Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 80 (8.10.1937)
- Date
- 1937-10-08
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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delte 10 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 80, 8. X. 193? Arabische Proteste Das ״Verteidigunpskomitce für Palästina“ m Daraus• k 11 s hat die Könige von Aegypten, Irak, Hodschas und Jemen telegraphisch um Unterstützung der Sache der Araber in Palästina gebeten. Es hat ferner alle arabischen Verteidigungskomitecs in Aegypten, im Irak und im Hcdschas telegraphisch ersucht, sich 71! der Organisation eines wirtschaftlichen und sozialen Boykotts alfer En gl ander nud Zionisten zu;inHern. Protesttcl egramme gegen die englische, als Terror bezcichnetc Politik in Palästina gingen auch an den () b e r I; 0 m m i s s a r in Jerusalem, den K o! o 11 i a I m i n i s t e r in L 0 n d o n und an den G e ־ neralsekretiir des Völkerbundes, Sechzig arabische Dorfburgermeister aus der Umgebung von Jerusalem wollten persönlich im Kegiertmgshaus gegen die Verhaftung der arabischen Führer protestieren. Sie vvurden nicht einplangen. Spater haben sie dein Distriktskommissar Me baren einen schriftlichen Protest /!!gesandt. Die arabische I־'rauen Organisation in Jerusalem hat beschlossen, gegen die Deportierung der arabischen Führer 711 demonstrieren. Die Stellung der Nashashibi - Partei ln einer Versammlung; der N'ashoshibi-Partei, die in Jeru* Salem stattfmul, wurde die Veröffentlichung eines Bericht«s beschlossen, in dem die Bevölkerung dringlich aufgefordert wird, Ruhe zu bewahren. Gleichzeitig drückt jedoch der Bericht den Protest gegen die von der Regierung ergriffenen strengen Maßnahmen aus. R a g!1 e b N a s 1! a s h i b i, der ständig mit einer bewaffroten 1 cdnvaclie von sechs Mann umgeben ist, fürchtet sich, sein I laus 71! verlassen, da seine Gegner ihm die Schuld für die Verbannung der Führer des Obersten Arabischen Komitees zusehieiben. Ein arabischer Geheimfonds Die Nachprüfung der HtaT 1er der Arabischen Bank Ist ab;;CM Iöo-mui vor den. Fs wird berichtet, daß die Unter- SiK'huiig d,!s Vorhin ]denseln eines unaufgeklärten Uebersdi'i'MN ergeben hat, , eines ( 1 e!1 e i in f o 11 d s von et w a 1׳ tu!111, her vormiss! cluücii beschlagnahmt werden dürfie. Die t111 1״ ande legen hi e Vermutung nabe, daß dieser Fonds zur L i 11 a!1 z i e rung der T c r r o r k a in p a g n e bcaliinuit war. Wichtige Strafprozeß-Reform Nicht mehr zwei Zeugen erforderlich Einem im offiziellen Regierungsblatt veröffentlichten Gesetz zufolge ist in Zukunft ein zusätzlicher Beweis oder Zeugenaussage im Prozeßverfahren nicht mehr unumgiinglieh notwendig, sondern es genügt ein einfacher Beweis. Dadurch werden die Bestimmungen dets bisher geltenden Otfomanischen Rechtes, das in Mordprozessen 7. w e i Zeugenatissagen verlangt, aligeändert. Es genügt jetzt eine Zeugenbekundung. Als eine Folge der bisher geltenden prozessualen Bestimmungen mußten zahlreiche Araber, die unter Mordanklage standen, frei gesprochen werden, da das formeil bestiiti״cnde Zeugnis nicht erbracht werden konnte. Ein dafür typischer Fall war das Gerichtsverfahren gegen «inen Araber, der unter der Anklage des Mordes an dem Polen Sluga stand. Er wurde freigesprochen, da kein den Mörder identifizierender Beweis erbracht werden konnte, der die Aussage des Opfers, die kurz vor seinem Tode erfolgte, bestätigte. (Es ist auch erinnerlich, daß z. B. bei dem Arlosoroff-Mordnrozcß das Berufungsgericht erklärt hat, nach englischem Recht müßten die Angeklagten verurteilt werden, nach naiästircnsischem aber müßten sie wegen der fehlenden zweiten Zeugenaussage freigesprochen werden.) Kein Rücktritt Wauchopes Das Colonial Office dementiert die in den letzten Tagen in der Pre—e erschienenen Meldungen über einen bevorstehenden Rnckirltl dis High Commissioner für Pa- Esstiua, Sir Arthur V;1 u c ho p e, und seine Ersetzung durch 1׳! ׳Idmaix iiali >ir Philip (111 e t w o d e, der in den Jahren 1030-10 ü ()lH-rko!’1m iiKpereiu!