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Jüdische Rundschau · 1937-08-31 · Heft 69 (31.8.1937) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 69 (31.8.1937)
Date
1937-08-31
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seife 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 69, 31. VIII. 1937 nicht darum, ob Jabotinsky koscher ißt oder nie 11t“. Berührt schon das Eingeständnis solcher taktischen Erwägungen in einem Augenblick, in dem es um Schicksalsfragen des jüdischen Volkes geht, eigentiimlich, so verdient dieses Eingeständnis um so mehr festgehalten zu werden, als von den Kreisen der Agudah dem Teil der Orthodoxie, der im Rahmen der Zionistisehen Organisation arbeitet, nämlich dem Mi s r a c h i, von jeher zum Vorwurf gemacht wurde, daß er mit nichtorthodoxen Zionisten in einer Front sieht. Man stempelte den Misrachi zu einem ״Verräter an der Sache der Thora“ und nahm so auf dem Felde der Politik eine ähnliche Haltung ein, wie es die Trennungs- Orthodoxie in den Gemeinden tut. Das jetzt vor aller Welt publizierte Eingeständnis der Agudah-Fülirer über ihre eigene Taktik, der es gar nicht darauf ankommt, mit solchen Kreisen zusainmen/.uarbeiten, die von der Orthodoxie weit entfernt sind, wenn es nur der Agudah und ihren Führern gefällt, wird im orthodoxen Judentum gewiß nicht ohne Eindruck bleiben und verdient, für die Zukunft angemerkt zu werden. Die neue Terror wolle Die Nachrichten über zahlreiche Terrorakte, die aus Palästina in den letzten Tagen eintrafen, zeigen mit aller Deutlichkeit den vollen Ernst der Situation im Lande, auf den wir bereits in der vorigen Nummer hingewiesen haben. Nachdem in den vergangenen Woeben der arabische Terror eine deutliche Steigerung erfahren hatte, und es niemandem, der die Dinge beobachtete, unklar bleiben konnte, daß sich eine xerstäikte Aktivität der extremistischen Gruppen damit an/eigte, hat der Beginn dieser Woche nunmehr eine Reihe v!>11 Attentaten gebracht, denen drei 111 (1 e n / n m Opfer gefallen sind. Es ist die einin ü t i g e E o r d e r 1! n g der zionistischen Bewegung und des jüdischen Volkes in der ganzen Welt, daß in der gegenwärtigen Stunde der politischen Entscheidung über das zukünftige Schicksal Palästinas die Lage im Lande selbst nicht noch weiter verschärft wird. Ob mm Aimsichten für eine Verständigung zwischen den Völkern Palästinas in letzter Stunde gegeben sind oder nicht, ob man der .Ansicht ist, daß die Teilung des Landes eine unabweisbare Notwendigkeit ist, nachdem die Dinge bis zu dem jetzigen Zustand gediehen sind, — dies tut dabei nichts zur Sache, wenn es gilt, die Forderung nach Ru he und Sicherheit des Lehens zu stellen. Es ist die Aufgabe der Mandatsregierung als der für die Ruhe im Lande verantwortlichen Stelle, mit allen zur Verfügung stehenden administrativen, polizeiiiehen und militärischen Machtmitteln den verbrecherischen Willen extremer arabischer Eiemente rücksichtslos zu unterdrücken. Das jüdische Volk, dessen Geduld und dessen Gefühle in dieser Zeit auf eine harte Probe gestellt worden sind, hat dennoch nicht aufgehört, zur britischen Regierung und zur Mandatsverwaltung das Zutrauen zu haben, daß es ihr ernst damit ist, eine Lösung des Palästina-Problems in einem Sinne zu finden, der dem Lande den Frieden und dem jüdischen Volke die Möglichkeit des Aufhaus gewährleistet, Dieses Vertrauen muß erneut aufs tiefste erschüttert werden, wenn in der Zeitspanne des Ueberganges, die wir jetzt durchleben müssen, furchtbare Gewalttaten sich int Lande ereignen, durch die das Lehen völlig unschuldiger, ahnungsloser Menschen vernichtet, Trauer und Leid ebenso wie Erbitterung und Verzweiflung üher den Jiscluiw gebracht wird. Wir hegen die Hoffnung, daß nach den Ereignissen der letzten zwei Tage