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Jüdische Rundschau · 1937-10-05 · Heft 79 (5.10.1937) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 79 (5.10.1937)
Date
1937-10-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
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JOOISCHE RUNDSCHAU Nr. 79, 5. OKTOBER 1937 Der Mufti Der Mufti von Jerusalem Hadsch Emin Effendi el Hussein i, der am letzten Freitag seiner Aemter als Präsident des Moslemischen Oberrats und des Wakf entkleidet wurde, diente in der türkischen Armee als Offizier. Im Jahre 1918 unterstützte er die britischen Behörden bei der Rekrutierung unter der Bevölkerung Palästinas für die Armee des Scherifen Hussein von Mekka und svar auch als Beamler in verschiedenen Regierungsposten tätig. Nach dieser anfänglichen Unterstützung der Engländer wechselte er später infolge der Politik der Balfour-Dcklaration seine Haltung und hielt zur Zeit der Jerusalemer Unruhen vom Jahre 1920 aufreizende Reden, deretwegen er in absentia 10 Jahre Gefängnis erhielt. Er entzog sich der Vollstreckung der Strafe durch die Flucht nach Transjordanien und wurde später vom High Commissiorier Sir Herbert Samuel amnestiert. Nach dieser Amnestie kehrte er nach Palästina zurück und wurde dort zum Mufti ernannt. Die Geschichte dieser Wahl verdient fcstgehalten zu werden. Mufti von Jerusalem war bis zum März 1921 Ke mal Effendi el H u s s c i n i, also ein Angehöriger der Husseini-Familic. Damals war Bürgermeister von Jerusalem R ag 11 e b B e y N a s h a s h i b i, der mit seiner ganzen Familie schon damals iin Gegensatz zur Husseini-Gruppe stand. Sein Vorgänger Musa Kasein Pascha el Husseini war von den Militärbehörden aus dein Bürgermeisteramt entlassen ״ל worden, nachdem unter der fürkischen Herrschaft diese beiden wichtigsten Posten Palästinas im Besitz der Husseini-Gruppe gewesen waren. Als nun der Mufti starb, war die Frage seiner Nachfolge schwierig zu lösen. Es war unter der türkischen Herrschaft üblich, daß eine Anzahl von Ulema (Spezialisten in religiösen Frager) undanderen mohammedanischen Führern eine Liste von drei Leuten wählten, aus der die Regierung einen Kandidaten auswählte. Als nun der Posten des Mufti in Jerusalem frei wurde, ka m Hadsch Emin e I Husseini, ein Halbbruder des Verstorbenen, für die Kandidafür in Frage, da er auf Pilgerfahrt 111 Mekka gewesen war und in Kairo eine moslemisch-theologische Ausbildung erhalten hatte. Er soll damals der einzige mit den nötigen Qualifikationen für diesen Posten in Palästina vorhandene Der Mufti Hadsch Emin Effendi tl Husseini iot. :Archiv Mann gewesen sein. Bei der Wall! sorgten die Nashashibi dafür, daß Hadsch Emin nicht auf der Liste der drei Kandidaten stand, und daß nur Kandidaten der Nashashibi-Grtippe auf die Liste gesetzt wurden. Um eine dadurch entstehende Unruhe in der Bevölkerung zu vermeiden, verzichtete einer der drei gewählten Personen auf die Kandidatur, um Hadsch Eniin el Husseini, der der vierte Kandidat war, zu ermögliehen auf die Liste zu kommen. Die Regierung ernannte ihn daraufhin, doch hat sie seine Ernennung niemals öffentlich mitgeteilt. Seit der Wahl, die im Jahre 1922 erfolgte, hat Hadsch Emin el Husseini nicht nur das Amt des Mufti von Jerusalem bekleidet, sondern auch das des Präsidenten des Moslemischen Oberrats. Sein Amt als Mufti von Jerusalem hat er nach türkischem Herkommen aut Lebenszeit innc. Der Peel-Bericht