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Jüdische Rundschau · 1937-10-01 · Heft 78 (1.10.1937) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 78 (1.10.1937)
Date
1937-10-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 78, 1. X. 1937 Genfer Kommissions-BeSchluß ״modern“ geschulten arabischen Terroristen ein ebensolches Licht wirft wie auf die Verworrenheit der Situation, die durch das Zauberwort Lord Peels noch keineswegs ge- Märt wurde. Die Ermordung des Distriktskommissars von Oaliläa, Mr. Andrews, hat in Palästina große Erregung hervorgerufen, die auch nach England hinüberwirkte, denn zum ersten Male ist ein hoher englischer Beamter dem arabischen Terror /um Opfer gefallen. Andrews war einer der wenigen Männer in der palästinensischen Vervaitung, die für die jüdische Sache Verständnis haben, und er hat in seinem Amtsbereich alles getan, um die jüdi sehe Arbeit zu erleichtern*). Vor allem hat er auch wäll-, rend der Unruhen pflichtgetreu und unermüdlich für den Schutz der jüdischen Siedlungen gesorgt. So wird, abgesehen von dein Entsetzen, das jede solche Tat hervorruft, der Tod von Andrews in jüdischen Kreisen besonders bedauert werden. Es ist kein Zufall, daß die Attentiiter sich diesen Mann ausgesucht haben, der seit zwei oder drei Monaten Gouverneur von Galiläa war. Nach dein Peci-Plan sollte ganz Galiläa mit seiner grollen arabischen Bevölkerung d-cm künftigen Judenstaat einverlcibt werden, ein Vorschlag, gegen den sich eine ־ganz besonders heftige Opposition der Araber richtet. Man muß abwarten, ob es den englischen Behörden gelingen wird, wenigstens in diesem Fall, wo ein Engländer das Opfer war und somit das Prestige der Mandatarmacht ganz besonders deutlich auf dem Spiel steht, den Tätern auf die Spur zu kommen. Nach den bisherigen Erfahrungen :null inan leider in dieser Hinsicht skeptisch sein. Lord Peels Werk ist noch weit von seiner Vollendung entfernt. Der Bericht hat auch in einem beträchtlichen Teil des jüdischen Lagers Ablehnung gefunden und insbesondere sind auf jüdischer Seite alle einig in der Zurück- Weisung bestimmter Einzelheiten des konkreten Teilungs- Vorschlages der Peel-Kommission. Aber wie immer man diese Fragen beurteilen mag, in einen! Punkte besteht weitgehende Uebereinstimmung: der Palästina-Bericht Lord Peels ist ein vorbildliches, geradezu klassisches Dobument unparteiischer und unbefangener Betrachtung und 1,'ntcrsuchung schwieriger politischer Verhältnisse, ein Produkt bewundernswerter staatsinännischer Urteilskraft, eines tiefen sachlichen, politischen und, man kann beinahe sagen, menschlichen Verständnisses für eine den Kommissiiren neue und ihrer Natur nach recht spröde Materie. Der Bericht (bekanntlich seit einigen Wochen auch in deutscher Uebersetzung, herausgegeben vom Schocken Verlag Berlin, vorliegend) ist zugleich ein literarisches und stilistisches Meisterwerk. Lord Peel hat nach seiner Rückkehr aus Palästina mehrmals das Wort genommen, um sein Palästina-Programm zu verteidigen. Er hat im englischen Rundfunk gesprochen, in politischen und wissenscliaftlichen Gesellschaften Vorträge gehalten und vor allem im Oberhaus seine Meinung gesagt. Er hat dabei wiederholt betont, daß die Kommission, als sie nach Palästina kam, eine Situation und Problematik vorfand, auf die sie nicht vorbereitet gewesen war; sie habe sich die Sache nicht so schwer vorgestellt. Das darf man ihm glau- Len. Aber, wie die Dinge nun einmal lagen, schreckte Lord Beel auch vor der schweren Aufgabe und vor kühnen Ent- Schlüssen nicht zurück. Er sah ein, daß dieser gordische Knoten nicht entknotet, sondern nur durchhauen werden kann. Lord Peel ist in seinem langen und arbeitsreichen Leben wohl öfter mit Juden zusammengetroffen und hat auch mit