Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 76-77 (24.9.1937)
- Date
- 1937-09-24
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 76/77, 24. SEPTEMBER 1937 Die Furcht der Araber Die Zeitschrift ״Great B ritain and the Ea st“ vom!6. September schreibt, daß trotz der internen Schwierigkeiten vieler arabischer Länder der kürzlich abgehaltene Panarabische Kongreß ״sehr repräsentativ für die arabisch sprechende Welt“ war. Nicht weniger als 400 Delcgierte waren anwesend, und alle Staaten außer dem Jemen vertreten. Aber diese Ausnahme ist nicht bedeutungsvoll; denn niemand nehme an, daß Südwestarabien das Problem des Zionismus iriit anderen Augen ansehe als die übrigen unabhängigen arabischen Staaten. Es ist die Art des Westens, alle ״Pan“-Bewegungen, seien sie ״panasiatisch“, ״p;inarabisch“, ״panturanisch“ ti. s.f., als Phantasien Iiinnistellen. Zweifellos sei in der Vergangenheit viel darüber geredet worden und der Moment sei auch noch nicht gekommen, da alle Araber einmütig über die Haupttagesfragcn sprechen können. Dieses Zugeständnis sei jedoch weit entfernt davon, die Auffassung zu stützen, die eifrig vor dem Bericht der Kgl. Kommission gepflegt wurde, daß das wirkliche Interesse der Araber in ihren eigenen Landcsangelegenheiten liegt und daß die Besorgnis um die Zukunft des Heiligen Landes, die die Bewohner Saudi- Arabiens, Iraks, Syriens, Aegyptens nsw. angeblich hegten, nur künstlich sei. Das Gegenteil sei richtig, und die panarabische Konferenz habe dies bewiesen. Alle geliildeten arabisch sprechenden Menschen und auch viele ohne höhere Bildung haben ein vitales Interesse an dem Schicksal ihrer Brüder in Palästina. Die Kgl. Kommission habe dieses Interesse sicherlich bemerkt. Die Reden auf dem Kongreß waren grob und kompromißlos. Der Präsident erklärte, daß England, wenn es nicht seine Unterstützung des Zionismus aufgebe, nicht meiir auf die Unterstützung der Araber in Notzeiten rechnen könne. Das war die Stimme des Irak. Der Redner Aegyptens stellte fest, daß die Gefahr seitens des Zionismus für Aegypten größer sei als für manche anderen arabischen Länder. Aber alle Redner riefen zur Einigkeit gegen dasjenige auf, was ihnen eine ernste Gefahr schien. Im Westen kenne man nicht das A 1t s in a ß, in dem die arahischen Befürchtungen noch unbesiinftigt sind. Man verstellt nicht, daß die Araber fürchten, daß, wenn ein jüdischer Staat entstünde — ein Staat übrigens, der von Menschen bewohnt ist, die das übrige Palästina und mich Transjordanien als terra irredenta behandeln —, der Reichtum der Juden soviel bewaffnete Kräfte schaffen könnte, daß sie eine ständige Bedrohung für die Integrität der arabischen Lander wären. Man mag im Westen den Gedanken einer machtmäßigen jüdischen Ausdehnung als lächerlich abtun; aber er wird zweifellos von vielen Arabern geteilt. Und mit dieser Furcht sollte man rechnen. Aber es muß gesagt werden, so schließt der Aufsatz, daß nicht viele Engländer heute bereit wären, einen Vertrag mit Palästina zu unterzeichnen, der dem Lande völlige Unabhängigkeit gibt und zugleich die jüdische Minorität von der arahischen Duldung abhängig machen würde. Toleranz ist in vielen Ländern der heutigen Welt ein Gewächs von so zerbrechlichem Wuchs, daß die Kg!