bemerkt in Kapitel 6, das sich mit dem Moslemischen Oberrat beschäftigt, daß er ״augenscheinlich auch als Präsident des Moslemischen Oberrats unabsetzbar ist“. Es ist daher von besonderem Interesse, daß die Palästinaregierung jetzt auf Grund der ihr zur Verfügung stehenden Vollmachten seine Absetzung aus diesem Amte ausgesprochen hat. Allerdings hat auch das Amt des Mufti von Jerusalem, das ihm jetzt geblieben ist, nach altem Herkommen eine erhebliche Bedeutung im Lande, die allerdings durch die Aemterkumulafion in der Person Hadsch Emin el Htisseinis mit ihren erheblichen finanziellen Hilfsquellen außerordentlich gesteigert wurde. D«r Moslemische Oberrat Der Moslemische Oberrat wurde im Jahre 1921 zur Kontrolle der moslemischen Wakf- und Sharia-Angelegenheiten in Palästina geschaffen. Seine Aufgaben sind in der Haupt- Sache die Verwaltung der Wakfgelder, d. h. der moslemischen Stihungsvcrmögen. die Beaufsichtigung der geistlichen (Sharia־) Gerichte und die Ernennung der Muftis der einzelnen Distrikte, Auch die Beamtcnangelegenheiten der Wakf- und Shariakörperschäften unterstehen ihm. Die Wakfgelder betrugen z. B. im Jahre 1936 C 67OCX). Ferner überwacht der Moslemische Oberrat auch die Verwaltung der Waisengclder, die auf £ 50 000 pro Jahr zu schätzen sind. Wir haben erst in der vorigen Ausgabe eine Uebersicht über die wirtschaftliche Macht des Mufti veröffentlicht, in der die in Frage kommenden Zahlen zusammengestellt waren. Der Rechtsstatus des Mufti als Vorsitzender des Moslemischen Oberrats ist dabei niemals wirklich geklärt worden. Er wurde nicht durch eine allgemeine Wahl gewählt, sondern nur durch den Rest der Wahlmänner des Wahlkollegiuins des letzten ottomanischen Parlaments. Die Verordnung vom Jahre 1921, die den Moslemischen Oberrat konstituierte, Sah vor, daß für die Wahl des Vorsitzenden eine allgemeine Wahl nötig sei, für deren Durchführung von dem Kat ein besonderes Gesetz erlassen werden soll, das auch seine Funk• tien, seinen Status und seinen Rang festlegt. Dieses Gesetz ist niemals erlassen worden, so daß also Funktion, Status und Rang des bisherigen Vorsitzenden des Oberrats nicht geklärt sind. Im Jahre 1926 fand eine Neuwahl von Mitgliedern des Moslemischen Oberrats als Ersatzwahl für im Jahre 1922 Gcwählte statt, deren Amtsdauer beendet war. Die Wahl wurde wegen Unregelmäßigkeiten für nichtig erklärt und ein Gesetz über den Obersten Moslemischen Shariarat verkündet, um den Rat bis zur Abhaltung der Neuwahl auf Zufällen. Im Jahre 1928 wurde aut Grand eines Komiteevorschlages ein Organisationsgesetz, für den Oberrat unterbreitet; in diesem Entwurf wurde das Amt des Vorsitzenden auf 9 Jahre begrenzt und das Prinzip der Permanenz des Vorsitzenden aufgegeben. Der Gesetzentwurf wurde im Jahre 1929 veröffentlicht, doch infolge der Unruhen, die damals ausbrachen, nur wenig erörtert. Der Entwurf wurde auch an den Staatssekretär nach London gesandt, aber die Angelegenheit kam zu keinem praktischen Ende. Der Peel- Bericht erklärt in dem bereits genannten Kapitel, daß es sehr bedauerlich sei, daß in jener Zeit die Verwaltung Palästinas nichts unternommen habe, um sich zu bemühen, die Wahlen zum Moslemischen Oberrat und die Stellung seines Der Mord an Andrews 69 jüdische Siedlungen und Kwuzoth in Nordpalästina ließen in den hebräischen Zeitungen sowie in der ״Palestine Post“ eine Traueranzeige erscheinen, die eine ganze Seite einnimmt und