Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 73 (14.9.1937)
- Date
- 1937-09-14
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 73, 14. SEPTEMBER 193? PALÄSTINA-BLATT Der Panarablsche Kongreß Aus der Wirtschaft Hebung der Wirtschaftslage Au* Tel Aviv wird uns geschrieben: Der ״Haarez“ beschäftigt sich mit den wirtschaftlichen Referaten, die auf dem Koifgreß gehalten wurden: Die Ausführungen zur Wirt* schaftslage haben sowohl auf dem Kongreß als In Palästina nicht die genügende Beachtung getänden. Da* politische Interesse hat sie in den Hintergrund gedrängt, und man hielt sie wohl auch dem Inhalt nach für bekannt. In Wirklichkeit aber sind die Daten und Realitäten noch keineswegs Gemeinbesitz der Öffentlichkeit, noch nicht ein* mal In Palästina. Denn wäre dem so, so wäre man längst zu den Reformen geschritten, dt« die Referenten auf dem Kongreß verlangten. So hört und liest man bei uns immer wieder von der Vernachlässigung unserer eigenen Produktion zugunsten der fremden. Dr. Ruppin hat darüber aut dem Kongreß gesprochen und ausgeführf, daß die Lage der Dinge zu katastrophalen Folgen für de« Hid Ische n Oemüsebati geführt hat. Ein großer Teil der Tomaten wurde einfach nicht geerntet, weil es sich nicht lohnte, und es entstand die Meinung, daß ea sinnlos sei, sich mit Gemüsebau zu beschäftigen. Dr. Ruppin schlug demgegenüber vor, den Gemüsebau so einzurichten, daß das jüdische Gemüse zu anderen Zeiten wie das arabische auf den Markt kommt. Man müßte versuchen, dazu zu gelangen, das ganze Jahr Gemüse liefern zu können und nicht nur während einer begrenzten Saison. Auch eine Verbilligung einiger Landesprodukte forderte der Referent. Es gäbe Men* sehen, die keine Butter äßen, well sie die ausländische nicht kaufen wollten und die Jüdische nicht bezahlen könnten. Das sei ein unhaltbarer Zustand. Der Preis tür jüdische Ware dürfe nicht erheblich über dem der eingeführten liegen. Auch dürfe die Qualität der heimischen Waren nicht hinter der der ciiigeführten zurückstellen. Sonst ergeben sich Zwangsläufig die Zustände, gegen die wir jetzt mit Deklarationen angehen wollen, Auch aus den Worten von Dr, Rotten* streich können wir etwas lernen, was noch nicht zu verwirklichen versucht ist. Er meint, daß das Haupthindernis sowohl für unsere heimische Produktion wie auch für unseren Orangenexport unsere handelsrechtliche Schutzlosigkeit als Mandatsland Ist. Sie ermöglicht Ländern, die uns mit ihren Waren überschwemmen, die Abnahme unserer Produkte zu verweigern. Aber es dürfte dem organisierten Jlschuw nicht schwer fallen, selbst wenn die Hilfe׳ der Re* gierutig und des Völkerbundes ausblelben oder sich verzögern sollte, diesem Zustande entgegenzutreten trjid zu erreichen, daß wir Käufe In Ländern Unterlassen dl« sich weigern, unsere Produkte zu kaufen. Die Klagen det Mittelstandes Der ״Haarcz“ bringt, wie uns aus Tel Aviv berichtet wird, einen Aufsatz von Dr. N. B e rt * N a t h 1 n, der sich mit der Lage des Mittelstandes beschäftigt: Die Klagen des Mittelstandes sind im Publikum mehr oder Weniger aut Gleichgültigkeit gestoßen. Freilich sind von der augenblick* liehen schlechten Lage auch Weitere Schichten wie die Arbeiterschaft betroffen, aber dies Sollte kein Grund sein, berfthtigten Wünschen des Mittelstandes wie der nach Kredifhilte und Zahlungsaufschub nicht Rechnung zu tragen. Im ganzen aber ist die Existenz einer so breiten Händler■ schient im Aufbau unseres Nationalheims nicht vor* gesehen gewesen. Wir hatten eigentlich mehr an Landwirt* Schaft und Industrie gedacht, nicht aber an die Entwicklung des Handels, und so Ist man geneigt, den ganzen Handelsapparat für überflüssig groß zu halten. Dabei ernähren sich auch in England zwei Millionen Menschen vom Kleinhandel und die Zahl der Handeltreibenden Ist dort doppelt so groß wie die