Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 67 (24.8.1937)
- Date
- 1937-08-24
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Sette 8 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 67, 24. VIII. 1937 Kongreßreferat von Jizchak Wilkansky: Landwirtschaftliche Kolonisationsmöglichkeiten Das nachstehende Referat des Leiters der Versuchsstation in Rcchowoth, das wir int Auszug wiedergehen, behandelt einen Fragenkreis, der vom Verfasser in einem soeben in Palästina erschienenen Buch ausführlich erörtert wurde. Red. Ich werde über die Periode der nächsten zehn Jahre sprechen. Die Landwirtschaft ist auf den Weltmarkt und auf den inneren Markt angewiesen. Wenn uns der Weltmarkt offen steht, wird er uns eine umfangreiche Ko- Ionisation sichern können. Vorläufig gibt cs nur einen Zweig, der in den Weltmarkt cindringcn Kann — die Zitrusfruchte. Aber in den nächsten zehn Jahren dürfen wir nicht an eine Landwirtschaft denken, die ausschließlich auf Zitrusfrüchten aufgebaut ist; denn auch dieses Produkt ist in das Schneiden der Schere geraten, die zur Krise in der Landwirtschaft der Welt führte. Die Schere besagt, dall die .. י Produktionsmittel teuer sind. während die Preise der Produkte sinken, d. h. daß der Bauer für die Produkte, die ei zu kaufen hat, hohe Preise zahlen muß, während er fin die von ihui erzeugten Waren nur sehr niedrige Preise erzielen kann. Bis in die letzten Jahre waren die Zitrusfrüchte der einzige Zweig der Land- Wirtschaft in der ganzen Welt, der außerhalb der Schere stand. Jetzt wurden auch die Zitrusfruchte betroffen und man kann an eine Erweitcrung der mit Zitrusfrlichten bebauten Flachen nicht denken, solange in diesem Zweige eine Regulierung nicht eingetreten ist. Die Märkte sind jetzt übersättigt und cs wird eine gewisse Zeit verstreichen, bis sie wieder für Produkte neuer Pflanzung aufnahmefähig sein wilden. Ls gibt daher zwei Stufen unserer Kolonisation; Wir sind bestrebt, in den Weltmarkt eiii/udringcn und zum Lindringen in die Weltmärkte kann uns vorläufig der innere M a r k t dienen. Der innere Markt nimmt sehr viel Aus La ml,-produkte auf. Auch der innere Markt ist den Gesetzen der Konkurrenz unterworfen, denn es gibt in Palästina keine industrielle Bevölkerung, die hohe Vorzugspreise zahlen kann -׳ dann sinkt der Konsum, der Konsument bleibt hungrig und der Produzent wird nicht satt. Wenn wir die ausländischen Waren verdrängen wollen, so kann dies mir durch Konkurrenzpreise geschehen. Es ist ein langsamer Prozeß und die Produktion muß durch Forschungen und Experimente eine solche Stufe erreichen, daß sie mit Auslandsprodukten zu konkurrieren imstande ist. Wenn wir den gegenwärtigen Stand der Produktion nehmen, so besteht heute die Möglichkeit, 15 0Ö0 Familien auf dem Lande unterzubringen, d. h. 1 0 0 0 0 Wirtschaften, die sich direkt mit der Landwirtschaft befassen, und 5000, die es indirekt tun. Wenn wir nur an eine jährliche Einwanderung von 40 000 Seelen im Jahre denken, so kann man jedes Jahr etwa weitere 1500 Familien auf dem Lande unterbringen. Ich darf sagen, daß es in der Periode der nächsten zehn Jahre möglieh sein wird, etwa 30000 Familien auf dem Lande in einer solchen We1.se und nach einem solchen System unterzubringen, daß sie ihre Produktion nicht zu Vorzugspreisen, sondern 7u Konkurrenzpreisen werden auf den Markt bringen können. Für diesen Zweig genügt die bestellende gemischte Wirtschaft nicht, sondern man braucht dazu eine organisch gem 1 s c 11 t c W i r t s e 11 n i t. die einen besonderen Aufbau, eine entsprechende Gliederung nach Zweigen besitzt und sich auf die ,Anpassung der wirklichen Produktion an den Konsum