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Jüdische Rundschau · 1937-09-24 · Heft 76-77 (24.9.1937) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 76-77 (24.9.1937)
Date
1937-09-24
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 76)77, 24 IX 1937 JODISCHE RUNDSCHAU Seit®? Theater und Kunst Jttdenlrage In Ungarn Von unserem Berichterstatter Budapest, 13. September Die Pfciikreuzler und sonstigen extremen Gruppen machen wieder mehr von sich reden. Anscheinend nehmen sämtliche Parlamentsparteien in den sonntäglichen Volksver- Sammlungen im Lande gegen sie Stellung; besonders der frühere Ministerpräsident Stefan F riedrich und der Führer der Kleinwirtepartei, Ch. Eckhardt, verurteile« sie energisch. Dieser Tage äußerte sich auch Kultusminister Hflman gegen die Politisierung der Jugend. Inzwischen mehren sich in den Zeitungen die Berichte über kleinere Zusammenstöße. Man hört von Steinwürfen gegen die herrlichen Prunkfenster der Szegediiier Synagoge. Das ungarische Schuljahr beginnt. An den Hochschulen wurden die Aufnahmen mit Strenge durchgeführt, damit die 5 0/0 des ntimerus clausus nicht überschritten werden. An der medizinischen Fakultät fanden unter 112 Erstjährigen insgesamt vier Juden Aufnahme. Dennoch erschienen bereits am ersten Tage Flugzettel, von denen der eine — von dein sonst gemäßigteren T u r 111 - Ve r b and — u. a. folgendes sagt; ״Was wartet deiner, wenn du die Universität absolviert hast? Du gerätst ins Netz jener Wohlorganisierten, denen Galizien ebensogut Vaterland war wie jetzt unser Land- Für Pfennige werden jene deine junge Kraft auswuchern, — viel, leicht gelangst du noch zu einem kleinen Gnadenbrot, wirst geduldeter Robotarbeiter, doch niemals freier Herr in deiner eigenen Heimat.‘‘ Der Budapester Verein des Ungarischen Zionistisehen Landesverbandes hielt am 12. September unter Vorsitz seines Präsidenten Dr. Julius Miklos seine diesjährige Generalversammlung ab. Der Vorsitzende hielt ein Referat über den XX. Zionistenkongrcß, au dem er als Deleierter tellgcnommen hatte. Dr. Friedrich Fried legte 80ann den in Druck erschienenen Jahresbericht vor. Daß aus dem Zionismus in Ungarn keine Volksbewegung geworden sei, daran trage zum Teil der Mangel einer unabhängigen jüdischen, zionistischen Presse Schuld, weshalb der Verband in den jüngsten Monaten mit dem Versand von ״Internen Mitteihmgen“ an seine Mitglieder begonnen hat, denen er auch den Bezug der ״Jüdischen Rundschau“ empfiehlt. Nachdem Sekretär Dr. M. B u k Rechnungsabschluß und Kostenvoranschlag vorgelegt, die Generalversammlung dieselben genehmigt und die Leitung neugewählt hatte, nahm sie noch einen Antrag an, den Dr, Josef Patai anläßlich einer Preßfehde, die um seine Kritik der Fester Israelitischen Gemeinde entstanden war, ihrer Anhänglichkeit versicherte, Dr. Ladislaus Farkas, Professor an der Hebräischen Universität in Jerusalem, hielt in der ״Vereinigung der ungarischen Chemiker“ einen Vortrag über seine katalytischen Untersuchungen. Univ.