( r in Indien war. Das Koloiiiemiimi-icnum crkUri. es hamile sieh um alte Gerüchte, die j e d e r B e e r ü n 11 u n g 1׳ n t b e 11 r e 11. Von der Woche Das Frscbebien der Ta .׳)/-׳■׳Fung ,.Davor׳‘‘ in Tel Aviv wurde M:n1! ,<> \,׳ viel ihr Regierung für zwei Tage verboten. Gr 11!ide für dä.׳>e Maßnahme wurden nicht mitgetedt. Die Feie rin h keitr!! 7,11m lOjaiirigen Bestellen der Kwu/ah R 01!1 Sera im JorFiiial, an ciem'n ISO!) Nociiharsiedier ti ihuhmmi, wurden!(׳!!weise in eine Gedächtnisfeier zu Ehren clim ernni; deten i ewis Andrews verwandelt׳, Joseph Baratz s.׳bilderte im F.tnie einer Ansprache M״r. Andrews I’ersülikvhkcit und seine Anstremrungen zur Herstellung von Riike und 1')rdiiiing im I,ande. Fr verlas auch einen Brief, den. Mr. Andrews einen Tag vor seinem Tode an die JordnnsiedUineen gerichtet hatte, in dem er seine An erkennutig und seinen Dank für den zu Ehren, seines 42. Geburtstnges arrangierten Empfang aussprach, in einer in N a!1 a I aT ahgehaltcncn Tranerversammlung wiirde beschossen, den Keren Kajemeth zu ersuchen, einen Wald in Galiläa anzunflanzen, der den Namen von Lewis A n d r e w s tragen soll. ’ In Tel Aviv begann das Gerichtsverfahren gegen die vier Männer, die in den Raubüberfall auf einen Bankberimten verwickelt sind. Ein Polizei-Inspektor bezeugte in seiner Aussage, daß er, als er die Männer verhaftete, einen geladenen Revolver in ihrem Besitz fand. Dienstag nachts wurden in Safed Schösse auf den jiidisehen Marktplatz abgefeuert. Die Polizei schoß zurück, getroffen wurde niemand, — Auf der Landstraße von Safed nach Rosch Pinah wurden Schüsse auf einen arabischen Lastwagen gefeuert, die den Fahrer verwundeten. Die H a b i m a 11 - S c!1 a ti s p i e 1 e r haben Palästina verlassen und sich auf ihre Europa-Tournee begeben. Vor ihrer Abreise wohnten sie den Feierlichkeiten bei, die zu Ehren der Wiederaufnahme des Aufbaus ihres eigenen Theaters in Tel Aviv stattfanden. Der Dramatiker H. L e i w i k, Verfasser des ״Golem“, trat in Palästina ein. Die Histadruth veranstaltete zu seinen Ehren einen Empfang. Eine strategische Der Hafen von Akaba Die am 1. Oktober als selbständige Zeitung eingegangene konservative Tageszeitung ״The Morning Post“ in tondon hat in einer ihrer letzten Nummern einen Artikel von Major C. S. Jarvis, dem ehemaligen Gouverneur der Sinai- Halbinsei, veröffentlicht, in der die strategische Bedeutung des Hafens von Akaba dargestellt wird. Dieses Akaba, so führt der Verfaascr aus, ist ein unscheinbares, völlig vernachlässigtes Fischerdorf, das seine Geschichte bis zu den Zeiten Salomos und der Königin von Saba zuriiekdatiert. In Akaba, damals Elat (auch heute noch der hebrä. i s c h e Name des Ortes — A, d. ״J. R.“), hielt unter Salomos Herrschaft Fiirani seine Flotte, die den Goldhandel ,»mit dem Lande Ophir (Indien) betrieb, und in Akaba landete die Konigin von Saba bei ihrem berühmten Besuch des Königs Salomo. Der lebhafte Handel zwischen Palästina und Südarabien dauerte bis ins siebente Jahrhundert, und Schiffe brachten damals Waren aus Indien und China nach Akaba, Auch in den Kreitznigen hat Akaba eine Rolle gespielt, lind während des Weltkrieges war es bekanntlich die Basis der Operationen von Oberst Lawrence. (Dort besuchte auch Weizinann den König Feisal im Jahre 1918. — A. d. ״J. R.