Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 74-75 (17.9.1937)
- Date
- 1937-09-17
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 14 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 74/75, 17. IX, 1937 Wirtschafts-Fragen Von der Woche Der vor einigen Tagen in Jenin angeschos&ene Araber Abdul Bark a w i erlag seinen Verletzungen. Vor seinem Tode erklärte er, daß Anhänger des Mufti von Jerusalern auf ihn wegen seiner oppositionellen Einstellung zu Ihnen geschossen hätten. Im Zusammenhang mit der Ermordung von Menachem Rosen bl att in Kfar Jcdieskiel stellt ein offizieller Regierungsbericlit fest, daß der Tod Rosenblatts nicht durch Schüsse aus dem Hinterhalt, sondern durch einen U n - gl ü Cks f a 11 erfolgt sei. In das arabische Dorf Faradsch wurde strafweise eine olizeibesatzung gelegt, die von dem Dorf erhalten erden muß, weil die Einwohner versucht hatten, verhaftete raber gewaltsam zu befreien. In einer Synagoge in der Altstadt von Jerusalem wurde, al« Andächtige zum Gebet kamen, eine nichtexplodicrte Bombe gefunden. Die Bombe konnte weggeschafft werden, ohne daß irgendein Schaden angerichtet wurde. In den nächsten Tagen erwartet man das Eintreffen von 300 neuen britischen Polizisten in Palästina, von denen 150 der Gendarmerie eingegliedert und die anderen 150 auf eine Reihe von Kolonien und Dörfern aufgeteilt werden sollen. Vor wenigen Tagen sind in Jerusalem aus Aegypt en 350 britische Soldaten eingetroffen; sie wurden in Na blus stationiert. Im Zuge der Untersuchung über die Versendung von D rohbriefen ist in Haifa Mordechai Röchelt verhaftet worden. Der Sekretär der palästinensisch-arabischen Partei (Mufti- Partei), Emil A. (ihorv, und der Jerusalemer orthodoxe Pope, Pater 11 נ uri, die zugunsten der palästinensisehen Araber eine Propaganda-Tournee durch die Balkanlinder unternehmen, sind in Istanbul eingetroffen. Der Sekretär des Obersten Arabischen Komitee*, Subhi Bey ei Khadra, der nach der Haussuchung verhaftet worden war, die in den Büros des Obersten Arabischen Kotnftees durchgefiihrt wurde, ist frei gelassen worden. Der Oeneralsfaatsanwaltsrhaft war es nicht gelungen, Beweismaterial gegen ihn zusainnien/ubringen. Es ist bekanntgegehen worden, daß von den 30 000 £ Etlt 8 c h ii d i g u 11 g s g c 1 d e r n, die die Regierung ftir Hinferhl!ebene der Opfer der Unruhen des Jahres IQ36 be- *tlmrnt hat, auf die Hinterbliebenen jüdischer Opfer 18 000 Pfund entfallen. Alis Aleppo wird gemeldet, daß dort am 8. Septemher Im jüdischen Viertel eine Bombe zur Explosion gebracht wurde, während am 9. September ein Jude durch Messer- *tiefte verwundet wurde. Die Palästina-Regierung hat für die landwirtschaftliche Erschließung des Berglandes einen Vorschuß von 30 000 Pfund bewilligt. Davon erhalten die jüdischen Siedlungen ThjI Jerusalem 6(X) Pfund. Der Geldumlauf ln Palästina betrug Ende Juli 5 224 134 Pfund, um etwa 1000 Pfand mehr als Ende Mai. Am höchsten war der Geldumlauf im Oktober 1935 mit 7י . Will. Pfund. Er fiel dann allmählich auf 5 Millionen Pfund und steigt seit einiger Zeit wieejer an. Anläßlich des Staatsfeiertages der Republik Libanon hat der Waad Leurtri int Namen der jüdischen Bevölkerung Palästinas an die Regierung des Libanon ein Glückwunschtelegramm gerichtet. Aus Kirjafh Schemuel (Haifa-Bay). Die rapide bauliehe Entwicklung der Vorstadt-Siedlungen in der naifabuelit hat nach kurzem Abflauen während der letzten Unruhen im laufenden Jahr wieder einen erfreulichen Aufschwung genominen. Neben Kirjafh Oiajim mit ca. 5000, Kirjafh Bialik mit etwa 800 und Kirjafh Mot/kin mit rund 1-100 Einwohnern