Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 68 (27.8.1937)
- Date
- 1937-08-27
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 10 t> JÜDISCHE RUNDSCHAU___Nr. 68, 27. VIII. 1937 Hebräische Sprachforschung Bekämpfung einer Tierseuche Dl• ttobrfllaeh• Unlvsraltlt Hilft dar Umdwlrtschall Von C. Z. Kloetzel, Jerusalem Erez Israel liegt im Verbreitungsgebiet einer Tierseuche, die für die Viehzucht eine ständige und gefährliche Be• drohang darstellt. Sie trägt den Namen ,,Theilcriasis“ — nach dem Entdecker des sie verursachenden Parasiten, Sir Arnold T heil er — und ist eine Krankheit, die durch Zerstörung der roten Blutkörperchen eine fieberhafte Erkrankung der von ihr betroffenen Tiere herbeiführt, die oft mit deren Tod endigt, immer aber schwere Schädigungen im Gefolge hat. Diese Krankheit herrscht in ganz Afrika, in Mittelasien sowie im ganzen Bereich des südlichen und östlichen Mitte Imecres. Von der Gefährlichkeit der Tlieilcriasis kann man sich einen Begriff machen, wenn man weiß, daß in Südafrika zeitweise SO [,0 der von ihr befallenen Tiere cingchcn. In Erez Israel und den angrenzenden Gebieten sind die Verluste nicht ganz so hoch; immerhin bedeutet auch eine durchschnittliche Todesrate von 30—40 »0 einen sehr erhebliehen Verlust, der insbesondere von einer jungen und im Aufbau begriffenen Viehzucht, wie der der jüdischen Sied- Jungen, schwer zu tragen ist, zumal bis vor kurzem kein Mittel zur Verfügung stand, tim die Krankheit erfolgreich zu bekämpfen oder durch Prophylaxe ihre Häutigkeit einzusdiränken. So war es nur natürlich, daß die Abteilung für Parasitologie an der ITebräischen Universitätin dem Bestreben, ihre Forschungsarbeit in den direkten Dienst des Aufbaus zu stellen, ihre Aufmerksamkeit dieser Viehseuche zuwamlte. Sie reihte ihre Arbeit damit gleichzeitig ein in die Kette internationaler Bemühungen um dieses Problem, die insbesondere in Südafrika und Algier ihre Zentren haben. In Südafrika wurde diese Arbeit von dem schon genannten Sir Arnold Th eil er geleitet, in Algier erfolgt sie im Rahmen des dortigen Pasteur-Instituts, das unter der Leitung des bedeutenden französischen Parasitoiogen 8 u r g c n t stellt. Daß internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit oft vor die Aufgabe gestellt ist, rein lokale Probleme innerhalb des allgemeinen Torsclumgsthenias zu lösen, zeigt die Tat- Sache, daß in Erez Israel noch eine Frage zu beantworten bleibt, die tür das übrige Verbreitungsgebiet der Thcileriasis bereits gelöst wurde. Die Krankheit wird übertragen durch den Stich von Zecken, und es war bisher nicht möglich, fest/u,»teilen, welche Zecken-Art (oder -Arten) in Palästina und den benachbarten Ländern die Infektion verur- Sachen. Es ist kennzeichnend für die unfreiwillige Be- Schränkung, der sich viele Abteilungen der Hebräischen Universität in ihrer Arbeit aus ,Mangel an zureichenden Mitteln unterwerfen müssen, daß eine systematische Suche nach dem lokalen Ueberträgcr der Thcileriasis in Erez Israel noch nicht vorgennmmen werden konnte. Denn diese würde die Errichtung eines Isolations-Stalles erfordern, den sich die Parasitologischc Abteilung aus ihrem Budget bisher nicht leisten konnte. Um so eifriger bemächtigte sie sich der Gelegenheit, für die praktische Bekämpfung der Seuche unter dem Viehbestand Palästinas zu wirken. Es