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Jüdische Rundschau · 1937-10-05 · Heft 79 (5.10.1937) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 79 (5.10.1937)
Date
1937-10-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JDDISCHf RUNDSCHAU Nr. 79, 5. X. 1937 Die große Gefahr: Verzögerung! Von C. Z. Kloetzel, Jerusalem Die nachstehende Warnung scheint uns gerade in einem Moment am Platze, tue durch das energische Durchgreifen Englands gegen die palästinensischen Aruberführcr bei vielen der irrige Eindruck entstehen könnte, ah »eien die Widerstände gegen das Jüdische Xalimudheim jetzt niedergeachlagen, Man braucht nicht mit allen Einzelheiten der Ausfallrungen Klötzels ühereinzustimmen, aber die Meinung, daß das Angebot des Judenstaates auf Grund der Teilung in Anbetracht der tatsächlichen Verhältnisse (zu denen auch die englische Politik und Englands weltpolitische Situation gehören) und mangels einer anderen einleuchtenden ,Alternative eine maximale Chance bietet, wurde in der ״J. II." in den letzten drei Monaten wiederholt ausgesprochen und begründet, (Red.) Vor fast genau einem Jahr, unmittelbar vor Abreise der Peel-Kommission nach Erez Israel, veröffentlichte der Schreiber dieser Zeilen einen Artikel: ״Zum anglo-ägvptlschen Vcftrag״*), der sich mit einer bedeutsamen Wandlung in der britischen Imperiums-Politik befaßte. Das Abkommen zwischen England und Aegypten wurde als Musterbeispiel hingestellt jener neuen politischen Technik des ״Da 11 ast* A b w erlens", mit der England überall den außenpolitischen Druck, der auf ihm lastet, zu mildern sucht, ״Man besinnt sich aut das unerläßliche Minimum, das man braucht — und gibt alles andere mit Eraide-ri preis.‘1 Es wurde gezeigt, wie dieses Prinzip gerade ii 11 Nahen Orient mit allen! Nachdruck angewandt wird. .Man gab das Mandat über den Irak auf, und begnügt sich dort mit dem allein Wichtigen: der Sicherung des Luftweges nach Indien und Australien durch ein englisches MiiiurfliegciTager. Man beseitigte in Aegypten auch die letzten Spuren der einstigen ״Okkupation״ und konzentriert sich aut den unmittelbaren militärischen Schutz des Suez-Kanals. Wir fragten damals: ״W' i r d man in Pa- I a s t i 1! a die Politik des Bnllast-Abwerfcns fortsetzen? (utiurl das Jüdische Nationalh e 1 m z 11 d i e s e in B a i 1;1 s t o d e r nicht?“ Die Peel-Kommission, die sieh zu jener Zeit, als diese Frage gestellt wurde, gerade auf den Weg machte, hat inzwisiI!ett eine Antwort gegeben, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig laßt. Man hat weiter Ballast abg «worfen: d a s I* a 1:1 s t i 11 a - M an d a t i & t über Bord gegangen! England ist im Begriff, auch in Palästina seine Verantwortlichkeiten auf jenes Minimum hetab/tiilriicken, ohne die eine Verfolgung seiner vitalen Interessen nicht mehr möglieh •wäre. Das ganze imposante Feuerwerk der Argumentalion des Peel-Rcp-ortcs für die These, daß das Mandat tutdurchführbar sei, sollte uns nicht einen Moment den Blick dafür trüben, daß diese These mit einer Genauigkeit, die kein Zufall sein kamt, in der Linie der allgemeinen briti- *eben Politik liegt. Hierin — und nicht in seinen Einzelheiten — liegt die schicksalhafte Bedeutung des Teilungsplanes für um. In Erez Israel