ist in diesem Jahre mit dem Bau einer neuen Siedlung begönnen worden, die aus verschiedenen Gründen besonderes Interesse verdient: Kirjath Schemuel ist die erste Siedlung aut dem Keren Kajemelh-Boden der Haifabueht, die westlich der Eisenbahnstrecke Haifa— Akko liegt, also an der Meeresseife, während die anderen Siedlungen östlich der Bahn, also landeinwärts liegen, Damit haben die Siedler von Kirjath Schemuel eine gewisse Pionierarbeit geleistet und u. a, auch zum erstenmal eine allgemeine Ebnung des gesamten Ge- Hudes vor der Besiedlung durchgefiihrt. Jetzt sind nach diesem Vorbild mich andere vorgegangen, wie die ״Gav- ■Jam1‘ (Bayside-) Gesellschaft, deren Gelände zwischen Kirjath Schemuel und dem Meer liegt, und Kirjath Chajim, das jetzt an die Erbauung einer Parallel-Siedhmg, ebenfalls nach der Meeresseite hin, geht. Kirjath Schemuel hat u. a. auch die Aufgabe, bessere Häuser- und Siedlungsformen zu schaffen unter Vermeidung mancher Fehler, die bei der Erbauung der anderen Siedlungen gemacht sind,!3a* bezieht sich natürlich Vor allem auf die bessere bautechnische Ausführung, aber nicht weniger auch auf die architektonische Planung •der Häuser und der Siedlung im ganzen. Prof. Alexander Klein vom Technischen Büro des Keren Kajemeth überwacht die Schaffung und Ausführung der Pläne und die plangetreue Gestaltung der Siedlung.' Das Interessanteste an Kirjath Schemuel aber ist die Eigenart des Siedlermaterials. Es ist eine Siedlung des ״Hapoel Hamisrach i“, der religiösen Arbeiterorganisation, und sie ist benannt nach Schemuel Chajim Landau, dem verewigten Führer dieser Bewegung. Die Siedlung gibt zum erstenmal religiösen Arbeitern, Be• amten, Angestellten und Angehörigen des Mittelstandes Oekgenheit, sich in einer ihrer Anschauung entsprechenden Siedlung in der Nähe von Haifa unter sehr günstigen Be* tiitigungen ein Eigenheim zu schaffen. Damit hat die Be* wefting des Hapoel Hamisrachi zu den verschiedenen land* wirtschaftlichen Siedlungen der letzten Jahre eine lang er■ hoffte Vorsladtsiedlung gesellt, die den Vorbedingungen nach «ine erfreuliche Entwicklung verspricht, Es St der Leitung der Siedlung in Haifa (P. O. B. 935, Tel. 1573) elungcr., die Finanzierung der Bauten so zu erleichtern, aß fast allen in Frage kommenden Kreisen die Errichtung eine« Eigenheimes mit Hof und Garten ermöglicht ist. Barmliwah-Termin 1 Am 18. September (18. Tischri)! Micha P«- W I11 e r, Sohn von Dr. Bruno Powitxer, Ramoth Hwchawim. Schiffsverkehr in den Häfen Jerusalem, 14. September. (JTA.) Nach den im Commercial Bulletin veröffentlichten amtlichen Ziffern hat der Warenumschlag im ersten Halbjahr 1937 gegenüber dem gleichet! Zeitraum des vorangegangenen Jahres um 32,4 °,0 zugenommen; er ist von 597000 auf 790000 t gestiegen. Im Juni allein betrug der Warenumschlag rund 84 00t) t. Ausgeladen wurden 487 090 t, um 37 000 t mehr als im ersten Halbjahr 1930, verladen 303 000 t (1936 nur 176 000 t). Am bedeutendsten war der Warenumschlag im Hafen von Haifa. Dort wurden im ersten Halbjahr 374 000 t ausgeladen, um 25 000 t mehr als im ersten Halbjahr 1936. Die Landungsstelle in Tel Aviv weist für das erste Halbjahr 39 000 t aut (bis Juni 1936 mir 1675 t). Die Ziffern für Jaffa sind von 100 000 um über 30 00 auf 69 000 t gefallen. Sehr kleine Warenmengen wurden auch in Akko und Gaza ausgcladcn. Die Menge der im ersten Halbjahr in Haifa verladenen Oiiter hat sich fast verdreifacht. Sie ist gegenüber dem ersten Halbjahr 1936 von 68 000 auf 193 000 t gestiegen, das sind fast zwei Drittel der gesamten in Palästina verladenen Warenmenge. Die Verladungsziffer für