Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 76-77 (24.9.1937)
- Date
- 1937-09-24
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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- Safed 2× ep/1046078
- Beirut 1× ep/1047833
- Haifa 1× ep/1047930
- Hebron 1× ep/1047559
- Istanbul 1× ep/1044827
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14 י*' ״S Jöruscwp RiiNnSfWMi Nr. 7677, 24. IX. 1937 Das Neueste in Kürze Türkei und Libanon neutral Istanbul, 17. September. Wie die J T A. aus autoritativer Quelle erfahrt, hat die Türkische Regie- ז ung beschlossen, in der Frage der Teilung Palästinas absolute Neutralität zu wahren. Es wird erklärt, (laß die Türkei zwar an der Wohlfahrt der früheren ottomanischen Territorien stark interessiert sei, sich aber nicht in die inneren Angelegenheiten dieser Länder einzumischen gedenke. Bei aller Sympathie für die politischen Bestrebungen der Araber werde die Türkei nichts unternehmen, was geeignet wäre, das Prestige des Völkerbundes zu schmälern. Diese Informationen stehen in Widerspruch zu den Meldungen, die die palästinensisch-arabische Zeitung ״F e - lest in“ vor kurzem über die angebliche Stellungnahme des türkischen Staatspräsidenten Ke mal Atta türk verölfentlicht hat. Beirut, 17. September. (JTA.) Nachdem von gewissen arabischen Zeitungen der Regierung des Libanon Vorwürfe gemacht worden waren, daß sie sich an der Panarabischen Konferenz in Blondan nicht beteiligt hat, ist jetzt in der in französischer Sprache erscheinenden Zeitung״ ־L’Orient“, die als offiziöses Sprachrohr der Regierung gilt, ein Artikel erschienen, in dem erklärt wird, das Palästinaproblem gehe den Libanon nur unter dem Gesichtspunkt freund nach* barlicher Beziehungen mit Arabern und J u - den an. Es bestehe für den Libanon keinerlei Veranlassung, sieb in den Streit in Palästina einzumengen; das würde zu nichts Gutem für den 1 ihanon führen. Dieser müsse vielmehr eine absolut neutrale Haltung wahren. Oh gefeilt oder ungeteilt, werde Paläs‘ha der Nachbar des Libanon bleihen. Deshalb dürfe nichts unten!o!rmH'n werden, was die für den Libanon .sehr wichtigen Beziehungen zu diesem Lande beeinträchtigen könnte. Die Verteilung der Entschädigungen Jerusalem, 17. September. (1T.V.> Der Waad Leumi wird in den nächsten Wochen die Verteilung d er Gelder vornehmen, die die Regierung für die Angehörigen der hei den vorjährigen Unruhen Getöteten und Sätwervcrwundeten bestimmt hat. Von den ÜXM’tl Pfund, die für diesen Zweck hcrriigestellt worden sind, wurden 18 (WO Pt u n d zur V7 erteil u 11 g a n I!1 d en gelangen. Von dieser Summe erhält das jüdische Imisa'ein und seine Umge biing 4200 IM’und für 20 Tote u־׳d 2(1 Verwundete: der Kreis Tel Aviv erhalt für 53 Tote 60()') und für 58 Vcrvundele 1727 Pfund: für Natania timi Umgehung ist ein Betrag von 1275 Pfund 1'iir 10 Tote und von 1 (!) Pfund t'tir 6 Verwundete bestimmt word־׳n; Haifa und Umgehung erhält IS Off Pfund für 10 Tote und '250 Pfund für 6 Verwundete; Nazareth mit Uitigebimg 1030 Pfund für 0 Tote und 115 Pfund für 4 Vvwu miete. Inseesamt werden Entschädigungen für die Hinterbliebenen von 00 getöteten und für die Augehörigen von 103 verwundeten Juden bewilligt. Wie im palästinensischen Amtsblatt bekanntgegeben wird,?olle•! außer den Hinterbliebenen der bei den Palästinaunruhen Getöteten und den Angehörigen der Schwerverwundeten auch solchen Personen im Gnadenweg Entschädigt!