Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 73 (14.9.1937)
- Date
- 1937-09-14
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seile 8 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 73, 14. IX. 1937 Eine neue Synagoge in Tei Aviv Fahrt nach dem Jemen Der ״Dawar“ bringt, wie wir aus Tel Aviv erfahren, einen Bericht der Kommission für die Einwanderung Orientslischcr Juden über die Verhältnisse im Jemen: Nicht nur die Auswanderung aus dem Jemen ist für die Juden erschwert, sondern es ist auch nicht leicht für Juden, in den Jemen zu‘ gelangen. Die ersten Flüchtlinge aus dem Jemen trafen wir jn dem französischen Hafen Djibuti. Dort sind sie zwar vor Verfolgungen sicher, aber dafür ohne Aussicht auf Ver- ‘dienst. Alle sind bereit, nach Palästina zu gehen und warten nur aut die Zertifikate. 111 Aden, wo sich viele jemenitische!Juden befinden, ist die Gegnerschaft der Araber aller Schichteil gegen sie sehr stark. Die wirtschaftliche Lage der Hunderte jemenitischer Flüchtlinge in Aden ist sehr gedrückt. Alle sehnen sich danach, von Palästina zu hören; über die politischen Vorgänge der letzten Zeit kreisen dort viele, oft phantastische Gerüchte. Die Flucht aus dem Jemen ist für diese Juden, selbst wenn sie gelingt, mit vielen Leiden verknüpft. Monatelang sind sie auf dem Wege und viele Kinder sterben dabei. In Aden haben sie keine Hoffnung auf den geringsten Erwerb und so warten sie auf die Möglichkeit der Auswanderung nach Paästina. Die eingeborenen luden in Aden sind auch in einer schweren Lage. Sie sind als Händ- Ier und Krämer und Hotelpersonal tätig. Der Lohn ist gering, allerdings sinu die Preise dort außerordentlich niedrig. Die einzige jüdische Schule lehrt ihre Schüler das gesprochcne Hebräisch, das sie gut beherrschen. Auch eine jüdische Pfadfinderorganisation besteht. Für die Reise nach dem Jemen legten die Mitglieder der Kommission auf den Rat des arabischen Chauffeurs die europäische Tracht ab. Der Weg ist nicht gebahnt und die Autofahrt sehr gefährlich. Nach '21 Stunden gelangte die Kommission in die Stadt Lachadj. In der Sladt leben 20'W Juden, meist Lastträger und Tapezierer. Einige sind auch Kleinbauern. Die Naturschönheit 'dieser Gegend ist groll, es ist Oebirgsland, wasserreich und fruchtbar. In der Stadt Tawas fragten die Torwächter nach dem Begehren der Fremden, Im Judenviertel wohnen dort etwa '2(1(1 Menschen. Auch sie fragten sogleich nach den politischen Ereignissen in Palästina. Unter den Arabern sind Genichte verbreitet, daß die Juden dort die Araber ״wie Schafe abscitlachtcn“. Selbst die Juden wollten nicht gleich an den wahren Stand der Dinge glauben. Selbst in diesem entlegeneu Ort des Jemen wird täglich in den Moscheen für die pnlästineuMschen Araber und ihren Sieg gebetet und auch Geld f 11 r sie gesammelt. Es befanden sich in der Stadt viele Juden aus anderen Orten des Jemen, die zum dort befindliehen Grabe des Raw Sc ha bsaI wallfahrten. Diese Wallfahrer sind eine wichtige Einnahmequelle für die sehr ärmlich lebenden Juden um Tawas. Schulwesen im Moschaw Owdim Der ״Hapoel H ה z n i r'1 berichtet über die Probleme ,des Schulwesens in den auf Selbstarbeit und Kooperation aufgebauten Ein/elsicdlungcn (Moschwe Owdim): Das Streben nach einer guten Erziehung ist auch in den landwirtschaftliehen Ein/cisjedltingen sehr stark, aber die Lasten, die eine solche Erziehung ihnen auf erlegt, sind selbst für die alten und basierten unter diesen Siedlungen untragbar. Fast in allen betragen die Ausgaben für Erziehung etwa die Hälfte der Gesamtausgaben und die Frziehuiigssteuer, die auf den Einzelnen fällt, beträgt £ 11—14 jährlich. Jedes Jahr macht man Kürzungsversuche, aber selbst wenn man de״ Erziehungsdienst einschränkt, heißt