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Jüdische Rundschau · 1937-10-01 · Heft 78 (1.10.1937) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 78 (1.10.1937)
Date
1937-10-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seife 12 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 78, 1. X ff*/ IN ALLER KURZE Aus Kanada werden in letzter Zeit wiederholt Fälle von antisemitischen Ausschreitungen, besonders in den von Juden frequentierten Badeorten, gemeldet. Die dortige Nationalsoziale-Christliclie Partei hat eine antisemitische Propagauda eingeleitet. Drei Millionen Exemplare einer Broschüre ״Der Schlüssel zum Mysterium“ werden in Kanada verteilt, davon erscheint die Hälfte in französischer Sprache. Der Verband zionistischer Frauen Amerikas, Hadassah, bat am Vorabend des Jom Kippur den Betrag von 24 000 Dollar an Miss Szold in Jerusalem für Zwecke der!Jugend-Alijah überwiesen. Wie ״Met Vadcrland“ mitteilt, wurde in Amsterdam die ״Neilerl,'!mische Nationalistische Bewcging“ gegründet, die sich zur Aufgabe stellt, Holland den Faschismus zu bringen, aber jede Rassentheorie verwirft. Der von dem verstorbenen Dr. Nathan Birnbaum fm Haag heraus gegebene ״Huf“ erscheint jetzt unter der Redaktion von Hans Goslar und F. W e i n r e b. Es erschien zunächst eine Nathan• Birnbauni-Gedenknummer. Das Jüdische Landesmuseum in Budapest erhielt dieser Tage den Besuch zweier hoher Funktionäre des Kultusministeriums: ScHionschcf Dr. Karl Jalsovsky und Ministerialrat Dr. Geza B e r n ä t h. Postschlüsse nach Uebersee Berlin: I’< furt am Main: tarnt C 2 (313 י. Oktober: Postamt SW 11); Frank- 19 oder Flughafen; MBnclien! Bahnpost• 8.10. Haifa 8.10. Haifa 8.10. Haifa 11.10. Haiia 12.10. Haifa a! ilt 1 O.V 2 (I his:' .bc.'9:_ Kfiln: Bai 1npo.-tamt 10; ai (' :ח .ב ' 0.! .■:׳ so ei ■wevorien wer d :! 7. ■ ׳ r ■ ׳ ׳ 1 I 1!h־־s ׳׳"!'> 11 mt voriu'jn•;) rniiis tMCiLb im ic zica curuj «Um. heu ilalen erreichen p al J » t i n a 1. Berlin 19.30 (2 M ii!H hen 9.00) Bahn 2. 1׳ vil in 18.00 (3 Mün, hen 9.00) 5. 10. Piräus 3. Berlin 18,00!4 M iiiH hen 9.00) Bahn 5. ltcibn 10.30 (6 ü m זג hen 9.30) 7.10. Brindisi 6. lSctiin 19.30 ל) Mü!u hen 9.00) Bahn L uf! p ° s t 2. Her]״, 6.00 (2. Miitir! c!1 10.00) vis Athen 2. 1׳ u! 1 in 9.00 (2. Mii nd vn 18.00) via Brindisi 5. II (׳!־!in 6.00 (5. M li 1111 cn 10,00) via Athen 6. J! cid in 9.00 (6. Mi! m! cn 18.00) via Brindisi V e r ein ij י t e S t a t e u V 0 n No rdamertka 7. Hamburg IS.00 8.Hi einen (,,Europa“) 8. Berlin 8.00 9.Clicrbuurg (״Europa“) ca. 21/2 Tage ca. 3 Tage ca. 2(4 Tage ca. 3 Tage 14.10. New York 14.10. New York Südamerika 5. Berlin 20.00 6. München 9 30 7. Genua IS. Rio; 23■ B.A. 6. licriin 19.30 7. Frankfurt 8.00 8. Bordeaux 21. Rio; 24. B. A. L u ftpost 2. Berlin 13.00 (2. Frankfurt 15.00) via Paris 6. Berlin 21.00 (6. Frankfurt 24.00) Südafrika 6, Köln 21.00 8. Southampton (״Athlone C“) Luftpost 2. Berlin 6.00 via Athen 4, Berlin 9.30 (4. München 18.00) via Brindisi 8. Berlin 9.30 (8. München 18.00) via Brindisi 8. Rio; fl. B. A. 0. Rio; 10. B. A. 22.10. Kapstadt ca. 8 Tage ca. 8 Tage ca. 8 Tage Briefvtrteilungsstcllen de• Voitamtei Berlin C 2 aufgehoben. Mit dem 3. Oktolrer übernimmt das Postamt Berlin SW 11, Möckernstr. 