«• g e n_ ,gewährt werden, die unschuldigerwtisc Verluste an Eigentum erlitten haben. Entschädigungsgesuche sind bis Ende Oktober einzureichen. Der Termin für die Anmeldung von Ansprüchen auf ■Entschädigung für Opfer der Unruhen von 1030 ist bis zum 1. Oktober verlängert worden. Die Juden bilden 29,3% der Bevölkerung Nach amtlicher Schätzung betrug die Bevölkerungszahl Palästinas Ende Juni 1037 1316 7(17. Die Nomaden und Angehörigen der Armee sind hierbei nicht mit eingerechnet. Die Zahl der Ocsaiuthevölkeriing jsf somit seit Ende März um 624 gestiegen. Daß diese Zahl so klein ist, ist darauf zurück- •/!!führen, daß Ende Juni zahlreiche Touristen außerhalb des Landes weilten. Die natürliche Vermehrung der Bevölkerung im zweiten Vierteljahr!037 betrug 0010; cs wurden!2 416 Geburten und 637t) Todesfidle verzeichnet. Ikr Verlust durch — zun! größten Teil saisonbedingte — Ausreise betrug 5422. Die Gesamtbevölkerung am '30. Juni setzte sich aus 800304 Mohammedanern (61,5 r1׳ der Gesamtbevölkerung), 33C084 ( 20,3!,n) Juden, 1()0 769 ( 8,3 ״״) Christen lind J1 320 sonstigen Personen zusammen. Bodenkäufe Im Jahre 1937 Jerusalem, 17. Seuemhe־. (JTA.) In den ersten sieben Monaten 1037 sind von Juden in Pa’listina 16 225 Dum nt Boden erworben worden gegenüber 15251 Dunam in dem gleichen Zeitraum des Jahres 1036, Durch tnohaminedänische und christliche Palästinenser wurden bis Ende Juli 1937 16 336 Dunam verkauft, die Regierung hat 223 Dunam verkauft. Die gesamten Bodentransaktioiii'ii in den ers'er sieben Monaten 1937 umfaßten ein Gebiet von 61 575 Dunam im Schätzungswerte von 2883000 Pfund. Juden kauften 42025 und verkauften 25 800 Dunam, so daß sich ein Ueberscluiß von 16 225 Dunam ergibt. Mohammedaner und Christen haben 18 425 Dunam gekauft und 34 787 Dunam verkauft. Investierungen und Kapitals- Erhöhungen Jerusalem, 17. September. (JTA.) ln palästinensischen Unternehmungen wurden vom 1. Januar bis Ende Juli 1917 3 380 000 Pfund zum Teil neu investiert, zum Teil für Kapitalserh5hun״en verwendet. 107 neue Handelsgesellschaf־ 1en mit einem Kapital von 732 10! Pfund wurden in diesem Zeitraum neu eingetragen, gegenüber 114 Gesellschaften mit einem Gesamtkapital von 612717 Pfund in dem gleichen Zeitraum des vorangegangenen Jahres. Die Kapitaiserhöh ungen waren in diesem Jahre wesentlich bedeutender als im vorangegangenen. Es haben 31 Gesellschaften ihr Kapital von 4 14! 090 um 2 647 0:« auf 6 7SSOOO Pfund erhöht, während in derselben Zeit des vorangegangenen Jahres Kapitalserhöfur 1־ bei 32 Gesellschaften, und zwar von 766 000 um 614 000 auf 1380 600 Pfund vorgekommen sind, ln der gleichen Zeit haben 4 Gesellschaften ihr Kapital um 8035 Pfund verringert. Barmizwah-Terrain! Am 2. Oktober (27. TLrhri): Ludwig יו Herz, Sohn von Ilelmuüi Herz, Ramoth Ila.