das noch nicht, daß der Erzichungsctat, der auch von anderen Faktoren abhängt, sinkt, ln der ganzen Welt beteiligen sich die Regierungen an den Ausgaben für Erziehung auf dem fiachen Lande. Es müßte bei uns auch eine Beteiligung des gesamten J i s c h 11 w an den Ausgaben für die Erziehung aui dem Lande geben. Es besteht außerdem nur noch eine einzige Möglichkeit, die Erziehungsausgaben in den Moschawim cinznschränken, das ist die Kürzung der Lehrergehälter. Sie müßte neben der Beihilfe des Jischuw gefordert werden. Es erheben sich dagegen freilich starke Bedenken, aber es ist unnatürlich, wenn eine Gemeinschaft, die ihren eigenen Arbeitstag mit 25 Piastern bewertet, den Lehrer höher bezahlen muH. Pas muß sich dahin auswirken, daß zwischen der Gemeinschaft und den Lehrern und anderen Beamten eine Kluft entsteht. Man wird sich zu einer Kürzung all dieser Gehälter um 10 '״׳ entschließen müssen. Bis vor kurzem bestand ein solcher Gchaltsuntersrhied zwischen Stadt und Fand und erst vor einiger Zeit wurde er aufgegeben. Man mußte allerdings gleichzeitig versuchen, die heitrer und Beamten in die I)orfgemeinschaft besser cinzugliedern. Die Bewohner des Moschaw sind daran interessiert, daß die dort Arbeitenden ständig mit ihnen verbunden bleiben. Man sollte danach streben, ihnen zu denselben Bediiigttngeti wie den Siedlern selbst eine Wohnung und eine Hilfswirtschaft zur Verfügung zu stellen. Auch ihre Versotgiing im Fall von Alter und Krankheit müßte mit Hilfe des Moschaw gesichert werden. Der Lehrer aber müßte sich als ein Glied der Dorfgomeiuschaft betrachten- und es verstehen, daß sein wirtschaftliches Niveau dein der Gemeinschaft angepaßt werden muß. Oeffentliche Arbeiten in Tel Aviv Tel Aviv, 8. September. (JTA.) Die Arbeitszenfrale der Histadruth hat gemeinsam mit dem Tel Aviv er Arbeiterrat ein neues Arbejtsbcschaffungsprogramm in Angrift genommen. Die vorgesehenen Arbeiten werden zum Teil schon in diesen Tagen aufgenommen und sollen weiter ausgedehnt werden, so daß für tausend Arbeiter Beschäfti- £1111 g geboten wird. Die Gesellschaft Bizzur hat durch Vermittlung des Arbeitskxsenfonds und der Jewish Agency eine Anleihe zur Durchführung von Planienmgsarbciteii aufgenommen. Diese Arbeiten werden in Kirjat Awoda durchgeführt und drei Monate dauern. 600 Arbeiter werden dabei beschäftigt. Im Tel Avivcr Ffafen sind in den letzten Wochen IOC Arbeiter neu eingestellt worden! weitere 1511 neue Arbeiter kommen in diesem Monat hinzu. Bei dem Bau des neuen Kraftwerkes bei Tel Aviv sind zur Zeit 700 Arbeiter beschäftigt. _ Schulschiff ״Sara" in Palästina Jerusalem, September. (JTA.) Das jüdische Schulschiff der jüdischen Marineschule in Civitavecchia, Sara I, ist mit einer Besatzung von 44 Offizieren, Kadetten und Matrosen im Hafen von Haifa eingetroffen. Im Tel-Avivcr Rathaus wurden 25 Offiziere und Matrosen des Schulschiffes von Bürgermeister Rokach ernpfange«, der sie im Namen der Stadt begrüßte. Der Bürgermeister wies in seiner Ansprache auf die Bedeutung der jü- (tischen Schiffahrtsunternehinungen und der Arbeit der jü- (tischen Matrosen hin. Er sprach sein Bedauern darüber aus, daß es diesmal nicht möglich gewesen sei, von der Regie- Tuug die Erlaubnis für das Anlegen der ״Sara“ im Hafen von Tel Aviv zu erlangen, Er hoffe aber, daß dies beim nächsten Besuch des Schiffes in Palästina möglich sein wird. Am 29. August sah man in der Elieser ben Jchuda- Straße ein seltsames Bild: 16 mit Blumen geschmückte Thorarollen wurden in feierlichem Zuge unter Musikklängen Fassadcn-Ansicht der neuen Synagoge, die durch Umbau eines Einfamilienhauses entstanden ist. V010: Erwin st«in«r. Tel Aviv Um das jüdische Radio-Programm Wie uns aus Tel Aviv geschrieben wird, hat