Juden zusanmiengearbeitet; als er 1922—1924 Staatssekretär für Indien war, bekleidete gleichzeitig der Jude Lord Reading die Würde des Vizekönigs. Peel kannte wotil einzelne Juden, aber die Juden frage hat er erst keimengelernt, als er iin Konferenzsaal in Jerusalem saß. Ls war eine historische Begegnung, als Chaiin Weizmann, der stolze Sprecher des jüdischen Volkes, in Jerusalem Lord Peel Auge in Auge gegenübersaß und diesem Manne, der in seiner Schlichtheit in diesem Moment das Ohr des Weltgewissens repräsentierte, Tragik und Grüße der Judenfrage darlegte. Lord Peel ha|es verstanden. Die Arbeit des Staatsmannes, angesichts der unbarmherzigen aufeinariderstoßenden Realitäten, verlangt klaren Sinn und oft eine harte Hand. Aber in dem Dokument, das als erste Unterschrift die des nun verewigten Lord Peel trägt, stehen Sätze, die von einem echten Gerechtigkeitssinn und seelischer Noblesse zeugen, Sätze, wie sie das’jüdische Volk selten gehört hat. lieber alle politischen Tagesfragen hinweg wird die Judenheit das nicht vergessen. Auch die Parole des Judenstaate s, die —- nachdem Balfour- Deklaration und Palästinarnandat vom ״Jüdischen Natioiialheim׳‘ sprachen — durch Lord Peel zum erstenmal in einem offiziellen Dokument ausgesprochen wird, kann nicht mehr verschwinden. Mag sein, daß Lord Peel einmal in der Geschichte unter den englischen Staatsmännern genannt werden wird, die dem modernen Judenstaat den Weg gebahnt haben, und daß diese seine Tat am Ende seines dem Dienst seines Vaterlandes geweihten Lebens eien Namen Lord Peels der Nachwelt überliefern wird. Nun geht der politische Kampf um Palästina weiter. Keale Kräfte zweier Nationen stoßen aufeinander, und England hat entscheidend mitzuwirken, um diesem Chaos eine politische Gestalt zu geben. Bei den auf dieses Ziel gerichteten Bemühungen wird der Rat und die Tatkraft eines Mannes, der die persönlichen Qualitäten für schwieiige staatsmännische Aufgaben besaß und sich die notwendigen Kenntnisse und Erfahrungen eben erst angeeignet hatte, eines Mannes, der ein Sachverständiger im besten Sinne geworden war und zugleich Vertrauen genoß, schwer zu ersetzen sein. *) Die ,,J. R.“ hat in Nr. 54 die Schilderung• eines Friedens- Schlusses zwischen einem jüdischen und einem arabischen Dorf im Beisein von Andrews veröffentlicht. Dort ist Andrews auch auf dem Bilde zusammen mit den jüdischen Und arabischen Teilnehmern der Feier zu sehen. Fortsetzung von Seite 1 Die Palästina - Resolution die von der VI. Kommission zur Annahme in der Völlerbundversaminlnng vorgeschlagen wurde, hat folgenden Wortlaut: ״Die Völkerbundversammlung, die die Tätigkeit der Mandatarmacht der Ständigen Mandatskommission und des Völkerbundrates in bezug auf die Anwendung der in Artikel 22 de» Völkerbundpaktes und in dem Text des Mandates niedergdegten Grundsätze zur Kenntnis genommen hat, a) erneuert das ihnen durch frühere Tagungen der Völkerbundversammlungen ausgesprochene Vertrauen und bringt ihre Anerkennung für die Ergebnisse /.um Ausdruck, die sie dank einer engen und offenen Zusammenarbeit, deren Aufrechtcrhaltung wichtig ist, erzielt haben; b) bringt ihre Ueberzeugung zum Ausdruck, daß das Palästinaproblcm, das gegenwärtig dem Völkerbundrat vorliegt, in ge rechter Weise gelöst werden wird unter möglichst vollständiger Bedachtnahmc auf alle legitimen Interessen, die auf dem Spiele stehen.