135, an Stelle ries Postamtes Berlin C 2 in der Spandauer Straße die Funktion als Brieivcrtcilungsamt für Groß-Berlin und Zcntralluftpoststclle. Demnach gelten die in unserer Rubrik ״Postschlüsse nach Uebersee“ angeführten Berliner Post.« Mußzeiten ab 3. Oktober heim Postamt SW 11. Die Po,!Zweigstelle Berlin-Zentralflughafen wird gleichfalls dem Bost amt SW 11 zugeteiit. Verbesserter Luftpostdienst nach Palästina. Vom 2. Oktober ab wird der iYsülug über Neapel und Athen nach Lydda in Palästina, der hinter zweimal w.'khentüch st all fand, in beiden Richtungen dreimal wöt lient'ich durchgcfiiltrt, und zwar jeden Dienstag, Donnerstag and Sonnabend früh ab Berlin. Dr. Bernhard Munkäcsi gestorben. Am zweiten Sukkothtage verschied unerwartet in seinem 78. Lebensjahre der ani'rk:! mitrste Vertreter der ural-altajischen Sprachwissenschalt in Ungarn, Prof, Dr. Bernhard Munkäcsi. Einer Fauuijt’ m (iroliwanLin entstammend, regte sich in dem Ktvthtn schon früh der romantische Wunsch, in den Spuren cir.es R v 11;״ I y die Urheimat und Ursprache der Majpvaren zu iTiVusdicii. Angcreiri von seinen Lehrern, dem in Budapest t.iti.reit Gelehrten Josef Bude 11 z und (lern jüdischen Asien reisenden Armin Värabery, suchte er ' in Jungen Jahren die den I bigurii verwandten Völker der \’o״u!en, Vötjaken, Samojeden in den Steppen Ruliiands 11!ul Sibiriens auf, siminelte ihre Volkslieder, sagen und Sitten, bearbeitete ihre Idiome und l'olldore, was ihm von seiten der ettropäisclien wi-senscliaitlidieii Gesell.-chaften viele Ehrungen einbrachte, Mit uiiennmllicliem Heiß und Ausdauer ging er dem Ursprung des uturariscbui Volkes nach, und seine Bücher und Abhandlungen aut diesem Forschungsgebiete, z. B. über arisch-kaukasische Elemente, über assyrische Elemente in den finn-ugrischen Sprachen gelten als Quellenschriften. Die Ungarische Akademie der Wissenschaften wählte ihn schon 1890 zu ihrem Mitglictie und zeichnete seine Werke mit mehreren ihrer größten Preise aus. Munkäcsi war dabei überzeugter religiöser Jude, der auch für Palästina viel Interesse zeigte. Von 1890—1930, durch 40 Jahre, bekleidete er das Amt eines Schulinspektors der Fester Israelitischen Gemeinde, organisierte und überwachte ihren Religionsunterrieht, stellte einen Lehrplan zusammen (i()()6) ־und schrieb auch selbst eine Reihe von Lehrbüchern. Sein Sohn, Dr. Ernst Munkäcsi, ist Obersyndikus der Gemeinde, seine Tochter Noiirai, eine begabte Dichterin und Bearbeiterin jüdischer Themen, die Gattin des Oberrabbiners von Nagy• Kanizsa, Dr. E. Winkler. Bei dem Begräbnisse würdigte Großrabbiner Dr. Simon Hevesi die wertvolle Persönlichkeit des Dahingegangenen, Gemeindepräsident Hofrat S, Stern seine Verdienste um die Gemeinde, während Hoch* schulprofessor Dr. Ignaz Ksinos im Aufträge der Akademie der Wissenschaften die Bedeutung des Gelehrten^ skizzierte. Der frühere Reichstagsabgeordnete Dr. Geza D e s i sprach im Namen der Chewrah und der Landsleute Munkäcsis, Sanitiilsoberrat Dr. M. Rosenak als Leiter der Kultus- Sektion, üyinnasialdirektor D. R. Fuchs widmete dem Meister und Mitarbeiter Worte des Dankes und der Anerkennung. Dr. A. F, An dem Preisausschreiben für Klefnkunsftexte, das durch die Kii n s tl e r 11 i I fc der Jüdischen Oemeinde zu Berlin veranlaßt wurde, haben sich rund 250 Einsender, viele davon mit einer ganzen Reihe von Einsendungen beteiligt. Die Sichtung der Eingänge wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen und mit der Bekanntgabe der Ergebnisse kann daher nicht vor Mitte Oktober gerechnet werden. Ein Siebzigjähriger San.