jener, die sich mit der Landwirtschaft beschäftigen. Auch dort wächst der Handelsstand noch. Dies hängt damit zusammen, daß der Erzeuger, um seine Ware überhaupt ab* setzen zu können, bereif ist, dem Händler einen großen Gewinnantei! zu Überlassen. In Palästina, wo der Innenmarkt sowohl für die Landwirtschaft wie für die Industrie eine so große Rolle spielt, ist das Bedürfnis nach der Vermittlung des Händlers doppelt groß. Trotzdem besteht hier eine Ueberzahl an Kleinhändlern, denn In diesem Be* rut strömten nach Aufhören def Prosperity viele Menschen ein, die ihre Existenz verloren hatten. Nach Angabe der HändlerOrganisation hat «fch die Anzahl der Lebensmittel* geschälte in Tel Aviv, die vorher 547 betrug, im Jahre 1037 um 350 vermehrt. Zu 332 Restaurants und Cafös kamen im selben Jahre ebenfalls 350 Prlvatmittagstteche hinzu, zu 8 Vergnügungsetahlissemcnts 30 neue. Statt 80 Gemüse* lärieit gibt es jetzt 125. Die Zahl der Milchausträger hat «ich verdoppelt, und da* Einkommen des «inzelnen sich dementsprechend vermindert. Die Organisation verlangt da* her von der Stadtverwaltung, daß sie eine feste Anzahl von Konzessionen für jeden Zweig des Kleinhandels fest* setzte und daß neue Konzessionen nur entsprechend der Be* völkerungevermehnmg erteilt werden. Natürlich hat diese Forderung viele Gegner gefunden, denn man glaubt allge* mein, daß die schnelle Entwicklung Tel Aviv* gerade dem Fehlen derartiger Beschränkungen zuzuschreiben ist. Zudem hat auch die Stadtverwaltung sicher rechtlich nicht die Be* recbfigtmg derartige Vorschriften zu erlassen. Aehnlich steht es um die Forderung der Händler, Mindestpreise vorzuschrei* ben. Diese Vorschläge* auf denen die Interessierten mit gm* der Energie bestehen, wflrden aber, selbst wenn sie durch* fahrbar wären, keine wesentliche Erleichterung bringen. Nur (ne Hebung der Industrie und die Ueberführung von Klein* Uijiitalisten in die Landwirtschaft können den Zustand wesent* 1W1 zum Besseren wende«. Aussichten der Zitruevrlrlechett fm ״Büsten«:“ gibt M. Smilanskf einen Ueberblick übet die Lage de« jüdischen ZitruSbaua und «eine Aus* sichren: Die augenblickliche schlechte Lage der Zitruswirt- Schaft rührt außer von den hohen Zöllen der Importländer auch on der großen Verschuldung der Farmer her. Statt 70—80 Pfund pro Dunum hat der Pardess seinen Besitzer vielfach 100—110 Pfund pro Duuam gekostet. Der jüdische Besitz an Zitruaplantagen beträgt jetzt etwa 157000 Dunam: davon besitzt der Keren Kajemetn 18 000 Dunam Und die Pica etwa 1010־. Im jüdischen Privatbesitz befinden sich also etwa 138100 Dunam. Von diesen sind etwa 40 000 Dunam schuldenfrei. Sie gehören meist Juden, die im Ausland leben und nicht von dem Ertrage ,der Plantagen in ihrer Existenz abhängig sind. Auf 98 000 Dunam Zitnispiantagen lastet eine Schuld von 3'4 Millionen Mund z. T. in Hypotheken, z. T. in stetigen Anleihen, kurzfristig und langfristig, teils zu erträglichtm Zinssatz, teils zu einem Zinsfuß, der Tn kei* nem Verhälm« zum Ertrage »fehl, Mindestens 20 000 Dunam von diesen «000 sind in unerträglicher Webe mit Schul* den belastet; «ie Schuldsumme beträgt für sie ungefähr eine bis anderthalb Millionen Pfund. Für die Besitzer so hoch belasteter Pläfcigen besteht keine Hoffnung auf Erhaltung Damaskus, 9, September. (JTA.) Auf dem Panarabl* sehen Kongreß, der am Mittwoch abend in Bloudin bei Damaskus eröffnet wurde, sind alle arabischen Staaten mit Ausnahme des Jemen vertreten. Vierhundert Delegierte nehmen an den Beratungen teil. Aufgabe de! Kongresses ist es, eine Stellungnahme gegen die zionistischen Bestrebungen in Palästina herbeizuführen. Zum Vorsitzenden des Kongresses würde Nadschi Esweedy, der Im Jahre 1929 Iris 1930 Ministerpräsident des Irak war, gewählt. Vizepräsidenten sind der frühere ägyp* tische Unterrichtsminister