-chawiro. Vier Araber, die im Zusammenhang mit dem Angriff auf zwei jüdische Hilfspolizisten in Saf cd verhaftet worden sind, wurden vom Gehilfen des Bezirkskoniniissars für Nordpalästina, K. W. Blackbunte, kraft der Ausnahmezustandsbestimmungen zu je einem Monat Gefängnis verurteilt. Die Verletzungen von Josua Perlmutter, einem der verwundeten Gaffirim, erwiesen sich als f,0 ernst, daß die Aerzte sich entschließen mußten, ihm die Hand zu amputieren, uni sein Leben zu retten. Im Dorfe Kfar Jaouni sind drei Araber verhaftet worden, die der Beteiligung an der Schießerei gegen Rosch Pin ah überführt wurden. Sie wurden zu Gefängnisstrafen in Akko verurteilt. Außerdem wurde dem Dorf eine Kollektivstrafe auferlegt; ferner wurde ein aus sechs Marin bestehender Polizeiposten dort etabliert, dessen Kosten das Dorf tragen muß. Ein berüchtigter Agitator aus Safed, dem es vor sechs Monaten gelungen war, nach bereits erfolgter Verurteilung zu entkommen, konnte von der Polizei festgenommen werden. Er wurde im Wege des Schnellverfahrens zu einer Gefängnisstrafc verurteilt und nach Akko geschickt. Der Sekretär des Obersten Arabischen Komitees, Subhi Bey el Kahadra, der freigelassen worden war, ist erneut in Haft genommen worden. Es wurde im Verwaltungswege für ihn ein einjähriger Z w a n gs a u f en t h a i t in Akko festgesetzt. Wie ein Polizeibericht meldet, wurden zwei Araber in der Nähe der Kwuzah Hass ad eh von jüdischen Gaffirim verwund et, als sie mit ihren Herden den Boden der Siedlung passierten. Zwei jüdische Gaffirim wurden verhaftet. Die Schüsse wurden von ihnen als Entgegnung von Steinwürfen der arabischen Hirten abgegeben. Die Leiche eines Arabers wurde in der Nähe der Siedlung Hass aci eh gefunden. Die Polizei hat Nadiforschlingen auf genommen. Auf eine im Exerzieren begriffene Kompagnie jüdischer Hilfspolizisten in der Siedlung Nevch Jacob, nördlich von Jerusalem, wurden von der Chaussee her mehrere Schüsse abgegeben. Getroffen wurde niemand. Ein arabischer Kaufmann in Jerusalem übergab ein ihm zugesandtes verdächtiges Paket der Polizei. Man fand in dem Paket drei Bomben. Der Jom Kippur ist in Palästina im allgemeinen ruhig verlaufen, nur in einzelnen Teilen des Landes traten arabische Terroristen in Tätigkeit. Auf das jüdische Viertel von Safed feuerten Araber zahlreiche Gewehrsalven ab. Der Polizist Jehos'öua Perlmutter wurde schwer vervvundet. Schüsse, die auf ein jüdisches Haus in Rosch Pina abgegeben wurden, verletzten niemand. Vor dem Kriniina'gcricht in Tel Aviv begann der Prozeß gegen einen arabischen Jugendlichen von 17 Jahren in der Affäre wegen des Mordes an dem Russen Sluga in Ness Zionall im März dieses Jahres. Das Gericht in Jerusalem hat Arje Kätscher, ein Mitglied der Revisionistischen Partei, der am Ausgang des Jom Kippur an der Klage mau er Scholar geblasen hat, 7u sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft forderte strenge Bestrafung «nd wies darauf hin, daß die Unruhen des Jahres 1929 von einer ähnlichen Gesetzesübertretung‘ ihren Ausgang genommen haben. Für die Auffindung der Mörder von Gerstein und Abdul Barkawi hat die Polizei eine Belohnung von je £ 500 ausgesefzt. Das Appcllafionsgcricht