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Jüdische Rundschau · 1937-09-03 · Heft 70-71 (3.9.1937) · page 16

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 70-71 (3.9.1937)
Date
1937-09-03
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seife 16 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 70/7!, 3. IX. 1937 Arabische Staaten und Ratstagung Jerusalem, I. September. (JTA.) Die arabischer! Staaten treffen Vorbereitungen, um auf die Entscheidungen des Völkerbundrates über Palästina Einfluß zu nehmen. Zu der bevorstehenden Tagung des Rates wollte anfänglich der Ministerpräsident von Aegypten, Na h as Pascha, die Aktion der palästinensischen Araber gegen den Teilungsplan unterstützen. Wie aus Kairo berichtet wird, hat er sich jedoch genötigt gesehen, infolge eines innerhalb der Wafd-Partei ausgebrochenen Konfliktes den ägyptischen Außen in inister mit seiner Vertretung auf der Völkerbundsratstagung zu betreuen. König Ihn Saud hat den Gesandten von Saudi-Arabien in London aufgefordert, sich unverzüglich nach der Hauptstadt von Saudi-Arabien, Riad, zu begeben. Dort wird ein Krön rat abgehalten werden, der die Stellung des Königreiches zu den aktuellen Palästinafragen festlegen soll. Der Gesandte, der auf seinem!־luge nach Riad in Alexandrien eingetroffen ist, hat eine Erklärung abgegeben, daß der Kronrat von Ihn Saud nur in ganz außergewöhnlichen Fällen einberufen werde. Auf ihm werden zwei Fragen besprochen werden, das Problem von A k a b a und der Teilungsplan von Palästina. In der hebräischen Presse wird gemeldet, daß Emir Abdullah von Transjordanieii der Britischen Regierung und dem Völkerbund seine Note hat überreichen lassen. In ihr behandelt er die Zweckmäßigkeit einer Teilung Palästinas, Er glaubt nicht, daß der Teilungsplan vom politischen und juristischen Standpunkt sich als nützlich erweisen werde. Der Führer der arabischen Delegation in Genf, Dschem a 1 c I H 11 s s e i n i, ist nach Jerusalem zuriiekgekehrt. Er hat der arabischen Tageszeitung ״F c I e s t i 11“ ein Interview ge- ■währt, in dem er mit Bedauern feststeiit, daß die Mehrzahl der Mitglieder der Ständigen Mandatskommission die jüd i s c h c n Forderungen unterstütz e. Dieses Wohlwollen sei nicht zuletzt auf den Einfluß verschiedener Regiejungen zuruckzufuliren, die iiire Politik auf Kosten Palästinas führen. Die Aiaber haben, so erklärte I lusseini, sich wiederholt bereiterklärt, unter der Bedingung mit den Julien zu verhandeln, daß t'.inwanderung und Bodenkauf eingestellt werden, daß eine nalioiiah* Regierung in Palästina eingesetzt wird mul daß die Juden, die als Verhandlungspartner nomiliiert werden, palästinensische Staatsbürger sind. Dschemal el I lusseini teilte weiter mit, daß sich in kurzem eine relig i (1 s e Delegation unter Führung des Mufti und des christlich-arabischen Bischofs Chadjcr zur Völkerbimdstagung nach Genf begeben werde, Verhandlungen nach der Tagung des Völkerbundrates? Reuter meldet aus Jerusalem, daß der Imam des Jemen dem Obersten Arabischen Komitee den Inhalt seiner Korrespondenz mit dein Foreign Office über den Plan der Teilung mitgeteiit habe. Der Imam erklärt, die Britische Regierutig hoffe, 11 a c 11 der Tagung des Völkerbundrates zu einer Lösung des Palästina-Problems auf der Grundlage neuer V c r h a 11 d! u!1 g e n zwischen Engländern, Arabern und Juden zu gelangen. Der Imam hatte der Regierung vorgeschlagen, daß