in der der verstorbene Lewis Andrews als ein Freund des Bauern und als ein Mann von Gerechtigkeit, Frieden und Ehre geschildert wird. Dr. W e i 7. - mann, Lord Melchett und Mosche Schertok sprachen im Kolonialamt vor, um die tiefe Trauer der Jewish Agency über den Tod von Lewis Andrews und ihre Entrüstung über das ruchlose Verbrechen zum Ausdruck zu bringen. Der Rat von N a t h a 11 i a bat beschlossen, ein Krankenhaus zu errichten, das £ 10 000 kosten und den Namen von Lewis Andrews tragen soll. Die Mehrzahl der im Zusammenhang mit dem Mord verhafteten Araber, darunter der Kadi von Tuikerern und der Mufti von Dschenin, sind auf administrativem Wege zu drei Monaten Gefängnis verurteilt und nach Akko gebracht worden. Zum Bezirkskommissar für Galiläa ist provisorisch Mr. Blackburn e ernannt worden, der dem verstorbenen Andrews als Gehilfe assistierte (nicht, wie ursprünglich angenommen wurde, Mr. O. G. Harris, Red.) In Nazaretli wurden weitere Haussuchungen in Verbindung mit dem Mord an Andrews vorgenommen. Mehrcre Personen, die iin Besitze illegaler Waffen waren, wurden verhaftet. Der Ausnahmezustand in Nordpalästina wird aufrechterhaltcn. Zum Tode Lord Peels Die Nachricht vom Tode Lord Peeis hat in allen Kreisen des Jischuw tiefes Bedauern hervorgerufen. Der Waad t.eumi veröffentlicht ein Comnumique, in dem festgestellt wird, daß mit Lord Peel ein Staatsmann dahingegangen ist, der das jüdische Problem in seiner ganzen Tragweite und Kompliziertheit erfaßt hatte. Die Kundgebung des Waad Leumi wurde in einer Uebertragung des palästinensischen Radios enders verlesen. In den Pressenach rufen wird die Tätigkeit Lord Peels als Vorsitzender der Kgl. Kommission gewürdigt, wobei erklärt wird, daß sein Name in die Geschichte Palästinas eingehen und mit dem historischen Dokument, das wahrschcinlich einen Wendepunkt in den Annalen von Palästina lind des Zionismus darstellt, für immer verbunden sein wird. I)r, W e i / m a!1 11 hat an Lady l'eei namens der Jewish Agency ein Schreiben gerichtet, in den! er ihr versichert, daß das jüdische Volk die Hingabe und staatsmannischc Klugheit, mit der ihr Gatte der Sache Palästinas als Vorsitzender der Kgl. Kommission gedient hat, in dunkbarer Erinnerung behalten wird. Sein 'Tod bedeutet einen schmerzlichen Verlust nicht nur für England, sondern auch für alle diejenigen, die au der Zukunft Palästinas interessiert sind. Die Jewish Agency Fiat dein Kolonialamt und der Kgl. Koni in iss Ion Ihr Beileid anläßlich des Todes Lord Peeis zum Ausdruck gebracht. Letzte Aufnahme des ermordeten Distriktshommissars Andrews Foto: Fl. Orushkci, Jeru**tlem * L Vorsitzenden zu regeln. Allerdings habe im Jahre 1928 Lord Plumer ein Versprechen gegeben, dessen Inhalt bedeutete, daß keine Reform des MoslemiscFicn Oberrats eingefiilirt werden sollte, wenn eine solche die Macht und die Stellung des Mufti vermindern könnte. Der Peel-Bericht kommt zu dem abschließenden Ergebnis, daß der Moslemische Oberrat und der Multi an seiner Spitze einen Staat i in Staate darstellcn. Das Oberst» Arabische Komitee Im Jahre 1919 fand in Damaskus ein allgemeiner syrischer Kongreß, der auch von Delegierten aus Palästina besucht war, statt; er erörterte u. a. die Frage der jüdischen Ein- Wanderung nach Palästina. Sechs weitere Kongresse wurden dann in den Jahren 1920 bis 1928 abgehaiten. Diese Kongresse wählten arabische Delegationen, die in andere Länder und auch nach