-Professor Dr. Ignatz Pfeiffer, der frühere Vorsitzende der Pro-Pafästina-Verelnigung, begrüßte den jugendlichen, in Ungarn gebürtigen Gelehrten. Im alten Kercpeser Friedhöfe wurde das von der Pester Israelitischen Gemeinde und Chewra Kadischa errichtete manumentale Grabdenkmal für den vor Jahresfrist verschiedenen (und damals im neuen Friedhof begrabenen) bekannten Pariamentarier Paul Sändor enthüllt, Nach der Weiherede Großrabbiners Dr. Simon Hevesi hielten noch Gemeindepräsident Hcfrai S. Stern, Minister a, D. Roland Hegedüs, Ab• geordneter Karl R a s s a y Nachrufe. Die Kultussektion der Pester Israelitischen Oemelnde hat ein Rundschreiben an sämtliche Synagogenvorstände gerichtrt, in dem die Rabbiner ersucht werden, am Schahbaf nach Jbm Kippur den 1011. Todestag des Posener Rabbiners R, Akiba Eger zu feiern. Im Tabaktempel würdigte Oberrabbiner Dr. Julius Fischer diese Persönlichkeit In Budapest starb der langjährige Referent, dann Vize- Präsident der Orthodoxen Landeskanzlei, Lazar H artstein, im 79. Lebensjahre. Jom Kippur verstarb, 75 Jahre alt, Samuel Hersch, Ehrenpräsident der orthodoxen Gemeinden Neupest, Gödöllö Und Vstc (Waltzen), die er mehrfach mit größeren Stiftungen bedacht, in letzterer auch ein großes Mensagebäude für die Jeschiw׳a Bcth Schmuei errichtet hatte. Gefallenen - Gedenkfeier in Wien Wien, 13. September. (JTA.) Tausende Gäste, unter ihnen viele Angehörige der Kriegsgefallenen, nahmen an der Heldengedenkfeier teil, die der Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs auf dem Zentralfriednof in Wien veranstaltcte. Zu der Feier waren eine Ehrenkompagtiie des österreichischen Bundesheeres mit Fahnen und Musik und alle uniiormierten Abteilungen des Bundes jüdischer Frontsoldaten angetreten. Ferner hatten sich zu der Feier viele hohe Offiziere, Vertreter des Bundeskanzlers Schuschnigg, des Vizekanzlers Hülgerth, des Bundesministers für soziale Fürsorge und des Staatssekretärs Skubi, Minister a. T). Generalrnajor Hörer und zahlreiche Abordnungen des Bundesheeres, der österreichischen Soldatenfront und der Regimentsverbände eingefunden. Von der Wiener Kultitsgemeinde waren erschienen der Präsident Staatsrat Dr. Desider Friedmann, die Vizepräsidenten Oherbatirgt Stricker und Dr, Joseph Tieho, Kultusrat Dr, Körner sowie die Oberrabbiner ,Dr. Taglicht und Babad, Nach den Klängen eines durch Oberkantor Margolies vorgetragenen Requiems hielt der Präsident des nundes jüdischer Frontsoldaten, Hauptmann Edler von Friedmann, eine Gedenkrede. Oberrabbiner Dr. Taglicht weihte die vom Bunde jüdischer Frontsoldaten aufgestelltcn Grabsteine. Präsident Dr. Desider Friedmann übernahm die Grabsteine für die kriegsgefallenen Juden in die Obhut der Kultusgemeinde. * Die Österreichisch׳paläsfinensi»che Handelskammer in Wien veröffentlicht jezt die Bilanz des österreichisch-palästinensischen Handelsverkehrs im ersten Halbjahr 1937, Danach hat infolge des hesseren Absatzes in Zitrusfrüchten der Import ans Palästina im ersten Halbjahr 1037 gegenüber 1036 eine Steigerung von 75 0> erfahren. Während (Oesterreich im ersten Halbjahr 1936 aus Palästina Waren im Werte von 312 000 Schilling cinführte, *tieg der Warenimport Oesterreichs aus Palästina lin gleichen Zeitraum des Jahres 1037 auf 543 000 Schilling. Hiervon ent- Heien für Nahrungsmittel und Getränke 298 000 Schilling, für Rohstoffe und