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Jüdische Rundschau · 1937-08-31 · Heft 69 (31.8.1937) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 69 (31.8.1937)
Date
1937-08-31
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 69. 31. VIII. 1937 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seife 3 Nach der ersten Entscheidung Die Weltkonierenz der Jugend-Alij ah Von Dr. Oskar Wolfsber g Ein merkwürdiges Pliiinoinen aus der Problematik der letzten Zeit verdient festgehalten und gewürdigt zu werden: Der Bericht der Peel-Kommission, sein hauptsächliches Resultat, die Teilung des Landes und die Gründung eines jüdischen Staates, und das Statement of polity der Regierung Großbritanniens haben in der jüdischen Welt eine zwiespältige Aufnahme gefunden. Mit einer leichten Uebcrtrcibung kann man formulieren, daß diejenigen, welche bisher den Gedanken des Judenstaates für lange Zeit ab gelehnt hatten oder doch mindestens aus der aktuellen Politik und Propaganda ausgescliaitet wissen wollten, nunmehr für die Begründung des Judenstaates cintreten, ohne freilich dem konkreten Teilungsplan ihre Zustimmung gehen zu können. Die alten Verfechter der Staatsidcc hingegen befinden sich zum großen Teil in der Opposition zu dem Vorschlag, seihst wenn er sehr zugunsten der Juden und des jüdischen Staates korrigiert werden würde. Worauf beruht dieser Sachverhalt? Mag auch manches Persönliche dabei mitspielen, mag auch die Stellungnähme des einen oder anderen zionistischen Führers seine Gegner auf den Plan rufen, um die Opposition zu verewigen, ihr unter neuen Bedingungen neuen Inhalt gehen, nachdem die trübere Motivation fast gegenstandslos geworden ist, so ist ohne Zweifel das Sachliche in unserem^ Fall entscheidend. Der Frontwechsel ist sicherlich für beide Seiten schwer gewesen. Dogmatismus hat keinen Platz im System der Politik. Das Wort Realpolitik ist weder sympathisch noch besonders neu. Es kann sich hinter ihm «ine schwere Dosis Opportunismus und Charakterlosigkeit verbergen. Aber in der Bewertung unserer Situation hat es seinen legitimen Ort. W e i z m a n 11 und seine Anhänger, die lange Jahre den Begriff des Staates als Ziel ausschalteten, statt dessen den miilievollen Weg des schrittweisen Fortschreitcns, der friedlichen, schaffenden und bauenden Durchdringung vorschlugen und auch durchsetzten, waren irn tiefsten davon überzeugt, daß auf diese Weise das zionistische Ziel, die Nationale Heimstätte in Erez Israel, besser und friedvoller zu erreichen sei, denn auf jede andere Art. Dazu vermeinten sie, den arabischen Pnrtner besser zu überzeugen und zu gewinnen, als wenn der große Anspruch des Staates als Schreckgespenst unser Werk überschattet hätte. Unsere großen Hoffnungen in Einklang mit der rauhen Wirklichkeit zu bringen, das war das Bemühen. Die Entwicklung der Dinge hat vermutlich unsere po!itische Führung zu einem Kurswechsel bestimmt. Mehr und mehr entschwand ihr die Hoffnung, die mannigfachen theoretischen und praktischen Versuche, zu einer friedlichen Lösung auf dem alten Wege zu gelangen: den Gedanken der Parität, des bitiationalen Staates zu realisieren. So ist der Ausweg begreiflich und die Bereitschaft, auf der Grundläge des Staates den Aufbau fort/usefzen. Was früher als Affront, als Verschärfung gewirkt hätte, kann unter Umständen jetzt zur Befriedung dienen. Man hofft auf eine Distanzierung, eine gewisse Trennung der Bezirke und Interessen, eine Scheidung der nationalen Aspirationen. Keiner verkennt die grollen Schwierigkeiten; jeder unterstreicht, daß unser Gebiet die Potenzen und Chancen eines wachsenden Organismus, fähig, in kurzer Spanne viele Menschen aufnehmen und eingliedern zu können, besitzen müsse. Das ist für die Grenzziehung