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Jüdische Rundschau · 1937-09-24 · Heft 76-77 (24.9.1937) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 76-77 (24.9.1937)
Date
1937-09-24
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 76/77 24 IX 1937 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 3 Der Standpunkt Polens Palästina-Debatte in der politischen Kommission des Völkerbundes In der am 21. September abgelialtcnen Sitzung der VI. (politischen) Kommission des Völkerbundes wurde ,unter dem Vorsitz des Vertreters von Columbien, San tos, eine Debatte über das Palästina-Problem durchgeführt (vgl. auch Seite 1). Der norwegische Vertreter Lange gab einen Ueberblick über die Palästina-Frage. Er behandelte die Arbeit der Kgl. Kommission, den Bericht der Mandatekommission, die politische Erklärung der Mandatarmacht und die übrigen in Betracht kommenden Dokumente. Bei der Erörterung des Palästina-Problems, so führte er aus, kämen zwei Dinge in Betracht: Die Interessen der Araber Palästinas und der arabischen Welt im allgemeinen und die Interessen der Juden Palästinas und der gesamten J u d e n 11 e i t der Welt. Nicht nur zwei Nationalitäten kämen heute in Palästina zusammen, sondern auch zwei Kulturen: die eine, eine primitive, die andere — die jüdische — eine westliche. Minister Lange wies auf die bedeutende Rolle hin, die die Juden in der Kultur des Abendlandes gespielt haben. Zweifellos hätten die abendländischen Völker den Juden viel zu verdanken. Der Redner ging sodann auf die beiden Versprechungen ein, die in bezug auf Palästina gernacht worden sind. Das eine Versprechen ist den Arabern gegeben worden lind betraf ihre Unabhängigkeit; es müsse hier festgestcllt werden, daß dieses Versprechen in weitern Umfange verwir klickt worden ist. Das zweite Versprechen ist den Juden durch die B a 1 f o u r -1) e k 1 a r a t i 0 n gemacht wor״ den; mit dieser habe die Britische Regierung dem jüdischen Volke gegenüber formell eine Verpflichtung übernommen. Die Völkerbundsvcrsainmlung habe wiederholt ihre Genugtuung über die Entwicklung des Jüdischen Nationalheims zum Ausdruck gebracht. Die für den jüdischen Staat vorgesehenen Grenzen seien zti eng, um eine Einwanderung aufzunehmen, die den jetzigen Erfordernissen des jüdischen Volkes entsprechen könnte. Der Redner erinnerte die Kommission daran, daß den Juden auch die Oelfnung Transjordaniens für die Ein- Wanderung versprochen worden sei. Sollte es nicht möglich sein, dem Judenstaat das Dreieck zwischen dem Toten Meer, dem Golf von Akaba und dem Mittelländischen Meer anzuschlicficn? Es sei dies ein Wüstengebiet mit sehr geringer Bevölkerungszahl. Man habe versichert, daß bei entsprechender Bewässerung es möglich sein würde, eine große Zahl von Menschen dort anzusiedeln. Die Juden hätten in einen! anderen Teil Palästinas ihre Befähigung für Kolonisation«- arbeit bewiesen. Die wenigen arabischen Stämme im Ncgew könnten leicht in ein anderes Gebiet überführt werden. Die Juden würden die hierfür notwendigen Mittel sicherlich zur Verfügung stellen. Minister Lange wies weiter darauf hin, daß es geplant sei, in bestimmten Teilen des Landes den Arabern das B e r g I a 11 d und den Juden die daran angrenzenden Ebenen zu geben. Das schaffe eine sehr unsichere Lage und müsse geändert werden. Zu dem geplanten britischen Komido.r bemerkte Lange, es sei gut, daß die Heiligen Stätten in diesen Korridor fallen sollen, keineswegs aber sei es notwendig, auch das neue Jerusalem mit seiner 75000 Seelen starken jüdischen Bevölkerung, der Hebräischen Universität und vielen anderen jüdischen Institutionen diesem Gebiet anziischlicßcn. Lange verlangte, daß die neuen Teile von Jerusalem mit dem Jude 11 