hafhfertige Waren 224 000 Schilling und für Ferfigproclukfe 24 000 Schilling. Dagegen erfuhr der Export Oesterreichs nach Palästina in diesem Zeitraum «ine weitere Senkung. Von 2,4 Millionen Schilling im ersten Halbjahr 1936 ging er auf 2 Millionen zurück, die sich aus 51 000 Schilling für Nahrungsmittel und Getränke, 121 000 Schilling für Rohstoffe und halblertigc Waren und 1848 000 Schilling für Fertigprodukte zusammensetzen. An der Feier des 150jährigen Bestehens der attieri. kan Ischen Verfassung, die am 17. September begangen wurde, hat die jüdische Bevölkerung Amerikas mit großer Begeisterung teilgenommen. Zahlreiche jüdische Or• ganisationen haben besondere Feiern veranstaltet« Wiener Theaterbegttm Von unserem Berichterstatter J. R., Wien, Im September Kaum sind die Salzburger Festspiele verklungen, setzt schon die neue Spielzeit der Wiener Theater ein. Es sind fast durchweg interessante Neu- oder Uraufführungen, die die Theatersaison einleiten. Das ״Theater in der Josephstadt“ (Max Reinhardt) brachte nach einer kurzen Reprise von Ralph Benatzkys musikalischem Lustspiel ״Pariserinnen“ mit der Uraufführung von Denys Amiel ״Das Glück“ ein Wiedersehen mit Helene T h i m i g, der Gattin Max Reinh a r d t s. Unter der Regie Emst Lothars bietet das Josephstadter Ensemble auch diesmal subtilste Theaterkost. In den nächsten Tagen eröffnen auch die ״Kammerspiele des Josephstadter Theaters“ mit der Uraufführung des Stückes ״Rovina“ von John Beanes ihr zweites Spieljahr. Ernst Deutsch spielt die Hauptrolle. Schließlich erhält das Wiener Thcaterlcben in der neuen Spielzeit eine interessante Bereicherung durch Eröffnung eines modernen Kammer« theaters, das in den Räumen der früheren Kunstgaterie Wavvra am Schwarzenbergplatz, in den nächsten Tagen zu spielen beginnt. Der-Direktor des neuen Theaters ist E. jubal, der bekanntlich auch der künstlerische Leiter des ״Jüdischen Kulturtheaters“ ist. Auch im ״Jüdischen K u 11 u r 111 e a t e r“, das jetzt in das dritte Spieljahr tritt, werden die Vorbereitungen zur Eröffnung der neuen Spielzeit eifrig betrieben. Eine Neubearbeilung von Karl Gutzkows ״Uriel Acosta“ wurde am 16. September erstmalig gespielt. Das Repertoire des Kulturtheaters sieht eine Reihe interessanter Erst- und Ur• aufführungen vor. Als nächste Premiere geht im Laufe des Monat» Oktober die Erstaufführung von Scholen! Alcjchcms Meisterkomödie 000 200״“ in der deutschen IJchersct/ung und Bearbeitung" von Jakob Rosenthal in Szene. Das weitere Programm sieht die Aufführung von ״Christian und Jakob“ von S. Gronemann (das gegenwärtig auch in Paläsiina vom ״Matate“ aufgeführt wird), ferner die Uran(- führtmg von Leiwiks Drama ״Abfälle“ (Schmaies) in der deutschen Uebersetzuug von Jakob Rosenthal, sowie sein Mysteriumspiel ״Golem“» weiter Anskis ״Dybuk“ und ״Tag und Nacht“, Perez Hirschbeins ״Grüne Felder“, J. L. Perez’ ״Die Nacht aut dem alten Markt“, Schalom Asehs ״Mottke, der Dieb“ und ein jüdisches Problemstück aus der Gegenwart vor. Theater in Budapest Mau braucht sich nicht zu entschuldigen, aber man muß es wohl erklären, wenn man heute ״jüdisches ,Theater“ unter dem Gesichtspunkt eines jüdischen Kultur-Bewußtseins betrachtet