setzt sich fort, was im Irak und in Aegypten begonnen wurde, Wie weit es sich fortsetzen wird, ist heute nicht vorauszuschen. Aber solange der heutige Schwebezustand in Ercz Israel anhält, solange nicht hinsichtlich seiner eine Entscheidung gefällt und durch geführt ist — solange besteht die Gefahr, daß in einem Augenblick extremer politischer Schwierigkeiten der ganze Gedanke des Jüdischen N’utionalhcims als ״Ballast״ über Bord geworfen wird. * Darum ist nichts in unserer augenblicklichen Situation So erschreckend, als die L a n g s a m k e i t der Prozedur, mit der der Teilungxplan durchgeführt werden soll. Denn was uns heute geboten wird, stellt ein Maximum dar, das zu vermindern solange die Versuchung vor liegen wird, che wir das heutige Angebot verbrieft und versiegelt haben. Wenn wirklich zwei bis drei Jahre vergehen sollen, ehe der Teilungsplan dtircbgeiührt ist, wenn auch mir ein Jahr vergellt, die seine I faupt/iige endgültig fest liegen, *o braucht man kein Prophet zu sein, daß sich inzwischen die Scltwierigkeiten Englands überall au! dem Globus erheblich gesteigert hallen werden und daß dcir.entsprt'diend sein Bedürfnis, Ballast abzuwerfen, sich, steigern wird. Das Gefährliche für uns ist der Zustand der l'ncnlMdiiedciiheh. Das Mandat ist im politischen Sinne tot, der Jndem-taaf noch nicht geschaffen. Es sind stärkt׳ Kräfte am Werk, sei״ Entstehen zu vorhind e rn , tmcl diese Kräfte werden stärker, und nicht schwächer. Es wäre töricht, die neuerliche Haltung Aegyptens zu unterschätzen und die Tatsache übersehen zu wolien, wie still es in letzter Zeit um den l”7mir Abdullah und im Kreise der Clique seiner ״Königsmacher‘• geworden ist. Die arabische Welt ist einig in ihrem Kampf gegen die Teilung, und sie ist eine!Macht, mit der England rechnen muß. Man bat dieser Macht bisher das Mandat über den Irak und die Okkupation Aegyptens geopfert. Mart opfert ihr jetzt das Palästina- Mandat, Wer ist optimistisch genug, die Garantie dagegen zu übernehmen, daß ihr eines Tages auch das Jüdische Nationalheim“ geopfert werden könnte, wenn der jüdische Staat nicht bald Wirklichkeit wird? ״Aber das ist doch nicht möglich!“ werden viele ant- Worten, ״Man hat uns doch Immer gesagt, England brauche Palästina und die Juden in Palästina. War denn das alles nicht wahr?“ Nun, 711m mindesten haben viele von uns es einmal ehrlich geglaubt, aber es scheint, daß wir uns geirrt haben. Daß England die Jude n in Palästina braucht, ist uns inzwischen schon zweifelhaft geworden; auch unsere hemmungslosesten Träumer beziehen nicht mehr die ״jüdische Wacht am Suczkanal“, Heute aber gibt es in England schon Stimmen, die den Suezkanal selbst im Notfall für — entbehrlieh hallen. Was braucht dann England noch ist Palästina? Allenfalls einen Flughafen; den ״Kriegshafen“ Haifa nicht mehr — denn was wäre im Mittelmeer durch die Flotte dann noch zu schlitzen? In einer sehr bekannten englischen Monatsschrift stand kürzlich ausgeführt, zur Not könne Engfand auch wieder die Route über das Kap nach Indien und Australien atifnehmcn; die schnellen Schiffe von heute ließen den Zeitverlust erträglich erscheinen. Man braucht daran* noch keine übertriebenen Schlüsse zu ziehen, aber nach einer Bereitschaft rum Kampf auf Leben und Tod tun den Suezkanal klingt es gerade nicht. Kurz zusammengefaßt: die Zeit arbeitetmit allen ihren Faktoren gegen uns! Englands Politik des *) Vgl. ״Jüdische Rundschau״ Nr. 83 vom 16. 