• Kommission gezwungen war, diese besondere Lösung zu schaffen. Smilansky über die Fassungskraft des Judenstaates Der Vorsitzende des Verbandes der jüdischen Landwirte Palästinas, Mosche Smilansky, hat sich in einem Vortrag, den er in London im Anglo-Palcstinian Club hielt, mit der Fassungskraft des geplanten jüdischen Staates in Palästina beschäftigt. Smilansky vertrat den Standpunkt, daß die Araber niemals einer weiteren jüdischen Einwanderung und weiterem Bodenkauf durch Juden in Palästina zustimmen würden. Damit sei die Teilung zur einzig möglichen Lös ung des Problems geworden. Aufrechterhaltung des jetzigen Zustandes würde allgemeinen Rückgang der Ein- Wanderung, des Bodenkaufs, der Beschäftigung jüdischer Arbeitskräfte bedeuten. Die Teilung Palästinas in drei Teile und die Schaffung eines mehr oder weniger unabhängigen jüdischen Staates sei daher zu begrüßen. Was das von der Kgl. Kommission in Aussicht genommene Gebiet für den jüdischen Staat betrifft, so meinte der Vortragende, daß von den 5E! Millionen Dunam, die in ganz Palästina wirtschaftlich entwicklungsfällig sind, 4!־> Millionen in das Gebiet des jüdischen Staates fallen. Auf diesen 4'g Millionen Dunam könnte eine Million landwirtschaftlich tätige Bevölkerung leben, was ungefähr einer weiteren Million andere Lebensmöglichkeiten bieten würde. Von den 4* 2׳ Millionen Dunam sind 3>,2׳ Millionen noch in arabischem Besitz. 1' j Millionen Dunam gehören reichen arahischen Grundbesitzern, die nicht in Palästina leben und möglicherweise bereit wären, den Roden an Juden zu verkaufen. Daß man die Araber auf den übrigen 2י'» Millionen Dunam in den arahischen Teil Palästinas oder nach Transjordanien transferieren könnte, hält Smilansky für eine Illusion. Aber auch von den 2*j Millionen Dunam, die kleineren Landwirten gehören, würden vermutlich 30—40 000 Dunam erworben werden können. Damit wäre die Grundläge dafür geschaffen, daß im Verlauf von zehn bis zwanzig Jahren etwa zwei Millionen Juden angesiedelt werden könnten. Wenn es England wirklich darum zu tun ist, daß. der Plan verwirklicht wird, dann müßten von den Juden folgende Bedingungen gefordert werden: Die Unabhängigkeit des jüdischen Gebietes muß mindestens in derUehergangszeit gewährleistet werden; wenn es einmal eine Million Juden im Lande gehen wird, würden sie in der Lajge sein, sich selbst zu verteidigen; dem Judenstaad müßte Wirtschaftliehe Meistbegünstigung innerhalb des Britischen Reiches zugestanden werden; eine internationale Anleihe müsse den Juden gewährt werden, um den Aufbau des neuen Staates auf gesunder wirtschaftlicher Basis zu ermöglichen. Abkommen über Akaba? Jerusalem,!6. September. (JTA.) Die Tageszeitung ״Felestin“ 'bringt die Meldung, daß der jahrelange Streit zwischen König Ibn Saud und Emir Abdullah über die Hafenstadt Akaba beendet worden sei. König Ibn Saud habe seine Ansprüche auf Akaba gegen jährliche Zahlung von 5000 Pfund aufgegeben. Damit sei ein den Frieden im Nahen Osten gefährdender Konflikt bei gelegt worden. Aus Amman wird dem Blatte berichtet, daß mehrere transjordanische Araber, die an der Panarabischen Konferenz in Bloudan teilgenommen haben, nach ihrer Rückkehr verhaftet und nach Akaba verbannt worden seien. Wird eine große Einwanderung möglich sein? Ein Engländer urteilt pessimistisch Ein anonymer Autor, von dem die Redaktion in einer , jrbemerkung sagt, daß er eine anerkannte Autorität für P a I ä s t i n a f r a g e n sei, schreibt in ״G r e a t B r i t a i n and the East“ vom 16. September unter der Ueberschrift ״Haben die Palästina-Unruhen eine zionistische Krise abgewandt?