Jaffa stieg von 78 auf 95 000 t, im Hafen von Tel Aviv wurden über 14 000 t verladen. Vermehrt hat sich auch die Zahl der Schiffe, die im ersten Halbjahr 1937 palästinensische Häfen angelaufen oder sie verlassen haben. Haifa verzcichnete 1300 Schiffe mit einer Tonnage von 2 379 000 gegenüber 1030 Schüfen mit einer Tonnage von 2 392 000 im ersten Halbjahr 1936. Im Hafen von Jaffa wurden 1007־ Schiffe mit einer Tonnage von 709 000 gegenüber 482 Schiffen mit einer Tonnage von 702000 gezählt. Ueber 50 Schiffe haben Akko und über 20 O a z a angelaufen, in beiden Häfen hauptsächlich Segelschiffe. Die industrielle Produktion Jerusalem, 14. September. (JTA.) Die letzte Ausgabe des Commercial Bulletin bringt Halbjahresziffcm für die Produktionshöhe einzelner Zweige der palästinensisehen Industrie. Im ersten Halbjahr 1937 wurden 396 927 kg Zigaretten erzeugt, gegenüber 396 736 kg im ersten Halbjahr 1936 und 376 000 kg im ersten Halbjahr 1935. Im Juni'betrug die Produktion 78 000 kg gegenüber 67 000 kg in demselben Monat des vorangegangenen Jahres. Die Tabakerzeugung zeigt eine kleine Steigerung von 7465 auf 7661 kg im Juni d. JT, dagegen ist die Halbjahresproduktion von 44 370 kg I. J. 1936 aut 40 339 kg in diesem Jahre ge- Der Chug Iwrl L'olej Germania In Jerusalem Im Jahre 5697. Die hebräische Arbeit der Einwanderer aus Deutschland bewegt sieh überall in denselben Bahnen: 1. Sprachkurse 2. Seminare und 3. Vorträge in den dazu gegründeten Klubs. In den deutschen Veranstaltungen der HOG-Grupnen legt man Wert auf Behandlung aktueller Fragen, Landeskunde und Zionismus soll hier das Aufgabengebiet sein. Die hebräischen Klubs sollen, ohne diese Gebiete zu verriach* lässigen, darüber hinaus den Menschen einen Zugang zu jüdischen Inhalten geben, hebräische Literatur, jüdische Volkskünde usw, gehören hier mit zu den Themen. Für manche ist der Glmg Iwri der erste Versuch zum öffentlichen Wirken. So mag die statistische Feststellung vielleicht interessant sein, daß im Jahre 5697 in Jerusalem von den 33 Vorträgen, die gehalten werden konnten, 22 von Persönlichkeiten des Jischuw bestritten wurden und 11 von Einwanderern, d. h. die hebräischen Redner der Olim stellen somit ein Drittel der Oesanitvortragenden. Themenmäßig verteilen sich die Vorträge wie folgt: Zur Lage der Juden in verschiedenen Ländern (8), Erziehung. Unterricht, hebräische Bewegung (5), hebräische Literatur und Musik (4), öffentliche Angelegenheiten und Landeskunde (6), Biographien von Persönlichkeiten (3), Sprachenfragen (2), Erinnerungen, Geschichtliches (3), Diverses (2). Die Vortragenden waren: Dr. Olswanger (Die Juden in Indien), Dr. Pacific! (Erinnerungen aus Italien), F. Bernstein (Die Juden in Westeuropa), M. Kleinmann (Zur Geschichte des Zionismus in Rußland), Erich Winter (Die Juden in Spanien), J. Abend (Die Juden in Holland), M. Ettiasch (Die Juden in Saloniki), Dr. Bonne (Die neue Türkei), Dr. Max Meyer (Brenner), Dr. Wolfsberg (Erinnerungsliteratnr), David Awrissar und Esra Aharon (Orien* talische Musik), M. Ra bi nowitsch (Die Haskala in Litauen), J. B ent wie 11 (Palästinensisches Schulwesen), Dr. A. S. A escoly (Humanistische Fächer), M. Bittman (Jugendbewegung in Palästina), Dr. Ah. Lewinson (Die jüdische Erziehung in der Gola), Dr. Borodianskv Hüdusche Erziehung in Deutschland), R.-A. Samonoff (Die Gemeinde Jerusalem), R.