ungesäumt und mit aller Schärfe diejenigen Maßnahmen ergriffen werden, die notwendig sind, um die Sicherheit des Lebens in Palästina zu gewährleisten. Fortschritte ist der Stille ln dieser Zeit der Sorgen, in der wir nicht wissen, was die nächsten Monate und Jahre für uns bringen werden, ist es gut, auch einmal auf den Gang des Lebens dort zu Micken, wo es Neues entstehen läßt und wo der Fortschritt des Aufbaus trotz allen Schwierigkeiten vor sich geht. Als im vergangenen Jahre bald nach Ausbruch der Unruhen die erste primitive Anlegestelle in Tel Aviv geschaffen wurde, gab es vielleicht nur wenige, die die volle Bedeutung dieses Ereignisses empfanden. In der Zwischenzeit ist die Hafenanlage in Tel Aviv weiter ausgebaut worden und nimmt bereits eine wichtige Stellung im Wirtschaftsleben Palästinas ein. Vor kurzem wurde gemeldet, daß die Beschränkungen gefallen sind, die in Tel Aviv nur das Ausladen bestimmter Güter erlaubten, so daß nunmehr alle Arten von Gütern in Tei Aviv an Land gebracht werden können. Und schon hört man, daß auch die Genehmigung zur Landung von Passagieren erteilt worden ist, und daß man jetzt daran geht, die hierfür erforderlichen Einrichtungen zu schaffen. Auch eine Siedlung für Hafenarbeiter und der Bau eines neuen Einwandererheimes wurden in Angriff genommen. Es ist klar, daß diese Tatsachen nicht nur für das Wirtschaftsleben der Stadt Tel Aviv von erheblicher Bedeutung sind, sondern daß auch die moralische und psychologische Bedeutung der Landung von Einwanderern und Touristen direkt in Tel Aviv nicht unterschätzt werden darf. Solange Palästina eine Einheit für alle Zeit zu sein schien, konnte man Bedenken gegen die Schaffung jüdischer und arabischer Sondereinrichtungen aui dem Gebiete der Wirtschaft nicht unterdrücken, besonders wenn man sich von wirtschaftlichcr Kooperation günstige Folgen für das politische Verhältnis der beiden Völker versprach; dieses Bedenken galt auch der Schaffung eines besonderen Die Konferenz der polnischen Juden Von unserem Berichterstatter J. M. Antwerpen, 25. August Vor genau zwei Jahren sind zahlreiche Vertreter der!.״!nisch-jüdischen Auslandsorganisaticwen zum ersten Male in London zusanmiengetreten, um über die Lage der Juden Polens zu beraten. Es wurde damals ein Welt verband der polnischen Juden im Auslande ins Leben erufen, der neben seiner politischen und wirtschaftlichen liife für die Juden Polens, auch noch das geistige Band unter den einzelnen Ländern und Föderationen aufrecht zu erhalten und zu stärken sich zur Aufgabe gestellt hat. Leider hat sich seit damals vieles innerhalb der jüdischen Welt Polens ungünstig verändert, die Lage wurde immer sehwierigor. Der im Jahre 1935 geschaffene Weltverband hat aber auch mir zuin Teil die auf ihn gesetzten Hoffnungen erfüllt. Die üblichen Schwierigkeiten haben sich gleich am Anfang eingestellt und wie jede andere junge Organisation hatte auch diese eine Reihe von Kinderkrankheiten durclmimachen. Durch die unermüdliche und tatkräftige Arbeit der amerikanischen Föderation und des westeuropäischen Büros, unter der Leitung von Dr, J. Taubes in Amsterdam, war es gelungen, die Arbeit des Weltverbandes trotz den schwierigen Bedingungen und Verhältnissen erfolgreich fortzusetzen und jetzt von neuem den Versuch zu machen, der Aktion zugunsten der Juden Polens neue Impulse zu geben. Die Konferenz, die soeben in Antwerpen vom 22. bis 25. August stattgefunden hat, war stark beschickt. Die amerikanische Föderation, die, gemessen an ihrer Stärke, als die wichtigste angesprexhen werden kann, umfaßte u. a. den Präsidenten des Weltverbandes, Benjamin Winter, den Direktor der amerikanischen Exekutive, Z. Tygel, und die Herren Kandel und Wormin, Daneben hatte die amerikanische Delegation den bekannten zionistischen