und die Souveränität des Gehietes (die Stellung der Städte! vor allem die Zugehörigkeit Jerusalems־•!) von höchster Bedeutung. Unendlich schwer und opferreich wird die Regelung der Frage der arabischen Minderheit im Judenstaate sein. Aber sei dem wie immer: unlösbar erscheint den Verfechtern des Gedankens das Problem nicht. Und das ist der Generalnenner unserer Situation und der diametral entgegengesetzten Futscheidungen der beiden Gruppen im Kongreß, i!1 der Bewegung und überhaupt in der jüdischen Welt: jede Seite fiihlt und erkennt den Wendepunkf, die Schwierigkeit in der objektiven Welt, die ugs eine eiserne Wand entgegenste'lt. Vor diesem Hindernis stellen beide Richtungen und erkennen den Zwang der Umorientierung. Wenn aber die durch Weizmann vertretene Gruppe (keine parteipolitische, sondern eine Einheit politischer Einsicht) aus diesem Anlaß sich der Idee des Judenstaates genähert hat und entschlossen ist, das Wagnis auf sich zu nehmen, so sind die alten Freunde des Jurtenstaatsgedankens von ihm abgerückt, nicht von seiner Funklion als einem Ziel und bewegender Idee, wolü aber von seiner aktuellen Rolle. Seihst ein sehr günstig geteiltes Palästina ist für sie nicht akzeptabel. Sie sind unter der -Drohung der ״partition“ für die Gegenwart und nahe Zukunft unbedingte Anhänger des bisherigen Weges der Verwirklichung geworden. Auch das ist begreiflich. Ucbrigcns schließt diese Stellungnähme eine weitgehende Anerkennung des bisherigen Regimes der zionistischen Führung ein. Ist diese Tendenz für den Moment und weiter diskutabel, so kann sie auch in der Vergangciilieit nicht sinnlos und unfruchtbar gewesen sein. Die Gegner der ״partition“ und des räumlich begrenzten Judenstaates fordern für die Fortsetzung des bisherigen Mandatsregimens eine entschlossene Bereitwilligkeit Großbritanniens, die im Mandate verankerten Pflichten des Mandatars zu verwirklichen, den Ausbau des jüdischen national liome auf jede Weise zu ermöglichen und zu begünstigen. Es gibt keine zionistische Gruppe, die nicht einen gleichen Wunsch hefte. Hätte England, hatten die Regierung Großbritanniens und die Palästinaregierung eine auf richtige Neigung, eine solche Politik zu befolgen, bewiesen, so wäre die Weizmann- Gruppe heute nicht genötigt, sich grundsätzlich für den Staat in seiner limitierten Gestalt auszusprechen. Der Unterschied in der Haltung beruht also — wenn wir von anderen Faktoren absehen -- auf einer sehr verschiedenen ps ych 01 ogi sehe 11 Bewertung der Absicht er und Tendenzen Englands, die gewiß nicht Idar und eindeutig sind. In dem Nebel der Worte und Andeutungen hat der jüdische Staatsmann die schwere Aufgabe, Wahrscheinlichkeitsrechnung zu treiben und zu erahnen, wohin der Kurs geilt. Das Zusammentreffen mit der Wirklichkeit löst sehr verschiedene Reaktionen aus: den einen zwingt es aut die Balm der harten Realität mit ihren grausamen Forderungen, den anderen scheucht es zurück und läßt ihn, fern von der Ebene des tatsächlichen Geschehens, vielleicht im Imaginären, seinen Platz stieben. Die Ehrlichkeit gebietet zuzugehen, (laß keiner sagen kann, was werden wird, und wer recht behält. Vieles kann sieh ändern, nicht alles ist eindeutig. Wir haben in England und der arabischen Welt nicht zwei einheitlich geschlossene Mächte vor uns, sondern Kontrahenten, die nicht frei von echten inneren Spannungen, dazu auch von sehr komplizierten taktischen Absichten sind. Beide, besonders England, hängen in ihren Entscheidungen von Geschehensketten ab, die außerhalb ihrer absoluten Machtsphärc liegen. Die politische Welt ist nie so labil, so wenig im Gleichgewicht gewesen wie jetzt, nie waren Abkommen und Ten- (lenzen so kurzfristig. Eine Konsequenz dieser Einsicht ist die nie erloschene Aufgabe