“) Der Golf von Akaba lieft an einer Stelle, wo vier Länder Zusammenstößen: der ä j y p t i s c 11 e Sinai im Westen, dann ein schmaler Streifen palästinensisclten Gebietes, das von Beer Seheba südlich zur Küste reicht (Negew), östlich davon ein noch schmalerer Streifen von Transjordanien, wozu auch der Ort Akaba gehört, und dann südlich davon an der Ostseite das Territorium von Saudi-Arabien (friiher Hcdschas genannt). Der Verfasser lieht hervor, daß die strat epische Bedeutung von Akaba dadurch erhöht wird, daß der Hafen große natürliche Vorteile hat. Es gibt auch ein Projekt, einen Kanal von dein Jordanial und dem Toten Meer bis zur Nordspilze des Golfes von Akaba zu ziehen. Obwohl fast unübersteigdiche technische Schwierigkeiten entgegenstehen, hält Major Jarvis dieses Projekt doch für durchaus ernst. Wenn ferner Akaba mit Maan durch eine Eisenbahn verbunden wird, könnte es eine große Zukunft als Hafen für den palästinensischen Handel nach Osten lind Süden haben, und der Verfasser hält sogar eine Ah zw eigung der M o s s u 1 •O e 11 e i t u n g nach Akaba für zukunftsreicii. Die Bedeutung dieses Punktes wird erhöht in einer Zeit, wo das Mittelmcer eine Quelle der Unsicherheit Die hebräische Literatur im Jahre 5697 Aus Tel Aviv wird uns geschrieben: Tm ״Haarez“ gibt Ba risch Krupnik einen Ueberblick über das literarische Ergebnis des vergangenen Jahres,: Nach ■einigen Jahren der Lähmung zeigen sich Anzeichen einer Neitbelebung der hebräischen Literatur in der Diaspora. Der Verlag Stybel hat seine Tätigkeit wieder aufgenommen, und zwar in Warschau. Auch eine neue hebräische Vierteljahresschritt und ein hebräisches Jahrbuch sind in Polen erschienen. Das Zentrum der hebräischen Literatur ist natürlich Palästina, und zwar hauptsächlich Tel Aviv, wällreud Jerusalem erst in zweiter Linie koinmt. Aber so ertreulich es an sich ist, daß es gelungen ist, die Literatur liier zu konzentrieren, so dürfen wir uns doch nicht dem substantiellen Mangel dieser Literatur verschließen. Die Bilanz des letzten Jahres zeigt uns, daß zwar wertvolle Bücher erschienen sind, aber fast alle sind wissenschaftlich, und die s c 11 ö 11 e Literatur ist wenig bereichert worden. Nur ganz vereinzelte Erscheinungen sind auf diesem Gebiet hervorzuheben, während der wissenschaftlichen Vcröffentlichutigen von Bedeutung viele sind. Auch gute Lehrb ti c 11 e r sind eine ganze Anzahl erschienen. Aber im ganzen kann inan nur sagen, daß es zwar achtenswerte Bücher gibt, aber nicht das, was man Literatur nennt, keine Tradition, keine Kritik, keine Richtung. Der Grund dafür ist hauptsächlich im Fehlen einer schönen Literatur von Bedeut'.mg zu suchen. Hinzu kommt noch, daß, was an wissenschaftücher Literatur vorhanden ist, sich meist mit jiidisehen Problemen befallt, ganz wie es in der hebräischen Literatur der Diaspora der Fall war und ist. Der Leser wird also nicht nur in der schönen Literatur, sondern auch in seinen allgemeinen Interessen auf die Fremdsprache verwiesen. Die Uebersetzungsliteratur aber ist in den letzten Jahren immer dürftiger geworden. Es zeigt sich, wie falsch die Auffassung war, die das übersetzte Buch als einen Konkurrenten des hebräischen ansah und die Ueber- Setzungsliteratur eindämmen wollte. Das Fehlen von Ueber- Setzungen hat die hebräische Literatur nicht befruchtet und bereichert. Die öffentliche Gleichgültigkeit gegenüber dem Schrifttum, die die Wurzel dieser Verarmung ist, fand ihren Ausdruck in