Führer Ab. Ooldb e r g, den Redakteur des ״Jewish Mornlng Journal‘* Fischman und Herrn Ru bi 11 stein vorn ״Tag“ in New York aufzuweisen. Während die Konferenz als solche mit dem sachlichen, politischen und wirtschaftlichen Teil der Arbeit schwer gerungen hat, war es Ab. Oold borg, der der Ver- Sammlung im Plenum wie in den Kommissionen seine eigene persönliche Note zu geben verstand. Und man muß gestehen, Ooldbcrg hat vieles dazu beigetragrn um das Niveau der Konferenz zu erhöhen, manche Gegensätze zu überbrücken, die vorhandenen Probleme in ihrer ganzen Tiefe und Breite zu erfassen und sie unerschrocken aufztirollen. Eine homogene und ebenbürtig« Delegation stellten die Vertreter des Verbandes der jüdischen Hilfsorganisationen in Laudon, an deren Spitze der von allen hochgeschätzte und verdienstvolle Dr. D. fschelmann und Morris Meyer, der Redakteur der Londoner ״Jewish Times“, standen. Zusammen mit den Amerikanern wurde von dieser Seite der Konferenz das Projekt der Schaffung einer zentralen Hilfs- Organisation für die Juden Polens, das viel Beachtung gefunden hat, unterbreitet. Es ist wichtig in diesem Zusammenhange n! betonen, daß in den letzten Jahren auf dem Gebiete der Hilfeleistung für die polnischen Juden eine vollständige Desorganisation geherrscht hat. Jede berufene und unberufene Organisation im Auslände hat einen ,,Drive“ proklamiert und die eingegangenen Gelder nach eigenem Gutdünken verwendet und verteilt. Daß hierbei nicht immer die vitalsten Interessen der polnischen Juden berücksichtigt wurden, daß oft die gesammelten Gelder nicht ihre richtige Verwendung gefunden haben, soll nicht besonders betont werden. Die nunmehr von der Konferenz beschlossene und ins Lehen zu rufend« zentrale Körperschaft für konstruktive und soziale Hilfe soll das Hilfswerk in der ganzen Welt zentralisieren, vereinheitlichen und von einem Gesichtspunkte aus leiten. Bei dieser Gelegenheit ist die Schaffung eines großen 11 ilfsfonds von einer Milflon Pfund von der Konferenz-Trihiine proklamiert worden. Dieser neue ״Drive“ soll im Namen dieser zentralen Körperschalt, als Teil des Weltverbandes der polnischen Juden im Auslande, geführt werden und das Geld einer zentralen Verteilungsstelle in Polen zugeleitet, bzw, für gewisse konstruktive Sofortprogramme bereitgestellt werden. Es ist zu hoffen, daß dieses großzügige Projekt, das nicht nur eine günstige Lösung der Sammelaktion, sondern ebenso der Hilfsarbeit als solcher darstellt, alle positiven Kräfte der polnischen Judenheit im Auslände vereinigen wird. Irn Gegensatz zu vielen derartigen Konferenzen war die Konferenz der polnischen Juden wenig auf äußere Repräsentation gestellt. Von der Konferenz-Tribüne wurde es klar ausgesprochen, und das Gefühl beherrschte einen jeden, der den Verhandlungen beigewohnt hat: das Judentum in P ölen steht nicht v e r e i n s amt d a. 3' '■׳ Millionen polnische Juden im Auslande sind willig und bereit zu helfen; und in der Tat, sie stellen einen realen Faktor dar, wenn sie nur cusammcngeschlossen sind und einheitlich arbeiten werden. Daher stand auch die Frage der Koordinierungsarbeit im Zentrum der Verhandlungen. Nicht nur die Hilfsarbeit allein soll zentralisiert und einheitlich gestaltet werden, sondern ebenso eine Reibe anderer Arbeiten wird von der neugewählten Exekutive in dieser Richtung in Angrift genommen werden. Englische Presse zum Bericht der Mandatskommission Nach kurzer Atempause nimmt die englische Presse in Leitartikeln zu dem von der Mandatskommission veröffentlichten Bericht Stellung. Der Sinn für Realitäten, durch den sich der Bericht auszcichnct, wird vor allem gelobt. Die englische Regierung, und hierin wird sie von der englischen Presse ausnahmslos unterstützt, scheint sich auf eine Politik der