. Einer, der am Leben Freude batte. Die Nachricht von seinem plötzlichen Tode durch Mörderhand und aus dem Hinterhalt wird überall im Lande mit Trauer und Empörung aafgenommen werden. Denen aber, die ihn persönlich gekannt naben, wird dieses Opfer politischen Fanatismus als besonders tragisch erscheinen. C. Z. Kloetzel Der Nachfolger von Andrews Als Nachfolge» des ermordeten Distriktskommissars Andrews ist der stellvertretende britische Resident in Trans- Jordanien. Alex Seath K i r k b r i d e, ernannt worden. Der neue Distriktskommissar ist 40 Jahre alt und steht seit 192t im palästinensisch-transjordanischen Verwaltungsdienst. Der Vertreter des Distriktskoirniiissars von Galiläa, Pirie Gordon, der sich im Augenblick des Attentates auf Andrews in dessen Begleitung befand, hat persönlich die Vernehmung von dreißig der Teilnahme an dem Mord verdächtigten Arabern durchgeführt. Das Ergebnis der Vernehmung wird vorläufig streng geheim gehalten. Im Tel-Aviver Stadtrat ist ein Antrag eingebracht worden, eine Straß« nach dem ermordeten Distriktskommissar Andrews zu benennen. Es wird erwartet, daß Arturo Toscaninl am 7. Novetnber in Palästina eintrifit, um das 90. Konzert des Palästina-Symphonie-Orchesters zu dirigieren. In das Budget der Palästinaregierung für das Finanzjahr 1937/38 ist für die Durchführung öffentlicher Arbeiten ein Betrag von 285 481 Pfund eingesetzt worden, der aus den Mitteln der palästinensischen Staatsanleihe g־cdeckt werden soll, Von der Zensur verboten Die Arabische Verteidigungspartei, an deren Spitze der frühere Bürgermeister von Jerusalem, Ragheb Bey Nashashibi, stellt, weist in einem Aufruf darauf hin/ daß In Palästina eine neue Situation geschaffen worden ist, und fordert die Bevölkerung auf, diesen neuen Verhältnissen Rechnung zu tragen. Nashashibi erklärt weiter, daß zwar eine Terrorkarnpagne unter den Arabern geführt wurde, daß aber die arabische Bevölkerung und das Oberste Arabische Komitee diese Kampagne mißbilligt und verurteilt hätten. Daß die Regierung das Komitee für illegal erklärt und seine führenden Mitglieder verbannt hat, sei eine zu strenge Maßnahme. In dem Aufruf wird schließlich die Bereitschaft zum Ausdruck gebracht, mit Personen und Institutionen zum Wohle des ganzen Landes zusammenzuarbeiten. Die Zensur hat den Zeitungen verboten, den Aufm! Nashashibis zu zitieren oder zu erwähnen. Gleichzeitig hat die Regierung Maßnahmen getroffen, um eine Agitation seitens des Mufti zu unterbinden. Dieser hat, zum erstenmal seit der Auflösung des Obersten Arabischen Komitees, in der Omar-Moschee gepredigt. Die Regierung hat die Verbreitung arabischer Zeitungen aus den Nachbarländern in Palästina verboten. Schriften und Bilder des Mufti verboten Die Palästina-Regierung hat in der ״Palestine Gazette“ bekanntgegeben, daß die Verbreitung von Schriften des früheren Mufti von Jerusalem oder von Literatur über Ihn verboten ist Das Verbot erstreckt auch auf Photographien und Abbildungen des Mufti und aut die Einfuhr solcher Schriften und Bilder. Nach einer Meldung des ״Daily Telegraph“ aus Jerusalem mußte die Regierung sich zu dieser Maßnahme entschließen, da das Land seit der Verhaftung der führenden Araber immer mehr mit Flugschriften und Aufrufen überschwemmt wird. Auch die Hauswände und die Mauern der Gebäude der britischen Mandatsvcrwaltung werden mit solchen Flugschriften nachts beklebt, um die sich am Morgen regelmäßig Ansammlungen bilden. Bei R a m a 11 a ist ein bewaffneter Araber, der den Anruf eines arabischen Hilfspolizisten, zur Ausweisleistung stehen zu bleiben, nicht beachtet hatte, nach kurzem Kugel- Wechsel erschossen worden. Die Identität des Toten konnte noch nicht festgestellt werden. In Jaffa sind die Leichen zweier unbekannter Araber gefunden worden. Militärische Manöver Ohne vorangegangenc Ankündigung haben im ganzen Lahde große militärische Manöver begonnen. Seit dem Kriege sind Truppenübungen in solchem Umfang nicht mehr abgehaltcn worden. Die Uebungen werden von dem Oberkormnandicrenden Generalmajor W a v e 11 geleitet. Im Zusammenhang mit diesen Manövern werden Zivilreisende auf den Straßen von Militärpatrouillen angehalten und streng kontrolliert. Besonderes Augenmerk wenden die Behörden dem Gebiet zwischen Tuikcre m und Dschenin zu, dem sogenannten ״blutigen Dreieck“, das