hat das Urteil im Schenzvitt׳- Prozeß bestätigt. Wie erinnerlich, wurde Schenzvitt des Mordes an Jacob Zwanger schuldig befunden und zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Bei Ras el Naktira an der palästinensischen Nordgrenze sind zehn jutIcn bei dem Versuch, die palästinensische Grenze illegal zu überschreiten, verhaftet worden. .,Felestin“ meldet, die Palästina-Regierung habe beschlossen, neue E j n w a n d e r 11 n g s - und Boden ge ־ setze zu erlassen, die den Vorschlägen der Kgl. Kommission entsprechen. Dem ״Haarez“ wird aus Amman gemeldet, daß in Transjordanien größere Gebiete für die Rechnung reicher palästinensischer Araber durch Bodenmakler aufgekauft werden. Oie Käufer beabsichtigen, diesen Boden Tel Aviv, Mitte September Mit der Ankündigung ״Komödien- und Operettenbühne des Malate“ wurde das Publikum darauf vorbereitet, daß es an diesem Abend keine der üblichen satirischen Revuen zu sehen bekommen würde, die das Ensemble sonst pflegt. Es ist nicht das erstemal, daß ״Malate“ von seiner besonderen Note abweicht. Wir erinnern uns an einen im Jahre. 1933 unternommenen und mäßig gelungenen Versuch, ״Das Land des Lächelns“ aufzuführen und an eine Komödie ״Lahadam“ im Jahre 1934, die -לdamals in erster Reihe Schuld des schlechten Manuskripts — ein glatter Versager wurdev Seit drei Jahren wagt man nun erstmalig wieder, aus dein Kreise zu treten und tut es diesmal mit außerordentlichem Erfolg. ״Matate“ stellt immer von neuem seine Lebendigkeit und Elastizität unter Beweis. Gronemanns dreiaktige Komödie zeigt deutlich die Vielseitigkeit seiner Persönlichkeit. Mit der scharfen Logik des Juristen, mit der feinen Beobachtungsgabe und der pointierten Dialektik, die wir aus seinen Romanen, Essays und Reden kennen, mit der geistigen Beweglichkeit eines Mannes, der ein Freund des Denksports ist und auch anderen gern etwas zu raten auf gibt, ist dieses Stück gebaut, dessen Handlung in dem kleinen Gasthof irgendeiner kleinen Stadt abrollt. Zeit: einige Jahre vor dem Weltkrieg. Durch ein eigenartiges Testament taucht plötzlich für zwei junge Männer von 30 Jahren die Frage auf, ob sie nicht als Säuglinge verwechselt wurden und konsenuenterweise jetzt einen Personaütätstausch vornehmen müßten, um wieder Söhne ihrer wirklichen Eltern zu werden. Soziale, ideologische, moralische Verschiedenheit der beiden schafft im Handumdrehen eine Fülle von Problemen und Verwirrungen, die auf die Spitze zu treiben Gronemann ebensoviel Freude gemacht haben dürfte wie seinem Publikum, das das Bcth Haam bis auf den letzten Platz füllte. Der Kritiker wird die Pointe, oder besser die Pointen — denn jeder Akt hat eine gesonderte — nicht verraten und bedauert, eben deshalb nicht mitteilcn zu können, welcher von beiden der wirkliche Christian bzw. der wirkliehe Jacob ist. .Richard Rosenheim, der hiermit seine Arbeit bei ״Matate“ fortsetzt, ist für diese Inszenierung der berufene Regisseur. Er wahrt ־- wesentlich unterstützt durch den später an Araber weiter zu verkaufen, die Palästina nach der Teilung verlassen werden. Die Tageszeitung ״Haarez“ meldet, daß demnächst mit einer bekannten