war beobachtet vorden, daß Kälber bis zum Alter von fünf Monaten die Krankheit in der Regel gut überstellen und daß nur etwa S 0״ daran sterben. Die überlebenden Tiere entwickeln Immuniiät gegen die Krankheit. Prof. Adler, der Leiter der Parasitologischcn Abteilung, begann daher Kälber mit Tbeileriasis zu infizieren, um sie als erwachsene Kühe gegen die Seuche immun zu machen. Es war jedoch nicht möglich, diese Methode auch bei bereits erwachsenen Kühen anzuwenden, was in Erez Israel besonders wichtig wäre, wo das meiste Vieh nicht aus eigener Aufzucht, sondern aus importierten, erwachsenen Tieren besteht. Nun konnte vor einigen Jahren das Pasteur-Institut in Algier berichten, daß es dort gelungen sei, einen wesentlieh abgesdnvüchten Stamm des Theilcria-Parasitcn zu zücliten, und daß eine Behandlung mit diesem Stamm zu einer weitgehenden Immunisierung gegen die Seuche auch bei erwachsenen Tieren führe. Professor Adler beschloß daraufhin, auch in Palästina Versuche mit diesem abgeschwächten Theileria-Stamm durchzufiiltren. Nun standen der Hebräischen Universität natürlich nicht im entferntesten die reichen Hilfsmittel zur Verfügung, über die der Veterinärdienst der Südafrikanischen Union und das staatliche Pa.-teur-Institut in Algier verfügen. Insbesondere ab es keine V e rsuc 11 s 11 c r d e, an der die neue Methode ätte ausprobiert werden können, was natürlich in größerem Umfang geschehen mußte, um zu zuverlässigen Bcobachtimgsresültriten zu gelangen. So muflte das Experiment innerhalb der jüdischen Viehzucht Erez Israels selbst durchpefülirt werden. Daß damit ein nicht unerhebliches Risiko verbunden war, lag auf (her Hand. Die Frage war, wer bereit sein würde, dieses Risiko zu tragen. Ls kennzeichnet die Wichtigkeit der übernommenen Aufgäbe, daß, während die J e w i s 11 Agency die nötigen Geldmittel für die wissenschaftliche Arbeit zur Verfügung stellte, es gerade eine Viebvcrsichcrungsgesell- Schaft (Hachaklait) war, die das Verlustrisiko in nicht unerheblichem Ausmaß auf sich nahm. Sie erklärte sich bereit, in Höhe von einigen hundert Pfund Verluste zu tragen, die etwa durch die versuchsweise Anwendung des neuen Mittels entstehen sollten. Denn selbst wenn dieses sich als durchaus wirksam erwies, war vorauszusehen, daß dennoch gewisse Verluste entstehen würden, che hinreichende Erfahrung über die beste Art der Dosierung und Anwendung gesammelt waren. Trotz dieser Garantieleistung der Ver- Sicherung war es nötig, den psychologischen Widerstand von Landwirten und Siedlungen zu überwinden, die sich nur schwer entschlossen, ihr Viel! für die Versuche zur Verfügung zu stellen. Es muß gesagt werden, daß die Kollek- Besiedlungen weitaus das größere Verständnis bewiesen, insbesondere D e g a n i a h, das als erste Kwuzah mit gutem Beispiel voranging. Die Arbeit geht folgendermaßen vor sich: Zunächst versichert man sich völlig gesunder Kälber. Das erreicht man dadurch, daß man den in Frage kommenden Tieren die Milz herausnimint, deren Fehlen unweigerlich jede etwa vorhandene parasitäre Krankheit zum Ausbruch bringt, so daß die kranken Tiere eliminiert werden können. Die ״sauberen“ Tiere werden mit dem aus Algier beschafften abgeschwächten Theileria-Stamm infiziert, und das Blut dieser Kälber wird nach einiger Zeit den zu impfenden Kühen eingesprit/t, was unter der