Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 74-75 (17.9.1937)
- Date
- 1937-09-17
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 74/75, 17. SEPTEMBER 1937 JÜDISCHE RUNDSCHAU Raubüberfall in Tel Aviv Flugwesen in Palästina Die Engländer haben Erez Israel während des Weltkrieges erobert, weil von dort eine Bedrohung des Suezkanals kam; sic haben es nach dem Weltkrieg behalten, weil dieses kleine Land in dreifacher Hinsicht eine ähnliche Rolle zu spielen vermag, wie sie vom Suezkanal erfüllt wird. Erez Israel ist eine wichtige Teilstrecke der Fluglinien von England nach Indien und Australien; es ist ein ebenso wichtiger Teil der Oellinic von den Petrolcumfeldern von Mossul zum iWitteimeer; es ist endlich das Terrain, auf dem notfalls — zwischen Gaza und Akaba — ein ״zweiter Suezkanal“ gebaut werden könnte, falls der erste der vollständigen Kontrolle durch England entzogen würde, ln diesen drei verkehrstechnischen Momenten liegt das Interesse Englands an Erez Israel eingeschlossen. Die Flugerfahrungen des Krieges haben zum erstenmal den Gedanken eines regelmäßigen, schnellen und zuverlässigen Luftverkehrs zwischen England und Indien in den Bereich der Verwirklichung gebracht. Sobald man aber an diesen Plan heranging, mußte Palästina in ihm eine bedeutende Rolle spielen. Es liegt ziemlich enau in der Mitte zwischen dem Mutterland und seinem ostbarsten kolonialen Besitz, und war daher sowohl aus technischen wie aus politischen Gründen zum Hauptzwischenhafen prädestiniert. Indessen dauerte es bis zum Jahre 1929, bis die Imperial Airways ihren Dienst zwischen Croyden (London) und Karaciii (N'ordiudicn) begannen, nachdem bereits zwei Jahre früher Kairo—Basra als Versuchsstrecke geflogen worden war. Die große englische Linie blieb nicht lange allein. Bereits im folgenden Jahr. 1030, eröffnete KLM (Koninkiyke Luchtvaart Matschaapij, Royal Dutch Air Lines) die Linie Amsterdam—Batavia als Verbindung zwischen Holland und Niederländisch-Indien. Bald darauf verdoppelten Imperial Airways ihren Verkehr über Palästina, indem sie außer der Indien-Linie auch noch einen A 11 s t r a 1 i e n - Dienst eröifneten, der über Hongkong nach Brisbane führt. Diese Fluglinien zwischen Europa und dem Fernen Osten via Palästina haben sich außerordentlich schnell entwickelt. Ursprünglich verkehrte in jeder Richtung nur ein Flugzeug in vierzehn Tagen. Bald ging man zum wöchentlichen Verkehr über. Ab Oktober dieses Jahres lassen KLM Wöchentlich drei Flugzeuge in jeder Richtung Palästina anfliegen, während Imperial Airways in ihrem körnbinierten Indien- und Australien-Dienst binnen kurzem sechsmal in der Woche Erez Israel berühren werden. Drei dieser Dienste werden wie bisher mit Landflugzeugen dürthgefiihrt. Drei weitere aber weiden Flugboote des größten und neuesten Typs verwenden. Zur Zeit werden aut dem Tiberiassee Versuche angestellt, um die beste Stelle für einen Flugboot hafen herauszufinden. Z«ntral!lugtmfen Lydda Bei so stürmischer Entwicklung des Flugwesens hatte die Bo d e n o r g a n i s a t i 0 n Mühe, Schritt zu halten, und #i , insbesondere Erez Israel hat lange Zeit dieser Entwicklung nachgehinkt. Mit der vor kurzem erfolgten Eröffnung des r*”"“i׳iTnen Flughafens bei Lydda hat ■Palästina diesen Mangel nicht nur ausgeglichen, sondern den größten und 1 besten Flugplatz des ganzen Orients dein Ver-; kehr übergeben. Bis dahin war der ehemalige Militärflugplatz hei Gaza als Start- und Landcplatz der internationalen Fluglinien benutzt worden. Er war auf die Dauer nicht nur technisch unzureichend, sondern lag auch weit unten im Süden des Landes, in großer Entfernung von den Zentren dos palästiuensischen Verkehrs. In dieser Hinsicht laßt auch Lydda noch zu wünschen übrig. Es liegt