sie den Arabern Palästinas vollständige Unabhängigkeit innerhalb eines arabischen Staatenhundes ermöglichen und sodann die Frage der jüdischen Einwanderung und des Bodenkaufes neuerlich prüfen solle. Von der Woche Die Stadtverwaltung der arabischen Stadt Gaza hat mit der Palestine Electric Corporation (Ruthenberg-Werke) einen Vertrag über die Belieferung mit elektrischem Strom fiir die Straßenbeleuchtung geschlossen. Man erwartet, daß Ruthenberg in etwa drei Monaten in Gaza eine Um sch alte- Station errichten wird. Der Vertrag wurde von einer Kommission ansgearbeitet, der je ein Vertreter der Palästinaregiening, der Stadtverwaltung und der Elektrizitätsgesellschaft angehört hat. Im Hinblick darauf, daß in etwa zwei Monaten die neue Zitrüs-Exportsaison beginnt, hat die Verwaltung des Hafens Tel Aviv entsprechende Vorbereitungen getroffen. Auf dein Terrain des Zollamtes wird ein drittes großes Lagerhaus errichtet, und das Bassin, in dem die Vcrladebootc ankern, wird erweitert. In der Imlustriezone der Haifa-Bav wird eine Omnibus- Fabrik .,Haiewa־‘ errichtet. Die Gebäude ohne Inncneinrichtung dürften bis 7um 13. September fertiggestellt sein. Der High Conunissioncr hat verschiedene Gegenden des Landes besucht, um sich über die Haltung der arabischen Landbevölkerung zu dein Teilungsplan 211־ unterrichten. Zum erstenmal hat der High _ Commission er bei dieser (ielcgenheit auch die jüdische Siedlung Klar W11 k i 11 besichtigt und lebhaftes Interesse für die wirtschaftliche Entwicklung der Siedlung bekundet. Ein Haus mul der dazugehörige Bauplatz im Werte von £ 5000 wurden von einem anonymen Spender dem Keren Kajcmeth als bleibendes Vermächtnis vermacht. Auf Veranlassung des Vorsitzenden des Cotnite France Palestine, Senator Justin Go darf, haben zwei französische Flieger, Mme Marie G. Nicolas und Raymond Schuhm a c 11 c r, der Jude ist, einen Flug nach Palästina unter- 110:11.. en. Schuhmacher überbrachte dem Bürgermeister von Tel Aviv, Israel Roh,ach, ein Schreiben des Senators Godart, in dem dieser den Palästinapionieren, die an der ״Erfüllung der Hoffnungen ihrer Brüder in der Qaluth“ arbeiten, seine Grüße übermittelt. Weiter spricht Senator Godart den Wunsch aus, daß der künftige Judenstaat nicht in die vorgesehenen Grenzen eingeengt und eine Verständigung mit den Arabern herbeigeführt werden würde. Der palästinensische Aeroklub veranstaltete zu Ehren der Flieger einen Empfang, bei dem der Stadtsekretär von Tel Aviv, N e d i v i, der Direktor der ״Palestine Airways“, Idelson, und der palästinensische Pilot Andrews sprachen. Der Kampf zwischen Anhängern und Gegnern der Teilung Palästinas hat in Transjordanien schärfere Formen angenommen. Vor dem Hauptpostamt in Amman ist Abdul iah Abu Ben 11a, ein bekannter Führer der Anhänger der Teilung, von einem politischen Gegner ti i e d e r g e s t o c h e n worden. Sein Zustand soll ernst sein. Der Attentäter konnte später fcstgenommen werden. Der Verband Sebnlun hat einer Gruppe von Marine- Schülern ein neues Schulschiff übergeben. Das Schiff ist 15 m lang und durchaus modern ausgestattet. Es enthält eine Kapitänskajüte, Kajüten für die Matrosen, einen Gemeinschaftsraum, eine Küche usw. Die Augustnummer der in Tel Aviv erscheinenden Zeitschrift ״Palestine and the Middle East“ enthält einen Aufsatz des ehemaligen Dozenten der Breslauer Universität Dr. W. Steinitz über die Errichtung eines Meeresforsch