dem Abbau des Bi a I i k-I ח stituts, dessen Budget durch den letzten Kongreßbescliluß auf eine völlig unzureichende Summe (etwa ein Dritte! des Budgets, mit dem das Institut vor drei Jahren seine Arbeit aufnahm) gekürzt wurde. So verfuhr man mit dem Traum Bialiks, eine Zentralstelle für das hebräische Schrifttum zu schaffen. Man muß also von vom beginnen und den Juden begreiflieh machen, daß ein hebräisches Schrifttum kein Luxus, sondern eine Lebensnotwendigkeit ist. Fm ״Dawar“ stellt Uria Feldman fest, daß die letzten Monate wesentliche Bereicherungen auf dem Gebiete des hebräischen wissenschaftlichen Schrifttums gebracht haben. Er nennt an erster Stelle eine Monographie von Barucli Tschischik über die Gurke. Der 160 Seiten starke Band ist als erster Teil einer Sammlung von Studien über die Kürbisarten angezeigt. Er enthält eine ausführliche botanische Darstellung der Gurken und ihrer Arten, und Hinweise für den Landwirt und ernährungstechnische Betrach- Schlüsselposition ist und man sogar mit einer zeitweiligen Sperre des Suezkanals bei Verwicklungen rechnen muß. Dazu kommt noch die Möglichkeit, den Ort als Luftbasis aus zu bauen. Schließlieh betont der Verfasser, daß der Besitz der kleinen Insel Tiran, die vor dem Eingang des Golfes liegt, für die Aus- Wertung der natürlichen Vorzüge unentbehrlich sei. Das Hafengebiet von Akaba wird bekanntlich nach dem Peelschen Teilungsplan als permanentes englisches Mandatsgebiet reserviert. König i b n Saud, der auf die Stadt Anspruch erhebt, hat ihre Einverleibung in das heutige Transjordatiien noch nicht formell anerkannt. Aus der Vergangenheit des Negew Die Waasertrage einst und Jetzt ״Palestine and Middle East“ veröffentlicht eine Abhandlung des Archäologen M. A w i - J 0!1 a über die Vergangenheit des Negew, die ein besonderes Interesse beanspruchen kann, da die Frage der Möglichkeit der Erschließung dieses Gebietes. in letzter Zeit im Zusammenhang mit dem Teilungsplan lebhaft diskutiert worden ist: Die Ucberreste der Vergangenheit im Negew zeigen, daß es dort in der Vorzeit sowohl Städte wie Dörfer gegeben hat. Diese alte Kultur war aut einer sorgfältigen Bewirtschaftung des Wassers aufgebaut. An mehreren Stellen wurden in den Tälern große Staudämme errichtet, die das Regenwasser aufspeicherten. Bis heute kann man die Ueberreste solcher Dämme feststellen, von denen einer 24 m lang, 11 in hocii und 8 m breit ist. Die Seiten der Täler waren durch Steinpflasterung gesichert. Audi in die Felsen hat man riesige Zisternen gehauen, von denen eine, die eine Tiefe von 40 m hat, eine halbe Million Gallonen Wasser enthalten kann. Man findet auch heute noch Ueberreste alter Wein- 1md Oelhaumkulturen in der Wüste und in ihrer Nähe noch Reste von Häusern und Keltern. Es sind ferner Reste von sechs Städten aufgefunden worden, deren Gesainthevölkerung man auf etwa 70 000 Menschen schätzt. Die Stadt- und Dorfbevölkerung zusammen dürfte damals etwa 100000 Menschen gezählt haben. Heutzutage gibt es in diesem Gebiete überhaupt keine seßhafte Bevölkerung, sondern nur etwa 50 000 Nomaden. Die Ueberreste alter Wege, die von Arabien und den Mittelmeerländern bis nach Akaba führen, zeugen von einem ehemals blühenden Handel. Zur Zeit des byzantinischen Kaiserreiches verlief hier die Hauptader des Handels zwisehen den Ländern des Okzidents und Indien und China. Die geplante Wiederbelebung Aka bas wäre also nichts anderes als die Wiederholung vergangen or Vorgänge. Man hat versucht, die Verödung dieses Gebietes aus klimatischen Veränderungen zu erklären. Neuere Untersuchungen stellten aber fest, daß sich