Staat vereinigt werden. Zum Schluß erklärte er, es sei unbedingt notwendig, das jüdische Territorium zu vergrößern, damit es den Bedürfnissen jüdischer Einwanderung gerecht werden könne. Der Vertreter von Haiti, F r a 11 g 111 i s, erklärte, die Mandaiartnacht habe ihr möglichstes getan, um die Entstellung des Jüdischen Nationalheims herbeizuliihren. Das Palästina- Problem aber habe eine Komplikation erfahren, als in manchen Ländern eine unterschiedliche Behandlung der jüdischen Einwohner eintrat. Der Vertreter Polens, Minister K-omarnicki fab im Namen der polnischen Regierung eine umfassende rklärung über die Lage der Juden in Polen und die Stellung der Regierung ztim Palästina-Problem ah. Diese Stellungnähme sei bereits in einer Erklärung des Außenministers Beck dargelegt worden. Die Erklärung des Außenministers müsse nur eingehend entwickelt werden. Der Redner nahm auf die Acußerung des britischen Kolonienministers Ormsby-Gorc Bezug, daß es notwendig sei, Palästina mit der besten Regierung im Geiste des Völkerbundspaktes und der Balfour-Dcklaration auszustatten. Die polnische Regierung stimme dem durchaus zu. Um aber den Geist der Balfpur-Deklaration zu verstehen, müsse man erkennen, daß durch sie, nicht nur in der Geschichte Palästinas, sondern auch in der Geschichte der Judenheit der Welt ein neuer Abschnitt cingeleitet worden ist. Sicherlich könne die Balfour-Dcklaration nicht verstanden werden, wenn man nicht erkennt, daß es jahrhundertelang eine Judenfrage gegeben hat. Außerdem müsse man sich vor Augen halten, daß um die Jahrhundertwende bei den jüdischen Massen in Ost- und Mitteleuropa Strömungen entstanden sind, die die Schaffung eines unabhängigen nationalen Lebens für die Juden anstreben. Die zionistische Bewegung hat in Ost- und Mitteleuropa eine außerordentliche Entwicklung gezeigt. Darum würde jede Aenderung in dem Status Palästinas bedeutende Rückwirkungen in diesen Ländern nach sich ziehen. Diese Rückwirkungen interessieren naturgemäß die Regierungen, insbesondere diejenige Polens, wo dreieinhalb Millionen Juden leben, die zehn Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen. Neben diesen psychologischen Momenten gebe es auch wirtschaftliche Faktoren, die die Juden zwingen, an dem Schicksal Palästinas Interesse zu nehmen. Die Juden seien iin 14. Jahrhundert nach Polen ekommen. Eine große Zahl jüdischer Flüchtlinge habe in ölen Aufnahme und die Möglichkeit der Entfaltung ihres wirtschaftlichen und kulturellen Lebens gefunden. Polen sei damals das einzige Land gewesen, in dem die Juden nicht ausgebeutet worden sind. Iin 19. Jahrhundert kamen nach Polen immer mehr Juden, die von der zaristischen Regierung vertrieben worden waren. Während dieser Jahrhunderte bildete sich bei den Juden eine bcsonderesoziale Struk• t u r heraus, die ihr Kennzeichen in der Konzentration in den Städten und in gewissen Berufen hat. Die Juden Polens, die zehn Prozent der Bevölkerung bilden, machen dreißig Prozent der städtischen Bevölkerung aus. In gewissen östliehen Bezirken Polens sind die Juden fünfzig Prozent der städtischen Bevölkerung. Diese anormale Lage der Juden wird noch deutlicher, wenn man ihre berufliche Gliederung betrachtet. Die Juden bilden nur ein Prozent der landwirtschaftliehen Bevölkerung. 