ungs-Institutes in Tel Aviv. Eine Initiativgrimpt ist bereits mit den Vorarbeiten für die Schaffung eines n Institute^ bcs'ßö!ftigt. Gemeinnütziger Wohnungsbau Aus Tel Aviv wird uns geschrieben: Im ״Haarez“ berichtet S. Lubia nker über die Leistung der Gesellschaft für Arbeitswohnbau ״S c h i k k u n“. Im Jahre 1929 begann sie mit dem Bau von 30 Häusern im Norden von Tel Aviv. Heute hat sie 3080 Bauten errichtet und £ 1 250 000 investiert. Die ersten Hypotheken mußten bei der Einrechnung der Kommission mit 10—11 0״ verzinst werden. Heute beträgt der Zinsfuß 7% "0. Früher erforderte die Errichtung eines Einzelhäuschens mit zwei Zimmern eine Anzahlung von £ 200 und dazu langdauernde monatliche Zahlungen von £ 3. Für eine Zweizimmerwohnung in einem Gemeinschaftshaus betrug die Anzahlung £ 150. Heute kann ״Schikkun“ Zweizimmerhäuser bei einer Anzahlung von £ 110 und einer Monatszahlung von £ 2*/s bauen, Zweizimmerwohnungen bei einer Anzahlung von £ 90 und einer Monatszahlung von £ 3. Obwohl der Fortschritt groß ist, kann man mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein, denn cs ist klar, daß diese Bedingungen nur Möglichkeiten für die oberste Schicht der Arbeiterschaft bieten. Die breiten Schichten, die £ 7—9 im Monat verdienen, werden davon nicht erreicht. Bei einem solchen Einkommen besteht keine Möglichkeit zur Ersparung einer Summe von etwa £ 100. Diese Schichten leben also. weiter in den schlechtesten Wohnverhältnissen. In Tel Aviv kamen 1934 im Durchschnitt 3,91 dieser Menschc-n auf ein Zimmer, in einzelnen Vierteln aber 5,5 Mensehen und 6 Menschen. Eine Kontrolle im Jahre 1937 zeigte, daß sich trotz den gesunkenen Mieten diese Verhältnisse in keiner Weise gebessert hatten. In Haifa betrug der Durchschnitt 3,15 Menschen auf ein Zimmer, in einzelnen Vierteln Jerusalems 6 Menschen auf ein Zimmer. In solchen Verhältnissen leben nicht weniger als 35 000 Juden in Palästina. Weder ״Schikkun“ noch irgendeine andere Institution können da helfen, solange der Zinsfuß im Lande etwa 8 ״« bleibt. Unter diesen Bedingungen wird eine Familie, die £ 7—9 Einkommen hat, stets £ 21'»—3 Monatsmiete zahlen müssen, d. h. 30—10״.« ihres Einkommens. Sie ist dann gezwungen, sich in Ernährung und Kleidung auf das dürftigste einzuschränken und an kulturelle Bedürfnisse darf sie nicht mehr denken. Man hat berechnet, daß ein Zinsfuß von 7—8 ״/o statt 3—4 ״;«, wie es eigentlich sein müßte, die Wohnungsmiete um 63 °.'o verteuert. Wenn man Geld unter anderen Bedingungen bekommen könnte, so könnte mau ganz auf eine Bareinlage verzichten und die Monatsmiete fiir zwei Zimmer würde doch niedriger sein als heute die Miete für ein Zimmer. Dies aber könnte nur durch Hilfe der Städte oder der Regierung möglich gemacht werden. Leider sind dafür in Palästina bisher wenig Aussichten. Die einzige Regie״ rungshilfe, die der jüdische Wohnbau bisher erlangt hat, war die Abtretung von 400 Dunam südlich von Mikwe- Jisrael (in Pacht), und hier waren die Bedingungen schlecht. — Bei all dem hat der ״Schikkun“ neben seiner Bedeutung für die Hebung der Wohnverhältnisse noch eine große Bedeutung für die Verbesserung des Arbeitsmarktes. In den letzten beiden Jahren hat er in Tel Aviv £ 303 000 investiert (517 000 Arbeitstage), in Haifa investierte er £ 92 500 (176 000 Arbeitstage), in Jerusalem £ 16 000 (25 000 Arbeitstage). Im ganzen wurden £ 718 000 investiert und dadurch 