und jüdische Stücke, oder Stücke jüdischer Autoren nicht in erster Linie artistisch oder ästhetisch wertet. Molnars ״Wunder in den Bergen“, im vorigen Jahr, ging uns an; denn es war nicht nur ein blendend ״gebautes“,sozusagen ein ״gekonntes“ Stück; €8 verkündete ein Ethos vielmehr, zu dem wir uns heute stärker bekennen wollen als ehemals: den Olauben, an dem sich der Gedrückte aufrichtet, so überzeugt und unwandelbar, bis eben dieser Glaube in die Erlösung mündet, in das "Wunder, Hingegen geht uns der Notizen aus Holland Von unserem Berichterstatter RL, Den Haag, 21. September Das Amsterdamer Altersheim ״De Joodschc invalide“ ist durch einen modernen Erweiterungsbau, instand gesetzt, an Steile der bisher dort wohnenden 200 Personen 400 aufzunehmen. Das neue Gebäude, ein Werk des Architekten J. F. Staal, beherrscht — 33 m hoch — das Stadtbild eines Teils von Amsterdam. Es ist mit allen Einrichtungen und Bequemlichkeiten moderner Haushaukunst ausgestattet. Die feierliche Einweihung der neuen Ansfalts- »ynagoge und des Neubaus wurde vom öberrabbiner L. H. Sari onis vorgeuommen, der die Bedeutung des Jaodsche Invalide würdigte und schließlich dem sehr verdienten Direktor i, Gaus den Chower-Titel verlieh. In dem Abschiedskonzert, das Carl Schuricht im Scheveninger Kurhaus gab, trat der erste Konzertmeister des Haager Residenz-Orchesters, Sam S w a a p, als Solist in Mendels- Sohns Violinkonzert auf. — Der Pianist Paul F renk ei spielte Mozart im Abschiedskonzert Ignaz Neumarks. — Im Rahmen der Konzerte der Groninger Orchestervereinigung werden in der kommenden Saison als Solisten auftreten: die Pianisten Stephan Askenase und Myra Heß, der Violinist Jo Juda, die Harfenistin Rosa .Spier und die Sängerin Lotte Leonard, — Alice Dorell findet mit ihrem Klein־ ktmstensemble in dem von ihr geschaffenen Spiel ״Alice im Wunderland“ in dem sie in geistvoller Form und mit guten szenischen Einfällen das Leben aus der Kinderperspektive beleuchtet, großen Beifall bei Publikum und Presse. Fiir das Studienjahr 1037/38 ist der jüdische Wirtschaffsforscher Prof, Dr. N, J. Polak zum Rektor der Handelshochschule in Rotterdam gewählt worden. Die Juden in Griechenland Saloniki, 13. September. (JTA.) König■ Georg II. hat durch seinen Sekretär dem Jüdischen Nationalfonds ein Schreiben gesandt, in dem er seine Glückwünsche zu der Ver. äffentlichung einer von! Jüdischen Nationalfonds und vom Keren Hajessod herausgegebenen Broschüre ״Griechenland und die Juden“ ausspricht. Die Broschüre enthält eine Reihe Aeußernngen des Königs, der Mitglieder der Kgl. Familie, des Ministerpräsidenten Metaxas und anderer Mitglieder der Re* gierung über J u d e n 111 m und Zionismus. Au« dem gleichen Anlaß hat auch der Ministergouverneur von Athen, G. Kodzias, an den Jüdischen Nationalfonds ein Glückwunschschreiben gerichtet, in dem er erklärt: Ich bin der festen IJebcrzeugung, daß die Juden Griechen- Sands in der Vergangenheit bewiesen haben und jetzt tagtäglich beweisen, daß sie als Bürger mit uns Hellenen gleich sind; aus diesem Grunde besitzen sic nicht nur meine Freundschaft, sondern auch meine aufrichtige Zuneigung. Ministerpräsident Metaxas hat an den Öberrabbiner