“ Nach der Abstimmung über den Resolutionsentwurf nahm der Präsident des Irischen Freistaates, de Valera, nochma!s das Wort, um festzustellen, daß mit dieser Ent- Schließung die der Völkerbundversarniiilung vorgelegt wird, das Prinzip der Teilung Palästinas noch keineswegs angenommen ist. De Valera sprach die Ueberzeugung aus, daß man bei der Lösung des Palästinaproblems nicht ausschließlich die eine Möglichkeit der Landesteilung in Betracht ziehen werde. Zu den Beratungen und Beschlüssen der VI. Kommission ist zu bemerken, daß die Lösung der Palästinafrage, soweit hierbei der Völkerbund in Betracht kommt, ausschließlich von der Stellungnahme des Völkerbundrates abhängt. Die Haltung der Völkerbund v e rs a 111 m I u n g hat nur informativen Charakter. Die neue Palästina Kommission Ernennung nicht vor Ende Oktober? Wie verlautet, soll die neue Palästina-Kommission, die auf Grund von Verhandlungen mit Arabern und Juden bestrebt sein wird, einen neuen Teilungsplan anszuarbeiten, nicht vor Ende Oktober eingesetzt werden, ln amtlichen englischen Kreisen herrscht die Ansicht vor, daß in dieser Sache nicht mit besonderer Eile vorgegangen werden soll. Vielmehr will man erst alle technischen Vorarbeiten gründlich erledigen. Die vor einiger Zeit verbreitete Meldung, daß einige Mitglieder der Kgl. Palästina-Kommission auch der neuen Kornmission angehören werden, wird halbamtlich b es t ä - tigt. Man hält dies für notwendig־, damit nicht die aus unmittelbarer Anschauung von den Mitgliedern der Peel- Kommission gewonnene Kenntnis der Dinge bei der Arbeit der neuen Kommission unausgenutzt bleibe. Keine weiteren Schritte Aegyptens Die ägyptische Tageszeitung ״El Mokattam“, das Sprachrohr des Ministerpräsidenten N aha s Pascha, nimmt im Leitartikel zu der Aufrollung des Paliisfinaproblems vor dem Völkerbund Stellung. Das Blatt macht dem Irak und der Türkei Vorwürfe wegen ihrer angeblich indifferenten Haltung. Dagegen wird mit Anerkennung darauf hingewiesen, daß Frankreich gegenüber dern Teilungsplan Vorbehalte gemacht hat. Was das Eingreifen Aegyptens in dieser Angelegenheit betrifft, so sei es mit den Darlegungen des ägyptischen Außenministers in der Völkerbundsversammlung als abgeschlossen zu betrachten. Emin es Said bezeichnet in demselben Blatt die Reden des ägyptischen und des irakischen Vertreters im Völkerbund als ein bedeutsames Ereignis in der Völkcrbundsgcschichte. Herren- und Damen- Ausstattungen Berlin SW, Friedrichstraße 50-51 Die Erklärung des ägyptischen Außenministers sei der erste Beitrag des Vertreters Aegyptens zu einer Diskussion iin Völkerbund und gleichzeitig die erste ableimende Aeußerung eines Mitgliedsstaates des Völkerbundes zum Teilungsplan gewesen. Aegypten habe damit zum erstenmal öffentlich einen arabischen Staat unterstützt und damit seine Verknüpfung mit der arabischen Bewegung bekundet. Der Verfasser lügt hinzu, daß zwischen den Regierungen in Kairo und Bagdad Besprechungen z.ur Sicherung einer Einheitsfront in der Palästinafrage stattgefunden hätten. Dies sei auch aus den einleitenden Worten des Delegierten des Irak zu ersehen gewesen, in denen er sich für die Erklärung des ägyptischen Außenministers aussprach. Der ägyptische Ministerpräsident N ahas Pascha wird am '2. Oktober eine Abordnung der Araber Palästinas einplangen. Das ägyptische Komitee zur Verteidigung der arabischen Interessen in Palästina kündigt für den 2. Oktober die Ab- Haltung eines ״P a 1 ä s t i n a ־ T a g es“ an. Die mohammedanische Bevölkerung wird aufgerufen, ihren Treueschwur fii-rdie arabische Sacke zu erneuern und den Familien der Märtyrer von 1936 Mittel zur Verfügung zu stellen. Der Redakteur der in Kairo erscheinenden ״Islamischen Revue“ ist wegen Veröffentlichung eines die Juden verleumdenden Artikels verhaftet worden. Das Oberste Arabische Komitee bat an den Präsidenten des Irischen Freistaates de Valera, den französischen Auflenminister Delbos, an Paul - B on c c> 11 r sowie an die Delegationen des Iran und des Irak in Genf Telegramme gerichtet, in denen es ihnen den Dank und die Anerkennung für die Verteidigung der arabischen Interessen in