Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 79 (5.10.1937)
- Date
- 1937-10-05
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 79, 5. OKTOBER 1937 AUS DEM REICH Breslauer Chronik Von unserem Berichterstatter Gemeindeieber!. In der letzten Monatssitzung des Vereins jüdischer Lehrer in Schlesien sprach Prof. Dr. Heinemann über den Begriff der T’schuvvah, den er vom biblischen, rabbinischen und hellenistischen Standpunkt, beleuchtete. — Zu einer seltenen Feier hatten sich die Gemeindekörpcrschaften auf dem Friedhof Claaßenstraßc, der der erste jüdische Becrdigungsplatz in Breslau war und seit 1857 nicht mehr benutzt wird, versammelt. Der Friedhof liegt heute inmitten der Stadt und diente kürzlich der Bei- Setzung von etwa 150 Leichen, die wegen einer baulichen Veränderung der Stadt umgebettet werden mußten. Rabbiner Dr. Hot f mann hielt die Ansprache, Rabbiner Dr. Vogelstein sprach das Kaddisch und Kantor Ros hasch sang das EI mole rachamim. — Breslau besitzt seit 1033 eine eigene ״hvria“. Dafl alle diese Banken im Reich Wirtschaftlieh und rechtlich voneinander unabhängig und daher durch den Berliner Zusammenbruch unberührt sind, ging bereits durch die jüdische Presse. Das Breslauer Institut hat seit seiner Gründung eine gesunde, ständig aufwärtssteigende Entwicklung genommen. Gerade nach dem Bekanntwerden der Berliner Ereignisse hat sich gezeigt, daß das Vertrauen der jüdischen Oesrhäftswelt zur Breslauer Iwria nicht im geringsten erschüttert ist. Zionistisches Leben. Während des Kongresses gab Dozent Dr. Urbach ln׳i einem informationsabend der Broslauer Zionistischen Vereinigung einen Ausschnitt aus den vorliegenden hebräischen Berichten. N'nc'n dem Kongreß sprach der Breslauer Kongreßdelcgierte und Ortsgruppenvorsitzende, Rechtsanwalt I)!-. Walter Lux, in einer überfüllten Kundgcbiing über die Ergebnisse des Kongresses. Er beschäftigte sich eingehend mit dem Teilungsproblcin und legte die Gründe dar, aus denen die Mehrheit des Kongresses der Wcizniannsehen Politik /!!gestimmt und der Exekutive weitere Vollmachten erteilt habe. Die Worte des Kongreßdelegierten unterstrich Dr. Berg in seinem Appell zur Tischriaktion. —• Rabbiner Brill ing sprach im Herzl-Club über ״Jüdische Famiheiiforsduing•־. Kulturelles Leben. Das Breslauer kulturelle, wissenschaf11 iche und künstlerische!,eben steht nach den bisher veröffentlichteu Programmen und Vorlesungsverzeichnissen vor sehr wertvoller Arbeit. Abgesehen von dem in allen Disziplincn mit Lact!Vorlesungen ausgestatteten Verzeichnis des j ii d i s e 11 - T h e o I o g i s c 11 e 11 S e m i n n r s und den Plänen der Vereinigungen interessiert das Vorlesungsverzeichnis des Breslauer J ti d i 5 c h e n Lehr h aus es. In ihm nimmt Erez Israel von der Vorgeschichte (Doz. Dr. Urbach) über die Tempelzcrstörungen und ihre Folgezeiten (Qcm.