ein Zentrum der Aufruhrbewegung gewesen ist. Die Durchsuchung des Gebietes hat zur Verhaftung von zwei Hauptagitatoren geführt. Der Versuch, in Tulkerem und Dschenin einen Generalstreik zu organisieren, ist gescheitert, nach• dem die Bevölkerung in Anschlägen darauf aufmerksam gemacht worden war, daß der Streik nach den Ausnahmebestimmungen gesetzwidrig sei und streng bestraft werden würde. Andererseits sind in Safed von den Terroristen Plakate angeschlagen worden, in denen die Kaufleute und der Bürgermeister mit dem Tode bedroht werden, wenn sie sich dem Streik nicht anschließen. Die Plakate tragen an Stelle einer Unterschrift die Abbildung eines Gewehrs und eines Dolches. Bei dein Versuch, nach dem Libanon zu fliehen, sind 17 Araber, unter ihnen einige Notabein, an der Grenze verhaftet worden. Eine Reihe von Dörfern in der Umgehung von Nablus sowie die Autos, die die Damiabriicke nach Transjordanien passieren, sind von britischen Polizeiabteilungen und Geheim- Polizisten durchsucht worden. Die Nachforschungen gelten angeblich dem geflüchteten Mitglied des Obersten Arabischen Komitees, Izzat D a r w a z a, von dem es heißt, daß er in Syrien an der Reorganisierung des Obersten Arabischen Komitees arbeiten will. Wie die Polizei erfahren hat, soll sich (zzat Darwaza vorläufig noch in der Gegend um Nablus verborgen halten. Sämtliche Geschäft(! sind nunmehr auch ln Nablus wieder geöffnet worden. Die Aktivisten der Husseini-Partci sind aus der Stadt geliiiehtef. In der Gegend herrscht absolute Ruhe. Eine Besatzung von 500 Matin ist aus Jerusalem Neue Beamte Das Colonial Office gibt folgende Ernennungen, Transferierungen und Beförderungen im palästinensisch-öffentlichen Dienst bekannt: Oberrichter W. C. Curry wird stellvertretender Kreisgerichtspräsident; der Beamte der Abteilung für Verrechnung und Statistik W. C. Peasley wird ins Steuerdepartment versetzt; der Kreissanitätsbeamte in Cypcm W. J. H. Phillips wird leitender Sanitätsbeamter der palästinensischen Gesundheitsabteilung; G, B, S i m m o n s wird zum leitenden Beamten für tierärztliche Untersuchungen bei der palästinensischen Regierungsabteilung für Landwirtschaft und Fischerei ernannt, J. H. Haleblian wird als Chemiker der Regierungsabteilung für Altertümer zugeteilt. Zwei neue Beamte, die über langjährige Erfahrungen in Nigeria und Somaliland verfügen, sollen demnächst den Kreis- Verwaltungen der Patästinaregierung zugctcilt werden. Einer von ihnen, Stanley Jackson, ist nacn Abschluß seines Dienstes in Somaliland in besonderem Auftrag nach Sansibar, wo Unruhen ausgebrxxhcn waren, entsandt worden; der andere, O'Reil ly, hat bis zuletzt in Nigeria Dienst getan. Das Luftfahrtministerium teilt mit, daß bei dem Absturz eines Militärflugzeuges bei Mudawara in Palästina, die dem Militärfliegerposten in Amman zugeteilten Leutnants Houghton und Adams sowie der Fliegeroffizier Gough ums Leben gekommen sind. in Nablus eingetroffen. Nachdem der Kreiskommissar die Muclitars der umliegenden Dörfer zu sich berufen und ernste Mahnungen an sie gerichtet ha(, ist auch in der Umgebung voll Nablus Ruhe eingetreten. Ein Auto der Shell-Petroleumgesellschaft ist am Freitag zwischen Dschenin und Nablus angehalten worden. Der Wagen wurde durch vier Schüsse beschädigt. Ein englischer Ingenieur und sein Gehilfe, die sich in dem Wagen befanden, blieben unverletzt. In Tiberias wurde der jüdische Hilfspolizist Jacob Bernstein, der bei den Thermalquellen auf Wache stand, durch einen Armschuß verwundet. Der Jerusalemer Stadtrat Der Chefsekretär der Palästinaregierung, Batiershill, hat eine aus dem Vorsitzende!» des Waad Lcumi, jizehak Ben Zwi, und dem Vertreter der Agudah, Rabbi Mosche Blau, bestehende Abordnung empfangen und erklärt, der Stadtrat von Jerusalem werde nicht aufgelöst werden, sondern solle seine Arbeiten in normaler Weise fortsetzen. Vorläufig finden keine Sitzungen des Stadtrates statt, da die arabischen Stadtverordneter an Sitzungen, die von dem jüdischen Vizebürgermeister Daniel Auster geleitet werden, nicht teiinehmen wollen. ״Times“ berichtet, daß der Frage der Neubesetzung des B ü r g c r m e i s t e r p o s 1 e n s von Jerusalem viel Aufmerksamkeit zugewendet werde. Der jüdische Vizebürgermeister habe in dieser Sache beim Distriktskommissar vorgesprochen, allgemein erwarte