Mohammed All Pascha A1I0U* bah, Emir Schekib Arslan und Metropolit Moral* k e h aus Hama. Die Eröffnungsansprache Nadschi Ei* wee dys wurde mit großer Begeisterung aufgenommen. Er schilderte die Etappen der arabischen Nationalbewegune, die in der Hoffnung auf einen arabischen Staatertourtd äfelt und in der Unterstützung der Araber Palästinas durch 1 Araber bei der Abwehr aer Gefahren des Zionismus und eines jüdischen Staates zum Ausdruck komme. Der Zio* nisimis, so sagte er, sei eine ״krankhafte Wucherung am Körper der arabischen Länder", die beseitigt werden müsse, da Sie sonst zum Tode dieses Körpers führen würde. Der Redner wandte sich sodann gegen die Beschuldigung, daß die Araber nicht für den Frieden einträten. Die Politik des Westens beruhe auf Gewalt und nicht auf Recht. An all« Araber ergehe die Aufforderung, drastische Maßnah* men zu treffen. Die Engländer und Araber seien bisher Freunde und Verbündete gewesen und sie seien England dankbar. Wenn aber England nicht aufhöre, den Zionismus zu unterstützen, dann könne es nicht mehr darauf rechnen, in Zeiten der Not bei den Arabern Unterstützung zu finden. Die Araber und die Engländer stünden jetzt an einem Scheidewege: England müsse zwischen luden und Arabern wählen. Werde die britische Politik Sich nicht ändern, dann müßten und würden die Araber ein neues Bündnis zum Schutze ihrer Rechte suchen. Mohammed Aii Pascha erklärte, für A e g v p t e n sei der Zionismus eine noch größere Gefahr als für die übrigen arabischen Länder. Aegypten müsse als erster unter den arabischen Staaten den Arabern Palästinas zu Hilfe eilet! und sie vor Vernichtung retten. Noch heftiger waren die Aettßerungen der übrigen Redner. Es wurde die Forderung aUfgestellt, daß die 400 Millionen Mohammedaner der Welt den Arabern Palästinas als den Hütern der Heiligen Stätten zu Hilfe kommen. Mit stür* mischeifi Beifall wurde der Appell des Metropoliten Horaikeh aufgenommen, die Einigkeit zwischen Christen und Mohammedanern aufrechtzuerhaiten. Die sogenannten Christliehen Mächte wollen jetzt das Heilige Land den Juden ausliefern. Das würde, solange Araber leben, nie geschehen. Die Resolutionen Die Resolutionen, die der Panarabische Kongreß gefaßt hat, sind in einem Telegramm enthalten, die der ״Daily Telegraph“ von dem Präsidenten des Kongresses erhalten hat. ln den Resolutionen heißt es: Palästina ist ein integrierender Bestandteil des artbischen Vaterlandes. Die arabische Nation lehnt den Gedanken einer Teilung Palästinas ab. Der Kongreß wird mit allen dieses Besitzes. Auf den übrigen 78 000 Dunam lastet ein« Schuld von etwa zwei Millionen Pfund oder etwa 25 Pfund durchschnittlich pro Dunam. Solcher Besitz kann unter nor* malen Bedingungen ertragfähig sein. Dieses Jahr kamen Viele Faktoren zusammen, um die ZitrusWirtschaft um ihren Ertrag zu bringen: Witterungsschäden, schlechte Versand- Organisation außer den Zöllen und dem Mangel an Märkten, Vielen dieser Schäden kann durch Verbesserung der Organ!• sation begegnet werden, wie auch durch politische Interventkm, Wichtig wäre die Organisierung der Um* schuldting alles nicht zu hoch verschuldeten Plantagenbesitze*. Würden die 78 000 Dunam, die zusammen mit zwei Millionen Pfund belastet sind, diese Summe für 15 Jahre bei «in«r Verzinsung von etwa 5f* 0 erhalten, 80 würde das zu «iner wesentlichen Erleichterung der Lage führen. Die 20000 Dunam, die hoffnungslos verschuldet sind, sollten von einer Siedlungsgesellschalt zu ihrem wahren Werte aufgekauft und zu einem entsprechenden Preise an Siedler verkauft werden. Guter Boden mit guter Wasserversorgung und gesunden Bäumen ist auch heute noch 100 Pfund pro Dunam wert, sein Ertrag von dieser Fläche ist etwa 100 Kiste«. Die jährlichen Ausgaben tür den Dunam dürfen 10 Pfund nicht übersteiget:. Selbst dieses Jahr war der