Beendigung des Mandats bereits . festgelegt zu haben. Die Vorschläge der Kommission, in einer zeitlich noch unbestimmten Üebergangsperiode das vielbesprochene Kantonalsystem einzufiihren, oder neue Mandate für Juden und Araber getrennt an England zu vergeben, werden von der Presse, oft ohne ausreichende Angabe von Gründen, abgclehnt. Die kritischen Worte, die der Bericht für die ״schwankende“ Politik der Palästina Verwaltung findet, werden im allgemeinen von den Zeitungen sachlich notiert. Nur die rechts-kanservative ״Daily Mail“, mit einer Auflage von zwei Millionen, fühlt sich in ihrer Ehre getroffen und verübelt der Mandataskanunission jede kritische Aeußerung gegenüber England. Der Hinweis der Kommission auf die ungeheuren ländermassen, die dem arabischen Volk im Vorderen Orient zur Verfügung stehen, während sich die Juden überall vor verschlossenen Türen finden, bringt eine wichtige Note in die Diskussion. Es zeigt sich auch wieder bei dieser Gelegenheit, daß diese Gegenüberstellung in Englaml großen Eindruck macht, und daß man nicht oft genug auf diese weiteren Zusammenhänge hinweisen kann. Eine Sonderrolle in der Palästinafrage spielt seit einiger Zeit die populäre Abendzeitung ״E v e n i n g S t a n d a r d“, die sich in den letzten Jahren stark nach rechts entwickelt hat und gelegentlich damit einen antizionistischen Kurs verbindet. Die Zeitung ist wiederholt in ihren Leitartikeln für eine ״Rückgabe“ Palästinas an die Araber eingetreten. Sie bezweifelt die Zuverlässigkeit und Loyalität der palastincnsischen Juden, von denen ja nur die wenigsten aus angelsächsischen Ländern stammten, sic erklärt die Juden für unfähig, sich selbst zu verwalten. Allerdings ist der politische Einfluß der Zeitung sehr gering. Sie wird wegen ihres Nachrichtendienstes und ihrer sensationellen Aufmachung viel gelesen, auch wegen gelegentlicher prominenter Mitarbeiter. Die Zeitschrift ״Spectator“ stellt fest, daß die Situation Hafens in Tel Aviv neben Jaffa (abgesehen von den rein wirtschaftlichen Erwägungen, die dagegen sprachen). Dies hat sich gewandelt, seitdem der Gedanke der Teilung Palästinas konkrete Gestalt angenommen hat. Nach einer Teilung muß naturgemäß eine Landemöglichkeit in Tel Aviv für den jüdischen Staat eine um so größere praktische Bedeutung haben. Noch auf einem anderen Gebiete ist ein derartiger bemerkenswerter Fortschritt ohne besonderes Aufsehen erzielt worden. Auf dem Gelände des Skopusberges in Jerusalem neben der Universität sind die ersten Gebäude des von der Hadassah ins Leben gerufenen me dizinischen Zentrums im Bau weit fortgeschritten und mit der Eröffnung der ersten Abteilungen ist in kurzer Zeit zu rechnen. Dadurch nimmt die Bedeutung des Skopus noch weiter zu, entwickelt sich doch dort neben den bisherigen Instituten der Universität nun auch noch ein Zentrum der medizinischen Forschung, das — wie wir hoffen — dem Lande den größten Nutzen bringeii wird. Die geistige Verbindung nicht nur des jüdischen Jischuw, sondern des ganzen jüdischen Volkes mit den Bergen und Hügeln Jerusalems gewinnt dadurch erneut in einer praktischen Form Gestalt; wir glauben und hoffen, daß diese Tatsachen, das in den Boden der Heiligen Stadt gesenkte Vermögen an jüdischer Intelligenz und Tatkraft ein wichtiger Faktor auch bei den kommenden politischen Entscheidungen sein wird. K. L. in der Palästinafrage durch die Resolutionen der Jewish Agency und den auszugsweise veröffentlichten Bericht der Mandatskommission zwar nicht erheblich verändert, aber doch berührt worden ist. Der Grundsatz der Teilung werde von leiden Körperschaften mit verschieden stark betontem Zögern akzeptiert, allerdings verlange die Jewish Agency, daß «ine jüdisch-arabische Konferenz einberufen wfcrde, die einen letzten Versuch machen