sich im ,,Dawar“ eine Diskussion über das Radio-Programm entspönnen. M. R a b i n a reagiert auf einen vorher in der Zeitung abgedruckten Brief, der ein lebhaftes Echo gefunden hat. Selbst die Leitung des Radio hat in der Press« mitgeteilt, daß sie versuchen würde, dem Inhalt dieses Briefes Rechnung zu tragen. In diesem Briet hatte sich ein jüdischer Hörer aus dem Ausland über den mangelnden jüdisehen Inhalt der jüdischen Radiostunden beschwert. Es werden Symphoniekonzerte von Jerusalem gesandt, di« man ähnlich auch von anderen Sendern hören kann. Der Jude im Ausland erwartet von Jerusalem, ״die Stimme Jakobs“ zu hören. M. Rabina kritisiert die Tendenz dieses Briefes. Es scheint ihm erstens nicht richtig, dem Bedürfnis der jüdischien Hörer im Auslande Rechnung zu tragen, solange der Radioempfang aus Palästina dort, schlecht und nur zufällig ist. Sodann aber sind wir aut jeden Fall gezwungen, unser Programm den Bedürfnissen der hier lebenden Juden anzua&sen. Wir haben kein großes Konzertleben, und so ist ein ymphoniekonzert oder Kammermusik tür breite Hörerschichten von allergrößter Wichtigkeit. Ebenso steht cs mit gesanglichen Darbietungen. Natürlich ist für uns auch ein spezifisch jüdisches Programm (Geschichte, Landeskunde, Literatur usw.) wichtig. An diesem Teil des Programms wird auch der zufällige jüdische Hörer aus dem Auslande Anteil nehmen. — Ebenfalls übt J. Meschullach im ״Dawar“ Kritik am Radio-Programm: Die Vortragenden, so sachkundig sie sein mögen, sind häufig schlechte Vorleser und schaden so der Wirkung ihrer eigenen Ausführungen. Die Kinderstunde ist in die späte Nachmittagszeit gelegt, wenn die reifere Jugend nicht zu Hause ist. Sie gehört also nicht zum Zuhörerkreis des Radio. Die Vorträge in der Kinderstunde sind aber häufig gerade für diese Altersschichten berechnet und für die jüngeren Hörer uninteressant. Es wäre am besten, die Kinderstunde nach Altersstufen zu teilen. Die gesprochene Sprache des Radio ist leider nicht in guten Händen. Selbst bei Beamten des Radio scheint es an Initiative und Lebendigkeit, besonders aber an einer fundierten Kenntnis der hebräischen Grammatik und Aussprachte zu fehlen. Gerade auf diesem Gebiet ist die Aufgabe des hebräischen Radio sehr wichtig und es müßte dem die grollte Aufmerksamkeit• geschenkt werden. Die Hörer müßten an allen Problemen des Radio einen viel lebhafteren Anteil nehmen und dies auch in der Presse äußern. Wichtig wäre auch für den hebräischen Hörer, der etwa 80 ״P der Einnahmen des palästinensischen Radios aus seinen Gebühren zahlt, daß der Zeitraum für den hebräischen Teil erweitert würde. Zirka 150000 Pfund betragen die jährlichen Radio- Einnahmen und trotzdem ist das Budget des Radio angeblieh um 50 0,״ gekürzt worden. Augenscheinlich bezieht die Regierung aus den Einnahmen einen Reingewinn, und deshalb kann das Radio seine kulturelle Aufgabe nicht erfüllen. Die Bezahlung der Vortragenden ist so gering, daß es völlig unmöglich ist, jemanden von außerhalb Jerusalems für einen Vortrag zu gewinnen. _ Abschluß der Kunst-Saison Ende August fanden im ״Oan-Rena“ die letzten beiden der zehn Tel-Aviver Sommerkonzerte statt, die gleichzeitig die erste Jahrcssaison des Palästina-Orchesters beendeten. Der erste Abend stand unter Leitung von Wolfgang Fried- I ä n d e r und brachte nach der Ouvertüre zu ״Die lustigen Weiber“, Tschaikowskys D-dur Violinen-Konzert mit dem Orchester-Mitglied M. F 1 i e d e r b a u m — früher Konzertmeister der Warschauer Philharmonie — als Solisten. Neben Werken von Saint-Saens, Brahms (zwei Ungarische Tänze) und Berlioz (Marsch aus ״Fausts Verdammnis), hörte man von dem modernen italienischen Komponisten Vittorio Rieti ein Konzert für Bläser-Quintett lind