-A. Auster (Die Jerusalemer Stadt- Verwaltung), Dr, Fritz Löwen stein (Ausländerrecht in Palästina), D. Benvenisti (Reiseeindrücke aus den Bergen Gileads), Dr. Riwlin (Entwicklung der Stadtviertel Jerusalems), Dr. Engel (Der״ChatamSsofer“), Rabbi Binj am in (Dr. Nathan Birnbaum), Dr. Senator (Fritz Mordeehaj Kaufmann), Dr. Irene Garbe! (Die hebräische Aussprache unserer Tage). Dr. Friedrich Oumpertz (Die sefardische Aussprache), Ari Ihn Sahav (Die Peehhändier von Grajewo), Dr. Rafael Strauß (Zur Geschichte der Juden In Bayern), Dr. Jizchak Unna (Erinnerungen aus Gemeinden Süddeutschlands), Dr. Chewronl (Mathematische Spielereien), M. N a r k i 8 (Münzen der Hasmonäer). Die Vorträge fandai In den Räumen der Machlawa von Dr. Kahn, Jerusaleim, Keren Kajemethstraße 19, statt. Ein Bibelkura unter der Leitung von B. Bernstein fand jeden Dienstag, Ktng Georgstraße (Haus Merliaim), bei Rosenzweig, statt. Das Programm für das Jahr 5698 sieht u. a. die Durchführung eines Seminar* über hebräische Literatur vor. Fritz M*Ir Frlnkel Persönliche*. Rabbiner Dr, I. BI eich rode, Jerusa• lem (früher Berlin), begeht am 28. September den 70. Geburtstag. Er wirkte lange Jahre beim Synagogenverein Ahawas Reim und später an der Berliner Synagoge Kottbusser Ufer. Als alter Zionist siedelte er 1932, nach seiner Pensiottlerung, nach Jerusalem über, wo er sich ganz der Wissenschaft widmet. sunken. Außerdem wurden 4407 kg Schnupftabak hergestellt, etwas mehr als im ersten Halbjahr 1936. Die Zigarren• erzeugung war niedriger als im vorangegangenen Halbjahr. Die Streichhölzerproduktion iin ersten Halbjahr 1937 betrug 125 000 Gros Schachteln gegenüber 217 000 Gros im■ ganzen Jahr 1936, die Salzproduktion im ersten Halbjahr 1937 4993 t gegenüber 9139 t im ganzen Jahr 1936. Di« Produktion von Methylspiritus erreichte nicht die Hälfte der vorjährigen Jahresproduktion (239 433 gegenüber 604 000 kg), Die Bautätigkeit Jerusalem, 14. September. (JTA.) Der Anteil der Stadt Tel Aviv an dem palästinensischen Baum ar kt ist von 60 V», die er 1935 erreicht hat, um etwa 22,2 °/0 1, J. 1936 gefallen. Die Kosten der Errichtung von Gebäuden zu pri• vaten, Handels* und Industriezwecken in den wichtigsten Städten sind von 8 410 000 Pfund i. J, 1935 um über 32 °/0 aut 5 705CXX) Pfund i. j. 1936 gesunken. Der Anteil von Tel Aviv, der 1935 mit 3 1 55 000 Pfund rund 60 °/0 der Gesamtsumnic ausniachte, betrug 1936 nur noch 1 567 000 Pfund, das ist 37,8 «0 der Gesamtsumme. Sehr bedeutend sind immer noch die Ausgaben, die von der Stadtgemeinde in Tel Aviv für Bauten, Straßeii und Reparaturen ausgegeben werden. Sie machten 1936 rund 1(10 000 Pfund aus, während in allen übrigen Städten Palästinas zusammen ftir dies* Zwecke 138 000 Pfund ausgegeben worden sind, Der Handelsvertrag mit Syrien Jerusalem, 14. September. (JTA.) Die Palästinaregierung hat dem französischen Oberkommissar von Syrien ein Memorandum übersandt, in dem der Wunsch .aus• gedrückt wird, sofort Verhandlungen über eine Ab in de* rung des Handelsvertrages zwischen Palästina, Syrien und dem Libanon aufzunehmen. Der französisch* Oberkommissar hat den Vorschlag angenommen; es werden in nächster Zeit die ersten Verhandlungen in Beirut *tatt• finden. Es verlautet, daß in den Vorverhandlungen bereits ein grundsätzliches Einverständnis der beiden Teile zu der Aenderung des Hauptpunktes des Vertrages vom Jahre 1929 erzielt wurde, demzufolge die Wareneinhthr au* Syrien und dem Libanon nach Palästina und umgekehrt zoll• lrei ist. Diese Bestimmung soll abgeändert werden, weil sie sich auf die palästinensische Wirtschaft schädigend ausgewirkt hat. Die Unterzeichnung des abgeänderten Vertrage» soll b! Haifa erfolgen. Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Eres Israel hat in der letzten Zeit außerordentliche Fortschritte ge• macht, Wie die von der ״Tewa“ in Jerusalem herausgegebene Zeitschrift ״Jalkut Retuoth“ in mehreren Aufsätzen bekannter jüdischer Aerzte zeigt, wird dort eine Reihe, von Medikamenten hergesteilt, die den wichtigsten Bedürfnissen des Landes Rechnung tragen tnid in ihrer Eigenart *einen besonderen Bedingungen angepaßt sind. — Die künstliche Säuglingsernährung bildet in Palästina ein recht schwieriges Kapitel. Wie Dr. Raphael Sandler In einem sehr lesen*• werten Aufsatz an Har.'d ausgedehnter Versuche und Ena־״ rungen aus der Kinderabteilung des Hadassah-Hospital* In Jerusalem (Leiter: Dr. Grünfelder) mitteilt, wird durch den Zusatz eines ״Lemosin“ genannten Präparates zur Voll• milch erreicht, daß ein Unterschied des Gedeihen* zwisehen natürlich und künstlich genährten Kindern nicht mehr festzustellen ist. Ein besonderer Vorteil diese* Mittels tot es, daß sein Zusatz auch bei großer Hitze die Milch unverändert erhält und die Bakteriencntwicklung hemmt. — Von ebenso großer Bedeutung ist das ״Argodyn“ genannte Präparat zur Bekämpfung der in Palästina so sehr häufigen infektiösen Darinkrankheiten. Auf Grund ausgedehnter bak* teriologischer Versuche, bei denen die hohe Wirksamkeit des Präparates gegenüber Ruhr- und Typhusbazillen festgestellt wurde (von Ur. Karl Guggenheim, Jerusalem)), wurde das Mittel in den Krankenhäusern ״Hadassah“, Tel Aviv Und Jerusalem, ״Bikur Cholim“, Jerusalem, und ״Zcntral-Krankenhaus“, Afuleh, klinisch erprobt und als ausgezeichnet wirksam eingeführt. — Noch eine ganze Reihe von weiteren Mitteln sind von dem Leiter der Tewa, dem pharmazeutischen Chemiker Dr. G. Friedländer in Zusammenarbeit mit Pharmakologen, Bakteriologen, Aerzten und Kranken• Häusern geschaffen worden. M. M. Kunst in Haifa. Alien pessimistischen Voraussagungen zum Trotz hat Behals Kleinkunstbühne sich durch• gesetzt und erfreut sich großer Popularität. Im Februar eröff* net, konnte sie im August während einer Gastspielreise nach Tel Aviv und Jerusalem einer Verschönerung und Er- Weiterung unterzogen werden, nach der sie nun am 31. August neu eröffnet wurde. Die Wandmalereien hat wieder Baß besorgt. Das Programm wird im wesentlichen von Hans Behal selbst, der auch die meisten Texte selbst verfaßte, und von Heddi Hirth getragen. Und Dr. Alsberg macht Musik dazu, wobei der Komponist in ihm den Pianisten um einige Längen schlägt. — Auf dem Har Hakarme! ent• wickelt sich ein eigener Kulturbetrieb. Die Veranstaltungen im Teltscli-Haus, die Aufführungen in Achusah und die Kon• zerte des Palästina-Orchesters bei Salzmann waren schon ein beachtenswerter Beginn. Die Fortsetzung wird die zu Sukkoth stattfindende ״Karmel-Woche“ dareteflen, in der verschiedene biblische Themen unter Mitwirkung J. Kastei!!• dargestellt werden. Alfred Markus, Haifa 8. Soffer! Plan von Haifa und Umgebung, 1! 10 000. Ingenieur S. Soffer hat das Bild dieser ״Stadt der Zukunft״ neu erstehen lassen. Die Karte, als Doppelkarte in Groß• formst in Siebenfarbendruck ausgeführt, zeigt die Konturen der künftigen Großstadt: 100000 Einwohner dort, wo jetzt Haifa ist, 100000 Einwohner in der Mifraz Haifa und 100 000 Einwohner aut dem Carmel. Die Karte gibt in vorbildlicher Weise die großzügige Planung der Stadt wieder: Im Osten die Industriezonen, in der Nahe des Hafen* die Handelszentren, in den Außenbezirken die Landwirtschaftlieh« Zone und Im Übrigen die Wohnzonen ״A“, ״B“ und ״C“. G. Herz-Shlkmoni (Schluß de* Palästinateils) BANK DES JÜDISCHEN MITTELSTANDES i/DCi\ITi#CDB1y ■ V ■C Eh fLJ 1 I v Et ■ C Eh I 11י■ FÜR HANDEL UND GEWERBE ft G. M. B. H. Ausführung sämtlicher bankmäßigen Geschäfte BERLIN C 2, ORANIENBURGER STRASSE 3