soll, durch Uebereinkornmen eine Lösung unter Vermeidung der Teilung herbeizuführen; bisher aber gebe es auf arabischer Seite kein Anzeichen eines Eingehens auf diesen Vorschlag. Dafür, daß, wie die Mandatskommission es wünscht, den beiden Völkern in ihren Gebieten Unabhängigkeit erst gewährt werden soll, sobald sie dazu reit sind, spreche viel; dennoch scheine der Standpunkt, daß mit Rücksicht auf die in Palästina herrsehende Ungewißheit und Unruhe eine endgültige Lösung so schnell wie möglkh herbeigeführt werden soll, mehr für sich zu sprechen. Jetzt habe sich der Völkcrbundsrat zu äußern, aber man könne sieb schwer vorstellen, wie der Völkerbundsrat der Britischen Regierung Pflichten auferlegen könnte, zu deren Uebernahme sie nicht bereit ist. ״New States man and Nation“ glaubt, daß man durch die vorläufige Stellungnahme der Mandatskommission nicht wese ntlich weitergekommen ist. Wenn sie es auch bezweifle, daß ohne ״ein gewisses Schwanken in der Politik“ bei der Mandatarmacht die Zustände sich im Jahre 1936 nicht so sehr verschlechtert hätten, gebe sie doch zu, daß das Mandat von dem Augenblick an undurchführbar geworden ist, in dem die König!. Kommission diese Ansicht aussprach und die Britische Regierung sie annahm. Die beiden Vorschläge der Mandatskommission böten wenig Aussichtauf Lösung des Einwanderungsproblems, Ausgleich des Gegensatzes zwischen jüdischen und arabischen Ansprüchen oder Milderung der Bitterkeit und des Ver• dachts, die der Durchführung des Mandates entgegengebracht werden. Der Mandatarmacht erwachse aus beiden Vorschlä• gen die Möglichkeit neuer Schwierigkeiten. Londoner Notizen Von unserem Berichterstatter j. K., L 0 n d o n, 26, August Bei den kürzlich stattgefundenen Besuchen, die das englische Königspaar Süd Wales und Irland abstattete, wurde der König und die Königin von der jüdischen Bevölkerung auf das herzlichste begrüßt. Die jüdischen Gemeinden und Organisationen richteten Begrüßungsadressen an den Besuch, die von den prominenten Persönlichkeiten der jüdischen Gemeinden persönlich überreicht wurden. In seiner Antwort sagte der König: ״Ich werde immer darauf bedacht sein, alles 2u tun, was in meiner Macht ist, um für alle Schichten meines Volkes jene bürgerlichen und religiösen Freiheiten zu erhalten, die unser wertvollstes Erbgut darstellen.“ ln London wurde eine Ausstellung von Glückw'unsch• adressen, die dem König und der Königin aus Anlaß ihrer Krönung aus allen Teilen des Reiches zugegangen sind, eröffnet. Aus Palästina sind 11. a. folgende Begrüßungen und Botschaften, teilweise in hebräischer Sprache, zur Aus- Stellung gelangt: Von den Bürgermeistern von Jerusalem, Jaffa und Petach Tikwah; der Jerusalemer Handelskammer, dem Stadtrat von Nathania, der Agudath Harabbanlm, Jerusalem, den Oberrabbinern, den Schulen ״Beth Jakob“, Tel Aviv und ״Yavneh“, Haifa. In der Gibraltar-Abteilung ist eine Adresse, gezeichnet vom Präsidenten der dortigen Jüdischen Schule, veröffentlicht. In London tagte kürzlich die Versammlung der ״World Fel lewship of Faiths“. Der englische Abgeordnete Rhys Davies führte den Vorsitz. Auf jüdischer Seite sprach der amerikanische Rabbi Isserman über ״Dinge, die uns gemeinsam sind“ und Miss Li ly Monlagu über ״Die Kräfte im Hause, die den Weltfrieden beeinflussen“. Verantwortlicher Redakteur: Dr. Robert Weltsch, Beriin-Charl. S (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt Loewenatcin, Berlin W 18. Anzeigenleiter und verantwortlieh für den Inhalt der Anzeigen: Hermann F i n n, Berlin W 15. Gültig Anzeigen - Preisliste 5 vom 1, April 1936. Verlag und Anzcigeaverwalttmg! Jüdische Rundschau, Berlin W15. Meinekestr. 10 D.A. 11/1937 30 316. — Druck: Siegfried Scholem, Berlin-Schöneber״

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