“ Der Autor befaßt sich einleitend mit der Ein- Wanderung, die dadurch, daß sie von ökonomischen Faktoren abhängig gemacht wurde, zu einer Ueber-fi«Wanderung führte, die als Nachwirkung wirtschaft'iche oder politische Unruhen hatte sowie zu einer gewissen Auswanderung aus Palästina führte. Die Einwanderung habe im Oktober 1:G'> den Höhepunkt überschritten, und die Verwaltung sollte daher die größte Sorgfalt bezüglich der Ausgabe weiterer Arbeiter- Zertifikate walten lassen. Unter den gegenwärtigen Umständen sei die arabische Forderung nach Einstellung der Einwanderang während der Zeit der Untersuchung völlig bercch- (igt, und die zionistische Auffassung, daß eine solche Handlung ein ״Treuebruch“ und eine ״Kapitulation vor der Gewalt“ sei, sollte niemals akzeptiert werden. Es wäre verinmftiger, die Unruhen als Ergebnis der Schwäche der Verwaltung zu betrachten, die erst eine übermäßige Entwänderung zuließ und sie dann noch durch die Gewährung einer abnorm großen Schedule nach dem Beginn der Unruhen förderte. Man habe leicht sagen, daß die Schedule vom Mai 1636 mehr durch politische Motive beeinflußt war als durch Er- Wägungen über die wirtschaftliche Aufnahinetähigkeit des Landes zu jener Zeit.!Die Wahrheit sei, daß die Verwaltung vor dem Druck der J e w i s h Agency in Palästina und ihrer Freunde in England, Amerika und anderswo kapituliert hat. Der Autor wendet sich dann den wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu; er zitiert aus dem Bericht der Jewish Agency an den Kongreß Steilen, in denen das Ausmaß der Arbeitslosigkeit dargestellt wird und fügt hinzu: [fies waren die Umstände, unter denen die Agency 11200 weitere Arbeiterzcrtifikate verlangte und die Verwaltung sich in der Lage sah. 10 ״■> mehr von der Forderung zu bewillige״, als sie es früher getan hatte. Der Bericht der Agencv gestehe selber zu, daß es den Juden nur durch den arabischen Aufstand gelungen sei, Arbeit für Tausende von Einwanderern zu finden, die sonst arbeitslos geblieben wären. So konnte man auch vor der Welt und vielleicht vor sich selbst die Tatsache verheimlichen, daß die Einwanderung nach Palästina durch die Natur des Landes und seine wirtschaftlichen Möglichkeiten begrenzt ist, und daß die Wiederaufnahme einer Einwanderung großen Maßstabs wahrscheinlich für eine gewisse Zeit, wenn nicht für immer, nicht stattfinden könne. Das Odium für das Aufhören der Einwanderung wurde klugerweise auf die Araber und die Mandatsregierung abgewälzt, während die überschüssigen Ein- Wanderer im Hafen von Tel Aviv Arbeit fanden, dessen Einweihung dem Streik zu verdanken war, bei dem Bau von strategischen Straßen in jüdischen Gebieten, als Hilfspolizisten, in den Steinbrüchen und anderen Berufen, die bisher den Arabern überlassen waren. Es erwies sich auch als,möglich, große Hilfsgelder in Amerika und anderen Ländern zu sammeln, die nicht so bereitwillig gegeben worden wären, wenn man erkannt hätte, daß die Einwanderung unter ihrem eigenen Gewicht zusammengebroclien ist. Am bemerkenswertesten sei, daß diese Lage die Agency instand setzte, der Kgl. Kommission Sand in die Augen zu streuen. Denn die ganze Untersuchung wurde auf der völlig falschen V o r a ti s s e 1 z u 11 g ge'ii'irt, die der Oeffentlichkeit von der Agency aufgezwimgen war, daß nichts außer politischen, von den Arabern hervorgerufeneu Schwierigkeiten das Weitergehen der Hin Wanderung von 6t) 000 oder sogar 100 000 Menschen pro Jahr aufhalten könne. Diese falsche Voraussetzung war es wahrscheinlich, die die Kommission veranlalite vorzuschlagen, das arabische Gali* 1 ii a in den beabsiclitiglen jüdischen Staat einzuscliHeßen, denn sie war durch die jüdische» Berechnungen irregeführt worden und glaubte, daß zwei Millionen Juden in das Land innerhalb von 20 Jahren einwandern könnten. Das gesamte in Frage stehende Gebiet ist vielma! weniger als das des ungeteilten Palästinas, während die Dichte der arabischen Bevölkerung in Galiläa viel größer ist, als sie in den Teilen war, die früher von den Juden ko'onisie.t wurden. Ucberdies werde der Rest Palästinas und die arabische Bevölkerung darin nicht mehr