10. 1936. Schiffahrt und Hafenarbeit Aus Tel Aviv wird uns geschrieben: Der ״Dawar“ veröffentli«ht folgenden Ueberblick: In dieses Jahr, das jetzt abgeichlowen ist, fällt die Vollendung des Tel-Avivcr Landungsstegs und der Bau des Bootshafens in Tel Aviv. Es wurde erreicht, daß sich die Juden an der Transportarbeit im Haifaer Hafen als Lastträger bcteiligen konnten. Das Fischereigewerbe, da* bei den luden darniederlag, erhielt einen neuen Aufschwung. Die Jüdische Schiffahrt auf dem Toten Meere wurde entwickelt und auf dem Kineret h see wurde sie von Juden neu aufgenommen. — Im einzelnen i*t zu berichten, daß der Tel-Aviver Hafen *ich großer Popularität erfreute. Trotz der schlechten Zeiten wurde in diesem Jahre für ihn ein Aktienkapital von £ 50 000 aufgebracht und dies meist von kleinen Zeichnern. Zehntausende aus Tel Aviv und anderen Orten des Landes besuchten den Hafen, um ihn zu besichtigen. Die Hafenarbeiter gewannen immer mehr Uebung in ihrer Arbeit. Das Verladen der Zitrusfrüchte und vieler Importgüter verlief durchaus zufriedenstellend, Tel Aviv hat schon heute den niedrigsten Versicherungssatz von allen Häfen des Landes für das Ausladen von Glasplatten, da Brüche kaum Vorkommen. Die Verwendung von Motorbooten und anderen mechanischen Behelfen war von wesentlichem Vorteil für die Arbeit. Der Tel-Avivcr Hafen zählt jetzt 400 Hafenarbeiten Dazu kommen noch 150 Bauarbeiter, die dort Beichäftigung haben und viele Arbeiter, die für den Hafen in Werkstätten und Fabriken arbeiten. Die Zahl der in Tel Aviv verladenen Tonnen war größer als in Gaza oder in Akko, aber sie erreichte noch nicht die Zahl von Jaffa. Eine große Zukunft hat die Bootsindustrie. Eine Bootswerft befindet sich im Hafen, die fünf Boote gleichzeitig bauen kann. Außerdem gibt es noch drei andere Werften und sogar mit dem Bau von Motorbooten will man jetzt in Palästina beginnen. Auch auf dem Toten Meer gibt es jetzt eine Bootswerft und In Haifa macht man Bootsreparaturen. — Die jüdische Schiffahrt hat dieses Jahr durch den Verlust des Schiffe• ״Tel A v i v“ eine starke Einbuße er• litten. Auch die Gesellschaft Atid, die bisher vier Last• dampfer betrieb, hat sich in diesem Jahre verkleinert und betreibt nur noch drei. Die Bemannung ist zum größten Teile jüdisch. Die Gesellschaft leidet sehr unter der Konkurrenz griechischer und ägyptischer Dampfer. Am erfolgreichsten arbeitet der L I o y ah a i a m i h a a r z i j i s r a e 1 i, der einem rumänischen Juden gehört. Er betreibt zwei Last- und Personendampfer, die von Konstanza nach Palästina fahren. Auch hier ist die Bemannung zum größten Teile jüdisch. Das Unter• nehmen arbeitet mit Gewinn und seine Erweiterung wird geplant. — Die Fortschritte des Jahres hielten nicht mit dem Bedürfnis und den Möglichkeiten Schritt. Um dem Unternehmen einen Auftrieb zu geben, wurde in Palästina eine ״M c e r e s - L i g a“ gegründet, die schon jetzt etwa 7000 Mitglieder zählt. Ballait-Abwerfens, der verstärkte arabische Widerstand, die verminderte Bedeutung Palästinas für England: das alles