1300 Arbeiter während zweier Jahre beschäftigt. Das Arbeiter-Wohnviertel am Jarkon Tei Aviv, 30. August. (JTA.) Zu dem neuen Arbeiter- Wohnviertel, das durch die Baugenossenschaft der Histadruth, ״Schikun“, am Jarkon errichtet werden soll, fand die fei erliehe Grundsteinlegung des ersten Hauses statt. Das neue Viertel wird ein Gebiet von 120 Dunam umfassen. Am Fiußufer wird in der ganzen Ausdehnung des Viertels ein 70 m breiter Garten angelegt. Vorgesehen ist die Er* richtung von 180 Einfamilienhäusern und 200 Wohnungen. Sofort wird der Bau von 40 Kleinhäuscrn und 5 großen Wohnhäusern mit je 12 Wohnungen in Angriff genommen. Diese Wohnungen sind für Arbeiter des Tel-Aviver Hafens bestimmt. Der Jüdische Nationalfonds hat für den Bau ein Darlehen gewährt. Palästina-Orchester auf dem Karmel Zum Schluß der Sommer-Saison kamen auch noch die Karmel-Bewohner zu ihrem Recht, die außer den Haifaer Veranstaltungen noch ihre eigenen Sommerkonzerte haben wollten. An einer zentralen Stelle des Karmels hatte man einen Gartenraum gefunden, der durch die Umgebung hoher Bäume einen völlig natürlichen Abschluß erhielt. Dieser Schauplatz, der sich zugleich auch als akustisch günstig erwies, wurde durch Einbau einer Muschel und durch Anlage von fast 50 Stuhireihen zu einem Freilichtsaal ausgestaltet, der Sitzplatze für 1300 Besucher enthielt. Der Karmel-Zyklus nahm am 10. August seinen Anfang mit einem Konzert unter Leitung von Bronislaw S z u 1 c. District Commissiouer Keith-Roach hielt eine Ansprache, in der er das Palästina-Orchester als einen der wichtigsten Kulturfaktoren Palästinas bezeichneie. Das Programm begann mit Mozarts Ouvertüre zu ״Don Giovanni“, auf die eine Streicher-Serenade von Haydn folgte. Darauf spielte der Solist des Abends, M. Sztvglic (Geige), unter der Begleitung des Orchesters ״La Folia“ von Corelli. Nach der Pause erklang Haydns köstliche Symphonie mit den! Paukenschlag, und zum Schluß folgte die Ouvertüre zur ״Italienerin in Algier“ von Rossini, Dirigent, Solist und alle Mitwirkenden wurden aufs herzlichste gefeiert. Auch das zweite Karmel-Konzert, unter Leitung von Otto Sei her g, war ein voller Erfolg. Die errte Programmhälfte^ brachte Händel, Bach und Mozart, Mit dem Vortrag des Soloparts von Bachs Violinkonzert E-Dur holte sich D. Grünschlag besondere Anerkennung. Nach der Pause wurde noch Tschaikowskys Streicher-Serenade gespielt, die dem Dirigenten erneut großen Beifall einbrachte und den Abend wirkungsvoll beschloß. Beim dritten Konzert war Michael Taube der Leiter des Orchesters; er bot unter dem Motto ״Wiener Abend“ auf besonderen Wunsch die Wiederholung eines Tcl-Avivcr Konzerts, das sich durch seine glückliche Programmwahl als sehr zugkräftig erwiesen hatte. Auch in der neuen Umgebung war sofort nach Erklingen von Mozarts Ouvertüre ״Die Entführung aus dem Serail“ jene besondere Konzertstimmung vorhanden, die entsteht, wenn Werk und Wiedergabe unmittelbaren Kontakt beim Publikum finden. EMese Spannung hielt bis zum Schluß des Abends׳ an. Die fünf Menuette von Schubert und ein Divertimento von Mozart waren mit jedem Pianissimo auch aut den entlegenen Plätzen vernehmbar. Hierauf ging das Programm zu den unbeschwertesten Meistern der Wiener Mus k über. Johann Strauß’ Fledermaus-Ouvertüre, sein Walzer ״G’schichtcn aus dem Wiener Wald“ und zum Schluß die schwungvolle Ouvertüre zu ״Die schöne Galathee“ von Franz von Suppe steigerten