zwar erheblich günstiger als Gaza, ist aber von T ei Aviv etwa '20 km, von Jerusalem über 40 km entfernt. Man hat sich seitens Tel Avivs sehr hemüht, den zentralen Flughafen Palästinas in die unmittelbare Nähe seiner größten Stadt zu bekommen. Dieser Plan ist sowohl an technischen Schwierigkeiten, wie wohl auch an strategischen und politischen Erwägungen gescheitert. Man wollte den Landeplatz der Flugzeuge nach und von Indien wohl nicht allzu nahe der Küsic atilcgcn — und der Ein- Schluß des Flughafens Lydda in den ״britischen Korridor“ des Peel-Projekts zeigt deutlich, daß auch politische Erwägunen bei der Wahl des Platzes nicht unberücksichtigt geblieen sind. Technisch ist der Flughafen Lydda eine der bemerkenswertesten Anlagen dieser Art. Er wurde im Aufträge der Regierung erbaut von dein Ingenieur John W. Bur 11s vom Public Works Department, unter der Zuständigkeit des Department ot Civfl Aviation. Die Haiiptsclnvierigkeit bcstand darin, einen großen Startlind Landeplatz zu schaffen, der auch im Winter mit seinen heftigen Regengüssen tinbedingt gebrauchsfähig bleibt. Das erforderte die Herstellung einer zusammenhängenden zementierten und asphaltierten Fläche von 340 000 qm — wohl das größte künstliche 12011teld, das irgendein Flughafen heute besitzt. Um diese Riesenfläche auch nach den heftigsten Regengüssen schnell vasserfrei zu machen, mußte sie im ganzen eine Neigung erhalten, die einerseits groß genug war, um den raschen Ablauf des Wassers zu gewährleisten, andererseits das Starten und Landen nicht beeinflussen durfte. Diese Aufgabe ist durch ein besonderes Arbeitssystem gelöst worden. Bei dem ständig wechselnden Wind war es nötig, vier verschiedene Startbahnen anzulegen, von denen jede 1200 in lang ist, von denen 800 m asphaltiert sind. Während der eigentliche Flugplatz bereits fertiggestellt ist, befinden sich die dazu befindlichen Gebäude noch im Bau, und die verschiedenen Behörden — Paßkontrolle, Zoll, Post usw. —, sowie die Flugdienstleitungen der einzelnen Gesellschaften befinden sich noch in Baracken. Ein provisorisches Gebäude hat vorläufig auch noch die Radio- Station Inne, die nicht nur den Wetterdienst für den Fingverkehr versieht, sondern auch für die Handclssriilffahrt. Da sie zwischen Athen und Bagdad die einzige aeronautischmeteorologische Station ist, kommt ihr besondere Bedeutung zu. Zu ihrem technischen Personal gehören eine Anzahl Juden, und sie steht unter der Leitung des Chef-Meteorologen der Regierung, Dr. Feige, dein früheren Leiter der Meteorologischen Station in Breslau. ■In ״Port Said der Luft“ Trotz dieser imponierenden Entwicklung des Flugverkehre zwischen Europa und dem Fernen Osten darf seine Bedeutung für Erez Israel nicht überschätzt werden. Nur in einer Hinsicht hat er dem Lande einen wirklich großen Vorteil gebracht: durch die Flugpost. Erez Israel stellt heute in fast täglicher Flugpostvcrbindung mit Europa, und da die Post über Imperial Airways (nicht über KLM) Briefe zum gewöhnlichen Porto befördert, so ist die Zahl der Luft- Postsendungen in ständigem Wachsen begriffen. Den wirklich Politische Hintergründe? Jerusalem, 12. September. (Palcor.) Tel Aviv und der ganze Jischuw waren heute empört über eine Rauberei, die bei hellichtem Tage in Tel Aviv von drei jungen Juden begangen wurde, die der Revisionistischen Partei angehören. Als Zachariah S h a r a b I, ein Angestellter der Arbeiter- Bank, die Büros der Anglo Palestine Bank in der Herzl- Straße mit einer Summe von 5400 Pfund verließ, fuhr ein Auto an ihn heran und drei Männer sprangen auf ihn zu. Einer verselzle Sharabi einen Schlag, während ein anderer ihm die Mappe, die das Geld enthielt, entriß. Zwei von den Männern ergriffen die Flucht. Der Dritte wurde von Sharabi