65 0:״ der Juden sind im Handel bcschäftigt und 23/4 °.b in industriellen und handwerklichen Untermehmungen. In den freien Berufen, insbesondere in der Jurispudenz und Medizin, ist der Anteil der Juden ebenfalls roß. Die gleiche Sozialstruktur der Juden ist auch in anderen ändern der Diaspora vorhanden, mit Ausnahme derjenigen Länder mit großer Industrie, aber diese außergewöhnliche Lage der Juden war nicht so augenfällig. In Polen mit seiner landwirtschaftlichen Bevölkerung von 67 ס/יי ist sie jedoch sehr beachtlich. Polen ist ein übervölkertes Land. Dies gilt insbesondere von der landwirtschaftlichen Bevölkerung. Die polnischen Bauern, die gezwungen sind, ihre Dörfer zu verlassen, blicken nach einer Existenz in den Städten aus. Dieser Zug in die Stadt berührt die ungünstige soziale Struktur der Juden. Während in den Jahren vor dem Kriege die Auswanderung von Juden die Wirkungen des Mißverhältnisses in der Berufsverteilung zu vermindern mithalf, sind jetzt alle Einwanderurigsniöglichkeiten beschränkt worden. Vor dem Kriege gingen 63 000 Juden jährlich aus Polen; dies bedeutet, daß die Zahl der jüdischen Auswanderer doppelt so hoch war wie der natürliche Zuwachs unter den Juden. Dies führte zu einer natürlichen Verminderung der Zahl der Juden in Polen. Nach dem Kriege wurden die überseeischen Länder den Einwanderern verschlossen mit dem Ergebnis, daß die jüdische Einwanderung sich nach Palästina verlagerte. Das Jüdische Nationalheim wurde für eine große Zahl von europäischen Juden sehr wichtig/. Palästina wurde nicht nur ein Zentrum ihrer geistigen und politischen Bestrebungen, sondern auch ihrer wirtschaftlichen Nöte, denn cs wurde ein Land mit einer großen jüdischen Einwanderung. Minister Komarnicki wies auf die Erklärung hin, die Dr. Weizmann in seiner Vernehmung vor der Kgl. Kornmission abgegeben hatte. Danach leben sechs Millionen Juden in Ost- und Mitteleuropa unter schlechten wiitschaftliehen Bedingungen. Auf dem jüdischen Weltkongreß sei im Jahre 1936 auch zum Ausdruck gebracht worden, daß 200 000 Juden, darunter 100 000 aus Polen, allein jedes tahr aus Europa auswandern m i'1 II t e n. Unter diesen Imständen, so sagte Minister Komarnicki, glaubt die polnische Regierung, daß das Jüdische Nationalhcim für die Juden nicht nur ein Zentrum des geistigen und politischen Lebens schaffen dürfe, sondern daß es die Hoffnungen niciit enttäuschen dürfe, die die Juden in die Balfour-Dcklaration gesetzt haben. Das Jüdische Nationalheim muß daher für die jüdischen Massen und nicht nur für einen ausgewählten Teil des jüdischen Volkes die Grundlage für eine unabhängige und nationale ■wirtschaftliche Existenz schalfen. Um dies zu ermöglichen, muß das Jüdische Nationalheiin in der Lage sein, in seinen Grenzen einen großen Teil der jüdischen Massen unterzubringen, deren wirtschaftliche Existenz nur durch Auswanderung gesichert werden kann. Die polnische Regierung betrachtet von diesem Standpunkt aus jedes von der britischen Regierung vorgeschlagenc Projekt, welches das Palästina-Problem zu lösen sucht. Indem sie diese Haltung eiunimmt, stimmt die polnische Regierung vollkommen mit dem Bericht der Mandatskommission überein, soweit dem jüdischen Staat ein Ausmaß gegeben werden soll, das ausreichen würde, um eine große und kompakte jüdische Einwanderung Die Genfer Tage Der Beschluß, den der Völkerbundrat angenommen hat, entspricht voll und ganz dem Verlauf der Diskussion, über die wir in der vorigen Ausgabe berichtet haben. Hervorzuheben ist hierbei, daß sich der Rat ähnlich wie das britische Parlament und der Zionistenkongreß die endgültige Stellungnahme zu dem Plan einer Teilung Palästinas Vorbehalten hat, bis ihm ein in den Einzelheiten ausgearbeitetes Projekt vorgelegt wird. Er hat dadurch zu erkennen gegeben, daß er dem Prinzip einer Teilung zustimmt, sofern die praktische Durchführung dieses Prinzips seinen Ansichten entspricht. Erwägt man die Debatte, die diesem Beschluß vorangegangen ist und die weiteren Einzelheiten des Beschlusses, die insbesondere betonen, daß das Mandat bis zur endgültigen Regelung der Palästinafrage in Kraft bleibt, und an die von England in der Einwander