noch die gute Stirnmung des Publikums. Als Zugabe dirigierte Taube die Orpheus- Ouvertüre Offenbachs. Der Abschluß des Konzert-Zyklus wurde durch den Vortrag der beiden Nationalhymnen in feierlicher Weise betont. Konzert in Pardess Chana. Im Zusammenhang mit den Karmel-Konzerten des Palästina-Orchesters fand auf der Heimreise von Haifa nach Tel Aviv die erste Veranstaltung des Orchesters in Pardess Chana unter Leitung von Otto Seiberg statt. In dieser Moschawah steht ein Amphitheater zur Verfügung, das etwa 1500 Menschen Platz bietet. Die Akustik erwies sich als überraschend gut: Obwohl hier ein Kammerorchester, aus etwa 20 Mann bestehend, spielte, hatte man den Eindruck, das Tonvolumen eines großen Klangkörpers zu hören. Das Programm enthielt folgende Werke: Händel: Concerto Grosso; Bach: Air; Mozart: Eine kleine Nachtmusik, und Tschaikowsliy: Streicher-Serenade. Außer den Bewohnern von Pardess Ghana waren zu diesem Ereignis aus den umliegenden Siedlungen Musikfreunde herbeigeströmt. Dieses Publikum, das vielleicht nach langen Jahren־ der Entwöhnung zum erstenmal wieder Musik in außerordentlicher Qualität hören konnte, zeigte sich als besonders aufnahmefähig und dankbar für die musikalischen Genüsse. L.-Th. Sanitätsrat Dr. Martin Klopstock ist am 26. August in Tel Aviv, wohin er vor zwei Jahren ausgewandert ist, verschieden. In weiten ärztlichen Kreisen hat er sich als Vorkämpfer auf dem Gebiete der Laboratoriums-Diagnostik einen Namen erworben. Sein im Jahre 1900 in Berlin gegründetes Institut für medizinische Diagnostik war das erste private, musterhaft organisierte Laboratorium, das allmählich von weiten Kreisen der Berliner Aerzteschaft in Anspruch genomrnen wurde. — Das von Dr. Klopstock (gemeinsam mit seinem ständigen Mitarbeiter Dr. Kowarski) verfaßte Lehrbuch der Laboratoriumsdiagnostik hat großen Erfolg im In- und Auslände gehabt. Es ist in elf Auflagen erschienen und in vier fremde Sprachen übersetzt. Sanitätsrat Dr. KIopstock hat in seinem Institut auch Fortbildungskurse für Acrzte abgehaltcn, an denen viele in- und ausländische Aerzte teilgenommen haben. Das Bialik-Institut Die geringe Budgetierung des Bialik-In* stituts durch den Zionistenkongreß hat scharfen Widerspruch hervorgerufen. Das Institut "wurde nach Biaiiks Tode zu seinem Andenken und zur Verwirklichung seiner Bestrebilligen mit einem Jahresbudget von £ 5000 ins Leben gerufen. Der ״Haarez“ schreibt, wie wir aus Tel Aviv hören, zu dieser Frage: Der Name ״Bialik-Institut“ wird seines Inhalts entleert. Es war nutzlos, daß sich der Verband der Schriftsteller in einem ausführlichen Memorandum an den Kongreß wandte, und ein Budget von £ 10 000 für das BialiK-lnstitut verlangte. Es wurde nur eine Summe von £ 3 000 bewilligt und von diesen können £ 700 für das Institut zum Andenken an Rasv Kuk und £ 500 für das Institut für Erwachsenenbildung in Abzug gebracht werden. Es bleibt also eine Summe von £ 1800 und davon gehen wieder £ 400 für Verwaltungsspesen ab. Für alle Aufgaben des Instituts zusammen stehen also netto £ 1400 zur Verfügung. Davon sollen Standard-Werke und Sammelwerke herausgegeben werden — denn dies ist die zentrale Aufgabe des Instituts, und wenn es ihr nicht naclikotnmen kann, hat es kein Recht mehr, Biaiiks Namen zu tragen. Davon soll aber auch die Sprachakademie unterstützt werden, die durch eine Budgetkürzung in ihrer Arbeitsmöglichkeit hart betroffen