wirkt um so stärker gegen uns, je länger die Entscheidung hinausgezögert wird. Wir können nach menschlichem Ermessen von der nächsten Zukunft nicht mehr erwarten, als die Gegenwart uns bietet. Wir müssen fürchten, daß bei längerem Warten das Angebot reduziert wird. Erez Israel gleicht heute den sybillinischen Büchern, von denen Band um Band ins Feuer fliegt, solange der Käufer sich nicht entschließt, zuzugreifen. * Was also ist zu tun? Zweierlei. Einmal müssen wir uns endgültig darüber klar sein, daß der Teilungsplan eine letzte Chance ist und daß ihn ablehnen bedeutet, sich vom Boden der Politik entweder in die mystischen Höhen des Irrationalismus zu heben, der ein Wunder erwartet, oder blindlings Ins Dschungel des politischen Abenteuers .zu stürzen. Die Führung sollte mit aller ihr zu Gebote stehenden Macht dieser Erkenntnis zum Durchbruch verhelfen. Denn: erst wenn im eigenen Lager das menschlich begreifliche, politisch aber unverantwortliche Nein- Sagen zum Schweigen gebracht worden ist, kann die politische Leitung England sagen: ״Macht schnell! Wir brauchen den Judenstaat nicht in drei Jahren, sondern — morgen!*‘ Zweitens aber soll die Leitung dem jüdischen Volke die Gefahr in ihrer ganzen Oröße vor Augen führen und soll die Erkenntnis dieser Gefahr zu einer Kraftquelle machen, ausder eine bisher nie erreichte Leistung für Erez Israel entspringt. Man soll dem jüdischen Volke nicht sagen: ״Noch einen entscheidenden Schritt — und ihr habt gewonnen!“, denn das wäre nicht wahr. Man soll ihm sagen: ״Wenn ihr jetzt nicht eine äußcr*te Anstrengung macht, stehen wir in Gefahr, alles zu verlieren. Leistet ihr das äußerste, so ist damit zwar noch keineswegs die Gefahr gebannf. Schafft ihr aber jetzt den jüdischen Staat, wie klein und unzulänglich er auch immer sein mag, so werden wir aus Baliast, der jeden Augenblick abgeworfen werden kann, zu einer wenn auch noch so geringen lebendigen Kraft im Spiel jener anderen Kräfte, die heute unser Schicksal bestimmen. Wir haben nur die Wahl zwischen einem Schlußpunkt hinter allen unseren Hoffnungen und all unserer bishörigen Arbeit — und einem neuen Ausgangspunkt.“ Mehr kann man nicht sagen; mehr darf man nicht sagen: so stehen die Dinge wirklich. Aber es wird genügen für alle Juden mit einem gesunden, natürlichen Volksempfinden. Wenn die zionistische Leitung nicht davor zurückschrickt, die ganze Gefahr des Augenblicks riiekhaftlos zu zeigen, so wird sic vielleicht bei manchen Kreisen selbst innerhalb der Zionistischen Organisation des Defaitismus geziehen werden. Im jüdischen Volk aber wird sie jenen untrüglichen Instinkt wecken, der Ihm sagt, daß es um Sein oder Nichtsein geht. Arabische Solidarität. Bei einer privaten Veranstaltung in London waren, wie der Zeitschrift ״Great Rritain and the East“ vom 30. September zu entnehmen ist, der Prinz Sait ul Islam von Jemen und die jemenitische Krönungsdelegation zu Gast geladen. Auch der irakische Oesandte und andere Persönlichkeiten waren anwesend. Der Prinz sprach über Palästina und sagte, daß alle Moslerns in der Welt mit den palästinensischen Arabern sympathisierten und nicht ruhen würden, bis die Palästinafrage ohne Beeinträchtigung der bürgerlichen Rechte der Araber gelöst sei. In früherer