Orchester. Der Dirigent Friedländer, Solisten und Orchester erzielten starken Beifall. Der letzte Abend brachte unter Michael T a u I» e ein zweites Wiener Programm, das wiederum sehr beifällig auietiommen wurde. Anschließend an Haydns G-Dur-Symphonie orte man Werke von Johann und Josef Strauß sowie die Ouvertüre zu ״Pik-Dame“ von Suppe. — Nach der Bause ergTift Bürgermeister Rokach das Wort, der allen Mitarbeiten! am Werk des Orchesters, insbesondere den Dirigen ten — Toscanini an der Spitze — und den Orchester- Mitgliedern den Dank der Stadt Tel Aviv übermittelte. Drei Tage nach diesem Konzert fand in einem Saal des Tel-Aviver Messegeländes eine Abschieds versa mm- 1 un g des Orchesters vor Beginn der Ferien statt. Der Generalsekretär des Orchesters, S. B. Lewer to ff, behandelte alle praktischen Fragen, die mit der Beendigung der Saison und dem Beginn der nächsten Zusammenhängen und drückte den Anwesenden seinen Dank für die aufopfetungsvolle Arbeit aus, Manfred Geis in das neue Gotteshaus geleitet, das die vor Jahresfrist begründete ״Schiwath-Zion“-Gemeinde errichtet hat. Die an• spruchsiose, aber geschmackvolle Synagoge ist das erste von Olim aus Deutschland geschaffene Bethaus nach europäischem Muster. Die bereits vor drei Jahren von Dr. Max Köllen• scher begründete religiöse Gemeinschaft ״fchud“ muß sich noch immer mit einem interimistischen Betsaal begnügen. Die Tochtergetneinde unter der tatkräftigen Leitung von Rechtsanwalt Dr. Leo Schocken hat es durch die Opfer- Willigkeit seiner Mitglieder bereits nach Jahresfrist zu einem eigenen Haus gebracht. Die Einweihung fand in Gegenwart des Oberrabbiners Herzog und der beiden Oberrabbi 11er von Tel Aviv, Usiel und Amiel, statt. Gemeinderabbiner Dr. Wilhelm Levy (ehemals Berlin) entzündete das Ner tamid, nach- dem die Thorarollen in dem Aron Hakodesch aufgestellt waren. Die mit 450 Sitzplätzen versehene Synagoge wurde nach den Plänen der Architekten Zsmmerrnartn und Kreischmar von der Baufirma Georg Jacobowitz erbaut und stellt trotz der bescheidenen Dimensionen eines der wür* digsten Gotteshäuser der Stadt dar. Den Hauptschmuck des dreischiffigen Raumes bildet die Wand des Aron Hakodesch, die, in ganz glatten Linien gehalten, sich durch die Materialbehandlung und effektvolle Beleuchtungsanlage hervorhebt. Jeder Schmuck, jedes Ornament ist geflissentlich vermieden. Dadurch ist eine wohltuende Einheit geschaffen worden, die jedoch noch wesentlich erhöht werden würde, wenn nicht das häßliche Holzgitter zwischen Männer- und Frauensynagoge den Raum zerschneiden würde. Die Ausführung aller Details wie Beleuchtungskörper und Bestuhlung ist solide und gut gearbeitet. Man sieht an diesem Beispiel, daß sich auch mit bescheidenen Mitteln ein künstlerisch gelungenes Werk schaffen läßt, das hoffentlich bald weitere Nachahmung findet. K, S, Von der Woche Der bisherige Oberkommandierende der britischen Streitkräfte in Palästina, Generalleutnant J, G. D i 11, ist nach London abgereist. Sein Amt wurde von Generalmajor Wavell übernommen, mit dem er in den letzten Tagen eine Inspektionsreise durch das ganze Land unternommen hatte. Für Joru Kippur wird ein besonders starker Besuch jüdischer Beter an der Klagemauer erwartet. Um eine größere Sicherheit der Beter zu gewährleisten, hat die Regierung die Anlegung eines neuen Zugangs zu der Mauer angeordnet, der nicht, wie der bisherige, durch rein arabische Stadtviertel führt. Der neue Weg ist noch nicht völlig hergestellt. In der Feiertagszeit wird er besonders stark polizeilich bewacht. Wie mitgeteilt wird, wurde ein offizieller britischer Untersuchungsbeamter zur Prüfung der Schadensersatzfordernngen aus dem Jahre 1936 eingesetzt. Ferner soll jetzt auch die Frage des Ersatzes