einem Zolltarif und anderen wirtschaftlichen Bedingungen unterliegen, die da/1; bestimmt waren, ״die Errichtung des Jüdischen Nationaihcims zu sichern“ mul die ״jüdische Ein- Wanderung und dichte Ansiedhmg auf dem Lande zu erleich• fern“. Ist es unter diesen Umständen denkbar, daß eine wirtsciiaftlich gesunde Einwanderung in einem größeren M a ß stab in dieses begrenzte Gebiet forkiaueru kanttj als sie bisher in das ungeteilte Land statlf.iiul? .Aber eine Einwanderung von weniger als 16 000 jährlich könne den jüdischen Schwierigkeiten in anderen Ländern nicht solche Abhilfe schaffen, daß die politischen und militärischen Schwierigkeiten g e r ec!1 t f e r t i g t wären, in die England geraten würde durch den Versuch, die Araber Galiläas in den jüdischen Staat oder aus ihm heraus zu zwingen und die Ein- Wanderung in die Gebiete■ zu ״erleichtern‘*, die sie jetzt bewohnen. Der Verfasser schließt mit den Worten: Wenn, was möglich ist, Einwanderer in den vorgeschlagenen Staat mit geringer Berücksichtigung seiner wirtschaftlichen Möglich• keiten /״gelassen werden, so muß das Resultat kata• strophal sein. Die Folge wäre eine ausgedehnte Ar• b citslosigkeit und eine starke H erabsetzung des jüdischen Lebensstandards, mit inneren Unruhen im Gefolge. * Diese Darlegungen, die von zionistischer Seite gewiß nicht als erschöpfend lind überzeugend anerkannt werden können, sind für das zionistische Publikum dennoch besonders interessant, weil sie zeigen, welche Auffassungen in einem Teil der maßgebenden englischen Kreise, die wohl auch der Verwaltung Palästinas nahestehen dürften, vorhanden sind. Die wirtschaftlichen Gesichtspunkte, die der Artikel hervorhebt, sind aber auch für Gegner der Auffassung des Autors seit langem Gegenstand der Ueberlcgung. Geheimnisvoller Mord Revisionistische Aktivisten beteiligt? Nach Untersuchungen, die eine- Woche in Anspruch nahmen, ist es der Polizei gelungen, den unter geheimnisvollen Umständen im Jarkon Ertrunkenen zu identifizieren. Es handelt sich um den jugendlichen ßenamram Frankel, Mitglied der Revisionistischen Partei, der im Zusammenhang mit der Ermordung eines Arabers nördlich von Tel Aviv am 30. August von der Polizei gesucht wurde; als die Polizei seinerzeit in seiner Wohnung erschien, war Frankel abwesend, jedoch wurde ein geladener Revolver gefunden; daraufhin wurde seine Mutter in Haft genommen. Die Mutter, die sich im Jaffaer Gefängnis befindet, hat in den ihr gezeigten photographischen Aufnahmen die Kleidung ihres Sohnes erkannt. Die Freunde des Toten werden jctz.t von der Polizei gesucht. Frankels Name stand auf der Liste der Revisionisten, die den im Zusammenhang mit dem kürzlichen Raub ver such ii; Tel Aviv Verhafteten ahgenommen ■wurde. Ein gewisser Emil Stoesscl sagte aus, daß das Hemd, das auf der Leiche gefunden wurde, sein Eigentum und vor etwa sechs Monaten gestohlen worden war; Stoessel wurde von der Polizei zwecks weiterer Untersuchung in vorläufiger Haft behalten. Laut einer Meldung 1111 ,,Dawar“ hatte Frankel bcabsicht igt, als nach seinem Verschwinden kurz nach dem Erschießen eines Arabers in Tel Aviv am 30. August seine Mutter verhaftet wurde, sich der Polizei zu stellen. Es wird angenommen, daß seine Genossen ihn ermordeten, um dies zu verliindern. Frankel wurde außerdem von der Polizei verdächtigt, der Absender eines an einen Tel-Aviver Anwalt gesandten Drohbriefes zu sein, in dem dieser aufgefordert wurde, £ 250 für ״den Verband zum Schutz der Ehre der Heimat“ zur Verfügung zu stellen. Frankel betätigte sich schriftstellerisch und seine Gedichte sind häufig in revisionistischen Zeitschriften erschienen. * Die vorstehende Nachricht