inan aber, daß das Amt provisorisch einem Engländer übertragen werden wird. 1 in Gebäude der Jerusalemer Stadtverwaltung hat unter der Leitung des Kommissars Hnbcock eine Haussuchung statt* gefunden. Das Zimmer des früheren Bürgermeisters Khaldi und sein Schreibtisch wurden gewaltsam geöffnet. Eine Reihe belastender Dokumente wurde beschlagnahmt. Verfahren gegen Beamte Die Palüstinaregierung hat auf Grund der Ergebnisse der von der Kgl. Kommission dmchgeführten Untersuchung ein Disziplinarverfahren gegen diejenigen arabischen Rcgicrungsbeamten eingeleitet, die im vergangenen Jahr das bekannte gegen die Palästinaregierung gerichtete Memo* ran 11 um an die Kgl. Koni in iss ion unterzeichnet haben, RUckkehr Wauchopes Wie die palästinensischen Zeitungen melden, wird die Rückkehr des High Commissioncr Sir Arthur Wauchope für den 20. Oktober erwartet. Es verlautet gleichzeitig, daß der High Commissioner im Amte bleiben wird, bis die geplante Teilung in Palästina durchgeführt ist. Die Ernennung eines jüdischen Kreiskommissars für Tiberias ist in Aussicht genommen. Der Regierungsbeamte Black* burne soll diesen Posten erhalten. Die Meinung der Landespresse Nachdem die Einschränkungen, die der Pressefreiheit seit dein 1. Oktober bezüglich der letzten Geschehnisse im Lande auierlegt waren, wieder aufgehoben sind, beschäftigt sich die palästinensische Presse mit der gegenwärtigen Situation. Die ״Palestine Post“ beschreibt in einem Leit״ artikel die Aktion gegen das Oberste Arabische Komitee als eine ״unblutige Revolution“. Die Geschehnisse der letzten fünf Tage beeindruckten das Land tiefer als alle Maßnahmen, die von den Behörden während der letzten 20 Jahre durchgeführt wurden. Die Regierung ergriff endgültige M a ß n a h m e n und muß auch in Zukunft fest und entschlossen bleiben. Mit politischen Maßnahmen muß gewartet werden, bis die Sicherheit im Lande wieder hergestellt ist, obwohl die ganze Wirtschaftslage von der poli* tischen abhängig ist. Oie Aktion der Regierung wurde nicht als ein Racheakt für die Ermordung von Mr. Andrews durchgeführt, sondern muß als eine Maßnahme im Namen der Zivilisation betrachtet werden. ״H a a r c z“ gibt der Hoffnung Ausdruck, daß die Ver* waitung nicht auf halbem Wege stellen bleiben, sondern ihre Aufgabe dadurch vollenden werde, daß sie den früher von den Terroristen unterdrückten friedliebcndenAra* b c r!1 die Hand reicht. Die arabische Zeitung ״Felestin“ befleißigt sich in ihren Kommentaren eines ziemlich gemäßigten Tones. Das Blatt schreibt, daß das arabische Problem trotz der vorge* nommenen Verhaltungen noch ein äußerst dringliches ist. ״Feiest in“ behauptet weiter, die verbannten arabi* schon Führer hätten es nickt unterlassen, den Arabertorror zu bekämpfen, weil sic es nicht wollten, sondern weil sie nicht die M ö g I ic h k e i t d a zu gehabt hat* t « n. Das nationale Hauptproblem bleibe dasselbe wie bisher, ״Al I s 1 a tn i a“ erklärt, daß die palästinensischen Araber drei schweren Krisen gegenüberstehen, einer politischen, einer wirtschaftlichen und einer sozialen. Ein Shmarya Levin ־ Haus Das Zentralbüro für die Ansiedlung von Juden aus Deutschland in Palästina gibt bekannt, daß die Vorbereitun* gen zur Errichtung eines Slimarya Levin-Hauses in Klar Shmarvahu weit gediehen sind. Das Haus soll zum Teil als eine Art Museum verwendet werden, in dem Dokumente, Photographien und sonstiges Material über das Leben Shmarya Levins ausgestellt werden, andererseits aber auch als Erholungsheim für zionistische Arbeiter dienen. Es soll einen 300 Personen fassenden Saal und eine Reihe von Zimmern für Erholungsbedürftige enthalten. Die zur Er* richtung des Hauses notwendigen Mittei sind zum großen Teil bereits durch Zeichnungen von Privatpersonen gesichert. Die Familie Sieff-Marks-Saclier bat 1000 Pfund für diesen Zweck zur Verfügung gestellt. Durch ein Preisausschreiben unter den palästinensischen Architekten soll der zur Ausfiihrung gelangende Entwurf für das Shmarya Levin-Haus fest* gestellt werden. Von der Kelilllah Jerusalem Die Kehillah Jerusalem gibt bekannt, daß die Wahlen, die seit 21/2 Jahren überfällig sind, nunmehr im Dezember stattfinden sollen. Wie die Kehillah ankündigt, bereitet sie einen Bericht über ihre allgemeine Tätigkeit und ihre Geldgebarung in den letzten zwei Jahren vor.