werden würde. Es geht uns hier so wie in vielen Dingen: Mit großem Prunk wird eine Sache begonnen und in aller Stille wird sie begraben. Professor Hermann Zondek, Jerusalem, vollendet am 4. September das 50. Lebensjahr. Es ist der älteste der drei Brüder Zondek, die in der medizinischen Forschung an hervorragender Stelle stehen. Hermann Zondek winde nach Beendigung des Weltkrieges Privatdozent an der Universilät Berlin, einige Jahre später außerordentlicher Professor und im Jahre 1926 Direktor des städtischen Krankenhauses Am Urban Berlin. Hier hat er neben einer ausgedehnten praktischen Tätigkeit fruchtbare wissenschaftliche Arbeit geleistet; seine zahlreichen Veröffentlichungen umfassen fasf das ganze Gebiet der inneren Medizin, insbesondere aber hat er mit Erfolg die zum Teil noch ungelösten Probleme der sogenannten ״inneren Sekretion“ einer Klärung zuzuführen versucht. In seiner jetzigen Stellung als Direktor des ßikkur Cholim-Krankcnhauses in Jerusalem ist er nicht nur einer der gesuchtesten Aerzte Palästinas, sondern auch einer der stärksten Anreger der wissenschaftlichen Forschung, der durch Fortbildungsvorträge und Veröffentlichungen in medizinischen Zeitschriften den Aerzten Palästinas Führer und Helfer ist. Sp. Moezah der Junggruppen der ZVfD. Am 13. bis 14. 8, fand in Klar Saba die zweite Moezah Arzith der Junggruppen der ZVfD. statt. Außer den Chawerim des junggruppenkibbuz, des Aktionskreises in Tel Aviv, der Snifim in Jerusalem und Haifa, beteiligten sich eine große Anzahl von Delegierten der verschiedenen der Junggruppenbewegung verbundenen Kreise im Lande. Die Tagung, von Martin Bandwann (Tel Aviv) geleitet, wurde mit einem Referat von Alfred Selbiger (Berlin) am Freitagabend eröffnet. Alfred Selbiger versuchte eine Deutung der Situation der Junggruppen in Deutschland aus dem Gesamtrahmen der zionistisehen Bewegung zu geben. Am Schabbatvormittag referierte Helmut Simon, Kfar Saba, über das Werden des Junggruppenkibbuz und versuchte, ein Bild von der inneren und äußeren Entwicklung der Plugah der Jimggruppen im Lande zu zeichnen. Im zweiten Teil des Referates beschäftigte sich Helmut Simon mit den ideologischen Grundlagen der Junggruppenbewegung. Die Aussprache, an welcher sich S. Tschertok (Tel Aviv), Alfred Selbiger (Berlin), Alfons Gundermann (Petach-Tikwan), Senta Grabowski (Giwath Brenner), Ben Goldschmidt (״Ratelem“, Kinereth), Werner Katz (Raanana), Hans Kaufmann (Tel Aviv) u. a. beteiligten, behandelte wesentliche Fragen in politischer und erzieherischer Hinsicht. Die Nachmittagssitzung brachte das zusammenfassende Referat von Martin Bandmann. Er stellte als wesentliches Ergebnis der Tagung fest, daß die Junggruppen in den Mittelpunkt ihrer gesamten Arbeit in Deutschland die Erziehung auf den Junggruppenkibbuz zu stellen haben würden. Berichtigung. Wie uns von der Jewish Ex-Servieemen Association in Erez Israel! Tel Aviv, mitgeteilt wird, ist Herr Martin Hirschbeig nicht, wie in Nr. 60 angegeben wurde» Gründer dieser Organisation. Vorsitzender der Organisation ist A. Gerson; Vizevorsitzender: S. Freudenthal. Weitere Mitglieder des Vorstandes sind: Z. Feldmann, O. Alexander, Dr. J. Ben Amittai. Öa iniiwah-Termint Am 11. September (6. Tischrij: Gerl Voten- '1 c r fr, Sohn von Adolf Vorenberg, Tel Aviv, Havarkim-1 cel 98. (Schluß des PalSstlnatells) * ■י* - , , u - ■H «

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