London entsandt wurden. Von Beginn der britischen Besetzung an bis Ende Dezember 1934 stand an der Spitze der politischen arabischen Bewegung ein Komitee, das von verschiedenen Kongressen gewählt wurde und The Ara 11 Exekutive Committee hieß. Seit dem Jahre 1928 hatte dieses Exekutiv-Komitee ein Amt als ständige Vertretung unter dem Namen: The Office of the A r a b E x e c 111 i v e - C o in m i 11 e e. Nach den Unruhen von 1929 kam die Shaw-Kommission ins Land, und damals wurde dieses arabische Exekutiv-Komitee als die Vertretung der palästinensischen Araber vor der Kommission von der Regierung anerkannt. Im Dezember 1934 bildete sich unter den Arabern die ״nationale Verteidigungs-Partei" und ferner entstanden die ״palästinensisch-arabische Partei'•', die ״arabische Reformpartei“ und die ״Partei des nationalen Blocks“. Schon vorher waren die ״Istaklal-Partei“ (Unabhängigkeitspartei) und die Exekutive des arabischen Jugendkongresses gegründet worden. Nachdem diese Parteien entstanden waren, stellte das arabische Exekutiv-Komitee seine Arbeit ein. Im April 4936 riefen die lünt arabischen Parteien den arabischen Generalstreik aus. Am 25. April 1936 wurde der Beschluß gefaßt, ein Oberstes Arabisches Komitee zu gründen, um die arabischen nationalen Arbeiten zu überwachen. Der Mufti von Jerusalem wurde Präsident des Komitees. Dieses Komitee, das das Hauptquartier der arabischen Nationalbcwegung war, ist jetzt aufgelöst worden, ebenso seine sämtlichen lokalen Unterkomitees. Die Entschädigungen für die Opfer Der Jerusalemer Korrespondent der ״Times“ berichtet, daß man es in offiziellen Kreisen bedauere, daß noch keine besondere Vorsorge für die Witwen und Angehörigen der im Dienst ermordeten Beamten getroffen worden ist. Die Witwe eines kürzlich ermordeten arabischen Polizei-Inspektors erhielt eine Pension von wenigen Pfund jährlich; der Witwe eines ermordeten englischen Polizeibeamten mit einem Kind wurden 24 Pfund pro Jahr bewiiligt. Die Witwe von Andrews, die drei Kinder bat, erhält ein Jahresgebalt und dann £ 240 Pension. Es gibt in Palästina keinen Witwen- und Waisenfonds wie in manchen Kronkolonien. Die Behandlung der Angehörigen der ermordeten Beamten steche stark ab von der Zahlung von C 100060 an die Witwe des ermordeten Sir Lee Stack und der generösen Behandlung der Angehörigen anderer Beamter, die in Aegypten in ähnliche Lagen gerieten, 111H111111111111111n1m111m11111111!M11H1111M111111t1M111111111H11111111111111H111m11m111Him!111111111m1111n11im11111n1111!1m11111111 Dschemal Effendi el Husseini Jakub Effendi Uhusscin Kot»#; Archiv *PUPI1 Eröffnung der Chaussee Haifa — Tel Aviv Jerusalem, 30. September. (Palcor.) Fleute nachmittag wurde die Chaussee Tel Aviv-—I laifa in Anwesenheit führender Hegierungsbeamteii und Vertreter der jüdischen 11ationalen Körperschaften eröffn et. Die Zeremonie des Banddurchsehneidens, wodurch die neue Straße dem Verkehr geöffnet wurde, ist von K c i 111 - R 0 a c 11 durchgeführt worden, und zwar auf der neuen Brücke über den Alexander-Fluß bei der Siedlung Maabarotb im Fmck Chefcr. Durch die neue Chaussee wird die Strecke zwischen Haifa und Tel Aviv um 50 km verkürzt. In schneller Fahrt kann jetzt die Distanz in zwei Stunden zurückgelegt werden. Die Straße führt an den dicht an der Küste gelegenen jüdischen Siedlungen in ziemliclicr Entfernung vorbei. Anläßlich der Fertigstellung der neuen Chaussee Tel Aviv—Haifa gab