gründet. Fair diesen Plan braucht man Vorbedingungen, denn ohne diene ist der ganze [Mail unmöglich: Mar! braucht vor allem w Million Du na in Boden. Fis muß ein norinaler Boden sein, mäht salziger oder felsig«• Boden, sonst ist die Produktion im voraus nicht konkurrenzfähig. Es muß sieh um b c w ä s s e r b;1 r r n IS o d e n handeln und das Wasser muß normal und billig sein. Denn wenn ein Kubikmeter mehr als 2'■ _. Mil kostet, ist die Produktion nicht mehr konkurt um / fähig. Wir müssen auch imstande sein, die Wasserkräfte zu regulieren. Dr. R tippin hat aut die Möglichkeit hingewiesen, 3 .Millionen Dutum Boden zu bewässern. Das ist ein großer Schatz, alter was nützt er uns, wenn wir nicht den Schlussei dazu besitzenV Damit der Schlüssel nt den Wasserquellen Palästinas in unsere Hände komme, brauchen wir eine Staatsordnung, Bis man Zehntausende von Wirtschäften in einer kurzen Periode errichtet, braucht man einen Uebergangszustand. Man kann nicht in einem Jahre Tausende von Einwanderern ohne jeden Uebergang aufs Land bringen. Dieser Uebergang muß in Ameliorierungsarbeitcn und in öffentlichen Arbeiten bestehen. Ferner muß man über genügende Kräfte verfügen, um die Märkte zu regulieren. Das kann ebenso wie in der Schweiz und in Holland und in anderer!!.ändern nicht ohne eine Staatsgcwalt geschehen, welche jene Anpassung Von Produktion ■und Konsum herbeiführen kann, ohne die eine Landwirtschaft heute unmöglich ist. Um diesen /Ansiedlungsplan von 30 000 Familien im Laufe von zehn Jahren durchzuführen, braucht man 20 Millionen Pfund. Es genügt nicht der Wunsch, diese Summe zu bekommen; man muß auch die Kraft dazu haben, sie aufzubringen. Auch das ist ohne eine Staatsgewalt unmöglich. Die Landwirtschaft und die Kolonisation, sowohl der Erwerb von Boden als auch die Regulierung der Wasserquellen und die Aufbringung von Mitteln, sind in der nächsten Periode unmöglich ohne einen großen, umfassenden E n t w i c k I u n gs p I a n. Wir werden somit nicht nur keine neuen Siedlungen errichten können, auch die alten Siedlungen werden erschüttert werden und nicht die Konsolidierung erreichen können, die wir wünschen. Ich habe einen Plan für die Ansiedlung von 30 000 Familien vorgelegt. Ich nenne das nicht׳ umfangreiche Kolonisation, für mich bedeutet es eine sehr kleine Kolonisation. Aber eine umfangreiche Kolonisation kann man nur dtirch Erschließung der Weltmärkte machen und für diesen Zweck müssen wir in die Landwirtschaft Mannigfaltigkeit durch neue Zweige hineinbringen. Im Laufe von 20 Jahren haben wir die gemischte Wirtschaft geschaffen. Ich halte das für unsere größte Leistung, denn sie wurde ganz und gar durch Juden geschaffen, mit jüdischen Händen, mit jüdischer Intelligenz und jüdischer Wissenschaft. Wenn wir aber die nationale gcmischte• Wirtschaft mit der Vorkriegswirtschaft vergleichen, so darf ich sagen, daß die nationale Wirtschaft vor dem Kriege mehr gemischt war als die gegenwärtige. Wir hatten damals Mandelbäume, Olivcnbiiume, Weinstock, Zitrusbäume, die Proportion war eine ganz andere. Jetzt hängt unsere Wirtschaft nur von zwei Zweigen ab: von der Zitrus wirf- Schaft und von der individuellen gemischten Wirtschaft, doch nicht von der nationalen gemischten Wirtschaft. Um in unsere Landwirtschaft Mannigfaltigkeit durch neue Zweige zu bringen, brauchen wir Monopolpfianz e n gleichen Charakters wie die Orange. lös kann zwei Arten von Monopolpflanzen geben: solche, die durch die Natur des Landes, und solche, die durch die Natur des Menschen erzeug! werden. Der Mensch schafft durch seine Intelligenz, durch seine Vernunft mit seiner Schaffenskraft ein Monopol für gewisse