bestätigt die von uns bereits in der vergangenen Woche ausgesprochene Ansicht, daß es im Interesse der politischen Reinheit und der moralischen Stellung des Jischuw liegt, gegen die hier beteiligten kleinen Gruppen politisch extremer Aktivisten mit allem Nach* druck v o r z!1 g c h e 11. Nachdem in der Vorwoche ein schweres Attentat auf einen Bankboten glücklicherweise ohne ernstere Folgen geblieben ist, kommt jetzt die Nachricht, daß in dem Kreise dieser ״Aktivisten“ seihst ein innerer Terror ausgeübt wird, der sogar zu der Tötung eines Angehörigen der eigenen Gruppe geführt zu haben scheint. Derartige Gruppen unterliegen ja einer inneren Gesetzlichkeit, die von Verbrechen zu Verbrechen führt und sich zuletzt gegen die eigenen Mitglieder wendet. Die öffentliche Meinung des Jischuw wird, so hoffen wir, stark genug sein, um diese Kreise zur Vernunft, d. 11. zur E i n s f e 11 u!1 g ihrer verbrecherischcn Tätigkeit zu bringen. Oie Bankraub-Untersuchung Die polizeiliche Untersuchung der R a u % a f f ä r e von Tel A v i v ist nunmehr abgeschlossen. Die Verhafteten werden demnächst vor Gericht gestellt werden. Es wird berichtet, daß weiteres Material in den Wobnungen der Personen gefunden wurde, die in1 Zusammen• hang mit dem Ucherfall in Tel Aviv auf einen Rankbctcir verhaftet worden waren. Danach ist die Gruppe für terroris tische Unternehmungen organisiert worden und stand mit weiteren Gruppen in verschiedenen Teilen des Landes in Zusammenhang. Der Terror gegen gemäßigte Araber Jerusalem, 17. September. (JTA.) Der Bürgermeister von Haifa, Hassan Schulcri, hat seitie Arbeiten in der Stadtverwaltung unerwartet unterbrochen und einen längeren Auslandsurlaub angetrclen. Mit ihm ist auch seine Gattin, eine Schwester des vor zehn Monaten von Terroristen erschossenen Ibrahim Bey Chaiil, abgereist. Da Bürgermeister Schukri erst vor zwei Wochen von einer Auslandsreise zurückgekchrt ist, glaubt man, daß der verstärkte Terror der radikalen nationalistischen Elemente ihn gezwungen hat, das Land zu verlassen, da bereits wiederholt Attentatsversuche gegen ihn unternommen worden sind. Der in der Nähe von Haifa wohnende Scheich Mahmud ei Chatif, der in der letzten Zeit wiederholt Drohbriefe von der ״Schwarzen Hand“ erhalten hat, ist nach Syrien geflüchtet. In Biad II Scheich bei Haifa werden in letzter Zeit immer wieder auf die Einwohner Uebcrfälle bewaffneter Banden unternommen, die Geld erpressen wollen. Der Mukhtar eines arabischen Dorfes in der Nähe von Haifa wurde von bewaffneten arabischen Terroristen i!n Schlafe ermordet. Verschwörung in Transjordanien Jerusalem, 22. September. (JTA.) Die Beobachtung der verstärkten Tätigkeit der transjordanischen Opposition hat, wie aus Amman gemeldet wird, zur Aufdeckung einer Verschwörung gegen das Leben Emir Abdullahs, des Kommandanten des transjordanisclun Gr nzkorps, Pik Pascha, des britischen Vertreters, Captain G I u b b, und des Ministerpräsidenten Ibrahim el Haschern geführt. In dem Auto des Emir ist eine Bombe gefunden worden. Haussiichungen forderten weitere Bomben und Waffen zutage. Führer der Opposition, unter ihnen der Leiter der transjordanischen Zweigstelle der Arabischen Bank, wurden verhaftet und verbannt. Die Untersuchung gegen einen der Hauptbeschuldigten ergab, daß er einen Preis von 250 Pfund für die Ermordung der führenden transjordanischen Personlichkeiten ausgesetzt hat. Im Laufe der Untersuchung soll auch der frühere Bürgermeister von Jerusalem, Ragheb Bey Nashashibi, vernommen werden. Die Transjordanische Volkspartei ist verboten worden. Scheich Chalit el Akadi und andere Oppositionsführer sind für sechs Monate ver• bannt worden.