ßankiersfamiüe in New׳ Vork ein Vertrag über die Aufnahme einer Anleihe von S Millionen Dollar zur Entwicklung der jüdischen Landwirtschaft, in Palästina abgeschlossen werden wird. Die Anleihe soll insbesondere für den Ausbau der Orangen-Plantagen verwendet werden. Die Siedlungen K i r ja t An a w im und Ramat R ac h e 1 haben von der Regierung die ersten Beträge von dem Darlehen bekommen, das durch den Hilfsfonds für Bauern int Berggebiet zum Ausbau der Pflanzungen gewährt wird. Da$ Darlehen wird gegen gemeinsame Bürgschaft der beiden Siedlungen erteilt und ist im Verlauf von acht Jahren zurückzuzahlen. Einer amtlichen Mitteilung zufolge hat das Kolonialarnt auf Empfehlung des High Commissioner beschlossen, die Schulden an die Regierung zu annullieren, die aus Dariehen für Samen, Futter und Wiederaufbau nach dem. Erdbeben entstanden waren und insgesamt, inklusive Zinsen, £ 138 000 ausmachten. Auf dem Karmel ist ein Gebiet von 3850 Dunam durch Juden erworben worden. Wie amtlich bekanntgegeben wird, hat das letzte Finanzjahr der Palästinaverwaltung mit einem Defizit von 62 000 Pfund abgeschlossen. Der Ausfall wurde aus dem bis dahin angesammeltcn Ueberschuß gedeckt Die durch Nordpalästina führende zweite Hochspa 11• nungsleitung von dem Ruthenberg-Werk in Naharaim und Tel Aviv ist fertig-gestellt worden. Die Leitung hat eine Länge von 110 km. Mit der Arbeit wurde vor dom Ausbruch der Unruhen im März 1936 begonnen, sie wurde trotz der im Lande herrschenden Unsicherheit nicht unterbrochen. Der Verbrauch von elektrischem Strom in Pa- Iästina weist im ersten Halbjahr 1937 gegenüber dem ersten Halbjahr 1936 eine Erhöhung um 9,9 ״» auf. Die Palestine Electric Corporation (Ruthenberg-Werk[‘) und die Jerusalemer Electric and Public Service Corporation haben 33 209 000 Kilowattstunden in diesem Halbjahr verkauft, um 3 Millionen mehr als im ersten Halbjahr 1936. Auf Einladung des Direktors der Rcgierungsabtcilung f.ür das Zollwesen haben sich der Bürgermeister von Tel Aviv, Israel Rokach, und der Direktor des Tel-Aviver Hafens nach Haifa begeben, um die für den Personenverkehr bestimmten Einrichtungen des dortigen Hafens zu studieren und die hierfür angelegten Bauten zu besichtigen. Im Hafen von Tel Aviv sollen Gebäude für den Personenverkehr nach dem Muster derjenigen von Haifa errichtet werden. Die Aufobuskoopcrative ״Egged“ hat den Verkehr auf der neuen Chaussee Tel Aviv — Haifa aufgenommen. Die Fahrtzeit wird dadurch um eine Stunde verkürzt. Wie die hebräische Tageszeitung ..Haare/“ mitteilt, wird der belgische Außenminister in den nächsten Tagen zu einem Besuch in Palästina eintreffen. Das Exckutivmitglied Elieser Kaplan, begleitet von Bcrnard Joseph, sprach beim tschechoslowakischen Konsul vor, um das Beileid der Jcwish Agency anläßlich des Todes von Masaryk darzuhriiigen. Das Gebäude der Jewish Agency und das Rathaus von Tel Aviv — Masaryk war Ehrenbürger Tel Avivs — flaggten Halbmast. Anläßlich eines Besuches in Kfar Szold gab Miß. Heurietia Szold bekannt, daß sie demnächst in die Vereinigten Staaten reisen werde. Rabbi Joseph Sion im ist im Atter von 70 Jahren in Jerusalem