Palast:״ ausspricht. Der Sinn des Ratsb eschlusses Eine Erklärung des lettischen Außenministers Riga, 23. September. (JTA.) Der Außenminister von Lettland, M unters, einer der Mitglieder des vom Völkerbundrat eingesetzten Dreierkomitees zur Formulierung der Palästinaresolution des Rates, gewährte einer in Riga erscheinende Zeitung ein Interview. Er erklärte, daß die Ausarbeitung der Entschließung des Völkerbundrates lediglich aut der Balfour-Deklaration und auf Artikel 22 des Mandates basierte. Das Komitee sei z׳> ri/ist dazu gelangt, die Unantastbarkeit des Mandates vom '21. Juli 1922 festzustelien. Das Mandat bleibt in Kraft, solange der Volkerbund nicht anderweitig beschließt. Da aber Minister Eden erklärt hat, England könne unter den gegenwärtigen Bedingütigen das Mandat nicht durch! Uhren, sei beschlossen worden, dem Plenum zu empfehlen, eine neue Kommission nach Palästina zu entsenden, die die Möglichkeiten einer Teilung untersuchen und studieren sdl|. Das aber bedeute keinesfalls, daß damit der Völkerbundrat schon das Prinzip der Teilung anerkannt hat. In der Resolution des Vöikerbundrates wird darauf aufmerksam gemacht, daß etwaige Beschränkungen der Einwanderung nach Palästina nur provisorischen Charakter tragen dürfen und das Grundprifizip der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit des Landes wiederhergestellt werden müsse. Dieser Teil der Resolution habe vor allem Polen, Rumänien und andere osteuropäische Staaten befriedigt. Lord Lytton über die Teilung In einer, in Leeds unter dem Vorsitz des Earl of Harewood ,!])gehaltenen Versammlung hielt der Vorsitzende der Palestine Potash Company, Lord Lytton, eine Rede über die Palästina-Politik. Aus den Teilungs Vorschlägen der Peel-Kommission, so führte der Redner aus, seien zwei Schlüsse zu ziehen: entweder glaube die Kommission nicht an ihre eigene Fest- Stellung, daß Juden und Araber nicht in demselben Staat friedlich nebeneinander leben können, oder aber sie glaubt daran, dann seien ihre Vorschläge kein Mittel, um das Uebel zu beseitigen, ln dem geplanten arabischen Staat würde es, wie die Kommission selbst erklärt, nur 1200 Juden, dagegen in dem jüdischen Staat 225OOU Araber geben; in den Städten Jerusalem und Elaifa, die unter britischem Mandat bleiben sollen, würden 125 000 Juden und S5ÜOO Araber leben. Daraus sei klar zu ersehen, daß in allen drei Gebieten Juden und Araber genötigt sein werden, friedlich miteinander aus/ukommen, oder die Unruhen würden fortdauem. Ich möchte eher aitnehmen, sagte Lord Lytton, daß die Kommission sich in ihrer Diagnose als in dem vorgeschlagcnen Heilmittel geirrt hat. Der Redner wies weiter darauf hin, daß von seiner Gesellschaft rund 800 Arbeiter beschäftigt werden, etwa zu gleichen Teilen Juden und Araber, und daß es zwischen diesen keine Reibungen gegeben hat. Die Frage, ob Aussicht aut Annahme der Teilung und auf Verbesserung der Beziehungen zwischen Juden und Arabern im Falle derßurclifiihrung der Teilung besteht, wurde von Lord Lytton b ej a h t. Obwohl beide Parteien bei der Teilung etwas aufzTtgeben haben werden, würden sie mehr gewinnen als verlieren. Die Araber würden ein erhebliches zusätzliches Territorium erhalten, das mit Transjordanien vereinigt einen neuen, *unahhängigen Staat bilden wird. In diesem Staat würden sie der Sorge enthoben sein, die sie jetzt bedrückt, daß sie eines Tages von den Juden überflutet werden und ihre Mehrheits- Stellung einbüßen könnten. Die Juden würden dadurch einen Gewinn zu verzeichnen haben, daß ihr Nationalheim trotz bedeutender Einschränkung seines Gebietes ein National- Staat werden wird, in dem die Juden Herren ihres Schielesals sind. Die Einwanderung wird ihrer Kontrolle unterstehen und durch Verhandlungen mit den Arabern