-Rat Otto Julius burger. der dieser Tage seinen 70. Geburtstag feiert, kann auf etn reiches, Innerlich bewegtes und fruchtbares Leben zurückblicken, und wir, die wir ihn aus diesem Anlaß beglückwünschen, freuen uns, daß er auch heute in der lebhaftesten Weise an den Geschehuissen des Tages Anteil nimmt, als ein Mann, der nicht resigniert und nicht der Schablone erliegt, sondern aus dem Fundus seiner Erkenntnis und Erfahrung ratend, helfend und richtunggebend zu den Menschen spricht — nicht zuletzt durch die ״Jüdische Rundschau“, in der zahlreiche Zu- Schriften von ihm zu aktuellen Fragen abgedruckt waren. Was der Jubilar als Arzt, als Neurologe, als Wissenschaftler, insbesondere auf dem Gebiete der Psychotherapie, Psychoanalvsc und Sexualwissenschaft, geleistet hat, kann hier nicht im einzelnen dargelegt werden. Von der Psychologie und Naturwissenschaft führte ihn ein natürlicher ’Weg zur Soziologie und Ethik, in einer Entwicklungslinie, die — entsprechend der geistig bestimmenden Richtung der neunziger Jahre — vom positivistischen Materialismus herkam und im Spinozjsntus mündete. In seiner sozialen Ethik — und wohl auch in entscheidenden Teilen seiner Weltanschauung — tritt Juüusburger in die Fußtapfen des großen jüdischen Naturphilosophen und Menschenfreundes Joseph Popper- L y n k e 11 s, für dessen Werk er sich unermüdlich einsetzt. In vielen sozial-organisatorischen Versuchen, die heute in der Welt gemacht werden, sind Spuren von Gedanken Popper- Lynkeus׳, des Verkünders der ״Allgemeinen Nährpflicht“, enthalten, und oft hat Juliusburger darüber geklagt, daß gerade im jüdischen Bereich dieser Mann und sein Werk so wenig gewürdigt werden. Als leidenschaftlicher Vorkämpfer der Bodenreform nat der Jubilar sich oft auch zu modernen Palästinafragen geäußert, und mit hinreißendem jugendlichem Elan betonte er immer wieder, daß die wirksame Bekämpfung der Bodenspekulation in Palästina die entscheidende Grundfrage der jüdischen Wiedergeburt ist. Juliusburger nimmt auch als ,,seelischer Berater“ an der Arbeit der Oemeinde und an Arbeiten der Reichsvertretung teil. Wir wünschen ihm noch eine lange fruchtbare Wirksamkeit. Ein Achtzigjähriger. Prof. Dr. Eduard Mahler, der Nestor der ungarisch-jüdischen Akademiker, vollendete am 28. September sein 80. Lebensjahr. Einer Preßburger Rahbinerfamilie entstammend, wandte er sich vorerst mathematisehen Studien zu, wurde Assistent des Wiener Astronomen Oppoltzer, um sich dann der Archäologie zuzuwendeii unct Kustos im Ungarischen Nationalmuseum zu werden. Sein Spezialfach ist Assyrologie und Aegyptologie, deren jüdischen Zusammenhängen er mit Vorliebe nachging. In seinem Hauptwerk: ״Handbuch der jüdischen Chronologie“ (1916) hat er aut Grund astronomischer Daten den genauen Zeitpunkt des Auszuges der Juden aus Aegypten festgestellt. In einer Abhandlung identifizierte er Rhamses II. mit dem ״Pharao des Exodus“, in einer anderen würdigt er die historische Bedeuhmg der aramäischen Papyrusfunde in Assuan und Eiephantine, Mahler hat u. a. auch Maimunis Kiddusch hachodesch mit Uebersetzung und Erläuterungen herausgegeben. Beim jüngsten religionsgescbichtlkhen Kongreß in Brüssel (1935) vertrat Mahler die ungarische Regierung. Mahler ist seit 1909 ordentliches Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, seit 1914 Ordinarius an der Budapester Universität, seit 1928 in Pension, hält aber noch immer Vorträge über Orientalistik. Dr. A. F. Persönliches. Am 5. Oktober vollendet die Ethnologin Ida Lublinski das 75. Lebensjahr. Die geistig hochstrebende Schwester des Dfchterphilosophen Samuel Lublinslci, dessen nachgelassene Schriften sie mit verständnisvoller Würdigung einleitete, ist stets selbständige wissenschaftliche Wege gegangen, ihre ethnologischen und urgeschichtlkhen Arbeitsergebnisse haben ihr reiche Anerkennung gebracht. Ida Lublinski hat nkht nur auf ihrem Spezialgebiet, der Religionsforschung, wertvolle Arbeiten veröffentlicht, wie ״Jakob und Esau“ (1927), einen Beitrag zum Erstgeburtsrecht der Juden, oder die aufschlußreiche Studie über ״Entstehung und Weiterentwicklung des altorientalisehen Mythos“ (1929). Sie beschäftigte sich auch mit dem ״Lebensproblem der Antike“ (1924) und dem ״Mythe« von der Geburt“, ln ihrem bisher umfangreichsten Werk ״Vom Mutterrecht zum Vaterrecht“ (1933) beleuchtet Ida Lublinski die soziologischen, ökonomischen und psychologischen Ergebnisse des Matriarchats. —■ Der Lehrer und Kantor Saul Lilienthal, Wiesbaden, begeht am 14. Oktober seinen 60. Geburtstag und blickt gleichzeitig auf sein 40jähriges Amts- Jubiläum zurück. Er gründete 1S97 den ersten Jugendverein in Deutschland. In Düsseldorf führte er in der damals errichteten neuen Synagoge den liberalen Gottesdienst ein, gründete den Synagogenrhor und rief die Zionistische Ortsgruppe ins Leben. Seit 1921 u׳irkt Lilienthal in Wiesbaden. 111 Lehrhaiiskursen und als Leiter des Synagogenchors gibt Lilienthal Anregung und Belehrung. Todeslall. Professor Heinrich Jacob Goldschmidt starb am 20. September im Alter von 80 Jahren. Der Verewigie war in Prag geboren und kam, nachdem er an einer Reihe von Hochschulen als Universitätslehrer gewirkt hatte, im Jahre 1900 von Heidelberg nach Oslo als Professor der Chemie. 20 Jahre lang bekleidete Goldschmidt seinen hiesigen Lehrstuhl. Er arbeitete insbesondere mit der Anwendung der Methoden der physikalischen Chemie auf organische Verbindungen und errang im Laufe der Jahre den Ruhtu, einer der bedeutendsten Forscher der Welt auf diesem Gebiet zu sein. Als Goldschmidt im Jahre 1929 seine Lehrtätigkeit aufgab, nahm er seinen Wohnsitz in Göttingen und gleichzeitig wurde sein Sohn, der üeologicprofessor Victor Moritz Goldschmidt, Professor an der dortigen Universität, V. M. Goldschmidt ist seit einigen Jahren wieder als Professor der Geologie in Oslo tätig. Er gehört dem norwegischen Kollegium der Freunde der Hebräischen Universität als Mitglied an, j. Alle Ihre Bücher bclleitltiisdic und tachwissenschaftUchc jeder Art von der Buchhandlung am 2:00 Frltsc Ring Charlottenburg, Joachimsthaler Strafte 43*44 Mitglied der jüdischen Gemeinde Telefon 916506 Zusendung nach alten Stadtteilen Zu der in Nr. 74/75 erschienenen Besprechung über den Roman ״Morgenleuchten über dem Mittelmeer“ teilt uns der Verfasser, Herr Otto Philipp, mit, daß sein Roman keine Utopie und keinen Abenteurerroman darstellt. Es handelt sich dabei nicht um historische Vorgänge, sondern uni die Darstellung einer nach Ansicht des Verfassers