-Rabb. Dr. Vogelstein) zur modernen Landeskunde (Dr. W. Cohn) und Literatur (Rabb. Dr. Geld) eine besondere Stellung ein. Jüdisch-religiöse Lebensanschauung (Doz. Dr. Lewkowitz), Juden in der Literatur (Dir. Dr. Abt) und moderne, jüdische Kunst (Dr. L. Aschheim) sind die übrigen jüdischen Vortragsfolgen. Für die allgemein-wissenschaftlichen Fächer haben sich Prot. Dr. Löwi (Psychologie), StRt. i. R. Rose Bluhm (Biologie) und StRt. i. R. A. Cohn (griech. Philosophie) zur Verfügung gestellt. Zwei musikalische Gemeinschatten werden von Dir. Karl Adler (Stuttgart), Erich Werner und Dr. Riesenfeld geleitet. — Der Jüdische Kulturbund wird weiter in Gemeinschaftsarbeit mit dem Hamburger Kulturbund und den jüdischen Kleinkunstbühnen stehen. Zu Beginn der Wintcrarbeit hielt Julius Bah (Berlin) einen Vortrag über das Shylockproblem. Nach seiner Dar- Stellung habe Shakespeare den tragischen Ernst der Figur Shvlocks in seinen ursprünglich als Lustspiel gedachten ״Kaufmann von Venedig“ hineingesteilt. — Der Jüdische Musikverein, dessen erstes Orchesterkonzert Kapellmeister Berthold Sander (Berlin) leitet, hat auch seine Vorschau veröffentlicht. Das Konzertprogramm sieht u. a. Werke Mendelssohns (1. Symphonie C-Moil), Mahlers, Verdis, das Programm des Chores Oratorien von Carissimi (״Jephta׳‘), Händel (״Samson“) vor. Werke jüdischer Komponisten der Gegenwart fanden weitgehende Berücksichtigung. Fritz Günter Nathan Ankündigungen Aschersleben! Am 12. Oktober, 20.30 I hr, Gempindfveranstaltung: Vortrag Dr. Max Flesch, Hamburg: .,Der jüdische Sinnt — Emie einer Illusion oder neue Wirklichkeit?■‘ im < Icmeiralchnus. Dortmund: ZOO. Am 6. Oktober, Gemeindehaus 20.30 l’lir. Kund• gebung mit Dr. Neubörger, DiKseldorf. und Rabb. I)r. Philipp, W.- Elberleid: ,.Per jüdische Staat —- Ende einer llhidon oder neue U irklichkeit? — Nach den Tu״rn von Ztirith“. — Frankfurt a. M.t Ge-cUs.haf! für jüdische Volksbildung. Anläßlich des *töjahiigcn Be- Mehcn.v der Jüdischen ilnudiahunrpschule Kuhrung mit Besichtigung der Schulnurslellung am 6. Oktober, 18 I hr. (,)uinckestraße 20. —• Am 10. Oktober, 20.30 Ehr, Westendsynagoge, religiöse Weihestunde. Rabb. Dr. L, Neuhaus wird über den Talmud sprechen. — Jüdisches Lehrhaus. Im Oktober!*•ginnen folgende Lehrgänge: Am 9. Oktolrcr Buber: Einleitung-vortrag. Am 11. Oktober Werner: Englisch und Französisch; Lcilxmitz: Psalmen: Fink: Gesundhcitslchre: Jolowicz: Liter. Arbeitsgemeinschaft; Flörsheim: Grundlchrgang; Salonton: Stil der slawischen Musik; Neuhaus: Misclma Megillah. Am 12. Oktober Flaut: Ernährung, Gesundheit. Krankheit; Philipp: Einführung iu Hamlet; Kantorowica und Pomcranz: Lektüre des Peel-Berichtes; Messerer: Tschcrnichow.ski: Gundcrshcimer und Schönlrerger: liidisehe Kunstdenkmäler; Krämer: Erzichungsfragcn; Krämer: Werkarbeit für Kinder (Anleitung); Lantos: Anleitung zu Bewegungsspielen; I.aquer: Arbeitsgemeinschaft zur Fortbildung von Kindergärtnerinneu und Jugcndleitcritmen; Auerbach: Sprechen als Kunst. Am 13. Oktober Gundcrshcimer: Geschichte der bildenden Kunst: Weil: Llnüibrung in die Psy! hologie; Horowitz: Maimonirles; Neumann: I.ilcralurwirtscliaft und -Soziologie. Am 14. Oktober Strauß: Bibellektiire; Strauß: Dante: Werner: Englisch: Dienemann: Jüdische Geschichte. Am 18. Oktober Matzdorf!: Recht der Handwerker und Gewerbetreibenden. Am 19. Oktober Kantormviez: Einführung in die Jüdi.