von Vo!o, Rabbi Mosche Schimon P es *ach, ein Dank״ schreiben für die von der Jüdischen Gemeinde Voio dem König und dem Ministerpräsidenten übersandten Loyalität«• adressen gerichtet. Er bittet den Oberrabbiner, der ganzen jüdischen Bevölkerung von Voio seinen wärmsten Dank aus• zusprechen. diesjährige Molnar recht wenig an. ״DelHa“ ist aus der Familie der schlanken, eleganten, sehr routinierten und daher immer wieder erfolgreichen ,,Leibgardisten“ der europäischen Gesellschaftsbühne. Nicht weniger. Nicht mehr. Ein Olcichnis — abgebogen zur Unterhaltungskomödic. Denn dieser Simson, der nun bei Molnar Virag heiß!, wird von seiner Delila — mit Vornamen Marianne — mächtig hineingelegt. Ein übertölpelter Ehemann, dessen Kraft und Wert nicht in den Muskeln und keineswegs in seinem Haarwuchs wurzelt, sondern in einem recht ansehnlichen Vermögen, Uta dieses dreht es sich, und Delila nimmt es ihm ab, nicht zttgunsten irgendwelcher Philister, sondern zum Schaden einer kleinen llonka, in die Herr Virag sich verliebte und die er — nach Marianne — ruhig haben soll, wenn nur Delila das Geld rettet. Ein Stück zwischen Weinen und Lachen; gut gemixt von dem berühmten Bülincnkömter .Molnar und sicherlieh ein Erfolg vor jedem mondänen Parkett. Aber es geht uns nicht viel an; wiewohl Molnar Jude ist und seine Fabel ein Gleichnis, das nach einem jüdischen Thema ahgewandelt ist. ln den K a תו in e r s p i e I e n des B 11 d a י pester Lustspiel 11 aus es wurde die Komödie insbesondere von Liü Darvas-Molnar (als Delila) stilccht, kongenial zum erstenmal ins Rampenlicht getragen. In Warschau wurde soeben der Dy buk-Fi im in jiddischer Sprach e feriiggestelit. 1 las Morris Schwärt»- Ensemble hat seine berühmte Inszenierung von Anskis Staudardwerk in ein Drehbuch transformiert, und in einigen Wochen wird mau erkennen, oh das Experiment (eines irrt Orund epischen, in jeder Hinsicht aber spezifisch-jüdischen Films) geglückt ist. Die amerikanischen Financiers haben eilte Dollarmillion riskiert, im Vertrauen auf die jüdische ״Renalssanee“, von der sich heute in aller Welt die Film- und besonders die Theaterleute die Befriedigung einer bis jetzt ungestillten Nachfrage versprechen. Niemals ist der Wille 7.11m netten jüdischen Drama vehementer fühlbar gewesen als heute. Es gibt in der Tat nur noch wenige jüdische Dramattirgen, die nicht mindestens experimentell diesen emdeutigen Impuls in die szenische Gestalt n\ iibeisetzen streben. M. L. Stockholmer Ktmslnoltzen Von unserem Berichterstatter 11. R. Stockholm, 20. September Der Stockholmer Theater-Impresario David Engliml führt zur Zeit in Wien mit Max Reinhardt (iastspiel-Verhandhingen hetr. seiner Inszenierung der Korngoldschen ״Fiederroaus״-Rearbejtung im hiesigen Oscars-Theater. Mi sc ha E I m a n erspielte sich —- von Konsertförenigens Orchester unter L.eitung Adolf Wiklurids ausgezeichnet begleitet — einen außergewöhnlichen Erfolg mit »lern virtuos vorgetragenen Violinkonzert D-Dur Tschaikowakvs. Das ausverkaufte Haus erltob sich und jubelte dem Künstler begeistert zu. Der bekannte Stockholmer Arzt, Proi. Arnold Joseph״ son hat soeben ein vom medizinischen sowie allgemein״ menschlichen Standpunkt aus interessantes Buch herausgege״ ben, betitelt ״Das Problem des Aiterns“. Weltkongreß für jüdische Kultur Paris, September. (JTA.) In Anwesenheit von fast hundert Delegierten aus zwanzig [.