Aufsicht von Dr. Ellenbogen geschieht. Die Zeit, seit der diese Versuche unternommen werden, ist noch zu kurz, um ein in jeder Hinsicht erschöpfendes Urteil über den Erfolg dieser Art der Bekämpfung der Thcileriasis abgeben zu können. Indessen wird man selbst bei größter gebotener Reserve sagen dürfen, daß sie sich im Rahmen der bisher erfolgten Anwendung durchaus bewährt hat. Das Mittel selbst hat sich als unschädlich erwiesen, die mit ihm gespritzten Kühe wurden von der T11 eileriasis entweder gar nicht oder nur in einer sehr milden Form befallen. Insbesondere sind die schweren Folgen der Krankheit, das Abortieren und die großen Verlust« am Milchertrag, bei den Versuchstieren bedeutend verringert worden. Abseits von den schweren Sorgen des Jischuw um die Weitergestaltung seiner Zukunft geht die stille Arbeit einer Anzahl von Menschen an der sprachlichen Weiterent- Wicklung des Hebräischen vor sich. Der Waad Halaschon und sein Vierteljahrsorgan ״L e schonen u“ haben die zweifache Aufgabe, die eigentliche Sprachforschung zu fördern und zur Erweiterung und Verbesserung der Sprache beizutragen. Daneben erfüllt ״Leschonenu“ die Aufgabe, über Neuerscheinungen auf dem Gebiete der hebräischen Philologie kritisch zu berichten und bibliographische Mitteilungen zu machen; endlich veröffentlicht die Zeitschrift die lexikographisehen Ergebnisse der Arbeiten, die die Fachkommissionen des Waad Halaschon übernommen haben. Kommissionen werden gegründet, Kommissionen beenden ihre Arbeit, die Wörter- Verzeichnisse, die erscheinen, sind nicht immer qualitativ gleichmäßig, die Menschen mit den technischen Faciikenntnissen besitzen nicht immer gründliche Kenntnisse der hebräischen Literatur und des nicht gehobenen Sprachschatzes, der dort schlummert, die gründlichen Kenner des Hebräischen stehen aber in der Kenntnis mancher Realia hinter dem Schneider und der Küchenleiterin zurück, und so bringen manche Kommissionen Material zur Veröffentlichung, das den Ergebnissen einer vor Jahren arbeitenden Kommission widerspricht. Auch zeitlich gellt die Arbeit, die mit Schwierigkeiten örtlicher Natur zu kämpfen hat, langsam vor sich, viel langsamer, als die sprachlichen Bedürfnisse, die das Leben stellt, es erfordern. Wirtschaftlich ist die Arbeit durch die Unterstützung des von der Jewisli Agency gegründeten ״Mossad Bialik“ erleichtert. Seit Anfang 1<B5 wurden folgende Wort erverzeichn i s s e veröffentlicht: Bankwesen, Leschonenu Band 8 Seite 247» Bodenkunde, Band 8 Seite 238 bis 210. Elektrisches Wörterbuch, 2. Teil erschien als Sonderheft. Fische, eine Fischtafel erschien und wurde in Fischgeschütten auf gehängt. Grammatik (Formenlehre und Svntax), Band 7 Seite 405 bis 410. Graphik, Band 7 Seite 174 bis 182 und Seite 291 bis 303. Ein vollständiges Wörterbuch der Graphik von M. Narkis erschien im Juli 1937, herausgegeben vom Waad Halaschon und Mossad Bialik. Kleidung, Baud 7 Seite 1% bis 200, außerdem erschien ein bebildertes Sonderheft des Igud Lehaschlatath ha- Iwrith für Bekleidung und ßeschuhung. Poetik, Band 7 Seite 390 bis 403. Phonetik, Baud 8 Seite 227 bis 237. Ti er stimmen (Aufsatz von .lieh «mich ows k i), Band 6 Seite 349 bis 351. Turn eil, Band 6 Seite 248 bis 256. Außerdem erschien im August 1937 ein Sonderwörterbuch für die Terminologie des Turnens im Verlage des Waad Halaschon