von Sachschäden geprüft werden. Einer Meldung der ״El Liwaa“ zufolge werden von der Palästinaregierung in Nordpalästina neue strategische Straßen gebaut, die durch das Hule-Gebiet hindurchführen sollen. Eine dieser Straßen soll von Metulla an der äußersten Nordgrenze über das Gebirge nach Safed führen. Die Menge der im August 1937 im Hafen von Tel Aviv gelöschten und verladenen Güter betrug 10925 t gegeniiber 8985 t im vergangenen Monat und 2 694 t im August 1936. Eingeführt wurden im August 10 560 t, ausgeführt 365 t gegenüber 8 544 t bzw. 441 t im Juli. 51 Dampfer und 5 Segelschiffe mit einer Nettotonnage von 75 000 t haben im August im Hafen von Tel Aviv geankert. An der nach Henrietta Szold benannten Krankenpflege• rinnenschule der Hadassa fand die Entlassung von Absol• ventinnen statt. Im Rahmen dieser Feier wurden 17 neuen Schwestern und 8 geschulten Hebammen die Abgangszeug■ nisse überreicht. Insgesamt sind von der Schule bisher 240 Krankenschwestern ausgebildet worden. ln Alexandrien hat unter dem Vorsitz des Prinzen Omar Toussoun eine Konferenz junger Mohammedaner stattgefunden, die eine Entschließung faßte, in der den Arabern Palästinas Unterstützung zugesagt wird. Es wurde ferner beschlossen, einen Fonds aufzubringen, der bei der Finanzierung des politischen Kampfes der palästinensischen Araber mithelfen soll. Eine religiöse jugend-AIijahgruppe nach Mlkwe Jisrael. Mikwe Jisrael, unweit von Tel Aviv auf dem Wege nach Jerusalem gelegen, stellt einen der ältesten landwirtschaftlichen Punkte in Erez Israel dar. Seit fast 70 Jahren empfingen hier zahllose Schüler aus allen Ländern ihre Ausbildung in allen Zweigen der palästinensischen Landwirtschaft, hier wurden sie an landwirtschaftliche Arbeiten gewöhnt, um später die für den Aufbau und die Entwicklung der Landwirtschaft notwendigen Fachkräfte im Lande abzugeben. Der landwirtschaftiiche Unterricht, für den 22 Lehrkräfte zur Verfügung stehen, umfaßt außer den naturwissenschaftlichen Fächern im engeren Sinne: Allgemeine Landwirtschaftskunde, Blumen» zucht, Zitrus- und Weinbau, Gemüsebau, Getreidebau, Viehzucht, Hühnerzucht, Molkerei, Imkerei, Bodenkunde, Be״ •wässerungswesen, landwirtschaftliche Maschinen. Der landwirt• schaftiiche Betrieb der Schule erstreckt sich auf 2600 Dunam. Die Schule besitzt große Pardessantagen, Obst- und Weingärte«, Baumschulen, Versuchsfelder, Kuh- und Hühnerställe, ein chemisches Laboratorium, eine Tischlerei, ein landwirtschaftüches Museum, Bücherei. Die praktische halbtägige Arbeit wird durch den theoretischen Unterricht von Fachkräften ergänzt und vertieft. Besondere Anregungen erhält der Unterrieht durch das Vorhandensein einer landwirtschaftlichen Versuchsstation. Die Jüdische J u g e n d 11 i 1 f e, die in letzter Zeit dazu überging, Gruppen der Jugendalijah auch in bestimmten ausgewänlten Anstalten ausbilden zu lassen, hat sich nun entschlossen, eine religiöse Gruppe nach Mikwe Jisrael zu senden. Die Alijah ist für der! Monat November eplant. Anmeldungen von einigen Jugendlichen — iti diesem alle auch 17jährige — können noch erfolgen an den: Ausschuß für religiöse Jugendalijah, Berlin-Charlotten bürg 2, Kantstraße 158. Jahreskurs zur Ausbildung von Werklehrern. Der Kursus beginnt atn 1. Oktober 1937• und umfaßt wie im vorigen Jahre: Holzarbeit, Papparbeit, Buchbinden, plastisches und dekoratives Gestalten, Lehrproben mit ICindergruppen, Vorlesungen über die Theorie des Werkunterrichts. Außerdem ist Metallarbeit, Keramik (Hedwig Großmann) und Weberei vorgesehen. An diesem Kursus können Kindergärtnerinnen oder Lehrer teilnehmen. Anmeldungen und Auskünfte zwisehen dem 1. und 15. September bei Anselm Bing, Jerusalem, Jaffaroad, Beth Levy. (Schluß des Palästinateils)