der leitende Ingenieur der Abfeilung für öffentliche Arbeiten im Distrikt Haifa, P. W, Etkes, in dem Nazlee-Wald bei Sichren Jacob ein Bankett, an dem über 300 Gäste teilnahmcn. Außerordentliche Palästina-Kampagne im November Jerusalem, 20. September. Die gegenwärtige sclnvierige Situation in Palästina wurde auf einer von der jewish Agency eiuberufenen Konferenz von Vertretern des Jischuw׳ erörtert. Es wurde die Notwendigkeit betont, die Arbeit des Keren Hajessod zu verstärken, tun das Minimaibndget von 600(Min Pfund aufnihringen, von dem 300 000 Pfund für Sicherheitsmaßnahmen und die Festigung der Tieug(,gründeten Siedlungen bestimmt sind. Die Industrie soll gekrnftigt und die Arbeitslosigkeit bekämpft werden. Die Konferenz beschloß für den Monat November anläßlieh des 20jährigen Jubiläums der flaifour-f)ekiaration und des 40jährigen der Zionistischen Organisation eine außerordentliche K a m p a g n c d e r n a t i o 11 a I e 11 Aufbaufonds zu proklamieren, dieser Kaplan, Griinbaum und Sprinzak berichteten uber die politische und wirtschaftliche Lage in Palästina und in der Diaspora, Leib Jaffe uber die Arbeit des Keren Hajessod. Die wirtschaftliche Lage Im ״Dawar“ warnt, w ie uns aus Tel-Aviv geschrieben wird, H. Frumkin gegen die Tendenz, die■ wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Landes 711 übertreiben. Der Wirtsrhaftsprozcß sei zwar verlangsamt, jedoch nicht ein gestellt worden. Das in der Periode Januar—September 1937 ins Land geflossene jüdische Kapital habe £ 4 SIMMS()() betragen, ausschließlich des nationalen Kapitals, das eine weitere Million Pfund darsteile. Die Bankdepositen betragen gegenwärtig £ 17 250 000. In den ersten sechs Monaten des Jahres 1937 hätten Juden nicht weniger als drei Millionen Pfund in verschiedenen Wirtschaftszweigen investiert, davon anderthalb Millionen in Bauten, £ 350 000 in industriellen Unternehmungen und £ 500 000 in der Landwirtschaft. Die Einfuhr während des ersten Halbjahres 1937 habe über 8 Millionen Pfund betragen. Frumkin fordert die Regierung dringlich auf, Schutzzölle für die Industrie einzuführen, und stellt fest, daß ihre Einführung zusammen mit der Popularisierung der einheimischen Produktion imstande sei, die zeitweiligen Schwierigkeiten zu überwinden. Der Wirtschaftsbericht der Earclay’s Bank aus Palast in a stellt fest, daß die allgemeine Marktlage während des ganzen Monats flau war. Der Weizen- und Gerstemarkt war ruhig; aus Transjordanien wurden erhebliche Getreidemengen eingefiilirt. Die gegenwärtigen Notierungen sind: Weizen i'P 8,500 bis 9,500 pro Tonne, Gerste I’ 6,000 bis 6,500. Etwa 7000 Tonnen Gerste wurden zu einem Durchschnittspreis von £P 8/10'- über Gaza nach England ausgeführt. Vor kurzem sind Sesam und Durrha auf dem Markt erschienen. Einheimisches Mehl notiert gegenwärtig mit £P 12,700, australisches mit £P 16,250 und amerikanischcs mit £P 20,500 pro Tonne. Der Zuckermarlrt war während der Berichtsperiode normal, die Preise für Kaffee behaupteten sich. Der Markt für Wo!!-, Seiden- und Baumwollwaren blieb zwar ruhig, doch machte sich zum Schluß der Berichtsperiode lebhaftere Bewegung geltend. Die Preise für japanische Textilwaren haben leicht angezogen. Die Zitrussaison wurde mit der Ausfuhr von etwa 4000 Kisten Zitronen eröffnet. Ende 5697 gab es in Palästina 81 von der Regierung bestätigte Bankinstitute. •k 4 ' I

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