Kulturen. Weitere vier oder fünf Zweige, die in ihrem Monopolcharakter der Orange ähnlich, also geeignet sind, eine Vorzugsstellung auf den Weltmärkten zu gewinnen und konkurrenzfähig zu sein, können nicht durch eine Parole gefunden werden. Dazu bedarf es jahrelanger Untersuchungen. Unter den Monopolpflanzcn, die mehr Intelligenz als Kraft und mehr geistige als einfache physische Arbeit verlangen, gibt es die Saatzucht für Export und gewisse Pflanzen, die das Rohmaterial für eine Industrie bilden. Auf solche Weise kann eine Symbiose zwischen Industrie und Landwirtschaft geschaffen und zugleich eine Monopol-Industrie für den Weltmarkt begründet werden. Das ist die Kolonisation der nahen Zukunft. In den zehn Jahren, in denen wir die Mittel und die Wege zur Kolonisierung von 30 000 Familien finden müssen, um die Allslandsprodukte vom inneren Markt zu verdrängen, müssen wir alle biologischen, mechanischen, tccliriischen und organisatorischen Vorbereitungen treffen, um neue Zweige zu finden, die uns Monopolfrüchte für den Weltmarkt erbringen. Kongreßreferat von Abraham Harzfeld: Siedlungs- und Wir haben ein doppeltes Problem zu behandeln, das der Siedlung und der Boden frage. Wie steht es zunächst mit dem Siedlungsproblem? Eine Zeitlang war die Siedlungsarbeit in Erez Israel ins Stocken geraten. Durch einige Jahre sah man keine Ansätze für «ine richtige Siedlungstätigkeit, Verschiedene Umstände, die zu erörtern zu weit führen würde, vor allem jedoch die Bemühungen der Siedler selbst und der sie unterstützenden Organisationen haben dazu beigetragen, daß die landwirtscliaftliche Siedlungstätigkeit erweitert wurde. Die Ergebnisse der Arbeit sind recht zufriedenstellend, trotzdem befindet! wir uns auch gegenwärtig beinahe in derselben Lage wie vor vielen Jahren. Für die Beurteilung der von uns geleisteten Arbeit sind die dafür aufgewendeten Mitte! wohl nicht der richtige Maßstab; wir müssen einige Daten zu Hilfe nehmen, um zu erkennen, wie stark das Miß- Verhältnis zwischen den kleinen Mitteln und der großen Arbeit, die geleistet wurde, ist. Vor 20 und vor 15 Jahren begann im Lande eine Siedhmgstätigkeit, die in diesem Zeitraum rund ca. 2500 Familien umfaßte. In den letzten Jahren kann man zwei Periode n der Siedlungstätigkeit feststellen. Die Resultate der ersten Periode haben wir dem XIX. Kongreß vorgelegt; es waren ca. 2300 Familien. Dem XX. Kongreß können wir über die neue Siedlungstätigkeit berichten, die 10 Stützpunkte mit 1 20 0 Familien umfaßt. Fügt man hinzu, daß in nächster Zukunft 15 Stützpunkte mit 1000 Familien besiedelt werden sollen, so ergibt sich die Notwendigkeit, unsere Anstrengungen in derselben Weise fortzusetzen. Wir werden demnach 2300 angesiedelte Familien aus dem ersten Zeitabschnitt und 2200 Familien seit der Zeit des letzten Kongresses, zusammen 4 50 0 an ge sie* delte Familien haben. Nun will ich Ihnen einen zweiten Umstand vor Augen führen, nämlich die für die Siedlungstätigkeit erforderlichen Mittel. Von Kongreß zu Kongreß unterbreiten wir Daten über die Mittel, die für die Besiedlungstätigkeit nötig sind — es handelt sich dabei nicht nur um die Mittel aus dem Budget der Zionistischen Organisation bz.w. des Keren Hajessod, sondem auch um das Kapital, das gemäß dem Beschluß des X(X. Zionistenkongresses die Siedlungsgcselischaft aufzubringen hat. Die in die ersten Stützpunkte investierten Beträgt, mit denen 2300 Familien angesiedclt wurden, belaufen sich auf 260000 Pfund — jedermann kann sich alsoausrechnen, wieviel für jede einzelne Familie investiert wurde. Wir brauchen aber durchschnittlich noch 4 00 Pfund für jede Familie. Wohl wurden in diesen Gebieten auch