könnte« gegebenenfalls auch Einwanderungsmöglichkeiten in das jetzt verschlossene Transjordanien geschaffen werden. Deshalb sei, die. Hoffnung eines Ausgleichs zwischen den beiden Ocmeinschaften bei der Teilung, die zur Unabhängigkeit beider und zur Ermöglichung freier Verhandlungen führt, gröfitr als heute, wo beide einer Macht unterworfen sind, die keine der beiden Parteien liebt und achtet. Teilungsdiskussion in London Von unserem Berichterstarter J. K. London, Ende September Es wurde an dieser Stelle wiederholt auf die Diskussionen hingewiesen, die in London über die Teilungs- Vorschläge geführt werden, ganz unabhängig von dem äugenblicldichen politischen Stadium, in dem sich diese Angelegenheit befindet. Während die Kritiker im allgemeinen, wenig Neues hinzufügen, unternimmt es die politische Zeitschrift ״Round Tab! e“, auf der Basis der Empfehlungen der Untersuchungskömmission weitgehende Ergänzungen vorzuschlagen. Nicht was die Empfehlungen enthalten, sondern tvas sie aus lassen, müsse kritisiert werden. Die Vorsorge für die größtmögliche Entwicklung der verschiedenen nationale« Aspirationen könne noch nicht alles sein. Der Vertrag der beiden neuen Staaten mit England könne nicht einen direkten Vertrag zwischen den beiden Nachbarn ersetzen. Der Vorschlag Lord Samuels im Oberhaus wird in dieser Hinsicht begrüßt. England soile zusammen mit der zionistischen Bewegung die Bildung eines arabischen Staatenblindes unterstützen ״in der Erwartung, daß sich das Hinterland dann dem palästinensischen Markt anschließen werde“. Als Gegenleistung־ für die Oeffnung des arabischen Hinterlands müßten die Juden der arabischen Minorität innerhalb der jüdischen Grenzen finanzielle Unterstützung gewähren, soweit sie zur Auswanderung bereit ist. Auf dem Wege wirfschaftlicher Zusammenarbeit sei auch das zweite politische Problem lösbar, die Frage der militärischen Veiteidigung. Der Schutz europäischer Mächte sei ein Uebergangszustand, der durch militärische Selbständigkeit abgelöst werden könne, wenn die Interessengemeinschaft der einzelne« Teilstaaten auf wirtschaftlichem Gebiet unter praktischen Beweis gestellt worden sei. Aehnliche C|edanken werden in einem Artikel 1m ,,J ewish Chronicle‘‘ vertreten, der unter der Ueberschrsft ״Eine Alternative zur Teilung“ erscheint. Der Verfasser, ei« gebürtiger Palästinenser, Ascher Saphir, verweist dabei auf seine Broschüre ״Unity or Partition“ und auf seine Aussagen vor der Untcrsuchungskommissiori. Er schlägt eine« arabischen Staaten hu nd vor, mit innerer Autonomie und weitgehender Dezentralisation der einzelner! Gliedstaaten. Das Prinzip der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit müsse für die jüdische Einwanderung nach Palästina «halten bleiben. Die Verfassung des palästinensischen Teilstaatcs müsse von einen, palästinensischen Parlament angenommen werden. Die brl"* sehen Interessen müßten vertraglich gesichert sein. Auf der letzten Tagung der Exekutive der Zionistische« Vereinigung für England wurde beschlossen, eine Zionistische Konferenz für den 31. Oktober nach Leeds cinzubcrufen, wo die Führer der Bewegung zu den politischen Ereignissen sprechen werden. Gleichzeitig soll die Propagandaaktion für das neue Jahr eingeleitet werden. Verantwortlicher Redakteur: Dr. Robert Welt sch, Berlin-CharL 9 fauch verantwortlich iiir die Aufnahme von JiHern). Stellvertreter: Kurt Loewenstein, Berlin W 15. Anzeigemleitcr und verantwortlieh für den Inhalt der Anzeigen; Hermann Finn, Berlin W 15. Gültig Anzeigen - Preisliste ä vorn 1. Aprii 1936. Verlag und Aazeigcnvcrwaltung: Jüdische Rundschau, Berlin W15, Meinekestr. 10. IS.A.!1,1937 30316. — Druck: Siegfried Scholen), Bcrlin-Schöncberj.

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