gestorben. Seine Familie wurde während der Unruhen vom Jahre 1929 in Hebron von Arabern niedergemetzelt. Der Ministerpräsident des Irak hat an die Syrische Regierung ein Schreiben gerichtet. Er fordert sie darin auf. sich den Vi e r e r b 1111 a der asiatischen Staaten, der Türkei, des Irak, Irans und Saudi-Arabiens, an/uschließen. Der Pa'äs na-Pavi!!on auf der Internationalen Levante- Messe i:1 Bari, der vor einiger Zeit in Anwesenheit des Kronpri ■zen U.nberto eröffnet worden ist, wurde von zahlreichen licrvo ־׳agc!den Persönlichkeiten aus Italien und dem Ausland be uch!. U. a. hat bald nach der Eröffnung der italierisch.׳ L’a de'sirinister ,.an ein! den Pavillon besiehtigt. Snäier wurde die Palästina-Ausstellung auch von den Handelsininistern Brasiliens und Belgiens besucht. Bühncnbi'dner L u f t g 1 a s — die Atmosphäre der Kleinstadt, die den Rahmen für so sensationelles Geschehen liefert. Er verzichtet auf musika'isehe Untermalungen, Tänze o. ä., ohne die man sonst auf dem palästinensischen Theater nur ungern arbeitet, und es gelingt ihm, aus den Matate-Leuten, deren eigentliche Domäne mehr kabarett- und sketchartige Darbietungen sind, das gut aufeinander abgestimmte Ensemble einer Sprechbühne zu formen. Bezallel London gibt einen Kleinstadt-Doktor mittlerer Jahre, der im Alkoholgenuß weit mehr Befriedigung findet, als in der Ausübung seines Berufes. Er hat ausgezeichnete Momente, nicht zuletzt im stummen Spiel, Ochsenberg betreut zwei Rollen, ist im ersten Akt hervorragend, während die stimmliche Variante, derer er sich später bedient, der deutlichen Ueberniittlung des Textes nicht förderlich ist. Darunter leidet ein wenig der zweite Aktschluß, dessen Pointe durch ihn nicht klar genug vorbereitet wird. Von den übrigen Matate-Spielern erfreut vor allem wieder Rose Lichtenstein mit einer diskreten, fein durchgearbeiteten Leistung, bewähren sich Laviusch und Ti m an aufs beste. Chur gal trifft nicht immer ganz den richtigen Ton und in der Wahl seiner Kostüme war man nicht sehr glücklich. Aba überlreibt zu stark. Von den Matate - G ä s t. e n ist es vor allem Frau Schindler, die uns früher in rwei Inszenierungen des ,,Theatron Sadan“ als starke Begabung auffiel und die hier eine schwierige Rolle mit Charme und bemerkenswerter Einfachheit des Tons und der Geste beherrscht. Sie für dauernd im Matate-Enscinble zu sehen, würde einen Gewinn bedeuten. Ihr Partner, Josef Schapiro, ist ein sympathischer ״Seli-made-Man“. Der feierliche Gehrock; der im ersten Akt (nach der Beerdigung) wohl angebracht ist, wäre bereits im zweiten Akt besser durch eitlen legeren Anzug zu ersetzen, was auf die Ungezwungenheit uaa Beweglichkeit des Darstellers sicher günstig wirken würde. Ben Joseph und Skiarsch stellen zwei sehr gelungene Chargen auf die Bretter. Avigdor Hameiris ausgezeichnete hebräische Uebertragen? sorgte dafür, daß keine dialektischen Finessen des Originals verloren gingen. Das Publikum applaudierte warm ••••׳!’anhaltend und rief Gronemann, Rosenheim und die iihri- 'erholt an die Rampe. M a n f r c 1׳ n c •' s (Schluß des Palästina-Teils) Sammi Gronemann: ״Jacob oder Christian?“