festgehalten, der nach der Polizei rief. Aul sein Rufen versammelte sich eine große Menschenmenge, die die Verfolgung der zwei anderen Diebe aufnahm, die gef angengenommen wurden. Die drei Verhafteten heißen Haim Dviri, Haim Botchko und Benzion Gabbay. Der Lenker des Autos wurde ebenfalls festgenommen. Im Innern des Wagens wurden Revolverkugeln gefunden. Die Polizei stellt weitere Untersuchungen und Nachforschungen in der Sache an. Der Sekretär der Revisionistischen Partei in Tel Aviv gab einen Bericht heraus, in dem er feststellt, daß die Verhafteten vor einiger Zeit aus der Revisionistischen Partei ausgestoßen worden seien. Der verhaftete Haim Dviri war einer der vor drei Jahren wegen Mittäterschaft an den! Mord an Dr. Arlosoroff Angeklagten. Er wurde später von der Anklage freigesprochen, wurde aber zusammen mit Aba Achi Meir wegen Zugehörigkeit zu der Birjonim-Gruppe zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Einem Bericht des ״Dawar“ zufolge sagte der verhaftete Benzion Gabbay aus, der Zweck der Räuberei sei gewesen, Geldmittel "für eine geheime Sache zu erlangen. Im Zusammenhang mit dem Raub wurden von der Polizei Haussuchungen bei einer Anzahl von Revisionisten vorgenoimnen. Wie verlautet, sind die Namen der Betreffenden der Polizei durch ein bei einem der Verhafteten gefundenes Schreiben bekanntgeworden. Der bei dem Raubüberfall verhaftete Josua Lieht e r, der als Agent beim Ankauf des von den Räu- Verfehlte Argumente Smilanskl Uber den Teilungsplan Im ״Bustcnai“ setzt sich M. Smilanskl mit den Gegnern des Teilungsplanes auseinander: Einer der Haupteimvähde gegen den Teilungsplan sind die ״engen Grenzen“. Aber haben wir denn selbst die noch engeren Möglichkeiten, die bis jetzt bestanden, wirklich voll ausnützen können? Konnte die Chowewc Zion die geringen Möglichkeiten, die ihnen die Bilu-Bewegung eröffnete, wirklich aiisnüt/en? Konnte man später die Halfour-Deklaration ausnützen? Niemand hatte uns in den Zeiten Herbert Samuels mul Piumers daran gehindert, aber damals brach die Zeit der Verwirklichung des Zionisliitis bis zur Grenze der gegebenen Möglichkeiten nicht an. Und gleichzeitig mit der Ablehnung der ״engen Grenzen“ wird von denselben Menschen immer wieder hervorgehoben, daß unsere Kräfte für die notwendigsten Dinge nicht ausreichen. Es ist aller nur möglich, sich über enge Grenzen zu beklagen, wenn man in sieh die Kraft fühlt, weitere a 11 s z 11 f ii H e n. Wer unsere Kräfte für gering hält, muß sich logischerweise auch eine Beschränkung gefallen lassen. Das allein heißt, sich auf den Boden der Tatsachen stellen. — An Aufgaben aber, denen wir nicht gerecht geworden sind, gibt es eine große Menge im Lande. Da ist 1. B. das gebirgige nördliche Galiläa, wo es keine Fellachen gibt, die sieh über Verdrängung beschweren könnten. Der Landstrich wäre wie kein anderer geeignet für Erholimgs- und Kurorte für Palästinenser und auch für die Besucher aus dem Ausland. Aber bisher ist er dieser Aufgabe nicht erschlossen worden. — Die Sanddünen Palästinas könnten noch zehntatiseflde Dunam bebaubaren Boden hergeben und viele Menschen ernähren. Man müßte nur Bäume als Windschutz pflanzen und Mist anfahren, um großen Dienst, der dadurch Erez Israel erwiesen wird, spürt nicht nur der Jischuw, sondern auch die große Zahl der Angehörigen in Europa. Im übrigen aber stellt Ludd nur eine Art ״Port Said der Luft“ dar, einen Hafen, der in wenig entwickelteil Beziehungen zu seinem Hinterland steht. Wie die Dampfer, die durch den Suezkanal fahren, in Port Said nur für kurze Zeit halten, ohne mit Aegypten in Verkehr zu treten, so landet der ״Luftexpreß“ in Palästina nur, um sich mit neuem Betriebsstoff zu verseilen. Die Zahl derdirekt e n Passagiere der Ostasien-Linien