Zeit hätten sich viele Araber und Moslems nicht für die Palästina - Frage interessiert, aber die neueste Entwicklung dieser Frage habe die ganze moslemische Weit a u f ge w e c kt und einmütig in ihrer Unterstiltzung eines arabischen und moslemischen Palästinas gemacht. Als Araber, der sowohl das Interesse Palästinas als auch Englands im Herzen habe, denke er keineswegs pessi• mistisch über die Palästinafrage. Der einzige Weg, sic zu lösen, sei, die Majorität der Araber anzuerkennen und die jüdische Einwanderung einzustellen, Sympathie mit den Juden dürfe nicht die Rechte der Araber beeinträchtigen. Kein Araber würde zulassen, daß die zionistischen Ziele auf »eine Kosten verwirklicht würden, — Es sprach ferner noch der Inder Jusut Ali, der feststellte, daß die Indischen Mos-!cm! die Araber Palästinas unterstützten. Der größte Teil des fruchtbaren Landes Palästinas sei den Juden gegeben, und ohne fruchtbares Land könne der arabische Staat nicht existieren. In arabischen Oppositionskreisen ist ein Gerücht in Umlauf, wonach der Name des Führers der Nationalen Vertcidigungspartel, Nashashibi, von der Terroristengruppe, die den Mord an Andrews veranlaßt hat, auf die schwarze Liste ihrer vorgemerkten Opfer gesetzt worden ist. Als der moslemische Richter Zaki Daoudi nachts im Auto von Belsan nach Jeitin fuhr, feuerte ein Terrorist drei Schüsse aut ihn ab, ohne ihn jedoch zu treffen. Von der Woche Die Leitung des Tel-Aviver Hafens kündigt an, daß Hunderte zusätzliche Arbeiter zum Beginn der Zitrus* Exportsaison, die im Dezember einsetzt, eingestellt werden sollen. Für den Leichterdienst stehen 80 Boote zur Verfügung, darunter 10 Motorboote, die in Palästina hergcstellt worden sind. Das neue Bassin für Leichterbarken sowie neue Warenschuppen befinden sich im Bau. Das Direktorium der Anglo-Palestine Bank Ltd. kündigt die Ausschüttung einer 4 «bigen Interimsdividende für das erste Halbjahr 1937 auf gewöhnliche und ״A“-Aktion, fällig am 18. Oktober 1937, an. Die Ucberschrcibungsbücher werden für die Zeit vom 11, bis itikl. 18. Oktober gesperrt. Das palästinensische Amtsblatt hat die Erhöhung des Aktienkapitals der Palestine Electric Corporation von 2 500 000 aut 4 Millionen Pfund durch Ausgabe von 1500000 Aktien zu 1 Pfund bekanntgegeben, ltn Juli und August wurden dreizehn private und zwölf andere Gesellschäften mit einem Kapital von 24 500 bzw. 91 000 Pfund eingetragen. Sieben bestehende Gesellschaften haben ihr Kapital von 50 100 auf 137 500 Pfund erhöht. Die öesamthöhe der in letzter Zeit amtlich bekanntgegebenen Investierungen beträgt 202 900 Pfund. Die palästinensische Eisenbahnverwaitung hat beschlossen, den Bannverkehr z.wischen Haifa und Lydda wesentlich zu verbessern, um der verstärkten Konkurrenz der Autobusse nach dem nunmehr fertiggestellten Bau der neuen Chaussee Tel Aviv—Haifa begegnen zu können. Die Palästina-Regierung hat ihre Zustimmung zu der Ge- Währung von langfristigen Darlehen an 862 Personen gegeben, deren Mehrzahl arabische Dorfbewohner itt den Bergen sind. Die Darlehen, die insgesamt £ 23 772 ausmachen und teilweise durch Kooperativen zur Auszahlung gelangen sollen, werden hauptsächlich für Urbarmachung von Böden und Anlagen von Obstpflanzungen verwendet werden. ״El