ungs frage abgegebenen Zusicherungen erinnern, so kommt man zu dem Schluß, daß der Völkerbnndraf eine solche Lösung der Frage wünscht, die den jüdischen Ansprüchen auf Sicherung der kolonisatorisehen Erfordernisse gerecht wird. Der nächste Schritt wird nunmehr die Ernennung der nach Palästina zu entsendenden Kommission sein, die wiederum eine Kommission Englands ist und nicht etwa, wie man gelegentlich angenommen hatte, ein internationales Gremium. Es heißt, daß in der neuen Kommission einige Mitglieder der Peel-Kommission sitzen werden, die die Materie ja aus eigener Anschauung genau kennen. Wie aus London berichtet wird, soll der in den nächsten Tagen stattfindende Kabinettsrat sich bereits mit der Palästinafrage beschäftigen. Ueber die Frage des Tempos, in dem die weitere Arbeit verlaufen wird, gehen die Meinungen auseinander. Während es zunächst hieß, daß bereits in der nächsten Sitzung des Völkerbundrates, die im Januar 1938 stattfindet, der Bericht dieser Kommission vorliegen soll, scheint es jetzt, daß doch noch längere Zeit verstreichen wird, bis sie ihre Arbeiten beendet und einen Bericht vorgelegt hat. In der Tat wird es sich hierbei um außerordentlich schwierige Verhandlungen handeln, da nunmehr die Aufgabe besteht, ein wirklich konkretes Projekt einer Teilung Palästinas auszuarbeiten. In der Vollversammlung des Völkerbundes sind nach der Annahme des Ratsbeschlusses von seiten der Ver* treter Aegyptens und des Irak Erklärungen abge* Für Sdiabbat, den 25. September 1937 Und sü& ist das Licht, Und wohl tut's den Augen, Die Sonne zu schauen. Ja, wenn der Mensch auch viele Jahre lebt, in Ihnen allen sollte er sich freuen und der Tage der Finsternis gedenken, da6 ihrer viele sein werden; alles, was kommt, ist eitel. Kohalet ZZ, 7-<S Uebersetzi von Harry Torczyner zu ermöglichen. Minister Komarnicki unterstrich zum Schluß seinen Glauben an die Objektivität der britischen Regierung. Er glaube auch, daß die englische Regierung sich seiner Ausführungen erinnern werde, wenn sie den endgültigen Vorschlag für die Errichtung eines jüdischen Staates ausarbeitet. Es kamen sodann die Vertreter kleinerer Staaten zu Worte. Der Bevollmächligtc von Albanien, Trascheri, sagte, die beste Lösung des Palästina-Problems sei ein Kantonal-System nach dem Muster der Schweiz. Der Vertreter von Litauen, Außenminister Lazo* r a i t i s, sagte, Litauen habe immer eine große jüdische Bevölkerung gehabt. Seine Juden pflegten nach Südamerika auszuwandern, in letzter Zeit gingen aber eine größere Anzahl nach Palästina. Fr sprach die Hoffnung aus, daß die Lösung des Palästina-Problems entsprechend den Auswandcrungswimschen der Juden und ihrem Verlangen, einen eigenen Staat zu errichten, erfolgen wurde. Boutros Ghali Pascha, der Außenminister von Aegypten, betonte, daß er mit der ITklänmg des britischen Vertreters im Völkerbmulsrat u b e r e i 11 s ז i ni 111 e, und gab zu, daß der Vorschlag einer Teilung die einzige Möglichkeit einer Lösung des Problems darstelle. Der Vertreter von Uruguay sagte, sein Land würde jede Lösung unterstiitzen, die den Juden gestatten wurde, ihr eigenes unabhängiges Land zu haben. Der Vertreter von L. c 111 a 1111 brachte die Hoffnung zum Ausdruck, daß die Beschränkung der jüdischen Einwanderung nach Palästina nur eine zeitweilige Maßnahme sein würde. Die Haltung der Araber ״Reuter“ meldet ans Jerusalem, daß die arabischen Führer zu der Eutsdicidung des \'c,Ikorhunclsrates eine durchaus kühle Haltung eiiinehmen. Sie weigern sich, zu den Verhandlungen in Genf irgendwelche Erklärungen abzugeben. Das Oberste Arabische Komitee wird demnächst zusammentreten. Es wird dann seine Stellungnahme zu der Entschließung des Vülkerbiindsratcs iestlegen. Die