ändern wurde in Paris der erste Weltkongreß für jüdische Kultur er■ öffnet. An dem Kongreß nehmen Schriftsteller und Kulturarbeiten aus den osteuropäischen Ländern, ferner aus Engiand, Frankreich, Belgien, Oesterreich, der Tschechoslowakei, der Schweiz und Italien, sowie aus den Vereinigten Staaten, Kanada, Kuba, Brasilien, Argentinien, Südafrika und Palästina teil. Der amerikanischen Delegation gehören auch die Schriftsteller Opatoschu und L t* i w i k an. Von den amerikanischen Delegierten wird die Errichtung eines großen Kulturzentrums gefordert werden. Der Kongreß hat nach viertägigen Beratungen beschlossen, einen W c 11 v c r h a n d für jiddische Kultur zu gründen. Ls wurde ein Zentralkomitee gewählt, dein 85 V’ertrcter aller Länder, in denen jiddisch gesprochen wird, an ge höre 11. Erleichterte Einwanderung nach Venezuela Der Hilfsverein der Juden in Deutschland gibt folgendes bekannt: Die venezolanische Regierung hat •las bisher 1000 Roli״ vares betragende Land u n g 8 d e p o t f u r E i 1: w a n d e 1׳ e r auf die Hälfte, d. 11. auf 500 Bolivares, herabgesetzt. Da nach dem augenblicklichen Stande etwa 3 Boiivares einem USA.״Dollar entsprechen, beträgt das jetzige Laiulungsdcpot nur noch rund 400 Goldmark. Diese Erleichterung der Lin- Wanderung nach Venezuela ist insofern von Bedeutung, als das Land zu den wirtschaftlich gesündesten des sudamerikanlsehen Kontinents gehört und besonders Handwerkern, aber auch Landwirten mit etwas Kapital gute Möglichkeiten bietet. Leider ist die Einwanderung nach Venezuela für Staatenlose höchstens in Ausnahmefällen, für Ostjuden überhaupt kaum möglich. Madagaskar ״ Expedition zurückgekehrt .(larschau, 16. September. (JTA.) Amtlich wurde be״ kanntgegeben, daß die nach Madagaskar zur Untersuchung der Eignung dieses Gebiete« für die Ansiedluttg von Juden entsandte Expedition zurückgekehrt ist. Der Expeditionsführer, Major Lepeckl, ist in Paris von dem polnischen Außenminister Oberst Beck empfangen worden. Demonitratlonsverbot In Ost-London. Das int Jim! erlasten« Demonstrationsverbot in bestimmten Teilen Ost-Londorts, das kürzlich «hgelaufen war, ist am 13. September auf weitere drei Monate verlängert worden. Von der Leitung der British Union of Fasciit* ist hierzu eine Erklärung abgegeben worden, in der «* u. a. heißt: ״Dqs Verbot des Marsches der British Union durch Teile Ost- Londons, wo sie viele Mitglieder und Freunde hat, ist eine neue Kapitulation der Regierung vor dem Judentum und der Anarchie. Wenn alle bisherigen Umziige der British Union durch Ost.London von ernsthaften Unruhen begleitet gewesen wären, gäbe es vielleicht eine Entschuldlgttng, auf die «ich die jetzige Aktion «tützen könnte. Es ist aber bezeichnend, daß die British Union bis zum 4■ Oktober v, J. und auch während der ersten fünf Monata dieses Jahres viele Umzüge durch die Straßen des East End veranstaltete,,, Bei keiner Gelegenheit gab es ernsthafte Unruhen.“

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