einer Verständigung mit den Arabern. Das andere, was abschließend zu sagen ist, richtet sich an die jüdische Welt. Sie muß wach, bereit und opferwillig bleiben. W'enn der Staat geboren werden sollte, muß sie mit großem 01.111ben und mit voller Beteiligung sieh ihm zuwenden. Der Schluß der Tagung hs, Z ii r i c h, 27. August Das letzte Referat des ersten Konferenztages hatte Eva Stern erstattet. Sie gab einen Tätigkeitsbericht der Arbcilsgemeinschaft der jugend-Alijah, in dem sie in knappen Umrissen das vielseitige Aufgabengebiet dieser Institution aufzeigte. Auf nicht weniger als zwanzig Länder erstreckt sich die Propaganda der Arbeitsgemeinschaft, einen ähnlichen Umfang hat der von ihr eingerichtete und dauernd unterhaltene Informationsdienst, der sich auf alle Seiten der Jugendbetreuung und ihrer zionistischen Verwirklichung bezieht, Eva Stern schilderte sehr anschaulich alle Etappen der Arbeit des Berliner Büros von der ersten Er¬ J LMJNJC H DES SCHOCKES J CSC /GS ALF DAS JAHR 569 8 308 Stilen Kl»*i״r>Usv rnif *wri 11 iIdt afr*ln und einem hetirimcU-deuUchen K* Wads t tum h <1 r! n n t t r l f>Q 1' f, Mil dreißig Beiträgen mn S. J. .^erton, Leo Baeck, .1. r.h. Brenner. Martin Buber, hplir-mm Cohn Umü, A\ ernerKraf*. M«\ I .iehei inann, Hugo Ms ndd h» um, Alfred Mombetf, Iran/ Hosentwei g,! S׳ hol ein, L 111־ st Simon, Ludwig Strauß, F.!>. Sukmik. und anderen. Darunter : Bibel, Talmud, Midra»rh, alte und neu« hebräische IJirhtuitR, rabbiniirh«' Literatur, Ja d!<*rd1 ־!)*•uUrlies Historische«* und Vnlksktnidliclie‘• i n t'i>er«*־t/.nngf n und Mitteilungen von 1' rii'drn'h i?;»rg<׳l>u!1r, l.inanuel bin (tnrinn, Martin Buhcr, Felix Falk, V CUtrrr, Morite Spiticr, B. Suler, Kurt \V iHielm, Karl Wolfskeh! und Moritr. /.o|>e|. Im Anhang ein Gesamtverzeichnis *1er \ erUgswcrke im Herbst 193~ SCHOCK KN YKIHAG JÜDISCH EU I;l (.!!\ l.üi.AO BEHUN fassung des einzelnen Jugendlichen bis zu seiner Verbringütig nach Palästina. Der zweite Konferenztag begann mit der Arbeit der Kommissionen. Die öffentliche Sitzung leitete ein Referat von Miss Szold ein: ein detaillierter Bericht über das Leben und die Arbeit der Jiige'iidgruppen in Palästina nach der Hachscharah. Miss Szold entwarf ein Bild davon, wie diese palästinensischen Gruppen mit denen in der Heimat verbunden bleiben, und wie sich die Fäden der bereits in Palästina eingesessenen Gruppen zu neu ankommenden an- Der ORT-Kongreß Paris, 27. August. (JTA.) Der Weltkongreß des ORT- Verbandes ist nach Wahl eines aus 42 Mitgliedern bestehenden Zentralkomitees geschlossen worden. Zum Vorit/enden wurde Leo Brartison, zu Mitgliedern der Exekutive wurden Dr. Lvovitch und Dr. S i n ga lowsky wiedergewahlt. Der Kongreß nahm für das Jahr PDS ein Budget von 8 20000 Dollar an. Es ist vorgesehen, daß die landwirtschaftliche Arbeit des ORT erweitert und neue Mögliclikeiten für die Berufsschulung der ärmsten jüdischen Bevölkeningsschichten geschaffen werden sollen. Außerdem sollen Bemühungen unternommen rerden, um für die jüdische Industrie Absatzmärkte zu schaffen und die Aus- Wanderung handwerklich geschulter Elemente zu fördern. Die beiden letztgenannten Tätigkeitsgebiete werden auf Be- Schluß des Kongresses von dem GRT-Verband neu aufgenommen. ln Vertretung des französischen Unterrichtsministers Jean Zay war der Kongreß am Dienstagabend bei seiner Eröffnung von dem Unterstaatssekretär für Bcriifssehultmg, Jules J11 - lian, begrüßt worden. Er hob die Sympathien hervor, die von der französischen Oeffcntlichkcit der ORT-Arbeit entgegengebracht werden und wies!Inrauf hin, daß zahlreiche französische Politiker ihr aktives Interesse an dieser Arbeit durch den Beitritt zu dem parlamentarischen ORT-Komitee bewiesern haben, an dessen Spitze