und des Mossad Bialik. Schließlich erschien im Verlage ״Palesfine Publishing Ca“ ein Palästina-Tagehuch für das Jahr 1937, das 24 Seiten H a n d e 1 s t e r in i n o 1 o g i e in englischer und deutscher Uebcrsetzung bringt. Die Ergebnisse einer ganzen Reihe von Kommissionen stehen noch aus. So regte sich mit der ׳Gründung des Tel Aviver Hafens Interesse für die Terminologie der Schifffahrt und der nautischen Wi ssenschaften, und eine Kommission hierfür wurde errichtet. Andere Kommissionen befassen sich mit Bodenkunde, Speisen, Grammatik, Tennis, Radio, Theater, Zoologie, Verbess e r u n g der Sprache und Mathematik. Die m a t h e - m a t i s c h e Kommission wird ein Wörterbuch vorlegen, das bald erscheinen soll. Auch will der Waad Halaschon ein Buch von Professor Sloucz über die phönikisch-kanaanäischen Inschriften herausgeben. jüdisches Erziehungswesen Im ״Hapoel hazair“ bespricht J. Ha Ipern die neuesten statistischen Angaben über das Erziehungswerk der Knesset!! Jisrael: Die Anzahl der Schüler im Schulnetz, der Knesseth Jisrael ist im letzten Jahre auf 46 767 (gegenüber 39 701) 1m Vorjahre gestiegen. Das ist eine Steigerung um mehr als 700() Schüler,!1. 11. um 17,8 «0. Die Zahl der Erziehungsanstalten ist von 343 aut 370 gestiegen, d, h. um 7,8 °/0. Zenn neue Anstalten sind allein in Tel Aviv errichtet worden. Dies weist darauf bin, daß der Schülerzuwachs zu einem sehr großen Teil der Einwanderung zuzuschreiben ist, die sich ja in besonderem Maße in Tel Aviv konzentrierte. 1778 Lehrer waren im Schulwesen beschäftigt gegenüber 1158 im Vorjahre, ein Zuwachs von 22,6 0׳״, Allerdings waren nicht alle Lehrer voll beschäftigt, und wenn man die Gesamtsumme der Gehälter aut vollbezahlte L.ehrcrposten umrechnet, kommt man zu 1566 Posten gegenüber 1302 im Vorjahr und zu einem Anwachsen um 20 »i. Auf jeden vollangcstcllten Lehrer kommen 30 Schüler. Dies entspricht ungefähr dem Klassendurchschnitt, der allerdings in der Stadt höher ist als auf dem Lande. Jede Lehranstalt hat durchschnittlich vier Klassen. Dabei ist in Betracht zu ziehen, daß die Kindergärten eingerechnet sind, und daß viele Anstalten noch im Aufbau befindlich sind. Von den Zöglingen besuchen 14,6 ׳״» die Kindergärten, 74,1 »0 die Volksschulen, 9,4 0״ die Mittelschulen, 1,4 ״״ die Lehrerseminare und nur ein halbes Prozent (186 Schüler) die Handwerkerschulen. Besonders entwickelt haben sich im letzten Jahre die Volksschulen. Ihre Schülerzahl ist von 5201 auf 7066 gestiegen. Da keine andere Schulgattung in ähnlicher Weise zugenommen hat, muß man daraus schließen, daß sich hier die Kinder der Ncueingcwandcrtcn konzentrieren, daß also der Volksschule in der Hauptsache die Aufgabe zuefallen ist, diese Kinder zu hebraisieren und sie dem eben des Landes zu assimilieren. Den meisten Grund zur Beunruhigung gibt das Problem der Mittelschulbildung. 