solche Leute angesiedelt, die eigenes Kapital mitbrachten, ferner solche, die ihre geringen Ersparnisse aus dem Arbeitslohn für diesen Zweck verwendeten — aber selbst wenn alle diese Umstände in Betracht gezogen werden, so ergibt sich, daß für die bereits angesiedelten 2300 Familien wenigstens 6 50000 Pfund benötigt werden. Einige andere Daten mögen dartun, wie unerläßlich der genannte Betrag für diese Sicdlerkatcgorie ist. Wenn wir bei den ca. 2300 Familien, von denen 1300 bereits angesiedclt sind und 1000 in nächster Zeit angesiedclt werden sollen, den für die erste Zeit nötigen Betrag — sehr vorsichtig gcschätzt — nur mit 500 Pfund pro Familie annchmcn, so ergibt sich außer dem bereits genannten Betrag von 650 000 Pfund ein zweiter in der Hohe von 110 000 Pfund, d. h. wir brauchen für diese Arbeit 1750000 Pfund. Dazu kommt aber noch eine dritte Ziffer. Von einem Kongreß zum andern wissen wir nie, wie groß unser Budget ioto; Archiv Foto: Archiv Wieder Terror-Akte Jerusalem, 13. August. (JTA.) Am Mitfwochmorgen ist eine Polizeistation in einem arabischen Dorf bei Nablus von Arabern heftig beschossen worden. Die Po• lizei erwiderte das Feuer. Auf seiten der Polizei gab es keine Verluste. Jüdische Arbeiter aus einer Kwuza bei Gan Jawne wurden beim Pflügen von bewaffneten Fellachen angegriffen, die behaupteten, der Boden sei ihr Eigentum, Die Angreifer wurden von Polizei zerstreut, den jüdischen Arbeitern aber verboten, den Boden weiter zu pflügen. Laut ״Fclcstin“ sind 165 arabische Führer auf eine schwarze Liste gesetzt worden und sollen so bald wie möglich verhaftet werden. 100 arabische Agitatoren in einem Internierungslager bei Akko haben einen Hungerstreik beschlossen, um ihre Freilassung zu erzwingen. Flugdienst in Palästina Aus Tel Aviv wird uns berichtet: Zur Eröffnung des Flugdienstes Tel Aviv — Haifa schreibt der ״Haarez“: Das Flugwesen, das in anderen Ländern wichtige wirtschaftliche Funktionen erfüllt, war vielleicht für Palästina heute noch keine Notwendigkeit. Seine Einführung muß unsere Handelsbilanz belasten, dem! fast alles, was dazu nötig ist, muß heute noch vom Ausland gebracht werden. Dabei rechtfertigt die geringe 1!;ichenaiisdehming Palästinas nicht die Dringlichkeit dieser Neuerung. So wäre von jüdischer Seite die Sache wohl noch aufgesehoben worden, wenn sich nicht ausländische Linien (Polen, Italien, England, Holland) in immer ausgedehnterem Maße des palästinensischen Flugdienstes bemächtigt hätten, so daß wir befürchten müßten, wenn wir nicht bald einen Beginn machten, zukünftige Möglichkeiten zu verwirken. So gibt es jetzt einen palästinensischeii Flugklub, der Piloten ausbildet und jetzt kommt die neue jüdisch-englische Gesellschaft hinzu, die sich mit Verkchrsdiensl beschäftigt. Die englischen Teilhaber werden Erfahrung und Tradition mitbringen, und so ist das Unternehmen wegen seiner Zukunftsaussichten zu begrüßen. Freilich müssen Verbesserung c n bald in Angriff genomincn werden. Vor allem muß Tel Aviv einen eigenen. Flugplatz erhalten. Es geht nicht an, daß man einen Weg von 18 km zurücklegen muß, um zum Flughafen zu gelangen, um dann mit dem Flugzeug eine Strecke von 100 km zurückzulegen, um dann wieder 12 km im Auto vom Flugliafen zum Zielort (f laifa) zu fahren. Das Verhältnis 30 km Autofahrt zu 100 km Flug verringert die praktische Bedeutung des Flugdienstes. Bodenprobleme sein wird. Ein Mitglied der Exekutive sagte mir, daß das Budget sicherlich 360 ()00 Pfund betragen werde. Man nimmt an, daß von diesem Budget 70—75 000 Pfund für die land* wirtschaftliche Siedlungsarbeit ausgeworfen werden sollen. Wenn wir nun von diesem Betrag die Rohspesen