möglichen Zukunft Aus Kunst und Wissenschaft Der amerikanisch-jiddische Dichter Lciwäk, der an der in Paris abgehaltenen Weltkonferenz für jiddische Sprache und Kultur teilgenommen hat, ist nach Palästina weitergereist, wo er sich kurze Zeit zum Studium des jüdischen Kultur- Wesens aufhalten will. Der Leiter der musikalischen Abteilung des paläsiinen* sischen Rundfunk, Karl Salonton, gab im Anglo-PaJestinian Club in London ein hebräisches Liederkonzert, das großen Beifall fand. Das größte jüdische Theaterereignis Belgiens werden die Aufführungen der ״H a b i m a h“ bringen, die ihre Gastspielreise von Paris nach Belgien führen wird. Sie wird Anfang November je viermal in Brüssel und in Antwerpen spielen. Felix Langers neue dreiaktige Komödie ״Die Welt als Theater“ wurde vom Landestheater in Brünn zur ersten Aufführung in tschechischer Sprache erworben. Edgar Alexander, ehemaliges Mitglied des Berliner Kulturbundes, wurde als lyrischer Tenor nach Rotterdam verpflichtet Der berühmte jüdische Physiker in Rom und Mitglied der Päpstlichen Akademie für Wissenschaften, Prof. Levi- Civita, weilt gegenwärtig auf einer Vortragstournee in Südamerika. Er sprach in der Universität von Buenos Aires über die letzten Forschungsergebnisse in der mechanischen Physik. Der Wiener junge jüdische Gelehrte Dr. Rudolf Drei• kurs ist von der Universität in Rio de Janeiro eingeladen worden, Vorträge über Individualpsychologie zu halten. Er soll auch an der Universität eine Erziehungsberatungsstella einrichten. Der österreichische Bundespräsident hat zwei Jüdischen Gelehrten, dem Privatdozenten für orthopädische Chirurgie, Dr. Alfred S a x!, und dem Dozenten für medizinische Chemie, Dr. Robert W i 1111 e i m, den Titel eines Universitätsproiessors verliehen. In Amsterdam starb die Malerin und Zeichnerin H eijerm a n s, eine Schwester des Dramatikers Herman Heijennans, im Alter von 78 Jahren. Der jüdische Schauspieler und Filmproduzent Sidney Goldin ist in New York einem Herzschlag erlegen. Im Alter von 59 Jahren ist in New York der Gründer und Präsident der Ilebrcw Publishing Comp., David Werbelovvsky, gestorben. In Wilna ist im Alter von 62 Jahren der bekannte jüdische Publizist, Kritiker und Verleger Boris Kletzkin gestorben. Jüdisches Leben in Belgien. In Brüssel ist vor etwa zwei Jahren von Juden aus Deutschland und unter tätiger Anteilnähme zionistischer Freunde eine ״Arbeitsgemcinschaff von Juden aus Deutschland“ gegründet worden, die dem Zusammenschluß aller Juden aus Deutschland dient. Diese Vereinigung, welche sich wachsenden Interesscs erfreut, tritt nunmehr bereits in das dritte Arbeitsjahr ein und eröffnete ihre Winterveranstaltuiigen am 30. September mit einem Vortrag von Emil Bernhard Cohn. Das Programm enthält Themen zu den jüdischen Tagesfragen unter besonderer Berücksichtigung des Palästina-Aufbaues, der überhaupt von Beginn der Arbeit an regelmäßig und intensiv behandelt wurde. Daneben sind Einführungsvorträge in das belgische Geistes- und Wirtschaftsleben vorgesehen, für die sich namhafte belgische Juden zur Verfügung gestellt haben. Die unter der umsichtigen Leitung von Dr, Marx (früher Heidelberg) stehende Arbeitsgemeinschaft hat vor einigen Monaten ein Hilfswerk, die ״Hidag“ ins Leben gerufen, die in Ergänzung der Arbeit der belgischen Hilfsstellen sich der in Belgien