Nettoertrag 5 Schilling pro Kiste, so daß 100 Kisten pro Dunam noch Immer 15 Pfund Reingewinn brachten» Selbst wenn der Preis aut 4 Schilling pro Kiste netto sinken sollte, bliebe bei 100 Kisten pro Dunam noch ein Reingewinn von 10 Pfund und bei 80 Kisten noch von 6 Pfund. Ein Pardess aller• dings, der weniger als 80 Kisten pro Dunam trägt, kann seinen Besitzer nicht ernähren. Neue Terrorakte ln der Nacht zum Montag haben bewaffnete Araber «Inen Angriff auf die Siedlung Kfar Jeeheske! unternommen. Belm Wachtdienst Ist der 45jährige Menacnem Rosenblatt, einer der Gründer der Kolonie, def aus Rußland nach Palästina eingewandert Ist, gefallen. Er!st durch einen Schuß ln die Brust getroffen worden. Auf dem Marktplatz In Akko wurde der arabische Polizist Naif Dandan erschossen, Bel S a f e d wurden vier britische Polizisten von neun berittenen Arabern angegriffen. Im Verlauf des Kampfes konnten die neun Araber festgenommen werden. Einem von ihnen gelang es jedoch, später zu entfliehen. Ein britischer Polizist erlitt einen Armbruch. Bei C h e d e r a sind jüdische Hilfspolizisten von arabischen Terroristen beschossen worden. Sie erwiderten das Feuer. Auf den Kibbuz des Haschomer Hazair bei RaaHa wurden ebenfalls mehrere Schüsse abgegeben. Die Palästina-Regierung hat eine Belohnung von 1000 Pfund für Mitteilungen aiisgesetzt, die zur Ermittlung der Mörder des bei Nahalal getöteten Willi Weiß führen können. Die Araberbande hatte unmittelbar bevor sie das Auto anhielt, in dem Weiß und Dubowski fuhren, auch acht arabische Autos angehalten. Die Banditen hatten die beiden Insassen des Wagens gefesselt. Willi Weiß wurde sut der Stelle getötet, Dubowski gelang es zu fliehen; er wurde aber durch die ihm nachgesanlten Schüsse verwundet. wirksamen Mitteln der Errichtung eines jüdischen Staate» Widerstand leisten. Er verlangt: Aufhebung der Balfour-Deklsration; Abschaffung des Man• dates und Abschluß eines englisch-palästi« nensischen Vertrages, in dem die Unabhängigkeit und Souveränität Palästinas anerkannt, sowie die Errichtung eines konstitutionellen Staates, der diejenigen Minderheiten* rechte gewährt, die durch internationale Grundsätze bestätigt( werden. Die jüdische Einwanderung, so wird weiter efordert, muß eingestellt und der Verkauf a ra * ischert Bodens an Juden durch gesetzliche Maß* nahmen verhindert werden. Der Kongreß erklärt, daß die englisch-arabische Freund• schaff von der Verwirklichung dieser Forderungen abhängt, Das Beharren Englands bei seiner jetzigen Politik zwingt die arabische Naüon, eine neue Haltung anzunehmen. Ver* Ständigung zwischen Arabern und Juden kann es nur auf der Grundlage dieser Forderungen geben, die den einzigen mflg״ liehen und gerechten Weg darstellen, den Frieden im Heiligen Lande zu wahren. Im Auftrag des Panarabischen Kongresses in Bioudatf hat das Oberste Arabische Komitee ein langes T elegramra an den Papst gerichtet, in dem dieser gebeten wird, beim Völkerbund gegen die Teilung Palästinas einzuschreiten, Wenig praktische Ergebnisse Jerusalem, 12. September. (JTA.) Die PanarabisChs Konferenz, in Bloudan hat nach Ansicht unterrichteter Kreise kein praktisches Ergebnis erzielt, insbesondere ist es ihr nicht gelungen, die Grundlagen einer panarabischen Bewegung zu schaffet:. Daß es hierzu nicht gekommen ist, wird darauf zurückgefiihrt, daß die Konferenz, sich ausschließlich mit palästinensischen Angelegenheiten befaßt und Resolutionen angenommen hat, durch die die Forderungen der palästinensischen Extremisten proklamiert werden, ohne weitergesteckte panarabische Ziele aucli nur zu erörtern. Es wird auch darauf hmgewiesen, daß im Gegensatz zt* der außerordentlichen Beachtung, die die Konferenz in Pa״ lästina gefunden hat, die übrige'arabische Presse des Nahen Osten* sich nur verhältnismäßig wenig mit ihr beschäftigt; in