sein Gründer Edouard H erriot steht. Im Namen des Joint wurde der Kongreß von ihrem europäischen Direktor Dr. Bernhard K a 11 n, im Namen der Ica von Generaldirektor Edouard Oungrc bcgrüßt. Nach kurzen Ansprachen von Vertretern der ORT-Verbände in europäischen und überseeischen ländern erstattete der Vizepräsident der Exekutive, Dr. Singa lowsky, ein Referat über die Aufgaben der jüdischen Wirtschaftspolitik. Die neue Leitung des Agudas Jisroel Marien bad, 26. August. (JTA.) Der von der 3. Kenessio Gedaulp der Agudas Jisroel eingesetzte Waad Hapoel hat aus seiner Mitte eine Exekutive gewählt, der folgende Persönlichkeiten angeboren: Jacob Rosenheim als Präsident (gewählt irn Plenum der Kenessio), Rabbiner Dr. Pinchas Ko hn-Ansbach und Jizchok Meier L e w i n - Warschau als Vizepräsidenten, ferner Dr. Isaac Breuer, Harrv Goodman, Dr. Salomon Ehrntann, Heinrich E i s e mann- London, Rabbiner Schur- Vilno, St. L a s k i - Sampolno, Rabbiner Mosche Blau- Jerusalem. Mit der Organisierung der Moaze Ghachme Hatora (Rabbinischcr Rat) wurde Rabbiner Tobias Horowitz betraut. Der Oberrabbiner von Rom, Dr. Davide Prato, ist zu mehrtägigem Aufenthalt in Budapest cingetroffcn. Auf dem Bahnhof wurde er von der Leitung des Ungarischen Zionistenverbandes und des Pro-Palästina-Bundes ungarischer Juden begrüßt. spinnen; die ״älteren•‘ Gruppen werden den ״jüngeren‘‘ da* durch wiederum zu einer Art von Heimat. 111 der Diskussion zu diesem Referat tauchte der Vorschlag auf, ob man nicht die aus der palästinensischen Hachscharah entlassenen Jugendlichen noch einmal in Arbeitslagern zusammenfassen könnte, um so von seiten der Jugeml-Alijali-Organisation auf ihre weitere Entwicklung und aut ihren Weg in die Onaltizbewegung Einfluß zu gewinnen. Dagegen wurden von Dr. Landauer Bedenken vorwiegend finanzieller Art geltend gemacht; die Jugend-Alijah werde für eine völlig neue und zusätzliche Organisation, wie sie die Einrichtung von Arbeitslagern darstellen wurde, kaum die Mittel selbst aufbringen Rönnen, noch weniger könne davon die Rede sein, daß ihr dafür ein Etat bewilligt werde. Aliron Z i s lin g (Ejn Charod) sprach aus der Praxis heraus über die Probleme und die Erscheinung der Jugend- Alijafi. Er sang ein Loblied auf die Jugendlichen. Der alte Jischuw, sagte er, lerne fast mehr von diesen als sie von ihm. Die Erziehung der Kinder vollziehe sich durch das 1.ehe 11 selbst. Sie lebten zusammen mit den Arbeitern. Man gehe ihnen Gelegenheit, an allen Arbeiten teilzunehmen, nicht weniger als 18 verschiedene Fächer seien es. für die man sie praktisch interessiere und zu denen man sie heranziehe. Auch bei den Debatten der Erwachsenen seien sie dabei. Dies alles umfasse das wirkliche Leben mit seinen täglichen Sorgen, woran sich der Jugendliche ohne Zutun eines Lehrers bilde und entwickle. Zisling zeigte die Möglichkeit, wie man die Zahl der Jugendlichen für Palästina ohne große Mehrkosten leicht und rasch mindestens verdoppeln könne - - dies insbesondere im Hinblick auf die Erfassung der Jugend aus Polen. Diese könne, da sie der hebräischen Spraehc und überhaupt dem Laiiüi1 der Vater innerlieh naher steile, mit einem Jahre Hachscharah auskonimen. Das Gleiche gelte von den Kindern aus Deutschland, wenn sich hier, 111 der mittleren 1!achscharuli, das Hcbräisch-I erneu intensiviert habe. Dann eben könne man mit den gleichen Kräften das Doppelte erreichen. I hui was die Aufnahmefähigkeit des Landes int Hinblick aut die Jugend aalaugt, so schätzt Zisltttg die Zahl der zu erfassenden Kinder aut viele Tausende. Ein anderer Arbeiter ans dein Jiseluiw — M a n o;1 c 11 (Deipmiah) - betonte: i lau pNache für die Jugciul-Alijall ist die Idee, die hinter ihr stellt! I ):1 nach sei wichtig und bestimmend, daß