arabische Presse gibt ihrer Enttäuschung über die Rede Edens im Vülkcrlnmdsrat, sowie über die Tatsache, daß der Rat den Vorschlag über die Teilung nicht abgeleimt hat, beredten Ausdruck. ״A 1 -1 s I a 111 i a“ erschien mit der Schlagzeile: ״Teilung wird Tatsache“. ״F e I e s t i n“ erklärt, daß Edens Erklärung pro-jüdisch gewesen sei und einen Beweis dafür liefere, daß es Großbritannien an der jüdischen viel mehr als an der arabischen Freundschaft gelegen sei. Die Araber seien entschlossen, mit dem neuen britischen Komitee über die Teilung Palästinas nicht zu verhandeln. Die arabische Zeitung ״Felestin“ berichtet, daß die britische Regierung beschlossen hätte, die bestehenden Einw a n d e r u 11 g s b e s t i!11 m 11 n g e 11 im Einklang mit den Empfehlungen im Bericht der Königlichen Komniission einer Revision zu u n t er w e r f e 11. Außerdem glaubt das Blatt, daß die neue britische Kommission, die im Oktober in geben worden, die stell gegen das Prinzip der Teilung Palästinas wenden und die Forderung aui'stellen, einen anglopalästinensischen Vertrag ab/uschlicßeii, in dem der gegenw artigen j ii d i s c h!: 11 B e v ö 1 k e r 11 n ״ Palästinas volle Bürgerrechte eingcräinnt und Bestimmungen für eine ״Einw a n d erun g i 1: v e r n ü n I ii p c m A u s 11! ,־! I׳. e“ getroffen werden. Diese beulen arabischen Staaten machten sieh damit also im Prinzip die Forderungen der Araber Palästinas zu eigen und unterstützten sie im Plenum des Völkerbundes. Fine praktische Bedeutung für den Fortgang der Vorhandlungen haben diese Erklärungen wohl nicht, wenn auch das moralische Gewicht dieser Peilen im Rahmen de* Völkerbundes nicht übersehen werden kann, zumal Palästina in jedem Falle auf freundschaftliche Beziehungen zu diesen mul den anderen arabischen Staaten angewiesen bleibt, in der VI. politischen Kommission hat der ägyptische Vertreter alsdann seihst seine Zustimmung zu den Ausführungen Edens vor dem Völkerbundsrat gegeben und der Ansicht bcigepl iahtet, daß an*״ gesichts des vorgelegten Materials die Teilung Palästinas die einzige Möglichkeit einer Lösung des Problems darstellt. Es scheint sich also bei der ägyptischen Erklärung im Plenum des Völkerbundes mehr um eine Demonstratio)!, als um eine realpolitisch zu wertende Absicht gehandelt 711 haben. Viel beachtet wurde von jüdischer beite auch die Hai* tung Polens, die sowohl im Völkerbundrat wie auch iti der politischen Kommission des Völkerbundes zum Ausdruck kam. Die polnischen Vertreter haben dabei das Interesse Polens an einer starken Einwandcrungskapazität Palästinas mit Nach* druck betont, ohne jedoch England bei der Annahme des Teilungsprinzips Schwierigkeiten zu bereiten, Damit hat sich die Hoffnung mancher jüdischer Kreise als illusionär erwiesen, die glaubten, daß von dieser Seite ein Eingreifen in die Geschehnisse erfolgen würde, das im Gegensatz zu Englands Haltung dem jüdischen Anspruch eine breitere Basis verleihen könnte. Es ist aimmehmcn, daß schon mit Rücksicht auf andere politische Zusammenhänge die Mitgliedstaaten des Völkerbundes, auch wenn sie die verschiedcncn Aspekte der Palästinafrage diskutieren, keine Ent. Scheidung erzwingen werden, die von der .Meinung der Mandatarmacht wesentlich abweicht. Die meisten Redner paraphrasieren die englischen Erklärungen uml die Bemerkungen der Mandatskommission, aber man ist sieh darüber im klaren, daß England die Aufgabe haben wird, die beschlossene Politik durchzusetzen, und daß es seine volle Atacht nur für einen Kurs einsetzen wird, der die Billigung der englischen öffentlichen Meinung hat. iT die VOLL ARO MAT ISCHE ZIGARETTE . NATÜRL ICH NIKOTIN ARM ׳f f^hkiinuhke*t־j0ueM.

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