abziehen, bleibt ein Betrag von 6 0000 Pfund für die gesamte Besiedlung, die alle Schichten Erez Israels umfassen soll. Wenn wir nun das Erfordernis von 1750 000 Pfund in Erwägung ziehen, möchte ich fragen, wann wir die bereits begonnene Arbeit abschließen werden;» da wir JJPCi Jahr 60000 Pfund zur Verfügung haben, kÜS Die Situation ist heute so: Wir haben in diesem Jahre den Grundstein zu 19 Siedlungspunkten gelegt, von denen ein großer Teil in einem bis dahin von uns nicht durchdrungenen Gebiet liegt, dem Gebiet von Beth Schart, Wir haben unendlich lange gewartet, bis wir die Möglichkeit hatten, in dieses Gebiet einzudringen. Und es ist uns gehingen, nur weil wir unser Eigentum zu schützen wußten. Und doch bin ich um das Schicksal dieser Punkte sehr besorgt. Man spricht jetzt viel über die Frage der Grenzen ■ nun, mag man diese oder jene Grenze festsetzen, ich bin überzeugt, daß diese Punkte in der Ebene von Beth Schanuns gehören werden, soweit wir nur sie besetzt halten, denn wir haben dort Kräfte und Mittel investiert, und es sind dort Opfer gefallen. Nur eines weiß ich noch nicht: wie man dafür sorgen wird, daß das, was wir dort geschaffen haben, in unseren Händen bleibe, daß wir es verhindern, daß diese Punkte aufgegeben werden. Und da frage ich mich: Was wird dieser Kongreß für die Kolonisation tun? Die Zone von Beth Schan haben wir neu erworben, und wir werden uns nicht damit zufrieden geben, was wir bisher getan haben. Wenn wir nun die Möglichkeit haben, neue Punkte einzuschalten, so kann wohl niemand etwas dagegen einzuwenden haben, daß wir die Siedlungspunkte in dieser Zone stetig vermehren. Unsere Kolonisation in der Zone von Beth Schan muß erweitert werden. Wir müssen zugängliche Mittel aufwenden, um uns dort festzusetzen. Nun zur Bodenfrage: Ich kenne die Lage des Keren Kajemeth sowie der anderen Bodenkaufs-Institutionen in Erez Israel, der Palestine Land Development Company, und ich habe Angst vor einer gewissen Richtung, in die wir offenbar gedrängt wurden und vor der ich die Exekutive von morgen oder übermorgen warnen möchte. Man hat sich anscheinend bereits auf eine bestimmte Linie der Bodenpolitik festgclcgff, aber ich halte es für unbedingt notwendig, über diese festgclegte Linie, hinauszugehen und den Bodenkauf aktueller zu gestalten, als es bisher der Fall war. Ich fühle es deutlich: die zwölfte Stunde ist da, vielleicht sogar schon vorüber, wir wissen, daß auf dem Gebiete des Bodenkaufs vielleicht schon morgen; eine Aenderung eintreten kann. Der Kongreß muß die entsprechenden Grundlagen für unsere Bodenerwerbspolitik schaffen. Wir müssen weiteren Boden überall dort kaufen, wo wir bereits wohnen, auch außerhalb der bereits festgesetzten Linie. Insbesondere müssen wir dafür Sorge tragen, in solchen Gebieten, wo wir nur einen oder zwei Stützpunkte haben, unsere Positionen durch weitere Stützpunkte zu verstärken. Wir dürfen nicht meinen, es sei zwecklos, außerhalb unserer Grenzen Boden zu erwerben. Diese Grenzen sind noch lange nicht endgültig gezogen und Siedlung und Bodenerwerb sind mit entscheidende Faktoren für die Grenzziehung. Die Judenheit der ganzen Welt muß für diese Dinge interessiert, alle Kräfte müssen darauf konzentriert werden, unseren Bodenbesitz, zu vergrößern. Für diesen Zweck müssen wir die Mittel entweder in Form einer Anleihe oder durch Steuern aufbringen. Die arabische Tageszeitung ״Felcstin“ veröffentlicht einen Appell an die arabischen Führer zur Einberufung einer Pan arabischen Konferenz. Die Konferenz soll die Aufgabe haben, einen Plan auszuarbeiten, der von der Britischen Regierung als Ersatz für den Teilungsplan angenommen werden könnte.