der Presse des Libanon sind immer wieder Warnungen erschienen, der Konferenz überhaupt Beachtung zu schenken. Die Konferenz hat beschlossen, an den Führer der be« watfneten Araberbanden bei den Faliistiaa-Unruhcn des Jahre« 1936, Fauzi ed Din el Kaukjl, ein Dankschreiben nt richten und ihn zu bitten, den Kampf der Araber gegen di« Juden zu unterstützen. Nur: Pascha sandte an den Kongreß ein Telegramm Und bedauerte, nicht kommen zu können. In Soerabaja auf Java (Niederländisch-Indlen) fand eine von rund tausend Mohammedanern besuchte Protest* Versammlung gegen die Teilung Palästina» Statt. Es wurde eine Protestresolution gefaßt, die dem Mufti von Jerusalem, der Britischen Regierung, dem Völkerbund und dem Panarabischen Kongreß in Bloudan übersandt wurde. ״Es gibt kein Zurück" _ Die Klärung der palästinensischen Atmosphäre durch den Bericht der Kgl Kommission ist nach Ansicht von ״Great Britain and the East“ vom 9, September leider wieder eine Eintrübung gefolgt. Die Lage werde, wenn nicht imitier schlimmer, so doch immer verwirrender. Die Ungewißheit über die Zukunft bestelle nicht nur bei Arabern und Juden, sondern auch bei den britisch e. :1 I? e a m t e n. Für diesen unglücklichen Zustand sei die Kommission gewiß nicht verantwortlich. Der Bericht war und bleibt ein hervorragendes Dokument. Nach der prinzipiellen Annahme der Empfehlungen der Kommission durch die Regierung bestand allgemein die Hoffnung, daß es endlich über dem geplagten Heiligen Land dämmern würde. Aber es folgte darauf ein Zögern, das denjenigen, deren Hoffnungen durch die Analyse der Koni• mission zerstört worden waren. Ireie Balm gab. Aus *den Diskussionen im Parlament, auf dem Zionistenkongreß und in der Mandatskommission ergab sich keine Klarheit über die Zukunft Palästinas. Nach diesen drei Verhandlungen zu schließen, kann es noch Monate dauern, bis die Bewohner Palästinas und Transjordaniens ihr Schicksal erfahren. Für alle, die an der Wohlfahrt dieser Länder Anteil nehmen, muß die Verzögerung sehr hart sein. Aber solange der Mandatarmacht durch ihre Verpflichtungen gegenüber dem Völkerbund die Hände gebunden seien, müsse die bestehende Ungewißheit mit soviel Geduld wie möglich ertragen werden. Nach der offiziellen Meinung sei T e i l ü n g die Politik für Palästina. Aber inoffiziell scheinen nur wenige art Ihre Verwirklichung zu glauben. Der augenblickliche Zustand ist daher nicht besser, als er es früher war, Keine sichtbare Hilfe werde denen gewährt, die bereitwillig den britischen Plan verwirklichen würden, und wenig Einhalt werde denen geboten, die dem Plan Hindernisse entgegensetzen wollen. Es könne jedoch, so schließt der Aufsatz, kein Zweifel darüber bestehet!, daß Teilung die Politik sein müsse. Der Völkerbund!- rat werde in diesem Monat den Wechsel sanktionieren. Wie schnell er dtirchgeftlhrt wird, ist keine Frage dogmatischer Ansichten: man wird In jedem Fall viel Feilschen, vielleicht auch Einschüchterung zu überwinden haben. Aber die Hand habe den Pflug erfaßt, und es gebe kein Zurück mehr, Der erste Todestag Meir Dizengoffs Tel Aviv, 12. September. (JTA.) Anläßlich der ersten «Hrzeit nach dem Tode Bürgermeister» Dizengoff and aut dem Tel-Aviver Friedhof die feierliche Enthüllung «ines Grabsteines statt. An der Feier nahm eine große Menschenmenge teil. Unmittelbar darauf wurde im Norden von Tel Aviv der neue D i 1 e n go f f - P! a t z eröffnet. Am Abend fand in der großen Synagoge von Tel Aviv eine DiZCngoff-Gedenk leier statt, bei der mehrere Redner die Verdienste des ersten Bürgermeisters der Stadt würdigten. An der Grabsteinenthüllung nahmen Abordnungen aus allen Teilen des Jischuw, Vertreter zahlreicher Orgarti* satkMtefl und Institutionen teil. Alle hebräischen Zeitungen haben Artikel veröffentlicht, die dem Andenken Dizengoffs gewidmet sind.