5255 Kinder lernen in Mittel• und Fortbildungsschulen und von ihnen nur 186 in den Handwerkerschulcn. Das Herzl-Gymnasiuiti allein hat 978 Schüler, die Handelsschule 724, die Haifaer Realschule 962 und die Handwcrkerschulen nur 186! Müssen nicht solche Zahlen Befürchtungen für die Zukunft erregen? Man muß freilich das Bild dahin vervollständigen, daß Hunderte von Kindern landwirtschaftliche Fortbildung erhalten. Aber diese Fortbildungsanstaltcn sind mehr oder weniger unabhängig von unserem Scliuldepartement. Die Lage ist so bedrohlich, daß es höchste Zeit ist, daß sich die palästinensische Oeffentlichkeit und ihr« Institutionen auf ihre Verantwortung besinnen. Auch die Eltern gilt es aufzurütteln. Die Jagd nach der höheren Schulbildung steht nicht in Einklang mit den Aufbaubedürfnissen des Landes. Die Forderung der Stunde ist die Errichtung landwirtschaftlicher und hand- Merklicher Fortbildungsschulen. Es gibt eine große Reihe von Lebensgebicten und Wissenschäften, über die noch kein in hebräischer Sprache erschienenes Werk Bescheid gibt. Aeußere Ereignisse gaben daher manchmal den Anstoß zur Gründling von Kommissionen. Nicht nur die Schiflalirtskommission, aiicli die Radiokommis• sion hat ihre Gründung einem äußeren Anlaß zu danken: der Errichtung der Jerusalemer Radiostation im Jahre 1936. Es wäre zu wünschen, daß z. B. für das Rasiergewerbe, Kon• ditorgewerbe, Aeronautik, Militärwissenschaften, Psychologie und Psychoanalyse, Spiele im weitesten Sinne, vor allem für die Landwirtschaft, Fachkommissionen geschaffen würden. Auch populäre Wörterverzeichnisse für Medizin und Philo* Sophie wären am Platze, der Krankenkassenarzt, der Apotheker, die Krankenschwester z. B. müssen einige hundert Worte genau kennen, die großen Lexika von Massde-Tschernichowsky und Klazkin gehen den Wissenschaftler allein an. Außer den genannten leHliograpliischen Arbeiten des Waad Halaschon brachte Leschonenu einige größere Arbeiten von Dr. M a t m o n - C o 11 n: Das Hebraischenach der babylonischen Diaspora, eine Untersuchung über den Bedeutungswandel biblischer Wörter in späterer Epoche und die in der rnisclmischen Zeit neuerscheinenden Worte. Dr. A. S. Aeseoiv veröffentlichte Quellen zum hebräi sehen Wortschatz, eine Arbeit, die viel Material aus den südseinitischen Sprachen liefert. Dr. J. R i w k a y beachüftigt sich mit der Frage des F e 111 e n s d e r V o k a 11. e i c h e n in der hebräischen Orthographie und der Folen für die Schnelligkeit des Lesens. Eine ganze eihe von wichtigen und interessanten Arbeiten über die Sprache der Kinder und über die Wortschöpfungen der Hagkalahliteratur, viele Eiiizelstudicn über schwierige Bibelstellen usw. machen ,,l eschonenu“ zu einer der besten Wissenschaftliehen Zeitschriften Erez Israels. Eine von Chanoch Ja Ion herausgegebeuc Zeitschrift ״K un t r e s s i m“, von der Anfang 1937 ein erstes Heft erschien, ist ebenfalls der Sprachforscliung gewidmet und bringt z. B. über die Vokalisatlon in jemenitischen Texten manches Neue. Fritz. Mcir Fraenkef, Jerusalem Hebräisch auf dem Kongreß Aus Tel Aviv wird uns geschrieben: M. Glücks oh 11 beklagt in! ״Haarcz“ das Los der hebräischen Sprache auf dem Kongreß. Auf den letzten Kongressen konnte man ein Anwachsen der Zahl der hebräischen Reden bemerken, und so war zu hoffen, daß man allmählich dazu gelangen würde, daß Hebräisch zur herrschenden Kongroß spräche würde. In Luzern wurde fcstgcstellt, daß SO״״ der Teilnehmer Hebräisch verstehen. Aber der XX. Kongreß brachte einen großen Rückschlag. Zwei Sprachen waren auf ihm vorherrschend: Jiddisch und Englisch; Aanach kam in einem gewissen Abstand das Deutsche. Das Hebräische stand im Hintergrund. Die Hauptredner, dar■ unter auch die Mitglieder der Exekutive, sprachen Jiddiach oder eine andere Fremdsprache. Auch die Abgeordneten