die Jugend den Beginn ihrer Arbeit selbst im Dienst dieser Idee bestimme; der Beginn einer schöpferischer. Arbeit sei der biw egvmlste und nachwirkemlstc Faktor. Es schaffe Eifersucht, (lab die Tätigkeit der Jugend- Aßj.ali such immer noch aut Deutschland kon/enfraere. (Man müsse nun unverzüglich auch Polen embe/ichen. Am Nachmittag wurden von den Vertreterinnen der Schweiz und Hollands die Ict/Ien Tätigkeitsberichte erstattet, die zeigten, wie die Aktion der Jugend-Alijah fortschreitet und immer weitere Kreise zieht . nicht nur für ihre eigenen Interessen, sondern auch für den Zio• nisimis als Ganzes. Danach wandte man sich den Resolutionen 7.U, die durch die Kommissionen vorbereitet waren und jetzt angenommen wurden. Von der holländischen Delegation wurde sodann unter allgemeinem herzlichen Beifall ein Vertrauensvotum für die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft in Deutschland und Palästina cingehraebt und einstimmig angenommen. Die Präsidentin Weißenbeck konnte sodann der in* Halts vollen und arbeitsreichen Tagung ein optimistisch be״ triedigtes Schlußwort sprechen. Amt späteren Abend fand sich aut Einladung des Schweizerischcn Komitees der Jugend-Alijah ein zahlreiches Publi• ktim — etwa 20!) Damen und Herren — zusammen, um die neue Aktion in der Schweiz ein /(!leiten. Europa-Tournee der Habimah Jerusalem, 26. August. (JTA.) Die Leitung der Pariser Weltausstellung hat die Habimah eingeladen, in Paris einige Vorstellungen zu geben. Die Habimah bat diese htnladung angenommen. Die Truppe tritt Anfang Oktober ihre Reise an. Die Vorstellungen werden im Trocadero-Thcater statt finden. Ende Oktober tintcrnmiini die Habimah eine Tournee dutclt E » g 1 a n <1 und B e 1 gi c 11 und wird sich von dort aus auch in andere europäische I .ander begeben. Die I la bi mall ist gegenwärtig damit beschäftigt, ein von einem palastinen• sischen Autor verfaßtes neues Stink ״öehomrini“ uil/it• studieren. Das Stuck zeigt Episoden aus dem Lehen der jüdischen Wächter, die vor denn Kriege in den Kolonien des Etnek und Galiläas eine große Ro'i׳: gespielt •''eben. Stockholmer Kunst-Notizen Von unserem Berichterstatter 11־. R. Stockholm, Ende August Direktor Olot Mo land er vom Kgl. Dramatischen Theater unterhandelt augenblicklich mit der Habimah über ein Gastspiel in der schwedischen Hauptstadt. Hierbei er• innert die hiesige Presse an das künstlerische Erlebnis, das dieses jüdische Theater vor sieben Jahren bei dem schwedischen Publikum hinterließ. — Anläßlich der musikalischen Leitung und Einstudierung der schwedischen Uraufführung Lars Erik Larssons Oper ״Prinzessin von Cypern“ erhielt der hiesige jüdische Opernkapcllnieistcr Herbert Sandberg höchste Anerkennung bei Publikum und Presse. * Bei den! soeben veröffentlichten Generalplan der Saison 1937 3S von ״Konsertföreningcn“ findet mau jüdische Kunstler von Weltruf, die verpflichtet wurden. So u. a. Huberman, che Pianistin Anja Dorfmann, das 13jährige Wunderkind Ida Händel (Violinistin), Milslein und S/igeti, der Cellist Emanuel Feuermann sowie als Gastdirigent der in Norrköping erfolgreich tätige Dirigent Herbert Ercudcnthal (Sohn des kürzlich verstorbenen Nürnberger Rabbiners). Berichtigung. In dem Auszug aus dem Leitartikel der ״Times“ vom 24. August in der vorigen Nummer, der die Beschlüsse_ der Mandatskommission in der Palästinafrage behandelt, ist eine Ungenauigkeit der l'cberset/iing unterlaufen. Es muß richtig in bezug auf den /weiten Alternativ-Vorsehlag (Schaffung von zwei getrennten Mandaten für jeden der beiden Staaten) heißen: Angesichts der politischen Erfahrungen bei Juden und Arabern sei dies, o b ׳׳ r f 1 ä e 111 i c h gesehen, ein guter Vorschlag.

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