niedergelassenen und in Not geratenen Juden aus Deutschland in vielfältiger Weise annimmt. Ausschließlich von Spenden der Mitglieder gespeist, hat die Hidag in den wenigen Wochen ihres Bestehens vorbildliche Arbeit geleistet und neben den üblichen Unterstützungsleistungen in einer Reihe von Fällen produktive Hilfe durch Aufbau neuer Existenzen gewährt. H. F, Zionistisches Jubiläum in Norwegen. Zum ersten Male In der Geschichte der Norsk-Zionist-Forening, die in diesem Jahre ihr 25jähriges Jubiläum feiern kann, haben die norwegischen Zionisten einen Delegierten zu einem Zionistenkongreß entsenden können. Mit einem Vortrag des norwegischen Delegierten, Direktor Fsser Braude, über den Kongreß eröffnete die Osloer Zionistforening ihr Wintersemester. Herr Braude sprach über den Verlauf des Kongrosses. Der Vortrag erntete wohlverdienten Beifall, dem der Versammlungsleiter, Israel Levi n, beredte Worte lieh. Die Jubiläumsfeier der Organisation soll zu Chanukkah stattfinden. Für den zionistischen Geist in der jüdischen Jugend spricht die Tatsache, daß ein zionistischer Studienzirkel des jüdischen Jugendvercins geschlossen in die Zionistisclie Vereinigung eingetreten ist. J. S. Juden und Jüdisches im Rundfunk Sonntag, 3. Oktober; Wien (507), 19.10: Moriz Rosenrhal spielt ('1.0• pms Klavierkonzert. E-Moll und eine eigene Komposition: Fantasien um Johann Strauß. — London National, 21.50: Franz Ostrom und Max Kostal spielen Mozarlsche Sonaten für Klavier und Violine. ■— Montag, 4. Oktober: National, 20.30: Franz Osriorn und Max Kostal spielen Mozarlsehe Sonaten für Klavier und Violine. ־— Straßbuig, 21.30: Oüenhach-Abcm] aus Anlaß der Wiederkehr des Todestages des Komjxuiistcu. Ankündigungen aus dem Reich Bonn: ZOG. Am 4. Oktober, 20.30 Uhr, Gemeindehaus, Tempelstraße, Vortrag Rabb. l)r. Rothschild (Saarbrücken): ״An einem Wendepunkt jüdischer Geschichte“. — Breslau! Wizo. Am 5. Oktober, 16.30 Uhr, hei Glogowski, Schwcidnitzcr Stadtgraben 9, Klubnachmittag. Reh! Frieda Weißmann, — Dortmund! ZOG. Am 6. Oktober, 20.30 Uhr, Kundgebung im Gemeindehaus. Thema: ״Der jüdische Staat .— Ende einer Illusion, oder neue Wirklichkeit? Nach den Tagen von Zürich“. Referenten: Dr. Philipp, Elberfeld; Dr. Neuberger, Düsseldorf. — Düren! ZOO. Am 4. Oktober, 20.30 Uhr, Vortrag Dr. Fritz Ikcnberg (Düsseldorf): ״Der jüdische Staat, Ende einer Illusion, oder neue Wirklichkeit? Nach den Tagen von Zürich“. — Frankfurt am Main! Uraufführung eines vollständig neuen Dcla-Lipinskaja-Programms 3m 11. Okjpbcr im Saalbau. — Gehscnkirchen! ZOG. Am 6. Oktober, 20.30 Uhr, Tlicrc-ienstr. 5, Vortrag Rabb. Dr. Rothschild: ״An einem Wendepunkt jüdischer Geschichte“. — München-Gladbach! ZOG. Am 5. Oktober, 20.30 U!1r, Ludendorffstr. 54. Vortrag Rabb. Dr. Rothschild: ״An einem Wendepunkt, jüdischer Geschichte“. — Osnabrück! ZOG. Am 2. Oktober, 20.30 Uhr, im Gemeindehaus, Vortrag Mix Weiner (Hannover): ״Der jüdische Staat — linde einer Illusion — oder neue Wirklichkeit? Nach den Tagen von Zürich“. — Wanne-Eickel! ZOG. Am 5. Oktober Vortrag Erich Frank: ״Der jüdische Staat — Ende einer Illusion — oder neue Wirklichkeit? Nach den Tagen von Zürich“, FamüicnNschrichten. Herr Jakob Koenlgsfelü, Breslau,Goethestraße 10, begeht am 2. Oktober den 75. Geburtstag.

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