von und nach Palästina sind nicht sehr zahlreich, schon weil Buchungen für die Zwischenstationen nur in dem Maße angenommen werden, als der verfügbare Platz nicht für entferntere Bestimmungsorte belegt worden ist. Jüdischer Aufbau und Flugverkehr In der letzten Zeit hat nun eine Entwicklung im palästinensischen Flugverkehr eingesetzt, die für das Land oedeutsanier ist, weil sie Erez Israel nicht als »urc 11 g a 11 gs s t a t i o 11, sondern als Zielpunkt betrachtet und in direktem Zusammenhang s t c 111 mit d e in jüdischen Auf b a u. Diese Entwicklung begann, als im Jahre 1934 die ägyptische Fluglinie ״M 1S R“ ihren Dienst zwischen Kairo und Haifa eröffnete, der seit 1. Mai 1935 täglich geflogen wird. Wie genau die Entwicklung dieser Fluglinie mit clem Anwachsen der jüdischen Bevölkerung in Erez Israel parallel läuft, zeigen die Ziffern über die beförderten Passagiere. Während der ersten zehn Monate 1934 waren es 762, im Jahre 1935 deren 1161, im folgenden Jahr 3971, und in den ersten drei Monaten 1937: 876, was für das ganze Jahr rund 3401) Personen ausniachen würde. Seit Oktober 1936 haben MISR einmal wöchentlich den Flug über Haifa hinaus nach Bagdad ausgedehnt;* ferner unterhalten sie während der Sommermonate eine Linie über Lydda—Haifa nach' N i c o s i a auf Cvperri. Seit 1937 haben nun auch zwei europäische Fluggcsellsc haften spezielle Palästina-Flugdienste eingerichtet. Die italienische ״Ala Littoria“ hat ihre Fluglinie Triest—Rom —!Irimlii Rhodos bis nach Haifa verlängert, bern benutzten Wagens gedient hatte, wurde nach einer umfangreichen Untersuchung freigelassen. Alexander Kipniss und Abraham Silman, die Besitzer des Autos, wurden jedoch festgenommen, da nachgewiesen werden konnte, daß der Wagen erst kürzlich gekauft worden war. Sie wurden für 14 Tage in Untersuchungshaft genommen. Die Polizei macht weitere Nachforschungen in dem Glauben, eine Verbindung zwischen den Räubern und den Revisionisten, die vor vier Jahren im Verdacht von Gewalttätigkeiten standen, hersteilen zu können. Der verhaftete Dviri weigerte sich, eine Aussage zu machen, während Benzion Gabbay jegliche Mittäterschaft an dem Raubüberfall ableugnet. Botchko bleibt bei seiner Aussage, daß er ein Straßenpassant war, während Gabbay aussagte, daß er den anderen Autofahren beibrachte. Augenzeugen stellen jedoch fest, daß sie die vier Männer sahen, wie sie in der Nacht vor dem Raubüberfall ein Nummernschild an dem Auto fälschten. i Die vorstehende Meldung zeigt, bis zu welchem Grade der Verwirrung gewisse kleine Kreise in Palästina sieh fortreißen lassen. Es wird die Aufgabe der Polizei und aller in Frage kommenden Instanzen sein, die 11 1 n t e r g r 1111 d e dieses Attentates sei deutlich wie möglk 11 klar/uiegen. Wenn z,u ,allen Sorgen, die der Jischuw in Palästina zu tragen hat, jetzt ein politisches Gangstertum käme, bei!lern die (iren/en 7wiseilen Kriminalität utui politischen! Ferroi isnms ganz und gar verwischt sind, dann wäre dies tief /״ bedauern. Wir sind gewiß, daß alle Kreise des Jiseluiw solche Handlungen verurteilen. Es gab allerdings schon früher einmal eine״ Periode, in der ähnliche Umtriebe autgedccM wurden, lind — wie es scheint — gehören einige der jetzt Best huldigten demselben Kreise von Aktivisten um Aba Achi Meir an, die nach dem Morde an Dr. Arlosoroff unter der Anklage der Geheimbündelei vor Gericht standen und damals zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Ls ist zu verstellen, daß in aufgeregten Zeiten wie den jetzigen sieh derartige Kreise wieder zusammenfinden und nach einem Betätigungsfeld suchen. Sie so rasch wie möglich zu zerstreuen und unschädlich zu machen, ist ein Gebot der Klugheit und der selbstverständlichen Sauberkeit im politischen