Dschamea e! Islamia“ meldet, daß an der Klagemau er ein Jude verhaftet worden sei, der dort photographische Aufnahmen gemacht hatte. Der Apparat sei von der Polizei konfisziert worden. Im Alter von 74 Jahren ist in Tel Aviv der Nestor der hebräischen Lehrerschaft Palästina«, Mosche Epstein, gestorben. Der Verstorbene, der sich vor fünfzig Jahren in Palästina niedergelassen hatte, hat die Grundlagen zu dem jüdischen Schulwesen in Erez Israel gelegt. Kunstausstellung auf dem Karmel. Am 9. September wurde die erste Ausstellung der Werke der auf dem Karmel lebenden bildenden Künstler eröffnet. Der Protektor der Aus- Stellung, Distriktskonimissar Mr. Keith-Roach, besichtigte ein* gehend die Kunstwerke, etwa 60 an der Zahl, zu denen noch eine Reihe von Kimstpliotos hinzukommen. Mr. Keith-Roach beglückwünschte die Künstler mit warmen Worten und be* grüßte die zahlreich erschienenen Gäste. Im Anschluß an Mr. Keith-Roach folgten Ausführungen von Dr. Josef Käst ein über Kunst und Geschmack. Natürlich zeigten die Künstler in der Hauptsache Karmellandschaften, und es gewährte einen besonderen Reiz zu sehen, wie verschieden gleiche Landschaffen *von den einzelnen Künstlern wiedergegeben werden. Folgende Künstler sind an der Ausstellung beteiligt: Ruth Jonas Bartl in, die ihre Ausbildung in Amerika erhalten hat, tritt mit Oelbildern und Aquarellen hervor, von denen das Porträt ״Concetta“ und das Aquarell ״Brooklyn-Bridge“ be* sonders erwähnt werden muß. Die Künstlerin wird in diesen Tagen noch bildhauerische Arbeiten zeigen. Dora Freudenrcich fällt durch ihre flotte, fast männliche Note auf, die sieh im Aquarell und in Zeichnungen kräftig ausdrückt. Als weitbeste unter ihren Arbeiten muß eine Zeichnung ״Ein früh Vollendeter“ gelten. Die Del- und Aquarellgemäkie von Ester K 1 e I n m a 11 n verraten hervorragenden Geschmack und ein bedeutendes Können. Hohe Begabung spricht aus den Plastiken des Bildhauers Meyer-Michael. Er hat auch ausgezeichnete Fälligkeiten in seinen Pastell- Zeichnungen bewiesen, besonders fesselt die Wiedergabe der drückend' schweren Stimmung eines Chamsintagc*. Farben* froh und kraftvoll entzücken die Landschaften von Kurt R e i n s c h, die zutn Teil europäische, zum Teil palästinen* sische Landschaften darstellen. Bcatrice Z w e i g zeigt hin* gegen die echt weibliche und zarte Auffassung der Karmeliandichaft, in der Art an den japanischen Stil erinnernd, Als Ergänzung der Gemälde wirken die ausgezeichneten und reizvollen Kunst-Photographien von Dr. Toni Hoff* mann und Zwi Löwenheim. Sgula Brawer Musikvorträge in Tel Aviv und Jerusalem. Dr. Peter Graden Witz kündigt für die kommende Saison eine ״Einführung in die zeitgenössische Musik“ und weitere ״Meisterwerke“ (u. a. Werke von Bach, Mozart, Dvorik, Mahler, Bruckner, Strawineky und englischen Komponisten) an, die am 20, Oktober — Boulevard Norciau 35. Tel Aviv, und auch in Jerusalem — beginnen sollen. Die Kurse werden durch Bilder und vollständige Werke auf Schallplatten illustriert. Zur ״Zeitgenössischen Musik“ wird Rosi Gradenwitz kunstgeschichtliche Vergleiche geben. Eine ״Kurzgefaßte Musikgeschichte“ wird für Jugendliche eingerichtet. (Schluß des Pallittnatelh) _

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