aus Palästina machten hier keine Ausnahme, selbst jene unter ihnen, die das Hebräische meistern und die andere Sprachen nicht mit derselben Geläufigkeit sprechen. Ben-Guriori, Berl Kaznelson, Remes, Rubaschow u. a. sprachen Jiddisch. Ussischkin hielt seine erste große Rede in deutscher Sprache, die er nur mühsam beherrscht, seine Schlußrede mit weit besserer Wirkung hebräisch. Der allgemeine Eindruck war, daß das Englische die wichtigste Sprache für einen Kongreßredner sei. Hervorzuheben ist, daß einzig der Haschomer Hazair an dem Prinzip der hebräischen Rede festhielt, obwohl seinen Vertretern natürlich bewußt war, da® sie damit ein Opfer brachten und weniger Eindruck machten oder gar z. T. überhaupt nicht verstanden wurden. Von der Woche Das Kolonicmninistcrium bat das Budget des Er« ziehungsdepartments der P a I ä s t i n a r e g i e« rung bestätigt. 111 dem Budget sind Ausgaben in der Röhe von 300000 Pfund vorgesehen. Nach einer Statistik, die die Palästinaregierung vor kurzem veröffentlicht hat, waren Ende des Jahres 1935 in Palästina 771 Aktiengesellschaften mit einem rigistrierten Kapital von 15,7 Mi 11, Pfund tätig. Nach einer amtlichen Statistik hat die Zahl der Tele* p ho napparate in Palästina Ende Juni rund 14 000 betragen, davon entfallen auf Tel Aviv allein 4259 Apparate, Die Zahl der im Lande in Betrieb befindlichen Rundfunkgerate betrug zur gleichen Zeit 42646. Die Gesellschaft ,.Bizz, ur“ ist ermächtigt worden, Pfandbriefe in Höhe von LP 50000 auszugeben, von denen £P 15 000 durch die Anglo Palestine Bank übernommen werden. Ein 154 km langer Teil der Straße, die von den Pafestme Potash - Werken vom Südende des Toten Meeres nach Beer Schcba führt, wurde vollendet. Nach einer Meldung des Jerusalemer ״Felestin“ wird im September in Palästina eine belgische Hypotliek e n b a n k gegründet werden. Die Direktion wird arabisch sein. Der Personendampfer ״Tel Aviv“ der Palestine Shipping Company ist in dieser Woche seinen neuen japanischen Besitzern übergeben worden, die ihn für 28 (XX) Pfund envorben haben. Neubau des Ben-Yehuda-College in Tel Aviv. Seit einigen Wochen haben in der Gaülstreet in Tel Aviv die Arbeiten zu dem seit langem geplanten l hu- und Erweiterungsbau des Bcn-Yehuda-Collcge begonnen, der einem völligen Neubau gleichkommt. Die Arbeiten werden nach den Entwürfen des Architekten Richard Kaufmann ausgeführt. Das Haus wird allen Anforderungen, die an einen modernen Schulbau zu stellen sind, entsprechen: geräumige Klassenzimmer, eine schöne Aula, ein physikalisch-chemisches Kabinett, ein für Sport und Spiel eingerichtetes Dach usw. Kurse palästinensischer Wertpapiere. Am 19. August hatten die wichtigsten palästinensischen Wertpapiere in Tel Aviv f«lgende Kurse: Allgemeine Hypothekenbank 5 ״,״ige Pfandbriefe 1938/55 98' /6 ,״ ®oige Pfandbriefe 1934/35 101 Vs, 6 ״״ige kirn, Vorzugsaktien 11374, gewöhnliche Inhaberaktien 119. P. L. D. C. gewöhnliche Inhaberaktien 937/s, 6 ®oige kum. Vorzugsaktien 927s» Keren Kajemeth Lejisrael 2(4 »oige Pfandbriefe 70V« Bizur Ltd. 6 ״/«ige Pfandbriefe 98. Barmlrwah-Termln! Am 4. September (28, Elul): James Apt, Sohn von Hermann Apt, Haiia, Hashiloah Str. 23. — Am 11. September (8, Tischri) t Wolfgang Ros in, Sohn von Iwan Roiin-Philipp (früher Northeim und Hannover), Yarkona/Ramat Gan. (Schluß des Palästina-Teils)