Lehen des Jischuw. den Boden zu düngen, eine Bewässerungsanlage einriehten, und wir hätten erstklassiges Land für Gemüsebau. Nichts :dergleichen ist bis jetzt geschehen. — Von dem Boden/ der sich heute in jüdischem Besitz befindet, sind 400 000 Dunam nicht rational ausgenjitzt. Der Grund ist in erster Linie Geldmarigel. Ungefähr 21)0 000 Dunam Boden gibt es, der mehr oder weniger Oedland ist. Innerhalb der ״engen Grenzen“ aber würden anderthalb Millionen Dunam für Siedlungszwecke zur Verfügung stehen, und es fragt sich nur nach den Erfahrungen der Vergangenheit, oh es uns leicht sein wird, selbst innerhalb von 20 Jahren solcher Aufgabe gerecht zu werden. Man sollte weniger über enge Grenzen weinen, als auf genügend Kräfte hoffen, eben diese Grenzen auszufüllen. Die Anhänger des Teilvmgsjtlanes glauben, daß die große Aufgabe diese Kräfte schaffen wird. Waad Leumi gegen den Terror Jerusalem, 13. September. (JTA.) Der Waad Leumi Hat am Montag in einer vertraulichen Sitzung die gegenwärtige politische Situation erörtert. Nach der Sitzung ’wurde ein Aufruf erlassen, itt dem verlangt wird, «laß die Palästinaregierung mit der Duldung der arabischen Hetz- Propaganda Schluß mache und sofort strenge Maßnahmen gegen den Terror treffe. Weiter wird von der Regierung verlangt, daß sie sielt hinter die jüdischen Institutionen in ihrem Kampf gegen die unverantwortlichen Eiemente stelle, die Vergeltungsakte gegen unschuldige Araber unternehmen wolle. An alle Teile des Jiseluiw wird die Aufforderung gerichtet, den Waad 1 etimi in seinem Kampf gegen die Gesetzlosigkeit, die die öffentliche Sicherheit gefährde und das Ansehen des Jischuw schände, zu unterstützen. so daß Palästina jetzt dreimal wöchentlich auch Anschluß an das italienisch-südeuropäisehe Flugnetz hat. Am bedeutsamsten aber ist wohl die Finriefitung der Verbindung Warschau — Lydda, die kürzlich durch die polnische Gesellschaft ״LOT“ (Polskie Linje Lotnicze LOL) erfolgt ist. Diese Linie,■ die Lemberg, Krakau, Czernoxvitz, Bukarest und Saloniki berührt, stellt eine Verbindung der I. ä ri d e r osteuropäischer jüdischer M a s s e n s i e d 1 u n g mit Erez Israel dar, zumal sie auch in direkter Verbindung mit Litauen und Lettland steht. Es bedarf keines besonderen Beweises, daß die ökonomische Grundlage all dieser Fluglinien, die Palästina zum Ziel- und Ausgangspunkt nehmen, im jüdischen Aufbau Erez Israels besteht, ohne den der große Flughafen in Lydda auch heute noch keine andere Bedeutung haben würde, als etwa die Flugstation Ru tba- Wells mitten in der Wüste des Iraks. So erfreulich diese Ent- Wicklung auch ist, so erhebt sich doch die Frage nach der Gegenseitigkeit, Der Flugverkehr ist eine intet•- nationale Institution, wie die Schiffahrt. An ihr aktiven Teil haben, heißt nicht nur in ideeller, sondern auch in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht dem modernsten und zukunftsträchtigsten Verkehrssystem anzugehören. Je stärker Erez Israel von fremden Linien ״angeflogen“ wird, um so drängender wird das Problem, in den’Grenzen des Möglichen und Vernünftigen ein eigenes jüdisch-palästiricnsisches Flugwesen zu entwickeln. Das ist nicht nur eine Frage der Finanzierung und der technischen 010anisation, es ist gleichzeitig ein Problem der psychologischen Vorbercitung des Jischuws für eine neue Aufgabe. C. Z. K I o e t z e 1, Jerusalem (Siehe auch den Bericht über Segelfliegen in der heutigen Sport-Rundschau.) Der arabischen Presse wird aus Beirut gemeldet, daß der Unterstaatssekretär im britischen Innenministerium, Ladson, demnächst nach Syrien und Libanon kommt, um die Gräber der im Weltkrieg gefallenen englischen Soldaten zu besuchen. Im Anschluß daran will er sich auch nach Palästina und dem Irak begeben. »