-ehc Wohlfahrtspflege. — Am 20. Oktober Rieß: Yergl. Betrarhtung der Künde; Salzburger: Leiden und Erlösung in den Weltrcligioncn. Am 23. Okt. Eppstein: Der Lebcnsr.itmt der Juden. Am 25. Okt. lle-chcl: Mose in der Krisis. — Gelsenkirchen: ZOG. Am 6. Oktober, 20.30 Ehr, Geinc-indeheim, Therc-ien-.tr. 5. Vortiag Rabb. Dr. Rothschild, Saarbrücken: ,.An einem Wendepunkt jüdischer Geschichte“. — Hagen: ZOG. Am 10. Oktober Kreistagung für den SUdwestfälischen Bezirk Im Gemeindehaus, Potholfstr. 16. Beginn! 10.30 Uhr. Es sprechen: Benno Sichel, Hagen: ״Bedeutung und Wego der zionistischen Arbeit — heute“; Erich Frank, Dortmund: ״Zur bevorstehenden Arbeitsperlode des KKL"; Dr. Fritz Ikenberg, Düsseldorf! ״Neue Etappe zionistischer Politik". — Hannover: Jiidischer Kulturbund. Am 9. und 10. Oktober, 20.15 Uhr, Liederabend Hermann Seher (am Flügel: John Mandelbrod). um! zwar in der Turnhalle lierg.lraßc. — Iserlohn: ZOG. ,.Am 7. Oktober, 20.30 Uhr, in der •Ss nagngc Vortrag l.)r. Fritz Ikenberg, Düsseldorf: ״Der jiidisehe Staat . Ende einer Illusion — oder neue Wirklichkeit? —' Nach den Tagen von Zürich“. -- Leipzig: ZOG. Am 11. Oktober 20.30 Dir. Mitgliederversammlung. Vortrag Dr. Max Ide.sch, Hambürg: ,.Oer Jüdische Staat vor der Verwirklichung?“ Jüdisches Jugendheim, El-.tcr.str. 7. Mannheim: Das Jiid. Lehriiaus voranstabet im Oktober folgende Vorlc-ungen: Rabb. Dr. Dauer: Die kleineu Propheten: Jona, am 18.( )kt., 21 Uhr, E 7, 28, Dr. Margulies: Neuhfbraisehe Literatur, Acluul llaam, am 5. Oktober, 21..15 Uhr, E 7, 28. l)r. Otto Simon: Reiht, und Wirtschaft in Palästina und Diaspora, am Donnerstag. 20.30 Ehr, in E 7, 28, Z. 16 (hat bereis begonnen). Frau Dir. Grünbaum: Jugend pflege und Jugenderziehung, am 6. Ok•!ober. 20.30 Uhr. in E 7, 28. An Veranstaltungen ist ein Vortragsabend von Dr. Eduard Strauß, Frankfurt am Main, vorgesehen. Dis: Freitagabend leiern für die lugend beginnen am 5. Xov-ember, 20.30 Uhr, in Q 2, 16. — München'! ZOG. Am 6. Oktober, 20.15 Uhr, im Sitzungssaal der Gemeinde, Dr. Siegfried Keßler: ..(laliläa — Geschuhte und neuer Aulbau'‘, Vorführung des Bildstreifens ״Hagalihi־‘. — M.-Gladbach: ZOG. Am 5. Oktober, 20.30 Uhr, Gemeindehaus, Ludendorlfstraßc 54, Vortrag Rabl). Dr. Rothschild, Saarbrücken: ״An einem Wendepunkt jüdischer Geschichte“. — Recklinghausen: ZOG. Am 6. Oktober, 20.30 Uhr, Kundgebung, Gern( indchaus. Am Polizei- Präsidium 3, Erich Frank, Dortmund: ,.An einem Wendepunkt jüdischer Geschichte“. .Anschließend Abschiedsabend für Lehrer i. R.!’!am. — Stargard (Pommern): \m 7. Oktober, Speirher.-traße 15; ״Nach dem XX. Zionistcnkongrell". Ein Siiuatloiisberii'lit, Referent: Georg Kopvdlowski, Stettin. Anschließend Vorhilmmg des KKL- Bildstreifens Hagalila. — Zwickau: Am 9. Oktober, 20.30 Uhr, Gemeindeveranstahung: Vortiag Dr. Max Flesch, Hamburg: ״Der jüdisehe Staat — Ende einer Illusion oder neue Wirklichkeit?“ BRESLAU y-—. 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