diese Theorie durch nichts erhärten läßt, und daß der Niedergang dieses Gebietes allein auf die Vernachlässigung der Bewässerungsanlagen zurückzuführeii ist, wie es ähnlich ja auch in anderen orientaiischcn Ländern im Zusammenhang mit der Veränderung der politischen Verhältnisse und der Verlegung der Handelsstraßen sich vollzog. tungen für die Verwertung der Gurken zusammen mit anderen Pflanzen. Feldman bemerkt, daß nicht viele Literaturen sich einer so eingehenden, einer Pflanzenart gewidmeten Monographie rühmen können. Das Buch enthält viele Zitate, aus der alten hebräischen Literatur. An zweiter Stelle; nennt der Artikel ein Buch von David IJ r i, das der Ge-r fiiigelzucht gewidmet ist. Ein Buch über Geflügelzucht von M. L e w i n erschien vor zehn Jahren. Aber seither ist die Geflügelzucht ein sehr wichtiger Zweig der palästinensischen Wirtschaft geworden, so daß das Erscheinen eines neuen Handbuchs sehr gerechtfertigt ist. Aus der Feder von J. Kalugai erschien k 1 v'F'1 ein Buch zur Geschichte der Chemie ״Die sieben MetaMe“, ein Stück Kulturgeschichte. Innerhalb der palästinensischen Jugend besteht bis heute kein besonderes Interesse für die Geschichte der Kultur und dieses Buch ist geeignet, dieses Interesse waehzuriifen. Die Schabbatfeiern in Palästina und in der 6aluth In der neuen in Jerusalem erscheinenden orthodoxen Zeitung ״Hazofe“, welche später in eine orthodoxe Tages- Zeitung umgcwandelt werden soll (jetzt erscheint sie dreimal wöchentlich), vergleicht J. L. Taubmann die Schah* batfeier in Palästina mit der in der Gahitli: .Man hat viel* fach von orthodoxer Seite den palästinensischen Jischuw angegriffen, weil seine Schabbatfcier nicht religiös genug ist, und hat die zionistische Orthodoxie beschuldigt, weil sie nicht energisch genug in ihren Forderungen in bezug auf die Heiligung des Schabbat ist. Besonders Juden aus der Gaiuth, die für einige Zeit nach Palästina kommen und feststellen, daß der Schabbat zu einem weltlichen Ruhetag ge* worden ist, ergehen sich in solchen Beschuldigungen. Aber es genügt, die Schabbatfcier in Palästina mit der in der Diaspora, auch in den jüdischen Zentren überall, zu vergleichen, um zu einem anderen Urteil zu kommen. Der Verfasser berichtet über die Schabbatfcier im jüdischen l ernberg: die jüdischen Tageszeitungen ‘erscheinen am Schab* bat dreimal, als wäre es’ ein Werktag, und der Inhalt der Zeitung unterscheidet sich in nichts von dem am Wochentag. Die jüdischen Rechtsanwälte gehen ihrem Beruf nach wie am Werktag, selbst die Schabbatbrote werden auf der Straße am Freitag nach dem Gottesdienste verkauft, zur Abend* stunde, wo schon längst aller Handel und Wandel zu Ende sein sollte. Wie ganz anders ist das alles in Palästina! Der Schabbat ist der einzige Ruhetag der Juden, sie müssen in dieser Beziehung• keinerlei Konzessionen an die nichtjüdische Umwelt machen. Die Menschen sollen ruhen, die Aemter und Büros sind geschlossmi, auch die Postämter in Tel Aviv und in den jüdischen Kolonien sind geschlossen. Trotz aller berechtigten Beschuldigungen im einzelnen muß gerade der orthodoxe Jude einsehen, wie himmelweit der Unterschied zwischen Palästina und der Gaiuth in bezug aut die Bewahrung der jüdischen Religion ist. In der Zeitschrift ״Folia Clinica“, die im Omanuth-Verlag, Tel Aviv, erscheint, wurde ein Aufsatz von Dr. E. Lasowski (Ejn Cliarod) ״Zur Furunkulosefrage in Palästina“ veröffentlicht. (Schluß des Palästinateih) 50 SW Hilf mit durch Deine Spende für den Keren Kajemeth Lejisrael 100000 Dunam Boden in Obergaliläa sollen jüdisch werden! Postscheck •Konto Berlin 282 47